Wohin steuert Deutschlands queere Bewegung? | taz
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Anne-Mette
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Wohin steuert Deutschlands queere Bewegung? | taz

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Seit den ersten CSDs wurde viel erreicht. Doch wie geht die Reise der queeren Bewegung weiter? Die Debatte darüber scheint schwieriger denn je. Eine offene Debatte, die Konflikte austrägt, könnte der Stabilität nützen, findet unser Autor.

https://taz.de/Politisch-schwieriger-CS ... vn6099797/
Marlene K.
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Re: Wohin steuert Deutschlands queere Bewegung? | taz

Post 2 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Nur wage ich, aufgrund persönlicher Erfahrung, zu bezweifeln, dass dieser Autor eine offene Debatte führen möchte.

Auch den "Beweis" für die "Gefährlichkeit" des Selbstbestimmungsgesetzes aufgrund des Versuches eines Faschisten dies ad absurdum zu führen erinnert an die Artumentationslinien eher einfacher Denkart und Demogogie.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Momo58
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Re: Wohin steuert Deutschlands queere Bewegung? | taz

Post 3 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Der Beitrag der taz spricht mir aus der Seele. Es werden die Dinge angesprochen, die manchen in der Community unbequem sind. Vieles davon sehe ich genauso wie der Autor beschrieben hat. Es geht nicht darum ob der Autor eine offene Diskussion will. Eine offene Diskussion sollte aus uns selbst heraus stattfinden.

Hormone sind keine Lutschbonbons. Sie sind ein Hilfsmittel um den Körper hormonell an das andere Geschlecht anzugleichen. Diese Hormone können Schäden anrichten wie Herzinfarkt, Hirnschlag, Krebs, Lungenbolie und vieles mehr. Gerade bei Jugendlichen ist da Vorsicht geboten. Nicht wenige von ihnen, die Hormone bekommen erleben das 35 Lebensjahr nicht. Ist es das wert? Oft wird argumentiert, dass durch Pubertätsblocker das Durchleben der für sie falschen Pubertät für sie verhindert wird. Mir hat es nicht geschadet eine männliche und eine weibliche zweite Pubertät zu durchleben. So kenne ich die Vor- und Nachteile beider Geschlechter richtig gut.

Das SBBG hat durchaus Lücken, eine davon wird uns gerade durch Marla Svenja Liebich vorgeführt. Ich mag sie nicht, weil sie Rechtsextremistin ist, aber ich bin ihr geradezu dankbar für ihre Aktion. Das kann nur dazu führen, dass diese und andere Lücken des SBBG geschlossen werden.

Das SBBG hat das Offenbarungsverbot beschränkt, was nun wirklich nicht positiv ist. Auch da könnte ich mir eine Änderung wünschen.

Nun geht es aber nicht nur um Hormone oder SBBG, nicht nur um CSD's als regenbogenreingewaschenes Sponsorenvolksfest sondern um klar zu definierende politische Forderungen um letztlich als geachtete Individuen in der Gesellschaft leben zu können.

Liebe Grüße
Manuela
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Re: Wohin steuert Deutschlands queere Bewegung? | taz

Post 4 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Sorry Manuela, aber das finde ich echt schwierig in der Aussage.

Ich hätte viel dafür gegeben, die Pubertät nicht als Junge durchleben zu müssen. Das ist die Zeit, in der ich aufgehört habe zu lachen. Und mir einen Schutzschild aus Zynismus um die Seele gebaut habe, den einzureißen mir auch nach Jahrzehnten nicht gelingen will.

Das ist genauso, wie zu sagen "ich hab früher auch Eine gewischt bekommen, hat mir auch nicht geschadet" und wir wissen alle, das das nicht stimmt.

Und bloß weil etwas ausgenutzt werden kann, heißt noch lange nicht, das es falsch ist. Das SBGG macht doch nichts. Es bedingt nicht automatisch eine HRT oder OPs... Es ist ein Stück Papier.
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Re: Wohin steuert Deutschlands queere Bewegung? | taz

Post 5 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 22. Jul 2025, 16:25 Ich hätte viel dafür gegeben, die Pubertät nicht als Junge durchleben zu müssen. Das ist die Zeit, in der ich aufgehört habe zu lachen. Und mir einen Schutzschild aus Zynismus um die Seele gebaut habe, den einzureißen mir auch nach Jahrzehnten nicht gelingen will.
Hey...

ich fühl das..auch das mit dem Zynismus, wir arbeiten dran, oder?
Momo58 hat geschrieben: Di 22. Jul 2025, 14:04 Diese Hormone können Schäden anrichten wie Herzinfarkt, Hirnschlag, Krebs, Lungenbolie und vieles mehr. Gerade bei Jugendlichen ist da Vorsicht geboten. Nicht wenige von ihnen, die Hormone bekommen erleben das 35 Lebensjahr nicht.
Das ist einfach nur eine Falschbehauptung. Zeig mir die Studie oder auch nur die Quelle wo das mit den 35 Jahren steht, nur ein klein bisschen Evidenz.
Da fehlen auch noch Daten, daher hab ich der Studie von der Uniklinik Freiburg zugestimmt um die kardiovaskulären Marker zu tracken
Momo58 hat geschrieben: Di 22. Jul 2025, 14:04 als geachtete Individuen in der Gesellschaft leben zu können.
Das obliegt jeder Person selbst..finde den Fehler.

edit
Momo58 hat geschrieben: Di 22. Jul 2025, 14:04 eine davon wird uns gerade durch Marla Svenja Liebich vorgeführt.
Demokratische Fortschritte sind nicht die Verhandlungsmasse für antidemokratische Kräfte.
Für mich hat diese Person nur gezeigt das und wie man das SBBG nutzen kann aber nicht das es falsch ist.
Das ist ungefähr nichts wert, ich versteh absolut nicht, das niemand sieht das der Schaden nur bei Liebich selbst liegt.
Wer nimmt das überhaupt für voll?
Zuletzt geändert von Lavendellöwin am Di 22. Jul 2025, 19:29, insgesamt 1-mal geändert.
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Wohin steuert Deutschlands queere Bewegung? | taz

Post 6 im Thema

Beitrag von Val44721 »

Momo58 hat geschrieben: Di 22. Jul 2025, 14:04 Mir hat es nicht geschadet eine männliche und eine weibliche zweite Pubertät zu durchleben.
Ich weiß nicht woher manche Menschen diese Gottesposition nehmen, so mit Gewalt über die Leben anderer Leute zu entscheiden, und sie in Rollen zu zwingen, die sie nicht wollen, weil ihnen das gefallen hat. Da können wir ja jedem Mädchen ein paar Jahre Testosteron spritzen und jedem Jungen paar Jahre Östrogen. Hat dir ja nicht geschadet. Siehst du nicht, wie grausam das ist? Wie das die Würde der Individuen mit Füßen tritt? Wie fremdbestimmt Leben und nicht man selbst sein zu dürfen, während der eigene Körper sich vor den eigenen Augen immer weiter entstellt, eines der schrecklichsten Dinge sein kann, die einer Person passieren kann?

Ich weiß ehrlich nicht, wie man sich bei einem queeren Forum anmelden kann, um dann da für gewaltvolle Entscheidung über den Körper anderer zu argumentieren, und dass transidente Menschen diese Entscheidung nicht über ihren eigenen Körper treffen sollen dürfen. Ein Familienmitglied von mir ist dir da ganz ähnlich. Ich wusste dass ich trans bin seit ich 6 bin. Und trotzdem hat es 16 weitere Jahre gedauert, bis ich endlich Hilfe durch Hormone bekommen konnte. Weil auch dieser Mensch meinte, so wie du, bestimmen zu dürfen, wer wer zu sein hat, und mich lieber nahe am Suizid in der Rolle die er für mich wollte gesehen hat, anstatt als wer ich bin. Ich würde die Hälfte meines Lebens dafür geben das ungeschehen zu machen.

PS: 35 ist das Durchschnittsalter von ermordeten trans Menschen in Südamerika. Das hat nichts mit Deutschland, mit Hormonen, oder sonst was zu tun. Oder mit natürlicher Lebenserwartung, Suizid, oder sonst was. Es sind die Mordopfer die trans waren. Würden wir für cis Menschen so rechnen, wäre das Durchschnittsalter für für sie 44. Deine Ausführungen zu HRT sind auch alle falsch, und zwar so falsch, dass ich nicht mal rauskriege woher du sie hast.
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Re: Wohin steuert Deutschlands queere Bewegung? | taz

Post 7 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

@Val: my body, my choice.

Das sollte die einzige Maxime sein. Wie wir wissen, gibt es aber viele Menschen, die meinen, sie dürften über das Leben anderer entscheiden. Und so gut wie immer sind es auch noch Menschen, die eigentlich nichts dazu sagen dürften, weil sie schlicht und ergreifend keine Ahnung haben.

Umso befremdlicher finde ich es immer, wenn sich dieser Personenkreis dann plötzlich so anbiedert und gegen die eigene Peergroup schießt.
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Re: Wohin steuert Deutschlands queere Bewegung? | taz

Post 8 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Momo58 hat geschrieben: Di 22. Jul 2025, 14:04 Nicht wenige von ihnen, die Hormone bekommen erleben das 35 Lebensjahr nicht. Ist es das wert?
bei allem Respekt, dir - und der Meinungsfreiheit gegenüber: das kann nicht unwidersprochen so stehenbleiben; denn es könnte gelesen und so verinnerlicht werden.

Dafür fehlt ein Beleg. Einen solchen kenne ich nicht, obwohl ich mich schon länger mit dem Thema beschäftige (nurse)

Bitte nun keine "Beweise" nennen mit "Einzelfällen".

Gruß
Anne-Mette
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Re: Wohin steuert Deutschlands queere Bewegung? | taz

Post 9 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo,
Momo58 hat geschrieben: Di 22. Jul 2025, 14:04 Nicht wenige von ihnen, die Hormone bekommen erleben das 35 Lebensjahr nicht. Ist es das wert?
Es klingt für mich wie eine dramatische Überspitzung und sollte durch Studien wissenschaftlich abgesichert sein, bevor es gepostet wird.

Folgen wie Herzinfarkt, Hirnschlag, Krebs und Lungenembolie klingen mir wie die Hinweise vom Beipackzettel eines Medikaments. Selbst wenn sie nicht zum Tode führen, sind das keine harmlosen Erkrankungen, sondern können im Körper bleibende Spuren hinterlassen. Ob dem jugendlichen Körper ausgesetzt werden soll, sollte m. E. bei allem Respekt vor der Selbstbestimmung über den Körper wohl bedacht sein. Hormone sind m. E. nicht umsonst Medikamente, die wegen ihrer längerfristigenn Wirkung nicht ohne ärztliche Begleitung genommen werden sollten.

Dass auch Rechtsradikale nun nach dem SBGG ihren Personenstand beim Standesamt ändern lassen, verwundert mich nicht weiter. Auch diese Personen beanspruchen ein Recht, dass jeder Person in unserem Lande zusteht und andere deswegen nicht weiter einschränkt.

Ich aber finde auch den Punkt mit der Tabuisierung der Angriffe auf Queere aus der islamistischen Szene durchaus diskussionswürdig, wovor wir auf die Dauer nicht die Augen verschließen sollten.

Im Übrigen sollten wir hier aufpassen, dass in aller Entgegnung uns die Debatte nicht schon nach wenigen Beträgen wieder emotional weg rutsch, nämlich statt sachlicher Kritik in persönliche Angriffe und Unterstellungen sich verläuft.

Liebe Grüße
Inga
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Re: Wohin steuert Deutschlands queere Bewegung? | taz

Post 10 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Eine Frage aus dem Artikel hat mich beschäftigt: warum werden israelische Flaggen unterbunden, palästinensische dagegen erlaubt? Warum wird auf dem CSD von Queers für ein Volk gekämpft, das - laut Artikel - queerfeindlich eingestellt ist?

Ich denke, die Antwort könnte so lauten:

1. Wie in jeder Gesellschaft, wird es auch palästinensische queere Menschen geben. So wie es ja in der Zivilgesellschaft zwischen Israelis und Palästinensern auch oft sehr gut und harmonisch läuft. Es sind halt wie immer die Extremisten auf beiden Seiten, die diese Konflikte befeuern.

Aber eine Unterstützung für queere Menschen in und aus Palästina muss gegeben werden.

2. Und selbst wenn alle Palästinenser, samt und sonders queerfeindlich wären, gerade so wird die Unterstützung durch queere Menschen in christlicher aber auch humanistischer Sicht so wertvoll. Weil er da hilft, wo Hilfe am wenigsten erwartet, aber am meisten gebraucht wird.

Die israelische Bevölkerung ist offen für queeres Leben. Klar könnte man sich da solidarisieren, aber das ist auch nur rumkumpeln. Außerdem:

3. Die israelische Regierung ist im aktuellen Fall der Aggressor. Da beißt die Maus kein Faden ab. Das, was da seit Monaten abgeht hat nichts mehr mit einer adäquaten Reaktion auf den 07.10. zu tun. Genau wenig, wie in Syrien rumzubomben. Wollte ich auf meiner Demo auch nicht unbedingt haben.

Was denkt ihr?
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Re: Wohin steuert Deutschlands queere Bewegung? | taz

Post 11 im Thema

Beitrag von Val44721 »

Inga hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 13:46 bei allem Respekt vor der Selbstbestimmung
Nein. Nicht „bei allem Respekt vor der Selbstbestimmung“. Selbstbestimmung. Totale, radikale Selbstbestimmung. Wer in dem Körper sein Leben verbringen muss ist dessen einziger Schmied. Du hast kein Recht, anderen das Recht auf Selbstbestimmung über ihr eigenes Leben zu nehmen, nur weil du im Glauben bist, ein Mitspracherecht zu haben, wie dir völlig fremde Menschen ihr Leben leben. Wenn wir das machen würden, anderen Menschen die Erlaubnis zu geben, unser Leben zu diktieren, wären wir alle hier am Ende. Denn im Endeffekt würden wir alle alles genommen kriegen. Also lasst es uns auch nicht untereinander machen.

Trans* Personen sollten zusammenhalten, und nicht untereinander diskutieren wer von ihnen jetzt eigentlich ein Recht auf selbstbestimmtes Leben hat, und wer nicht.
Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 22. Jul 2025, 20:45 @Val: my body, my choice.
Exakt. So viele moderne Probleme in der Gesellschaft drehen sich darum, anderen Menschen Fesseln anzulegen, damit die mehr leben wie das engstirnige Menschen wollen. Ja kein aus der Reihe tanzen, ja so sein, wie sies haben wollen, ja all ihren Weisungen folgen. Sobald „your body my choice“ gilt, verlieren alle, die nicht cishet männlich sind ihre Freiheit.
Inga hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 13:46 Im Übrigen sollten wir hier aufpassen, dass in aller Entgegnung uns die Debatte nicht schon nach wenigen Beträgen wieder emotional weg rutsch, nämlich statt sachlicher Kritik in persönliche Angriffe und Unterstellungen sich verläuft.
Ich weiß. Für dich ist das eher eine rein theoretische Debatte, in der halt alle mal ihre Meinung zu äußern, und wo man mal Möglichkeiten durchgeht, und auch mal ablehnende Haltungen äußert. Betrifft dich nicht. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir hier nicht über Schoko vs Erdbeereis reden, sondern darüber, ob wir manchen Personengruppen die Möglichkeit auf ein selbstbestimmtes Leben nehmen, ob wir ihnen in ihrem Schmerz helfen, oder daneben stehen und unbeteiligt zugucken, nachdem wir ihnen den Weg zur Besserung genommen haben.

Du sprichst davon, dass Worte hier in persönliche Angriffe umschlagen. Aber ist nicht bereits der pure Akt, Menschen ein selbstbestimmtes Leben verweigern zu wollen, bereits ein persönlicher Angriff? Die pure Aussage, dass es ja wohl trans* Jugendlichen nicht schaden würde, sie durch eine Pubertät zu zwingen, die sie entstellt, während sie um Hilfe praktisch schon flehen? Für mich ist es das. Wir reden über reale Menschen. Die leiden. Im hier und jetzt.
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Re: Wohin steuert Deutschlands queere Bewegung? | taz

Post 12 im Thema

Beitrag von Vesta »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 22. Jul 2025, 20:45 @Val: my body, my choice.

Das sollte die einzige Maxime sein.
Puuuh. Wenn es um Transsexualität geht, sehe ich das sehr kritisch.

Von Transsexuellen wird gerne verdrängt, das es einige andere Störungen gibt, die ebenfalls den Wunsch aufkommen lassen, dem anderen Geschlecht anzugehören. Als Beispiele nenne ich mal
- uneingestandene Homosexualität
- passagere Störung der Geschlechtsidentität in Folge von Borderline
- manchmal bei Angststörungen
und einiges Weiteres.
Die meisten dieser Fälle sortieren sich in der verpflichtenden Psychotherapie aus, die Transition wird nicht durchgezogen, fatale Fehler werden vermieden. Ich bin meinem ersten Psychologen jedenfalls sehr dankbar, dass er sehr genau auf solche Störungen getestet hat, selbst wenn ich seine Methoden nicht immer mochte. Es ist der Zwiespalt zwischen dem Recht auf den eigenen Körper und einer medizinischen Indikation.

Transsexualität als Lifestyle?
Solange es nur Crossdressing ist, meinetwegen, das ist mir egal. Aber sobald mit Hormonen und Operationen irreversible Veränderungen (Nein, nicht das Sterben vor dem 35sten, das ist Unsinn, aber bei MzF machen die Hormone unfruchtbar, bei FzM sind es Stimmbruch und Bartwuchs) kommen, kann das doch keine hippe Laune sein, zumal das Endergebnis immer irgendwie unperfekt sein wird. Vor einiger Zeit meinte ein Handwerker, der wohl irgendwie etwas über mich wusste, ich würde in der Gesellschaft vorbildlich vorangehen (so was in der Richtung hat er gesagt). Ich dachte mir nur, also bitte, der hat sie doch nicht mehr alle, ich mache das doch nicht, um mich besonders woke oder fortschrittlich zu zeigen, sondern weil es anders nicht geht, weil sonst dauerhafte Depressionen die Alternative sind.

Das Selbstbestimmungsgesetz und die dazugehörige Diskussion mag da auch negative Auswirkungen haben. Wenn man das Gesetz als das betrachtet, was es letztlich nur ist, nichts weiter als eine einfache Änderung von Papieren, wäre das in Ordnung, aber so manche bekommen den Eindruck, man könne sein Geschlecht beliebig wählen, körperliche Aspekte eingeschlossen. Dabei kann man nur in dem Geschlecht glücklich werden, dem man vom Herzen und Gefühl wirklich angehört (ist zumindest meine Meinung).

Als mir meine Transsexualität bewusst wurde, hieß es, eine Transfrau auf 30.000 Menschen, ein Transmann auf 100.000 Menschen. Diese Zahlen waren wohl schon damals veraltet, aber wenn mein Psych mir erzählt, er habe eine junge Patientin (prinzipiell FzM), die sagte, in ihrer Klasse hätten noch zwei, drei Mädchen so etwas, also zwei Transmänner (-jungen) auf 15 Personen, dann kann das nicht stimmen. Gerade junge Mädchen haben oft den Gedanken, wie es wäre, ein Junge zu sein, ohne deswegen eine männliche Identität zu haben. Da bin ich erhlich gesagt ganz froh, dass es deutliche Hürden gibt, und "My Body my Choice" bitte erst dann, wenn sicher ist, dass die Wahl kein fataler Fehler ist.
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Re: Wohin steuert Deutschlands queere Bewegung? | taz

Post 13 im Thema

Beitrag von Val44721 »

Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52
@Vesta

Ich kenne schon eine Person, die sich unter anderem aufgrund deiner stetigen Transfeindlichkeit hier abgemeldet hat, und ich war/bin jetzt auch wieder kurz davor.

Dein konstantes Misgendering von trans* Personen, deine Feindlichkeit besonders transmaskulinen Personen gegenüber und vor allem deine konstante Weigerung, die Identität anderer Leute anzuerkennen, ist eine Schande. Transmedikalismus vom feinsten.

Besonders dein dauerndes bestehen darauf, wie schlecht doch Transitionsergebnisse sind. Kannst du über deine sagen, dein Körper, das zu anderen zu sagen ist eine Frechheit. Ich erinnere mich auch noch an deine explizite Aussage, dass trans Frauen keine Frauen seien, hier bezeichnest du explizit und auf eine wirklich ekelhafte Weise trans* Männer als Mädchen, und spielst damit genau in das große Propagandawerk der Rechten rein, welche trans Männer infantilisiert und ihnen mit dieser Weise ihre Kontrolle über den eigenen Körper nehmen will.

Zu deiner Aussage hier, dass trans* sein und homosexuell sein eine Störung seien, schreibe ich jetzt mal lieber nichts genaueres, sonst wird das hier ein viel längerer Text. Ich möchte in dieses Forum hier nicht mehr reinschauen wenn ich in Regelmäßigkeit solche Texte lese. Bin hier wieder raus.
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Re: Wohin steuert Deutschlands queere Bewegung? | taz

Post 14 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Val44721 hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 22:35 Ich kenne schon eine Person, die sich unter anderem aufgrund deiner stetigen Transfeindlichkeit hier abgemeldet hat, und ich war/bin jetzt auch wieder kurz davor.
Val44721 hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 22:35 Ich möchte in dieses Forum hier nicht mehr reinschauen wenn ich in Regelmäßigkeit solche Texte lese. Bin hier wieder raus.
Das ist schade, liebe Valerie, ich finde Deine Beiträge, insbesondere hier in diesem Thema sehr gut und lehrreich für mich.
Ich würde es sehr bedauern und als Verlust empfinden, solltest Du den Weg, das Forum zu verlassen, wirklich gehen.🥹

wünscht sich, daß Du bleibst
Deine Viloletta💜
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
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Re: Wohin steuert Deutschlands queere Bewegung? | taz

Post 15 im Thema

Beitrag von Claudia »

Moin!
Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52 Puuuh. Wenn es um Transsexualität geht, sehe ich das sehr kritisch.
Eines mal vorweg, bevor ich auf Einzelheiten eingehe. Dein gesamter Beitrag hier wirkt so, als wäre es bei allen kritisch nur bei Dir nicht. Das hat dann schon den Anschein einer Zwei-Klassen-Diskussion zwischen echten TransIdenten und nur scheinbaren. Schon Deine falsche Bezeichnung spricht für sich.
Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52 Von Transsexuellen wird gerne verdrängt, das es einige andere Störungen gibt, die ebenfalls den Wunsch aufkommen lassen, dem anderen Geschlecht anzugehören.
Diese Bezeichnung "Störung" stößt mir da sauer auf. Trans* ist keine Störung, sondern ein massiver innerer Konflikt zwischen dem biologisch gegebenen und der deutlich gefühlten Identität. Das hat absolut nichts mit einer Störung zu tun.
Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52 Die meisten dieser Fälle sortieren sich in der verpflichtenden Psychotherapie aus, die Transition wird nicht durchgezogen, fatale Fehler werden vermieden.
Diese verpflichtende Psychotherapie gibt es so ja nur noch beschränkt und das aus gutem Grund. Denn es hat sich im Laufe der Jahre die Erkenntnis ergeben, dass sich trans* nicht testen lässt. Wie soll das auch passieren? Jeder Mensch kann nur für sich selbst entscheiden, wer oder was er ist. Gespräche können da unterstützen, selbst zu einer Entscheidung zu kommen wenn man selbst noch im Zweifel ist, aber die Entscheidung liegt ganz allein in der Person selbst. Und niemand hat das Recht, diese Selbstfindung anzuzweifeln. Ich habe Jahrzehnte gebraucht, um für mich zu dieser Entscheidung zu kommen, aber nachdem ich sie getroffen hatte, gab es in mir keine Fragen mehr und niemand anders, auch meine Therapeutin nicht, hätte etwas daran ändern können.
Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52 Ich bin meinem ersten Psychologen jedenfalls sehr dankbar, dass er sehr genau auf solche Störungen getestet hat, ...
Daraus lese ich aber, dass Du dir selbst da nicht so sicher warst. Da waren diese Gespräche für Dich sicher hilfreich, nur ... wieso sprichst Du anderen das Recht ab, das für sich selbst zu entscheiden? Soll das jetzt eine Zwei-Klassen-Transition werden? Eine Spaltung in die trans*-Personen, die psychologisch überprüft wurden und die, die das ja nur so fühlen? Nein, so läuft das nicht. Wenn Du Dir selbst nicht sicher warst, dann ist es gut, dass Dir bei Deiner Entscheidung geholfen wurde. Aber es gibt eben viele - gerade hier in unserem Kreis - die das einfach wissen und sich absolut sicher sind. Da sind Zweifel von anderen, von Dir, nicht zulässig. Und wenn man es mal genau betrachtet, verletzt Du diese Menschen nur.
Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52 Transsexualität als Lifestyle?
Diese Bezeichnung in diesem Zusammenhang reinzubringen empfinde ich als unverschämt. Damit nimmst Du den Fragen und den Entscheidungen die Ernsthaftigkeit. Denn es geht um massive Veränderungen der Lebensführung, nicht um spielerisches Ausprobieren eines Lebensstiles. Trans ist kein Spiel, sondern manchmal bitterer Ernst. Das solltest Du den Äußerungen anderer hier Beteiligter schon entnommen haben.
Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52 ich mache das doch nicht, um mich besonders woke oder fortschrittlich zu zeigen, sondern weil es anders nicht geht, weil sonst dauerhafte Depressionen die Alternative sind.
Und hier baust Du wieder diese Zwei-Klassen-Sicht auf. Bei Dir ist es ja ernsthaft, weil Du sonst Depressionen hättest, aber bei anderen nur lifestyle. Woher nimmst Du Dir dieses Recht entscheiden zu können, wer wirklich trans ist und wer nicht? Ist es Verärgerung darüber, dass Du wie ich auch ein wenig um diese offizielle, rechtliche Akzeptanz durch psychologische Prüfung kämpfen musstest und die Jüngeren das nicht mehr durchmachen müssen und das dadurch viel leichter haben. Nein, das haben sie nicht, denn sie müssen für sich selbst entscheiden, wie sie ihr Leben führen wollen und führen müssen. Sie haben es genau genommen viel schwerer als wir, sie müssen das allein für sich selbst verantworten. Wir könnten uns bei einem Scheitern immer damit herausreden falsch beraten worden zu sein. Kannst Du dir auch nur vorstellen, welche Verantwortung bei ihnen liegt?
Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52 Dabei kann man nur in dem Geschlecht glücklich werden, dem man vom Herzen und Gefühl wirklich angehört.
Genau das ist es! Und niemand hat das Recht, dieses Glück jemandem abzusprechen.
Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52 Da bin ich erhlich gesagt ganz froh, dass es deutliche Hürden gibt,
Nein, es ist gut, dass diese Hürden endlich abgebaut wurden. Das Leben selbst hat Hürden genug.

"My Body my Choice" Jeder kennst sich tief im Inneren am besten und kann das nur für sich selbst entscheiden, niemand sonst.

Falls Du Dich wunderst, dass ich als 'Neue' hier so scharf argumentiere, nein, ich bin nicht neu wie mein Name Dir sagen sollte. Wir haben schon häufiger gestritten. That's all.

LG Claudia
The greatest act of courage is to be & own all that you are. Without apology.
Without excuses & without any masks to cover the truth of who you truly are.
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