Wie soll es nun weiter gehen...
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Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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MizZMoLlY
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Wie soll es nun weiter gehen...

Post 1 im Thema

Beitrag von MizZMoLlY »

Liebe Leute,

ich habe heute eine Mail, von einer Dame bekommen, die mit einer Transfrau zusammen lebt.
Diese sich vor etwa knapp drei Jahren geoutet hat. Bis dato hat diese ihr leben als "Mann"- im Beruf und auch bei und mit der Dame zu Hause "geswitcht".

Nun ist es mittlerweile so, dass sie sich an der Seite ihrer Lebensgefährtin überhaupt nicht mehr wohl fühlt und der Gedanke, belogen und betrogen worden zu sein, immer mehr sauer aufstößt.

Hier mal die kleine Zusammenfassung von dem, was sie innerlich bewegt und wie sie mich um Hilfe für ihre Fragen und Antworten bittet.

""Es ist für mich selbst. Ich würde so gern mit leuten reden, die nachvollziehen können, wie es ist, wenn deine große liebe offensichtlich theater war und deine erinnerungen, deine letzten jahre unecht waren. naja, wenn man halt benutzt wurde und offensichtlich nichts echt war....""

Die gesagte Dame lebt in Hamburg, in der Wohnung ihrer Lebensgefährtin und sucht nun Hilfe, aus dem ganzen aus zu brechen und wieder klare Gedanken fassen zu dürfen.

Lange rede kurzer Sinn??!!
Habt ihr einen oder auch mehrere Tipps, wie sie nun diese Situation verlassen kann und ob es auch für "Angehörige" einen Ort gibt, an dem sie sich mit Betroffenen austauschen kann??

Ich danke euch im Voraus ,
herzlichst Molly
Benja
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Re: Wie soll es nun weiter gehen...

Post 2 im Thema

Beitrag von Benja »

Halli Hallo

Ich kann nur berichten wie es bei mir in der Beziehung gelaufen ist.
Meine Freundin kam mit "Björn als Frau" überhaupt nicht klar. Mich als Mensch hat sie aber immer sehr geliebt.
Es gab immer mehr Konflikte und immer mehr Probleme in der Beziehung. Das ging so weit dass wir die Beziehung beenden mussten weil wir einfach nur noch gestritten haben.
Ein paar Wochen nach der Trennung hat die Benja der Andrea eine Art Kontaktanzeige geschrieben.
Nach kurzem hin und her geschreibe hatten wir dann unser erstes Date mit komplettem Neuanfang und seitdem Leben war es lesbisches Paar zusammen.

Das klappt hervorragend und die Beziehung ist wieder so schön wie sie ganz früher mal war. Wenn nicht sogar noch schöner.
Mittlerweile sind wir soweit dass wir, wenn wir unterwegs sind, sogar gemeinsam, wie zwei Freundinnen, auf die Toilette gehen.

Vielleicht hilft da auch ein kompletter Schnitt und ein Neuanfang.?.

Ganz liebe Grüße
Benja
Momo58
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Re: Wie soll es nun weiter gehen...

Post 3 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Hi Molly,

Das ist eine schwere Situation, in der mein Partner und ich vor vielen Jahrzehnten auch waren.
Zu aller erst möchte ich etwas provokativ sein. Du kannst ihr nicht helfen. Sie kann sich nur selbst helfen. Dazu gehört zuerst, dass sie sich klar macht, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt. Wenn sie nicht damit klar kommt, heißt das Trennung. Wenn sie den Partner verstehen will, heißt das Arbeit an sich selbst und an der Beziehung, möglichst mit einer Trans-erfahrenen Therapeutin.
Natürlich fühlt sie sich erst mal betrogen, aber das wollte ihr Partner sicher nicht. Er hat sich geschämt, vor sich selbst und vor ihr. OK, sie verliert eventuell einen Mann den sie geliebt hat. Aber sie gewinnt einen Menschen mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung. Sie muss sich darüber klar werden, dass sie eventuell keinen Mann mehr hat, aber eine wertvolle Freundin gewinnt.
Bei meinem Mann und mir hat es viele Jahre der Annäherung gegeben, aber gleichzeitig brauchen wir wie jedes andere Paar unsere eigenen Freiheiten.
Hier im Forum gibt es einige Partnerinnen mit denen sie sich austauschen könnte. Vielleicht wäre das etwas für sie und ihn. Ich denke, dass es in Hamburg Selbsthilfegruppen oder Beratungszentren gibt, an welche sich die beiden wenden könnten.

Liebe Grüße
Manuela
Wir alle sind nur ein unbedeutendes Staubkorn im Universum
Annette
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Re: Wie soll es nun weiter gehen...

Post 4 im Thema

Beitrag von Annette »

MizZMoLlY hat geschrieben: Do 26. Jan 2023, 15:47 Nun ist es mittlerweile so, dass sie sich an der Seite ihrer Lebensgefährtin überhaupt nicht mehr wohl fühlt und der Gedanke, belogen und betrogen worden zu sein, immer mehr sauer aufstößt.
Genau, genau, ganz genau!
Das erfahre ich auch!

Ich habe mich erstmals vor knapp drei Jahren bei meiner Frau geoutet, hatte meine OP letztes Jahr. Sie ist den ganzen Weg mit mir gegangen, und nun mehren sich eben genau diese Vorwürfe von "belogen und betrogen werden". Wichtig dabei ist, dass wir sachlich und ohne Streit darüber reden können. Und wenn ich einen Tipp geben darf, sehr hilfreich sind Kontakte mit "Leidensgenossinnen" also mit Partnerinnen von anderen Transfrauen. Meine Frau trifft sich hin und wieder mit solchen, es hilft ihr und auch den anderen. Diese Kontaktaufnahmen habe ich selbst, und bei Bedarf, zusammen mit den betreffenden Transfrauen organisiert. Psychologe hilft auch, aber wichtig ist, dass diese(r) zumindest etwas mit der Materie vertraut ist.

Liebe Grüsse,
Annette
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Re: Wie soll es nun weiter gehen...

Post 5 im Thema

Beitrag von Annette »

Hallo nochmal

Etwa zeitgleich mit dir habe ich einen sehr ähnlichen Beitrag veröffentlicht.

viewtopic.php?t=25431&start=30#p363310

LG,
Annette
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Wie soll es nun weiter gehen...

Post 6 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

MizZMoLlY hat geschrieben: Do 26. Jan 2023, 15:47 wie sie mich um Hilfe für ihre Fragen und Antworten bittet.
Für mich ist das etwas zwiespältig und heikel. Hat sie rein fachliche Fragen, ist das vermutlich problemlos für Dich. Sucht sie ehrliche Antworten auf ihre Fragen oder geht es ihr darum, dass sie Bestätigung für ein Verhalten sucht, dass sie anstrebt ? Aber ihre Entscheidung muss sie selber treffen und kann niemanden dafür verantwortlich machen. Was ist also ihre Motivation für ihr Handeln ?

Wenn Du Unterstützung geben willst, kannst Du ihr vielleicht helfen, in dem Du Gegenfragen stellst. Meine erste Frage wäre, warum sie denn jetzt, nach drei Jahren, immer mehr das Gefühl hat betrogen worden zu sein ? Meine Grundhaltung: Im Grundsatz zeugen starke Gefühle von eigenen inneren Problemen. für die bist Du nicht verantwortlich, noch kannst Du sie davon befreien. Konkret ist aus meiner Sicht nicht der Partner/die Partnerin das Problem, sondern die eigenen inneren Konflikte der Dame, die nach einer Lösung suchen. Fragen von Dir können helfen, sie zu den notwendigen Selbsterkenntnissen zu kommen. Ob aber Du die richtige Person dafür bist, musst Du selber entscheiden. Dabei ist emotionale Distanz bei gleichzeitiger Empathie erforderlich, damit Du selber nicht in den Konflikt hinein gezogen wirst. Profis haben dafür die Supervision, in der unbeteiligte Dritte, die Sache von außen überwachen.Hast Du jemanden, der Dich persönlich unterstützt ?

Pass auf Dich auf, dass Du nicht zu sehr in den Konflikt involviert wirst. Hilfestellung zu geben, ist manchmal eine Gratwanderung. Ein guter Indikator ist, wie sehr Du selber emotional berührt wirst. Kannst Du Distanz wahren ? Sprich selber mit psychologisch bewanderten Personen darüber, wenn Du die Möglichkeit hast.

Viel Glück
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
MizZMoLlY
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Re: Wie soll es nun weiter gehen...

Post 7 im Thema

Beitrag von MizZMoLlY »

Hallo alle, ihr lieben!!

Vielen dank, für eure tollen und auch sachlichen Antworten.
Ich habe mich sehr darüber gefreut und mir alles in ruhe durch gelesen.

In Neumünster habe ich das bunteTischchen gegründet, das eine Kooperation mit einer tollen Therapeutin aus Hamburg besitzt und viele meiner Gäste*innen, sind trans*- und ihre Reisen, mir nicht unbekannt.

Die besagte Dame, hat sich wohl mehr oder weniger an mich gewandt, da ich ihre Partnerin schon viele Jahre kenne und sie auch immer wieder, ein Gast bei uns ist.

Für mich war es okay, ich habe mir gerne ihre Worte und ihren Hilferuf angehört/erlesen und mit besten Gewissen versucht zu antworten.
Viele der hier geschriebenen Worte sind mir nicht Fremd und ich habe sie in meinen Worten versucht zu erläutern und ihr auch einige Details aufgezählt, für die ich so zu sagen, keine Entschuldigung suchte, sondern sie auch mal an die andere Seite des Tisches setzen wollte.

Es gab oft das Wort. Traummann, betrogen zu sein und der Egoismus, jener Trans Personen.. und ob sie je darüber hinweg kommen kann, über die 12 verschenkten Jahre.. etc..

Ich habe ihr daraufhin Angeboten sich hier an zu melden und um sich etwas auszutauschen, dieses dann vehement abgetan wurde, da ihr der ganze "kram" neumodisch vor käme und nur noch Kopfweh bereitet.

Nun gut, es steht nicht in meiner Macht dieses alles zu beurteilen, denn das kann wirklich nur sie selbst, mit professioneller Hilfe und vielen Gesprächen, die ihre Fragen vielleicht beantworten.

Ich wünsche euch allen einen schönen Samstag Abend und einen tollen Sonntag. (so)

bunte grüße Molly (hs)
Karla
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Re: Wie soll es nun weiter gehen...

Post 8 im Thema

Beitrag von Karla »

neumodisch?: früher haben es die meisten halt mehr oder auch weniger erfolgreich versteckt: Gesund war das sicher auch nicht!
Filmtip: ANIMA - die Kleider meines Vaters
Man(n) kann es versuchen mit genügend Alkohol zu ertränken, mit Hilfe von Prostituierten auszuleben: (nicht wenige bieten Feminisierung an!), "den Macho geben" um davon sich selbst und andere abzulenken, versuchen durch eine 120% feminine Partnerin zu kompensieren... - die u.U. dann dadurch überfordert wird!
...oder es ausleben...
Transvestitenscheine gab es schon vor über 100 Jahren! Rosa Winkel ist seit 1945 abgeschafft, -§175 ist seit 1994 Geschichte, mit dem TSG von 1980 erkennt der Staat an, daß in dem "biologistisch männlichen Körper" auch eine trans-Frau stecken kann - der immer noch so viele Knüppel in den Weg gelegt werden, daß Angst nachvollziehbar ist!

provokante Frage jetzt:
braucht sie "den Macho", "allzeit bereit", oder kommt sie mit einem femininen Lieblingsmensch zurecht? Lebenserfahrung und Schulter zum Anlehnen bleiben mit Glück erhalten, wenn es ihr gelingt den nicht kaputtzumachen! - Kann zum Fiasko werden, aber auch zur win-win-situation!
MizZMoLlY hat geschrieben: Sa 28. Jan 2023, 20:11 da ihr der ganze "kram" neumodisch vor käme und nur noch Kopfweh bereitet.
zumindest vorsätzlichen Betrug sollte die Partnerin daher nicht unterstellen: manche versuchen die männliche Rolle nach Kräften auszufüllen - bis es irgendwann nicht mehr geht!

LG Karla
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
lexes
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Re: Wie soll es nun weiter gehen...

Post 9 im Thema

Beitrag von lexes »

MizZMoLlY hat geschrieben: Do 26. Jan 2023, 15:47 Liebe Leute,

ich habe heute eine Mail, von einer Dame bekommen, die mit einer Transfrau zusammen lebt.
Diese sich vor etwa knapp drei Jahren geoutet hat. Bis dato hat diese ihr leben als "Mann"- im Beruf und auch bei und mit der Dame zu Hause "geswitcht".

Nun ist es mittlerweile so, dass sie sich an der Seite ihrer Lebensgefährtin überhaupt nicht mehr wohl fühlt und der Gedanke, belogen und betrogen worden zu sein, immer mehr sauer aufstößt.

Hier mal die kleine Zusammenfassung von dem, was sie innerlich bewegt und wie sie mich um Hilfe für ihre Fragen und Antworten bittet.

""Es ist für mich selbst. Ich würde so gern mit leuten reden, die nachvollziehen können, wie es ist, wenn deine große liebe offensichtlich theater war und deine erinnerungen, deine letzten jahre unecht waren. naja, wenn man halt benutzt wurde und offensichtlich nichts echt war....""

Die gesagte Dame lebt in Hamburg, in der Wohnung ihrer Lebensgefährtin und sucht nun Hilfe, aus dem ganzen aus zu brechen und wieder klare Gedanken fassen zu dürfen.

Lange rede kurzer Sinn??!!
Habt ihr einen oder auch mehrere Tipps, wie sie nun diese Situation verlassen kann und ob es auch für "Angehörige" einen Ort gibt, an dem sie sich mit Betroffenen austauschen kann??

Ich danke euch im Voraus ,
herzlichst Molly

Ich habe da eine ganz simple Lösung um sich mal zu kalibrieren .. im Sinne von "was will ich - wie wichtig ist mir der Kontakt zu anderen Menschen "

Ein Solo-Wochenende-Ausflug in eine andere Stadt und der Besuch einer Bar / Disco / eines Clubs mit queeren Leuten.

Das ist zwar ein Sprung ins kalte Wasser aber es löst so viele Probleme

- Frau kann sich im Hotel ungezwungen umziehen ( keine Nachbarn die durch's Fenster zuschauen )
- in einer anderen Stadt gibt es so gut wie keine Chance von einem Arbeitskollegen in einer Gay-Bar gesehen zu werden :-)
- Ich war schon oft in solchen Clubs => nicht EINE .. also wirklich gar keine Anfeindung / Spott / Ablehnung / was auch immer , ganz im Gegenteil
- Frau wird sofort in Gespräche eingebunden
- dann weiß sie wie es ist einen ganzen Abend mit anderen Menschen ( völlig ungehemmt ) zu reden.

Dann zurück ins Hotel und eine ruhige Nacht darüber schlafen ..

Am nächsten Morgen ( das verspreche ich ) ist der Kompass neu ausgerichtet .. ohne Frage

Und wenn sie es noch etwas persönlicher haben möchte => dann ein privates Schmink-und-Dress-Event-a'la-Elli-Hunter ( nicht nur eine MekeUp-Visagistin aus dem Telefonbuch nehmen , die zwar professionell-nett aber doch trotzdem irgendwie unangenehm berührt ist )
Das kostet zwar Geld aber sie kann über Stunden im One-on-One mit jemanden reden , dem dieses Thema ebenfalls absolut am Herzen liegt

Dann wieder zurück ins Hotel und eine weitere ruhige Nacht darüber schlafen ..

Am nächsten Morgen ( das verspreche ich ) ist der Kompass neu ausgerichtet .. wahrscheinlich noch mehr als nach einem Abend im Club

Ich habe das alles schon gemacht und mir schon auf dem Rückweg zum Hotel ( vor der besagten Nacht zum Überschlafen der Thematik ) gesagt : Warum .. WARUM... WARUM .. HAST DU DAS NICHT SCHON FRÜHER GEMACHT ??

Diese Momente sind dem berühmten ersten Anziehen einer Strumpfhose / Wäsche / Badeanzug der Schwester / Mutter ,und der inneren Offenbarung das dies wohl keine kurze Spinnerei ist, wirklich sehr ähnlich

Ganz liebe Grüße an die Freundin und alles Gute für Sie

Liebe Grüße

Lexi
Elvira
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Re: Wie soll es nun weiter gehen...

Post 10 im Thema

Beitrag von Elvira »

? Ging es nicht um die "Dame" und nicht um die Transfrau?
Dein Ratschlag bezieht sich doch auf den ehemaligen Mann, nicht?

Gefragt war aber ein Vorschlag für die Dame.

Ich persönlich würde der "Dame" auch empfehlen, sich mit der queeren Szene zu treffen.
Vielleicht gibt es eine Chance einzusehen, daß ihr Partner sie nicht belogen hat, sondern, daß "er" auch keine andere Perspektive hatte (oder zumindest geglaubt hat, keine zu haben).

Wenn ich noch einmal in den 50ern geboren würde, hätte ich wahrscheinlich auch keine Chance gehabt, etwas anders zu machen. als ich es gemacht habe.
Mit meinem heutigen Wissen in unserer Zeit würde ich sagen, kein Versteckspiel mehr, weg mit den Männerklamotten und nur solche Menschen daten, die damit klarkommen wie "ich" bin.
lexes
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Re: Wie soll es nun weiter gehen...

Post 11 im Thema

Beitrag von lexes »

Elvira hat geschrieben: Fr 3. Feb 2023, 11:21 ? Ging es nicht um die "Dame" und nicht um die Transfrau?
Dein Ratschlag bezieht sich doch auf den ehemaligen Mann, nicht?

Gefragt war aber ein Vorschlag für die Dame.

Ich persönlich würde der "Dame" auch empfehlen, sich mit der queeren Szene zu treffen.
Vielleicht gibt es eine Chance einzusehen, daß ihr Partner sie nicht belogen hat, sondern, daß "er" auch keine andere Perspektive hatte (oder zumindest geglaubt hat, keine zu haben).

Wenn ich noch einmal in den 50ern geboren würde, hätte ich wahrscheinlich auch keine Chance gehabt, etwas anders zu machen. als ich es gemacht habe.
Mit meinem heutigen Wissen in unserer Zeit würde ich sagen, kein Versteckspiel mehr, weg mit den Männerklamotten und nur solche Menschen daten, die damit klarkommen wie "ich" bin.
Ich hatte das tatsächlich falsch interpretiert "¦.

Danke für die Richtigstellungen!

Dein Vorschlag ist genau richtig "¦ mit anderen Transpartnern reden (und nicht mit den "ebenfalls-selbst-wahrgenommen-Betrogenen".

Es ist leider immer ein ähnlicher Verlauf. => die Trans-Person / oder Crossdresser verschweigt aus recht nachvollziehbaren Gründen Ihr Geheimnis => und es sind gute Gründe.

Wenn sie sich dann offenbart , dann fühlt sich die Partnerin belogen und betrogen. ( auch das kann man schon irgendwie verstehen. )

Und in der Enttäuschung fallen dann Worte wie
"Theater" ,
"unecht"
und "benutzt" => und insbesondere das Letzte ist ja nun wirklich so falsch wie es nur sein kann.

Zum besseren Verständnis überspitze ich die folgende Aussage mal :

Ich denke das nicht EINE Person aus diesem Forum , nur um Ihr finsteres Geheimnis vor der Welt zu verbergen, sich bewusst eine Alibi-Frau gesucht hat , um diese dann egoistisch für eine "das Ganze Leben betreffende Charade" auszunutzen.

Die Motive ( dieses Geheimnis nicht direkt beim ersten Date ) breit auf dem Tisch auszulegen , sind doch seeehr viel subtiler , menschlicher und nicht egoistisch"¦

Wer würde es sich denn ganz im Gegenteil nicht sogar WÜNSCHEN der Frau ( die man liebt ) sein ganzes Ich zu zeigen und offen und ehrlich damit zu leben ?? JEDE(R) hier würde das"¦ ohne Ausnahme.

Ein solches Geheimnis ist eine Belastung und kein Nervenkitzel-Fetisch

Leider ist unsere Gesellschaft fraglos nicht in der Lage den Menschen aus diesem / unseren Kreis ein reguläres Leben zu gewähren .. und darauf werden wir auch wahrscheinlich noch lange warten ( dafür können die Partnerinnen natürlich genau so wenig , das ist klar )

Aber ein Outing trägt ja nicht ohne Grund eben genau DEN NAMEN.
Man outet sich "¦ als "anders" / "nicht der Norm entsprechend" etc.
Und das führt (wahrscheinlich bis auf wenige Ausnahmen) zu familiären / freundschaftlichen / beruflichen / sozialen Verwerfungen.

Hast Du"™s schon gehört , der Tobias trägt heimlich Kleider !!! Den Buschbrand kann man sich gut vorstellen (ich sag"™s nochmal=> auch dafür können die Partnerinnen natürlich genau so wenig ,)

Und wenn man sich dann ( evtl. mach Jahren ) endlich der Integrität seiner Partnerin sicher ist und sich offenbart / outet ( was ja ein totales Kinderspiel mit sicherem Ausgang ist :-) ) => dann ist man rückwirkend betrachtet ein Lügner und jemand, der das Vertrauen eines geliebten Menschen ausgenutzt hat. => Das Ganze sieht von diesem Standpunkt doch etwas anders aus, oder nicht :-)

Ich finde Elviras Vorschlag " die Dame möchte mit anderen Trans-Personen / Crossdressern über ein Leben mit dem Geheimnis und der realistischen Angst vor den Konsequenzen mal ein ruhiges Gespräch führen" absolut richtig.

Mal die Perspektive der Gegenseite einholen hat noch in JEDEM "Konflikt" die Chancen auf eine Einigung verbessert.

Sich im eigenen Kreis der "Betroffenen" umzuhören wird die Gräben wahrscheinlich eher vertiefen.

Gaaaaaanz viel Erfolg dabei.

Lexi ( seit 10 Jahren Glücklich mit einer Betroffenen verheiratet :-))
Cappuccina
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Re: Wie soll es nun weiter gehen...

Post 12 im Thema

Beitrag von Cappuccina »

Hallo MizZmoLIY,

vieleicht möchte diese Dame mal mit mir als Partnerin einer transFRAU schreiben/sprechen?
Sie erreicht mich unter Signal, Whatsapp, Facebook oder ganz simpel auf Handy.
Vieleicht ist das für sie einfacher als als so ein "neumodischer Kram" ?

Liebe Grüße aus dem Münsterland,
Cappuccina
***keep smiling***
MizZMoLlY
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Re: Wie soll es nun weiter gehen...

Post 13 im Thema

Beitrag von MizZMoLlY »

Liebe Lexi , liebe Elvira!

Ich war ein paar Tage nicht online da ich außerhalb des Netzes, ein bisschen Luft geschnappt habe^^

Nun möchte ich euch sehr danken und eine kleine Rückmeldung geben, zu dem was ihr mir geschrieben habt.

Ich hatte von der Partnerin dieser besagten "Dame" hier am Samstag Besuch und mich sehr gefreut sie zu sehen. Natürlich brannte es mir sehr auf den Lippen, wie es wohl zu Hause steht und wie die beiden sich "arrangieren"

(nein, ich habe nichts von dem Hilferuf ausgeplaudert da ich es nicht für angemessen halte.)-

So denn habe ich also, mit ganz viel "Molly" Charme ein paar Details um viele Ecken erfahren und somit die Gegenseite zu dem was mir "anvertraut" wurde erhalten und mich in meinen und Euren Worten wieder gefunden.

Ich denke auch das es eine große Belastung ist diese gewisse "Rolle" ein zu norden und sich somit der Gesellschaft anzupassen und möglichst nicht auf zu fallen, aber doch irgendwie das Leben, das "nicht ich" bin, zu bestreiten.
Ich habe mir beide Seiten angehört und denke wie ihr, es ist einfach zu urteilen, aber nicht zu verstehen.

Natürlich kann ich auch ein wenig die Seite von der Cis Frau nachvollziehen, die in "ihn" unsterblich verliebt war und dachte den "Mann"- ihres Lebens gefunden zu haben. Doch kann ich ebenso gut die Lebensweise der Partnerin sehen und weiß, was es bedeutet ein Schauspiel jeden Tag für sich zu spielen, nur um irgendwie zu funktionieren und den Schein zu wahren.

Ich möchte mich noch mal herzlich bedanken, für die vielen aufschlussreichen Worte und auch die Idee sich einfach mal in die Materie zu begeben, als zu urteilen und alles ab zu wenden, da der Kanal bis zum Anschlag gefüllt ist...

Zu der *Trans Dame, möchte ich noch gern hinzufügen:
"Ich habe aus Ihren strahlenden Augen gelesen und vernommen, dass das leben jetzt viel mehr Sonne in ihr Leben bringt und sie jeden Tag aufs neue in vollen Umfang genießt, was ihr so lange verwehrt war und die vielen Diskussionen und Vorwürfe, sich immer mehr voneinander entfernen statt zueinander zu finden.

Einen schönen Dienstag wünsche ich euch allen und kommt gut durch die Woche :)
MizZMoLlY
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Re: Wie soll es nun weiter gehen...

Post 14 im Thema

Beitrag von MizZMoLlY »

Liebe Capuccina,

ich habe deine Zeilen weiter gereicht und habe ein paar Tage auf meine Antwort dazu warten müssen.

Sie schrieb mir, das sie von alledem nichts mehr hören möchte und sie erst ein Mal eine Pause zum durchatmen Bräuche.

Wir haben unser bestes getan und ich versucht all unsere Gedanken in diesem Threat dazu ein zu bringen und sie hat auch mal die andere Seite der Medaille gelesen.
Ihre Ablehnung werden wir nun auch akzeptieren und jeder für uns seinen Teil da heraus nehmen.

Ich wünsche euch alle einen schönen Samstag Abend,

grüßle Molly (flo)
Antworten

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