Nuklearkraftwerke
Nuklearkraftwerke - # 5

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Nora_7
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 61 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Jaddy hat geschrieben: So 14. Jan 2024, 20:01
Viggy hat geschrieben: So 14. Jan 2024, 18:19Ich für meinen Teil frage mich, nachdem es ja 2023 schon teilweise schwierig war, wie die in Frankreich zukünftig die Kraftwerke kühlen wollen, wenn die Flüsse in jedem Jahr zunehmend trocken fallen? Kaufen die dann im Sommer wieder überschüssigen Solarstrom aus Deutschland?
Das passiert schon.
Bildschirmfoto 2024-01-14 um 19.59.16.png
(statista)
Die alten Temperaturgrenzen für das verbrauchte Kühlwasser werden angehoben, da ja auch die Flüsse wärmer sind. Parallel wird an Kühlwasserreservoirs und optimierten Kühlkreisläufen gearbeitet. Ich glaube nicht, dass man alte AKWs auf Natriumkühlung umstellen kann.

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Zuletzt geändert von Nora_7 am Do 21. Mär 2024, 19:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 62 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Jaddy hat geschrieben: Do 11. Jan 2024, 17:01 Ich hab den ganzen gehört und den speziellen Part mehrfach. Lässt sich zumindest in der Größenordnung leicht nachrechnen. Beispiel Deutschland. Primärenergie: —3300 TWh/a. Davon fossil: —2579 TWh/a(1). Nehmen wir so einen EPR Reaktor, weil modern und so: 1600 MW elektrisch, bei optimalem Betrieb ~80% Verfügbarkeit. Wohlgemerkt: Das sind Spitzenwerte!
Macht 1,6 GW * 24 *365 * 0,8 = ~11 TWh/a pro Reaktorblock, also 2579 / 11 = ~234 neue Reaktoren.

Da lässt sich noch was dran drehen, zum Beispiel durch Umstellung auf 100% e-Autos, Fernwärme, Rest Wärmepumpen, aber mehr als 30% werden das nicht und weniger als 150 AKWs in Deutschland bestimmt nicht.
Niemand will nur AKWs. Es geht darum, die Grundlast durch Klima- und Wetter-unabhängige Erzeugung sicher zu stellen. Jedes reaktivierte AKW hilft dabei, neue dauern viel zu lange. Die meisten Länder ohne genügend natürliche nichtfossile Energien setzen auf Kernkraft, wobei die Umstellung von Erdgas auf LNG ökologischer Schwachsinn ist. Erdgas enthät ca. 85% Methan, LNG 98%, bei dem bei Förderung und Transport viel in die Luft geht. Lieber Rindfleich verbieten statt LNG. Methan wirkt 80(!) Mal stärker auf's Klima als CO2. Fernwärme ist grundsätzlich eine der guten Lösungen, leider wird man von einem Anbieter abhängig, und dazu gibt es viele schlechte Erfahrungen. Und Wärmepunkten sind stromhungrig - ohne günstigen Strom jederzeit und überall werden sie zum Alptraum. Die sind eigentlich nur mit eigenm Solarstrom wirtschaftlich zu betreiben. Das geht leider nicht auf jedem Gebäude, und bei Mehrfamilienhäusern hat es auch diese Regierung nicht geschafft, eine wirtschaftliche Mieter-/Wohnungseigentümerstromlösung zu schaffen. So wird es auch (zu) teuer.

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Re: Nuklearkraftwerke

Post 63 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Nora_7 hat geschrieben: Do 21. Mär 2024, 19:30 Die alten Temperaturgrenzen für das verbrauchte Kühlwasser werden angehoben, da ja auch die Flüsse wärmer sind. Paralle wird an Kühlwasserreservoirs und optimierte Kühlkreisläufe gearbeitet. Ich glaube nicht, dass man alte AKWs auf Natriumkühlung umstellen kann.
Natrium war nur für Primärkreisläufe im Gespräch. Beim "Schnellen Brüter" und in ferner Zukunft vielleicht für Fusionkraftwerke. Für die Abgabe der Abwärme in die Umwelt ist das keine Option, bzw macht keinen Unterschied. Jedes thermische Kraftwerk (nuklear, fossil, auch solarthermisch) erzeugt pro kWh Strom ungefähr doppelt so viel Wärme. Das ist auch eine physikalische Grenze, d.h. diese Wärme muss letztlich an Luft (über (Fluss)Wasser in den Kühltürmen) oder direkt an (Fluss)Wasser abgegeben werden, sonst funktioniert das Kraftwerk nicht.

Wenn direkt an zB Flusswasser gekühlt wird, mag das mit den Temperaturgrenzen bis zu einem gewissen Grad gehen. Allerdings ist ein Fluss, der eh schon warm ist bzw wenig Wasser hat, dann ziemlich wahrscheinlich biologisch tot wegen Sauerstoffmangel. D.h. er kippt um, Fische und alle anderen Lebewesen im Wasser sterben. Vögel, Amphibien und Säugetiere finden dort kein Futter mehr. Das erholt sich auch nicht so schnell, weil die Fortpflanzungszyklen unterbrochen werden.

Egal ob an Flusswasser oder über Kühltürme an die Luft (da wird das Flusswasser von oben verregnet), wird einfach eine bestimmte Menge Wasser pro kWh Wärme benötigt. Wie viel hängt von der Temperatur des Wassers ab, denn die Wärmekapazität pro Kubikmeter Wasser ist eine physikalische Konstante. Je wärmer das Flusswasser, desto mehr davon wird gebraucht - und die Kühlanlagen ggf aus/umgebaut, um mehr Wasser umzusetzen.

Aber ab einem gewissen (Niedrig)Wasserstand und_oder einer gewissen Temperatur des Flusswassers ist einfach nicht mehr genug Wärmekapazität zum kühlen vorhanden. Egal welche Technik und egal ob der Fluss dabei ökologisch stirbt.

Naja, und die anderen Probleme bleiben eben auch. Viel zu teuer, hohes Gefahrenpotenzial, erhebliche politische und gesellschaftliche Folgekosten, Abhängigkeit von problematischen Lieferstaaten und zukünftig gefährliche Unwägbarkeiten des Betriebs durch absehbare Wetterextreme. Der Strombedarf hat sich seit 2000 verdoppelt, der Anteil der Kernenergie halbiert. Heisst: Es gibt keinen Netto-Zuwachs. Von einer Renaissance kann keine Rede sein. Wirtschaftlich war sie nie und wird es auch nicht werden. Den 50 Bauprojekten weltweit stehen 200 AKWs gegenüber, die demnächst das Ende ihrer Lebenszeit erreichen. Das ist fast die Hälfte des Bestands. Da lässt sich auch nichts schnell modernisieren, denn die kritischen Bestandteile des Primärkreislaufs sind durch Strahlung und Temperatur spröde. Ein Austausch dieser Teile käme praktisch einem Neubau gleich.

So wie Lottospiel die Sondersteuer für Menschen ist, die Statistik nicht verstanden haben, ist Kernenergie in der realen Welt nur für Menschen plausibel, die nicht rechnen können - oder wollen.
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 64 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Jaddy hat geschrieben: Do 21. Mär 2024, 20:43 So wie Lottospiel die Sondersteuer für Menschen ist, die Statistik nicht verstanden haben, ist Kernenergie in der realen Welt nur für Menschen plausibel, die nicht rechnen können - oder wollen.
Evidenzfreie Aussage. Siehe auch https://de.statista.com/statistik/daten ... -laendern/.

Und frisch von heute (Zitat):
"Wir verpflichten uns dazu, das Potenzial der Nuklearenergie voll auszuschöpfen." So steht es in dem Abkommen (PDF), das ein breites Bündnis aus Staaten an diesem Donnerstag auf dem Atomenergie-Gipfel in Brüssel beschlossen hat. Organisiert wurde der Gipfel von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und der belgischen Regierung. Unter den Teilnehmern waren mehr als 30 Staats- und Regierungschefs, darunter Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der niederländische Premier Mark Rutte. Während Deutschland im vergangenen Jahr seine letzten drei Atomkraftwerke abgeschaltet hat, hält die Mehrheit der EU-Länder noch an der Kernkraft fest. 14 EU-Staaten sind inzwischen Mitglied eines Atomkraftbündnisses, dessen Ziel es ist, die Leistung europäischer Kernkraftwerke im Sinne von Klimaschutz und Energiesicherheit bis 2050 um 50 Prozent zu steigern. In der EU-Taxonomie ist Atomkraft als eine der Technologien festgeschrieben, mit denen die EU ihre Klimaziele erreichen will.

In Deutschland sollen die Bürger komplett ausgeblutet werden, nur um das Klima zu retten. Natürlich nur für Deutschland im Alleingang. Durch überteuerte Wärmepumpen, überteuerte Strompreise, keine wirtschaftlchen Lösungen für Mieter und Eigentümergesemeinschaften, dafür Umlage der gewaltigen Investitionen für noch höhere Mieten.

Deutsche Betonpfostenideologie.

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Re: Nuklearkraftwerke

Post 65 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Die Strompreise für Privathaushalte sind auf dem Stand von 2021. Grund für die Preisexplosion waren die Weltmarktpreise für fossile Brennstoffe seit Putins Überfall auf die Ukraine. Aktuell sind die Brennstoffpreise wieder moderat, aber dass sie langfristig immer nur steigen werden ist klar. D.h. Kohle, Öl, Gas werden immer teurer werden und der Strom daraus ebenso. Uran übrigens auch. Und auch das wird aus problematischen Staaten importiert.

Die erneuerbaren, PV und Wind senken effektiv die Strompreise. Jedoch torpediert das Merit-Order-Prinzip diese niedrigeren Preise. Die teuerste Quelle bestimmt den Preis. Bei uns sind das aktuell die fossilen. Deshalb ist die Idee, die teuerste Stromquelle - AKWs - als Grundlast einzusetzen, die nicht mal geregelt werden kann, die dümmste, bzw für uns Kundys die teuerste.

AKWs sind nun mal die teuerste Variante. Das Beispiel Hinkley-Point habe ich gezeigt. Ohne massive staatliche Subventionen für Bau, Sicherung, Entsorgung und der Stromverkaufspreise, wären die niemals - scheinbar - konkurrenzfähig. Früher nicht gegen fossile und heute schon gar nicht gegen erneuerbare.

Heisst: Es müssen erstens erhebliche Steuergelder an die AKW Betreiberfirmen gezahlt werden, um Atomstrom zu erzeugen. Zweitens müssen die Staaten sämtliche Versicherungen und atomspezifische Sonderkosten übernehmen. Sonst würde das kein Wirtschaftsunternehmen jemals wagen.

Die Frage ist also wirklich, weshalb ein Mehrfaches an Geld für eine gefährliche Großtechnologie ausgegeben werden soll, wenn es kostengünstigere, dezentrale, also ausfallsicherere Alternativen gibt. Der Verdacht liegt nahe: Hier saugt eine Industrie, die schon immer nur durch staatliches Wohlwollen existieren konnte, eine Menge Steuergelder für eigene Profite ab. Zu unseren Lasten.

Frankreich und etliche andere Staaten haben den Strompreis "gedeckelt", so wie bei uns kurfristig 2022. Der Staat hält also die Kosten für die Kundys künstlich niedrig, bezahlt die Differenz aber aus dem Steuerhaushalt. Aber Frankreich will den Preisdeckel beibehalten, weil ihr Atomstrom sonst für die Bürger*innen nicht mehr bezahlbar wäre.

Wärmepumpen kosten in der Gesamtrechnung nicht mehr als eine fossile. Und die Preise werden weiter sinken, während die fossilen Betriebskosten steigen werden. Luft/Luft-Einzelraum-WP aka Klimaanlagen sind sogar super preiswert und nützen auch im Sommer. Ausserdem muss keine einzige Heizung ausgetauscht werden, wenn die läuft.
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 66 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

@Jaddy: Das stimmt einfach so nicht. Der Strompreis wurde zum 1.3. von fast allen Anbietern erhöht - Netzentgelte. Und die Regierung wird noch mehr CO2-Abgabe für Gas- und Kohlestrom draufsetzen. Billiger Strom für Haushalte ist nach aktueller Lage eine Illusion. Ebenso wirtschaftliche Wärmepumpen mit Netzstrom in älteren Häusern, bei Heizkörpern.

Steuergelder werden auch in Gaskraftwerke gesteckt. Und Gasstrom ist fast so teuer wie Atomstrom, mit steigender Tendenz - außer Gas kommt wieder aus Rußland. Die Kosten für Atomstrom sind primär den Baukosten zuzuordnen, dafür laufen AKWs aber auch sehr lange. Zitat: "Kernkraft erfordert unbestritten sehr hohe Anfangsinvestitionen", sagt Prasser, "aber ein modernes Kernkraftwerk läuft viele Jahrzehnte". Weil, anders als bei Gas und Kohle etwa, die Brennstoffkosten kaum ins Gewicht fallen, sei der Atomstrom langfristig eine sehr günstige Energieform, so Prasser. Ein AKW, das von den 8760 Stunden des Jahres 7000 bis 8000 am Netz sei und 40 Jahre lang laufe, liefere über seine Lebensdauer Strom für vier bis fünf Cent die Kilowattstunde im Schnitt. Moderne AKW seien nach 30 Jahren abgeschrieben und danach "Gelddruckmaschinen", sagt Prasser.

Immer wieder wird Hinkley Point als warnendes Beispiel genommen. Doch die dortigen Probleme sind nicht nur technisch, sondern auch regulatorisch und politisch. Zwischenzeitlich wurde der Bau sogar gestoppt, weil nach einem Regierungswechsel die chinesische Beteiligung nicht mehr erwünscht war. Laufzeit AKW mindestens 60 Jahre. Nach dem gewollten Untergang der AKW-Sparten von Siemens und ABB gibt es nur noch einen Anbieter in Europa - in Frankreich. Und der war noch nie besonders gut, baut auch Hinkley Point. Überall in der Welt bauen Chinesen mit Standardmodellen und Russen (trotz Sanktionen, AKWs sind ausgenommen!). In USA wir die Laufzeit von 40 auf 60-80 Jahre verlängert.

Das Thema Endlagerung ist ein sehr deutsches Problem, allerdings protestiert niemand mehr gegen die Zwischenlager. Die Schweiz hat ein Endlager gefunden. Direkt an der deutschen Grenze. Überall um uns herum Atomkraft.

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Re: Nuklearkraftwerke

Post 67 im Thema

Beitrag von Viggy »

Das einzige, was mMn für AKWs spricht ist, dass mit ein paar Anlagen enorme Mengen Strom erzeugt werden können.

Wenn ich dann aber die Begleitumstände betrachte, finde ich eigentlich nur Gegenargumente, ohne mir jetzt die Mühe zu machen, wie Vorschreiber in technische Details und Statistiken einzutauchen. Meine Ablehnung ist einfach, pragmatisch und aus dem Bauch heraus. Die Nachteile der Stromerzeugung mittels Atomkraft in der aktuellen Form birgt für mich Nachteile und Risiken, die ich mit Statistiken, wirtschaftlichen und technischen Fakten nicht schönreden kann. Sollten einige Fakten unrichtig sein, lasse ich mich gerne berichtigen, meine Meinung wird das aber nicht ändern.

1. AKWs werden immer von gewinnorientierten Unternehmen und Menschen betrieben bzw. kontrolliert. Fakt ist, Menschen machen Fehler, auch Computer machen Fehler, denn diese wurden auch nur von Menschen programmiert. Ich war selbst 30 Jahre in der Programmierung bzw. anderweitig in der IT und ich weiß, es gibt keine absolut fehlerfreie Software und man kann nicht jedes Problem im Programm vorhersehen und berücksichtigen. Nicht nur einmal wurden Störfälle nicht oder verspätet gemeldet, bekannt, eingestanden. Und wenn mal nicht gewinnorientiertes Denken hinter dieser Vorgehensweise steht, dann ideologisches. Ich wohne in Bayern und kann mich noch allzu gut erinnern, wie 1986 die sehr atomfreundliche bayerische Staatsregierung bewusst die Folgen und Gefahren des Reaktorunfalls in Tschernobyl bis zuletzt verharmloste und die Bevölkerung belog.
Und man stelle sich einmal vor, so ein Unfall passiert mitten im dichtbesiedelten Deutschland, nach einer Verkettung vieler unglücklicher Umstände und in Kombination mit menschlicher Gier und Profitdenken. Mag die Wahrscheinlichkeit noch so gering sein, auszuschließen ist dieser Fall nicht und hier dann von einem Restrisiko zu reden, ist an Dummheit grenzende Ignoranz.

2. Der Brennstoff Uran, der bei uns auf so 'saubere Art' für Strom sorgt, ist anderswo auch für ähnliche Verwüstungen bei der Gewinnung wie im Kohletagebau verantwortlich.

3. Der größte Teil des in Europa verbrannten Urans kommt noch immer aus Russland. Wir stellen Gas- und Öllieferungen aus Russland ein, kaufen aber weiter munter Uran bei Putin und begeben uns gleich wieder in die nächste Abhängigkeit.

4. Deutschland ist das Land des NIMBY-Effekts. Das gilt für AKW, Endlager, Windräder oder auch Kindergärten, alle sagen wir brauchen das, aber keiner will es in seiner Nähe haben. Ich wüsste auch gerne, ob Nora_7 begeistert wäre, wenn nun so ein Endlager in ihrer nächsten Nähe errichtet werden sollte. Bezeichnend finde ich wieder, dass gerade die so atomfreundliche bayerische Staatsregierung ein Endlager in Bayern kategorisch ausschließt.

5. Und mein letztes Argument: Ein einziges AKW abzubauen dauert Jahrzehnte und verschlingt Milliarden, wer bezahlt die? Dann rechnen wir das mal im Nachhinein auf den billigen Strompreis ...
Sollte irgendwann mal die Kernfusion wirklich funktionieren und wirtschaftlich sein, sind Gaskraftwerke und Windräder schnell abgebaut, klar ist auch Müll, aber der strahlt zumindest nicht für die nächsten hunderttausend Jahre.
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 68 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Naja, typische qualitative Meinungen der AKW-Gegner:
Viggy hat geschrieben: Fr 22. Mär 2024, 14:39
Das einzige, was mMn für AKWs spricht ist, dass mit ein paar Anlagen enorme Mengen Strom erzeugt werden können.

Wenn ich dann aber die Begleitumstände betrachte, finde ich eigentlich nur Gegenargumente, ohne mir jetzt die Mühe zu machen, wie Vorschreiber in technische Details und Statistiken einzutauchen. Meine Ablehnung ist einfach, pragmatisch und aus dem Bauch heraus. Die Nachteile der Stromerzeugung mittels Atomkraft in der aktuellen Form birgt für mich Nachteile und Risiken, die ich mit Statistiken, wirtschaftlichen und technischen Fakten nicht schönreden kann. Sollten einige Fakten unrichtig sein, lasse ich mich gerne berichtigen, meine Meinung wird das aber nicht ändern.
Und der letzte Satz sagt alles. Egal welches Argument, es stößt auf ein Granithirn. Über Jahre eingehämmerte Angstszenarien.

Liebe Grüße Nora
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 69 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Nora_7 hat geschrieben: Fr 22. Mär 2024, 15:37 Egal welches Argument, es stößt auf ein Granithirn. Über Jahre eingehämmerte Angstszenarien.
Gut, dann bringe ich eben jetzt ein Argument: Zeige mir bitte ein Endlager, das über hunderttausende von Jahren sicher ist. Und zwar möchte ich dieses haben, bevor wir weiteren radioaktiven Müll produzieren. Und solltest du eines gefunden haben, dann hätte ich gerne die Kosten dieses Lagers über seine "Betriebszeit" auf den Strompreis umgelegt. Denn alles andere wäre eine (mehr oder weniger verdeckte) Subvention desselben.

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Re: Nuklearkraftwerke

Post 70 im Thema

Beitrag von Viggy »

Nenne es wie Du willst.
Du kannst auch viele Zahlen nennen, nur von wem wurden die Zahlen ermittelt? Gemäß dem Motto 'Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast'.

Siehe z. B. unter folgendem Link unter Anderem über die Auslegung der gesundheitlichen Auswirkungen von Tschernobyl aus Sicht der Atomwirtschaft und aus Sicht der UN:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/17866 ... schernobyl
Und das ist keine Seite für Verschwörungstheorien.

Natürlich werden auch auf Seiten der Kernkraftgegner Zahlen verbogen, nur, Zahlen in die eine Richtung zu 'fälschen' mag wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen, aber in die andere Richtung kann das weit gefährlicher werden.
Die alten Temperaturgrenzen für das verbrauchte Kühlwasser werden angehoben, da ja auch die Flüsse wärmer sind. Parallel wird an Kühlwasserreservoirs und optimierten Kühlkreisläufen gearbeitet. Ich glaube nicht, dass man alte AKWs auf Natriumkühlung umstellen kann.
Das sagt doch schon alles. Wenn die Umstände nicht mehr stimmen, muss man halt die Grenzwerte anpassen. Wäre es ganz eventuell möglich, dass sich jemand bei der ursprünglichen Definition der Grenzen auch schon was gedacht hat?

@ Nora_7 : Du kannst mich Betonhirn nennen und du kannst alle meine oben getroffenen Bewertungen durchaus relativieren, aber Du kannst KEINE davon stichhaltig widerlegen.

Darum bleibe ich dabei: Es ist es nicht wert!
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 71 im Thema

Beitrag von Viggy »

Nora_7 hat geschrieben: Do 11. Jan 2024, 15:21 Der hohe Energiebedarf der Industrieländer ist nicht auf Überbevölkerung zurückzuführen, sondern auf industriell benötigte. Vor allem auf dem industriellen und damit auch finanziellem Motor der EU - Deutschland. Die Industrie kann aus mehreren Gründen nicht so schnell ändern, also solle die Bürger hier die ganze Last tragen.
Das ist mir immer das sinnloseste Argument: Der Bürger muss die ganze Last tragen.

Wo lebst Du denn? Natürlich trägt der Bürger die ganze Last, das ist in jedem Fall so, unabhängig von der Form der Energiegewinnung oder wer die wie hohen Krankenkassenbeiträge bezahlt. Die Kosten werden immer nach unten durchgereicht und landen am Ende der Kette. Das ist im Kapitalismus so. Selbst wenn irgendein Gremium es schaffen sollte, Energiekosten (oder auch andere, egal welche) auf die Industrie umzulegen, steigen die Produktionskosten, werden diese auf die Produktpreise umgelegt, von der Fertigung über den Handel zum Verbraucher, da gibt es in unserem Wirtschaftssystem kein Gegenmittel. Kann man für gut oder schlecht halten, je nach politischer Ansicht. Ich finde es nicht ganz schlecht, denn in einer Demokratie haben wir zumindest die Möglichkeit uns auszusuchen was wir für diese 'Verarsche' bekommen.
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 72 im Thema

Beitrag von Patricia »

Nora_7 hat geschrieben: Fr 22. Mär 2024, 15:37 Und der letzte Satz sagt alles. Egal welches Argument, es stößt auf ein Granithirn. Über Jahre eingehämmerte Angstszenarien.
Ich empfehle mal die Lektüre von https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von ... en_Anlagen

Kernkraftwerke können wohl einigermaßen sicher betrieben werden, das stimmt. Nur, dass da wo es um Geld geht die Sicherheit gerne aus ökonomischen Gründen gerne etwas niedriger angesetzt wird. Das Problem ist jedoch welche Folge entstehen wenn mal so ein Kraftwerk außer Kontrolle gerät.
Siehe Chernobyl, siehe Fukushima.
Bauen wir doch mal so ein Ding irgendwo in NRW auf und wenn was passiert siedeln wir doch mal eben mal ein paar Millionen Menschen um, das kostet doch gaaaaar nichts....

Und wie Mirjam bereits geschrieben hat, wo lagern wir denn eigentlich den radioaktiven Müll der dann entsteht und über lange Zeiträume strahlt? Ist ja nicht unser Problem, können sich ja gerne die Generationen nach uns damit auseinandersetzen, oder wie?

Und ja, in der Theorie gibt es eben auch diese Thorium-Reaktoren die in der Theorie sicher sind, nur haben die Nationen welche daran geforscht haben die Arbeiten daran eingestellt, weil es technisch entweder nicht umsetzbar ist, da die Brühe so aggressiv ist, dass sie jedes Containment in kürzer Zeit zersetzt ODER die Kosten waren zu hoch.

Es gibt einfach einige Szenarien welche so gut wie keine Fehlertoleranz erlauben und dazu gehören Kernkraftwerke. Doch leider haben das die geldgeilen Gehirne gewisser Menschen nicht begriffen.

Die Lösung besteht nicht darin noch mehr Energie zu produzieren, wir sollten stattdessen anfangen deutlich schonender mit unseren Ressourcen umzugehen. Weniger ist in diesem Fall einfach mehr.

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Re: Nuklearkraftwerke

Post 73 im Thema

Beitrag von Viggy »

... und ich hatte vergessen zu erwähnen:

wenn die Energiekonzerne den Verträgen entsprechend für den Rückbau der AKWs nur einen Teil bezahlen müssen, obwohl sie über die Jahre richtig gut Geld damit verdient hatten, dann bleibt zwar der Strompreis niedrig, aber wir bezahlen das dann über unsere Steuergelder. Es bleibt immer beim Bürger hängen, auch die nicht eingepreisten Kosten beim Atomstrom.
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 74 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Patricia hat geschrieben: Fr 22. Mär 2024, 18:07
Die Lösung besteht nicht darin noch mehr Energie zu produzieren, wir sollten stattdessen anfangen deutlich schonender mit unseren Ressourcen umzugehen. Weniger ist in diesem Fall einfach mehr.

Eure links-grün versiffte
Patricia
Damit öffnest du allen Populisten und Diktatoren alle Türen, die den Wählern eine bessere Welt, die primär durch mehr Wohlstand geprägt wird, versprechen. Es gibt genügend Energie, man muss sie nur nutzen. Natürlich ist es jedem selbst überlassen, die Zeit hunderte Jahre zurückzudrehen. Aber leider sind offene Feuer nicht mehr zulässig, und Pferde-/Ochsenkarren auch nicht erwünscht.

Nora_7
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 75 im Thema

Beitrag von Viggy »

Ach Nora_7 ich glaube Du verwechselst da was ganz gehörig. Die Populisten treiben sich doch eher im Lager der Kernkraftbefürworter herum.
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