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Und die Typen mit dem Trettboot schauen in die Röhre
Mensch Stephanie wo nimmst du nur die ganzen Ideen für deine Geschichte her.
Jedenfalls vielen Dank dafür.
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
Kerstin hat geschrieben: Fr 13. Jan 2023, 21:10
Und die Typen mit dem Trettboot schauen in die Röhre
Mensch Stephanie wo nimmst du nur die ganzen Ideen für deine Geschichte her.
Jedenfalls vielen Dank dafür.
Wo ich die Ideen hernehme? Vieles erlebe ich selbst. Dann beobachte ich gerne meine Mitmenschen. So einen Kanadier besitze seit über 30 Jahren. Ich habe da schon einiges auf dem Wasser erlebt und gesehen. Damit alleine könnte ich ein schon Buch schreiben.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
Wir gehen durch den Garten zum Haus hoch. Auf der Terrasse sieht man den Grill qualmen. "Ha! Da sind wir ja grade rechtzeitig gekommen", sagt Sandra. Thomas lächelt Sandra an. "Gut siehst Du aus, locker, entspannt", sagt er, "liegt das an Stefanie?" "Auch", antworte ich schnell. "Fast nur"¦", vervollständigt Sandra lächelnd. "Das ist schön dich so zu sehen", fügt Carola hinzu. Hans bittet uns Platz zu nehmen. Ich ziehe grade den Stuhl unter dem Tisch vor, das bufft mich was am Bein. Franzi steht da, hat ihren Ball im Maul und schaut mich mit schiefgelegtem Kopf treu an. Sandra, Elvira und Hans schauen gespannt. Ich knie mich neben Franzi und kraule sie. Dann lässt sie den Ball los. Den schnappe ich mir, springe auf und laufe in den Garten. Franzi kommt protestierend hinterher. Über die Modellbahngleisen muss ich springen, weil da grade ein Zug fährt. Staunend bleibe ich stehen. Eine Baureihe 218 zieht einen nicht grade kurzen Güterzug durch den Garten. Franzi fasziniert der Zug nun gar nicht. Und "Zack" hat sie mir den Ball gemopst und läuft zur Terrasse zurück. "He du!" protestiere ich und laufe ihr hinterher. Franzi verschanzt sich in ihrer Ecke und schaut mich frech an. "Frechheit!" protestiere ich grinsend. Die anderen fünf lachen. "Und habe ich zuviel versprochen?" fragt Hans lachend zu Thomas und Carola. "Ist das niedlich", lacht Carola, "da haben sich aber zwei gefunden."
Ich setze mich erstmal hin, weil es nun was vom Grill gibt. Nebenbei unterhalten wir uns auch über den geplanten Törn über Nord- und Ostsee. "Hast Du Erfahrung mit größeren Booten?" fragt mich Thomas, "oder kannst Du segeln?". Ich lächele ihn an. "Obacht, wenn Steffi so lächelt"¦", lacht Elvira "Also große Boote, ja, ich habe den Sportbootführerschein Binne und See", sage ich, "und segeln kann ich auch." "Oh cool, welche Bootsklasse?" fragt Thomas, allerdings schaut er irritiert zu Sandra, weil die sich schon wieder das Lachen verkneift und Lachtränen in den Augen hat. "Nee, nicht Boot, "¦ Flugzeug", antworte ich mit naiven Augenaufschlag. "Dein Gesicht, "¦ unbezahlbar, Bruderherz", gackert Sandra. Thomas ist jetzt etwas durch den Wind. "Aber ich glaube das andere Segeln bringt ihr mir dann bei", sage ich, um die Sache etwas zu entschärfen. "Also nee, Stefanie", sagt Thomas lachend und dann zu Sandra: "Ist sie immer so?" "Nee, aber meistens", sagt Sandra grinsend. Carola sitzt daneben und schaut lächelnd von einem zum anderen. "Schön", sagt sie dann, "ich glaube, ihr beide seid eine tolle Kombination." "Aber so was von", sagt Hans, bevor Sandra und ich uns äußern können. Hans kommt mit gegrilltem Fleisch und Würstchen. Das sieht schon wieder sehr lecker aus und schmeckt auch lecker. "Super zart, Kompliment an den Grillmeister", lobe ich . "Danke Steffi", bedankt sich Hans. Auch die Beilagen sind sehr lecker. Elvira hat sich da auch ins Zeug gelegt. Auch dafür gibt"™s ein Kompliment, wo sich alle dran anschließen.
"Du bist Segelfliegerin?" fragt mich Thomas. "Ja, seit diesem Jahr wieder, ich hatte lange pausiert", antworte ich. "Das ist doch auch was fürs Schwesterherz", sagt Thomas, "die geht doch gerne mal in die Luft." "Aber so was von", lacht Sandra, "und mit Steffi macht es noch mal so viel Spaß." Sandra zeigt ein paar Bilder von ihrem Handy. "Sehr schön", sagt Carola verträumt, "nimmst Du auch Gäste mit? Ich würde das auch gerne mal machen." "Das ist kein Problem", sage ich, "das habe ich schon ein paarmal gemacht." Auf Sandras Handy tauchen jetzt Bilder vom Springen auf. "He, Schwesterherz, was ist denn das?" fragt Thomas begeistert. "Fallschirmspringen", antwortet Sandra. "Ja, sehe ich auch, aber Du"¦?" staunt Thomas. Dann erzählt Sandra die Geschichte drum herum. Sie erzählt das sehr locker und bringt uns dabei öfter mal zum Lachen. "Sehr schön", sagt Thomas, "die Stefanie macht was mit dir, was tolles, schönes." Ich glühe zur Abwechslung mal wieder auf. "So taff, wie sie ist, zu doll darfst du sie nicht loben", sagt Sandra kichernd, "aber ja, so was wie Stefanie habe ich noch nicht erlebt. Und Obacht, sie nimmt einen gerne hoch." "Das habe ich schon gemerkt", lacht Thomas. Ich schaue zu Franzi. "Stimmt"™s?" frage ich sie . "Woff", sagt Franzi. "Klasse", sagt Elvira. Aus den Augenwinkeln sehe ich einen anderen Spielball von Franzi liegen und Franzi versucht mich schon wieder mit ihrem Ball zu "provozieren". Ich esse erstmal auf. "Na Franzi, hast Du Langeweile?" fragt Hans sie. Ich steh vorsichtig auf und hole den anderen Ball. Franzi kriegt das sofort mit und will natürlich den Ball auch haben. Dann müsste sie den anderen kurz ablegen. Das bringt sie natürlich in einen Konflikt. Mit dem andern Ball laufe ich in den Garten. Franzi lässt ihren Ball auf der Terrasse und kommt hinter mir her. Als sie nah dran ist, werfe ich den Ball noch ein paar Meter weg und laufe zur Terrasse zurück. Dort schnappe ich den anderen Ball. Franzi kommt auch zurück mit dem Ball im Mund. Natürlich protestiert sie wieder. Sie steht vor mir und will meinen Ball auch haben. Den lege ich neben sie ab. Sie legt ihren Ball ab und schnappt sich meinen. Ich nehme ihren, was sie sofort mit einem "Woff" quittiert. Jetzt will sie den natürlich haben. Also dasselbe Spiel, ich lege meinen hin , sie legt ihren ab und schnappt sich meinen. Dann nehme ich ihren. Das geht ein paar Mal so. Dann schaut sie mich mit schiefgelegtem Kopf an. Sandra und Co. sind am schmunzeln, lachen. Mal sehen, was Franzi sich jetzt einfallen lässt, damit sie beide Bälle bekommt.
Franzi legt ihren Ball jetzt vor ihren Pfoten ab und schaut mich frech an. Ich lege meinen Ball auch vor mir ab. Als sie sich den Ball schnappen will, versuche ich ihren zu kriegen. Franzi knurrt leise und gibt ihr Vorhaben auf. Sie versucht es noch ein paar Mal, dann ändert sie ihre Strategie. Sie legt ihre Pfoten auf den Ball. Ich mache das gleiche. Da das nicht den Erfolg hatte, den sich Franzi vielleicht erhofft hatte, bellt sie: "Woff! Woff!" Sie hat es aber wohl durchschaut, dass ich gleich mache wie sie und schleicht sie sich jetzt ran. Sie legt den Ball vor den Pfoten ab, legt die Pfote drauf und robbt dann an mich ran. Ich mach das auch so. Die anderen schauen gespannt zu. Als wir auf ein paar Zentimeter aneinander ran sind, steht Franzi auf, setzt sich sofort auf ihren Ball und schnappt sich meinen mit dem Maul. Dabei schaut sie mich mit schiefgelegtem Kopf an. Ich kraule und streichele sie. "Super Franzi!" lobe ich sie. Franzi genießt das richtig. Dann darf ich mich auch wieder hinsetzen. "Verdammt intelligent, das Tier", sage ich fasziniert. "Das hat so aber noch keiner aus ihr rausgekitzelt", sagt Elvira begeistert. Franzi holt jetzt beide Bälle, legt sie neben meinen Stuhl und legt sich dann daneben. "Unglaublich", sagt Hans. "Sie kostet ihrem Triumph voll aus", sage ich lächelnd und schaue Franzi an, "stimmts?" Franzi zwinkert mit beiden Augen, ich zwinkere zurück. "Stefanie, das hat doch bestimmt hungrig gemacht, oder?" fragt Hans und hat noch ein Steak in der Grillzange. "Na klar", sage ich und halte mein Teller hin.
Während ich esse, sehe ich im Augenwinkel wieder einen Zug durch den Garten fahren. Ich schaue hin und staune. Ein ewig langer Güterzug mit dem schweizer Krokodil vorne dran fährt da ja majestätisch langsam. "Boah!" staune ich. "Fehlt eigentlich nur noch deine 01", sagt Hans lächelnd. Ich lächele zurück. "Wenn du ausreichend Personenwaggons hast", sage ich lächelnd. "Reichen 10? Mit Kakadu?" fragt Hans grinsend. "Kakadu?" fragt Thomas. "Halbspeisewagen", antwortet Hans. "OK", sagt Thomas lächelnd. Anschließend erkläre ich Thomas noch über meine Modellbahn Ambitionen auf. Die Fotos von meiner Anlage zu Hause zeige ich auf dem Smartphone. Thomas staunt. "Das ist ja ein Ding", sagt er dann. Mit dem Essen sind wir nun langsam durch. "Ein Nachtisch geht aber noch?" fragt Elvira und räumt dann den Tisch ab. Sandra und Carola helfen ihr dabei. Elvira kommt wieder und hat schon mal das Geschirr für den Nachtisch dabei. "Carola fragt grade Sandra wegen Dir aus", sagt Elvira lächelnd, "sie ist schon recht begeistert." "Soso, aha", sage ich lächelnd. "Ja, Sandra braucht schon jemanden, der sie fordert", sagt Thomas. Ich zwinkere zu Antwort. Dann kommen Sandra und Carola wieder. Als Nachtisch gibt es Panna Cotta mit Erdbeeren. Sandra erzählt dann von den leckeren Erdbeeren von meine Gattin, von denen sie dann Ableger bekommen kann. "Da bin ich aber gespannt", freut sich Elvira. Nach dem Nachtisch unterhalten wir uns über alles Mögliche. "Soll ich euch dann nach Hause bringen?" fragt Hans, "oder fahrt ihr noch zurück." Sandra und ich schauen uns kurz an. "So spät ist es ja noch nicht, ich glaube wir fahren dann noch mit dem Boot", sagt Sandra. "Außerdem fahrt ihr ja mit der Strömung", sagt Thomas. "Na ja, so viel Strömung ist nun auch nicht, wegen der Wehre", sage ich noch. "Stimmt auch wieder", sagt Thomas lächelnd. Wir kommen nochmal auf unsere geplante Segeltour. "Wer kommt denn noch so mit?" frage ich Thomas, "ihr beide habe ich vorhin rausgehört." " Genau, dann noch Bernhard und Rosi", antwortet Thomas, "und dann unser ältester Cousin Christian mit Ehefrau Manuela." "Ui, 10 Leutchen, passen wir da alle drauf?" frage ich. "Wird ein bisschen kuschelig, aber wir sind ja alles Paare", antwortet Sandra und zieht frech ihre Augenbrauen hoch. Ich lächele sie deswegen an. "Und schwindelfrei musst du sein", sagt Hans grinsend, "wenn wir die in die Takelage schicken." "Wenn ich das als Segelfliegerin und Fallschirmspringerin nicht wäre, dann hätte ich grundsätzlich was falsch gemacht", antworte ich trocken. "Dein Humor ist irgendwie toll", sagt Carola. "Und wenn sie dann noch etwas danebenliegende Aktionen anderer sachlich kommentiert, wird"™s richtig lustig", sagt Sandra lachend. Ich zwinkere übertrieben mit den Augen. "Zu gut", sagt Carola.
Nach einiger Zeit, in der wir uns noch über alles Mögliche unterhalten haben, sagt Thomas: "Wir müssten dann leider aufbrechen, wir müssen noch zurück nach Hamburg." "Dann können wir auch gleich mit los", sagt Sandra. "Wir kommen dann noch mit zum Steg, zum Tschüss sagen", sagt Thomas. Zusammen gehen wir dort hin, Franzi ist natürlich auch mit dabei. An den Gleisen staune ich wieder. Dieses Mal zieht eine V 100 mit drei Silberlingen ihre Runde. "Ja, hier fehlt tatsächlich noch eine Dampflok", sage ich grinsend. "Auf alle Fälle", bestätigt Hans. Wir kommen am Steg an. Wir verabschieden uns alle herzlich voneinander. "Stefanie, vielen Dank, dass wir uns schon vorher kennenlernen konnten", sagt Carola, "da freue ich mich schon auf den Törn." "Ja, das kann ich so auch gerne zurückgeben", sage ich lächelnd. Ich schaue Sandra an. "Wo möchtest Du jetzt sitzen" frage ich sie. "Och wenn ich darf, hinten", antwortet Sandra. "Habe ich mir auch so gedacht", sage ich und dann zu den anderen: "Sandra hat gerne mal was zu tun." "Inwiefern? Fragt Thomas lächelnd. "Der hintere Platz ist etwas anspruchsvoller vom Paddeln", sage ich. "Auf dem Hinweg konnte ich vorne schon üben", antwortet Sandra. "Dann kommen wir aber noch mit raus und schauen mal", sagt Hans. Wir steigen ins Boot. "Woff!" sagt Franzi, macht einen Satz und sitzt im Boot zwischen uns. Ich drehe mich um und frage sie: "Kommst Du mit?" Sie legt den Kopf schief und schaut mich an. "Na dann los", sage ich. "Ruft an, wenn ihr zu Hause seid, ich hole sie dann ab", sagt Hans. "Machen wir so", sage ich. "Woff", macht Franzi und legt sich bequemer hin. Wir legen ab. Erstmal müssen wir rückwärts raus, unter der Brücke durch, dann stehen wir auf dem Fluss. Hans und Co. kommen auf den Uferweg. Sandra dreht unsere Boot in Fahrtrichtung. Hans und Thomas staunen. Sandra sieht das und grinst. "Das hat mir mein indianischer Scout "gekrönte Libelle" beigebracht, wie man einen Kanadier ohne übersetzen des Paddels steuert", sagt sie dann grinsend. "Gekrönte Libelle?" fragt Elvira. Ich hebe meine Hand und sage kurz: "Ich!" "Aha und warum?" staunt Carola. "Weil Stefanie "die Gekrönte" heißt und Libelle mutmaße ich wegen des Segelfliegens", antworte ich. Sandra nickt. "Libellen faszinieren Sandra, seit ihrer Kindheit", sagt Elvira. "Aha, schön zu wissen", sage ich lächelnd. "Los geht"™s", sagt Sandra. Wir winken noch einmal und fahren dann los. Sandra kriegte es auf Anhieb hin zu steuern. Ich helfe ihr ein wenig. "Ist schon etwas ungewohnt, sonst war ich immer hinten", sage ich, "aber Du machst das wirklich gut." "Bin ja auch das halbe Leben Indianerin gewesen", sagt Sandra. Jetzt müssen wir beide herzlich lachen.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
Mit einer ordentlichen Geschwindigkeit sind wir unterwegs. Franzi genießt die Tour auch. Dadurch das meine Sitzbank etwas breiter ist und ich zur Bootswand versetzt sitze, nutzt Franzi die Lücke und springt galant neben mir über die Bank. Nun sitzt sie vor mir. "Stört sie Dich?" fragt Sandra. "Nee, hier ist noch genug Platz", antworte ich. Jetzt will Franzi mitpaddeln und versucht ihre Pfote auf meine Hand zu legen. Das klappt aber nicht richtig. Kurz legt sie ihren Kopf schief, schaut noch ein bisschen zu, dann schaut sie wieder nach vorne. Ab und zu kreuzen ein paar Enten unseren Weg. Sobald Franzi sie bemerkt, sagt sie ein kurzes, lautes "Woff", was die Enten veranlasst doch lieber den Luftweg zu nehmen. "Braver Hund", sage ich und streichele sie am Kopf, "nicht das wir sie noch umfahren." "Ihr beiden"¦", sagt Sandra lachend. Das erste Wehr kommt in Sichtweite. "Wenn wir die Bootsrutsche runterfahren, müssen wir wahrscheinlich leicht nach rechts lenken", sage ich , "die Strömung drückt einen nach links in die überhängenden Büsche. War früher jedenfalls so." "Ist heute auch noch so", sagt Sandra. Langsam gleiten wir auf die Einfahrt zur Rutsche. Sandra hält genau die Mitte. Und schon rauschen wir auch runter. "Juchu!" ruft Sandra. Unten drücke ich den Bug leicht nach rechts und wir laufen geradeaus. "Genauso", kommentiere ich es. Und Franzi muss wieder ein paar Enten zeigen, wer hier die Chefin ist. "Coole Nummer", bemerkt Sandra, "da freut man sich schon auf das andere Wehr." Ich nicke.
"Oh, schau mal da vorne", sage ich leise und drehe mich dabei zu Sandra, "kommen die dir bekannt vor?" "Jepp!" antwortet Sandra. Unsere beiden Spezis mit ihrem Tretboot fahren vor uns. "Franzi! Flach!" sagt Sandra. Und Franzi macht sich ganz flach vor mir. Ich lächele Sandra kurz an. Die beiden vor uns haben uns bemerkt und drehen sich quer. Der Fluss ist hier nicht so breit, dass es jetzt schon ein bisschen kniffelig wird, an dem Boot vorbei zu kommen. "Versuch mal hinter den Typen durchzufahren, Sandra", sage ich. Sandra steuert nach links, ich unterstütze, indem ich mein Paddel weit auslege und dann ans Boot ranziehen. Eine Kollision können wir dadurch abwehren, aber wir ziehen knapp hinter deren Heck durch. Die Typen grinsen uns doof an. Ich will grade losmeckern, da ruft Sandra: "Franzi, sitz! Gib Laut!" Was Franzi sofort umsetzt. Wie eine Sprungfeder kommt sie hoch und bellt laut los. Das macht einigen Eindruck auf die Deppen und erschrecken tun sie sich auch ordentlich. Jetzt muss ich doch mal grinsen. Franzi springt noch an mir vorbei in die Mitte und bellt noch weiter. Sandra beruhigt sie dann. Franzi schaut die beiden noch lange grimmig an, dann kommt sie wieder zu mir nach vorne. Ich drehe mich zu Sandra, während ich Franzi kraule. "Ich habe das, so glaube ich, noch nie gehört, dass ein Goldi so laut bellen kann", sage ich erstaunt. "Aber hat seine Wirkung nicht verfehlt", sagt Sandra lächelnd. "Brave Franzi", sage ich und kraule sie noch.
Jetzt kommen wir wieder am Südsee vorbei. An einer Fußgängerbrücke ist ein traditioneller Fütterungsplatz, wo die Leute Enten füttern. "Vom Entenfüttern bin ich generell keine Freundin", sagt Sandra. Ich nicke zustimmend. Franzi findet das ebenfalls nicht gut und äußert das auch auf ihre Weise. Das ist schon beeindruckend, wenn gefühlt Hunderte von Enten schlagartig losflattern. Da sie versuchen von Franzi weg zukommen fliegen sie über die Fütternden hinweg. Einige der Enten scheinen ihr Abfluggewicht zu verringern, in dem Sie einige Ausscheidungen abgeben. Jedenfalls kann man das aus den Flüchen einiger Leute deuten. Ein Mann geht am Ufer neben uns her und spricht uns erbost an. "Sie haben ihren Hund wohl nicht unter Kontrolle, was?" schimpft er. "Doch" kontere ich, "wenn ich sie nicht unter Kontrolle hätte, wäre sie ins Wasser gesprungen und dann wäre hier richtig Party." Sprachlos bleibt er stehen. "Ist so", setzt Sandra noch obendrauf. Wir verlassen den Platz schnell. Hinter der nächsten Kurve ist dann auch kein Weg mehr am Ufer. Wir lassen uns erstmal gleiten und lachen herzlich. "Franzi lass dich mal kraulen", sagt Sandra und Franzi hopst über meine Bank an mir vorbei. Sandra krault sie durch. "Das ist genau ihr Ding, so eine Tour", sagt Sandra. Ich drehe mich auf meiner Bank um. "Das sieht man aber auch", sage ich, "sie genießt das richtig." Ich angele mir den Korb, den wir dabei haben. "Einen Tee, die Dame?" frage ich. "Ja gerne", antwortet Sandra und schnappt sich gleich die Kekse. Franzi schaut gespannt zu. Eine Flasche Wasser habe ich auch dabei. "Grundsätzlich nehme ich immer ein paar mehr Becher mit, für den Fall das man unterwegs mal wen trifft", sage ich grinsend als ich Sandra einen Becher gebe. Franzi macht auch auf sich aufmerksam, dass sie was habe möchte. Also gebe ich ihr erstmal einen Schluck Wasser. Beim Tee einschenken schaut sie gespannt hin, scheint aber sonst nicht ihr Ding zu sein. An einem überhängenden Ast mache ich unseren Kanadier mit dem Seil fest. "So lässt es sich doch aushalten", sagt Sandra.
Nach einer Weile Stellt Franzi ihre Ohren auf und dreht ihren Kopf in die Richtung, aus der wir grade kamen. Kurz danach hören wir es auch, das Rattern eines Tretbootantriebes. Sandra und ich grinsen uns an. Franzi ist oberwachsam. Dann kommen die beiden Deppen um die Ecke. Etwas verunsichert schauen sie drein. Franzi ist schon im Krawallmodus und knurrt leise. Dann kommen die beiden ran. Der eine will doch glatt was sagen, ich aber komme ihm zuvor und sage: Nein!" Und Franzi:" Woff!Woff!" "Das ist aber alles nicht nett von euch", plappert der andere auch noch unverfroren los. "Alter, jetzt komm mal runter, ey!" blaffe ich an, "glaubt ihr, wenn ihr zwei Mädels seht, das die nur auf euch gewartet zu haben?" "Ihr müsstet jetzt doch schon mehr als einmal gerafft haben, das wir nichts wollen", sagt Sandra, "das zeugt ja von enormer Intelligenz eurerseits." Ich staune grade angenehm über Sandra, solche Äußerungen kamen bisher nicht von ihr. "Also, ääh, ja, hm", stammelt der eine. "Nicht "ääh", fahrt jetzt bitte weiter", fordere ich sie auf. Was sie dann auch endlich machen. "Das ist auf dem Fluss eben auch eine Kontaktbörse", sagt Sandra, "Bootfahren hat ja nun mal auch was romantisches. Bei manchen gleitet es dann allerdings in eine Geilheit ab." Ich grinse "Ja, das kenne ich von früher", sage ich, "wenn ich mit meiner "Noch-Gattin" unterwegs war gab es so"˜n ein paar ganz hartgesottene, die sie dann angelabert haben, obwohl ich im Stefan-Modus dabei war." "Das ist schon hart", sagt Sandra. "Irgendwann hatte sie auch keine Lust mehr", sage ich, "da haben wir uns ruhigere Flüsse gesucht."
Ein paar Minuten genießen wir noch die Ruhe, dann löse ich das Seil und wir paddeln weiter. An der Echobrücke ist mittlerweile kein Musiker mehr. Ein paar kleinere Kinder probieren das Echo aus. Wir fahren einfach durch. Dann sind wir auch schon am anderen Wehr. Hier treffen wir auch die beiden Tretbootfahrer wieder. Unschlüssig stehen sie da und diskutieren, ob sie tragen oder über die Rutsche fahren. Unbeeindruckt davon fahren wir langsam auf die Rutsche zu. Die beiden beobachten uns. Franzi sitzt wieder vorne. Die Strömung erfasst uns und mit einigem Speed rauschen wir runter. "Juchu!" jubelt Sandra wieder. "Dieses Unbekümmerte mag ich so an dir", sage ich zu ihr. "Bei Dir darf ich das ja auch", antworte Sandra. Ich lächele sie lieb an. Wieder sind wir an der "Okercabana". "Sieht eigentlich ganz gut aus,", fragt Sandra, "wollen wir da anhalten und einen Cappuccino trinken?" "Au ja, gerne", antworte ich. Wir fahren zum Steg. "Kann ich euch helfen?" fragt ein Herr auf dem Steg nett. Bevor ich antworten kann, springt Franzi auf den Steg und ich gebe ihr das Seil. Sie schnappt es mit dem Maul. "Danke für ihr Angebot, aber ich glaube Franzi macht das schon", sage ich lächelnd. Und Franzi zieht das Seil auf sogar ein bisschen auf Spannung. Der Herr staunt. "Franzi ist ja richtig gut drauf", sagt Sandra. Ich steige aus und halte jetzt das Boot. Jetzt steigt Sandra aus. Franzi hält ihr das Seil hin und Sandra befestigt das Boot mit einem ordentlichen Knoten. "Wow!" sage ich. "Gelernt ist gelernt", sagt Sandra. Als Sitzgelegenheiten habe sie hier Bierzeltgarnituren. Zu einem Tisch, wo schon drei Männer sitzen, gehen wir hin. "Hier passen wir drei noch hin", sage ich nett und grüße die Herren. Die scheinen auch ganz angetan von uns zu sein. Verstohlen versuchen sie uns anzuschauen. "Ich geh mal was zu Trinken holen", sagt Sandra. Franzi bleibt bei mir. Es ist ganz interessant, wie die drei hier grade reagieren, fast schon schüchtern. Einer fragt mich dann doch. "Das sah schon gut aus, wie ihr hier ankamt", sagt er, "das habt ihr bestimmt schon öfter gemacht." Der Einfachhalber bejahe ich die Frage. "Ist das Boot geliehen?" fragt er weiter. "Das gehört mir", antworte ich. Sandra kommt mit den Cappuccinos wieder. Sie hat auch noch einen Zettel dabei. "Da gab es so leckere, belegte Fladenbrote", sagt sie, "da musste ich einfach was bestellen." "Hört sich gut an", sage ich. Dann kommt jemand und serviert uns die Fladenbrote. Ein anderer stellt Franzi einen Napf Wasser und ein paar Leckerlis hin. "Das ist ja ein Service, danke", sage ich. "Gerne", sagt der.
Während wir unsere Fladenbrote genießen, ist am Bootsverleih einiges los. Eigentlich ist die Öffnungszeit schon vorbei und die Boote sind alle da. Einer der Herren von unserem Tisch fragt direkt nach. "Noch keinen Feierabend?" fragt er. "Nee, wir müssen noch mal raus", sagt der vom Bootsverleih angesäuert, "da sind welche am Wehr gekentert." Ich schaue Sandra an und grinse, sie grinst zurück. "Ein Tretboot?" frage ich, "womöglich mit der Nummer "16"?" "Ja, woher weißt Du das?" fragt mich der Herr vom Bootsverleih. "Och, mit denen hatten wir ein paarmal unseren Spaß unterwegs", antworte ich. "OK, wurdet ihr belästigt?" fragt der wieder. "Nicht direkt, war aber scharf dran", antwortet Sandra. Der Herr bedankt sich bei uns, dann steigt er mit drei Leuten in einen großen Alukahn. Einer trägt einen Neoprenanzug. "Ich kann mir auch was bessere vorstellen, als Abends noch mal in den Fluss zu müssen", hört man ihn genervt sagen. Angetrieben wird der Kahn durch einen E-Motor. "Das wird teuer", sagt einer der bei uns sitzenden Herren grinsend. Auch die anderen tauen so langsam auf. Angeregt unterhalten wir uns. Irgendwann kommen die Leute mit ihrem Alukahn wieder . Hinten dran hängt das Tretboot, mit einiger Schlagseite. Und die beiden Deppen sitzen klitschnass im Kahn. Etwas frustriert und neidisch schauen sie zu unserer Runde. Der Kahn legt an. Die beiden werden von einem erstmal zur Hütte des Bootsverleihs gebracht. Die anderen nehmen sich das Tretboot vor. "Ich bin ja nicht neugierig", sagt einer von unserem Tisch und spricht die Leute an, was da passiert ist. "Die wollten wohl mit dem Tretboot die Rutsche runter, obwohl da ein Verbotsschild im Boot ist", antwortet einer, "dann ging das Boot in eine scharfe Kurve und ist umgekippt." "Wer lesen kann ist klar im Vorteil", sagt einer an unserem Tisch lachend. "Wie habt ihr das Ding denn wieder hochbekommen?" frage ich die Leute. "Das lag zum Glück nicht tief", sagt einer, "hinter dem Wehr ist es abseits der Strömung immer etwas flacher." "Stimmt ist bei dem Wehr bei dir da hinten auch so", sage ich zu Sandra. "Hinterm Krankenhaus, das Wehr?" fragt der. "Genau", sagt Sandra lächelnd. "Aha, da her kenne ich Dich", sagt der am Tretboot, "wenn wir Inspektionsfahrten machen, da habe ich dich öfter gesehen." Sandra nickt lächelnd.
So langsam haben sie das Tretboot trocken gelegt und holen es zur weiterführenden Untersuchung aus dem Wasser. "Dann geht"™s morgen weiter", sagt einer. Die beiden Pechvögel fahren jetzt mit ihrem Auto vom Platz. Wir wollen dann auch los und verabschieden uns von den ganzen Leuten. "Franzi, auf geht"™s", sage ich, Franzi spurtet zum Boot und springt rein. "Die ist zu knuffig", freue ich mich. Sandra steigt ein, dann ich. Wir winken noch mal, dann stoßen wir uns vom Steg ab. "War nett euch kennenlernen zu dürfen", sagt noch einer aus der Runde. Ich zwinkere ihm zu. Die weitere Fahrt verläuft ruhig. "Du kannst gerne schon mal meinen Vater anrufen, dass er dann Franzi abholen kann", sagt Sandra. Ich lege mein Paddel ab und rufe Hans an. "Du kannst so in zehn Minuten losfahren", sage ich. "Mache ich, seid ihr gut durchgekommen?" fragt er. "Ja, wir konnten sogar noch einen Cappu trinken", antworte ich. "Alles klar", sagt Hans, "bis gleich." Ich warte noch bis ich wieder mit dem paddeln einsetze und drehe mich zu Sandra. Die lächelt mich an und paddelt entspannt weiter. "Du hast den Dreh raus, was?" frage ich sie. Total", antwortet sie begeistert, "das macht echt richtig Spaß so Boot zu fahren. Beim Doppelpaddeln wird man ja auch gerne mal nass." Bald kommen wir bei Sandra an und steuern zum Steg. Nachbar Erik ist auch im Garten und Jack hat uns auch schon gesehen. Franzi schaut ebenfalls hin. "Die kennen sich?" frage ich Sandra. "Ein Herz und eine Seele, die beiden", sagt Sandra, "das ist immer ein Ritual. Sie schauen sich von weitem an und wenn Franzi Laut gibt , kommt Jack rüber." Wir legen am Steg an und Franzi springt als erste raus. "Woff!" sagt sie und Jack sprintet los. Sie begrüßen sich nach Hundeart, während wir aussteigen. Erik kommt auch rüber. "Hallo ihr beiden", begrüßt er uns freudig, "habt ihr eine schöne Tour gemacht?" "Oh ja, wir haben was erlebt", sagt Sandra grinsend. Oben am Carport geht die Tür auf. Hans kommt zu uns runter. "Das ist Timing", sage ich. Während wir den Hunden zuschauen, erzählen wir von unserem Ausflug und den dazu gehörigen Ereignisse. "Eigentlich darfst Du die beiden süßen Dinger nicht zusammen auf den Fluss lassen", flaxt Erik. "Wieso?" frage ich mit Unschuldsmiene. "Wir hatten immerhin auf dem Rückweg einen Anstands-Wau-Wau dabei", sagt Sandra grinsend. "Stimmt auch wieder", sagt Hans. Zusammen holen wir das Boot aus dem Wasser und legen es am Schuppen ab. "So Franzi, sag Tschüss, wir müssen wieder los", sagt Hans. Ich kraule Franzi zum Abschied ordentlich durch. Dann gehen wir gemeinsam hoch zu Straße. Hier verabschieden wir uns dann alle. Sandra und ich gehen ins Haus. "Jetzt noch einen Whiskey zum Tagesabschluss?" fragt Sandra. "Oh ja gerne", sage ich. Wir setzen uns auf die Terrasse und genießen langsam den Whiskey. "Das war ein schöner Tag und eine tolle Tour", sagt Sandra und strahlt mich an. "Wasser ist dein Element, was?" frage ich lieb. "Ja", sagt sie leise gehaucht.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
"Hab ich gut geschlafen", sagt Sandra neben mir und reckt ihre Arme. Ich rolle rüber und lege mich auf sie. "He Stefanie!", lacht sie. Im nächsten Moment küsse ich sie. Wobei das immer eine Einleitung ist, danach übernimmt Sandra die Kontrolle. Die Art wie sie küsst ist schon eine tolle Erfahrung; ich genieße es jedes Mal. Zusammen gehen wir ins Bad. "Das war schon toll gestern, die Bootstour", schwärmt Sandra. "Nächstes Mal sollten wir noch ein paar Kissen mitnehmen", sage ich. "Wieso das war doch nicht unbequem", sagt Sandra. Ich stelle mich vor ihr hin und lege meine Hände auf ihre Schultern. "Sandra, Mädchen, zum Teetrinken ist es auch OK"¦", sage ich und ziehe eine Augenbraue hoch. Sandra lacht. "Ach ja, wie konnte ich das ausblenden", sagt sie kichernd. Im nächsten Moment fasst sie mir zwischen die Beine. "He, lass den da drin", protestiere ich. Hilft aber nichts. Sie bugsiert mich auf den Badewannenrand und setzt sich auf meinen Schoß. "Unglaublich, wie schnell du einsatzbereit bist", staune ich noch. "Unglaublich, wie flexibel Du bist", sagt Sandra hinterher grinsend. "Tse!" sage ich. Beim anschließenden Frühstück flaxen wir weiter. "Herrlich", schwärmt Sandra, "so macht Partnerschaft Spaß." Da stimme ich ihr voll zu. "So jetzt ab zur Arbeit", sagt Sandra, "und nicht vergessen, du fährst bei mir mit." "Stimmt, mein Auto ist bei meiner Gattin", sage ich, "aber hat auch einen Vorteil." "Der wäre?" fragt Sandra. "Wir sparen Zeit, das Umsteigen auf dem Parkplatz entfällt", sage ich. "Du kannst auch jeder Situation was Gutes abverlangen, was?" fragt Sandra. Ich mache die Augen groß und nicke ihr zu. "Da sprichst Du aber was ganz Großes ganz gelassen aus", sage ich, "aber ja, das kann ich ohne überheblich zu wirken, voll und ganz von mir behaupten." Sandra lächelt mich an. Sie ist ja selten sprachlos, aber jetzt grade ist sie es. Ich lächele sie an und zwinkere links. Bei Sandra rattert es im Kopf. Die paar Minuten bis zum Werk ist sie erstaunlicherweise ziemlich still. Sie fährt dieses Mal ein Stückchen weiter, hinter die Halle. "Danke Steffi", sagt sie, "ich lerne ja immer noch dazu, aber irgendwie fehlen mir die Worte." "Dann küss mich ganz schnell", sage ich, was sie auch sofort macht. "Hihi", sagt sie hinterher. Dann fährt sie noch mal um die Halle, um mich wie üblich vor der Tür rauszulassen. Die Kollegen die bei unserer ersten Vorbeifahrt dort standen, stehen immer noch da und wundern sich. Sandra hat das Fenster unten. "Abfahrt verpasst", sagt sie grinsend, "passiert mir öfter, bin halt blond." Ich kann mir das Lachen nicht verkneifen. "Geil!" sage ich leise. Den Kollegen fällt irgendwie gar nichts ein. "Tschüss Sandra", sage ich noch. "Tschüss Steffi", sagt Sandra mit einem bezaubernden Augenaufschlag und braust dann los. "Guten Morgen", begrüße ich die Kollegen, "alles gut bei euch?" "Ja schon, aber deine Freundin, die ist doch da eine hohe Chefin in der Bank", sagt einer. "Stimmt", sage ich. "Die ist so locker drauf", sagt er weiter. "Hier das eine ist das private, das andere ist das berufliche und sie kann das gut trennen", sage ich, "aber ich weiß von ihren Leuten, das sie eine gute Chefin ist." Die Kollegen nicken respektvoll. "Und das einzige, was an ihr blond ist, sind ihre Haare", sage ich noch grinsend, "auch wenn das eben vielleicht anders rüberkam." Ich gehe dann ins Büro und fahre meinen Rechner hoch.
Während der Rechner so rumdaddelt, er muss noch Updates verarbeiten, hole ich mir einen Kaffee und unterhalte mich mit Thorsten. Dann ist mein Rechner auch endlich soweit und ich fange an meine ganzen Aufzeichnungen von letzter Woche in eine Zeichnung zu verwandeln. Da ich die Zeichnung in einer Cloud speichere und regelmäßig speichere, kann man den jeweiligen Stand auch von einem anderen Rechner sehen. Nach einer Weile kommt von vorne, von Ullrich: "Sage mal, Steffi, wie schnell bist Du denn eigentlich?" "Spionierst du etwa?" frage ich zurück. Ullrich kommt zu mir und schaut über meine Schulter. "Nicht schlecht", staunt er. "Das ist doch nichts wildes, antworte ich, "das ist doch erstmal nur flach, wenn ich in die Höhe gehe, wird"™s interessant." "Trotzdem", sagt Ullrich, "Du musst doch irgendwo geübt haben." "Das stimmt", sage ich, "an meiner Modelleisenbahn konnte ich das. Kann ich gerne in der Pause mal zeigen." "Ja klar gerne", sagt Ullrich. Ich arbeite weiter. Das grobe Layout ist fertig und ich will wieder runter. Als nächstes steht an, die ganzen Anlagen und Maschinen zu überprüfen. Dazu nehme ich mein Laptop mit. Ich will grade von Schreibtisch los, als mein Diensthandy klingelt. Die Nummer kenne ich nicht, also melde ich mich normal. "Hier ist die Bank, Sandra van Rick"¦ meine Name", sagt sie und schüttet sich vor Lachen aus. "Deine Diensttelefonnummer kannte ich noch gar nicht", sage ich, "du niedliche, kleine Witzboldin." "Hihi!" lacht Sandra, "danke schön. Du, ich fahre gleich mit meinem Chef, seiner Sekretärin und einen weiteren Kollegen zu einer Besprechung nach Hamburg. Das ganze dauert recht lange. Vielleicht geht es morgen noch weiter. Du kannst dann mein Auto nehmen, der Schlüssel liegt bei mir im Sekretariat." "Alles klar, gute Fahrt und viel Erfolg", wünsche ich. "Danke", sagt Sandra. "Gerne, Kassandra", sage ich lieb. "He Du", sagt Sandra noch lachend.
Ich gehe dann vor Ort und führe meine Aufzeichnungen fort. Es ist immer noch so, dass ich von einigen beobachtet werde. Ein Kollege mit dem ich schon früher oft rumflaxte, kommt zu mir. "Du bist aber auch eine Zuckerschnecke", sagt er grinsend. Normal muss man mit solche Äußerungen vorsichtig sein, aber wir beide haben seit jeher einen lockeren Umgang. "Da fällt mir in dem Zusammenhang gleich ein Witz ein", sage ich, "Mann kommt in Bäckerei: "Das Ding da bitte", Verkäuferin: "Zuckerschnecke", Mann: "OK, Zuckerschnecke, das Ding da Bitte."" "Typisch", lacht mein Kollege und geht dann. Mit meinem Entfernungsmesser arbeite ich mich an einen manuellen Arbeitsplatz heran. Die Kollegen werden etwas unsicher. Also unterbreche ich kurz und erkläre was ich mache und das es für sie völlig ungefährlich ist. Dann messe ich weiter. "Boah! Warum haben die das Ding hier schräg reingestellt?" frage ich leicht genervt, weil es einen erhöhten Messaufwand erfordert. Dann vergleiche ich am Laptop einen alten Zeichnungsstand. "Kann es sein, dass diese Station mal verschoben wurde?" frage ich die beiden. "Ja, vor zwei Jahren circa", antwortet einer der beiden. "Ah OK, vor meiner Zeit hier", sage ich, "siehste, hat "˜ne Berechtigung, dass ich hier rum messe." Während ich meine Zahlen notiere, fragt mich der andere: "Darf ich dir mal eine persönliche Frage stellen?" "Na klar schieß los", sage ich. "Hm, Du bist doch damals als Stefan hierhergekommen?" fragt er vorsichtig. "J-ja", antworte ich. "Hast Du eine OP gemacht?" fragt er vorsichtig weiter. "Nee, das ging alles irgendwie von alleine", sage ich, "aber frage mich nicht warum, selbst meine Ärzte wissen es nicht vollständig. Es muss schon immer was dagewesen sein." "Ah, OK", sagt er wieder. Er versucht immer mal wieder einen Blick von mir zu erhaschen. Mein Kleid scheint auch einige Wirkung zu haben. Es ist ein ärmelloses Kleid im 50er Jahre Stil. Das Oberteil eng anliegend, der Rockteil knielang und ausgestellt mit einem leichten Unterrock. Das Kleid ist schwarz mit roten ca. handtellergroßen Punkten drauf. "Hm, vielleicht doch ein bisschen overdressed", denke ich mir. Aber egal, mir gefällt"™s. Bis zum Mittag geht es gut voran. Ich bin auch gut am hin- und hergehen, weil ich immer wieder mein Laptop nachholen muss. Zur Mittagspause gehe ich ins Büro. "Kommst du mit in die Kantine?" fragt mich Thorsten. "Na klar, ich ziehe nur mal schnell die Schuhe um", antworte ich. An meinem Platz wechsele von den Sicherheitsschuhe auf flachere schwarze Pumps. Dann gehen wir los.
Kurz bevor aus dem Büro gehen kommen wir am Büro des Bereichsleiters vorbei. Er schaut aus dem Büro. " Du bist heute so in der Halle unterwegs?" fragt er grinsend. "Ja!" antworte ich keck. "Du weißt was du damit anrichtest?" sagt er weiter hin grinsend, "wehe, meine Leute schaffen deswegen ihr Ziel nicht." "Danke für das Kompliment", sage ich im Weitergehen. "Ja, das sieht schon gut aus", sagt Andreas. "Und eine beachtliche Oberweite", sagt Ullrich grinsend. "Alles echt", sage ich. "Na dann", sagt Ullrich und schaut mich von der Seite an. "Dabei hätt er bloß mal gegrabbelt , an meinem "¦ .. Cashmere"¦-"¦Busen", singe ich. "Hä?" fragt Ullrich. "Marius Müller-Westernhagen, Lady", antworte ich grinsend. "Sie ist halt Musikerin, vergiss das nicht", sagt Andreas belehrend. Ullrich winkt ab. Kurz bevor wir in die Kantine gehen, fragt Ullrich: "Deine Absätze, sind die laut?" "Ich versuche mich mal zurückzuhalten", sage ich grinsend. In der Kantine dann: "Klack, klack, klack"¦" "Sorry hat nicht geklappt", sage ich. "Ja ja", sagt Ullrich, während Andreas und Torsten am Lachen sind. Nach der Essenausgabe steht Ullrich unschlüssig im Raum. "Was ist los?" frage ich, "weißt nicht wo du sitzen willst?" "Ich suche nach deiner besseren Hälfte", antwortet Ullrich. "Sagst Du Bescheid, wenn du sie gefunden hast?" frage ich, "ich gehe schon mal zu ihren Kolleginnen." Torsten und Andreas folgen mir grinsend. Ullrich kommt hinterher. "Du sollst doch den alten Onkel nicht immer veräppeln", protestiert er gespielt. Wir setzen uns. Juliane ist auch da. Sie schaut mich genau an. "Das ist ja ein schönes Kleid", sagt sie erfreut. "Und bei dem Wetter heute auch zweckmäßig", sage ich. "Wenn du mit zweckmäßig meinst, dass sich alle möglichen Leute deswegen den Hals verrenken", sagt Ullrich. "Obacht, er findet zur alten Stärke zurück", sage ich grinsend. Ullrich winkt wie üblich lächelnd ab.
Nach dem Mittagessen gehe ich in Sandras Büro und hole den Autoschlüssel. Bianca, Sandras Sekretärin muss mich auch erstmal von oben bis unten abscannen. "Toll! Du kannst das super tragen", lobt sie mich. Ich bedanke mich lieb und gehe dann wieder rüber. In der Halle mache ich mit meinen Aufzeichnungen weiter. Um vier mache ich Schluss und bringe alles an meinen Schreibtisch. Morgen werde ich wohl den ganzen Tag am Rechner zeichnen. Ich hole dann Sandras Auto und fahre los. Erstmal zu mir, schauen, ob alles OK ist und einmal durchlüften. Lisa und Anne treffe ich vor dem Haus und plausche ein wenig mit ihnen. Dann gehe ich rein, Briefkasten ausgelehrt und dann in meine Wohnung. Hier sieht auch alles gut aus. Nachdem ich ausgiebig gelüftet habe, verlasse ich die Wohnung wieder und gehe noch mal in den Keller. Hier nehme ich noch mal einen großen Karton mit Luftis mit, diesmal etwas frech-frivoles, unter anderem meine Liebesliege. Davon habe ich Sandra schon mal erzählt, aber ausprobiert hat sie es noch nicht. Insgeheim bin ich ja ziemlich gespannt. Ich fahre dann noch zu Sandra, und schaue nach den Schnurrern. Oma Willi hat natürlich schon für sie gesorgt. Trotzdem betteln sie mich an. Ein paar Leckerlis gibt es dann auch. Ich überlege, ob ich mich noch für das Üben umziehe, aber das Kleid ist so was von bequem, dass ich es anlasse. Auch wenn dann vielleicht einige auf dem Hof eventuell Schnappatmung kriegen. Wär ja nicht das erste Mal heute, grins.
Ich habe noch ein bisschen Zeit und trinke ein Cappu. Nebenbei spiele ich mit den Katzen. Nachdem ich den Kaffee getrunken habe, mache ich mich auf zu Werkstatt. Mein Smartphone habe ich mit dem Autoradio (neumodisch: Entertainment-System) gekoppelt und einen Streamingdienst angewählt. Per Spracheingabe fordere ich "Siri" auf: "Siri, du Zuckerschnecke, suche "Lady" von Marius Müller-Westernhagen." Antwort: "Zuckerschnecke ist mir nicht bekannt!" Da ich grade an einer Ampel stehe und das Entertainment-System ziemlich laut eingestellt ist schaut mich der neben mir stehende entsprechend irritiert an. Irgendwie kriegt es Siri dann doch hin Marius zu spielen. Und ich singe laut mit: "Sie war so eine, von den Hanseatentöchtern, mh, Rapsblonde Haare und "˜nen Schottenrock "¦." Die Ampel wird grün, ich zwinkere dem "Onkel" neben mir noch zu und fahre zügig los. Und ja, Sandras Auto ist schon ziemlich PS-lastig. Durch die Stadt ist es heute ein bisschen stockend, aber egal, ich habe gute, abwechslungsreiche Musik an. Wieder eine rote Ampel. Es läuft grade "Torch" von Soft Cell und ich singe auch hier mit. Neben mir stehen zwei Jüngere Mädchen, die doch recht begeistert rüber schauen. Beim losfahren zeigen sie mir den Daumen. Endlich komme ich auf die Ausfallstraße, die in Richtung Werkstatt/Kiessee geht. Und noch ein Ampelstau. Is"˜ aber auch was los heute. Bei mir läuft "Trouble" von Heaven 17 und ich sing mit, mit einer ziemlich tiefen Stimme. Neben mir steht ein auch recht sportliches Auto mit zwei Typen drin. Da der eine winkt mache ich die Musik leiser. "He, tolle Stimme hast Du", sagt der, "und süß siehst Du auch aus." Da es jetzt sehr locker rüberkommt und nicht wie die üblichen Anmachen klingt, bedanke ich mich auch lieb. "Sorry, wenn ich so direkt frage, bist Du noch zu haben?" fragt er plötzlich. Ich schüttele den Kopf. "Nee, tut mir Leid", sage ich, "Scheidung läuft grade und zu trösten ist schon jemand da." "Oh, OK", sagt der. "Bist aber nicht enttäuscht, oder?", frage ich. "Nein alles gut", kommt zur Antwort, "selten so eine hübsche Frau gesehen, die auch noch so locker drauf ist." "Danke", sage ich lieb lächelnd und da das ein dickes Lob war, glühe ich auch leicht auf.
Dann geht es auch weiter. Den fand ich ja ganz nett eben, es kommt eben auch immer drauf an, wie sie einen ansprechen. Endlich komme ich zur Zufahrt zum See. Meine Autoradio dudelt jetzt "Roam" von den B-52"™s. Ich singe natürlich mit, weil mir die Stimme von Sängerin Kate Pierson total liegt, außerdem hat Kate rote Haare. Ich fahre mit einem flotten Stil auf dem Hof. Den Refrain singe ich extra laut mit: "Roam if you want to, Roam around the World, Roam if you want to, Roam without wings, without wheels." Natürlich sind einige auf dem Hof, Harald, Jürgen und Kalle sehe ich, außerdem auch Brummel und Rick. Ich stelle das Auto ab und steige aus. "Hallihallo", grüße ich. "Oha, Chefin ist wieder gut drauf", sagt Kalle. Rick und Brummel staunen noch. Brummel fasst sich. "Kannst Du das nochmal singen?" fragt er. "Öh, ja, na klar", sage ich, wenn ihr beim Refrain mitklatscht." "Na klar", sagt Jessi. Also fange ich an: "I hear a wind, Whistling air
Whispering In my ear, Boy Mercury shooting through every degree, Oh girl dancing down those dirty and dusty trails, Take it hip to hip, rocket through the wilderness, Around the world the trip begins with a kiss, (jetzt animiere ich sie zum mitklatschen) Roam if you want to, Roam around the world,
Roam if you want to, Without wings, without wheels, Roam if you want to, Roam around the world
Roam if you want to, Without anything but the love we feel."
"Wahnsinn", sagt Rick, "hört sich fast an wie im Original." "Ja, fast kein Unterschied", sagt auch Brummel. "Sie ist ja auch ein Vorbild, gesangstechnisch, grade diese kehlige Stimme hat es mir angetan", sage ich. Total super", sagt Friedel. Oben aus dem Fenster in der Dachgaube, von unserem eigentlichen Übungsraum schauen Gesine und Tom heraus. "Steffi, 1A", sagt Gesine, "das nehme wir in unsere Repertoire auf." Brummel und Rick nicken. "Was machst Du denn da oben?" frage ich Gesine, "haben sie dich abgeworben?" "Nee", lacht Gesine, "ich schaue mir nur euren Raum an, der ist echt cool." Sie kommt dann auch runter und hat John dabei. "Dann wären wir ja vollzählig", sagt Rick. "Euer Übungsraum ist echt toll", sagt auch John. "Die Garage drüben aber auch", sagt Gesine. Zusammen gehen wir dann hin. "Wir haben vorhin schon mal alles angestellt", sagt Brummel, "damit alles warm ist, wenn wir anfangen." "Jepp, super", sage ich und hänge mir meine Gitarre um. "Können wir vielleicht das Tor offen lassen?" fragt John, "ist sonst ein bisschen warm hier drin." "Wenn es sonst keinen stört", sage ich und spiele "Heart-Shaped Box" von Nirvana an. "Weiterspielen und singen", ruft John rein. Was ich dann auch mache.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
Jon und Rick steigen ins Stück mit ein. Brummel dann beim Refrain. Gesine schaut zu. "Das war gut", sagt sie hinterher. "Ich staune auch", sage ich, "einfach so Stand-up, ist schon groß." "Wahrscheinlich machen wir das alle irgendwie gleich", sagt John, "erstmal für sich alleine und wenn es passt, dann passt es grade mal." "Genau", sagt Rick. "Darf ich mal ein bisschen Kritik üben?" fragt Brummel vorsichtig, "oder gehst Du dann wieder durch die Decke?" "Kommt drauf an, wenn es konstruktive Kritik, ist gerne her damit", antworte ich lächelnd. "Ja, ähm, Dein Gesang ist OK", sagt Brummel, Gitarrenspiel an sich auch, aber das sieht so "brav" aus." "Du meinst, ich könnte etwas "rotziger" sein?" frage ich. "Ja, ich glaube das kommt vielleicht, von der Ausbildung her", sagt Brummel, "du sagtest, du hast klassische Gitarre gelernt?" "Ja ist so", antworte ich, "ich hatte so einen Lehrer, boah, der hat auf Haltung geachtet. Noch so ein übriggebliebener, der kannte wahrscheinlich die Klassikgrößen noch persönlich." "Du bist so eine", grinst Gesine. "Auf der Bühne verblasst das ein bisschen", sage ich, "aber ja, da muss ich noch dran arbeiten." Dann zeigt mir Brummel noch einige Tricks, die ich so auch noch nicht kannte.
"Jetzt will ich aber "Roam" machen, sagt Gesine gespielt trotzig. "Kriegt ihr das mit einer Gitarre hin?" frage ich. "Wenn Gesine das mit den Keys auffüllt, sollte das klappen", antwortet Rick. "Hier, versuchen", sagt John. Den Text kenne ich auswendig. Und es macht auch Mega Spaß das zu singen. Irgendwie habe ich genau die Stimme dazu. "Sehr geil", sagt John hinterher. Das ganze machen wir noch zweimal, um es zu vertiefen. Da wir das Tor noch offen haben, sind einige aus der Werkstatt auf dem Hof. Und ein paar Spaziergänger schauen auch von der Zufahrt herein. Ein bisschen Applaus kommt auch bei uns an. "Wie sieht es denn mit Alanis Morissette aus", fragt Rick vorsichtig, "kannst Du die auch?" "Schon ein paar Mal gesungen", sage ich. "Und die Guano Apes?" fragt Gesine. "auch", antworte ich, "schon alleine, weil die Sängerin blond ist, und Sandra heißt. Ich mag blonde Sandras." "Wie Deine Freundin, richtig?" fragt John. "Genau!" sage ich grinsend. "Die Stimme von Sandra Nasic (Frontfrau von den Guano Apes) ist aber eine Nummer", sagt Brummel. In seiner Stimme schwingt Aufregung mit. "Soll ich es mal versuchen?" frage ich. "Gerne", sagt John und dann zu flaxend zu Rick: "Du kriegst das auch hin? Ist ja sonst nicht euer Abschlussballsound?" "He Du", protestiert Rick. "Ach ihr auch?" grinse ich ihn an. Rick winkt ab. "Ach Mann", sagt er noch. Ich schaue mir im Laptop den Text von "Open your Eyes" an. "Ich lass den mal als Promoter mit laufen", sage ich, "ich bin da noch nicht so ganz textsicher." "Erkennt das Programm den Takt?" fragt Brummel. Ich nicke. "Das ist nicht ganz billig, so was", sagt Brummel. "Soviel ich weiß, hat unser Professor Frank das selber programmiert", antworte ich. "Cool", sagt Brummel begeistert, "meinste er gibt das auch weiter?" "Ich glaube ja, frag ihn einfach mal", antworte ich. "Das mache ich, ich glaube er ist heute auch da", sagt Brummel. "Ich habe ihn schon gesehen", sagt Gesine. "Wenn ich das jetzt singe, kommt er sowieso rüber", grinse ich.
Ich singe es erstmal alleine, zwar mit richtiger Betonung, aber noch ohne Druck. "Alter, das ist schon groß", sagt John. Plötzlich steht Frank im Raum. "Steffi, nicht wirklich, oder?" fragt er grinsend. "Ach was, nicht wirklich", feixe ich zurück. Rick sucht sich noch die Bassnoten im Laptop raus. "Ich habe drüben einen Drucker stehen, kannst die Noten oder Tabs auch ausdrucken", sagt Frank, "das Laptop ist eingebunden." Während Rick das macht, fragt Brummel bei Frank wegen des Programms an. "Kein Problem", sagt Frank. Rick ist wieder da und fängt an seinen Part zu spielen. In dem Stück wird der Bass oft geslappt gespielt. Jetzt zeigt Rick mal seine Qualitäten. "Wow!" sage ich begeistert. Gesine spielt sich unbemerkt die ganze Zeit ein. Unbemerkt deshalb, weil sie Kopfhörer trägt. Nach eine knappen halben Stunde sind wir so weit. Carlos kommt rein und fragt Frank, wann er denn wieder zurückkommt. "Gleich sobald ich das hier gehört habe", sagt er, "ich glaube die haben grade was ganz großes vor." "Ach was, nicht doch", sage ich. Die anderen aus Frank und Carlos Set kommen auch neugierig herüber. Ich schaue in meiner Gruppe rum. "Meinetwegen können wir", sage ich. Die anderen nicken, während die Jungs ein wenig angespannt sind, ist Gesine ganz relaxt und lächelt.
Ich fange mit den zwei Zeilen Sprechgesang an, dann legen die anderen los. Ich kann vom ersten Takt nicht mehr still stehen und fetzte zwischen den anderen rum. Während der Verse nehme ich mich leicht zurück, aber in den Refrains drehe ich wieder ab. Ich beuge mich nach vorne werfe den Kopf vor, zurück, das die Locken nur so wirbeln. Ich höre eigentlich nur noch die Musik, den Takt, alles andere habe ich komplett ausgeblendet. Das Stück klingt dann gemeinsam mit Stimme und Instrumenten aus. Gesine und Brummel lächeln mich an, während alle anderen irgendwie am Staunen sind. "Das war ja mal "˜ne Erfahrung eben", sage ich noch etwas aus der Puste. "Du bist ganz schön abgedreht", sagt Brummel. Alex ist mit seinem Set heute auch da und kommt rüber. "Jetzt sagt nicht, dass das eben unsere Steffi war", sagt Alex grinsend. "Ach, ist die heute auch da?" frage ich naiv in die Runde. Führt zu Erheiterung bei dem ein oder anderen, mir erspare ich das Rotwerden. Jetzt steht auch noch Tom im offenen Tor. "Na, alle da? Habt ihr nix zu tun?" frage ich meine Jungs. "Warst Du das eben?" fragt mich Tom. Frank nimmt mir die Antwort ab. "Ja, und sei froh, dass Du nicht hier warst", flaxt er, "das hättest Du nicht ausgehalten." Na gut, ich werde dann doch mal rot. "Hihi", sagt Gesine. "Ist auch besser, wenn die Truppe hier ihren Auftritt hat, dass Du im Haus bleibst", flaxt jetzt Carlos zu Tom rüber. "Ey pass bloß auf", echauffiert sich Tom. "Was denn, sie ist meine Flügelfrau", setzt Carlos oben drauf, "das hält nicht jeder aus." "Aua, ich kriege Sonnenbrand von innen", sage ich, weil das Rotwerden vor lauter Lob nicht weggeht. "Ihr seid schon eine verrückte Truppe", lacht Brummel. Das nehme ich jetzt aber als ganz dickes Lob auf, vor allem, weil das von ihm kommt. So nach und nach verlassen alle anderen dann langsam wieder unseren Raum.
"Irgendwie müssen wir langsam mal schauen, was wir spielen wollen, "sagt John, "und dann auch mit den anderen abstimmen." "Ja, unsere Mädels stimmen sich da auch schon ab", sagt Brummel und meint damit die die jeweiligen Managerinnen und Organisatorinnen. Als ob denen grade die Ohren geklingelt haben, kommen jetzt Britta und Cordula von der Werkstatt herüber. "Na ihr?" begrüßt sie Gesine. "Hallo", sagen beide, "wie schaut es aus?" Legt ihr euch schon fest?" "Ja ein wenig", antwortet Brummel, "ich denke mal wir werden einen Bogen spannen." "Hört sich gut an", freut sich Britta, "das von den Apes eben, das kam von euch? Das war ja fast die Originalstimme." "Ja, Sandra Nasic ist auch grade wieder los", sage ich. Britta schaut mich erstaunt an, Cordula kichert. "Nimmt sie mich grade hoch?" fragt Britta. Wie im Chor, alle anderen: "Ja-ha-a!" "Pscht!" sage ich. "Boah, staunt Britta, "was eine Stimme." "Habt ihr schon einen groben Ablauf des Ganzen?" frage ich die Beiden. "Ja, wir kriegen vier Bühnen, zwei nebeneinander vor der Werkstatt, die anderen rechts und links 90-° gedreht daneben", sagt Britta. "Also ein offenes Viereick zu den Garagen hin offen, "fügt Cordula hinzu. "OK, cool", sagt John. "Gesine und Frank haben wegen der Bühnen mal ihre Kontakte spielen lassen", sagt Cordula. "Ich kenne da so ein paar Leute", sagt Gesine und grinst geheimnisvoll. "I-hi!" sage ich, weil ich mir meinen Teil denke.
"Ok", sagt Britta, dann klappern wir die anderen mal ab. "Eine Sache noch", sagt Brummel, "kriegen wir eigentlich ein Bläsertruppe voll? Wär schon nicht schlecht für unserer Einstieg." "Könnte klappen", sagt Britta, "Steffi und ihre Sandra hatten da gestern beim Bootfahren einen Saxophonisten getroffen, der kommt morgen mal vorbei." "Ah, bestimmt bei der Echobrücke", sagt John. "Genau", sage ich. "Na ja, sonst die üblichen Verdächtigen", sagt Britta dann noch. "Und ein paar Leute aus dem Orchester des Staatstheaters haben auch Interesse bekundet", sagt Cordula. "Okee", sagt Rick verwundert. "Kannste Klassik, kannste alles", sagt Gesine lächelnd. "Guck dir beispielsweise unseren Rotschopf an", sagt Brummel und schaut mich grinsend an. Klar, ich glühe gleich wieder auf. "Das haste gleich realisiert, wie du mich zum Leuchten bringst, was?" frage ich keck. Brummel zwinkert mir zu. "Tse!" sage ich noch. "Schön, dass ihr beiden so gut versteht", sagt Britta beim Rausgehen erfreut. "Wir tuen unsere Bestes", sagt Brummel. "Jetzt wo sie grade draußen sind, müsstet ihr so tun, als würdet ihr euch zoffen", sagt Gesine grinsend. "Du nun wieder", sage ich lachend. "Aber da gibt es doch ein Lied, wo zwei so was wie einen Ehestreit austragen", sagt Rick. "Jepp, Marc Almond mit Sally Timms, "this House is a house of Trouble" ist das, "sage ich. "Hm, das würde aber nicht so bei uns reinpassen ", sagt John. "Nee", sagt auch Brummel. Den Rest unserer Zeit nutzen wir, um die Stücke auf die wir uns schon geeinigt haben, zu festigen. Dann verabreden wir uns für morgen nochmal. Wir stellen alles aus und ich schließe unsere Räumlichkeit ab. Kurze Verabschiedungsrunde, dann gehen wir auseinander.
Ich schaue noch kurz in der Werkstatt vorbei. "Wie läuft es bei euch?" frage ich, ist mit den Garagen wieder alles Ok?" "Sieht stabil aus", sagt Kalle, "wir haben extra mal einen vom Bauamt draufschauen lassen, der fand das auch OK." "Bei der Wasserrutsche brauchen wir noch mal eine Idee", sagt Jürgen, "vielleicht kannst Du morgen mal schauen." "OK, mach ich", sage ich und verabschiede mich. Ich fahre dann zu Sandras Haus und übernachte dann da. Die Katzen erwarten mich schon. Futter haben sie schon von Oma Willi, also darf ich sie bespielen. Dann mache ich mich bettfertig und rufe Sandra an. Nachdem wir uns ausgetauscht haben, was heute noch so los war, sagt sie mir, dass sie dann morgen gegen Mittag wieder zurück ist. "Vielleicht so, dass wir uns in der Kantine treffen können", sagt sie. "Na klar ruf einfach an", sage ich, "ich habe wohl die ganze Zeit vorm Rechner zu tun." Nach etlichen Nettigkeiten wünschen wir uns eine gute Nacht.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
Hallo zusammen,
ich schreibe diese Geschichte ja nun in der "Ich"-Form. Das hat sich vom Anfang her ergeben. Als ich anfing zu schreiben, war mir gar nicht bewusst, welchen Umfang die Story annimmt. Für den weiteren Fortgang ist es nötig, dass ich die "Ich"-Form mit einer neutralen, parallelen Erzählweise ergänze. Dadurch wird es möglich, Zusammenhänge besser darstellen zu können. In dieser Fortsetzung fange ich damit mal vorsichtig an.
Arbeitsreiche Woche Teil 2
In der Nacht werde ich wach, weil es draußen donnert. Ab und zu zuckt ein Blitz und man hört das es regnet. Die Fenster hab ich vorm Schlafengehen schon alles zu gemacht. Kurz bevor ich wieder einschlafe, merke ich noch, wie die Katzen sich mit hinlegen. Als ich aufwache sind sie auch noch da, allerdings sind sie jetzt zu dritt. "Hey, wer bist denn du?" frage ich die fremde Katze. Freundlich und gar nicht ängstlich maunzt sie mich an. Sie ist eine wunderschöne Langhaarkatze, rotgetigert und ich vermute mal Maine Coon oder norwegische Waldkatze. Sie trägt ein Halsband. "Hallo, ich bin Bella und wohne am Dingstorwall 10", steht da drauf. Das ist das übernächste Haus von hier. Eine Telefonnummer steht auch drauf. "Na, da rufe ich dann mal an, nicht dass sie dich vermissen", sage ich zu Bella und kraule sie. Minka und Minki kommen dazu. Jetzt habe ich aber einiges zu tun. Nach ein paar Minuten lassen sie mich dann doch aufstehen. Ich gehe in die Küche und füttere alle drei. Dann gehe ich ins Bad. Als ich wieder rauskomme, sind sie noch in der Küche. Ich hole mein Frühstück raus und rufe nebenbei die Telefonnummer auf Bellas Halsband an. Eine freundlich Frau meldet sich. "Guten Morgen, hier ist Stefanie Boe, bei Sandra van Rick", sage ich "Sandra Katzen haben heute Nacht ihre Bella zu uns eingeladen." Die Frau lacht. "OK, wir können gerne Du sagen, ich bin Frauke", sagt sie, "wahrscheinlich wegen des Gewitters ist Bella einfach mitgekommen." "Glaube ich auch", sage ich, "weil bei uns grade Fütterungszeit ist, habe ich Bella auch gleich etwas gegeben, wenn das OK war." "Na klar", sagt Frauke, "ich würde sie dann gleich abholen, wenn es recht ist." "Ja ist OK", sage ich. "Wir haben uns auch noch nicht so richtig kennengelernt", sagt Frauke dann noch, "ich habe euch vorgestern kurz mal gesehen, als ihr mit dem Boot unterwegs wart." "Genau", sage ich. "Dann komme ich mal rüber", sagt Frauke.
Ein paar Minuten später ist sie da. "Hallo", sagen wir gleichzeitig. "Hast Du Zeit für eine Tasse Tee?", frage ich. "Ja gerne", antwortet Frauke. Zusammen gehen wir in die Küche. Bella streicht auch gleich um Fraukes Beine. "Na kleine Ausreißerin?" fragt Frauke. "Mi-au", sagt Bella. "Toll, dass die sich so gut verstehen", sage ich. "Ja, manchmal sitzen sie unten am Fluss, auf der sogenannten Piazza", sagt Frauke. Weil ich erstaunt schaue sagt sie weiter: "Hier nebenan, bei Gisela und Jörg, wo der unser "Privatweg" etwas breiter wird, das ist die "Piazza"." "Aha, OK, solange bin ich ja noch nicht hier, das ich alles kenne", sage ich lächelnd. Dann fragt mich Frauke noch ein wenig zu meiner Person. "Sandra wirkt so entspannt, seitdem du da bist", sagt Frauke. "Du das sagen schon einige", antworte ich lächelnd, "da scheint was dran zu sein." "Bisher hatte sie ja nicht so viel Glück mit Ihren Partnern", sagt Frauke. "Das stimmt", sage ich, "Sandra hat sehr viel Energie, sie will auch gefordert werden." "Ich glaube du schaffst das, du hast so ein nettes Wesen", sagt Frauke. "Danke", sage ich lieb. Dann muss sie auch schon wieder los. Sie nimmt Bella auf den Arm. Ich kraule Bella noch mal kurz, während Minka und Minki auf meine Schultern klettern. Ab und zu trifft natürlich mal eine Kralle auf meine Haut. "Hu, am schönsten ist es wenn der Schmerz nachlässt", sage ich. Frauke lacht. Bella schaut ganz interessiert, was die Katzen bei mir grade machen. "Na Bella, was dazu gelernt?" fragt Frauke. Dann geht sie wieder rüber. "Tschüss", sage ich und winke hinterher. Ich gehe zurück in die Küche, die Katzen immer noch auf der Schulter.
Während ich weiter frühstücke, rufe ich Sandra an. "Na Stefanie?" fragt sie in ihrer freundlichen Art. "Na Sandra?" frage ich zurück und erzähle ihr dann meine Erlebnisse mit Bella. "Ach wie schön", sagt Sandra, "die Bella ist auch eine schöne Katze." "Genau", sage ich. Dann sprechen wir über das Wetter. "Was ziehst Du denn heute dann an?" fragt Sandra. "Hm, weil es heute etwas kühler ist, habe ich eine Jeans an, Skinny natürlich", antworte ich, "obenrum ein Langarmshirt, aber das ist es noch nicht." "Skinny ist bei dir immer gut", sagt Sandra, "mach mal folgendes, geh"˜ an meinen Kleiderschrank, "im dritten Fach, wo die Pullover sind, da liegt ein weißes oversized Sweatshirt, mit einem Snoopy drauf, probier"˜ das mal." Ich hole das Shirt raus. "Cool", sage ich. Vorne ist ein Bild drauf, Snoopy liegend auf seiner Hundehütte, auf seinem Bauch steht Woodstock. Ich ziehe es über und wechsele jetzt auf Videoanruf. "Das ist ja riesig, das Sweatshirt", staune ich, "aber geil." "Och Stefanie, das steht dir total super", sagt Sandra begeistert. "Jetzt noch passende Schuhe", sage ich, "ich habe da an rote Ballerinas gedacht." "Ja unbedingt", sagt Sandra. Sie will dann erstmal zum Frühstück. "Ich melde mich dann nochmal, wenn ich abreisefertig bin", sage ich dann noch. Ich frühstücke auch noch zu Ende. Ich gehe an den Schuhschrank. "Ja, mit roten Ballerinas kann ich mich totwerfen", denke ich mir grinsend. Ich habe sowieso schon viele Ballerinas, aber die roten nehmen schon den größten Platz darunter ein. Letztendlich entscheide ich mich nach einigem Für und Wider für schlichte, rote Lackballerinas mit spitzerer Kappe. Im Gesamteindruck sieht es auch gut aus. Das rot der Schuhe findet sich im Sweatshirt, im Dach von Snoopys Hundehütte wieder. Ich mache noch schnell ein Selfie und schicke das Sandra. "Genau das!!!", kommt als Antwort. Dann mache ich mich auf zur Arbeit.
Sandras Auto stelle ich vor ihrem Büro ab. Den Schlüssel bringe ich zu ihrer Sekretärin, weil der Wagen ein Dienstwagen ist und er tagsüber zum allgemeinen Gebrauch zur Verfügung steht. Bianca ist auch schon da. "Du kannst aber auch alles tragen", sagt sie, "und die Schuhe dazu, hu! wie niedlich." "Danke", sage ich lieb. Wir unterhalten uns noch kurz, dann gehe ich rüber. Als ich das Büro betrete sind einige Kollegen schon in der Besprechungsecke und trinken Kaffee. Ulrich ist natürlich auch dabei. "Achtung, zur Begrüßung der Krönchenträgerin die Augen links", sagt er. "Du hast sie nicht stillstehen lassen", sage ich grinsend, "jetzt können sie sich auch nicht rühren. Hast wohl nicht gedient, was?" "Ey, Steffi!" sagt Ulrich. "Habt ihr noch einen Platz in der Runde, für die alte Dame?" frage ich und hole mir einen Kaffee. "Alte Dame", sagt Torsten lächelnd. Ich setze mich neben Ulrich. Er legt einen Arm um meine Schultern. "Du siehst ganz schön niedlich aus heute", sagt er. "Danke" sage ich. "Bist Du heute wieder den ganzen Tag unten?" fragt mich Andreas. "Nee, heute ist Innendienst angesagt", antworte ich, "die ganzen Daten von den Messungen gestern in die Zeichnung eintippen." Kollegin Chris kommt rein. "Hey du siehst cool aus so", lobt sie mich, "solltest Du öfter machen." Ich bedanke mich lieb bei ihr. Mein Kaffee habe ich ausgetrunken. Ich gehe an meinen Schreibtisch und schalte den Rechner ein. Den Schreibtisch fahre ich hoch und arbeite erstmal im Stehen.
Die eine Einheit, die ich gestern vermessen habe, ist ganz schön trickie. Mehr als einmal tue ich meinem Unmut laut kund. "Was los, Frollein Steffi?", fragt Ulrich. "Was hat euch denn bloß gehackt, das Ding schräg in den Raum zu stellen", antworte ich mit leichtem Grinsen. Ulrich kommt zu mir. "Zeig mal", sagt er und staunt dann erstmal, "das ist ja detailliert." Dann erklärt er mir den Hintergrund. "Das liegt an der Anordnung der Roboter und der Zuführung der Teile", erklärt Ulrich. "Ah so, OK, das ist einleuchtend", sage ich. Ulrich schnuppert. "Was hat du heute denn für einen Duft aufgelegt?" fragt er und hat schon wieder einen schalkhaften Blick drauf. Ich schaue ihm tief in die Augen. ""Nimm mich", von Kalle Lasterfeld, der Nachfolgeduft von "Leg mich flach", sage ich und ziehe eine Augenbraue hoch. "Ey, oah, Steffi", sagt Ulrich und geht gespielt torkelnd ein paar Meter weg. Er stützt sich auf Andreas"˜ Schreibtisch ab. Der lacht. "Ihr seid so zwei Schauspieler", sagt er gackernd. Ulrich geht dann wieder grinsend zu seinem Schreibtisch zurück. "Du hättest eigentlich schon viel früher zu uns kommen sollen", sagt er dann noch. Ich lächele zu ihm rüber. Zwischendrin ruft Sandra an. "Wir sind unterwegs, kurz vor eins sind wir da", sagt sie, "treffen wir uns dann in der Kantine?" "Gerne", antworte ich. Ich baue weiter meine Zeichnung aus. Die ersten Einheiten ziehe ich schon in 3D hoch. Zwischendrin kontrolliere ich immer wieder, ob das alles so passt. Dazu drehe ich die Ansicht. Ich kann sogar in das Innere reinzoomen. Immer wieder stehen Kollegen bei mir und schauen mir über die Schulter. Auch Bereichsleiter Tino ist am Staunen.
"Wir gehen dann essen, kommst du mit Steffi?" fragt Andreas. "Ich warte noch auf Sandra", antworte ich. "Alles klar", sagt Andreas und geht mit den anderen schon mal los. Juliane kommt grade auch mit einer Person in Begleitung an. Dann ruft Sandra an. "In zehn Minuten vor dem Haupteingang?" fragt Sandra. "Ja gerne, bis gleich", antworte ich. Ich speichere meine bisherige Arbeit und mache mich auf den Weg. Juliane sitzt mit ihrer Begleitung am Fenster. "Schau mal, da kommt Stefanie", sagt Juliane, "das ist ja mal niedlich, wie sie heute herumläuft." Ihre Begleiterin nickt. Meine Kollegen sitzen in der gleichen Tischreihe. "Da kommt sie ja doch schon, unser Krönchen", sagt Ulrich. "Kollegen von Stefanie", sagt Juliane leise zu ihrer Begleiterin. "Sie scheint ja sofort angenommen worden zu sein", sagt Julianes Begleiterin. Vor der Kantine treffe ich schon Sandra. Ich bin ja völlig ahnungslos, über das, was gleich passiert. Wir gehen in die Kantine, die ist auch noch recht voll. Das übliche Raunen geht durch die Leute. Ich schaue auch gar nicht hin. Ich nehme mir ein Tablett, lege Besteck drauf und gehe in die Speisenausgabe. Sandra kommt hinterher und grinst geheimnisvoll. "Was ist den nu"˜ schon wieder?" frage ich. "Och nichts", sagt sie. "Tse", sage ich noch. Wir gehen zur Kasse. "Lass uns mal zu Juliane gehen", sagt Sandra, "Deine Kollegen sitzen da ja auch." Also gehen wir dort hin. Auf dem Weg dorthin trifft mich fast der Schlag, neben Juliane sitzt meine Gattin. "Hallo!? Das ist ja mal eine Überraschung, wie kommt"™s?" sage ich. "Ich hatte eben ein Vorstellungsgespräch", sagt sie. "Aha OK, ist es gut gelaufen?", frage ich. "Ja, ganz gut", antwortet die Gattin. "Wann bekommst Du Bescheid ob hopp oder Topp?" frage ich weiter. Sie lächelt mich an. "Diese geheimnisvolle Lächeln, das solltet ihr euch merken", sage ich. Juliane grinst. "Ich krieg kein Bescheid", sagt die Gattin immer noch lächelnd. Dadurch dass ich sie ja nun ganz gut kenne, kann das alles bedeuten. Also sage ich mal nichts. Sandra schaut verwirrt von einer zur anderen. "Gleich platzt sie", sage ich zur Gattin. "Ey Menno", beschwert sich Sandra, "sag mal!" "Was sagst du Immer?" fragt meine Gattin. "I-hi!" sage ich. "I-hi!" wiederholt meine Gattin. "Oah!!" sagt Sandra. "Cool, wie gut ihr euch noch versteht", staunt Juliane. "Ich habe den Job, ab ersten August", sagt die Gattin, kurz bevor Sandra detoniert. "Hey gratuliere!", sage ich. "Das ist ja toll", sagt Sandra noch ergriffen, "willkommen Kollegin." "Danke schön", sagt die Gattin.
Während ich esse schaue ich zu meinen Kollegen. Die schauen ziemlich neugierig, wohl wegen meiner Gattin. "Na, Jungs, alles gut?" frage ich. Ulrich fragt dann doch auf seine direkte Art, allerdings umschreibt er das recht höflich. "Antwortest Du?" fragt die Gattin lächelnd. "Hm, na gut", sage ich, "sie ist die Ehefrau meines Zwillingsbruders." Von leicht verwirrt bis "Aha" ist bei meinen Kollegen jetzt alles dabei. Wir vier Mädels grinsen. "Jetzt dürfen wir aber noch zu Ende essen, gelle?" sage ich. "Natürlich", antwortet Ulrich flapsig. Dann setzen sich die Kollegen schon mal in Gang und gehen ins Büro zurück. "Das ist ziemlich lecker hier", sagt meine Gattin, "ich kannte es ja nur vom Hörensagen." "Ja die geben sich schon Mühe hier", sagt Juliane. Jetzt sehe ich auch, wie fasziniert Juliane meine Gattin anschaut. Nach dem Essen stehen wir draußen. "Wir telefonieren nachher nochmal wegen Feierabend?" fragt Sandra mich. "Ja, ich muss ja sehen, wie ich hier wegkomme", sage ich grinsend. Juliane schaut fragend. "Sie hat mein Auto", antworte ich lächelnd und zeige auf die Gattin. "Ach so", sagt Juliane. "Das entschärft sich aber bald", sage ich, "da hat sich bei mir was im Gehalt geändert. Das wird dann wahrscheinlich über deinen Schreibtisch laufen." "Aha, OK", sagt Juliane. Sandra geht dann zu ihrem Büro. "Wo hast Du geparkt?" frage ich die Gattin. "Da vorne auf dem großen Parkplatz", antwortet sie. "Ah ja, dann haben wir ja noch einen gemeinsamen Weg", sagt Juliane. Zuerst biegt Juliane ab. "Dann sehen wir uns bald", sagt sie zur Verabschiedung. Wir beide gehen noch ein paar Meter, dann muss ich auch abbiegen. "Hätte ich ja nie gedacht, dass wir mal Kolleginnen im weitläufigen Sinne werden", sage ich. "Ja genau", sagt die Gattin. "Ist das nicht ein wenig Quereinsteigen?" frage ich, "du hast doch früher viel mit Steuerrecht zu tun gehabt?" "Nöö, die Abteilung wo ich hingehe macht genau sowas", antwortet sie. "Na dann, sehen wir uns nach dem Urlaub wohl öfter", sage ich. "Genau, aber ich mache erstmal Teilzeit", sagt die Gattin, "fünf Stunden am Tag." "Aha, cool, wegen der Mädels?" frage ich. "Genau, ich glaube, so langsam geht es, eine gewisse Selbständigkeit haben sie ja", sagt sie. "Stimmt", sage ich. Wir verabschieden uns dann.
Im Büro schauen sie mich erwartungsvoll an. "Weiter geht"™s", sage ich und gehe zu meinem Schreibtisch und vergrabe mich gleich wieder in meine Zeichnung. Ulrich kommt zu mir. "Immer noch neugierig?" frage ich frech. "Na ja", sagt Ulrich. Ein paar Fragen hat er dann noch, die ich ihm auch recht brav beantworte. Das stellt ihn wohl erstmal zufrieden. "Aber gut saht ihr aus, vier hübsche Mädels", sagt Ulrich. "Danke", sage ich noch. Ich bearbeite weiter meine Zeichnung und speichere zwischendrin immer wieder ab. Dadurch das ich ein firmeneigenes Online-Laufwerk, eine Cloud nutze, sehe ich auch, ob und wer sich da grade drin tummelt. Ist auch mal ganz interessant. Ich bin grade intensiv am Arbeiten, da steht mein Chef neben mir. "Unglaublich, Du bist ja fix", staunt er. "Ich habe erstmal mit der leichten Seite angefangen", sage ich grinsend, "die Anlage hinten an der Wand wird wahrscheinlich am schwierigsten." "Trotzdem, das sieht schon gut aus", sagt mein Chef. "Danke", sage ich, "und die Stationen kannst Du auch von innen sehen." Ich führe das auch gleich vor. Mein Chef staunt. "Das ist ja umfangreich", sagt er, "aber, lass dich bloß nicht von den Konstrukteuren abwerben." "Wieso?" frage ich, "waren die schon bei dir?" "Nicht direkt", antwortet mein Chef, "aber die haben ja Zugriff auf den Ordner." "OK, ich pass auf", sage ich grinsend. "Der Chef von Torsten und Ulrich hat schon mal angefragt", sagt mein Chef. "Hm, nee, so was nur machen ist jetzt nicht meins", sage ich, "wen ich zwischendrin mal wieder einen Workshop machen darf, ist schon OK. Aber ich muss ja auch erstmal fertig werden, ich bin doch erst am Anfang." "Und gleich die Messlatte hochgehängt", sagt er noch grinsend. Dann gibt er mir einen Brief. "Die Gehaltserhöhung", sagt er. "Das ging ja fix", staune ich. "Du hinterlässt ja auch überall einen großen Einschlag", sagt er grinsend und amüsiert sich über meine Gesichtsfarbe.
Ich mache den Brief auf und staune nicht schlecht, was das alles drinsteht. "Vergünstigtes Leasingfahrzeug, steht mir auch zu, das ist interessant", sage ich leise. Ein Kollege hier oben im Büro hat auch den Tarif. Den frage ich erstmal aus. Danach mache ich mit meiner Zeichnung weiter. bevor ich Feierabend machen will, rufe ich Sandra an. "Hallo Stefanie", meldet sie sich und hört sich etwas müde an. "Hi, was ist denn, du hörst dich so schlapp an", sage ich. "Ja, ich habe so blöde Kopfschmerzen, aber dann noch mindestens ein Stunde zu tun", antwortet Sandra, "hast Du vielleicht Schmerztabletten?" "Ja, bringe ich dir rüber, auf dem Weg zur Straßenbahn", sage ich. "Danke", sagt sie, "bis gleich." Sie hört sich wirklich ein wenig gequält an. Ich suche die Tabletten raus und mache mich auf den Weg. Von meinen Kollegen verabschiede ich mich freundlich. Ich komme bei Sandra an und gebe ihr die Tabletten. "Du bist so ein Engel", sagt sie und versucht zu lächeln. "Willst Du krank werden?" frage ich sie. Sie schüttelt vorsichtig den Kopf. "Frauenleiden und außerdem habe ich heute zu wenig getrunken", antwortet sie. Ich nehme sie in den Arm. "Schön das Du da bist", sagt sie, "da geht es gleich besser." Sie nimmt dann eine Tablette. "Soll ich noch ein bisschen da bleiben?" frage ich sie. "Brauchst Du nicht, ihr habt doch bestimmt wieder üben", sagt Sandra. "Auch", sage ich lächelnd, Kalle und Co. brauchen auch mal Unterstützung bei der Wasserrutsche." Jetzt huscht doch ein Lächeln über ihr Gesicht. "Dann musst Du da unbedingt hin", sagt Sandra. "Ich wollte jetzt mit der Bahn zu Dir und da dann ein Fahrrad nehmen", sage ich. "Ja klar", sagt Sandra, "soll ich dich dann abends abholen." "Aber nur wenn es Dir gut geht", sage ich, "sonst ruhe dich lieber aus." "Mal schauen", sagt Sandra. "Und wenn irgendwas ist, ruf einfach an", sage ich noch. Dann küsse ich sie. "Mhh!" sagt Sandra genießerisch, "da geht es gleich ein bisschen besser." Ich streichele ihre Wange. "Tschüss, Steffi bis heute Abend dann", sagt Sandra.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
Mit der Bahn zu Sandras Haus ist kein Problem. Einmal umsteigen und zum Schluss ein kleiner Fußweg, das war"™s schon. Ich hole mir noch eine Jacke, schaue kurz nach den Katzen, dann nehme ich Sandras Trekkingrad. Das steht mir irgendwie besser. Ich radele soweit wie möglich abseits der großen Straßen und fahre so, dass ich von der Rückseite zum See komme. Leise hört man schon Musik. Ich staune nicht schlecht, dass ich das hier höre. Vielleicht haben sie Fenster oder Türen offen. An einer Stelle steht wieder ein Auto am Zaun. Der Zaun ist allerdings heile. Das Nummernschild fotografiere ich noch. Ich schaue, ob ich von oben was sehe. Und tatsächlich, da unten sitzt einer und angelt. Ich suche mir eine Stelle, wo er mich nicht sehen kann und hieve dann das Fahrrad über den Zaun. Anschließend klettere ich über den Zaun. Dann steige ich aufs Fahrrad und fahre über einen Trampelfahrt runter. Erst als ich unten bin, bemerkt der mich und erschreckt sich dementsprechend. "Guten Tag, wer hat ihnen erlaubt hier zu angeln?" frage ich höflich. "Äh, äh, ja, der Eigentümer", antwortet der. "Haben sie das schriftlich, meiner Information nach macht der Eigentümer das ausschließlich schriftlich", sage ich. "Und wer sind sie?" fragt der jetzt pampig. "Die Verwalterin, ich vertrete die Interessen des Eigentümers, mir können sie natürlich auch die Einverständniserklärung zeigen", antworte ich jetzt übertrieben höflich. Jetzt fängt der auch noch an in seinen Taschen nach dieser Erklärung zu suchen, die es gar nicht gibt. "Hören sie einfach auf zu suchen, es gibt keine Erlaubnis", sage ich, "wir vergeben so was generell nicht. Packen sie alles zusammen und verlassen bitte sofort das Grundstück." Jetzt wird er frech. "Und wenn ich das nicht tue, Puppe?" fragt er. "Dann muss ich die Ordnungshüter rufen", sage ich, "eine Anzeige gibt es sowieso." "Das würde ich mir an deiner Stelle noch mal überlegen", sagt er, "sonst"¦" "Sonst was?" unterbreche ich ihn forsch, "falls du mich körperlich züchtigen möchtest, kannst Du es gerne versuchen. Allerdings mache ich dich drauf aufmerksam, dass es hier neulich einen Zwischenfall gab, bei dem jemand anderes auch der Meinung war er dürfe hier alles." "Habe ich von gehört", sagt der Typ schnippisch. "Auch das der mächtig in die Fresse gekriegt hat?" frage ich. "Irgendwas habe ich da gehört", sagt er immer noch selbstbewusst. "Gut, ich war die Gegnerin", sage ich, "und ich bin nicht zimperlich." Jetzt schaut er doch etwas sparsam. "Pack deine Sachen und verpiss dich endlich", sage ich scharf, "ich habe schon wieder ein Zucken im Arm." Das überzeugt ihn wohl, er packt seine Sachen und verzieht sich. Von weitem höre ich Jürgens Stimme. "Da ist wieder so ein Angler", ruft er. "Schon erledigt", rufe ich zurück und gehe ein paar Meter weiter. Der war schon gut versteckt der Typ, vom Bootshaus und vom Steg konnte man den wohl nicht sehen. Ich warte noch bis der Angler oben ist und wegfährt.
"Steffi, hey, ich grüße dich" ruft Jürgen rüber. Ich steige aufs Rad und fahre hin. "Hi allerseits", grüße ich. Thomas und Kalle sind auch da. "Du hast das doch im Urin, mit den Anglern, oder?" flaxt Kalle. "Joa, irgendwie, vielleicht", flaxe ich grinsend zurück "aber der wollte mich erst nicht ernst nehmen." "Vielleicht liegt das an deinem Pullover. Der ist niedlich, so mit Snoopy", sagt Thomas "Danke", sage ich. "Achtung, neuer Versuch", ruft Kirsten von oben. Die Wasserrutsche haben sie soweit aufgebaut. Den meisten Teil läuft sie in einer Rinne, ähnlich einer Half-Pipe. Unten haben sie eine Schanze gebaut und im Boden verankert. "Geh"˜ mal ein bisschen zur Seite", sagt Jürgen, "das spritzt ziemlich." Ich gehe den Hang ein wenig hoch, so dass ich in die Rinne gucken kann. Jetzt läuft erstmal Wasser runter und nicht grade wenig. Sie haben die Große Pumpe am Start, mit der wir den Teich ausgepumpt haben. "Vorsicht, Start!" ruft Kirsten. Jessi und Antje sind auch da. Die drei sind schwer amüsiert. Die Jungs sind auch am Grinsen. Jetzt rauscht ein Schlauchboot an mir vorbei. Beladen ist es mit einigen Sandsäcken und "¦ "¦ einer Gummipuppe. Ich schaue grinsend hinterher, dann schaue ich hoch zu den Mädels. Die schütten sich aus vor Lachen. Dann kommen sie runter. Das Boot dümpelt im See. "Besonders weit ist es aber nicht geflogen", sage ich grinsend, "wollt ihr Püppi nicht wehtun?" Wieder gegackere in der Mädels Runde. "Das haut noch nicht so hin, wie wir das wollen", sagt Thomas leicht genervt, "vor der Rampe sammelt sich so viel Wasser, das bremst." "Das wäre das eine", sage ich. "Wenn Du "˜ne Idee hast, dann raus damit", sagt Kalle.
"Die Rampe ist zu steil", sage ich, "die hat mindestens eine dreißig Grad Schräge. Zehn Grad wäre das maximale, eher noch weniger." "Okeeh!" sagt Thomas, auch die anderen schauen ungläubig. Die Mädels holen derweil das Schlauchboot vom See. Die Sandsäcke laden sie auf einen kleinen Wagen, "Püppi" kommt da auch drauf. Jessi ist ziemlich am schleppen. Weil ich etwas skeptisch schaue, sagt Jessi lächelnd: "Da ist auch etwas Sand drin." "Ihr seid so welche", sage ich lachend. Jürgen und Co. sind schon dabei die Rampe herunterzusetzen. "Steffi schau mal, ob es reicht", sagt Kalle. "Sieht gut aus", sage ich. Die Mädels haben oben schon wieder das Boot abfahrbereit gemacht. "Neuer Versuch", ruft Jürgen. Jetzt kommt wieder erstmal einiges an Wasser. Dann kommt das Boot. Es rauscht vorbei und fliegt ein paar viele Meter weiter. "Das war schon mal gut", sagt Kalle, "aber da ist immer noch die Pfütze vor der Rampe, die bremst." Er schaut mich an. "Das würd ich da auch abfließen lassen", sage ich, "ein, zwei Bretter mit leichter Schräge nach außen und dann durch die Seitenwände abführen. Außerdem könntet ihr Wasser auf die Rampe sprühen." "Hört sich nach einem Plan an", sagt Kalle grinsend, "los, gleich ausführen." Die Jungs fangen an zu schrauben, während Jessi und Anhang das Boot wieder vom Wasser holen. "Ich gehe mal zu den Musikern", sage ich. Oben am Anfang der Rutsche schaue ich, wie sie das Boot dann starten. Die Mädels kommen auch grade an. "Dieses Becken wird mit Wasser gefüllt", erklärt Antje, "und die Kante klappt dann weg und los geht die wilde Fahrt." "Cool", staune ich. "Haben wir drei Mädels gebaut", sagt Antje. Es ist noch kein Wasser drin und ich schaue mir die Konstruktion an. Ich zeige den gutgemacht Daumen. "Poah!" Das ist ja mal stabil", sage ich, "auch der Klappmechanismus." "Wir sind schon gut", sagt Jessi, "unsere Antje hat Zimmerfrau gelernt, die baut die tollsten Sachen." "Respekt, Mädel", sage ich, "das erklärt auch deine lockere Art." "Ja, da erlebt man schon was, mit Männern auf dem Bau", sagt sie grinsend.
Ich gehe zur großen Halle. Aus unserem Übungsraum hört man einige Blasinstrumente. Brummel, John und Rick sind da. "Ah, unsere Stimme ist da", sagt John und stellt mich vor. "Angenehm", sage ich. Einer der Posaunenspieler schaut mich etwas verträumt an. "Von dir hat man ja schon ein bisschen was gehört", sagt er zu mir, "spricht sich schnell rum." "Braunschweig ist ja auch ein Dorf", sage ich lächelnd. "Wir üben grade ein paar Basics und das Zusammenspiel", sagt Brummel. "Braucht ihr mich jetzt?" frage ich. "Später dann", sagt Brummel", "Gesine kommt auch etwas später." "OK, dann gehe ich mal in die Werkstatt zur Festleitung", sage ich grinsend, "bis nachher." Ich bin schon außer Sichtweise, höre aber trotzdem einen der Bläser sagen: "Die ist ja noch viel süßer, als ich mir es gedacht habe." Ich bin grade alleine auf dem Platz und keiner kann sich über meine Gesichtsröte amüsieren. "Danke", sage ich leise. Mit normaler Gesichtsfarbe gehe ich in die Werkstatt. "Ah, hallo, die Chefin", begrüßt mich Harald. "Huhu!" grüße ich zurück. Britta und Samantha sind auch da. "Na Steffi?" sagt Samantha. "Wir haben schon mal die die Belegung der Bühnen geplant", sagt Britta. "Wie haben ja noch ein paar mehr Zusagen bekommen", sagt Samantha, "eine Dudelsack Gruppe haben wir, dann eine große Gruppe mit afrikanischen Trommeln." "Ey super", sage ich. "Und einige Akrobaten und Kleinkünstler", sagt Britta. "Da ist aber Abwechslung drin", staune ich. "Genau", sagt Britta, "die würden dann im Wechsel auf den Bühnen an den kurzen Seiten auftreten." "Ihr würdet dann mit euren vier Sets auf den anderen beiden Bühne an der langen Seite spielen", sagt Samantha, "das geht von der Technik her." "Toll", freue ich mich.
In der Werkstatt wird teilweise für das Fest vorbereitet, aber auch der normale Betrieb läuft. Niklas kommt rein. "Hi Steffi, gut das du da bist", sagt er erfreut, "kannst Du nachher mal rüberkommen, in den Raum wo die Kunststoffschweißgeräte stehen? Wir haben ein neues "Spielzeug, was noch verbesserungswürdig ist." "Jetzt habt ihr mich neugierig gemacht", sage ich lächelnd, "ich komme gleich mal mit." Wir gehen rüber. Ulf ist auch da. Im Raum steht ein Tisch, ca. 2 x2 m groß. "Das sieht interessant aus", sage ich, "wenn es das ist, was ich glaube." "Das ist eine 2-Achsen Schneidemaschine", sagt Ulf, "manche sagen auch Plotter dazu." "Coo-ool!" sage ich. "Für Stoffe und mehr, so für Autositze und Moped Sitzbänke", sagt Niklas. "Oder für Modelleisenbahn", sage ich grinsend. Vor meinem geistigen Auge schneidet das Ding grade Teile für Modellbahnwaggons und sonstiges Zubehör aus. "Auch gut", sagt Ulf, "nur die Messer werden schnell stumpf." Ich schaue mir die Mechanik genauer an. "Da müsste man doch auch ein Lasermodul anbauen können", sage ich, "kriegst Du bei Amazon für Graviermaschinen." "Das wär ja cool", sagt Niklas, "hast Du da Ahnung von." "Na ja, ein wenig schon", antworte ich, "aber ich frag morgen mal in der Firma nach, da gibt es einige Schneidemaschinen und die Leute die da arbeiten haben ziemlich viel Erfahrung mit Lasern." "Super Steffi", sagt Ulf. "Unsere Mädels haben durchaus auch schon Interesse", sagt Niklas, "wegen Nähen und so." "Oha, das darf ich nicht Sandra erzählen", sage ich grinsend, "die näht auch für ihr Leben gern."
Ich gehe wieder rüber in den großen Raum. Britta telefoniert. Sie schaut mich an und sagt ins Telefon: "Sie kommt grade rein, soll sie rüberkommen?" Britta nickt und legt auf. "Friedel war das, die sind soweit rund da drüben", sagt sie, "kannst gerne rüber gehen." "Gerne", sage ich und gehe rüber. Man hört die Bläser und sie spielen grade den Bläsersatz von "Sweet Home Chicago". Ich kann es mir beim Reinkommen nicht verkneifen, eine Textzeile zu singen:
"Come on
Oh, baby don't you wanna go?
Come on
Oh, baby don't you wanna go?
Back to that same old place
Sweet home Chicago."
Stille im Raum. Brummel, John und Rick grinsen. Die anderen schauen mich staunend an. "Alles gut bei euch?" flaxe ich sie an. "Öh, ja", sagt einer der Siegfried heißt, "die Stimme hat mich grade sehr angesprochen." Ich zwinkere ihm zu. Jetzt kommt Gesine an. Sie ist ca. einen Kopf kleiner als ich. Normal trägt sie einen Bob und die Haare glatt. Heute sind sie mal gewellt. "Das sieht ja niedlich aus", sage ich. "Na ja", versucht Gesine zu beschwichtigen, "ich finde es glatt besser, ich hatte heute nur keine Zeit mehr zu Föhnen nach dem Waschen." "Mir gefällts", sagt John. Ronald, ein Trompeter wirft dann lächelnd ein: "Das wird aber schwierig sich zu konzentrieren, mit zwei so hübschen Mädchen." "Äh, bei Steffi musst du aufpassen, wegen zuviel Lob", sagt Gesine grinsend, "die wird gerne mal rot." "Grrrr!" sage ich nur, zur Erheiterung der anderen.
"Was spielen wir denn?" fragt Gesine. Sie ist heut ein bisschen lockerer drauf, sonst hielt sie sich immer zurück. Das Forsche gefällt mir aber an ihr. "Also, wir haben das was wir neulich schon mal hatten, "Playing with my Friends" von B.B.King", sagt Brummel, "und eben von den Blues Brothers "she caught the Katy" und "Sweet Home Chicago"." "Sehr geil", sage ich lächelnd. "Wollt ich auch grade sagen", sagt Gesine. "Na dann, ans Werk" sagt John. "Fangen wir mit den Blues Brothers an", fragt Brummel. Ich nicke. "Gerne", sagen auch die Bläser. "Fangen wir mit "She caught the Katy" an", sagt Brummel. Ich hänge meine Gitarre um und nehme mir noch meine Mundharmonika, was Brummel auch gleich sieht. Er grinst. In der kurzen Zeit haben wir es schnell hingekriegt, uns per Zeichen zu verständigen. So frage ich, ob er alleine die Gitarre spielen kann, was er auch gleich positiv zurückmeldet. Die anderen kriegen es kaum mit. John zählt an. Brummel beginnt auf der Gitarre, dann setzen Schlagzeug und Bläser ein. Brummel singt die ersten Zeilen. Ich werde grade etwas komisch angeschaut, weil ich ja die Gitarre nicht spiele. Dann setze ich mit der Harp ein. Das zieht sich durchs ganze Stück, ein kleines Solo ist auch dabei. Die anderen schauen von überrascht bis begeistert zu mir rüber. "Boah, ohne groß zu üben", sagt Ronald hinterher, "und absolut authentisch. Sehr stark, Steffi." "Danke", sage lieb. Dann spielen wir "Sweet Home Chicago" . Hier spiel ich jetzt Rhythmus-Gitarre und singe die zweite Stimme, neben Brummel.
So ein paar kleine Mängel haben wir noch drin im gemeinsamen Spiel. "Das ist ausbaufähig", sagt Brummel lächelnd. "Dann nochmal, Chef?" fragt Gesine keck. "Bis es sitzt, oder?" fragt Siegfried rein. Wir schauen einander an und nicken. Brummel zählt an und spielt die ersten Riffs. Danach steigen wir anderen ein. Im zweiten Vers singen wir zusammen. Da es bei mir läuft, bin ich etwas entspannter und wippe leicht mit dem Hintern. Mein Blick fällt auf Rick. Er schaut auf meinen wippenden Po. Als er sieht, dass ich ihn beobachte, wird er etwas rot im Gesicht. Ich grinse und zwinkere ihm zu. John hat es auch mitbekommen und grinst sich einen. Brummel ist auch sicherer im Spielen und swingt beim Singen mit. Bei dem Instrumentalteil des Stückes fange ich dann an ein wenig hin und her zu laufen, so ähnlich wie es Elwood im Film macht. Die Bläser haben sich mittlerweile eingegroovt und sind entsprechend locker dabei. "Hey, das macht aber auch Spaß", sagt Ronald hinterher, "vor allem wenn man euch da vorn zuschaut." "Danke", sage ich lieb. Zwei mal spielen wir das noch, dann befinden wir das es so OK ist für heute. "Dann wäre noch "Playing with my friends dran?" fragt Siegfried rein. "Wenn ihr noch alle fit seid? fragt Brummel dagegen. "Unbedingt!" sage ich, mit Augenaufschlag. Nachdem sie sich etwas vom Lachen beruhigt haben, starten wir mit dem Lied. Nach zweimal üben läuft es schon ganz rund. "B.B.King ist so dein Ding, was?" frage ich Brummel. Der grinst nur und nickt zustimmend. "Jetzt sind wir doch ziemlich Blues lastig", sagt Rick. "Und, schlimm?" fragt Gesine keck. "Ich finde es gut", sage ich", habe vorher auch noch nie mit so einer guten Horn-Sektion zusammengespielt." "Danke Steffi", sagt Siegfried und drückt mich lieb. Einmal spielen wir das Stück noch, dann machen wir auch Schluss. Es ist ja schon etwas später. Ich schaue noch kurz in der Werkstatt vorbei und verabschiede mich da auch. "Bist Du morgen wieder hier?" fragt Thomas, "wir brauchen dein Fachwissen noch mal an der Rutsche." "Ja, ich bin dann da", antworte ich. Ich ziehe mir die Jacke über, nehme das Fahrrad und mache ich mich auf den Weg zu Sandra.
Sandra hat es sich schon mal etwas bequemer gemacht. Den ganzen Nachmittag hatte sie noch Kopfschmerzen. Sie zieht sich einen bequemen Jogginganzug an und setzt sich ins Bett. Ich komme dann auch bei ihr an und stelle das Fahrrad im Schuppen ab. Dann gehe ich zu ihr rein. "Ich bin schon im Schlafzimmer", höre ich sie rufen. Also gehe ich hin. "Na, wie geht"™s?" frage ich. "Na ja war schon etwas heftig heute", antwortet sie. "Muss ich mir Sorgen machen?" frage ich. "Nee, das ist ein paar Mal im Jahr so, wenn die roten Tage im Gange sind", antwortet sie lächelnd. "Na gut", sage ich, "aber kuschelig siehst Du aus." "Kommst Du zu mir?" fragt sie mich lieb. "Ich mache mich nur etwas bettfertig und mache alles aus", antworte ich. Danach gehe ich wieder zu ihr und gehe auf dem Bett auf allen vieren langsam zu ihr hin. Als ich über ihr bin verbleibe ich so und gehe nur mit dem Kopf runter. Unsere Lippen berühren sich und ganz vorsichtig küsse ich sie. "Du sagst wie doll, ja?", sage ich. Mhh!", sagt Sandra nur. Eine Weile küssen und Schmusen wir so. "Das ist aber auch mal schön so", sagt Sandra leise. Ich lege beide Hände neben ihren Kopf und berühre ihre Schläfen mit Zeige- und Mittelfinger. Dann mache ich vorsichtige Kreisbewegungen mit den Fingern. "Oh!", sagt Sandra erstaunt, "fühlt sich gut an." Kurze Zeit später zieht sie mich wieder zum Küssen ran. "Das tut gut", sagt sie zufrieden. Später lege ich mich neben sie. Sandra kommt sofort ran und kuschelt sich in meinem Arm ein. Sie ist dann auch recht schnell eingeschlafen.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
Ich werde wach und Sandra ist schon aufgestanden. Normalerweise ist es immer andersherum, dass ich vor ihr aufstehe. Ich recke mich nochmal, dann stehe ich auf. Aus dem Badezimmer hört man Sandra leise singen. Ich gehe hin. "Guten Morgen Sandra", sage ich. "Guten Morgen mein Libellchen", sagt sie mit ihrem liebsten Lächeln. "Na, du bist aber gut erholt, was?", frage ich. "Ja, ich fühl mich richtig wohl", sagt sie und zieht mich an ihre Lippen. "Du hast aber auch eine süße Stimme, wenn du singst", sage ich. Jetzt gibt sie mir einen langen Kuss. "Danke Stefanie", sagt Sandra leise. "Wie geht es Dir heute Morgen?" frage ich. "Alles bestens", lächelt Sandra, "ich habe mich gut erholt im Schlaf." "Super", freue ich mich. Sandra geht dann schon mal in die Küche und macht ein kleines Frühstück. Als ich in die Küche komme, futtern grade die Katzen. "Brr, mau, Miau", sagen sie. Ich knie mich daneben und schaue kurz zu. Jetzt schnurren sie auch noch dazu. Ich trage heute wieder eine Jeans, diesmal eine mit7/8 Länge. Sandra geht noch mal ins Schlafzimmer. Zurück kommt sie mit einem Sweatshirt. "Versuch das mal", sagt sie lächelnd. Ich ziehe es über. Es ist nicht ganz so groß, wie das Snoopy Shirt von gestern, aber trotzdem sehr bequem. Das Shirt ist dunkelblau und vorne steht "NASA" drauf. "Spacig!" sage ich grinsend, "aber wieso trägst Du das nicht selber?" "Irgendwie steht mir das nicht", sagt Sandra, "bei Dir sieht das umso besser aus." Und dazu gibt es einen dicken Kuss. "Und dann noch mit der engen Jeans, toll!" sagt sie weiter. Ich lasse sie mal das Shirt anziehen. "Sieht doch gut aus", sage ich. "Na ja, achte mal auf den Brustbereich", sagt Sandra, "bei mir verschwindet da einiges, bei Dir nicht." "Stimmt, aber komisch, du hast doch nicht weniger als ich", wundere ich mich. "Aber deine sind schöner", sagt Sandra lasziv gehaucht und streichelt sie zart. "He du!", sage ich, "du raubst mir die Sinne." "Hihi, gerne", sagt Sandra du gibt mir das Shirt wieder. Ich betrachte mich kurz im Flur im Spiegel. "Komisch, aber stimmt was du sagst, die "Dickies" kommen bei mir mehr zur Geltung", sage ich, als ich zurück in die Küche gehe. Sandra lacht sich schlapp. "Dickies!" sagt sie und prustet gleich wieder los und nach einer Weile: "Du immer mit deinen trockenen Sprüchen. "Zwinker", sage ich. Jetzt frühstücken wir zu Ende. "Wie wird denn das Wetter heute?" frage ich. "Etwas wärmer, als gestern", antwortet Sandra. "Gut dann suche ich mir mal passende Schuhe raus", sage ich. Ich hatte neben der Kleidung auch schon mal einem großen Karton Schuhe mit zu Sandra gebracht. "Guck mal, die passen doch farblich", sage ich und hole ein Paar Peeptoes Lackpumps in Dunkelblau mit Keilabsatz heraus und ziehe sie an. Sandra guckt, und guckt, und guckt"¦ . "Oh mein Gott, sind die toll", sagt Sandra erfreut und zieht mir einen gleich wieder aus, um zu schauen wer der Hersteller ist. "Cool Gabor, da steht sogar der Modellname drin", sagt sie, "auch haben müssen." Dann darf ich den Schuh wieder anziehen.
Wir fahren zur Arbeit. Sandra bringt mich auch dieses Mal vor die Tür. "Ich habe heut nicht so lange zu tun", sagt sie, "wenn Du heute wieder zur Spedition willst, würde ich gerne mitkommen." "Na klar, gerne", sage ich, "da hat sich so einiges getan und es kommt jeden Tag was dazu." "Ich bin gespannt", freut sich Sandra. Nach einem wunderschönen Kuss steige ich dann aus und Sandra fährt weiter. Im Büro werde ich natürlich auf das Sweatshirt angesprochen. "Na, wo hast du dein Space Shuttle geparkt?" fragt mich Ulrich. "Ich bin noch oldschool mit einer "Apollo-Kapsel" unterwegs", antworte ich grinsend. "Immer muss sie noch einen draufsetzen", murmelt Ulrich hinterher. "Hier, komm, hat Stefan doch auch immer gemacht", sage ich, "schon vergessen das?" "Ja, ja", sagt Ulrich gespielt genervt. Ich grinse ihn frech an. Jetzt starte ich erstmal meinen Rechner. Der will auch gleich wieder Updates verarbeiten. "Na gut, hole ich mir erstmal einen Kaffee", denke ich mir und gehe Richtung Küche. Je näher ich Ulrich seinem Platz komme, desto lauter lasse ich die Absätze klacken. Verstohlen schaut er hoch. "Frollein", sagt er gespielt streng, "überreize es nicht." "Ich passe schon auf" , sage ich grinsend. Thorsten kommt nach kurzer Zeit auch in die Kaffeeküche. Er grinst mich an. "Ist schon cool, wie Du gegen Ulrich seine Sprüche angehst", sagt er leise, "der ist öfter mal sprachlos." "OK, ich dachte der tut nur so", sage ich erstaunt. "Na ja und eine Schwäche hat er wohl auch für dich", sagt Thorsten noch. "Nochmal OK", sage ich noch erstaunter, "da hätte ich nun gar nicht mit gerechnet." "Tja nun", sagt Thorsten noch und zieht sich nach mir einen Kaffee. Zusammen verlassen wir die Küche.
Mein Rechner hat sich nun fertig gedaddelt. Als erstes schaue ich nach, was ich mir für ein Auto konfigurieren kann. "Eins, wo man auch mal zu zweit übernachten kann", denke ich mir. Ein Bus ist mir aber zu sperrig. "Aber ein Caddy mit einer Art Camping-Ausstattung gibt es auch", denke ich weiter. Ich stelle mir ein Wagen zusammen. Zum Schluss überlege ich kurz und checke die Leasingrate. Die passt auch in meine Vorgaben. "Also, abgesendet", sage ich leise. Voraussichtlicher Liefertermin, nach dem Urlaub. "Passt", sage ich leise. Als nächstes nehme ich mir meinen Entfernungsmesser und gehe in die Halle. Ich mache dort mache weiter, wo ich vorgestern aufgehört habe. Mittlerweile bin ich gut eingearbeitet und weiß, worauf ich achten muss. Ich komme recht schnell voran. Kurz vorm Mittag klingelt mein Handy. "Poststelle hier, wir haben hier ein Paket für dich, das irgendwie falsch gelaufen ist", sagt eine nette Stimme, "Stefanie Boe ist richtig?" "Ja das stimmt, wenn es passt komme ich nach dem Mittag vorbei", antworte ich. "Kannst Du gerne machen", sagt der nette Kollege. Jetzt mache ich mich auf den Weg in die Kantine. Den Lasermesser nehme ich einfach mit. Draußen treffe ich meine Kollegen. "Nehmt ihr mich mit?" frage ich keck. "Na klar", sagt Andreas, den ich heute noch nicht gesehen habe und hakt mich unter. Wir kommen in der Kantine an. Sandra sitzt schon mit ihren Kolleginnen am Platz und beobachtet uns erwartungsvoll. Ich lasse meine Absätze dieses Mal nicht klacken, "¦ na ja, bis Ulrich mich deswegen lobt. "Steffi, das geht ja auch leise", sagt er. "Klack, klack, klack", machen die Absätze und ich frage: "Was?" "Vergiss es", winkt Ulrich ab. Aus den Augenwinkeln sehe ich Sandra lachen.
Ich wähle mein Essen und gehe bezahlen. Den Entfernungsmesser habe ich mit auf das Tablett gelegt. Mit meinen Kollegen gehe ich zu Sandra. Ich setze mich neben sie. Natürlich schnappt sie sich gleich das Messgerät und misst die Entfernungen zwischen sich und den anderen. "Ha!" sagt sie begeistert. "Die ist ja genauso verrückt, wie du", sage Ulrich zu mir. "Komisch, ne?!" sage ich. Alle anderen grinsen. Dann erzähle ich Sandra noch von dem neuen Gerät, was drüben in unserer Poststelle liegt. "Willst Du gleich mein Auto nehmen?" fragt sie. "Klar, gerne", antworte ich. Sie gibt mir auch gleich ihren Schlüssel. "Da kannst Du gleich losbrummen", sagt sie. Nachdem wir fertig sind mit essen, gehen wir noch unsere kleine Runde, die dieses Mal am Auto von Sandra endet. Ich erzähle ihr noch von der Schneidemaschine in der Werkstatt. Wie erwartet ist sie sofort Feuer und Flamme. Ihre Augen leuchten. "Das muss ich sehen", sagt sie begeistert. "man gut, dass Du sowieso mitkommen wolltest", flaxe ich. Dann sage ich ihr noch, dass ich noch bei den Kollegen an den Laserschneidemaschinen vorbeischaue und mir dort Rat hole. "Boah, da bin ich aber so was von gespannt", sagt Sandra noch. Jetzt noch einen süßen Kuss und dann fahre ich rüber.
Ich betrete die Poststelle. "Guten Tag junge Frau was kann ich für Dich tun?" fragt der Kollege mit dem ich vorhin telefoniert habe. Den kenne ich noch von früher, als ich noch in Zwillingsbruder-Dauer-Modus war. Mit entsprechender Erwartung und grinsend antworte ich: "Ich bin Stefanie Boe, wir hatten vorhin wegen eines Paketes für mich telefoniert." "Äh, öh, äh ja", stottert er, "ich dachte das wäre ein Gag, ein Missverständnis mit dem Namen in der Adresse." "Nee, das ist schon so OK", antworte ich. "Alter Schwede, was für eine Verwandlung", sagt er, "das muss aber schon immer in deinem Blut gelegen haben." "Das sozusagen kann man so sagen", antworte ich lächelnd. "Boah!" sagt er und gibt mir das Paket. "Ein Autogramm noch", sagt er und hält mir so einen Scanner mit Touch-Feld hin. Ich krakele meine Unterschrift irgendwie drauf und muss dann über das Ergebnis lachen. "Danke, alles klar", sagt der Kollege lächelnd und lass dich öfter mal blicken hier." "Ich tu mein bestes", antworte ich und verabschiede mich.
Ich fahre weiter zum Werkzeugbau, wo ich neulich schon war. Das Auto stelle ich draußen ab und gehe rein zu den Laser-Schneidemaschinen. Die laufen auch grade alle und machen ordentlich Funken. Der Kollege vor Ort programmiert grade die nächsten Teile. Natürlich kennen wir uns von früher. Ja OK, Stefanie wird er wohl noch nicht kennen, aber ich spreche ihn direkt an: "Na Olli, wie läuft"™s?" "Ganz gut", sagt er während noch auf seinen Bildschirm schaut. Dann schaut er hoch und schaut mich etwas irritiert an. "Ja gut, ich sehe ein wenig verändert aus, im Gegensatz zu früher"; sage ich grinsend. "Stefan?" fragt er, "Alter, das ging ja schon in der Halle rum, aber so hätte ich es nicht erwartet, boah! Sorry, also jetzt Stefanie?" "Genau", sage ich lächelnd. "Na dann, was treibt dich zu mir?" fragt Olli. Ich erkläre ihm das mit unserer Schneidemaschine und die Suchen die ich deswegen schon machte. "Die von Amazon kann man schon nehmen", sagt Olli, "aber ich würde eine andere Optik wählen." Dann zeigt er mir einige Hersteller für Laseroptiken, auch mit verstellbarem Fokus "Hat nur eine Einschränkung, Du brauchst einen Gewerbeschein", sagt Olli weiter. "Das ist nicht das Problem", sage ich, "in der Werkstatt haben einige so einen und ich aufgrund meiner Verwalterinnen Tätigkeit auch." "Dann ist es ja bestens", sagt Olli noch und gibt mir noch eine Empfehlung mit. "Mach"™s gut", wünsche ich ihm dann. "Du auch und gib mal eine Rückmeldung", sagt Olli. "Klar gerne", sage ich noch. Dann gehe ich raus zum Auto und fahre zurück. Ich gehe zu Sandra ins Büro und gebe ihr den Autoschlüssel. "Meinen eigenen Entfernungsmesser habe ich gleich im Auto gelassen", sage ich, "ich habe ja jetzt den neuen." "OK", sagt Sandra noch. Wir sprechen uns noch ab, wann wir uns zum Feierabend treffen.
Ich bin wieder in der Halle unterwegs und mache die ersten Messungen. Das Gerät kann einiges mehr, als mein eigenes. Das neue ist ja auch eher für den Profieinsatz gedacht. Es hat sogar eine gewissen Speichermodus. Jedenfalls bin ich jetzt um einiges schneller. Nach einiger Zeit sehe ich meinen Chef in einiger Entfernung. Er scheint mir lächelnd zuzuschauen. Dann kommt er zu mir. "Das macht schon Spaß, die zuzugucken", sagt er, das ist genau dein Ding, was?" "Joa", antworte ich. Dann muss ich ihm natürlich das neue Gerät zeigen. "Das ist schon gut", sagt er begeistert, "am besten, du bewahrst das erstmal bei dir auf." "OK", sage ich nickend. "Und deine Zeichnung im Online Portal ist ja der Hammer", sagt er dann noch. "Achtung Steffi, ein Lob", sage ich und glühe wieder auf. Mein Chef lacht leise, tappt mir auf die Schulter. "Du bist so eine Marke", sagt er beim Weggehen. Eine Weile messe ich weiter, dann gehe ich zu meinem Platz zurück. Ich packe meine Sachen ein und schaue nebenbei raus, ob Sandra kommt. Nach ein paar Minuten kommt sie auch, hält unter meinem Fenster und schaut hoch. Ich schaue raus. "Taxi ist da", ruft sie lächelnd hoch. Ich schnappe mir meine Handtasche, verabschiede mich von den Kollegen, die jetzt noch da sind und gehe dann runter. Sandra steht schon vor der Tür und ich steige ein. Und Sandra braust los. "Mein Chef hat uns heute wohl das erste Mal zusammen gesehen", sagt Sandra, "wir hatten dann noch einen Termin. Und der findet dich sehr ansprechend." "Danke", sage ich leise. Sandra grinst nur wegen meiner Röte im Gesicht.
Auf dem Weg durch die Stadt geht es teilweise stockend. Neben uns ist ein Auto mit zwei Männern. Mal ziehen wir langsam vor, mal die. Ich habe mittlerweile meinen Entfernungsmesser in den Händen. Das Auto der beiden Typen fährt auf unserer Höhe. Es ist relativ nah dran. Da mein Fenster offen ist, spricht der Fahrer mich an. "Hallo, darf ich eure Namen wissen?" fragt er. "Moment", sage ich, nehme den Entfernungsmesser und halte ihn raus. Jetzt messe ich erstmal die Entfernung zwischen den Autos. "Hm, 30 cm, ihr seid zu nah dran", sage ich und schaue ihn treudoof an. "Äh und jetzt?" fragt der. Ich zucke mit den Schultern. In dem Moment ist auch die Straße frei und "Bleifuß-Sandra" drückt aufs Gas. Übertrieben setze ich die Beschleunigung um, drücke ich mich in den Sitz und mache die Augen groß. Sandra lacht natürlich. "Ey Stefanie, wo nimmst Du bloß den ganzen Blödsinn her?" fragt Sandra lachend. "Ich weiß nicht, es ist "schwupps" einfach da", antworte ich grinsend. An der übernächsten Ampel haben uns die beiden Typen wieder eingeholt. Als sie neben uns stehen, schaue ich wieder aus dem Fenster und spreche den Fahrer an: "wir sind nicht so, wie die anderen Mädels, habt ihr gemerkt, ne?!" "Ja äh, hm", stammelt der. Jetzt fällt mit zu allem Überfluss auch noch ein Cindy Lauper Song ein. "Girls they want to have fun", singe ich einfach so auf die Straße raus. Die Typen sind erstmal überrascht und auch etliche Fußgänger schauen, wo das eben herkam. Die Ampel wird grün und Sandra schießt wieder los. Dabei schüttet sich aus. "Wie soll man da geradeaus fahren?" sagt sie lachend, "aber Cindy Lauper magst Du, was?" "Ja", antworte ich, "wusstest Du, das sie mit dritten Vornamen Stephanie heißt?" Sandra schaut mich leicht staunend an. "Nicht wirklich, aber das erklärt einiges" sagt Sandra lächelnd. "Stefanies sind schon Cool, der Name auch", sage ich, "und ich bin gerne Stefanie!" Das bewirkt bei Sandra natürlich, das sie feuchte Augen kriegt. "Das ist so schön", sagt sie dann. Jetzt kommen wir besser durch und sind bald auf dem Speditionsgelände. Die beiden Typen haben wir wohl abgehängt. Vor der Werkstatt sitzen einige. "Hey Sandra, hey Steffi", begrüßt uns Jessi. "Huhu", grüßen wir gleichzeitig zurück. Und Musik hört man auch schon wieder aus den verschiedenen Ecken.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
Mittlerweile sind über 4 Jahre vergangen,
seit diese faszinierende Story hat angefangen.
Wenn man bedenkt, sie gibt die Handlung von rund 3 Monaten wieder,
fährt einem glatt der Schreck in die Glieder.
Aus Anmerkungen der Autorin kann man entnehmen,
es gibt noch mannigfaltige Themen -
z.B. der Segeltörn, Bandauftritte, Scheidung und
Eisenbahn, Poolbau, außerdem ein Hund,
und eh ich's bei allem noch vergeß:
der fiese Cousin und vom "Wandermops" der Prozess!
Wieder sind über 2 Wochen ohne Fortsetzung rum,
geht das so weiter bis zum nächsten Millenium?
Das werden wir alle nicht mehr erleben,
drum ist der Fangemeinde Bestreben
weitere Folgen hier zu lesen
von Steffi's Entwicklung, Leben und Wesen.
Bitte, Stephanie, schreibe weiter,
sei gegen Streß und Schreibblockaden gefeiter
und denke an Deine gierige Leserschar!
Wir fänden das alle toll und wären dankbar!
LG bella49
"Ich bin ja neugierig auf die Schneidemaschine", sagt Sandra. "Dann lass uns mal hingehen", sagt Jessi. Wir gehen in die Werkstatt. An der Schneidemaschine sind auch Niklas und Ulf am Basteln. "Das ist ja ein geiles Ding", rutscht es Sandra raus. Die Anwesenden grinsen, während ich pikiert sage: " also nee, so was sagt ein Mädchen aus gutem Hause doch nicht." "Stimmt, die machen das nicht", sagt Sandra grinsend. Jetzt lachen sie alle. Ulf lässt die Maschine laufen. "Folie geht, aber Stoffe ist kritisch", sagt Ulf, "wenn die Messer stumpf werden, wird es ungenau. Dann schieben sie den Stoff vor sich her." "Ich habe mal einen Wissenden in unsere Firma wegen Laser gefragt", sage ich und gebe Niklas die Unterlagen. "Cool", sagt der beim Durchblättern. Dann gibt er Ulf die Unterlagen. "Das sieht gut aus, Lasermodule kannst Du da auch bestellen", sagt Ulf, "Modul und Optik ca. 800 Euro, das müsste drin sein." "Und wenn nicht, habt ihr ja noch die Bank hier", sage ich und deute grinsend auf Sandra. "Ey Stefanie!" beschwert sie sich gespielt. "Aber hier, die brauchen einen Nachweis eines Laserbeauftragten", sagt Ulf, "hat das einer von uns?" Jetzt macht sich Ratlosigkeit breit. "Ich frage mal in der Werkstatt", sagt Niklas und ist schon draußen. Mein "warte Mal" bekommt er schon nicht mehr mit. Zurück kommt er mit Harald und Jürgen. Und die beiden wollen auch erstmal alles wissen. Sandra schaut zu mir rüber und zeigt versteckt auf mich und nickt fragend. Ich nicke zurück.
Die Jungs debattieren. "Weiß einer wie lange das dauert, bis man so einen Schein hat?" fragt Niklas. "Zwei Tage Vollzeit-Schulung", antworte ich, "aber erstmal einen Termin finden und kriegen dauert länger." "Hm, doof", sagt Harald. Jessi grinst mich an. "Woher weißt du das?" fragt sie mich erwartungsvoll. "Weil es bei mir so war", sage ich grinsend. "Ey das hättest Du ja auch gleich sagen können", sagt Niklas lächelnd. "Wollte ich, aber da warst Du schon raus", antworte ich, "den Schein habe ich auf der Arbeit gemacht, weil ich immer mal wieder mit Lasern zu tun habe. Der Schein gilt auch außerhalb des Werkes." "Wow! Die Dame ist Gold wert", Niklas. "Ist dir warm, Steffi?" fragt Sandra grinsend. "Grr!" sage ich. "Na, dann bestelle ich jetzt so ein Ding online", sagt Niklas. "Den Schein habe ich jetzt nicht hier", sage ich, das kannst Du unter Bemerkungen schreiben, dass ich den nachreiche." "OK", sagt Niklas und tippt die Bestellung, "könnte übermorgen schon da sein." "Super, dann kann ich ja mal was für meine Luftsessel ausschneiden", sage ich grinsend. "Nee, nee", sagt Ulf, "ich brauch das für Sitzbezüge." "Vergiss es", sagt Sandra lachend, "erstmal brauch ich die Maschine, um die Stoffe für Stefanies Kleid ausschneiden, das sie zum Auftritt anzieht." Alle schauen Sandra erstaunt an. "Das ist mal ein Argument", sagt Jessi lachend. "Wie sieht es denn aus?", fragt Antje und schaut mich erwartungsvoll an. Ich zucke mit den Schultern. "Keine Ahnung", sage ich. "Hä?! Wie?" fragt Antje erstaunt, "das weißt du nicht?" "Wird eine Überraschung", sagt Sandra lächelnd, "aber so viel sei verraten, ihr Sexappeal wird es unterstreichen." Ja, knallerot werde ich grade. "Hihi", sagt Sandra. Die anderen grinsen.
Jetzt möchte Sandra die Rutsche gerne sehen. Also gehen wir dort hin. Jessi und Antje kommen mit. Kristin ist schon da. Eine andere Frau ist auch noch mit dabei, die ich noch nicht kennengelernt habe. Sie hat lange, dunkelbraune Haare und ein sehr niedliches Gesicht. "Hallo, wir kennen uns noch nicht, ich bin Marie", sagt sie, "ich war ein halbes Jahr nicht hier." "OK, dann können wir uns nicht kennen", sage ich lächelnd und stelle erst Sandra, dann mich vor. "Jetzt habe ich auch ein Gesicht, ich habe von den anderen schon viel erzählt bekommen", sagt Marie. "Und bist Du enttäuscht?" frage ich grinsend. "Nein, absolut nicht", lacht Marie. Ich schaue zu Kristin. "Habt ihr alles erzählt?" frage ich sie grinsend. Kristin grinst zurück. "Na klar", sagt sie. "Das finde ich auch total spannend", sagt Marie. "Und es ist noch im vollem Gange", sage ich, "mal sehen, was noch so passiert." Sandra ist ziemlich still. Sie schaut Marie die ganze Zeit vorsichtig an. "Wir gehen noch mal das Boot hochholen, für einen Probelauf", sagt Kristin und geht mit Marie runter zum See. Sandra schaut hinterher. "Sie ist ja hübsch, was?" frage ich Sandra, als Kristin und Marie außer Rufweite sind. Sandra fühlt sich ertappt und wird verlegen. "Verliebt, was?" feixe ich. "Och Stefanie", sagt Sandra immer noch verlegen. "Ist nicht schlimm, is"˜ mir auch passiert", sage ich lächelnd. "Das passiert mir ab und zu mal", sagt Sandra und wird jetzt auch noch rot im Gesicht. "Du, mir auch", sage ich, "solange kein Fremdgehen dabei rauskommt find ich es nicht schlimm." Sandra schaut mich erstaunt an. Dann nimmt sie mich in den Arm und kuschelt sich ran.
Kristin und Marie kommen wieder hoch. Marie trägt das Schlauchboot, Kristin zieht den Wagen mit den Sandsäcken. Püppi ist natürlich auch dabei. Sandra staunt deswegen. "Gummipuppen sind grade voll en Vogue", sage ich trocken. Sandra schaut mich erstaunt an, Kristin und Marie grinsen. "Also Stefanie", sagt Sandra dann lächelnd. "Seid ihr eigentlich ein Paar?" fragt Marie. Sandra nickt, ich sage: "Ja." "Joa, ihr passt gut zusammen", sagt Marie. "Und du?" frage ich frech, "klassisch Hete?" Marie lacht. "Ja, aber du hast ja eine direkte Art", antwortet sie. "Dafür lieben wir sie hier alle", sagt Kristin. Ich zwinkere zum Dank. Sandra wirkt jetzt entspannter. Die Mädels bereiten die Rutsche vor. Jürgen und Kalle kommen jetzt auch dazu. Dann wird das Boot in die Startposition gelegt und beladen. "Und Go!" ruft Kristin und das Boot saust los. Sandra schaut fasziniert hinterher. "Ist ja toll", sagt sie, "seid ihr selber auch schon mal gerutscht?" "Nee, aber so langsam sollten wir es aber mal ausprobieren", sagt Kristin. "Haben wir eigentlich noch unsere Schwimmsachen im Bootshaus?" fragt Sandra. "Ja, Badeanzug und Neoprenanzug müssten dort noch liegen", sage ich. "Wollen wir es mal versuchen, Sandra?" fragt Kristin. "Au ja, los", sagt Sandra. Zusammen gehen wir zum Bootshaus runter. Sandra zieht sich um, ich bleibe so, weil ich ja gleich noch üben habe. Über den roten Badeanzug den Sandra trägt, zieht sie noch einen Neopren-Shorty drüber. "Ist besser, falls man ins Wasser klatscht", sagt sie dann noch. Wir gehen wieder hoch zum Anfang der Rutsche. Da Wetter ist den ganzen Tag über immer besser geworden, jetzt kommt sogar die Sonne raus. Mein Sweatshirt kann ich dann auch ausziehen. Das sorgt natürlich für Lacher, weil auf meinen T-Shirt, was ich drunter trage ein Spruch steht. "Was steht da?" fragt Jessi und geht näher ran, "nichts ist gelber, als Gelb selber!" "Geil!" gackert Antje. Sandra grinst. Solch T-Shirts hat sie haufenweise. "I-hi!" sage ich nur.
Jürgen und Kalle haben das Boot hochgeholt, während Jessi, Marie und Antje sich acu umgezogen haben. Auch sie haben zusätzlich Neoprenanzüge an. "Wer will zuerst?" fragt Jessi. Da Antje und Marie sich etwas zurückhalten, steigen Jessi und Sandra ins Boot ein. Kalle bedient die Pumpe. "Sieht gut aus von hier oben", sage ich, "die Pfütze vor der Rampe ist weg, das Wasser fließt überall ab." "Deine Ideen waren schon gut", sagt Harald. "Fertig zur Abfahrt?" fragt Antje. "Jawoll", antworten Jessi und Sandra. "Auf geht"™s", sagt Antje und betätigt den Auslösemechanismus. Behäbig setzt sich das Boot in Bewegung, nimmt aber sofort Fahrt auf. "Huh", sagt Jessi, im nächsten Moment fange an beide an zu kreischen. Harald verzieht leicht das Gesicht. Ich lächele ihn an. "Das gehört bei uns Mädels dazu", sage ich. Antje zwinkert uns zu. Jessi und Sandra rauschen mittlerweile über die Rampe und steigern ihr kreischen nochmal. Sie fliegen ein beachtliches Stück und landen dann sicher auf dem Wasser. Jetzt schütten sie sich vor Lachen aus und umarmen sich. "Mädels sind schon toll", sage ich lächelnd. "Jepp", sagt Antje keck. "Meine Güte, das sah schon gut aus", sagt Harald leise, "und sexy sah es obendrein auch aus." "Was soll denn das erst werden, wenn hier dann regulärer Betrieb ist?" frage ich genauso leise. Harald grinst. Jessi und Sandra paddeln das Boot mit den Händen zurück und sind grade am Ufer angekommen. Sie nehmen das Boot und kommen zu uns hoch. "Ist das geil", schwärmt Sandra. Das findet Jessi dann auch. "Ihr habt schon ein gute Figur gemacht", flaxe ich. "Danke", sagt Jessi. Ich habe sie sonst ja nur in Arbeitsklammotten gesehen, Aber im Badeanzug und jetzt im Neopren-Shorty sieht man mal ihre Figur und die ist auch sehr schön. Und hübsch ist Jessi auch. "Jetzt mal zu dritt", sagt Jessi. Marie steigt auch mit ein. "Achtung, fertig, los", sagt Antje und betätigt wieder den Auslöser. Und los geht die wilde Fahrt. Nur das sie zu dritt um die Wette kreischen. Auch dieses Mal landen sie und bleiben im Boot. Nur fahren sie etwas weiter, weil sie ja mehr Schwung mit hatten. Dementsprechend länger brauchen sie zum zurückpaddeln. "Deine Jessi ist ja auch eine hübsche", sage ich leise zu Harald, "ist mir eben erst aufgefallen." Harald lächelt. "Sag ihr das mal", antwortet er, "sie läuft viel zu oft in Arbeitskluft herum." Ich zwinkere ihm zu. "Mach ich doch gerne", antworte ich lächelnd. "Steffi hat gute Stylingtipps drauf", sagt Antje, die uns wohl gehört hat. "Meine Güte, du kannst aber gut lauschen", sage ich grinsend. "Hihi", sagt Antje noch. Die drei Mädels kommen wieder hoch.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
"Kommst Du auch mal mit Steffi?" fragt Marie. "Würde ich gerne, aber ich muss gleich zum Üben rein", sage ich, "aber nächstes Mal dann." Sandra strahlt die ganze Zeit. "Das macht Spaß, Stefanie", sagt sie dann. "Du, das sieht man auch", antworte ich und zwinkere ihr zu. "Wir rutschen noch ein bisschen", sagt Jessi dann. Antje traut sich jetzt auch. Jetzt fahren sie zu viert. Das Boot ist auch groß genug. Harald betätigt jetzt den Auslöser. Während ich zur Halle gehe, höre ich sie wieder kreischen. Vorm Tor treffe ich Jack. "Hey cool, du auch hier?" frage ich erfreut. "Ja, ich wollte langsam mal mit einsteigen", antwortet er, "Britta und Friedel haben schon gefragt." "Klasse ich freu mich schon", sage ich. "Ich mich auch, besonders auf das Duett mit dir", sagt Jack. "Ich gebe auch mein Bestes", flaxe ich. Von der Rutsche hört man wieder Kreischen. "Was ist da eigentlich los?" fragt Jack neugierig. "Da ist eine Wasserrutsche", antworte ich, "aber schau es dir einfach mal selber an. Das kann man nicht beschreiben, was die Mädels da machen. Eine Augenweide sind sie allemal." "OK, ich schau mal", sagt Jack gespannt. Ich gehe jetzt zu meinem Set. Bis auf John sind schon alle da. Kurz danach kommt er aber auch. Wir legen uns grob auf unsere Vorgehensweise fest, zum Anfang und Ende spielen wir bluesige Sachen. "Zwischendrin machen wir mal ein bisschen Stilbruch", sagt Friedel grinsend, "unter anderem vielleicht mit Steffis Version vom Guano Apes Song." "Klar gerne", sage ich. "Ansonsten müsse wir mal schauen, wie wir die Rolling Stones Songs mit einbauen", sagt Friedel weiter, "am besten über alle Sets verteilen." "Jack ist auch schon da", sage ich, "wie heißt er eigentlich richtig?" "Sie nennen ihn passenderweise auch Mick", sagt Gesine. "Ich glaube er heißt sogar richtig Michael", fügt Rick hinzu. "Britta und Samantha schauen schon wie sie das einflechten", sagt Friedel. Kurz danach Kommt Mick (Jack) rein. "Unglaublich die Mädels auf der Rutsche", sagt er, nachdem er uns begrüßt hat. "Ja, da soll man noch konzentriert arbeiten", flaxt John. Kurz danach kommen Samantha und Britta. "Also, ich finde es OK, bei den verschieden Sets zu singen", sagt Mick, bei euch würde ich am liebsten "Gimme Shelter" machen." "Natürlich, wo sonst? Unsere Steffi lassen wir nicht weg", sagt Friedel lächelnd. Selbst Britta staunt jetzt wegen der Aussage. "Danke", sage ich dann lieb. Wir legen dann den Ablauf grob fest. Bevor Mick dann zu uns kommt, hat er schon ein paar Songs in den anderen Sets gesungen. Wir starten dann mit "Happy", bevor er zu uns kommt. Das üben wir auch gleich, mit mir am Gesang. Im Original singt das mitunter Keith Richards bei den Stones. "Ich finde, wenn Steffi etwas tiefer singt kommt das schon gut hin", sagt John. "Finde ich auch", sagt Gesine. "Wär das OK für Dich?" fragt John. "Joa, wenn das für euch auch OK ist", sage ich. "Natürlich, wir haben hier die schärfste Stimme, das sollte man ausnutzen", sagt Friedel. "Puh!" sage ich, natürlich mit einiger Röte im Gesicht. "Du geizt aber heute nicht unbedingt mit Komplimenten, was?" frage ich dann keck. "Kann ich auch, oder?" fragt er forsch dagegen. Ich zwinkere zu Bestätigung.
Dave und Carl von Alex"˜ Set schauen rein. "Steffi, wir können so nicht arbeiten", sagen sie mit leichtem Grinsen. "Was, wieso, sind wir zu laut?" frage ich. "Nein, nein ihr nicht", sagt Carl, "aber die Mädels auf der Rutsche draußen." "Die hört man durchs Fenster", sagt Dave. "Aber wenn ihr spielt, dann hört man sie doch nicht", sagt John. "Aber man sieht sie noch", sagt Carl, "und sie sind ja auch noch hübsch anzuschauen." Der beiden Räume nebenan haben Fenster nach Süden und da liegt eben auch der Start der Wasserrutsche. "Na ja, die Mädels testen eben die Rutsche, für das Hoffest", sage ich lächelnd, "damit alles reibungslos läuft. Aber da gibt"™s doch Jalousien, macht die doch runter." "Ähem, öh, nee, das wär auch doof", ist dann die einhellige Meinung. "Dann holt euch ordentlich Appetit und "esst" dann zu Hause", sage ich grinsend. "Ey Steffi! Oah", sagt Dave lächelnd, "du bist aber auch etwas freizügig, was?" "Aber nur ein bisschen", sage ich lächelnd, gehe leicht in die Knie und streichele langsam über meinen Oberschenkel. "Des ist zuviel, des halt i net aus", lacht John bayrisch eingefärbt und geht in unseren Raum rüber. Langsam folgen wir anderen. "Aber recht haben sie, das sind schon heiße Schnecken", sage ich verschmitzt. "Stehst Du auf Frauen?" fragt mich Rick plötzlich. Auf einmal schauen wir in an. Bevor ich antworten kann, sagt Gesine: "Ach, ist dir das eben erst aufgefallen?" "Das steht doch auch auf deren Website", sagt Friedel, "die gehen doch alle locker und offen damit um." Ich nicke zustimmend. "Hm, so genau habe ich nicht hingeschaut", gibt Rick kleinlaut zu. "Na dann haste ja wieder was dazu gelernt, was?" flaxt John. Rick ist deswegen jetzt etwas bedrückt. "Und das blonde Lockenwunder da draußen ist Steffis Lebensgefährtin", sagt Gesine dann noch. "Sandra?" fragt Rick erstaunt. Wieder schauen wir ihn erstaunt an. "Bist Du so verknallt, das du nichts mehr mitbekommst?" flaxt Gesine weiter. Das ist jetzt doch zu viel für Rick. "Ich brauch mal kurz frische Luft", sagt er und geht mal vor die Tür.
"Oha", sage ich, "dann hat er auch noch nicht realisiert, das ich Hermes"˜ Aphrodite bin." Jetzt gackern die anderen drei los. "Wie geil ist das denn?" lacht Gesine. "Ja was denn? Zwitter oder Zwischendrin, ist doch langweilig", sage ich mit Augenaufschlag. "Genial", sagt Friedel. Rick kommt wieder rein, er hat sein Smartphone in der Hand. "Ich habe eben mal auf eurer Website rumgestöbert", sagt er " das steht da so wirklich." "Deswegen bin ich bei den Rätselhaften auch in guter Gesellschaft" sage ich grinsend. Rick nickt kaum merklich. "Und dann steht hier ja auch, dass du ein, eine Hermes, nee, Hermafro, hä?" sagt Rick und kommt mit der Aussprache nicht klar. "Hermes seine Aphrodite", sage ich grinsend, "Zwitter, beides, inbetween, whatever." "Ach so", sagt er und kann seine Enttäuschung nicht verbergen. "Hat aber was gutes" feixe ich, "die Jungs könnten mich und ich könnte dann die Jungs, verstehste?" Und mache mit der Faust eine langsame Schiebebewegung vor und zurück. Gesine und Friedel prusten los. John sitzt kopfschüttelnd und lachend an seinen Drums. "Wenn ich drauf stehen würde, wohlgemerkt", sage ich oberlehrerhaft. "Ah, oh man, Steffi", lacht Gesine laut los, "dein Humor in Ehren. Das ist schon eine Kunst, sich selber so auf den Arm zu nehmen." Ich zucke nur mit den Schultern, grinse dabei und nehme meine Gitarre auf. Dann spiel ich den Anfang von "Happy". "Gute Idee, sonst kommen wir gar nicht ins spielen", sagt Friedel grinsend. Nacheinander stimmen die anderen mit ein. Bei Rick scheint der Liebeskummer auch erstmal verflogen zu sein. Zwei-, dreimal spielen wir es, dann sitzt es. Ich singe das Stück und jedes Mal wird es flüssiger. Jetzt schauen die Mädels rein, teilweise haben sie Handtücher um. Wahrscheinlich sind sie ab und zu mal ins Wasser gefallen. Aber sie scheinen gut gelaunt zu sein. Nur ich mach mir grade Sorgen um Rick und seine Hormone. Er schaut auch recht angespannt. Naja, wenn ich jetzt hundertprozentig Kerl wäre, würde mir bei dem Anblick auch das Taschenmesser in der Hose aufgehen.
Nachdem wir fertig sind, sagt Antje: "Coole Nummer." Und Kristin: "Wir gehen jetzt einen Trinken." "Soll ich dann fahren?" frage ich Sandra. "Oh gerne", antwortet sie. Dann gehen sie rüber zur Werkstatt. Wir schauen noch kurz hinterher. "Wer ist denn die Dame mit den braunen Haaren?" fragt Rick erstaunt. "Marie heißt sie", antworte ich, "ich habe sie heute auch das erste Mal hier gesehen." Rick schaut hinterher. Im Stillen denke ich mir: "Bitte verlieb"˜ Dich in sie und vergiss mich!" Die Nachfrage, warum ich jetzt verstohlen grinse, lasse ich unbeantwortet. Mick ist in der Zwischenzeit dazu gekommen. "Na, wie isses?" frage ich ihn locker. ""Anstrengend, aber wir haben es in den andern beiden Sets hier rund", antwortet Mick, "aber für heute reichts." "Wollen wir "Gimme Shelter" morgen machen?" frage ich in die Runde. "Sehr gerne", antwortet Friedel. Auch die anderen stimmen dafür. "Jetzt ein kühles Helles", sagt John. "Oder zwei, drei", fügt Gesine an. Wir stellen alles aus und gehen rüber. Ich schließe unser Tor und gehe auch rüber zur Werkstatt. Die Mädels von der Rutsche haben sich mittlerweile umgezogen und sitzen in der Runde. Ich setze mich neben Sandra. Sie ist die ganze Zeit am Reden. Das passiert unter anderem, auch wenn sie was getrunken hat. "Na, ist vielleicht beim Rutschen auch das ein oder andere Likörfläschchen gekreist?" frage ich dann auch zielgerichtet. "Nur ein bisschen", sagt Sandra. Auch die anderen Drei sind etwas angeheitert. Ich grinse Sandra an. Sie schaut natürlich leicht verunsichert. "Betrunkene Frauen"¦", sage ich leise, dass nur sie es hört. "Ach ja", antwortet sie lächelnd. Wir bleiben noch etwas sitzen, dann fahren wir nach Hause. Wir sind grade in der Wohnung, da sage ich: "Du, der Stefan würde dich gerne vernaschen." Also, so schnell hat sie mich noch nie ins Bett gezogen.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...