aus gegebenem Anlass habe ich nachfolgenden Beitrag verfasst.
Auslöser für meine Gedanken war u.a. mein Beitrag zum Thema "Nur der Anfang ??" von
Fuchs18=Katja vom 10.Dez und die nachfolgenden Reaktionen darauf.
Das von mir Geschriebene lässt sich aber auf beliebige andere Forenthemen übertragen.
Wir alle, die sich hier in einem solchen Forum anmelden und einbringen, tun dies doch zu
99,99% aus einem inneren Bedürfnis heraus, verbunden mit bestimmten / besten Absichten,
sei es:
- Sich anderen mitzuteilen,
- Rat zu suchen,
- Hilfestellung zu geben,
- Erkenntnisse zu erlangen,
- sich selbst zu reflektieren,
- der Austausch mit anderen,
- Bestätigung zu suchen/finden,
- Lösungswege aufzuzeigen,
- Aufmerksamkeit zu erlangen und vieles mehr, ...
- bis hin zur Verbreitung von Lebensweisheiten und "tiefgreifenden" Analysen, die lediglich auf
den - mit mehr oder wenigen Sätzen - geschilderten individuellen Situationsberichten beruhen,
die oftmals einseitige Sachverhalte widerspiegeln, die wiederum nicht überprüfbar sind, da die andere
Seite(n) hier nicht vertreten/angemeldet ist und somit nicht gehört/gelesen werden kann.
Jetzt bitte nicht falsch verstehen, ich unterstelle da bei (fast) Allen beste Absichten, der/
dem anderen mit gut gemeinten Hinweisen und Ratschlägen auf den rechten Pfad zu helfen,
spreche mich hier selbst nicht davon frei, frage aber:
Schießen wir da nicht mitunter übers Ziel hinaus und machen
es uns bei der Bewertung der jeweiligen Situation zu einfach?
Interpretieren wir da nicht mitunter (un-)bewusst Dinge mit hinein, die wir vermeintlich
glauben, zwischen den Zeilen gelesen / erkannt zu haben, auch begründet in selbst gemachten
Erfahrungen / auf Hören-Sagen / oder gar auf zweifelhaftem (Halb-)Wissen beruhen?
Andererseits, berücksichtigen wir alle uns bekannten / mitgeteilten Fakten und messen diesen
die notwendige Bedeutung bei und Wichten sie auch richtig?
Selbst bei psychologischem Fachwissen - gerade auch auf unsere Thematik bezogen - wäre es
doch m.E. unverantwortlich, hier nur aufgrund einiger Texte ein Urteil über andere Menschen,
ihre Wesensmerkmale und deren Lebensumstände zu fällen und Prognosen zu stellen?!
Sind wir uns all der Konsequenzen bewusst, die unsere Beiträge bei dem Gegenüber bewirken
können? Welche Denke / Richtungsvorgabe wir damit auslösen (können), die, anstatt hilfestellend,
mitunter eher Ängste auslösend
Es ist doch so, ein einmal ausgesprochenes Wort im direkten Gespräch/Dialog kann nicht (so einfach)
zurückgenommen werden, liefert dem Gesprächspartner aber dank Mimik, Tonfall und Emotionen
zusätzliche Informationen, das Gesagte besser einordnen zu können und bietet des Weiteren die
Möglichkeit, direkt darauf zu reagieren, nachzufragen und ggfs. etwas richtig zu stellen.
Dies fehlt uns hier natürlich, weshalb ich allen immer nur den Rat geben kann, sich neben der
Forentätigkeit nach Möglichkeit Gesprächsmöglichkeiten zu suchen, sei es in Stammtischen, SHG
oder, wenn dies nicht möglich ist, zumindest mit einer Person des Vertrauens den Austausch zu
suchen.
Oder aber es ergibt sich hier aus dem Forum heraus die Möglichkeit, eine Vertrauensbasis zu jemandem
aufzubauen, wie dies ja auch schon häufiger praktiziert wurde/wird (PN —> Email —> Telefon —>Treffen ).
Dies kann sich bis hin zu freundschaftlichen Beziehungen entwickeln,
da spreche ich aus eigener Erfahrung in diesem wie anderen Foren.
Bei tiefgreifenden Problemen sollte auch die Möglichkeit der fachspezifischen Hilfe in Betracht
gezogen werden, bevor soviel Geschirr zerschlagen wurde, dass nichts mehr zu kitten ist! Auch
hier kann seitens Anne-Mette und anderen Forenmitgliedern entsprechende Hilfestellung gegeben
werden (Ansprechstellen/Adressen).
Schlussendlich gebe ich auch immer zu bedenken, dass wir, jede-r Einzelne von uns aus seiner/ihrer
Individuellen Betrachtungsweise heraus hier bewertet und Schlüsse zieht, wir diesem gesamten
Themenbereich Trans* und all seinen Facetten aber ganz anders gegenüberstehen, als das bis dato
von dieser Thematik unberührte / nicht interessierte "Neuankömmlinge" im Forum in ihrer
nun persönlichen Betroffenheit einordnen.
Da denke ich im Besonderen an unsere Partnerinnen!! [/b]
Wir sollten ihnen da eine gewisse Schonfrist einräumen, sie nicht gleich mit Fachtermini über-
schütten, versuchen möglichst objektiv zu bleiben, uns dabei weniger von Emotionen leiten zu
lassen und uns anderen Betrachtungsweisen nicht ganz zu verschließen.
Dies soll nun aber auch nicht missverstanden werden, das Kind darf schon beim Namen genannt
und Fakten müssen Fakten bleiben. Da gehört es auch dazu, Unangenehmes an- und auszusprechen,
auch wenn dies das Gegenüber schmerzt oder es zu konträren Diskussionen führt! Dabei sollte
immer die notwendige Toleranz und der gegenseitige Respekt gewahrt bleiben, was uns hier in
Anne-Mettes Forum (DANKE ihr dafür
Mitunter halte ich es aber auch für ratsam, das ein oder andere via persönliche Nachricht
mitzuteilen, im Besonderen, wenn es darum geht, auch intimere Dinge und sehr ins persönlich
Gehendes anzusprechen. Dies kann dann zu einem gewissen Defizit im Wissensstand anderer
beteiligter Forenteilnehmer im betreffenden Thema führen, was wiederum eine Missinterpre-
tation und ggfs. fehlerhafter Einordnung zur Folge haben kann. Da bedarf es dann im Zweifelsfall
an der richtigen Stelle einer Klarstellung, ohne zu sehr aus dem Nähkästchen zu plaudern.
Ich persönlich ordne mich in die Kategorie von Mensch ein, der die klaren Worte bevorzugt und
Schönfärberei und gegenseitiger Lobhudelei eher ablehnend gegenüber steht.
Das erhoffe ich mir auch von anderen Forenmitgliedern, wenn es um ein feedback auf von mir verfasste Beiträge /
eingestellte Fotos geht, da ist konstruktive Kritik wie ein ernstgemeintes Lob immer willkommen.
Diese meine Einstellung führt dann oftmals auch dazu, dass ich bestimmte Beiträge wie auch bildliche
Darstellungen nicht kommentiere, obwohl es mir mitunter auf der Zunge liegt / in den Fingern juckt.
Aber wozu negative Stimmung verbreiten, da halte ich mich dann lieber zurück, die Zeiten sind schon
schwierig genug.
Soweit meine Gedanken dazu,
habt noch eine besinnliche Adventzeit,
vor allem bleibt gesund,
ganz liebe Grüße
Mel