Coming Out auf Arbeit-wie soll es weitergehen?
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Helen67
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Coming Out auf Arbeit„wie soll es weitergehen?

Post 1 im Thema

Beitrag von Helen67 »

Hallo zusammen,

ist schon eine Weile her, seit meinem letzten Post, viel hat sich leider nicht getan.

Das wenige, was sich getan hat:
- Meine Haare sind ordentlich gewachsen, so ca. 35-40 cm und es soll weitergehen.
- regelmäßiges Färben und dezentes Schminken ist fast alltäglich.
- Kleidung wird immer femininer, in der Freizeit fast ausschließlich im Frau-Modus.

Leider keinerlei weitere Schritte wie Psychotherapie oder gar HRT, da bremst mich meine Frau noch aus,

O.k. aber das sind erst mal nur Äußerlichkeiten, das wichtigste ist mein Umfeld, hier eben das Arbeitsumfeld.
Einigen Kolleginnen und Kollegen habe ich mich bereits geoutet, darunter auch mein Chef.
Zuletzt (vor ca. 2 Wochen) habe ich mich einer sehr lieben Kollegin anvertraut, tja- sie ist eben neugierig geworden...
Das schöne ist - niemand, mit dem ich darüber gesprochen habe, hat ein Problem damit, ganz im Gegenteil...
Auch die restlichen Mitarbeiter behandeln mich so wie eh und je, obwohl vielleicht viele es erahnen können (Flurfunk Info).

Es gibt bei uns weder einen Dresscode noch einheitliche Arbeitskleidung, eher Alltagskleidung, das ist auch o.k.
Nun frage ich mich, ob ich doch mal femininer erscheinen sollte.

Bisher habe ich mich da stark zurückgehalten.
Will heißen:
- Haare gefärbt und etwas femininer gestylt - o.k.
- Feminines Oberteil, eindeutig als solches erkennbar - o.k.
Das war es aber dann auch schon, mehr habe ich mich noch nicht getraut.
Mein nächster Wunsch wäre eben mal im Rock bzw. Kleid, je nach Wetter/Temperatur mit Strumpfhose zu erscheinen.
Nur habe ich Angst, dass dann die (bisher positive) Stimmung doch umschlägt.
Von meiner Arbeit/Tätigkeit her wäre es egal, ob Rock, Kleid, kurze oder lange Hose.

Hat jemand von euch da Erfahrungen?
Irgendwie steht's mal wieder an und so was wie HRT wird wohl nie passieren, was mit fast 58 wohl nicht mehr viel bewirken würde.
Ratschläge und Tipps nehme ich gerne an...

Liebe Grüße
Helen
ExUserIn-2026-01-22
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Re: Coming Out auf Arbeit„wie soll es weitergehen?

Post 2 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

Hallo Helen67,

ich versuche dir mal aus meiner Erfahrung heraus weiterzuhelfen.
Helen67 hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 11:53 O.k. aber das sind erst mal nur Äußerlichkeiten, das wichtigste ist mein Umfeld, hier eben das Arbeitsumfeld. Einigen Kolleginnen und Kollegen habe ich mich bereits geoutet, darunter auch mein Chef. Das schöne ist - niemand, mit dem ich darüber gesprochen habe, hat ein Problem damit, ganz im Gegenteil...
Auch die restlichen Mitarbeiter behandeln mich so wie eh und je, obwohl vielleicht viele es erahnen können (Flurfunk Info).
Du erwähnst doch bereits, daß mit dir als Trans*-Person niemand ein Problem hat, warum sollte das dann in...
Helen67 hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 11:53 Mein nächster Wunsch wäre eben mal im Rock bzw. Kleid, je nach Wetter/Temperatur mit Strumpfhose zu erscheinen. Nur habe ich Angst, dass dann die (bisher positive) Stimmung doch umschlägt.
..anders sein? Solltest du wegen deinem gewünschten modischen Auftreten Zweifel haben, dann sprich im Vorfeld mit deinen Kollegen*innen darüber, daß du gerne in femininer Kleidung auf Arbeit kommen möchtest.

Helen67 hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 11:53 Hat jemand von euch da Erfahrungen? Irgendwie steht's mal wieder an und so was wie HRT wird wohl nie passieren, was mit fast 58 wohl nicht mehr viel bewirken würde.
Ich habe auch keine GAOP machen lassen - unter meinem weiblichen Äußeren bin ich nach wie vor männlich. In meinem jetzigen Job bin ich schon gute 10 Jahre und der Einstieg als Trans* war für mich erst mal nicht leicht, es hat eine Zeit lang gedauert, bis sich im Büro alle daran gewöhnten. Zu dieser Zeit war mir aber schon lange klar, daß ich transident leben wollte, somit gab es für mich kein zurück, stattdessen bin ich selbstbewußt meinen Weg gegangen. Damals habe ich als kleines Licht in der Firma begonnen, heute bin ich Vize-Chefin! Ich habe mit allen Mitarbeiter*innen ein sehr gutes Verhältnis - im Büro, über die Arbeit geht das aber nur mit wenigen hinaus. Die meisten sind nur Kollegen*innen für mich, eine gewisse Freundschaftsbasis gibt es dabei nicht - man respektiert sich, das ist dann aber schon alles.

Wie das bei dir laufen wird, kannst du nur selber ausprobieren. Hab genug Selbstvertrauen mit möglichen "Hürden" umzugehen und bleibe dir selbst treu. Problematisch könnte es nur werden, wenn sich jemand daran stört und so das Arbeitsklima durcheinanderkommt.

Jennifer
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Aktueller Beziehungsstatus: Jennifer ist verliebt !-!-!

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Re: Coming Out auf Arbeit„wie soll es weitergehen?

Post 3 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Hallo Helen,

Ich habe die HRT mit 60 Jahren angefangen. Mein Busen hat zwischenzeitlich Körbchengröße B. Trotz deines Alters kann sich bei richtiger Dosierung eine körperliche und seelische Veränderung ergeben.

Zum outing am Arbeitsplatz habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Natürlich darf dein Arbeitgeber dich wegen deiner Neigung bzw. deines Geschlechtsempfindens nicht raus werfen, aber es kann passieren, dass dir Arbeiten übertragen werden, denen du nicht gewachsen bist. Das nimmt der Arbeitgrber dann als Kündigungsgrund. Natürlich kann es Kolleginnen geben, die rebellieren wenn du die Damentoilette benutzen willst. Wenn du den Schritt zu Ende gehen willst und einen Pass mit weiblichen Namen hast, dann kannst du die Toilette mit der Figur im Kleidchen benutzen ohne dass es dir untersagt werden kann.

Deine Beziehung wird jedenfalls auf eine harte Probe gestellt, egal ob deine Frau es akzeptiert oder nicht. Da müsst ihr beide einen Weg finden, mit dem ihr beide leben könnt.

Liebe Grüße
Manuela
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Re: Coming Out auf Arbeit„wie soll es weitergehen?

Post 4 im Thema

Beitrag von Helen67 »

Erst mal vielen Dank für die Tipps,

eine HRT wird wohl nicht stattfinden, da muss ich einfach Rücksicht auf meine Frau nehmen, auch wenn es extrem schwer fällt.
Zudem sind wir hier im ländlichen Bereich, Psychotherapie, HRT bzw. Enokrinologie ist hier extrem schwer zu finden.
Aber zumindest kann ich meine feminine Seite zuhause bzw. im privaten Bereich gut ausleben, lange Haare, gute Beinrasur usw. alles kein Problem.

Was den Arbeitsplatz angeht, da ist mein Chef informiert, hat - wie er sagt - gar kein Problem damit.
Es sind nur die noch uninformierten Kolleginnen und Kollegen, die vielleicht Probleme machen könnten, da gibt es aber nur sehr wenige, die so lange in der Firma sind wie ich und die meisten davon wissen es.
Momo58 hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 13:33 Natürlich kann es Kolleginnen geben, die rebellieren wenn du die Damentoilette benutzen willst.
Daran habe ich auch schon gedacht, aber noch keine Lösung gefunden, vielleicht Camping Klo im Auto (ist Quatsch)

Ab August bin ich längere Zeit im Krankenstand (größere OP), trotzdem werde ich mal in der Firma auf nen Kaffee vorbeischauen, schon wegen meiner netten Kollegen. Da wäre vielleicht der Zeitpunkt ideal, mal ganz Frau zu sein, ist einfach ungezwungener.

Liebe Grüße
Helen
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Re: Coming Out auf Arbeit„wie soll es weitergehen?

Post 5 im Thema

Beitrag von Claudia »

Helen67 hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 11:53 O.k. aber das sind erst mal nur Äußerlichkeiten, das wichtigste ist mein Umfeld, hier eben das Arbeitsumfeld.
Einigen Kolleginnen und Kollegen habe ich mich bereits geoutet, darunter auch mein Chef.
Zuletzt (vor ca. 2 Wochen) habe ich mich einer sehr lieben Kollegin anvertraut, tja- sie ist eben neugierig geworden...
Eins vorweg, das ist für mich Dein erster Post, den ich lese. Vielleicht habt Ihr hier schon vieles besprochen.

So ganz kann ich bei Dir nicht erkennen was Du eigentlich möchtest.
Ist es vorrangig die weibliche Kleidung, in der Du am Arbeitsplatz sein möchtest. Da scheinst Du ja ein gutes und tolerantes Umfeld zu haben.

Oder ist es mehr wie Du es andeutest?
Helen67 hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 11:53 Leider keinerlei weitere Schritte wie Psychotherapie oder gar HRT, da bremst mich meine Frau noch aus,
Da bist Du an dem Punkt, wo Du Dich entscheiden musst. Wenn Du Dir sicher bist, dass Du Dein weiteres Leben als Frau verbringen möchtest, dann stehen zwei wichtige Dinge an:
  • Ein ganz eindringliches Bemühen um einen Therapieplatz
  • Eine klare, offene Aussprache mit Deiner Frau mit dem Risiko, dass es auf eine Trennung hinausläuft
Allerdings solltest Du dann, die aktuellen "Spielereien" mit der teilweise weiblichen Kleidung am Arbeitsplatz unterlassen. Es ist schon ganz hilfreich, wenn einige oder alle Kolleg*innen Dein Ziel kennen, nur läufst Du mit diesen kleinen Häppchen Gefahr, später als Frau nicht ernst genommen zu werden.

Ein wenig erinnert mich das an meine Lebensgeschichte. Ich konnte mich mit Einverständnis meiner Frau oft zu Hause weiblich anziehen, nur gab es den Weg nach draußen nicht. Bei mir wurde es im privaten immer intensiver, bis meine Frau mich fragte: Warum gehst du nicht den ganzen Weg, du bist doch schon immer Claudia? Ich habe mir dann einen Therapieplatz gesucht und bin am ersten Arbeitstag nach dem ersten Therapigespräch komplett weiblich gekleidet zur Arbeit gegangen und habe im gesamten Umfeld als Frau gelebt. Wir hatten es eine Weile zusammen versucht mit der Ehe, aber dann kam nach 6 Monaten doch die Trennung und anschließend die Scheidung.

Es ist eben Deine Entscheidung: Nur die Kleidung komplett oder nur Andeutungen oder soll es ein Leben als Frau werden, für das Du dann auch bereit bist Opfer zu bringen. Eine schwere aber nötige Entscheidung.

BTW: Ich habe diesen Schritt auch erst mit 59 gemacht, das Alter spielt da keine Rolle.

LG Claudia
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Re: Coming Out auf Arbeit„wie soll es weitergehen?

Post 6 im Thema

Beitrag von Helen67 »

Claudia hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 15:51 So ganz kann ich bei Dir nicht erkennen was Du eigentlich möchtest.
Einfach nur Frau sein.
Claudia hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 15:51 Ein ganz eindringliches Bemühen um einen Therapieplatz

Eine klare, offene Aussprache mit Deiner Frau mit dem Risiko, dass es auf eine Trennung hinausläuft
Das mit dem Therapieplatz ist halt deutsch, in Vorgaben gefasst, die irgendwer irgendwann mal festgelegt hat.
Klar, ganz so sinnlos ist eine Therapie nicht, vor allem wenn es um einschneidende medizinische Maßnahmen geht, die ich aber schon aus gesundheitlichen Gründen nicht anstrebe.
Auch ohne Therapie weiß ich, was ich will, das steht fest.
Ich weiß aber auch, was ich nicht will, nämlich eine Trennung.
Klar, jeder Mensch ist da anders gestrickt, ich möchte keinem wehtun, auch wenn es mir selbst dabei nicht gut tut.
Mein Problem ist leider auch, dass ich anderen auch helfe, selbst wenn es mir selbst schadet, so bin ich eben (Asche auf mein Haupt)
Claudia hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 15:51 Allerdings solltest Du dann, die aktuellen "Spielereien" mit der teilweise weiblichen Kleidung am Arbeitsplatz unterlassen. Es ist schon ganz hilfreich, wenn einige oder alle Kolleg*innen Dein Ziel kennen, nur läufst Du mit diesen kleinen Häppchen Gefahr, später als Frau nicht ernst genommen zu werden.
Als Spielerei würde ich das nicht bezeichnen, es ist für mich Alltagskleidung, zumindest schon ein Teil davon.
Wer nimmt mich als Frau ernst? Das wird mir wohl niemand so direkt sagen wollen oder können.
Vielleicht wird ein Mann erst als Mann ernst genommen, wenn er muskelbepackt mit Vollbart breitbeinig daherkommt, rülpst und BMW fährt?
Der brave Briefmarkensammler von nebenan ist dann kein Mann?
Es genügt mir, wenn man mich nimmt, so wie ich bin, das ist meiner Meinung nach viel mehr wert.
Und genau DAS haben mir meine Kollegen und auch einige im privaten Umfeld genau so gesagt.

Was wäre denn die Alternative?
Von heute auf morgen im Frauenmodus aufschlagen?
"Ja ist denn heute schon Fasching...? Das wäre dann wohl die Reaktion und ernstgenommen werden wäre Geschichte.
Claudia hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 15:51 Ich konnte mich mit Einverständnis meiner Frau oft zu Hause weiblich anziehen, nur gab es den Weg nach draußen nicht.
Draußen ist für mich kein Problem, wenn auch nicht "aufgebrezelt", sondern nur dezent.
Das ist mittlerweile Alltag.
Claudia hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 15:51 Wir hatten es eine Weile zusammen versucht mit der Ehe, aber dann kam nach 6 Monaten doch die Trennung und anschließend die Scheidung.
Und genau das will ich auf keinen Fall.

Es geht mir hier lediglich um das Arbeitsumfeld, damit ich dort weiter so genommen werde, wie ich eben bin.
Klar, die Kleidung alleine macht noch keine Frau aus, für mich ist es aber ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Liebe Grüße
Helen
Susi T
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Re: Coming Out auf Arbeit„wie soll es weitergehen?

Post 7 im Thema

Beitrag von Susi T »

Hallo Helen, schön mal wieder von dir zu hören.
Laß dir keinen Stress machen, es gibt im Trans Bereich kein Schwarz und Weiß und niemand muß sich entscheiden. Jeder hat das Recht sich seinen Weg selbst zu suchen, in dem Tempo was er mag und dahin wo er mag.
Ich lebe mit einem wundervollen Menschen zusammen und es tut ihm gut das er sein darf wie er mag. Vielleicht nicht immer und überall soviel wie er sich erträumt, aber diese Freiheiten lassen sich trotzdem genießen. Gerade hier im Forum gibt es die unterschiedlichsten Wege, die zeigen was möglich ist.
Am Wohnort ist mein Schatz nicht geoutet und wir leben nach aussen hin als Mann und Frau, was aber nicht heißen muß das er sich besonders männlich kleiden muß. Bei der Arbeit wird man schmutzig und deswegen gibt's männliche Arbeitskleidung. Aber ansonsten ist auch mal ein Rock normal für einen Mann der stark genug ist seine weibliche Seite nicht zu verstecken. Oft zwar nicht die femininsten Modelle, gleiches wenn mal als Mann zum Kleid gegriffen wird. Da braucht's keine Schminke, Sillis, Perücke ist wegen langen eigenen Haaren eh nicht nötig... Wir sprechen da oft von Hybrid Style, aber da kann alles aus der Damenabteilung kommen, nur es wird nicht auf biegen und brechen versucht sich als Frau zu präsentieren, sondern man ist Mann mit femininer Seite, oder halt trans Anteil. Geht alles und klappt wunderbar. Wenn wir anderweitig unterwegs sind, sind wir dann meist als lesbisches Paar unterwegs, vielleicht auch mal als Trans angesehen(zumal es Orte gibt wo mein Schatz manchmal weiblich, männlich oder dazwischen erscheint ), wer weiß das schon immer, aber das muß uns ja nicht stören, da wir überall gut klar kommen.

Ich empfehle dir mal ein Rock im Sommer wenn's heiß ist zu probieren, das ist so naheliegend, weil praktisch, das es eigentlich fast schon selbstverständlich ist um weiter zu schauen.
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
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Re: Coming Out auf Arbeit„wie soll es weitergehen?

Post 8 im Thema

Beitrag von Claudia »

Tut mir leid, nach diesem Post kann ich Dir erst recht nicht mehr folgen.
Helen67 hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 17:17
Claudia hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 15:51 So ganz kann ich bei Dir nicht erkennen was Du eigentlich möchtest.
Einfach nur Frau sein.
Heißt Frau sein für Dich einfach als Frau wahrgenommen zu werden? Da genügt die Kleidung.
Oder ist es mehr? Du hattest im vorigen Post die HRT erwähnt.
Deshalb nochmals die klare Frage: Wo willst Du hin? Weißt Du das überhaupt schon tief in Dir drin?

Helen67 hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 17:17
Claudia hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 15:51 Ein ganz eindringliches Bemühen um einen Therapieplatz
Das mit dem Therapieplatz ist halt deutsch, in Vorgaben gefasst, die irgendwer irgendwann mal festgelegt hat.
Nicht unbedingt, es kommt darauf an, wofür Du diese Therapie möchtest. Wenn Du sie machen möchtest, um für Dich Klarheit zu bekommen, gibt es keinerlei Vorgaben. Allerdings müsstest Du sie selbst bezahlen.

Helen67 hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 17:17 Es genügt mir, wenn man mich nimmt, so wie ich bin, das ist meiner Meinung nach viel mehr wert.
Und genau DAS haben mir meine Kollegen und auch einige im privaten Umfeld genau so gesagt.
Dann hast Du im Moment ja schon, was Du Dir wünschst. Zumindest im engeren Umfeld.

Helen67 hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 17:17 Was wäre denn die Alternative?
Von heute auf morgen im Frauenmodus aufschlagen?
"Ja ist denn heute schon Fasching...? Das wäre dann wohl die Reaktion und ernstgenommen werden wäre Geschichte.
Nein, das wäre ernsthaft. So wie Du Deine Kolleg*innen beschrieben hast, wird es die hier von Dir beschriebene Reaktion eben nicht geben.

Helen67 hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 17:17 Klar, die Kleidung alleine macht noch keine Frau aus, [...]
Genau so ist es.

Helen67 hat geschrieben: So 11. Mai 2025, 17:17 für mich ist es aber ein wichtiger Schritt in diese Richtung.
Als Frau zu leben? Mit HRT? Mit Namensänderung? OP hattest Du ja schon ausgheschlossen.
Alles möglich, nur solltest Du herausfinden, was genau Du für Dich möchtest. Und da kann die Therapie durchaus hilfreich sein.
Denn dieses Wissen sehe ich nach Deinem Post hier nicht. Bin da ganz ehrlich-

LG Claudia
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Violetta-TransFlower
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Re: Coming Out auf Arbeit„wie soll es weitergehen?

Post 9 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Hallo liebe Helen,

Ich schick Dir mal den link von mir, wie ich es gemacht hab.
Soll keine Vorlage für Dich sein, ist als Mutmacher gedacht.
(na)
viewtopic.php?t=30378&start=15#p397463

Offenbarungen habe ich immer mit Bildmaterial unterstützt, wenn gerade zur Verfügung.
Das schafft mehr Klarheit.

hilft Dir gerne
Deine Violetta 💜
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
ChristinaF
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Re: Coming Out auf Arbeit„wie soll es weitergehen?

Post 10 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Liebe Helen,
meiner Meinung nach solltest du zu allererst klare Verhältnisse mit deiner Frau schaffen; also unbedingt mit ihr reden und deinen Zustand ihr erklären. Ich finde, dass sie ein ganz großes Recht darauf hat zu erfahren, wie es mit dir steht.
Alles Gute dabei. (he)
LG Christina
Svetlana L
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Re: Coming Out auf Arbeit„wie soll es weitergehen?

Post 11 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Servus,

ich würde auch dazu raten, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Ich habe mich z. B. erst auf Arbeit geoutet, als innerhalb der Familie die "Katze aus dem Sack" war. März '16 die Kinder, Oktober '16 die Familie im weiteren Sinne und dann im Dezember '16 auf Arbeit. Dort habe ich am 05.12. eine Mail an meine Kolleg_innen in der Abteilung (und einige weitere) geschrieben und bin am 06.12. als Svetlana im Dienst erschienen. Ich hatte allerdings immer das Glück, dass es überall positiv aufgenommen wurde - dafür bin ich heute noch sehr dankbar.

Kann man übrigens noch viel detaillierter in den Weiten dieses Forums nachlesen.

Viel Glück für deinen Weg!
Hawadehre
Svetlana

As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
Däi owapfölzer Bärlinerin
Magdalena
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Re: Coming Out auf Arbeit„wie soll es weitergehen?

Post 12 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Liebe Heike,

im Prinzip liegt die Entscheidung bei Dir. Ein Patentrezept gibt es nicht. Du solltest Dir klar werden, was Du möchtest. Dich als Frau ausleben, in Deiner Freizeit oder mit Haut und Haar komplett im Alltag. Darüber solltest Du dann auch mit Deiner Frau reden.

Auch wenn Du zur Zeit eine Therapie, die HET und so weiter ausschließt, wer kann in die Zukunft sehen! Als ich mich hier vor elf Jahren anmeldete, dachte ich nicht im Traum daran den Weg der Transition zu gehen. Am 30. Dezember letzten Jahres hatte ich meine GAOP.

Nach und nach weihte ich damals meine Kollegen und Kolleginnen ein. So vollzog sich mein Übergang gleiten.
Und mir wurden keine Schwierigkeiten auf meinem Weg in der Firma bereitet. Geholfen hat mir, dass ich von Anfang an ganz offen gewesen war. Im Privaten blieb es nicht aus, mich auch von einigen Menschen zu trennen. Dafür lernte ich später neue Menschen kennen, welche in mein Leben getreten sind.

Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Re: Coming Out auf Arbeit-ich habe es getan

Post 13 im Thema

Beitrag von Helen67 »

Hallo zusammen,

viel Zeit ist vergangen, zeitweise habe ich meinen Avatar gelöscht, aus Sorge, jemand könnte mich erkennen (Arbeitsumfeld).
Vom Chef (ein ausgesprochener Narzisst) werde ich seit meinem Outing systematisch gemobbt, nicht direkt in Bezug auf meine Identität, eher allgemein, um mich rauszuekeln.
Nach 2 Jahren unter dem Radar, habe ich mich nun entschlossen, meine Transidentität und den Namen Helen auf der Arbeit offen zu kommunizieren.
Nach über einem halben Jahr Krankenstand und der jetzigen Rückkehr, scheint mir das der richtige Zeitpunkt zu sein.
Am letzten Freitag ging eine interne Firmenmail übers Personalbüro an alle 120 Mitarbeiter:innen raus, mit der Info zu meiner Transidentität und dass ich von nun an Helen genannt werden möchte.
Ich weiß, ein radikaler Schritt, aber bisher habe ich mich bewusst zurückgehalten, mich eher sehr dezent gekleidet und das Thema meist verdrängt.

Viele Grüße,
Helen
Lina
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Re: Coming Out auf Arbeit-wie soll es weitergehen?

Post 14 im Thema

Beitrag von Lina »

Ich less da irgendwo was von "Spielerei" am Arbeitsplatz. Nein, natürlich ist es keine Spielerei, aber di Frage ist trotzdem dem, ob die Schritt-fuer-Schritt Methode gut funktioniert. Leute haben oft das Problem mit "etwas dazwischen". Eine andere Möglichkeit wäre tatsächlich vor irgend einem gemeinsamen Event, anzusagen, dass man in weiblicher Präsentation kommt und es voll und ganz zu machen. Dann sehen, wie sie reagieren und entscheiden, ob sie dass im Alltag auch "verkraften".
Ulrike-Marisa
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Re: Coming Out auf Arbeit-wie soll es weitergehen?

Post 15 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

Patentrezepte gibt es nicht für ein Comming Out in dem Sinne. Wichtig ist die persönliche Einstellung zu dem Thema. Kleider machen zwar Leute, aber du wirst nur so wahrgenommen, wie du selbst zu dir stehen kannst. Einfach Frau sein, ist auch mein Weg in der Arbeitswelt gewesen, ohne medizinische oder rechtliche Maßnahmen (wird von der Familie abgelehnt), aber mit innerer Überzeugung, nachdem ich die Ulrike-Marisa für mich als Lebensmodell zugelassen habe. Das ermöglichte mir dann auch vermutlich authentisch rüber zu kommen und akzeptiert zu werden, im Amt und auch als Personalrätin. Rückrat und ein dickeres Fell brauchts dazu vermutlich auch und auch Selbstbewusstsein für und in der neuen Rolle. Der Weg ist das Ziel, denn cis-Frau kann ich biologisch nicht sein. Es gilt Wege zu finden mit der besonderen Situation für sich und andere umzugehen, Lebenskompromisse zu finden und zu leben. Das ist meine persönliche Meinung dazu, andere können da ganz anders denken.

Grüße, Ulrike-Marisa (moin)
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