Impf-Mythen
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Anke
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Impf-Mythen

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Beitrag von Anke »

Hallo,

die Stuttgarter Nachrichten haben einen Artikel veröffentlicht, der sich mit den sogenannten Impfmythen beschäftigt. Der Artikel ist einmal in der Ausgabe von Montag, dem 09.08.2021 und in der Wochenendausgabe vom 15.08.2021 erschienen. Online ist er leider nicht verfügbar. Daher habe ich mir die Mühe gemacht, die Texte hier reinzukopieren.
1. Kann mRNA-Impfstoff die DNA verändern

Bisherige Impfstoffe, etwa gegen Grippe, beinhalten meist abgetötete oder geschwächte Viren oder Teile davon. Die Corona-Impfstoffe von Biontech oder Moderna funktionieren in der Tat anders, sie enthalten genetische Informationen des Erregers, die sogenannte mRNA (messenger-Ribonukleinsäure), auch Boten-RNA. Auf dieser Grundlage entwickelt das Immunsystem, vereinfacht gesagt, eine Reaktion, so dass es bei einer Infektion den Erreger frühzeitig und gezielt abwehren kann.

Die Annahme, dass die Botenmoleküle dabei in die menschliche DNA eingebaut werden oder diese "umschreiben" können, ist aber nicht haltbar. "Das verhindert schon die unterschiedliche chemische Struktur beider", heißt es vom für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Institut im hesischen Langen.

Zudem erreicht die beim Impfen aufgenommene mRNA gar nicht die Zellkerne, in denen das Erbgut lagert. Sie wandert nur ins Zellplasma, wo sie abgelesen und dann ziemlich schnell abgebaut wird.
Klingt für mich logisch und plausibel. Am Ende kann ich das glauben oder nicht. Und das geht jedem so, der das nicht studiert hat, bzw. nicht an der entsprechenden Forschung beteiligt ist.

Worauf stützt sich meine persönliche Überzeugung, dass das richtig ist? Diejenigen, die das in Frage stellen, kommen meist aus ziemlich unseriösen Ecken und argumentieren im bestem Fall vage und vielen Fällen ziemlich abstrus. Dagegen bestätigen seriöse Quellen das oben beschriebene durchgehend und inhaltsgleich.
2. Sind Geimpfte eine Gefahr?

Vor allem in sozialen Netzwerken wird immer wieder behauptet: Wer geimpft ist, trägt Coronaviren in sich und kann Umgeimpfte infizieren. Das ist Unsinn. Theoretisch gibt es zwar bei Impfstoffen mit Lebendviren ein äußerst geringes Ansteckungsrisiko - in Deutschland etwa bei Masern- oder Windpocken-Vakzinen. Die zugelassenen Impfstoffe gegen das Coronavirus enthalten aber alle keine Lebendviren.

Geimpfte scheiden auch keine Proteine oder sonstigen Bestandteile des Impfstoffs aus, die sich dann bei Ungeimpften einnisten und diese auf angeblich unterschiedliche Weise schädigen können. Diese Gerüchte, auch Impfstoff-Shedding genannt, "entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage", heißt es vom Paul-Ehrlich-Institut. Selbst wenn Geimpfte ein Protein ausscheiden würden, "wäre es so stark verdünnt, dass es spätestens von den Proteasen, also den Enzymen auf unseren Schleimhäuten, die Proteine spalten, quasi gefrühstückt werden würde", erklärt Friedemann Weber, Direktor des Instituts für Virologie an der Uni Gießen.
Dem kann ich kaum etwas hinzufügen. Die Idee, dass Geimpfte eine besondere Gefahr darstellen, finde ich schon sehr abstrus.
3. Macht die Impfung unfruchtbar?

Viele Frauen und Mädchen sind verunsichert? Beeinträchtigt eine Impfung die Fruchtbarkeit? Nein, die Sorge ist unbegründet. Wer das dennoch meint, stützt sich auf eine angebliche Ähnlichkeit zwischen dem sogenannten Spike-Protein des Coronavirus, mit dem der Erreger n Zellen andockt, und einem körpereigenen Protein namens Syncytin-1, das eine wichtige Rolle bei der Bildung der Plazenta spielt. Die Befürchtung dabei: Durch die Impfung kommt es zur Immunabwehr - und dabei könne der Körper nicht mehr zwischen Spike- und Plazenta-Protein unterscheiden, sondern bekämpfe beide. So werde die Bildung der Plzenta verhindert. Und ohne Plazenta kein Baby.

Laut Wissenschaftlern gibt es jedoch keine besondere Ähnlichkeit zwischen den beiden Proteinen: Somit sei eine Kreuzreaktion ausgeschlossen. Gäbe es diese tatsächlich, müssten alle, die sich mit dem Virus infiziert haben, um ihre Fruchtbarkeit bangen. Doch dem ist nicht so. In Studien mit Schwangeren wurde zudem keine erhöhte Zahl an Komplikationen festgestellt.
Dieser Mythos lief bei uns sehr intensiv umher. Die beiden Töchter meiner Partnerin hatten sich schon größte Sorgen gemacht, bis sich das Ganze tatsächlich als Mythos aufgeklärt hat.

Wäre dies der Fall, dann wäre das auch eine sehr ernste Bedrohung der Menschheit. Wie hätten wir uns fortpflanzen sollen, wenn sowohl eine Infektion, als auch eine Impfung zur Unfruchtbarkeit führt. Gut, dass es nicht so ist.
4. Sind im Impfstoff Mikrochips versteckt?

Inzwischen gibt es zwar tatsächlich Mikrotechnik, die Menschen zu den unterschiedlichen Zwecken eingepflanzt werden kann. Chip-Implantate sind allerdings ziemlich groß - und "der Durchmesser der Impfstoffnadel ist so klein, dass man unmöglich irgendeine Art von Chip durch sie hindurchführen könnte", sagt der amerikanische Impfstoffforscher Thomas Hope.

Dass Impfstoffe Mikrochips enthalten, ist somit frei erfunden. Genauso wie die Behauptung, die Coronapandemie sei ein abgekartetes Spiel, um die Menschheit unter Kontrolle zu bekommen. Hinter der Verschwörung stecke der Microsoft-Gründer Bill Gates, heißt es immer wieder. Wahr ist, dass Gates im März im März 2020, also zu Beginn der Krise, bei einer Diskussion die Prognose aufgestellt hatte, dass irgendwann wohl alle einen digitalen Ausweis mit ihren Gesundheitsdaten haben werden. Im Netz wurde dies verdreht und kolportiert, dass dies "am besten mit implantierbaren Chips" möglich sei. Gates wurde also durch eine harmlose Aussage plötzlich zum Buhmann.

Das ist für mich der unglaublichste Mythos von allen. In dieser Idee atecken mehr Löcher als in jedem Schweizer Käse. Ich kenne sogar Menschen, die ansonsten ziemlich vernünftig sind, die das eine Weile geglaubt haben.

Als großem Star Trek Fan kommen mir da die Bilder der Borg in den Sinn, wie sie ihre Nanoprobes (der deutsche Ausdruck fällt mir gerade nicht ein, ich sehe die Serie in Englisch) ihren unschuldigen Opfern injezieren. "You'll be assimilated. Resistance ist futile".

Ich wäre froh, wenn so etwas möglich wäre. Ich habe eine Erkrankung, bei der durch die Implantierung von Mikrotechnologie Abhilfe geschaffen werden könnte. Da die Erfolgsaussichten nur bei ca. 60 % liegen, scheue ich mich vor der OP. Könnte man das einfach injizieren, würde ich es vermutlich machen lassen.

5. Verursacht des Impfen Langzeitschäden?

Bei einigen wenigen Impfstoffen ist es in der Vergangenheit in seltenen Fällen zu Impfschäden gekommen: Die alte Pockenimpfung etwa konnte eine Gehirnentzündung auslösen. Das geschah aber zeitnah, nicht erst nach Jahren.

Die bei den Corona-Impfstoffen bisher beobachteten Impfreaktionen traten ebenfalls kurz nach dem Piksen auf und verschwanden zum Großteil nach wenigen Tagen wieder. Susanne Stöcker, Pressesprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts, gab kürzlich Entwarnung: "Langzeitnebenwirkungen, die erst nach Jahren auftreten, sind bei Impfstoffen generell nicht bekannt."

Auch die schnelle Zulassung und die Neuartigkeit der mRNA-Impfstoffe haben die Präparate nicht unsicher gemacht. Die Technologie wurde nicht erst während der Pandemie entwickelt. Seit über 30 Jahren wird dazu geforscht, etwa für die Krebstherapie. Zudem wurde schon seit längerem an Impfstoffen gegen andere Coronaviren gearbeitet. Die Pandemie hat den Impfstoffen allerdings zum Durchbruch verholfen

Dazu sollte gesagt werden, dass es durchaus Langzeitschäden durch eine Coronainfektion gibt. Ich kenne jemanden, der im letzten Jahr gleich bei den ersten dabei war und immer noch mit den Folgen der Infektion kämpft. Während diese Fälle vorliegen und nachweisbar sind, beruhen die möglichen Langzeitschäden durch die Impfung auf purer Spekulation.

6. Erkranken Geimpfte trotzdem an Covid-19?

Tatsächlich gibt es Fälle von vollständig Geimpften, die sich anstecken und an Covid-19 erkranken. Das liegt unter anderem an den den Virusmutationen wie etwa der bei uns inzwischen verbreiteten Delta-Variante. Deshalb kommt es zu sogenannten Impfdurchbrüchen. Das haben britische Forscher in einer Studie untersucht. Doch während von 100.000 Probanden in England positiv auf das Virus getestet wurden, waren es unter den vollständig Geimpften nur 0,4 Prozent. Studien zeigen auch, dass Erkrankte mit Impfung deutlich seltener schwer erkranken oder sterben.
Also ja, Geimpfte können immer noch erkranken. Sie tun es allerdings deutlich seltener und die Verläufe sind auch deutlich milder. Daher ist das Argument, "es gibt Erkrankte trotz Impfung", nicht stichhaltig gegen die Impfung.
7. Kann man an der Impfung sterben?

Die Impfhersteller haben verschiedenste Testdurchläufe gemacht So haben an der Phase-3-Studie von Biontech in den USA 43.448 Menschen ab 16 Jahren teilgenommen. Tatsächlich sind sechs Teilnehmer im Studienzeitraum zwischen April und Mitte November 2020 gestorben - allerdings nicht wegen der Impfung.

Vier der Verstorbenen haben gar keinen Impfstoff, sondern ein Placebo bekommen, so wie 21.724 weitere Teilnehmer der Studie. Einer der Geimpften hatte zwei Monate nach dem zweiten Pikser einen Herzinfarkt. Der zweite hatte mehrere Vorerkrankungen.

"Alle Todesfäle stellen somit Ereignisse dar, die in der allgemeinen Bevölkerung der Altersgruppen, in denen sie auftraten, mit einer ähnlichen Rate vorkommen", hielt die für die US-Zulassung des Präparats zuständige Behörde FDA fest. Auch die EMA sieht "Keinen Zusamenhang der Fälle". Bundesweit wurden ebenfalls einige Todesfälle kurz nach einer Corona-Impfung gemeldet. Doch die Experten des Paul-Ehrlich-Instituts halten einen Zusammenhang mit der immunisierung auch hier für äußerst unwahrscheinlich. "Wir gehen davon aus, dass die Patienten an ihrer Grunderkrankung gestorben sind." Allerdings sind nach einer Impfung unangenehme Reaktionen möglich, sehr selten sogar schwere Komplikationen.

Wie jedes Medikament bergen Impfstoffe Risiken. Vor einer Zulassung lässt die EMA aber alle Mittel untersuchen. "Der Nutzen eines Impfstoffs muss weitaus größer sein, als jede Nebenwirkung", so die Behörde.
Klar, Impfen ist nicht risikofrei. Das zu behaupten wäre Unfug. Doch die Risiken sind beherrschbar und im Interesse der Gesellschaft auch vertretbar.

Ich hoffe damit en wenig zur Aufklärung beizutragen.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

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