Hallo zusammen,
heute möchte ich ganz kurz davon berichten, dass ich vor einigen Wochen (30.Sep)
erstmals im Mädel-Modus zu einem Termin in meinem angestammten Frisörsalon
erschienen bin.
Warum dies und wieso ist das eine Mitteilung wert, wird sich ggfs. manche-r fragen? v:?:
Nun, ich hatte mir online eine neue Perücke (Bobstyle, ähnlich der Frisur von Nachrichten-
sprecherin Gundula Gause) zugelegt und musste feststellen, dass der Pony viel zu lang
und mir wie ein Vorhang vor den Augen hing. Also was tun?
Da sie mir sonst sehr gut gefiel, meine Frau mir auch ein positives Feedback gab, aber
weder ich noch sie zur Schere greifen wollten, blieb nur die Möglichkeit, professionelle
Hilfe in Anspruch zu nehmen. Da ich einige Tage später eh einen regulären Friseurtermin
(als Mann) bei meiner langjährigen Hairstylistin hatte, konnte ich mein Anliegen dort gleich
vorbringen.
Ich bin seit mehr als 10 Jahren Kunde dort und in der Regel lasse ich immer bei Lara, einer
ganz lieben Mittdreißigerin (verh. , 2 Kinder) und Meisterin ihres Fachs, einen neuen Haarschnitt
verpassen. Dadurch hat sich auch ein entsprechendes Vertrauensverhältnis aufgebaut
und sie weiß seit knapp 2 Jahren auch von meiner weiblichen Seite und hatte auch schon das ein
oder andere Foto (Handy) von mir en femme gesehen.
Als ich ihr nun von meinem Perückenproblem berichtete, stellte sie mich vor die Wahl,
entweder Termin im Männermodus, die Perücke mitbringen und dann im Salon aufsetzen,
oder aber en femme als Mel dort zu erscheinen?! Also nix von wegen, eventuell privat at home "¦
Nun muss ich dazu sagen, dass dies ein durchaus angesagter Friseur und Biosthetik Salon in Flensburg
ist, vereinzelt Damen aus unserem Bekanntenkreis dort auch Kundinnen sind und eine weitere
Stylistin, die mich auch schon mehrfach bediente, in der entfernteren Nachbarschaft von uns wohnt.
Gut, im direkten nachbarschaftlichen Umfeld bin ich ja geoutet (>15 Pers.), bin aber im Ort (Dorf)
halt (noch?) nicht en femme unterwegs.
In wie weit meine andere Wesensart sich durch nachbarschaftliches Outing - wir wohnen in einem Dorf -
zwischenzeitlich allerdings schon rumgesprochen hat,
entzieht sich meiner Kenntnis!
Aber die direkt Betroffenen erfahren sowas eh meist zuletzt "¦
Also, ich machte einen Termin für die Folgewoche aus und Lara meinte, sie sei gespannt,
wer dann den Salon betreten würde?!
An besagtem Tag schien gleich am Morgen die Sonne und ich sollte um 1100Uhr vor Ort sein.
Dies gab mir ausreichend Gelegenheit, nach Duschen und Rasur mich entsprechend herzurichten
um pünktlich als Mel den Salon betreten zu können. Mein Outfit könnt ihr dem nachfolgenden
Bild entnehmen, wobei dies eine Aufnahme von unserem diesjährigen Herbsturlaub im Harz war.
Eventuell werde ich davon auch noch einen kleinen Erlebnisbericht verfassen"¦?!
Aufgrund der kühlen Temperaturenvon an diesem Morgen von 12-°C trug ich zusätzlich noch eine Jeansjacke.
Nach 10-minütiger Autofahrt erreichte ich den Parkplatz eines Supermarktes in direkter Nähe des
Salons, welchen ich dann nach kurzem Fußweg erreichte.
Ich wurde gleich am Eingang freudig begrüßt, auf die Desinfektionsstation hingewiesen und anschl.
zum Platz geleitet. Es befanden sich bereits 3 Kundinnen sowie 4 Angestellte im Salon. Die neue
Perücke hatte ich separat im Originalkarton in einer Einkaufstasche mitgeführt.
Nach kurzem Smalltalk begab ich mich auf die Kundentoilette, um die Perücken auszutauschen und
zurück am Platz machte sich Lara ans Werk. Es war für uns beide eine Premiere, dies war ihr erster
Haarschnitt an der künstlichen Haarpracht einer Kundin. Sie tastete sich Schritt für Schritt vor, war
begeistert ob der Qualität der Perücke und fragte regelmäßig nach, ob ich soweit einverstanden sei.
Nach einer guten halben Stunde, inklusive Klönschnack, der Ansicht einiger Urlaubsfotos, neuer
Terminabsprache und bezahlen verließ ich happy den Salon. In wie weit die anwesenden Damen
Notiz von mir nahmen, kann ich schwer beurteilen. Es mussten natürlich auch die Abstandsregeln
eingehalten werden, so dass die nächste Kundin gut 3 mtr entfernt von mir saß.
Da ich meine Stimme aber nicht verstelle und mich auch nicht im Flüsterton unterhalten habe sowie
beim Abschied allseits einen schönen Tag wünschte, hatte ich beim Verlassen schon den Eindruck,
dass mich einige Augenpaare aufmerksam verfolgten "¦?!
Könnte mir auch durchaus vorstellen, dass zumindest bei den Angestellten Redebedarf
gegenüber Lara bestanden haben könnte?
Auf dem Nachhauseweg machte ich einen Schlenker zu unserem Hausbäcker, um Brötchen für
das gemeinsame (späte) Frühstück mit meiner Frau zu holen.
Als ich das Auto in unserem Carport abgestellt hatte und auf dem Weg zum Haus war, traf ich prompt
auf unsere Nachbarin, die gleich fragte, wo Mel denn um diese Uhrzeit herkäme? Als ich sagte vom
Frisör, war sie doch erstaunt, aber eine kurze Erklärung halt ihr dann auf die Sprünge.
Meine Frau hatte zwischenzeitlich das Frühstück vorbereitet und zeigte sich vom Ergebnis meines
Friseurbesuchs auch sehr angetan. Ich verbrachte den ganzen Tag dann en femme und abends
kamen dann noch unsere besten Freunde (Ehepaar) zu Besuch.
Natürlich sind die eigenen Haare zwischenzeitlich schon wieder gewachsen und ich wollte mich
bei meinem Termin in der vergangenen Woche bei Lara erkundigen, ob es eine Resonanz auf meinen
Besuch gab, aber leider musste kurzfristig eine Kollegin für sie einspringen, eben jene, die mich sonst
auch schon bedient hat. Diese war bei meinem Perückentermin auch zugegen gewesen, ich wollte sie
aber nun auch nicht direkt darauf ansprechen.
Das Ganze war jedenfalls wieder eine schöne Erfahrung, vollkommen unkompliziert und hoffentlich
nicht zuuu langweilig für euch zum Lesen?!
Bleibt gesund
Liebe Grüße, Mel