Outen? - # 2
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Lea92
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Re: Outen?
Mal mein Senf zu dem Thema:
Ein Outing kann diskriminierend sein, aber es kann auch das exakte Gegenteil davon sein. Wann nun ist ein Outing diskriminierend? Ganz klar: Wenn es durch andere ohne Absprache geschieht, am besten noch vor Leuten, die es bewusst noch nicht wissen, weil sie als intolerant bekannt sind. Dann ist es eindeutig diskriminierend. Aber auch, wenn man in annähernd erpresserischer Art dazu gedrängt wird, ist es diskriminierend. In beiden genannten Fällen wird durch das Outing ein Angriffspunkt geschaffen, der von Leuten für homo- oder transphobes Verhalten genutzt werden kann.
Wenn ein Outing von der Person, um die es geht, selbst ausgeht, ist es aber eher ein Akt der Befreiung. Da war es eher diskriminierend, vorher seine eigene Persönlichkeit nicht voll entfalten zu können. Wir sind zwar auf einem guten Weg, aber noch sind wir eben lange nicht an dem Punkt, dass Homo-, Bi- und Transsexualität, genau wie alle anderen Farben des Regenbogens genauso normal und selbstverständlich gelten wie Cis und hetero. Selbst Leute, die es im vollen Maße akzeptieren, sehen es vielfach als etwas besonderes an, was in meinen Augen aber nicht mal schlimm ist. Es darf ruhig ein Thema bleiben, solange es kein negatives ist. Aber das bedeutet eben auch, dass man, solange man nichts sagt, erst einmal als Cis und hetero vermutet wird. Und wenn man sich nicht verstecken will, ist ein Outing oft angenehmer, als wenn eine komische Nachfrage kommt, wenn jemand es zufällig erfährt.
Ein Outing kann diskriminierend sein, aber es kann auch das exakte Gegenteil davon sein. Wann nun ist ein Outing diskriminierend? Ganz klar: Wenn es durch andere ohne Absprache geschieht, am besten noch vor Leuten, die es bewusst noch nicht wissen, weil sie als intolerant bekannt sind. Dann ist es eindeutig diskriminierend. Aber auch, wenn man in annähernd erpresserischer Art dazu gedrängt wird, ist es diskriminierend. In beiden genannten Fällen wird durch das Outing ein Angriffspunkt geschaffen, der von Leuten für homo- oder transphobes Verhalten genutzt werden kann.
Wenn ein Outing von der Person, um die es geht, selbst ausgeht, ist es aber eher ein Akt der Befreiung. Da war es eher diskriminierend, vorher seine eigene Persönlichkeit nicht voll entfalten zu können. Wir sind zwar auf einem guten Weg, aber noch sind wir eben lange nicht an dem Punkt, dass Homo-, Bi- und Transsexualität, genau wie alle anderen Farben des Regenbogens genauso normal und selbstverständlich gelten wie Cis und hetero. Selbst Leute, die es im vollen Maße akzeptieren, sehen es vielfach als etwas besonderes an, was in meinen Augen aber nicht mal schlimm ist. Es darf ruhig ein Thema bleiben, solange es kein negatives ist. Aber das bedeutet eben auch, dass man, solange man nichts sagt, erst einmal als Cis und hetero vermutet wird. Und wenn man sich nicht verstecken will, ist ein Outing oft angenehmer, als wenn eine komische Nachfrage kommt, wenn jemand es zufällig erfährt.
Körper ganz Mann, Kopf halb Mann, halb Frau, doch auch eine halbe Frau braucht auch Freiheiten und will sich gelegentlich mal zeigen.
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Diana.65
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Re: Outen?
Hallo Christiane. Hallo @ all.
Ich finde nicht das Outing an sich diskriminierend, sondern die Tatsache, dass ich nicht einfach so leben kann, wie ich es möchte und ich dadurch genötigt werde mich meiner Umwelt gegenüger zu erklären. In wie weit ich mich gegenüber anderen outen "muss" hängt viel von den persönlichen Umständen ab.
Als richtiges Outing empfand ich es, als ich mich gegenüber meiner Frau, meinem Sohn und den ersten im familiären und befreundeten Umfeld erzählt habe, was in mir vorgeht. Da stand für mich auch ein gewisser Zwang dahinter.
Inzwischen empfinde ich es eher als Information, dass ich denjenigen, mit denen ich regelmäßiger zu tun habe, erzähle, was es für Gründe hat, warum ich halt nicht mehr so, wie bisher von mir gewohnt oder erwartet, auftrete. Für mich persönlich hat es den Vorteil, dass ich weiss, meinem Umfeld die Informationen gegeben zu haben, die mein verändertes Auftreten verursachen. Dadurch wird für mich das Ausleben meiner, jetzt nach außen sichtbaren, Seite einfacher.
Nachdenklich, Diana.
Ich finde das Thema sehr interessant. Ohne jetzt alle Antworten auf deinen Eingangs-Post und deine Fragen gelesen zu haben, möchte ich dir hier gerne meine Sichtweisen dazu mal schildern.Christine DarkJoker hat geschrieben: Sa 11. Jul 2020, 06:42 ...
Warum müssen wir uns zu unserem Geschlecht oder Sexualität outen?
...
Ich finde es geht niemanden was an, was für eine Sexuelle Einstellung ich habe oder was für ein Geschlecht ich bin. Und irgendwie finde ich auch das Outing eine art Diskriminierung ist, zu mindestens wenn es von einem erwartet wird das man es macht.
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Ich finde nicht das Outing an sich diskriminierend, sondern die Tatsache, dass ich nicht einfach so leben kann, wie ich es möchte und ich dadurch genötigt werde mich meiner Umwelt gegenüger zu erklären. In wie weit ich mich gegenüber anderen outen "muss" hängt viel von den persönlichen Umständen ab.
Als richtiges Outing empfand ich es, als ich mich gegenüber meiner Frau, meinem Sohn und den ersten im familiären und befreundeten Umfeld erzählt habe, was in mir vorgeht. Da stand für mich auch ein gewisser Zwang dahinter.
Inzwischen empfinde ich es eher als Information, dass ich denjenigen, mit denen ich regelmäßiger zu tun habe, erzähle, was es für Gründe hat, warum ich halt nicht mehr so, wie bisher von mir gewohnt oder erwartet, auftrete. Für mich persönlich hat es den Vorteil, dass ich weiss, meinem Umfeld die Informationen gegeben zu haben, die mein verändertes Auftreten verursachen. Dadurch wird für mich das Ausleben meiner, jetzt nach außen sichtbaren, Seite einfacher.
Nachdenklich, Diana.
Ich bin und bleibe ich.
Und ... genieße mein neues Leben.
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Marlene K.
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Re: Outen?
Ich bin mal gespannt, wann die queere Gemeinschaft so einen vollen Fettagskalender hat wie diese große Organisation mit den Männern in langen Gewändern, die katholische Kirche mit ihren Namenstagen...
https://queer-lexikon.net/queerer-kalender/
IDAHOT
CSD
TDR
Mir fällt auf, dass viele Tage amerikanischen Ursprungs sind, dabei sind die doch eher puritanisch protestantisch, also pietkong, also feierfeindlich...
Marlene
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
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Bea Magdalena
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Re: Outen?
Hallo Christine, hallo an alle,
Deine Frage, warum nur wir uns outen müssen, finde ich mega gut!
In mir drängt sich da eine weitere Frage auf: die sogenannten "Schubläden" in die wir einsortiert werden und in die wir andere einsortieren.
Dienen diese Schubläden wirklich nur dem sortieren?
Oder ist es vielleicht so, dass wir (alle) durch diese Sortierung normiert werden sollen?
Nachdenklich
Bea
Deine Frage, warum nur wir uns outen müssen, finde ich mega gut!
In mir drängt sich da eine weitere Frage auf: die sogenannten "Schubläden" in die wir einsortiert werden und in die wir andere einsortieren.
Dienen diese Schubläden wirklich nur dem sortieren?
Oder ist es vielleicht so, dass wir (alle) durch diese Sortierung normiert werden sollen?
Nachdenklich
Bea
ich bin keine Frau, leider
und werde bedauerlicherweise auch nie eine Frau (100%) werden können.
Aber: ich fühle mich als Simulation einer Frau und dabei bin ich mega glücklich!
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Aber: ich fühle mich als Simulation einer Frau und dabei bin ich mega glücklich!
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Michi
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Re: Outen?
Hallo zusammen,
ich finde den "Vorgang" Outing durchaus diskriminierend, weil man sich als outende Person, aus welchen Gründen auch immer, durch von innen oder außen kommende Zwänge genötigt sieht, in einer konzentrierten Aktion recht genau erklären zu müssen, wie man sich fühlt, was man empfindet, was man liebt, und das nur, weil die Allgemeinheit sehr eingeschränkte Vorstellungen hat, wie ein Mensch sein kann, es ihr an Vorstellungskraft und Einfühlungsvermögen mangelt, dass Menschen nicht in Schablonen gepresst werden sollten, und man jeden einfach so sein lässt, dass sich niemand erst vor den anderen großartig erklären und rechtfertigen muss.
Liebe Grüße
Michi
ich finde den "Vorgang" Outing durchaus diskriminierend, weil man sich als outende Person, aus welchen Gründen auch immer, durch von innen oder außen kommende Zwänge genötigt sieht, in einer konzentrierten Aktion recht genau erklären zu müssen, wie man sich fühlt, was man empfindet, was man liebt, und das nur, weil die Allgemeinheit sehr eingeschränkte Vorstellungen hat, wie ein Mensch sein kann, es ihr an Vorstellungskraft und Einfühlungsvermögen mangelt, dass Menschen nicht in Schablonen gepresst werden sollten, und man jeden einfach so sein lässt, dass sich niemand erst vor den anderen großartig erklären und rechtfertigen muss.
Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Sahara65
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Re: Outen?
Sollten, im eigenen Interesse und der der Anderen.Christine DarkJoker hat geschrieben: Sa 11. Jul 2020, 06:42 Warum müssen wir uns zu unserem Geschlecht oder Sexualität outen?
Im Nachhinein wurde mir erzählt das man über mich geredet hat, ich wurde in Frauenkleidung gesehen usw usw.
Durch mein outen ist soweit alles klar, jede und jeder weiß bescheid.
Es entstehen auch Unsicherheiten der Anderen.
Heute wird wir kaum noch geredet bis auf die die es nicht besser wissen, neugierige fragen auch.
Themen über uns die sie interessieren.
Geschadet hat es mir nicht.
Außerdem bin ich wesentlich selbstsicherer.
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lilly.fae
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Re: Outen?
Hallo Bea Magdalena,Bea Magdalena hat geschrieben: So 12. Jul 2020, 08:37 In mir drängt sich da eine weitere Frage auf: die sogenannten "Schubläden" in die wir einsortiert werden und in die wir andere einsortieren.
Dienen diese Schubläden wirklich nur dem sortieren?
Oder ist es vielleicht so, dass wir (alle) durch diese Sortierung normiert werden sollen?
Wer sortiert hier irgendwen, irgendwo ein ? Wohl nur die die sich einsortieren lassen wollen. Ich kenne soviele Querdenker und Freigeister, welche garantiert in keine Schublade passen. Auch ich lasse mich sicher nirgendwo einsortieren oder Abstempeln. Ich bin so vielfältig das man wahrscheinlich alleine Für mich schon einen "Aktenschrank bräuchte"
Schubladendenken ist Megaout ! Aber für Schubladendenker hab ich sicher noch eine Schublade übrig !
LG Lilliane
***** Lilliane Fae ****** Kurz : Lilly für Freunde Lillyfee
Ich bin eine liebevolle Frau, die mehr gibt als sie nimmt.....
Falls ihr Tipp und Rechtschreibfehler findet, dürft ihr sie gerne behalten. Ich habe noch genug davon.
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Jaddy
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Re: Outen?
Wäre schön, wenn das freiwillig wäre, ist es aber nicht. Es ist wie Bea Magdalena schrieb: Wir werden permanent von anderen "gelesen" und danach einsortiert, anhand ihrer Vorurteile, nicht unserer Pläne. Da können wir für uns so komplex und vielfältig sein, wie wir wollen.lilly.fae hat geschrieben: Di 14. Jul 2020, 19:12Wer sortiert hier irgendwen, irgendwo ein ? Wohl nur die die sich einsortieren lassen wollen.
Und wir selbst sortieren andere auch permanent ein. Selbst wenn wir uns bestimmte Zuordnungen absichtlich abgewöhnt haben. Es bleiben genug übrig.
Und damit kommen die Zuschreibungen.
Beispiel: Ich stand an der Supermarktkasse, wuchtete einen 6pack 1,5l Flaschen auf das Band. Kassierer"¢in: "Ach sie arme, dass sie sich so abschlepen müssen". Ich bin 1m88, habe breite Schultern, sehe nicht schmächtig aus. Männlich gelesen wäre sicher kein Kommentar gekommen.
Und jetzt rate mal, welche Kompetenz mir weiblich gelesen in der Autowerkstatt zugeschrieben wird...
tl;dr die Schubladen, an denen ich mich reibe, sind vor allem die, in die andere mich stecken wollen. Weil sie von meinen Kommoden gar keine Ahnung haben.
Dagegen hilft bei mir leider nur oft und offensiv zu deklarieren, erklären und korrigieren.
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ExuserIn-2022-05-28
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Re: Outen?
Ein Outing ist zumindest im beruflichen Umfeld bei Trans*-Frauen sinnvoll, wenn sie auch auf der Arbeit im Identitätsgeschlecht auftreten wollen. Da n vielen Firmen bei Kundenkontakt ein Dresscode besteht kann sonst die Abmahnung und Kündigung drohen. Hier dann als Trans*Frau zu sagen: Der Chef wird schon merken, dass ich eine Frau bin wenn ich im Kleid komme ist so ziemlich die schlechteste aller Möglichkeiten. Im Bereich Homosexualität ist es allerdings durchaus ok sich gar nicht zu outen.
LG Chrissie
LG Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.