Hat sich mittlerweile in diesem Thread ja einiges getan, LIKE IT!!!

Das große Interesse an dem Thema passt ja super gut zu unserem gestrigen FEM-Gruppen Treffen, wo wir das Gendern im Fokus hatten und +ordentlich+ diskutierten. Unsere Teilnehmerinnen setzten sich aus den verschiedensten Bereichen zusammen, einige Frauen arbeiten für staatliche Behörden oder private Firmen, andere berichteten aus ihrem privaten Umfeld und da auch Jennifer am Treffen teilnahm, nahm sie quasi den Part der Divers*-"Partei" ein, so erreichten wir ein besonders breitgefächertes Bild zum Gendern und Gendersprache.
Im Hinblick auf das gestrige Gender-Thema, stellten wir eine Umfrage im Voraus zusammen die augenscheinlich einen sehr guten Überblick, bezüglich Ansichten und Meinungen, der (17) Teilnehmerinnen offenlegt und gut das Gesamtbild des Treffens widerspiegelt, was mir das Zusammenfassen hier im Thread ziemlich erleichtert
Es wurden 10 Fragen zusammengeführt, wobei man vielleicht noch das ein oder andere hätte anführen können, jedoch schienen uns gerade diese Fragen als grundlegend für eine passende Diskussion. Vielleicht seht ihr sogar die ein oder andere Frage als unpassend an, dennoch denke ich, dass sie eine gute Grundlage bilden. Zusätzlich habe ich mal festgehalten wie Jennifer und ich bei den einzelnen Punkten abgestimmt haben.
So stelle ich die Ergebnisse der Umfrage einfach mal hier an:
01. Wissen Sie, womit sich der Begriff "Gendern" beschäftigt?
86 Prozent gaben an zu wissen, was es mit dem Gendern auf sich hat und worum sich die Materie im Gesamten befasst.
Jennifer: Ja
Tina: Ja
Ich finde das Ergebnis sehr aussagekräftig, da es zeigt, dass Gendern die Gesellschaft erreicht hat und die Breite Masse zumindest schon einmal davon gehört.
02. Sind Sie bisher schon einmal in Kontakt mit dem Gendern/Gendersprache gekommen?
80 Prozent gaben an, dass sie bereits durch Berichte in den Medien, durch Eigennutzung oder auch durch Texte (bsw. im Internet oder Print-Medien) mit der Gendersprache in Kontakt kamen.
Jennifer: Ja
Tina: Ja
Für mich spiegelt das in etwa das Ergebnis aus Frage 1 wieder, was somit nicht weiter verwunderlich ist. Gendern ist gerade jetzt fast überall präsent, zumindest die Art und Weise wie es geschildert oder angewendet wird. Für mich ist das ein Zeichen, dass sich sowohl die Bevölkerung, als auch Politik, Vereine, etc. damit beschäftigen.
03. Wissen Sie, wie man korrekt gendergerechte Sprache anwendet?
Mit
46 Prozent fällt das Ergebnis einer richtigen Anwendung nur durchschnittlich aus.
Jennifer: Ja
Tina: Ja
Das zeigt mir, dass man das Gendern bsw. durch die Medien zwar kennt, aber die richtige Anwendung, wenn es um korrekte Schreibweise geht, auf einem anderen Blatt steht.
04. Nutzen Sie die Gendersprache in Ihrem Arbeitsalltag, bzw. wurden Sie von Ihrem AG angewiesen diese zu nutzen?
32 Prozent gaben an, dass sie bei ihrer beruflichen Betätigung eine gendergerechte Sprache anwenden. Dies zumeist bei staatlichen Arbeitsplätzen, bei Privatfirmen lag die Angabe bei unter
5 Prozent.
Jennifer: Nein (bisher nicht)
Tina: aus Arbeitsalltag ausgestiegen
32 % liest sich für mich erst einmal gar nicht so viel, ändert man aber die Angabe, dann sind es immerhin 1/3tel die die Gendersprache zu Papier bringen, was meiner Meinung nach einem recht hohen Wert entspricht. Ein deutliches Ungleichgewicht erkennt man aber zwischen staatlichen und privaten Arbeitsplätzen.
05. Nutzen Sie die Gendersprache in Ihrem privaten Schriftverkehr?
Lediglich
17 Prozent schreiben auch im Privaten bei ihrem Schriftverkehr mit einer korrekten Gendersprache.
Jennifer: Nein
Tina: Ja
Ein äußerst geringer Wert, der deutlich unter dem Beruflichen liegt.
06. Finden Sie, dass die Gendersprache dem optischen Schreibstil beeinträchtigt?
Mit
56 Prozent liegen die Ansichten der Befragten ziemlich gleich auf.
Jennifer: Nein
Tina: Nein
Das Ergebnis zeigt mir, dass sich die eine Hälfte an der Schreibweise stört, während die andere es scheinbar "überliest" und damit keine Probleme hat.
07. Halten Sie gendergerechte Sprache für wichtig?
Mit gerade einmal
15 Prozent gaben die Teilnehmerinnen an, dass ihnen das Gendern wichtig ist.
Jennifer: Nein
Tina: Ja
Für mich ist das ein recht enttäuschendes Ergebnis, was sich allerdings schon aus den anderen Punkten herausgespiegelt hat. Persönlich finde ich es schade, dass nur die wenigstens in der gendergerechten Schriftweise eine Wichtigkeit erkennen.
08. Sollte gendergerechte Sprache bereits im Schulunterricht gelehrt werden?
Nur
10 Prozent gaben hier ein klares Ja, wobei dies einen äußerst niedrigen Wert darstellt.
Jennifer: Nein
Tina: Ja
Die klare Mehrheit möchte also nicht, dass den Kindern bereits im Schulunterricht gendergerechte Sprache beigebracht wird. Ein eindeutiges Zeichen in der Haltung der Gendersprache gegenüber.
09. Finden Sie, dass durch die Gendersprache mehr Gleichberechtigung erreicht wird?
38 Prozent haben hierbei für Ja gestimmt.
Jennifer: Ja
Tina: Ja
Ein überaus interessant hoher Wert, wenn man bedenkt, dass viele gegen eine gendergerechte Sprache im Schriftverkehr sind. Dies hat während unseres Treffens natürlich zu Diskussionen geführt. So wurde angegeben, dass eine Gleichberechtigung im Sinne vieler der Teilnehmerinnen ist, aber gleichzeitig wollen die meisten auf eine Anwendung der Gendersprache verzichten. Irgendwie beisen sich für mich hier die Ansichten der Frauen.
10. Glauben Sie, dass die Gendersprache im deutschen Sprachgebrauch eine Zukunft hat?
Jennifer: Nein
Tina: Ja
Mit immerhin
27 Prozent fanden die Teilnehmerinnen, dass uns die Gendersprache auch in Zukunft erhalten bleibt. Entweder durch einen politischen Beschluss oder durch Eigennutzung.
Trotz der vielseitigen Abneigung gegenüber der Gendersprache, glaubt 1/3tel der Befragten, dass uns das Gendersternchen erhalten bleiben wird. Das heißt aber nicht, dass die Befragten es auch selbst nutzen werden.
Für alle Beteiligten war es ein interessanter Abend. Die Diskussionsrunde hat sehr gut gezeigt, wie die derzeitige Meinung gegenüber dem Gendern ist. Auch wenn die Meinungen immer mal wieder weit auseinander lagen, so fand ich, dass gerade dies eine sehr gute Diskussionsstruktur bot, wo jede ihre eigene Meinung in der Runde darbieten konnte.