Das Coming-out ist eine unendliche Geschichte | queer.de
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Anne-Mette
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Das Coming-out ist eine unendliche Geschichte | queer.de
Ich bin überall out and proud. Aber ich habe es satt, mich immer noch jedes Mal outen zu müssen, wenn eine neue Person davon ausgeht, dass ich hetero bin. Ein Appell für mehr Feinfühligkeit.
https://www.queer.de/detail.php?article_id=47942
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Wally
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Re: Das Coming-out ist eine unendliche Geschichte | queer.de
Das Statement hat einiges für sich. Als transsexueller Mensch habe mir schon immer gewünscht, mein geschlechtliches Leben (also Gender, nicht Sex) ganz ohne Aufhebens, ohne verkrampftes "Outing" genauso selbstverständlich leben zu können wie Cis- und Hetero-Sexuelle. Und wir haben ja auch schon Riesen-Fortschritte in diese Richtung gemacht. Wenn ich mein Leben in den 70er oder 90er Jahren mit heute vergleiche...
Trotzdem halte ich das in letzter Konsequenz für unrealistisch. Warum? Weil es mir auch nicht wirklich weiterhilft, im Alltag als geschlechtlich/sexuelles Neutrum gesehen zu werden, egal, was ich anhabe oder wie ich mich frisiere. Ich trage im Alltag nicht bloß deswegen Rock oder Kleid, weil mir das irgendwie besser gefällt, sondern auch und gerade deswegen, weil ich spontan, möglichst schon auf den ersten Blick, als FRAU wahrgenommen werden möchte - nicht als Egal-Was. Ich MÖCHTE "diskriminiert"=unterschieden werden! Geschlecht und Sexualität sind keine isolierten Kategorien irgendwo im luftleeren Raum, sondern zuallererst und zuvorderst SOZIALE Eigenschaften und Motive. Ich WILL damit gesehen werden.
Unsere Kleidung und unser Outfit im Alltag ist IMMER "Outing", ob wir das wollen oder nicht. Bei Cis-Gendern fällt das bloß normalerweise nicht auf, weil's halt das outet, was man eh erwartet. Aber es sagt immer etwas über uns aus - und wenn's nur die Aussage "Ich will darüber jetzt nix sagen" ist. Man kann nicht "nicht kommunizieren".
Würden wir alle Menschen grundsätzlich und von vornherein erst mal als geschlechtsneutrale Wesen sehen und behandeln, völlig unabhängig von ihrem Aussehen, dann würden wir damit ihr Outfit jeglicher, geschlechtlicher Bedeutung berauben - es sozusagen "entkleiden". Ich als transsexueller Mensch könnte mich dann gar nicht mehr mit Rock und Bluse "outen", weil es nicht mehr das bedeuten würde, was ich damit ausdrücken will. Man macht Outing damit nicht unnötig, sondern unmöglich.
Ich halte das nicht für wünschenswert - freilich auch für unrealistisch. Zum Glück.
Trotzdem halte ich das in letzter Konsequenz für unrealistisch. Warum? Weil es mir auch nicht wirklich weiterhilft, im Alltag als geschlechtlich/sexuelles Neutrum gesehen zu werden, egal, was ich anhabe oder wie ich mich frisiere. Ich trage im Alltag nicht bloß deswegen Rock oder Kleid, weil mir das irgendwie besser gefällt, sondern auch und gerade deswegen, weil ich spontan, möglichst schon auf den ersten Blick, als FRAU wahrgenommen werden möchte - nicht als Egal-Was. Ich MÖCHTE "diskriminiert"=unterschieden werden! Geschlecht und Sexualität sind keine isolierten Kategorien irgendwo im luftleeren Raum, sondern zuallererst und zuvorderst SOZIALE Eigenschaften und Motive. Ich WILL damit gesehen werden.
Unsere Kleidung und unser Outfit im Alltag ist IMMER "Outing", ob wir das wollen oder nicht. Bei Cis-Gendern fällt das bloß normalerweise nicht auf, weil's halt das outet, was man eh erwartet. Aber es sagt immer etwas über uns aus - und wenn's nur die Aussage "Ich will darüber jetzt nix sagen" ist. Man kann nicht "nicht kommunizieren".
Würden wir alle Menschen grundsätzlich und von vornherein erst mal als geschlechtsneutrale Wesen sehen und behandeln, völlig unabhängig von ihrem Aussehen, dann würden wir damit ihr Outfit jeglicher, geschlechtlicher Bedeutung berauben - es sozusagen "entkleiden". Ich als transsexueller Mensch könnte mich dann gar nicht mehr mit Rock und Bluse "outen", weil es nicht mehr das bedeuten würde, was ich damit ausdrücken will. Man macht Outing damit nicht unnötig, sondern unmöglich.
Ich halte das nicht für wünschenswert - freilich auch für unrealistisch. Zum Glück.
Herzliche Grüße
Wally
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Noa
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Re: Das Coming-out ist eine unendliche Geschichte | queer.de
Wally hat geschrieben: So 24. Dez 2023, 11:22 Als transsexueller Mensch habe mir schon immer gewünscht, mein geschlechtliches Leben (also Gender, nicht Sex) ganz ohne Aufhebens, ohne verkrampftes "Outing" genauso selbstverständlich leben zu können wie Cis- und Hetero-Sexuelle.
Warum bedeutet ein Weniger an Verkrampftheit automatisch, dass du als Neutrum gesehen wirst?Wally hat geschrieben: So 24. Dez 2023, 11:22 Trotzdem halte ich das in letzter Konsequenz für unrealistisch. Warum? Weil es mir auch nicht wirklich weiterhilft, im Alltag als geschlechtlich/sexuelles Neutrum gesehen zu werden
Es geht in dem Artikel darum, dass das alltägliche Outing weniger verkrampft wird. Die Autorin hat es satt, immer wieder in die gleiche nervige Situation hineinzugeraten, in der sie sich Leuten gegenüber erklären muss, die nicht besonders sensibel mit dem Thema umgehen.
In dem Artikel geht es nicht darum, dass wir alle Menschen grundsätzlich und von vornherein erst mal als geschlechtsneutrale Wesen sehen und behandeln sollten.
Ebenso wenig geht es darum, das Out-fit jeglicher geschlechtlicher Bedeutung zu berauben. Das fantasierst du in den Artikel hinein, um dich dann davon zu distanzieren.
Natürlich ist es unrealistisch, solche Veränderungen in naher Zukunft zu erwarten (oder nach deiner Lesart: zu befürchten). Aber vielleicht tut sich nach und nach schon etwas. Falls du diese Veränderungen noch miterleben solltest, lass dich beruhigen: Selbstverständlich wirst du dich auch dann weiterhin outen können, jede Person auf der Straße wird dich lesen können als Frau mit nicht ganz perfektem Passing (wenn ich mich richtig erinnere an deine eigenen Schilderungen deines Erscheinungsbildes). Und falls du auf eine Person triffst, die dich nach deinem Pronomen fragt, kannst du selbstverständlich antworten, dass dir diese Frage auf die Nerven geht. Die Person wird sich wahrscheinlich nicht darüber wundern, weil du ja gleichzeitig auch lesbar wärst als doch etwas älterer Mensch, und das würde ja dann deine Anti-Gendersprache-Reaktion hinreichend erklären. Oder bin ich da jetzt unsensibel?
Aber was liegt schon an Sensibilität.