anna-Lea hat geschrieben:Hallo Lina,
aauuaa, das tat weh.![]()
Ich weiß nicht, wird es sich noch weiter Entwickeln oder bleibt mein momentaner "Istzustand".
Das macht mir ein wenig Sorge. Von Zeit zu Zeit wurde es immer mehr, und habe ach "angst" das sich die Sache noch weiter entwickeln würde, was ich nicht möchte. Bin mit dem jetzigen Istzustand sehr zufrieden.
Erzählen werde ich es nur Freunden und Verwandten, wenn die Zeit gekommen ist, Nachbarn oder die Dorfgemeinschaft werden es dann sehen wie ich angezogen bin.
Du hast ja recht, keiner hat Anspruch auf mein Leben wie ich es gestalte, aber gleich mit der Hammer Methode! **aua**![]()
Ich habe mir ja solche Antworten gefragt, "Freundschaft![]()
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".
anna-lea
Sei doch froh, wenn du dich weiter veränderst - zumindest innerlich. Äußerlich will man natürlich so hübsch bleiben, wie man war, als man am hübschesten war. Ich will nicht mal "jung" sagen, denn einige sahen ja total daneben aus, als sie jung waren, und dann später ... wow wow.
Was wirklich weh tut ist doch dieses ständige klassifizert und beurteilt werden von anderen, die eigentlich nicht die geringste Ahnung haben können ...
Ich finde eigentlich auch nicht, dass "need to know basis" eine Hammer-Methode ist. Im Gegenteil war die doch immer Inbegriff von Diskretion. Ich habe ein paar Mal Leute erlebt, die total beleidigt waren, weil die rausgefunden haben, dass irgend ein Freund von denen Schwul ist. Das sei "verlogen", dass er das nie erzählt hatte. Hat man so was hirnrissiges gehört. Da rennen doch Leute auch nicht rum und fühlen sich verpflichtet allen zu berichten, dass sie heterosexuell sind. Und vielleicht haben die auch nie gefragt. Wenn die so reagieren, verstehe ich auch gut, dass man ihnen nicht als Erstes über die sexuelle Orientierung berichtet.
Ich renne auch nicht rum und erzähle Allen, dass ich bi bin und übrigens auch ... usw. Wer es eh nicht von selbst mit bekommt steht sowieso auf dem Schlauch - und das tun sicherlich viele. Es ist kein Geheimnis. Das bedeutet lange nicht, dass die, die es wissen, überhaupt Lust haben sich über solche Themen mit den Nichtwissenden zu unterhalten. Was ich auch gut verstehe - weil die mit solchen Themen nicht umgehen können.
In einer Firma, wo ich vor vielen Jahren gearbeitet habe, hatte ich einen total lieben schwulen Chef. Ich habe keine Ahnung, ob er jemals jemanden in der Firma erzählt hatte, dass er schwul ist. Ist auch nicht wirklich wichtig. In seiner Abteilung arbeiteten nur Frauen - und ich. Ich gehe davon aus, dass alle so viel Gaydar aktiviert hatten, dass die wussten, dass er schwul ist. Einmal auf einer Firmen-Party kam dann irgend ein anderer Mitarbeiter - sogar Führungskraft - und wollte uns in einem nicht wirklich freundlichen aber pseudo-vertraulichen ton erzählen: "Ich kann euch nnämlich verraten: der ist SCHWUL"
Ergebnis: Ich und einige von den Mädels schauten ihn etwas verwundert an und sagten, "ja ... natürlich ist er Schwul, was sollte er sonst sein ... und ...?" (Ein unausgesprochenes: Hast du das erst jetzt mit bekommen?)
Braucht man da viel coming out? Dem Führungskollegen braucht man eh nicht zu erzählen - der kann nicht damit umgehen. Alle andere wissen es und haben kein Problem damit.
Ein anderes Problem mit coming outs ist übrigens, dass Leute dazu tendieren so zu reden, als müssten sie sich für etwas entschuldigen oder die Genehmigung für etwas von jemandem einholen. Wenn man das tut, dann suggeriert man auch sein Gegenüber, dass man sich für etwas entschuldigen muss - oder dass er über dein Leben was zu bestimmen hätte.