en femme in Depressionsklinik ?
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tabea80
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en femme in Depressionsklinik ?

Post 1 im Thema

Beitrag von tabea80 »

Ich bin auf der Suche nach einer guten Klinik gegen Ängste und Depressionen, gerne weiter weg als hier vor Ort.

Das Thema "im Grunde wär ich Lieber eine Frau" beschäftigt mich dabei auch, aber "Trans-Druck" ist nicht so wie bei eindeutigen Transsexuellen.

Thema hatte ich in der ambulanten Psychotherapie angesprochen, aber beim Psychiater, Hausarzt und Tagesklinik lieber nicht.

Wenn ich irgendwo auswärts stationär gehen würde und dort das Thema ansprechen würde und falls ich den Mut fände mich eventuell da als Tabea zeigen würde , wie würden die Therapeuten und Mitpatienten reagieren ?

Hat da wer Erfahrungen gesammelt ?
Marlene K.
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Re: en femme in Depressionsklinik ?

Post 2 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Liebe Tabea,
ich habe mich während einer ambulanten Therapie vom schwulen Mann zur Frau entwickelt. Ein guter Therapeut stellt Dich nicht in Frage. Hier ist also mehr die Frage, wie Du damit umgehst wie Dich die anderen Patienten sehen.
Hier habe ich in einer Maßnahme der Rentenversicherung gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Ich hatte allerdings 35 Jahre Erfahrung in der queeren Welt und war mir meiner selbst sicher.

Wichtig ist es bei allem was Du tust, dass Du Deinem eigenen Gefühl folgst. Lass Dich nicht unter Druck setzen, aber setzte Dich auch selbst nicht unter Druck.

Ich bin sicher, Du wirst Deinen Weg und Dein Tempo finden.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
lilly.fae
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Re: en femme in Depressionsklinik ?

Post 3 im Thema

Beitrag von lilly.fae »

Hallo Tabea
Wenn du Stationär in eine Klinik gehen möchtest wird es ohne Vorgespräche und entsprechende Befunde eh nicht gehen. Und was würde dagegen sprechen, es beim Vorgespräch auf den Tisch zu legen. Die Psychologen sind doch da um dir zu helfen. Und wenn dir En Femme hilft, wird auch keiner was dagegen haben. Denn deswegen willst du ja dort sein das man dir deine En Femme Ängste nimmt, oder ?
Ich hatte bei meiner Psychotherapie nie Probleme, auch nicht bei Gruppengesprächen wo es um andere Themen ging. Und die anderen Patienten dort werden eigene Probleme haben und sich höchstwahrscheinlich nicht um dein äußeres kümmern.

Viel Glück dabei die richige Klinik zu finden

Lilliane
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Falls ihr Tipp und Rechtschreibfehler findet, dürft ihr sie gerne behalten. Ich habe noch genug davon.
tabea80
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Re: en femme in Depressionsklinik ?

Post 4 im Thema

Beitrag von tabea80 »

Ich hab mal geschaut, ob es Kliniken gibt die als Teilschwerpunkt Geschlechtsidentitätsstörungen haben, Gefunden hab ich nur einige Ambulanzen von Unikliniken, deren Sinn es scheint, die Indikation zur Geschlechtsangleichung zu prüfen.

Geschlechtsangleichung für mich vorerst nicht das Thema. Sondern ich will aus vielen Problemen, wo eben auch die Unzufriedenheit mit der männlichen Rolle zugehört das für mich beste raus machen.

Die meisten Psychotherapeuten scheinen mit Geschlechtsidentitätsfragen nur ne theoretische Erfahrung aus dem Studium zu haben aber nichts praktisches. So hab ich das in der ambulanten Therapie erlebt.

IM ICD gibt es die umstrittenen Diagnose " Transvestitismus unter beibehaltung beider Geschlechtsrollen" , was für mich am ehesten passen würde. Aber wer sucht damit fachliche Hilfe auf ? scheinbar die wenigsten, der Scham ist da wohl sehr groß.

Ich hab das Gefühl, dass in Gruppentherapien, Sexualität ein generelles Tabuthema ist, jeder hat Angst vor der Intoleranz anderer.

@lilly.fee hast Du in den Gruppentherapien das Frausein ansprechen können ?
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Re: en femme in Depressionsklinik ?

Post 5 im Thema

Beitrag von lilly.fae »

Hallo Tabea
Die meisten Leute dort gehen mit den Problemen oder Ängsten anderer recht locker um. Außerdem wir da genau geschaut wer zueinander paßt. Sonst hätte die Therapie keinen erfolg. Ja ich habe damals die Karten auf den Tisch gelegt, da ich in meiner Depressionsphase oft "In Lilly gewechselt habe" Sie war nie angegriffen worden und somit stark. Ich konnte damit viel erreichen. Alles ist übrigens besser als mit Problemen, Ängsten und Depressionen alleine dazustehen. Und in sicherer umgebung wird es dir leichter fallen.
Im forum gibt es sicher einige Anlaufstellen. Benutz einfach mal die "suchfunktion". Einiges steht in den entsprechenden Rubriken. Oder frag gezielt User danach. DIe Stellen in Österreich werden dir nicht helfen
lg Lilly
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Re: en femme in Depressionsklinik ?

Post 6 im Thema

Beitrag von Maria T »

Hallo, war vor paar Jahren selbst wegen Depressionen in einer Klinik. Ich habe dort meine weibliche Seite offen gelebt und hatte weder mit dem Personal noch den anderen Patienten Probleme. Obwohl dort auch eine Einrichtung für straftäter angeschlossen war und die Insassen auch freigang haben. Auch die hatten keine Probleme mit mir. Klar paar Fragen gab es schon aber im vernünftigen Ton und wirklich interessiert.
Kann dir keine Klinik empfehlen aber mach dir keine Sorgen wegen deiner Art zu leben. Alles was dir gut tut ist erlaubt solange es keinem anderen schaden zufügt.
LG Maria
Einfach ist am schwersten.
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Re: en femme in Depressionsklinik ?

Post 7 im Thema

Beitrag von Christine DarkJoker »

Hi Tabea

Ich war letztes jahr in der Psychiatrie für 6 Wochen.
Dort hatte ich ein paar Wochen vor Aufenthalt ein Termin, wo man alles kurz anschneidet warum, wieso und was man erreichen will.
Da hab ich gleich gesagt das ich neben Männlich bzw Nonbinär auch Weiblich auftrete.
Bei der Frage wie ich dann während des Aufenthalts erscheine hab ich mich für mein Alltags erscheinen entschieden also Nonbinär.

Wärend des Aufenthalts bin ich mal mehr maskulin mal mehe fiminin zu sehen gewesen. Die Mitpatienten haben so gut wie keine Probleme gehabt (einer konnte mit mir nichts anfangen, eine andere war etwas verärgert dass ich mich nicht gleich mit allen namen also männlich und weiblich vorgestellt hab) und das Personal war klasse die haben alle erstmal gefragt wie man mich ansprechen darf bzw soll.

Auf mein Zimmer (hatte ein Einzelzimmer wegen meiner Erkrankung) hab ich dann auch mal kleid und rock angehabt ausserhalb des Zimmers hab ich nur mal mein gothic Herrenrock getragen was da schon bei den beiden genannten Fällen oben für verwirrung gesorgt hat daher hab ich dieses danach gelassen.
Allerdings hatte ich zum klönen und auch Gesellschaftsspiele Mitpatienten im Zimmer wo ich kleid oder rock an hatte, den hat es auch nicht gestört, es gab sogar Komplimente :oops:

Wenn du von Anfang an als Frau bzw mal Frau mal Mann auftritts können die Anderen Patienten mit dir zusammen dein Sein aufarbeiten, so wurde mir dieses in der Psychiatrie auch gesagt.

Viele Grüße Christine
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten
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Re: en femme in Depressionsklinik ?

Post 8 im Thema

Beitrag von lilly.fae »

Liebste Tabea,
Du hast ja schon einiges von meinem "Zusammenbruch" mitbekommen. Da es sich so Verhalten hat das mein "Männliches Ich", keinerlei Gesprächsbereitschaft signalisierte, meinte meine Therapeutin es könnte ja auch "Lilliane" mit ihr sprechen. Damit mir dies zunehmend auch noch leichter fallen würde, bat sie meine Frau alles für das nächste Gespräch mitzubringen. Ich war schon etwas Unsicher. Aber was sollte in einem "abgeschlossenen" Bereich schon unsicher sein ? kam es in mir hoch. Und wann hätte Lilliane jemals wieder die Gelegenheit sich ihren Frust von der Seele zu reden ? Es kam soweit das ich nicht nur "Tiefgründige" Gespräche mit meiner Therapeutin hatte, sondern bereits am Abend eine "nette Freundin" hatte. Ebenfalls Crossdresser, und sehr unsicher. Aber sie hatte irgendwie Vertrauen zu mir.
Auch mit "Nicki" hate ich gute Gespräche, und am 3. Tag lachten wir zusammen im Kaffee. Ich glaube das es in jeder Klinik so ablaufen wird, oder es zumindest so sollte. Wenn Corona nicht gewesen wäre, hätte ich auch länger bleiben können, aber im moment werden alle Aufenthalte sehr kurz gehalten.
Ich darf aber zu den ambulanten Gesprächen mich vorher zurechtmachen, wenn ich das möchte und meine Therapiestunden als Lilliane absolvieren.
Du siehst es ist kein Problem.

:heartpulse:

Lilly
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Re: en femme in Depressionsklinik ?

Post 9 im Thema

Beitrag von tabea80 »

Lilly dass ist ja trotz schlimmer umstände ein tolles Erlebnis. War die nikki auch en femme in der Klinik?
lilly.fae
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Re: en femme in Depressionsklinik ?

Post 10 im Thema

Beitrag von lilly.fae »

Ja, Nicki. War schon vor mir da. Traute sich aber kaum aus dem Zimmer. Erst als Lilly da war kam das "schüchterne" Mädel aus dem Zimmer. Es war eine typische Win / Win Situation. Und wir haben sofort erkannt das wir uns gegenseitig Stärke geben. Ich glaube sogar das es ein Plan der Therapeutin war, zumindest teilweise. Aber egal, es hat ja Funktioniert.
Das einzige was ich daraus gelernt habe ist. Schwäche zu zeigen ist Stärke. Hilfe zu suchen ist keine Schande, sie anzunehmen noch viel weniger. Sein Leben zu Leben, Ein Prinzip.

Es gibt nur einen Weg und der geht nach vorne, denn es geht zu schnell vorbei. Das einzige was man tun sollte ist " Dann und Wann stehenzubleiben und zu verweilen. Nach Rechts und Nach Links zu schauen, denn wenn man dies nicht tut, ist man vielleicht vorbeigegangen.

Klingt jetzt komisch, ist aber so ! hätte die kluge "Maussendung" gesagt

In diesem Fall kommts von der Lilly
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