Dummes Gerede - # 2
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Susi T
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Re: Dummes Gerede
Sorry, habe keine Paranoia und sehe überall Regenbogenflaggen die mich verfolgen und mich bedrängen. Die Tagesschau bei mir dauert nicht doppel so lange....
Natürlich kann man sich von dem Gerede aufstacheln lassen und gegen Freiheit und Gleichheit wettern. Aber nur weil ich lebe bedränge ich niemanden, auch wenn das den Leuten eingeredet wird.
Da ist eine riesen Kluft zwischen der Wirklichkeit und der Wahrnehmung und die wird gepusht, sonst nix.
Das Thema wird kaum von queerer Seite gepusht, aber massiv von der Gegenseite, vielleicht sollte man mal anfangen gegen Hetze zu protestieren anstatt sich zu Hetzte aufstacheln zu lassen. Und ja Pinkwaschung nervt mich auch.
Natürlich kann man sich von dem Gerede aufstacheln lassen und gegen Freiheit und Gleichheit wettern. Aber nur weil ich lebe bedränge ich niemanden, auch wenn das den Leuten eingeredet wird.
Da ist eine riesen Kluft zwischen der Wirklichkeit und der Wahrnehmung und die wird gepusht, sonst nix.
Das Thema wird kaum von queerer Seite gepusht, aber massiv von der Gegenseite, vielleicht sollte man mal anfangen gegen Hetze zu protestieren anstatt sich zu Hetzte aufstacheln zu lassen. Und ja Pinkwaschung nervt mich auch.
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
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Alicia
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Re: Dummes Gerede
Naja, Regenbogenfahnen scheinen für manche Personen ein rotes Tuch zu sein (vielleicht liegts an der Farbenblindheit
. Spaß beiseite, die Fahne ist eben nicht zu übersehen und muss dann quasi als Sündenbock herhalten.
Ach ja, Sündenbock. Der wird wahrscheinlich in Zukunft noch öfters gebraucht werden. Z.B. weil die Staatskasse zunehmend leerer wird. So kann es doch logisch klingen, dass die armen Renteneinzahler gegen die immer mehr werdenden, wohlgenährten Rentenempfänger aufgehetzt werden. Dann bitte nicht wundern, wenn zum 70. Geburtstag ein Päckchen Rasierklingen im Briefkasten liegt. [/Sarkasmus off]
Derzeit ist halt eine durch Fahnen sichtbare Minderheit der Sündenbock für Vieles was schief läuft. Ist doch so schön einfach, komplizierte Sachverhalte denjenigen Leuten zu erklären, die einige Hirnwindungen weniger bemühen.
Ach ja, Sündenbock. Der wird wahrscheinlich in Zukunft noch öfters gebraucht werden. Z.B. weil die Staatskasse zunehmend leerer wird. So kann es doch logisch klingen, dass die armen Renteneinzahler gegen die immer mehr werdenden, wohlgenährten Rentenempfänger aufgehetzt werden. Dann bitte nicht wundern, wenn zum 70. Geburtstag ein Päckchen Rasierklingen im Briefkasten liegt. [/Sarkasmus off]
Derzeit ist halt eine durch Fahnen sichtbare Minderheit der Sündenbock für Vieles was schief läuft. Ist doch so schön einfach, komplizierte Sachverhalte denjenigen Leuten zu erklären, die einige Hirnwindungen weniger bemühen.
Eine Lebensweise zu erfinden ist nichts. Sie zu verinnerlichen, ein Anfang. Sie zu leben ist alles.
(Frei nach Otto Lilienthal)
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Viggy
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Re: Dummes Gerede
Meine Frau, die ja auch mit einem Crossdresser lebt, ist auch immer wieder genervt. Nicht generell, sondern weil das Thema in den Medien immer wieder und vor allem einseitig hervorgeholt wird. Uns ist z. B. aufgefallen, dass wenn eine Sendung mal etwas tolerant rüberkommen will, es sich um ein schwules Männerpaar handelt. Es gibt mit Sicherheit mindestens genauso viele weibliche Partnerschaften, aber sei es 'Schnäppchenhäuser', 'Mein schöner Garten' und ähnliche Reality-Dokus (bitte jetzt nicht über das Niveau dieser Dokus diskutieren), wenn gleichgeschlechtlich, dann meist Männer.sbsr hat geschrieben: Do 9. Jan 2025, 13:31 Auf die Gefahr erneut eine Welle der Empörung auszulösen, weil das Thema in ähnlicher Form regelmäßig vorkommt und ich mich stets wiederhole, "die Leute" sind wirklich genervt.
Das hat nichts mit uns an sich zu tun, mit einer situativen Begegnung mit unsereins könnten sich die meisten irgendwie arrangieren. Es geht um die ständige mediale (Über-)Präsenz, durch die der Eindruck entsteht, sich für's "normal" sein mittlerweile rechtfertigen zu müssen. Gefühlt sehen die genervten in TV, Internet und Printmedien bald mehr homosexuelle und/oder trans* als "normale" Menschen, überall geht es nur noch um Regenbogen, Geschlecht wechseln und Gendern.
Sichtbarkeit recht und schön. Inzwischen dürfte sich allerdings flächendeckend rumgesprochen haben, dass es LGBTIQ gibt. Alles weitere führt, befürchte ich, eher zu mehr Intoleranz. Insofern kann ich die Bemerkung des Kunden nachvollziehen, und teile sie ehrlich gesagt sogar ein Stück weit.
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Michi
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Re: Dummes Gerede
Mein herzlichster Dank an all die von euch, die sich nicht aufstacheln lassen.
Dieses dumme Gerede bewegt sich im Wesentlichen noch immer auf dem Level von schein-toleranten Äußerungen wie:
"Ich habe nichts gegen Schwule. Aber die sollen sich nicht in der Öffentlichkeit vor meinen Kindern küssen."
Und die Tatsache, dass sich auch Leute aus unseren Kreisen dazu hinreißen lassen, diese Schein-Toleranz zu verteidigen und zu bestätigen, macht dieses dumme, intolerante Gerede keinen Deut richtiger.
Stattdessen sollte man sich lieber bewusst machen, woher das alles kommt. Evangelike aus den USA haben in den letzten paar Jahren mehrere hundert Millionen Dollar für/in Europa ausgegeben, um Propaganda gegen Transidente und Homosexuelle zu machen, und gegen Abtreibung .. also vollumfänglich gegen Menschen, die ein selbstbestimmtes Leben führen wollen.
Überlegt euch, ob ihr diese Kreise unterstützen wollt!
Dieses dumme Gerede bewegt sich im Wesentlichen noch immer auf dem Level von schein-toleranten Äußerungen wie:
"Ich habe nichts gegen Schwule. Aber die sollen sich nicht in der Öffentlichkeit vor meinen Kindern küssen."
Und die Tatsache, dass sich auch Leute aus unseren Kreisen dazu hinreißen lassen, diese Schein-Toleranz zu verteidigen und zu bestätigen, macht dieses dumme, intolerante Gerede keinen Deut richtiger.
Stattdessen sollte man sich lieber bewusst machen, woher das alles kommt. Evangelike aus den USA haben in den letzten paar Jahren mehrere hundert Millionen Dollar für/in Europa ausgegeben, um Propaganda gegen Transidente und Homosexuelle zu machen, und gegen Abtreibung .. also vollumfänglich gegen Menschen, die ein selbstbestimmtes Leben führen wollen.
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Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Jaddy
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Re: Dummes Gerede
Ich erlebe ja zwangsläufig viele Diskussionen dadurch, dass ich im Zweifel anspreche, dass dies oder jenes nicht für mich passt. Räume, Formulare, Anreden, Regularien. Die Gespräche haben sich in den letzten 5 Jahren verändert und bei mir eigentlich nur zum positiven. Sprich: Die meisten Menschen haben inzwischen mal was von "divers" gehört. Viel mehr auch nicht und sie können nicht viel damit verbinden, aber immerhin. Auch trans ist viel bekannter. Mehr Menschen kennen jetzt trans Personen in ihrem Umfeld oder haben irgendeinen Fernsehbericht gesehen. Das ist ein definitiver Unterschied zu den 30, 40 Jahren davor. Sie mögen ein paar seltsame Vorstellungen haben, aber in meinen Begegnungen nehme ich mehr Grundwissen wahr, an das ich dann auch anknüpfen kann. Das liegt einwandfrei an der Präsenz des Themas.sbsr hat geschrieben: Do 9. Jan 2025, 15:32 Ich weiß nicht, ob wir - damit meine ich jetzt alle Sparten der LGBTIQ - mehr oder weniger Probleme hätten, wenn wir zwar sichtbar, aber weniger auffällig (aufdringlich?) wären. Zumindest bin ich überzeugt, Übergriffe gegen LGBTIQ Menschen werden nicht dadurch weniger, dass wir immer und überall präsent sind und man dem Thema kaum mehr entkommt.
Und vergessen wir nicht, dass Homosexualität heute selbst in der Spitzenpolitik kein Thema mehr ist. Es ist sogar verpönt, es zu einem zu machen. Bei Spahn zum Beispiel oder sogar damals bei Westerwelle. In Hamburg ist Schill mit seinem Erpressungsversuch gegen Ole von Beust krachend gescheitert. Das kommt alles nicht von ungefähr, sondern durch sehr viel Aktivismus der Jahre zuvor, der das Thema immer und immer wieder sichtbar gemacht hat. Nur durch sehr viele CSDs und selbst so diskussionswürdige Aktionen wie die von Rosa von Praunheim wurden die "bürgerlichen" Schwulen, Lesben, Bi- und Pansexuellen, etc quasi salonfähig. Bei TIAN+ wird es noch etwas dauern. Wir hängen ca. 25 Jahre hinterher.
Tatsächlich sind "wir" LGBTQIA+ noch gar nicht so präsent wie es eigentlich sein müsste. In der Generation bis 25 sagen 20%, sie seien nicht ganz hetero und 4% nicht ganz cis. Das sind nicht plötzlich mehr geworden. Sie sind nur offener als ihre Vorgenerationen und glücklicherweise können sie das heute auch sein. Weil die Generationen vor ihnen das Thema immer und immer wieder aufgebracht haben. Trotzdem sehe ich keine 20% non-hetero Leute in Medien und Filmen. Nicht mal 5%. Und nicht mal 1% non-cis. Im Zweifel meist schlecht geschrieben und als Problemfall oder Mordopfer. Es gibt keine einzige offen trans Person im deutschen Nachrichtenwesen. Im Gegensatz zum Beispiel zu UK, USA, nochmal USA, Irland - und Pakistan.
Ich sehe wirklich nicht, wo wir "zu aufdringlich" sein sollen. Immerhin geht es um gleiche Rechte und Teilhabe, die immer noch nicht angemessen berücksichtigt werden. Was so Menschen, die sich an Regenbögen stören, in der Regel eigentlich wollen ist unsere totale Unsichtbarkeit. Sie wollen keine LGBTQIA+ Menschen sehen, weder real noch in Medien. Sie würden sich auch am gleichgeschelchtlichen Händchenhalten oder Küssen stören; egal wie viel hetero Kram wir täglich zu sehen kriegen. Und sie würden sich auch an Menschen stören, die offenbar nicht cis genderkonform gekleidet sind.
Da zurückzuweichen würde gar nichts bringen, denn mit weniger Sichtbarkeit würden wir wieder so vereinzeln wie vor 30 Jahren.