Protest gegen AfD und Rechtsextremismus | Spiegel
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Anne-Mette
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Protest gegen AfD und Rechtsextremismus | Spiegel

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Die schweigende Mehrheit will nicht mehr schweigen

Nach dem Bekanntwerden radikaler Abschiebepläne haben rund 2000 Menschen vor der Parteizentrale der Hamburger AfD demonstriert — darunter viele Bürger, die es sonst nicht auf die Straße zieht. Aber jetzt.


https://www.spiegel.de/panorama/gesells ... b46cf61b95
Franziska
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Re: Protest gegen AfD und Rechtsextremismus | Spiegel

Post 2 im Thema

Beitrag von Franziska »

Anne-Mette hat geschrieben: Sa 13. Jan 2024, 09:33 [darunter viele Bürger, die es sonst nicht auf die Straße zieht. Aber jetzt.

Genau das ist der Punkt.
Die bisher schweigende Mehrheit muss gegenüber der AfD und ihrem menschenverachtenden Gedankengut endlich Flagge zeigen und dagegen vorgehen.
Raus aus dem warmen Wohnzimmer und auf die Straße gehen. Und vor allem kein Kreuz mehr für die AfD auf den Wahlzetteln.
Genieße Deine Zeit, denn du lebst nur jetzt und heute. Morgen kannst Du gestern nicht mehr nachholen.
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Malvine
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Re: Protest gegen AfD und Rechtsextremismus | Spiegel

Post 3 im Thema

Beitrag von Malvine »

Franziska hat geschrieben: Sa 13. Jan 2024, 10:13 Und vor allem kein Kreuz mehr für die AfD auf den Wahlzetteln.
Für so manche wird dies aus Mangel an Alternativen wohl kaum eine alternative sein....Welche Partei vertritt denn aktuell die Probleme der gegängelten Bürger, die sich abgehängt, nicht gehört und nicht verstanden fühlen? Vielleicht schaffen BSW und Freie Wähler etwas von der braunen hellblauen Suppe abzuschöpfen, aber den meisten ist doch schlichtweg egal, ob die AfD eine Nazipartei ist oder nicht.
Was zählt ist, dass endlich eine Partei den ganzen Politsumpf aufmischt und Klartext redet.....zumindest in den Augen derer, die gerne für einfache Lösungen bei komplexe Problemen zu haben sind.

just my 50 Cent

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Franziska
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Re: Protest gegen AfD und Rechtsextremismus | Spiegel

Post 4 im Thema

Beitrag von Franziska »

Malvine hat geschrieben: Sa 13. Jan 2024, 13:07 Welche Partei vertritt denn aktuell die Probleme der gegängelten Bürger, die sich abgehängt, nicht gehört und nicht verstanden fühlen? V

Das Schlimme ist leider, dass wir im Politikbetrieb mittlerweile zu viele Politiker:innen haben,
die zu wenig Lebens- und Berufserfahrung haben, sich als Weltverbesserer sehen und in der Berliner Blase die Bodenhaftung verloren haben
und die wirklichen Probleme der Bürger, aber auch die der Kommunen nicht sehen (wollen).
Daneben erstickt doch die Bürokratie aus Brüssel und Berlin nicht nur die Wirtschaft, sondern inzwischen auch im Privaten jede von uns.

In diese "Lücke" sind leider die Bauernfänger der AfD gestoßen. Dies sollte aber kein Grund sein, diese Partei zu wählen.
Mehr denn je sollte der schlimmste Abschnitt unserer deutschen Geschichte nicht vergessen werden.
Vielleicht liegt es auch daran, dass Zeitzeugen leider immer weniger werden, die mahnend den Finger gehoben und das Erinnern aufrechterhalten haben.

Ob aber die BSW eine bessere Alternative ist, da mache ich mal ein Fragezeichen. Und die Freien Wähler sind leider bundesweit noch nicht so stark verbreitet wie in Bayern.
Genieße Deine Zeit, denn du lebst nur jetzt und heute. Morgen kannst Du gestern nicht mehr nachholen.
Und später kommt früher als Du denkst.
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Re: Protest gegen AfD und Rechtsextremismus | Spiegel

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Beitrag von Thea »

Müssig sich in diesem Forum über Politik auszutauschen. Das endet jedes Mal im Streit und geht ins Persönliche.
Eben ein Spiegdlbild unseres aktuellen Miteinanders in der gesamten Gesellschaft.
Annette
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Re: Protest gegen AfD und Rechtsextremismus | Spiegel

Post 6 im Thema

Beitrag von Annette »

Malvine hat geschrieben: Sa 13. Jan 2024, 13:07 Für so manche wird dies aus Mangel an Alternativen wohl kaum eine alternative sein....Welche Partei vertritt denn aktuell die Probleme der gegängelten Bürger,
Hallo Malvine

Ja, ich verstehe was du meinst und ich stimme dir sogar zu. Sehr viele Bürger sehen in der AfD eine bessere Alternative zu dem derzeitigen Regierungsapparat. Auch als Nicht-Deutsche halte ich mich hin und wieder auf dem Laufenden, was in unsererm grossen Nachbarland so vor sich geht, höre mir manche Reden im Bundestag an. Hervorzuheben sind die rethorischen Ergüsse einer Alice Weidel, die übrigens ihr Rede-Handwerk aus dem Effeff beherrscht. Oft kommt sie mit Argumenten daher, wo auch ich sagen würde: Ja, da hat sie recht!

Würde ich sie, oder ihre Partei deswegen wählen? Nein! Niemals! Weil ich in der Lage bin, weit über meinen bescheidenen Tellerrand hinauszuschauen und versuche den gesamten Hintergrund dieser Partei zu überblicken. Und das ist aufgrund vieler anderer kackbraunen Dummschwätzern mal gar nicht so schwer.

Also: Nieder mit dem braunen Gesocks! Wenn Mahnwachen und Kundgebungen nicht helfen dann müssen andere Massnahmen her!

NAZIS RAUS !!!
Jaddy
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Re: Protest gegen AfD und Rechtsextremismus | Spiegel

Post 7 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Das tatsächliche Problem sehe ich nicht darin, dass "den Bürger*innen" nicht zugehört würde. Vielmehr in einem völlig verfehlten Versprechen der (CxU) Regierungspolitik der letzten 40 Jahre.

Das Versprechen lautete "Veränderung ist unnötig. Alles kann so weiter laufen wie ihr es gewohnt seid. Wir justieren höchstens mal ein paar Kleinigkeiten".
Untertitel: "Wenn ihr uns wählt, könnt ihr euch mit ehrlicher Arbeit einen kleinen Luxus aufbauen und braucht euch ansonsten um nichts zu kümmern".

Tja, das war eine Illusion. Ob sie es selbst geglaubt haben weiss ich nicht. Ich vermute, bis zu einem gewissen Grad schon.

Tatsächlich passiert ist etwas ganz anderes.

Es ist glaube ich vielen nicht klar, wie viele technische Schulden Deutschland in den letzten 40 Jahren angehäuft hat. Wie viele Strassen, Brücken, Schulen, Bahnstrecken, Krankenhäuser, Unis, Strom-, Wasser- und Abwassernetze, Schwimmbäder, Bibliotheken, etc einfach verbraucht wurden. Teilweise privatisiert, teilweise verkauft und zurückgemietet, teilweise einfach keine Wartung investiert. Wie viele Lehrkräfte, Therapeutys, Sozialarbeitende, Pflegekräfte weder ausgebildtet noch eingestellt wurden.

Inzwischen ist der Investionsbedarf viele hunderte Milliarden Euro groß, um das alles wieder auf einen Leistungsstand von, sagen wir, Mitte der 80er zu bringen. Deshalb ist auch die Diskussion um die Schuldenbremse völliger Unfug.

Und jetzt sind etliche Systeme langsam am Ende. Verbraucht, weil wir quasi von der Substanz gelebt haben. Weichen und Schienen aus den frühen 1960ern. Versorgungsnetze aus den 50ern oder wenn's modern ist aus den 70ern. Strassen, die geflickt aber nicht modernisiert werden(1). Schulgebäude samt Lehrmitteln aus den 80ern. Verwaltungen aus den 90ern wenn's hoch kommt.

Wir hatten schon mal eine ähnliche SItuation. In den 80ern die Stahl- und Werftenkrise, weil sich um Deutschland herum die Welt verändert hatte. Die Kohl-Regierung doktorte herum, mit mehr oder weniger Staatshilfen für zu lange am Leben gehaltene Altlasten, konnte sich aber nicht zu umfassenden Strukturreformen durchringen, weil "keine Steuern erhöhen, keine Schulden machen". Ohne die Wende wäre Kohl 1991 abgewählt worden. Es folgten Jahre der immer neuen Finanzlöcher, die Theo Waigel immer weniger stopfen konnte.

Dann durften die Sozen mal kurz korrigierend eingreifen und sich unbeliebt machen - Steuerreformen, Sozialabbau, Hartz4 - allerdings auch in Richtung neoliberal, und dann ging es flugs zurück Merkel und weiter im alten Trott, "bloss keine Experimente". "Alternativlos" - und weiter Substanz verbrauchen. Zusätzlich wurden Fossilien wie s'die Steinkohle jahrelang vollfinanziert, statt gescheite moderne Arbeitsplätze aktiv zu schaffen. Die Braunkohle hängt bis heute am Subventionstropf. Gleichzeitig wurde die Wind- und PV-Industrie aktiv zerstört, um die heimische Fossilindustrie am Leben zu halten.

Diese Altlasten sind so heftig, dass Habeck sich wirklich bis zur Unkenntlichkeit verbiegen musste, um die Versorgung sicherzustellen. Das ist politische Verantwortung. Ohne seinen Einsatz wäre es ganz wörtlich bitterkalt geworden, denn die Wärmeversorgung hängt massgeblich an diesem vermaledeiten Erdgas, von dem Kohl, Schröder, Merkel uns wieder besseren Wissens abhängig gemacht haben.

Ich denke, "den Bürger*innen" wurde zugehört. Und zwar genau der Stammwählschaft, deren "bloss nichts ändern" Vorstellung die ganze Zeit unterstützt wurde. Aber dadurch verfielen die Systeme noch weiter, was viele Menschen unglücklich macht. Es purzelten sukzessive immer mehr Menschen durchs Raster, und alle nicht-Millionär*innen sehen das potenzielle Risiko, ganz schnell vor dem Nichts zu stehen (was als Anreiz zur Selbstausbeutung im kapitalistischen System ansonsten sehr geschätzt wird).

Dass sie die Veränderungsunwilligkeit dennoch nicht aufgeben wollen, kann ich gerade bei Menschen U60 nur verstehen, wenn dort sehr wenig Wissen über die Zusammenhänge existiert - was ja durch Hetze und Desinformation a'la Springer und bestimmte Parteien leider geschürt wird.

Der nächste große Kollaps wird übrigens die Automobilindustrie sein. Nicht weil die nicht anders könnten oder wegen zu wenig Fachkräften, sondern weil das was sie hier bauen nicht mehr verkaufbar sein wird. Ca. 40% der in D gebauten Autos werden nach China exportiert. Die sind aber mittlerweise günstiger und technisch gleichwertig(2). Ausserdem werden chinesische Firmen in den nächsten Jahren kostengünstige eAutos en masse anbieten. Ich bezweifle sehr, dass Daimler, VW, BMW & Co da schnell genug reagieren können. Von der bevorstehenden Auflösung der Verbrenner-Zulieferfirmen mal ganz zu schweigen.

Fazit: Die fehlende Bereitschaft zur Anerkennung einer veränderten Umgebung und eigener Anpassung mit Bedacht und positiver Einstellung hat Deutschland schon mehrere Male hart getroffen. Trotzdem wurde an veralteten Systemen festgehalten, bis sie uns in der Hand zerbröselt sind. Das ist ein Wesenskern (nicht nur) der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Und das nutzen populistische Gruppen und Parteien aus, die allerdings auch keine wirkliche Alternative anzubieten haben. Denn selbst wenn sie alle unliebsamen Menschen irgendwie deportieren und sternchenfreie Frakturschrift zum gesetzlichen Standard machen würden, wäre die Welt da draussen immer noch inkompatibel mit unserem Ist-Zustand und die Altlasten immer noch kaputt.

(Btw: Mal die Wahlprogramm lesen. Die afd hat das unsozialste Programm von allen. Tenor: Wer nicht ranklotzt und sich nicht fügt kriegt nix. Keine Sozialhilfen, keine Subventionen, keine Rente. Wenn du mit 55 durch Unfall arbeitsunfähig wirst, landen du und deine Familie in der Gosse.)


(1) fahrt mal Autobahnen in NL, B, LUX. Das ist eine andere Welt.
(2) wie das geht habe ich live erlebt ~2015. Das VW Werk in Shenzen wunderte sich über die hohe Fluktuation. Leute wurden ausgebildet und waren nach 1-2 Jahren weg. Stellt sich raus: Einige hundert km weiter stand eine exakte, chinesische Kopie des Werks, in dem die Leute für gutes Geld arbeiteten.
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