"Trauerarbeit" - Verlustgefühle bei Angehörigen
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Carrie_C
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"Trauerarbeit" „ Verlustgefühle bei Angehörigen
Liebe Community,
ich bin noch recht frisch als Frau unterwegs und erfahre in meinem Umfeld eigentlich sehr, sehr positiven Rückhalt.
Anders ist das aber bei der näheren Verwandtschaft - und ich weiß nicht so recht, wie ich "gesund" damit umgehe.
Meine (Schwieger-)Eltern haben unabhängig voneinander erzählt, dass der Beginn meiner Transition für sie mit einem starken Verlustgefühl einhergeht - sie verlieren irgendwie ihren (Schwieger)Sohn und bekommen dafür etwas anderes, das sie noch nicht so recht kennen und einzuschätzen wissen. Sie sehen zwar, wie gut es mir in meiner Transition geht, wie viel glücklicher und gesünder ich lebe, aber dennoch ... ist da dieser Schmerz, den sie dabei emfpinden. Es war schon die Rede von einem "symbolischen Abschiedsakt" - den ich aber auf keinen Fall mitbekommen möchte, da ich ja nicht das Gefühl habe, etwas schmerzhaft verloren zu haben.
Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
Ist es überhaupt meine Aufgabe, damit umzugehen - oder ist das etwas, dass sie mit sich allein ausmachen müssen?
Für mich fühlt es sich so an, als müsse eine Form von "Trauerarbeit" geleistet werden, aber welchen Anteil muss/sollte ich daran nehmen?
Meine Schwiegermutter hatte schon die Idee, zu einer entsprechenden Selbsthilfegruppe für trans*angehörige zu gehen, was ich sehr befürwortet habe.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie seid ihr damit umgegangen bzw. geht ihr damit um?
Ich möchte natürlich niemanden mit meiner Transition verletzen, aber ist es meine Aufgabe, den verletzten Beistand zu leisten? Kann ich das überhaupt als diejenige, die "Schuld" an der Verletzung trägt?
Ich freue mich auf eure Antworten!
Viele liebe Grüße
Nora
ich bin noch recht frisch als Frau unterwegs und erfahre in meinem Umfeld eigentlich sehr, sehr positiven Rückhalt.
Anders ist das aber bei der näheren Verwandtschaft - und ich weiß nicht so recht, wie ich "gesund" damit umgehe.
Meine (Schwieger-)Eltern haben unabhängig voneinander erzählt, dass der Beginn meiner Transition für sie mit einem starken Verlustgefühl einhergeht - sie verlieren irgendwie ihren (Schwieger)Sohn und bekommen dafür etwas anderes, das sie noch nicht so recht kennen und einzuschätzen wissen. Sie sehen zwar, wie gut es mir in meiner Transition geht, wie viel glücklicher und gesünder ich lebe, aber dennoch ... ist da dieser Schmerz, den sie dabei emfpinden. Es war schon die Rede von einem "symbolischen Abschiedsakt" - den ich aber auf keinen Fall mitbekommen möchte, da ich ja nicht das Gefühl habe, etwas schmerzhaft verloren zu haben.
Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
Ist es überhaupt meine Aufgabe, damit umzugehen - oder ist das etwas, dass sie mit sich allein ausmachen müssen?
Für mich fühlt es sich so an, als müsse eine Form von "Trauerarbeit" geleistet werden, aber welchen Anteil muss/sollte ich daran nehmen?
Meine Schwiegermutter hatte schon die Idee, zu einer entsprechenden Selbsthilfegruppe für trans*angehörige zu gehen, was ich sehr befürwortet habe.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie seid ihr damit umgegangen bzw. geht ihr damit um?
Ich möchte natürlich niemanden mit meiner Transition verletzen, aber ist es meine Aufgabe, den verletzten Beistand zu leisten? Kann ich das überhaupt als diejenige, die "Schuld" an der Verletzung trägt?
Ich freue mich auf eure Antworten!
Viele liebe Grüße
Nora
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Engelchen
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Re: "Trauerarbeit" „ Verlustgefühle bei Angehörigen
Schau dir das mal an und nimmt das evtl. als Einstieg in ein Gespräch mit den Personen.
Sie verlieren dich ja nicht - das ist es was sie verstehen müssen.
Liebe Grüße
Lisa
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Liebe geben und offen sein für Neues
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Blossom
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Re: "Trauerarbeit" „ Verlustgefühle bei Angehörigen
Hi Carrie,
vermutlich gibt es da wie bei so vielen Dingen keinen einheitlichen Weg ... wir sind alle so individuell wie unser Umfeld.
Persönlich hatte ich keine Probleme, selbst mein alter Herr (81) freute sich letztlich über die "späte" Geburt seiner Tochter. Weder er noch mein Vater empfanden es als einen Verlust, eher als einen Gewinn ... und einen Lebensabschnitt meinerseits, auf dem sie mich so lange wie möglich unterstützend begleiten möchten.
Auch im Freundeskreis verlief es harmonisch, ja fast schon fließend, da sie mir fast unisono zu verstehen gaben, es schon immer geahnt oder gar gewusst zu haben.
Dennoch verblieb eine liebgewonne Freundin (wir kennen uns über 25 Jahre), die sich ein wenig schwer tat und zunächst von mir "distanzierte" ... weil, wie sie mir inzwischen sagte, glaubte, einen ihrer besten Freunde verloren zu haben - den "Mann", der ich zwar nie war, aber den sie in mir gesehen hat. Inzwischen haben wir sehr viel miteinander gesprochen und sie hat gemerkt, dass ich ja immer noch diesselbe Person bin - in neuer Schale - und sich darüber freut, wie gut es mir damit geht, und dass sie nunmehr eine weitere Freundin hat.
Vermutlich hilft reden am besten ... je besser dich die anderen verstehen und du ihre Einwände, Ängste, umso besser. Ich bin auf meine Freundin zugegangen, habe ihr gesagt, wie traurig ich bin, dass sie sich nicht meldet und wie sehr ich sie vermisse ... Gleich dieses erste Telefonat brach das Eis.
Liebe Grüße vom
Blümchen
vermutlich gibt es da wie bei so vielen Dingen keinen einheitlichen Weg ... wir sind alle so individuell wie unser Umfeld.
Persönlich hatte ich keine Probleme, selbst mein alter Herr (81) freute sich letztlich über die "späte" Geburt seiner Tochter. Weder er noch mein Vater empfanden es als einen Verlust, eher als einen Gewinn ... und einen Lebensabschnitt meinerseits, auf dem sie mich so lange wie möglich unterstützend begleiten möchten.
Auch im Freundeskreis verlief es harmonisch, ja fast schon fließend, da sie mir fast unisono zu verstehen gaben, es schon immer geahnt oder gar gewusst zu haben.
Dennoch verblieb eine liebgewonne Freundin (wir kennen uns über 25 Jahre), die sich ein wenig schwer tat und zunächst von mir "distanzierte" ... weil, wie sie mir inzwischen sagte, glaubte, einen ihrer besten Freunde verloren zu haben - den "Mann", der ich zwar nie war, aber den sie in mir gesehen hat. Inzwischen haben wir sehr viel miteinander gesprochen und sie hat gemerkt, dass ich ja immer noch diesselbe Person bin - in neuer Schale - und sich darüber freut, wie gut es mir damit geht, und dass sie nunmehr eine weitere Freundin hat.
Vermutlich hilft reden am besten ... je besser dich die anderen verstehen und du ihre Einwände, Ängste, umso besser. Ich bin auf meine Freundin zugegangen, habe ihr gesagt, wie traurig ich bin, dass sie sich nicht meldet und wie sehr ich sie vermisse ... Gleich dieses erste Telefonat brach das Eis.
Liebe Grüße vom
Blümchen
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
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Frieda
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Re: "Trauerarbeit" „ Verlustgefühle bei Angehörigen
Liebe Nora
Ich habe dich selbst noch gar nicht im Forum registriert, deswegen möchte ich dich erst einmal herzlich hier in der Community begrüßen.
Deinen Post, so vermute ich, wirst du wohl eher an Gleichgesinnte hier gerichtet haben!? Trotzdem möchte ich dir auch reagieren, obwohl ich nur eine Partnerin bin. Warum? Weil dein Thema, deine Fragen echt super sind, und diese Fragen (in meiner Wahrnehmung) nicht ausschließlich nur mit dem Thema Trans zu tun haben. Warum? Weil deine Erzählungen sich um Verlustängste, Unsicherheiten und Anhaftungen drehen, und das betrifft unseren kompletten Alltag egal welchen Bereich.
BTW frage ich mich, wie passend der Begriff "Trauerarbeit" in diesem Zusammenhang überhaupt ist.
Deine Erzählungen über deine Schwiegereltern zeigen für mich deutlich ihre Unsicherheit und womöglich auch Ängste von ihnen. Ich halte es für möglich falls Ängste da sind, dieses vielleicht eher Ängste vor dem Neuen, dem Unbekannten sind. Ich denke und wünsche es mir für dich, dass es keine Ängste bzgl dir und der Gesellschaft sind.
Denn in meiner Wahrnehmung sind das die Herausforderungen deiner Schwiegereltern und nicht deine, liebe Nora
Es ist ihr eigener Umgang mit ihren selbsterzeugten Gedanken, Emotionen und Handlungen. Sie befinden sich in einer Phase eines Prozesses, wo einem bewusst wird, wie schmerzhaft Kontrolle sein kann. Deinen Schwiegereltern wird wahrscheinlich im Moment bewusst, wie wenig Einfluss sie auf manches in ihrem Leben nehmen können. Und diese aktuelle Erfahrung betrifft ja nun auch noch direkt ihr eigenes Kind, deine Partnerin liebe Nora. Alle Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind, egal wie alt die Beteiligten sind. Vielleicht kann deine Frau für etwas mehr Ruhe und Frieden, und Sicherheit bei deinen Schwiegereltern sorgen!? Wenn vielleicht deine Partnerin beständig zeigt, dass es ihr unverändert gut mit deinem wahren Sein geht, dann kann vielleicht die ältere Generation ihr getrost folgen.
Trotzdem wird es ein Prozess deiner Schwiegereltern bleiben, den man nur hilfreich unterstützen kann, denn tun (ihre Gedanken, ihre Emotionen, ihr Handeln lenken) müssen sie es am Ende selbst.
In mir arbeitet allerdings noch ein weiteres Thema. Ich kann es nicht einschätzen, ob und falls ja wie massiv die Gedanken deiner Schwiegereltern in Richtung Gesellschaft gehen. Falls sie Probleme auf sie zukommen sehen, dass die Nachbarn und andere jetzt tratschen, dann denke ich wird es eine größere Herausforderung für sie werden.
Falls das nicht zutrifft, dann denke ich werden sie mit eurer Hilfe irgendwann an den Punkt kommen, dass dein Wesen dein Herz und dein Hirn ausmacht, und nicht irgendwelche Kleidung. Kleidung und Anpassung sind für Trans Betroffene wichtig ja, trotzdem macht es nicht den Menschen aus...so sehe das jedenfalls ich.
Ich liebe meinen Schatz an meiner Seite und das unabhängig von Äußerlichkeiten.
Zum Schluss möchte ich dir noch ein Rezept von mir verraten. Mit der Liebe, ganz echter, von Herzen purzelnder Liebe.. kriegst du sie alle
Und nun schaue ich mir Lisa's Videoempfehlung an.
Namaste
Zuletzt geändert von Frieda am So 30. Mai 2021, 12:10, insgesamt 2-mal geändert.
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!
*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
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Frieda
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Re: "Trauerarbeit" „ Verlustgefühle bei Angehörigen
Ganz, ganz tolles Video liebe Lisa
Daaaanke dafür
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!
*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
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Engelchen
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Re: "Trauerarbeit" „ Verlustgefühle bei Angehörigen
Hab ganz lieben Dank.
Dana ist inzwischen eine gute Freundin geworden und mir hat das Video damals, als ich darüber gestolpert bin, sehr geholfen.
Ich habe dann den Kontakt zu ihr gesucht und wir haben schon viele lange Gespräche geführt.
Sie hat mir auch den Mut gegeben nicht aufzugeben sondern weiterzugehen.
Liebe Grüße
Lisa
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Patricia
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Re: "Trauerarbeit" „ Verlustgefühle bei Angehörigen
Liebe Nora,
ich habe in meinem engsten Familienkreis eine vergleichbare Situation erlebt. Einige Zeit nach meinem endgültigem Outing erzählte mir meine Mutter, dass sie Trauerarbeit zu bewältigen hat, denn ich bin zwar immer noch da und sie hat jetzt eine Tochter, aber dennoch hatte sie Gefühlt dass ihr geliebter Sohn gestorben sei. Es dauerte für sie mehr als ein Jahr bis sie in der Lage gewesen ist, dies zu verarbeiten. Vermutlich als sie dann mich wieder gesehen hat und gemerkt hat, dass es mir besser geht. So ganz verarbeitet hat sie das glaube ich immer noch nicht, denn sie meidet gewisse Gespräche.
Ich habe auch den Vortrag einer Mutter mal gehört die von ähnlichen Gefühlen berichtet hatte.
Ich kann es selbst nur sehr begrenzt nachfühlen, aber scheinbar können manche Menschen das nur so verarbeiten.
LG
Patricia
ich habe in meinem engsten Familienkreis eine vergleichbare Situation erlebt. Einige Zeit nach meinem endgültigem Outing erzählte mir meine Mutter, dass sie Trauerarbeit zu bewältigen hat, denn ich bin zwar immer noch da und sie hat jetzt eine Tochter, aber dennoch hatte sie Gefühlt dass ihr geliebter Sohn gestorben sei. Es dauerte für sie mehr als ein Jahr bis sie in der Lage gewesen ist, dies zu verarbeiten. Vermutlich als sie dann mich wieder gesehen hat und gemerkt hat, dass es mir besser geht. So ganz verarbeitet hat sie das glaube ich immer noch nicht, denn sie meidet gewisse Gespräche.
Ich habe auch den Vortrag einer Mutter mal gehört die von ähnlichen Gefühlen berichtet hatte.
Ich kann es selbst nur sehr begrenzt nachfühlen, aber scheinbar können manche Menschen das nur so verarbeiten.
LG
Patricia
Lebe dein Leben, denn du hast nur das eine!!!
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Carrie_C
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Re: "Trauerarbeit" „ Verlustgefühle bei Angehörigen
Vielen Dank für eure Rückmeldungen!
Meine Schwiegermutter hat zum Beispiel gesagt, dass ihr ganz naher Kontakt wichtig ist, um meine Veränderungen besser mitzubekommen und den Weg, den ich nehme, ein Stückweit mitgehen zu können.Ich glaube wirklich, dass es ihr um mich als Person geht - und nicht unbedingt um ihr eigenes Kind, meine Frau, die immer wieder betont, wie gut es auch ihr mit meiner Entwicklung geht. Wir haben schon sehr weitgehend darüber gesprochen, was denn eigentlich das Geschlecht über ein zwischenmenschliches Verhältnis aussagt und ausmacht... es ist auf jeden Fall die Bereitschaft da, sich emotional mit dem Thema außeinander zu setzen.
Was meinen Vater betrifft, so finde ich mich bei deiner Aussage wieder, Patricia:
Mir als der betroffenen Person, die da gestorben sein soll, macht das schon ein sehr mulmiges Gefühl. Denn Verlust bedeutet ja erst einmal, dass etwas nicht mehr da ist, was man vorher geschätzt hat - aber was genau das sein soll, verstehe ich nicht. Ich bin ja kein fundamental anderer Mensch, aber ein glücklicherer. Ich habe das Gefühl, endlich die eigentliche und bessere Version meiner selbst zu werden - und da tut es weh, von anderen vermittelt zu bekommen, dass "etwas verloren gegangen ist".
Leider sehe ich meine (Schwieger-)Eltern eher selten (wir wohnen in unterschiedlichen Städten), was das ganze natürlich schwieriger macht.
Und das Video war wirklich toll
Liebe Grüße
Nora
Meine Frage war tatsächlich sowohl an trans*-Personen als auch deren Angehörige gerichtet - denn mich interessiert ja auch, was sich Angehörige in so einer Situation von der trans*-Person wünschen bzw. was sie von ihr brauchen, um den Prozess besser zu verstehen.Frieda hat geschrieben: So 30. Mai 2021, 07:16
Deinen Post, so vermute ich, wirst du wohl eher an Gleichgesinnte hier gerichtet haben!?
Meine Schwiegermutter hat zum Beispiel gesagt, dass ihr ganz naher Kontakt wichtig ist, um meine Veränderungen besser mitzubekommen und den Weg, den ich nehme, ein Stückweit mitgehen zu können.Ich glaube wirklich, dass es ihr um mich als Person geht - und nicht unbedingt um ihr eigenes Kind, meine Frau, die immer wieder betont, wie gut es auch ihr mit meiner Entwicklung geht. Wir haben schon sehr weitgehend darüber gesprochen, was denn eigentlich das Geschlecht über ein zwischenmenschliches Verhältnis aussagt und ausmacht... es ist auf jeden Fall die Bereitschaft da, sich emotional mit dem Thema außeinander zu setzen.
Was meinen Vater betrifft, so finde ich mich bei deiner Aussage wieder, Patricia:
Warst du in irgendeiner Form in diesen Prozess der Bewältigung involviert, Patricia?Patricia_cgn hat geschrieben: So 30. Mai 2021, 15:04
Einige Zeit nach meinem endgültigem Outing erzählte mir meine Mutter, dass sie Trauerarbeit zu bewältigen hat, denn ich bin zwar immer noch da und sie hat jetzt eine Tochter, aber dennoch hatte sie Gefühlt dass ihr geliebter Sohn gestorben sei. Es dauerte für sie mehr als ein Jahr bis sie in der Lage gewesen ist, dies zu verarbeiten.
Mir als der betroffenen Person, die da gestorben sein soll, macht das schon ein sehr mulmiges Gefühl. Denn Verlust bedeutet ja erst einmal, dass etwas nicht mehr da ist, was man vorher geschätzt hat - aber was genau das sein soll, verstehe ich nicht. Ich bin ja kein fundamental anderer Mensch, aber ein glücklicherer. Ich habe das Gefühl, endlich die eigentliche und bessere Version meiner selbst zu werden - und da tut es weh, von anderen vermittelt zu bekommen, dass "etwas verloren gegangen ist".
Danke dir, Frieda! So einfach die Worte auch sind, steckt wohl wirklich eine ganze Menge dahinter. Es gibt auch viele Menschen in meinem Umfeld, die ganz deutlich merken, welche positive Energie meine Transition freisetzt, und regelrecht davon mitgezogen werden. Ich nehme mir das Rezept zu HerzenFrieda hat geschrieben: So 30. Mai 2021, 07:16
Zum Schluss möchte ich dir noch ein Rezept von mir verraten. Mit der Liebe, ganz echter, von Herzen purzelnder Liebe.. kriegst du sie alle
Und nun schaue ich mir Lisa's Videoempfehlung an.
Und das Video war wirklich toll
Liebe Grüße
Nora