Transgender-Personen: Mehr psychische Störungen und Suizidverhalten | Ärzteblatt
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Anne-Mette
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Transgender„Personen: Mehr psychische Störungen und Suizidverhalten | Ärzteblatt
Transgender- und genderdiverse Personen erkranken häufiger an psychischen Störungen und zeigen häufiger Suizidverhalten als Cisgender-Personen. Das zeigt eine bevölkerungsbasierte Studie aus Kanada, deren Ergebnisse jetzt in JAMA Network Open präsentiert wurden.
https://www.aerzteblatt.de/archiv/24222 ... dverhalten
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Christiane
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Re: Transgender„Personen: Mehr psychische Störungen und Suizidverhalten | Ärzteblatt
W.z.e.w. (Was zu erwarten war).
Wenn ich jetzt hier in die Runde schreien würde und alle ehrlich wären - ist wahrscheinlich bei der Mehrzahl hier, das Thema schon mal mehr oder weniger stark präsent gewesen.
Ich hab für mich auch schon mehrmals solche Gedanken gehabt, geb ich offen zu.
Seit ich meine Einstellung zu meinen Mitmenschen geändert habe (80% Blindgänger / ich nehm die wenigsten noch ernst), geht's wieder.
Außerdem - warum soll ich den anderen XXXXXX durch meine Selbsteliminierung ihr Leben erleichtern?
Die sollen sich schon noch etwas mit mir rumschlagen.
LG
Christiane
Wenn ich jetzt hier in die Runde schreien würde und alle ehrlich wären - ist wahrscheinlich bei der Mehrzahl hier, das Thema schon mal mehr oder weniger stark präsent gewesen.
Ich hab für mich auch schon mehrmals solche Gedanken gehabt, geb ich offen zu.
Seit ich meine Einstellung zu meinen Mitmenschen geändert habe (80% Blindgänger / ich nehm die wenigsten noch ernst), geht's wieder.
Außerdem - warum soll ich den anderen XXXXXX durch meine Selbsteliminierung ihr Leben erleichtern?
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Jaddy
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Re: Transgender„Personen: Mehr psychische Störungen und Suizidverhalten | Ärzteblatt
Das ist das Original-Papier: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11447565/
Wenngleich es schon eine tendenziell höhere Rate an mental disorders und Suizidtendenzen unter trans Personen gibt (diverse andere Studien), bin ich von dieser Studie nicht so überzeugt, dass ich ihre Zahlen irgendwo seriös verwenden würde.
Erstens: Kanada. Nur Kanada. Die Daten wurden aus einer sowieso existierenden Regierungsstudie zu mental health gezogen. Die Datenerhebung war zwischen März und Juli 2022. Freiwillige Teilnahme. Von 9861 Leuten insgesamt wurden 52 als trans identifiziert (weil nach "sex at birth" und "gender now" gefragt wurde [Q]). Die Aussagen zur Häufigkeit beziehen sich also auf genau diese 52 Leute bzw knapp 0,53% des Samples.
Dann habe ich mal nachgesehen: Kanada hat in einigen Provinzen Self-ID, in anderen braucht es ein Indikationsschreiben für legal gender change (Personenstandswechsel). Dann sind für medizinische Transition immer psych. Indikationen erforderlich, wie bei uns auch. Für die öffentliche Gesundheitsversorgung (Medicare) sowieso.
Das führt dazu, dass trans Personen (mit legal gender change) zu nahezu 100% ein psychologisches Screening durchlaufen haben. Die cis Bevölkerung nicht. Damit wird die Rate derer höher unter trans Personen, die eine Diagnose haben, wie im Fragebogen abgefragt. Einfach weil sie überhaupt mal mit einem Fachleut zu tun hatten, dass ihnen eine Diagnose stellen konnte.
Das ist aus meiner Sicht eine ziemliche Fehlerquelle.
So für sich finde ich die Zahlen auch nicht nützlich, sondern sogar eher missweisend. Wie aus diversen anderen Studien hervorgeht (allerdings meist USA, UK), sind gerade Suizidtendenzen häufigst die Folge der Nichtakzeptanz durch die Umwelt.
Wenngleich es schon eine tendenziell höhere Rate an mental disorders und Suizidtendenzen unter trans Personen gibt (diverse andere Studien), bin ich von dieser Studie nicht so überzeugt, dass ich ihre Zahlen irgendwo seriös verwenden würde.
Erstens: Kanada. Nur Kanada. Die Daten wurden aus einer sowieso existierenden Regierungsstudie zu mental health gezogen. Die Datenerhebung war zwischen März und Juli 2022. Freiwillige Teilnahme. Von 9861 Leuten insgesamt wurden 52 als trans identifiziert (weil nach "sex at birth" und "gender now" gefragt wurde [Q]). Die Aussagen zur Häufigkeit beziehen sich also auf genau diese 52 Leute bzw knapp 0,53% des Samples.
Dann habe ich mal nachgesehen: Kanada hat in einigen Provinzen Self-ID, in anderen braucht es ein Indikationsschreiben für legal gender change (Personenstandswechsel). Dann sind für medizinische Transition immer psych. Indikationen erforderlich, wie bei uns auch. Für die öffentliche Gesundheitsversorgung (Medicare) sowieso.
Das führt dazu, dass trans Personen (mit legal gender change) zu nahezu 100% ein psychologisches Screening durchlaufen haben. Die cis Bevölkerung nicht. Damit wird die Rate derer höher unter trans Personen, die eine Diagnose haben, wie im Fragebogen abgefragt. Einfach weil sie überhaupt mal mit einem Fachleut zu tun hatten, dass ihnen eine Diagnose stellen konnte.
Das ist aus meiner Sicht eine ziemliche Fehlerquelle.
So für sich finde ich die Zahlen auch nicht nützlich, sondern sogar eher missweisend. Wie aus diversen anderen Studien hervorgeht (allerdings meist USA, UK), sind gerade Suizidtendenzen häufigst die Folge der Nichtakzeptanz durch die Umwelt.
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Transgender„Personen: Mehr psychische Störungen und Suizidverhalten | Ärzteblatt
Grundsätzlich räumen das die AutorInnen das auch ein. Es ist eher einAnlss, der Frage intensiver nachzugehen. Es gibt noch eine andere Fakten der Studie, die interessant sind: Das Durchschnittsalter der Cis-Personen wird mit knapp 48 Jahren angegeben, die Transmenschen waren mit gut 29 Jahren deutlich jünger. Auch hier liegt eine mögliche Einflussgröße.To our knowledge, this is one of the first population-based studies to find higher prevalence of mental disorders and suicidal behavior in TGD people compared with the cisgender population. ...
Limitations of this study were the small sample of TGD people and the cross-sectional nature of the study. It is also unclear whether TGD people were less likely to participate in the study compared with others. There could also be residual confounding because we were unable to include additional covariates due to sample size.
Korrelation ist nicht zwingend Kausalität.
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
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Anne-Mette
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Re: Transgender„Personen: Mehr psychische Störungen und Suizidverhalten | Ärzteblatt
Moin,
Es eröffnet uns die Möglichkeit, genau draufzuschauen, andere/bessere Quellen und/oder Studien finden - und uns eine Meinung zu bilden.
Als "Empfindung" wird es immer wieder auch bei uns im Lande geäußert (Psychologen, Ärzte, Betroffene), dass es mehr psychische Störungen und eine höhere Suizidgefahr gibt; insofern finde ich jede Information erstmal einen guten Anstoß, sich weiter zu informieren, um vielleicht sogar daafür zu sorgen, dass die Bedingungen sich zum Guten ändern.
Ich würde bei fast keinem Artikel sagen: "so ist es!"
Gruß
Anne-Mette
und das ist der Punkt bei vielen Beiträgen, die ich verlinke.Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 18. Dez 2024, 06:19 Es ist eher einAnlss, der Frage intensiver nachzugehen.
Es eröffnet uns die Möglichkeit, genau draufzuschauen, andere/bessere Quellen und/oder Studien finden - und uns eine Meinung zu bilden.
Als "Empfindung" wird es immer wieder auch bei uns im Lande geäußert (Psychologen, Ärzte, Betroffene), dass es mehr psychische Störungen und eine höhere Suizidgefahr gibt; insofern finde ich jede Information erstmal einen guten Anstoß, sich weiter zu informieren, um vielleicht sogar daafür zu sorgen, dass die Bedingungen sich zum Guten ändern.
Ich würde bei fast keinem Artikel sagen: "so ist es!"
Gruß
Anne-Mette
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Wally
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Re: Transgender„Personen: Mehr psychische Störungen und Suizidverhalten | Ärzteblatt
Hi,
"Die Wissenschaft hat festgestellt,
dass Marmelade Obst enthält-°.
Dass eine Transgender-Veranlagung besondere, psychische Belastungen und in der Folge auch ein erhöhtes Krankheits- und Suizidrisiko bedeutet, ist eine Binse. Wir sind nun mal eine kleine Minderheit, die zwangsläufig unter psychisch deutlich anders gestrickten "Normalos" aufwächst und sich in dieser Gesellschaft individuell erst mal finden und behaupten muss: das kann nicht leicht sein! Ich kenne viele Transsexuelle; aber ich kenne keinen einzigen, der nicht irgendwann schon mal akut suizidgefährdet war, mich selber eingeschlossen.
Problematisch erscheint mir der Kontext, in dem diese Studie öffentlich zitiert wird. Es gibt nämlich auch heute noch eine Menge Leute, die "Transgender" nicht für eine schicksalhafte Veranlagung, sondern für ein perverses, sexuelles Vergnügen halten. Die lesen sowas dann als " 'Trans' ist schädlich und gehört verboten". Das haben die Autoren der Studie natürlich nicht gesagt, es ist aber voraussehbar und unvermeidlich eine Folge der Veröffentlichung - und in diesem Fall vermutlich die gravierendste Folge, weil der eigentliche Wissensgewinn durch die Studie arg dünn ist.
"Die Wissenschaft hat festgestellt,
dass Marmelade Obst enthält-°.
Dass eine Transgender-Veranlagung besondere, psychische Belastungen und in der Folge auch ein erhöhtes Krankheits- und Suizidrisiko bedeutet, ist eine Binse. Wir sind nun mal eine kleine Minderheit, die zwangsläufig unter psychisch deutlich anders gestrickten "Normalos" aufwächst und sich in dieser Gesellschaft individuell erst mal finden und behaupten muss: das kann nicht leicht sein! Ich kenne viele Transsexuelle; aber ich kenne keinen einzigen, der nicht irgendwann schon mal akut suizidgefährdet war, mich selber eingeschlossen.
Problematisch erscheint mir der Kontext, in dem diese Studie öffentlich zitiert wird. Es gibt nämlich auch heute noch eine Menge Leute, die "Transgender" nicht für eine schicksalhafte Veranlagung, sondern für ein perverses, sexuelles Vergnügen halten. Die lesen sowas dann als " 'Trans' ist schädlich und gehört verboten". Das haben die Autoren der Studie natürlich nicht gesagt, es ist aber voraussehbar und unvermeidlich eine Folge der Veröffentlichung - und in diesem Fall vermutlich die gravierendste Folge, weil der eigentliche Wissensgewinn durch die Studie arg dünn ist.
Herzliche Grüße
Wally
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Jaddy
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Re: Transgender„Personen: Mehr psychische Störungen und Suizidverhalten | Ärzteblatt
OK, du kennst mich nichtWally hat geschrieben: Mi 18. Dez 2024, 10:07 Ich kenne viele Transsexuelle; aber ich kenne keinen einzigen, der nicht irgendwann schon mal akut suizidgefährdet war, mich selber eingeschlossen.
Inzwischen scheint es mit den Jüngeren etwas besser zu werden. Jedenfalls nehme ich das in meinen Kreisen so wahr. Das dürfte meiner Vermutung nach vor allem an der gegenseitigen Unterstützung und an der besseren Aufklärung liegen. Sie sind weniger allein, sie sehen frühzeitiger Beispiele und erfahren einfacher, wie Dinge funktionieren können.
Nichtsdestoweniger ist die Rate aber immer noch über der cis Bevölkerung.