Geschlechtswechsel beim Standesamt
-
Wally
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 700
- Registriert: Fr 7. Sep 2018, 23:37
- Geschlecht: Transfrau
- Pronomen: Sie
- Wohnort (Name): Hurlach
- Hat sich bedankt: 17 Mal
- Danksagung erhalten: 190 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Geschlechtswechsel beim Standesamt
Ich weiß momentan noch nicht, was ich davon halten soll - aber spannnend zu lesen ist es allemal:
tichyseinblick.de/gastbeitrag/selbstbestimmungsgesetz-von-einem-der-auszog-eine-frau-zu-werden/
tichyseinblick.de/gastbeitrag/selbstbestimmungsgesetz-von-einem-der-auszog-eine-frau-zu-werden/
Herzliche Grüße
Wally
Wally
-
Anne-Mette
- Administratorin
- Beiträge: 27141
- Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
- Geschlecht: W
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Ringsberg
- Forum-Galerie: gallery/album/1
- Hat sich bedankt: 192 Mal
- Danksagung erhalten: 2129 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Geschlechtswechsel beim Standesamt
Moin,
Gruß
Anne-Mette
... und trotzdem willst du für diesen Unfug Reklame machen?Wally hat geschrieben: Mo 10. Mär 2025, 15:05 Ich weiß momentan noch nicht, was ich davon halten soll
Gruß
Anne-Mette
-
Knäckebrötchen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 621
- Registriert: So 6. Okt 2024, 16:48
- Geschlecht: Weiblich
- Pronomen: Sie/ihr
- Wohnort (Name): Marburg
- Hat sich bedankt: 229 Mal
- Danksagung erhalten: 651 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Geschlechtswechsel beim Standesamt
Da reicht schon die URL um zu wissen, das da nix sinnvolles dahinter steckt.
Sapphic | Trans* | Femme
-
Jaddy
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3985
- Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
- Geschlecht: a_binär / a_gender
- Pronomen: en/en/ens
- Wohnort (Name): nahe Bremen
- Hat sich bedankt: 286 Mal
- Danksagung erhalten: 1256 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Geschlechtswechsel beim Standesamt
Da ist jetzt nichts spektakuläres drin. Zu Beginn die üblichen Behauptungen und Polemik, dass Leute jetzt "einfach so", "jedes Jahr, immer wieder", usw. Dann geht es zwölf lange Absätze nur darum, dass dieses kleine Standesamt offenbar Anfang November 2024 noch nicht richtig informiert war. Ja, das war gerade in kleineren Städten häufiger. Und es gab eine Menge hin und her wegen der Anzahl der Vornamen, deren "geschlechtilcher Zuordnung", speziell bei nichtbinären, usw.
Ob Michael/Brunhilde das ganze durchzieht, steht da übrigens nicht. Das war nämlich nur die Anmeldung. Der interessante Teil beginnt sicherlich, falls Brunhilde das tatsächlich macht, ihren Fünftagebart behält und mit neuen Papieren alle möglichen Dinge geändert hat. Ich hätte dann gerne Begegnungen, wo der Name geprüft wird. Gesundheitskarte bei Ärztys, Päckchen abholen mit Ausweis, "das ist doch nicht Ihre Bankkarte!"; das übliche. Und natürlich den inzwischen ausgelutschten Gag, mit "männlichem Erscheinungsbild" in "Frauenräume" kommen zu wollen.
Falls tatsächlich die "Fortsetzung folgt", kannst du uns ja mal informieren, Wally.
Die Fehler:
1. Nein, es geht nicht darum, ob irgendwer trans, inter oder nichtbinär "ist", weil das eh nicht sinnvoll festgestellt werden kann (ja, auch inter nicht), sondern wie das Leut vom Staat bei geschlechtlich differenzierten Dingen behandelt werden möchte. Bei den wenigen Stellen, an denen das noch der Fall ist. "... regelt nur, unter welchem Namen Sie Post vom Amt bekommen. Sonst nichts".
2. Ja, alle können theoretisch jedes Jahr einmal den Eintrag wechseln. Aber nur maximal drei mal Vornamen bestimmen. Und natürlich jedes Mal die Papiere ändern.
3. Der Eintrag selbst hat im Alltag praktisch keine WirkungErstens steht er nirgendwo, zweitens wird er nirgendwo anfgefragt(1), drittens ist die Relevanz des Eintrags seit dem SBGG gesetzlich äusserst beschränkt. Er gilt nicht bei Medizin, Zugang zu geschlechtlilchen Räumen, Sport, usw. Steht alles im Gesetz. Hätte ja auch berichtet werden können. Wichtiger sind in der Regel die Vornamen. Für das eigene Selbstverständnis und als Signal an die Mitmenschen. Da die Vornamen je Option nur einmal festgelegt werden können, ist jährlicher Wechsel spätestens nach dem dritten Mal ziemlich sinnlos.
4. Nein, falsche Pronomen oder Vornamen führen nicht so einfach zu Bußgeldern. Das wird in den Kreisen immer wieder fälschlich behauptet. Nur wenn sie Dritten offenbart werden, die den Eintrags/Vornamenwechsel bzw die früheren Namen nicht kannten. Also lediglich die Offenbarung und bestimmten Einschränkungen. Das muss dann privat einsgeklagt und beweisen werden. Darüber hinaus kann wiederholte Verweigerung des neuen Namens und der Anrede möglicherweise als Beleidigung angezeogt werden. Was dann auch bewiesen werden muss. Also alles völlig anders, als behauptet. Abgesehen davon ist es respektvoll, im Zweifelsfall neutrale Sprache zu verwenden, oder diskret nachzufragen, was für die Person angenehm ist. Insofern war das vermutlich mehr Höflichkeit, die nicht als solche erkannt wurde.
Fazit, vielleicht auch für dich als Hilfestellung zur Einschätzung, Wally: Unfug von vorne bis hinten. Desinformation und Falschbehauptungen plus Belanglosigkeiten, die nichts mit dem SBGG zu tun haben. Aber das war absehbar.
(1) Abgefragt werden in der Regel Anreden und die sind frei wählbar, unabhängig vom Eintrag. Dazu gibt es Gerichtsentscheidungen. Im medizinischen Bereich werden körperliche Parameter gefragt - unabhängig vom Eintrag auf der Gesundheitskarte.
Ob Michael/Brunhilde das ganze durchzieht, steht da übrigens nicht. Das war nämlich nur die Anmeldung. Der interessante Teil beginnt sicherlich, falls Brunhilde das tatsächlich macht, ihren Fünftagebart behält und mit neuen Papieren alle möglichen Dinge geändert hat. Ich hätte dann gerne Begegnungen, wo der Name geprüft wird. Gesundheitskarte bei Ärztys, Päckchen abholen mit Ausweis, "das ist doch nicht Ihre Bankkarte!"; das übliche. Und natürlich den inzwischen ausgelutschten Gag, mit "männlichem Erscheinungsbild" in "Frauenräume" kommen zu wollen.
Falls tatsächlich die "Fortsetzung folgt", kannst du uns ja mal informieren, Wally.
Die Fehler:
1. Nein, es geht nicht darum, ob irgendwer trans, inter oder nichtbinär "ist", weil das eh nicht sinnvoll festgestellt werden kann (ja, auch inter nicht), sondern wie das Leut vom Staat bei geschlechtlich differenzierten Dingen behandelt werden möchte. Bei den wenigen Stellen, an denen das noch der Fall ist. "... regelt nur, unter welchem Namen Sie Post vom Amt bekommen. Sonst nichts".
2. Ja, alle können theoretisch jedes Jahr einmal den Eintrag wechseln. Aber nur maximal drei mal Vornamen bestimmen. Und natürlich jedes Mal die Papiere ändern.
3. Der Eintrag selbst hat im Alltag praktisch keine WirkungErstens steht er nirgendwo, zweitens wird er nirgendwo anfgefragt(1), drittens ist die Relevanz des Eintrags seit dem SBGG gesetzlich äusserst beschränkt. Er gilt nicht bei Medizin, Zugang zu geschlechtlilchen Räumen, Sport, usw. Steht alles im Gesetz. Hätte ja auch berichtet werden können. Wichtiger sind in der Regel die Vornamen. Für das eigene Selbstverständnis und als Signal an die Mitmenschen. Da die Vornamen je Option nur einmal festgelegt werden können, ist jährlicher Wechsel spätestens nach dem dritten Mal ziemlich sinnlos.
4. Nein, falsche Pronomen oder Vornamen führen nicht so einfach zu Bußgeldern. Das wird in den Kreisen immer wieder fälschlich behauptet. Nur wenn sie Dritten offenbart werden, die den Eintrags/Vornamenwechsel bzw die früheren Namen nicht kannten. Also lediglich die Offenbarung und bestimmten Einschränkungen. Das muss dann privat einsgeklagt und beweisen werden. Darüber hinaus kann wiederholte Verweigerung des neuen Namens und der Anrede möglicherweise als Beleidigung angezeogt werden. Was dann auch bewiesen werden muss. Also alles völlig anders, als behauptet. Abgesehen davon ist es respektvoll, im Zweifelsfall neutrale Sprache zu verwenden, oder diskret nachzufragen, was für die Person angenehm ist. Insofern war das vermutlich mehr Höflichkeit, die nicht als solche erkannt wurde.
Fazit, vielleicht auch für dich als Hilfestellung zur Einschätzung, Wally: Unfug von vorne bis hinten. Desinformation und Falschbehauptungen plus Belanglosigkeiten, die nichts mit dem SBGG zu tun haben. Aber das war absehbar.
(1) Abgefragt werden in der Regel Anreden und die sind frei wählbar, unabhängig vom Eintrag. Dazu gibt es Gerichtsentscheidungen. Im medizinischen Bereich werden körperliche Parameter gefragt - unabhängig vom Eintrag auf der Gesundheitskarte.
-
Violetta-TransFlower
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1404
- Registriert: Fr 4. Okt 2024, 14:17
- Geschlecht: Frau
- Pronomen: Sie !
- Wohnort (Name): Ost-Thüringen
- Hat sich bedankt: 2906 Mal
- Danksagung erhalten: 3272 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Geschlechtswechsel beim Standesamt
Danke, liebe Jaddy für Deine ausführlichen Worte zu diesem Thema.Jaddy hat geschrieben: Mo 10. Mär 2025, 22:06 Fazit, vielleicht auch für dich als Hilfestellung zur Einschätzung, Wally: Unfug von vorne bis hinten. Desinformation und Falschbehauptungen plus Belanglosigkeiten, die nichts mit dem SBGG zu tun haben. Aber das war absehbar.
Da ich ich auch immer wieder über solche Dinge nachdenke, hat mir Dein Beitrag ein wenig weitergeholfen.
Schön, daß es hier im Forum Menschen gibt, die sich gut auskennen, so wie Du
Deine Violetta
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
-
Susi T
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1242
- Registriert: Mi 4. Mai 2022, 23:44
- Geschlecht: Frau mit Varianzen
- Pronomen: Sie
- Wohnort (Name): Pfalz
- Hat sich bedankt: 892 Mal
- Danksagung erhalten: 1081 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Geschlechtswechsel beim Standesamt
Jaddy ich hab dich schonmal eindringlich darum gebeten deinen Feldzug nicht auf unsere Kosten zu bestreiten. Es gibt genügend Argumente um für euch was durchzusetzen, ohne Inter* jedesmal ins Spiel zu bringen. Die Kämpfe um dringend notwendige medizinische Leistung war nie für uns leicht und werden eh schwerer durch eure Versuche, auch ohne das du der Gegenseite weiter Munition lieferst. Das ist völlig unnötig und für uns teilweise Lebensbedrohlich, ohne das du was positives erreichst.Jaddy hat geschrieben: Mo 10. Mär 2025, 22:06 weil das eh nicht sinnvoll festgestellt werden kann (ja, auch inter nicht)
Gilt im übrigen bei medizinischen Leistungen auch für Trans*, die Vorraussetzungen und Nachweise des Leidensdrucks haben mittlerweile teilweise unmenschliche Level erreicht.
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
-
Anne-Mette
- Administratorin
- Beiträge: 27141
- Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
- Geschlecht: W
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Ringsberg
- Forum-Galerie: gallery/album/1
- Hat sich bedankt: 192 Mal
- Danksagung erhalten: 2129 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Geschlechtswechsel beim Standesamt
Moin,
eine Diskussion über Intergeschlechtlichkeit, Bedürfnisse, besondere Herausforderungen und Nöte sollten bitte extra im dafür vorgesehenen Bereich geführt werden: viewforum.php?f=59
Ich denke, jede Zeile, die sich mit dem Artikel "Geschlechterwechsel" zu beschäftigt, wertet ihn auf; das können wir verhindern, ohne etwas tun zu müssen
Gruß
Anne-Mette
eine Diskussion über Intergeschlechtlichkeit, Bedürfnisse, besondere Herausforderungen und Nöte sollten bitte extra im dafür vorgesehenen Bereich geführt werden: viewforum.php?f=59
Ich denke, jede Zeile, die sich mit dem Artikel "Geschlechterwechsel" zu beschäftigt, wertet ihn auf; das können wir verhindern, ohne etwas tun zu müssen
Gruß
Anne-Mette