euractiv: Sterberisiko bei Transgender-Personen doppelt so hoch wie bei Cisgeschlechtlichen
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Anne-Mette
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euractiv: Sterberisiko bei Transgender„Personen doppelt so hoch wie bei Cisgeschlechtlichen

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

es geht in dem Artikel um eine langjährige Studie, auf die Bezug genommen wird: https://www.euractiv.de/section/gesundh ... nd-frauen/

Gruß
Anne-Mette
Mirjam
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Re: euractiv: Sterberisiko bei Transgender„Personen doppelt so hoch wie bei Cisgeschlechtlichen

Post 2 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Hmm ... ich bin bis jetzt immer davon ausgegangen, dass das Sterberisiko jedes Menschen bei exakt 100,0 % liegt ;) — Was ich damit sagen will: Ohne einen (Alters-)Zeitraum anzugeben ist die Aussage recht sinnlos. Und leider ist auch im Artikel nirgends ein solcher Zeitraum erwähnt. Ich weiß jetzt also nicht so viel mehr als vorher ...

LG, Mirjam
Martina-NB
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Re: euractiv: Sterberisiko bei Transgender„Personen doppelt so hoch wie bei Cisgeschlechtlichen

Post 3 im Thema

Beitrag von Martina-NB »

Gemeint ist wohl, das Risiko mit einem bestimmten Alter zu sterben. Aber Du hast natürlich Recht Mirjam, das ist ganz schlecht geschrieben ohne weitere Angaben.
Nico
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Re: euractiv: Sterberisiko bei Transgender„Personen doppelt so hoch wie bei Cisgeschlechtlichen

Post 4 im Thema

Beitrag von Nico »

Hier nochmal ein anderer Artikel. Dort werden paar Zahlen genannt. Die Quelle ist auch angegeben.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/22112 ... ortalitaet

Gruß Uhu
LG Nico
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Diva
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Re: euractiv: Sterberisiko bei Transgender„Personen doppelt so hoch wie bei Cisgeschlechtlichen

Post 5 im Thema

Beitrag von Diva »

Uhu hat geschrieben: Mo 11. Okt 2021, 16:50 Hier nochmal ein anderer Artikel. Dort werden paar Zahlen genannt. Die Quelle ist auch angegeben.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/22112 ... ortalitaet

Gruß Uhu
Einerseits finde ich gut, dass es offenbar eine Fachklientel zu interessieren scheint, dass Trans*Personen meist kein langes Leben beschert ist; andererseits verwundert mich die stoische Hartnäckigkeit der Fachleute, jahrzehntelang eine Verbindung mit der HET herstellen zu wollen.
Das haben bereits frühere Studien eindeutig gezeigt, dass die erhöhte Mortalität eben keinen endokrinen Hintergrund hat, z.B.
Asscheman, H., Giltay, E. J., Megens, J. A., de Ronde, W. P., van Trotsenburg, M. A., &
Gooren, L. J. (2011). A long-term follow-up study of mortality in transsexuals receiving
treatment with cross-sex hormones. European Journal of Endocrinology, 164(4), 635-
642.

Van Kesteren, P. J., Asscheman, H., Megens, J. A., & Gooren, L. J. (1997). Mortality and
morbidity in transsexual subjects treated with cross-sex hormones. Clinical
Endocrinology, 47(3), 337-342
Amüsant finde ich das Statement des Studienleiters im Ärzteblatt (dankenswerterweise zitiert von @Uhu), der vermehrte Akzeptanz und Therapien gegen HIV, Rauchen und kardiovaskuläre Risiken fordert, um die Mortalität aus diesen Gründen in dieser "Kohorte" (für mich ein subjektiv scheußlicher Terminus) zu senken.
Wie wäre es, sich bei einer Folgestudie mal mit den Ursachen zu befassen? Personen in HET gehen zumeist wohl nicht aus purer Freude auf den Strich, wo sie geschändet, geschlagen und irgendwann ermordet werden. Alkoholismus, Drogen und Kettenrauchen zeugen ebenfalls nicht zwangsläufig von einem lebenswerten Leben. Würden mehr Ärzte weniger Stress beim Verschreiben von PrEP machen, wäre das sicher hilfreich - abgesehen davon, dass etliche Trans*Personen durch ärztliche Übergriffe traumatisiert sind und selbst notwendige / sinnvolle Untersuchungen vermeiden (mich eingeschlossen).
Vielleicht würde den Erstellern solcher Studien auch mal das Studium der Presse, der Nachrichten und Sozial-Dokumentationen zu diesen Themen weiterhelfen?

Bei mir entsteht der bittere Beigeschmack, dass hier wiederholt der verzweifelte Versuch unternommen wird, die Folgen gesellschaftlicher Ausgrenzung, Hass und Diskriminierung auf Hormonpräparate zu schieben. Falls ja, wäre dieses Experiment erneut gescheitert.

Lt. der o.g. Studien darf ich mir als TS MzF mit meinem 3-50 fach erhöhten Mortalitätsrisiko (je nach Todesursache) im Vergleich zu Cis-Frauen in Reihenfolge der Häufigkeit aussuchen, was ursächlich für meinen Abgang sein wird:
  • Suizid
  • Drogenkonsum
  • AIDS
  • Gewaltopfer
Schaue ich auf die vergangenen Jahre zurück, werde ich wohl ebenso die Todesursache Nummer 1 bestätigen.
Da soll noch jemand behaupten, Statistiken würden lügen ...
Aria
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Re: euractiv: Sterberisiko bei Transgender„Personen doppelt so hoch wie bei Cisgeschlechtlichen

Post 6 im Thema

Beitrag von Aria »

Diva hat geschrieben: Mo 11. Okt 2021, 17:47 Schaue ich auf die vergangenen Jahre zurück, werde ich wohl ebenso die Todesursache Nummer 1 bestätigen.
Da soll noch jemand behaupten, Statistiken würden lügen ...
Ach komm, hör doch bitte auf! 😥
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Re: euractiv: Sterberisiko bei Transgender„Personen doppelt so hoch wie bei Cisgeschlechtlichen

Post 7 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Diva hat geschrieben: Mo 11. Okt 2021, 17:47 Das haben bereits frühere Studien eindeutig gezeigt, dass die erhöhte Mortalität eben keinen endokrinen Hintergrund hat
Liebe Diva...


ich kann dir nur sagen was ich gespürt habe und langsam beherrschen kann.
Die HRT hat definitv einen Einfluss auf erhöhte Suizidalität...aus meiner Sicht.

Im diesem meinem biologisch 48 Jahre alten Körper steckt ein Mädchen,
das gerade am erblühen ist und jeder noch so keiner Altersmakel trieb mich in die
Verzweiflung. Das älter werden ist für mich momentan nur eine Strafe.
Nächte stand ich weinend vor dem Spiegel und habe nur Verfall gesehen-ja
das hat mich fast zum Suizid getrieben...
Mein Körper und meine Seele sind weniger eins als je zuvor gewesen.
Ich war das, niemand sonst..
aber ich bin auch ein starkes Mädchen und werde es schaffen EINS zu sein.

Hmm.."Das Bildnis des Dorian Gray" hat vielleicht ein klein wenig meinen Geist vergiftet...



Suizid - nein, ich liebe das Leben

Drogenkonsum - ich rauche nicht mal mehr, ich trinke kaum und meine Drogenzeit (nee nicht nur ein bisschen Dope) habe ich schon lange hinter mir

AIDS - wohl kaum...

Gewaltopfer - wer weiss, aber ich kann ziemlich schnell laufen, täglich ein bisschen Bewegung ist auch gut fürs Herz

Diva hat geschrieben: Mo 11. Okt 2021, 17:47 abgesehen davon, dass etliche Trans*Personen durch ärztliche Übergriffe traumatisiert sind und selbst notwendige / sinnvolle Untersuchungen vermeiden (mich eingeschlossen).
das ist nicht schön, mir aber bisher nie passiert, bis auf einen Arzt der mir gesagt hat, das er solche Personen wie mich nicht
behandelt. Da dachte ich mir Karma strikes back und küss mir meinen süssen Hintern...

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: euractiv: Sterberisiko bei Transgender„Personen doppelt so hoch wie bei Cisgeschlechtlichen

Post 8 im Thema

Beitrag von Aria »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Mo 11. Okt 2021, 18:38 Im diesem meinem biologisch 48 Jahre alten Körper steckt ein Mädchen,
das gerade am erblühen ist und jeder noch so keiner Altersmakel trieb mich in die
Verzweiflung. Das älter werden ist für mich momentan nur eine Strafe.
Nächte stand ich weinend vor dem Spiegel und habe nur Verfall gesehen-ja
das hat mich fast zum Suizid getrieben...
Mein Körper und meine Seele sind weniger eins als je zuvor gewesen.
Ich war das, niemand sonst..
aber ich bin auch ein starkes Mädchen und werde es schaffen EINS zu sein.
Wenn man es so sieht, kann ich dir fast zustimmen. Es ist schon ein eigenartiges Verhältnis von gelebten und gefühlten Alter. Was auch mit dazu beitragen mag, dass sich die Dysphorie stärker zeigt und einen damit unschöne Tage beschert.

Dennoch muss ich sagen, dass ich schon längst nicht mehr da wäre, hätte ich nicht den Weg begangen. Denn damals habe ich mich definitiv selbst zerstört und somit Todesursache Nr. 2 noch vor Beginn der HET bestätigt.
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Re: euractiv: Sterberisiko bei Transgender„Personen doppelt so hoch wie bei Cisgeschlechtlichen

Post 9 im Thema

Beitrag von Diva »

Liebe Marie,

danke für deine Erwiderungen.
!EmmiMarie! hat geschrieben: Mo 11. Okt 2021, 18:38 Liebe Diva...

ich kann dir nur sagen was ich gespürt habe und langsam beherrschen kann.
Die HRT hat definitv einen Einfluss auf erhöhte Suizidalität...aus meiner Sicht.
Du meinst die mögliche depressive Nebenwirkung von Blockern?
Da hab ich einen recht eindeutigen Test gemacht: Bis zum ersten Suizidversuch wählte ich die "sanfte Tour" ausschließlich mit Estradiol.
Nachdem ich den (leider) überlebte, warf ich dann 10mg Androcur ein. Denn daran lag es definitiv nicht!
!EmmiMarie! hat geschrieben: Mo 11. Okt 2021, 18:38 Im diesem meinem biologisch 48 Jahre alten Körper steckt ein Mädchen,
das gerade am erblühen ist und jeder noch so keiner Altersmakel trieb mich in die
Verzweiflung. Das älter werden ist für mich momentan nur eine Strafe.
Nächte stand ich weinend vor dem Spiegel und habe nur Verfall gesehen-ja
das hat mich fast zum Suizid getrieben...
Mein Körper und meine Seele sind weniger eins als je zuvor gewesen.
Ich war das, niemand sonst..
aber ich bin auch ein starkes Mädchen und werde es schaffen EINS zu sein.

Hmm.."Das Bildnis des Dorian Gray" hat vielleicht ein klein wenig meinen Geist vergiftet...
Ach du junges Mädchen, lach. Ich musste vor ein paar Monaten so alt werden, wie ich niemals werden wollte. Aber weil ich aus Erfahrung weiß, dass mein Zug längst abgefahren ist, bin ich erleichtert über jeden verronnenen Tag - die Richtung stimmt. Es würde mich nur stören, wenn mir altersbedingt morgens vorm Spiegel nicht mehr gelingen würde, aus Schei... Gold zu machen. Dann würde ich gar nicht mehr rausgehen.
!EmmiMarie! hat geschrieben: Mo 11. Okt 2021, 18:38 Suizid - nein, ich liebe das Leben
Freut mich, dass du da trotz des unschön empfundenen Älterwerdens weg von bist. Offenbar waren deine Therapien erfolgreicher als meine. Vor allem scheinst du ein positiveres Umfeld zu haben, ohne das keine Besserung möglich ist.
!EmmiMarie! hat geschrieben: Mo 11. Okt 2021, 18:38 das ist nicht schön, mir aber bisher nie passiert, bis auf einen Arzt der mir gesagt hat, das er solche Personen wie mich nicht
behandelt. Da dachte ich mir Karma strikes back und küss mir meinen süssen Hintern...

Alles Liebe Marie (flo)
Ähm, das solltest du bei meinem ehemaligen Zwangsuntersuchungs-Arzt besser nicht tun. Der macht das glatt und noch viiel mehr, als dir lieb ist - ohne zu fragen und mit lebenslangem PTBS.

LG
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Re: euractiv: Sterberisiko bei Transgender„Personen doppelt so hoch wie bei Cisgeschlechtlichen

Post 10 im Thema

Beitrag von Lina »

Martina-NB hat geschrieben: Mo 11. Okt 2021, 14:28 Gemeint ist wohl, das Risiko mit einem bestimmten Alter zu sterben. Aber Du hast natürlich Recht Mirjam, das ist ganz schlecht geschrieben ohne weitere Angaben.


"Gemeint ist wohl" - genau das ist das Problem. Jemand schreibt einen komplett nichtssagenden Text und andere fangen an zu raten, was die Zahlen oder die Vergleiche von Umständen eigentlich sagen sollen und erzählen es dann weiter. Vielleicht genau was der Journalist auch hier getan hat - als hätten wir das nicht oft genug in Verbindung mit dem ganzen Corona-Quatsch gehabt, die verbreitet Worden ist.
"Das Risiko in einem bestimmten Alter zu sterben" ist nämlich auch komplett nichtssagend, wenn keine Information darüber gegeben wird,

Der Artikel ist einfach Schrott, weil einfach behauptet wird, dass das Sterberisiko höher sei, ohne genau zu sagen "höher verglichen mit was".

...

Kurz erzählt für die, die nicht die Muse hatten, den original Artikel im Ärzteblatt zu lesen:

Man hat über eine Periode von 46 Jahren eine Menge Probanten in der Untersuchung gehabt. 2 927 Transgenderfrauen und 1 641 Transgendermänner. Diese waren zum Anfang der Studie in Durchschnitt 30 Jahre alt. Auf diese Gruppe und auf diesen Zeitraum beziehen sich die Studie und die Feststellung der höhere Sterblichkeit. Die Todesursachen sind vielfältig und stehen in vielen Fällen in keinem direkten Zusammenhang mit der Hormonbehandlung.

Wie die Sterblichkeit über die Altersgruppen verteilt ist, müßt ihr selber lesen. Aber es handelt sich ja offensichtlich auch um Leute, die wesentlich älter als 75 Jahre alt werden.


...

Und zu einer Bemerkung von weier oben
@Die HRT hat definitv einen Einfluss auf erhöhte Suizidalität...aus meiner Sicht.

Hmm ... eine gewagte Behauptung. Subjektiv würde ich sagen, das das weitgehende Ignorieren des Problems Gender Disphoria in den 80er und 90er wird damals einen Einfluss auf erhöhte Suizidalität gehabt haben - und wird Transgender in und außerhalb die o.g. Studie betroffen haben.

Und jetzt: Ich glaube nicht, dass die HRT unbedingt die direkte Ursache sein könnte, aber eine indirekte Ursache darstellen ... aus insiderkreisen der Forensischen Psychiatrie höre ich die Behauptung: 1/3 geht es nach der Transition entweder besser oder genau so gut wie davor. 2/3 geht es schlechter. Ich finde, alle sollten einen Beitrag leisten, um herauszufinden, wie man diese miserable Quote verbessert.

Als problematisch sehe ich es zumindest immer, wenn Leute hier und in anderen Gesprächskreisen antanzen, meinen sie müssten zum Pscychologen, sich Transsexualtät bestätigen und HRT verschreiben lassen - und wenn man dann genauer auf den Punkt geht: Die Person hat nie oder selten irgendwelche Interaktion mit der Außenwelt in ihrer weiblichen Identität gehabt, aber denken irgendwas würde sich für sie verbessern durch HRT!
Wie diese Personen, die HIER im Forum vertreten sind, damti umgehen "weiß ich nicht" - aber einige informieren sich im Internet, was sie dem Psychologen alles sagen müssen ...
Dann denkt ihr wohl, dass ein schlauer Psychologe das durchschauen müsste. Klar, da gibt es aber ein paar Dinge zu beachten. "Bias" ist vielleicht ein Begriff? Man tendiert dazu, das zu glauben, was man gerne glauben will. Die Psychologen, die eher dazu tendiert, einem Klienten das abzukaufen, hat mehr Zulauf. Ich kenne auch einen Psychologen, der sich auf so was nicht einlässt, und als Minijobber in einer Druckerei arbeiten muss, um genug zum Überleben zu haben. So viel zu den kleinen Freiberuflern.

Und die bei den großen Kliniken - die schreiben ja auch "Trans-Gutachten", wie sie intern salopp bezeichnet werden. Faktum ist, dass sich niemand darum reißt, sie zu schreiben. Man hält die für langweilig, weil immer mehr oder weniger das Gleiche geschrieben wird. Also werden die mit mehr Erfahrung eher die interessanteren Gutachten schreiben, und die mit weniger Erfahrung die "langweiligen Trans-Gutachten" schreiben. So viel zu "durchschauen" und im Internet recherchieren, was man sagen muss.
Wenn es also wirklich eine Korrelation zwischen HRT und Suizidrate gibt, glaube ich, dass es sehr viel damit zu tun haben könnte.
Nico
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Re: euractiv: Sterberisiko bei Transgender„Personen doppelt so hoch wie bei Cisgeschlechtlichen

Post 11 im Thema

Beitrag von Nico »

Lina hat geschrieben: Mo 11. Okt 2021, 21:10 Und jetzt: Ich glaube nicht, dass die HRT unbedingt die direkte Ursache sein könnte, aber eine indirekte Ursache darstellen ... aus insiderkreisen der Forensischen Psychiatrie höre ich die Behauptung: 1/3 geht es nach der Transition entweder besser oder genau so gut wie davor. 2/3 geht es schlechter. Ich finde, alle sollten einen Beitrag leisten, um herauszufinden, wie man diese miserable Quote verbessert.
Ist zwar ein wenig Offtopic:
In einem anderen Beitrag von dir bezogen sich die Zahlen auf die GaOp jetzt auf die Transition allgemein. Auf was genau bezieht sich die Behauptung? Wieso gibt es dazu nichts offizielles?
Dass es allen nicht besser gehen wird ist klar, aber dieses Verhältnis scheint mir aus der Luft gegriffen bzw. entgegen dem was ich bisher gelesen habe oder entgegen dem Grund weshalb die Krankenkassen überhaupt die Kosten tragen.

Uhu
LG Nico
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Re: euractiv: Sterberisiko bei Transgender„Personen doppelt so hoch wie bei Cisgeschlechtlichen

Post 12 im Thema

Beitrag von Patricia »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Mo 11. Okt 2021, 18:38 ...
ich kann dir nur sagen was ich gespürt habe und langsam beherrschen kann.
Die HRT hat definitv einen Einfluss auf erhöhte Suizidalität...aus meiner Sicht.
Auch ich denke, dass die HET einen Einfluss auf die erhöhte Suizidalität haben kann. In meinem Fall hat sie das Risiko eines Suizids (auf Raten wie ich ihn begangen habe) drastisch gesenkt.
Vor dem Beginn meiner Transition, als es so aussah, dass ich niemals werde mein Leben leben können, wollte ich nur noch eines...ich wollte nicht mehr aufwachen. Ich wollte sterben. Ich wollte keinen Selbstmord begehen, da ich meinen Lieben das nicht antun wollte, also habe ich mich Tag ein Tag aus gequält und habe versucht für sie zu leben. Aber der Gedanke, dass ich lebensmüde bin und nicht mehr kämpfen will, begleitete mich jeden Tag, fast jede Minute meines Lebens.
Jedoch weiß ich aus eigener Erfahrung wie es für Kinder ist ohne Vater aufzuwachsen. Ich habe ebenfalls erlebt wie eine Mutter daran zerbricht weil ihr Kind vor ihr diese Welt verlässt und ich habe gesehen was es mit den Kindern macht, wenn sich ein Elternteil das Leben nimmt.
DAS wollte ich meinen Lieben niemals antun, also habe ich mich jeden Tag gequält. Habe den Mann der mir aus dem Spiegel entgegenblickte aufs Tiefste gehasst, aber ich konnte nicht anders. Ich war ein ein Vater und ich war ein (Ehe)Mann der seine Frau mehr liebte als das eigene Leben.

Doch irgendwann zerbrach das Familienglück und ich konnte plötzlich meinen Weg gehen, mein Leben leben. Plötzlich begriff ich, dass ich glücklich werden kann!

Es dauerte noch einige Zeit lang und benötigter einiger Tränen von einer besonderen Person bis ich eines begriff : ICH WILL LEBEN!!!
Und ja ich will Leben. Ich will mein Leben genießen und auch wenn es nicht einfach ist, es ist jetzt soooo viel besser als davor. Denn endlich kann ich in den Spiegel schauen und mag die Person die ich darin sehe. Denn endlich sehe ich mich.

Früher habe ich mich langsam zu Tode gefressen. Habe mein Diabetes über Jahre bewusst ignoriert, leider nicht ohne Folgen. Heute tue ich mein Bestes um mich gesund zu ernähren, ich bewege mich für mein Gewicht sogar sehr viel (im Moment habe ich etwa 11000 Schritt am Tag im Schnitt, Tendenz steigend). Meine Blutzuckerwerte haben sich normalisiert. Ich habe ein wenig abgenommen und will noch mehr abnehmen. Denn ich will Leben.

Ich habe immer noch schwierige Tage an denen ich sterben möchte, aber diese sind viel seltener geworden, denn sie sind nur ein Bild meiner Krankheit und diese heilt langsam.

LG
Patricia
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Re: euractiv: Sterberisiko bei Transgender„Personen doppelt so hoch wie bei Cisgeschlechtlichen

Post 13 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Diva hat geschrieben: Mo 11. Okt 2021, 19:19 Du meinst die mögliche depressive Nebenwirkung von Blockern?
Da hab ich einen recht eindeutigen Test gemacht: Bis zum ersten Suizidversuch wählte ich die "sanfte Tour" ausschließlich mit Estradiol.
Nachdem ich den (leider) überlebte, warf ich dann 10mg Androcur ein. Denn daran lag es definitiv nicht!
Hallo Diva...

das meine ich nicht-naja zumindest nicht direkt.
Mit Androcur fühlte ich mich sehr wohl, nachdem ich aber auch meine Wohlfühldosis von 2,5 mg nicht mehr
nehmen sollte, weil mein Testo unter dem weiblichen Normwert war, war der "Entzug" für mich ziemlich hart
und hat eine Negativspirale erzeugt.
Nur falls es gewisse Personen nicht verstehen-ich schreibe über meine persönliche Erfahrung, deswegen ist es
keine gewagte Behauptung sondern schlicht meine Wahrnehmung.

Androcur abgesetzt habe ich im Frühjahr 20, Androcur verbleibt eine gewisse Zeit noch im Körper weil es eine
hohe Halbwertszeit hat und ab Mai/Juni ging meine Stimmung rapide in den Keller..

vorher war ich seit Beginn der regulären HRT super stabil, es ging mir einfach gut, rosa Phase inklusive
Honigkucheneinhorn, gute 20 Monate lang.
Diva hat geschrieben: Mo 11. Okt 2021, 19:19 Freut mich, dass du da trotz des unschön empfundenen Älterwerdens weg von bist.
Dann setzte ein, das meine Haut schlechter wurde, zu Ausschlägen neigte, die Nägel an Struktur abgebaut haben,
die Haare trockener und dünner wurden und auch ein Haarausfall eintrat.
Damit ging es mir einfach nur schlecht-das war der ungünstigste Zeitpunkt, wo sich das älterwerden zeigte.
Das andere Frauen auch darunter leiden, hat mich leider gar nicht beruhigt.
Corona, eine Vergewaltigungserinnerung aus meiner Kindheit die wieder hochkam, der einsetzende Winter und
noch ein paar "Kleinigkeiten" haben es dann fast geschafft mich ins Dunkel zu holen-aber nein halt...
Diva hat geschrieben: Mo 11. Okt 2021, 19:19 Offenbar waren deine Therapien erfolgreicher als meine.
Ich habe begonnen mir Hilfe zu holen und sie auch anzunehmen, auch wenn es mir schwer gefallen ist.
Zuerst habe ich alles körperliche 5x umdrehen lassen und dann eingesehen das es Verletzungen anderer
Natur in mir gibt..

zudem war es so, das mein Geist weit schneller in der HRT "reiste", als eben mein Körper.
Ich sagte mal, es ist so, als wären meine Gefühle mit Lichtgeschindigkeit unterwegs und mein Körper
sitzt gemütlich irgendwo auf einer Parkbank.
Ich hatte zwar auch gute Fortschritte körperlich, aber es war mir zu wenig, Abbau und Fortschritte gleichzeitig?
Ja und das hat mich innerlich völlig zerrissen.
Paradox? But thats me...
Diva hat geschrieben: Mo 11. Okt 2021, 19:19 Vor allem scheinst du ein positiveres Umfeld zu haben, ohne das keine Besserung möglich ist.
mhm..ohne mein Umfeld hätte ichs nicht geschafft, ich hatte ein paar helfende Hände, Meinungen
und es tut unwahrscheinlich gut, Menschen zu haben, auf die du dich verlassen kannst.
Auch in der Klinik, meine Gruppe gab mir extrem viel...ich hab weiss nicht wie oft ein Danke
ans Universum geschickt.

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: euractiv: Sterberisiko bei Transgender„Personen doppelt so hoch wie bei Cisgeschlechtlichen

Post 14 im Thema

Beitrag von Diva »

Hallo Marie,

danke für deine Offenheit. Ich lese zwar regelmäßig deine Beiträge, aber diese Gesamtschau hatte ich nicht.
!EmmiMarie! hat geschrieben: Di 12. Okt 2021, 13:18 Mit Androcur fühlte ich mich sehr wohl, nachdem ich aber auch meine Wohlfühldosis von 2,5 mg nicht mehr
nehmen sollte, weil mein Testo unter dem weiblichen Normwert war, war der "Entzug" für mich ziemlich hart
und hat eine Negativspirale erzeugt.
Nur falls es gewisse Personen nicht verstehen-ich schreibe über meine persönliche Erfahrung, deswegen ist es
keine gewagte Behauptung sondern schlicht meine Wahrnehmung.

Androcur abgesetzt habe ich im Frühjahr 20, Androcur verbleibt eine gewisse Zeit noch im Körper weil es eine
hohe Halbwertszeit hat und ab Mai/Juni ging meine Stimmung rapide in den Keller..
Ah, es sind "Entzugserfahrungen". Die kenne ich nicht, weil ich "danach" das Zeug zwar umdosiert, aber noch nie abgesetzt habe. Es scheint bei mir keine Rolle zu spielen, ob ich mal ein halbes Jahr lang 5mg oder 10mg nehme. Das Testo verbleibt in beiden Fällen im kaum messbaren Bereich und ich fühle mich seelisch besch... wie immer. Körperlich ist alles super.
!EmmiMarie! hat geschrieben: Di 12. Okt 2021, 13:18 vorher war ich seit Beginn der regulären HRT super stabil, es ging mir einfach gut, rosa Phase inklusive
Honigkucheneinhorn, gute 20 Monate lang.
Ich outete mich schon vor Beginn der HET, schmiss alle Männersachen weg und lebte endlich in meiner Identität. Wenn ich mir heute alte Fotos anschaue, staune ich, dass ich mich so als "hässliches Entlein" überhaupt raus traute und zugleich allen Widerständen trotzte (Beginn der schmutzigen Trennung; Versuch seitens der Unterhaltsstelle, mich bis aufs Existenzminimum zu pfänden, dass ich mein Zuhause verloren hätte; ärztliche Übergriffe, monatelange Weigerung der Leitung, meinen Namen anzuerkennen, obwohl im ÖD klare Vorgaben existieren usw.). Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass der Gegenwind auf Arbeit längst auf allen Ebenen wehte, ich ihn nur nicht bemerkte vor Lebensfreude ...
Das wurde mit Beginn der HET noch verrückter: Der Himmel war täglich rosafarben und meine Schmetterlingsflügel trugen mich in Höhen, wo mir schwindelte. Ich jubelte lauthals im Auto, wenn ich mich im Rückspiegel sah. "Rosa Phase" wie du so schön schreibst. Diesen Menschen gibt es schon lange nicht mehr.
Das dauerte knapp 24 Monate, bis mir ein paar nette volltrunkene Kollegen die Schmetterlingsflügel brachen. Erst dann erkannte ich, dass der Himmel längst rabenschwarz war. Da halfen auch keine Hormone mehr. Mich würde interessieren, wie lange diese "rosa Phase" ohne Einwirkung von brachialer Gewalt wohl gedauert hätte? Den damaligen Tunnelblick, nur das Positive zu sehen, wünsche ich mir zurück. Heute ist es umgekehrt.
!EmmiMarie! hat geschrieben: Di 12. Okt 2021, 13:18 Dann setzte ein, das meine Haut schlechter wurde, zu Ausschlägen neigte, die Nägel an Struktur abgebaut haben,
die Haare trockener und dünner wurden und auch ein Haarausfall eintrat.
Damit ging es mir einfach nur schlecht-das war der ungünstigste Zeitpunkt, wo sich das älterwerden zeigte.
Das sind doch alles Dinge, die durch die Östrogengaben gerade besser werden sollen?
Ich hatte in der Endphase als Kerl schon im Ansatz graue Haare. Seit der HET ist kein graues Haar mehr gewachsen. Ich hab die Hormone als eine Art Jungbrunnen empfunden. Viele dieser Erscheinungen mögen doch auf Östrogenmangel beruhen - und der sollte nach umgepolten Rezeptoren eigentlich in der HET nicht auftreten.
!EmmiMarie! hat geschrieben: Di 12. Okt 2021, 13:18 Ich habe begonnen mir Hilfe zu holen und sie auch anzunehmen, auch wenn es mir schwer gefallen ist.
Zuerst habe ich alles körperliche 5x umdrehen lassen und dann eingesehen das es Verletzungen anderer
Natur in mir gibt..
Nachdem ich vollkommen kaputt gespielt war, hab ich das auch getan. Anfangs glaubte ich tatsächlich an die hochgelobte "professionelle Hilfe". Nach 2 Jahren zahlloser Therapien weiß ich, dass es offenbar nur "professionelle Hilflosigkeit" zu geben scheint. Das Bedauerliche ist, dass es kaum Erfahrungen mit Trans*personen gibt und deren spezifischer Mehrfachdiskriminierung sowie dem Minderheitenstress. Aber was soll ich erwarten, wenn sogar Trauma-TherapeutInnen rar gesät sind, kaum jemand eine EMDR-Ausbildung hat, die Verbindung von Körper und Seele von den meisten vernachlässigt wird und fast niemand etwas von Neuropeptiden im Zusammenhang mit PTBS gehört hat. Ich weiß nicht, auf welchem Stand diese Leute ausgebildet wurden, aber es scheint nicht der Stand der Zeit zu sein.
!EmmiMarie! hat geschrieben: Di 12. Okt 2021, 13:18 zudem war es so, das mein Geist weit schneller in der HRT "reiste", als eben mein Körper.
Ich sagte mal, es ist so, als wären meine Gefühle mit Lichtgeschindigkeit unterwegs und mein Körper
sitzt gemütlich irgendwo auf einer Parkbank.
Ich hatte zwar auch gute Fortschritte körperlich, aber es war mir zu wenig, Abbau und Fortschritte gleichzeitig?
Ja und das hat mich innerlich völlig zerrissen.
Paradox? But thats me...
Das verstehe ich. Der Anfang ist schon schwer, das Äußere zum ersten Mal dem Inneren anzupassen. Wenn dann noch Rückschläge kommen, ist das sicher hart.
Ich wollte auch immer alles und das sofort - logisch. Es hat beinahe funktioniert. Ich hab körperlich mehr erreicht, als ich jemals dachte. Aber dass ich dann unlösbare Probleme aufreiße, über die kaum jemand spricht und die dir auch keine Therapeutin im Vorfeld verrät, hat mich erledigt. Ungeachtet aller Fortschritte steh ich am Abgrund. Vielleicht tröstet dich das ja ein wenig.
!EmmiMarie! hat geschrieben: Di 12. Okt 2021, 13:18 mhm..ohne mein Umfeld hätte ichs nicht geschafft, ich hatte ein paar helfende Hände, Meinungen
und es tut unwahrscheinlich gut, Menschen zu haben, auf die du dich verlassen kannst.
Auch in der Klinik, meine Gruppe gab mir extrem viel...ich hab weiss nicht wie oft ein Danke
ans Universum geschickt.

Alles Liebe Marie (flo)
Menschen, auf die Verlass ist, die zu einer stehen? Keine Ahnung, sowas gibt es nicht in meinem Leben. Inzwischen vertraue ich niemandem mehr.

Um wieder den Bogen zurückzuspannen: Meine Probleme sind definitiv nicht endokrin verursacht, sondern exogen. Körperliche Nebenwirkungen hab ich nie gehabt und die seelische Dunkelheit liegt nicht an der HET, sondern an ununterbrochenen Negativerlebnissen und Verlusten auf allen Ebenen. Daran Androcur & Co. die Schuld zu geben, wäre wirklich zu einfach.

LG
Inga
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Re: euractiv: Sterberisiko bei Transgender„Personen doppelt so hoch wie bei Cisgeschlechtlichen

Post 15 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, miteinander,

ohne jetzt alles durchgelesen zu haben, würde ich aber auch vermuten, dass schon das langjährige Suchen nach der eigentlichen Idendität, nach dem eigentlichen Weg des ob und wie zu medizinischen Behandlungen zu einem gehörigen Maße mehr oder weniger kontinuierlich Stress im Leben sein dürfte, der sich in Herz-Kreislauf-Krankheiten und Belastung anderer innerer Organe als auch in Depressionen u. ä. niederschlagen dürfte. Anhaltender Medikamentenkonsum, zumeist nun mal unvermeidlich und über Jahrzehnte hinweg erforderlich, dürfte wahrscheinlich auch Spuren hinterlassen.

Aber - gibt es für uns wirklich ernsthafte Alternativen zu den körperverschleissenden Lebensweisen, ohne am Leben zu verzweifeln?!

Liebe Grüße
Inga
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