Probleme Inter- und Transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Gesundheitliche Grundversorgung
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Marlene K.
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Probleme Inter„ und Transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Gesundheitliche Grundversorgung

Post 1 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Gestern, am 10.03.2020 war im Sonntagsclub in Berlin eine für mich interessante Veranstaltung.
Dort stellte sich ein Projekt der Fachhochschule Dortmund vor, dass sich mit den Erfahrungen Intersexueller und Transexueller Menschen in der allgemeinen Gesundheitsfürsorge und deren Auswirkungen auseinandersetzt.
https://www.fh-dortmund.de/de/fb/8/fors ... _start.php
Diskriminierungen von inter- und transgeschlechtlichen Personen in der Gesundheitsversorgung beeinträchtigen die Versorgungsqualität und stellen eine Barriere für diese Personengruppen im Versorgungszugang dar. Das vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Projekt "InTraHealth" unter Leitung von Prof. Dr. Gabriele Dennert und in Kooperation mit der TH Köln und den Kliniken Köln wird diese Diskriminierungen durch Sensibilisierung von Fachkräften abbauen und so die bedarfsgerechte Inanspruchnahme der Gesundheitsversorgung sowie die Versorgungsqualität und -zufriedenheit fördern.
Wer von Euch hat Erfahrungen mit diesem oder ähnlichen Ansätzen?
Wie sind Eure Erfahrungen mit der allgemeinen Gesundheitsversorgung abseits von den Problemen der wie auch immer ausgestalteten Transition?
Wie vermeidet Ihr negative Erfahrungen in der Arztpraxis und im Krankenhaus und wie wurdet Ihr aber auch angenehm aufgenommen und überrascht?

Was für Möglichkeiten seht Ihr, eine solche Erhebung von Daten und Erfahrungen in Poplitisches Handeln und Forderungen umzusetzen?
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

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Ulrike-Marisa
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Re: Probleme Inter„ und Transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Gesundheitliche Grundversorgung

Post 2 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

ich denke, das hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Wer rechtlich anerkannt ist mit Namensänderung dürfte weniger Probleme bekommen, richtig angesprochen und behandelt zu werden. Nach GaOp noch viel mehr, da sollte alles klappen. Bei mir ohne rechtliche Namensänderung sieht das anders aus. Die Versichertenkarte entscheidet, bzw. teilweise kommt der dgti-Ausweis zum Einsatz. Es klappt eigentlich ganz gut mit der Ansprache, z.T. wird's einfach ignoriert, weil der Kartenname als ausschlaggebend angesehen wird. Ich kann damit leben und es greift mich nicht persönlich an, wenn es nicht klappt. Die medizinische Leistung ist in meiner Situation m.E. wichtiger. Anders dürfte es aussehen, wenn eines Tages Pflegethemen auf der Tagesordnung stehen - davor graust mir auch vor Altersheimen; aber da muss ich dann sehen... Ich glaube, dass es bisher noch keine Richtlinien für die korrekte Behandlung von Transpatienten im medizinischen Alltag gibt. Da ist wohl immer noch individuelle Vorgehensweise die Regel. Da kann sich in Zukunft vielleicht doch ändern, zumindest beschäftigt sich schon mal jemand wissenschaftlich mit der Aufarbeitung der Thematik, die bestimmt nicht leicht zu erfassen ist, um eine Gleichbehandlung alles Menschen im Gesundheitswesen zu erreichen.

Grüße, Ulrike-Marisa
Marie-Elle
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Re: Probleme Inter„ und Transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Gesundheitliche Grundversorgung

Post 3 im Thema

Beitrag von Marie-Elle »

Hi,

ganz kurzer Erfahrungsbericht (auch schon mal im geschlossenen Trans-Bereich des Forum geschrieben):
VäPä schon lange durch. GaOP nicht. Hätte Hilfe in einer psychosomatischen Klinik gesucht.
Herrenzimmer, Frauenzimmer tabu. Verstehe und akzeptiere ich! Sensibler Bereich. Sollte in Einzelzimmer. Wahlleistung.
Gesetzliche Krankenkasse zahlt dies nicht, Klinik auch nicht.
Schwarzer Peter wurde auf mich geschoben. Es ging um knapp 6000 Euro für 10 Wochen Aufenthalt nur für das Zimmer.
Ich habe abgelehnt. Wäre es etwas unaufschiebbares/akutes gewesen, hätte ich wohl in den sauren Apfel beißen müssen.
Als ich nachfragte, wenn ich das Geld aufbringen würde, ob es dann besser ausschauen würde: oh, müssen wir klären,
muss ich erst noch mit anderen Kollegen besprechen, ich passe vielleicht nicht in deren Patienten-Gruppen, ...
Scheint so als wollte man mich einfach nicht haben.

Ich war aber auch schon in einer anderen Klinik, wo dies kein Problem war und ohne Probleme ging.
Ich wurde dort zuvorkommend und menschlich behandelt.

Bei allen lokalen Ärzten (egal welcher Richtung) bisher keine größeren Probleme gehabt. Alle Erfahrungen positiv.

Schöne Grüße,
Marie
Marlene K.
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Re: Probleme Inter„ und Transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Gesundheitliche Grundversorgung

Post 4 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Ulrike-Marisa hat geschrieben: Mi 11. Mär 2020, 10:48 Moin,

ich denke, das hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Wer rechtlich anerkannt ist mit Namensänderung dürfte weniger Probleme bekommen, richtig angesprochen und behandelt zu werden.
...

Grüße, Ulrike-Marisa
Liebe Ulrike-Marisa,
gestern wurde gesagt, dass es keine nennenswerte Erhebung im deutschsprachigen Raum gibt und sich die Macher so, bis zu einer Umfrage im Mai 2020, vorwiegend auf englischsprachige Literatur hierzu stützen.

Aber die angemerkten Problemfelder gaben mir zu denken. Dazu muss ich sagen, dass ich mit meinem Hausarzt, meiner Zahnarztpraxis, meiner Psychaterin und meinem Psychotherapeuten trotz fehlendem DGTI-Ausweis nur gute Erfahrungen und wohlwollendes Nachfragen erfahren habe.

In der Literatur und in Erzählungen habe ich allerdings von übergriffigen Untersuchungen im Muster Betrachtung der Geschlechtsteile bei einer Erkältung oder der Weigerung, das persönliche Sein in Anrede und Behandlung bis hin zum Zwangsouting gelesen und gehört.

Hierbei sind nicht nur die feindlichen Verhalten sowohl von Arzt wie auch Pfleger*innen nicht das alleinige Problem sondern die daraus entstehenden Ängste. Hierdurch könnten benötigte Untersuchungen vermieden und Behandlungen hinausgezögert werden. In der englischsprachigen Literatur sind genau diese Effekte beschrieben worden.
Wie sieht es, gerade bei intersexuellen, aber auch bei transidenten Menschen ohne normangleichende Operation bei der Wahl des Krankenzimmers aus und was macht dies mit den Betroffenen?

Ich weise hier darauf hin, dass ich bewusst den Begriff normangleichende Operation für die kosmetische Behandlung, die hier sonst geschlechtsangleichende Operation genannt wird gewählt habe. Beide Begriffe sind stimmig, je nach dem gewählten Zusammenhang.
Für intersexuell Kinder ist die Zwangsoperation, die trotz des Verbots immer noch die Regel ist schlicht eine normangleichende Operation. Wenn ich mich dieser Operation unterziehen würde, würde dies mehr auf Druck der Gesellschaft passieren als aus einem Leidensdruck aus meinem Inneren, wäre als ebenfalls normangleichend. Das ist für viele andere Transexuelle Menschen deutlich anders und die Operation dient der Angleichung ihres Körpers an ihr Geschlecht so wie sie es für richtig empfinden.

Entschuldigt die etwas ungelenke Erklärung von mir, die nicht unbedingt zu der Frage, die ich hier aufgeworfen habe, gehört. Ich will so nur Verletzungen vermeiden und bei dem Kern des Themas bleiben.
Marlene

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Anne-Mette
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Re: Probleme Inter„ und Transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Gesundheitliche Grundversorgung

Post 5 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

auch im Norden (Hamburg) steht das Thema auf dem Plan. Ende März findet eine Veranstaltung statt, zu der ich schon einmal etwas gepostet hatte: viewtopic.php?p=270828#p270828

Gruß
Anne-Mette
Marlene K.
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Re: Probleme Inter„ und Transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Gesundheitliche Grundversorgung

Post 6 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Anne-Mette hat geschrieben: Mi 11. Mär 2020, 11:23 Moin,

auch im Norden (Hamburg) steht das Thema auf dem Plan. Ende März findet eine Veranstaltung statt, zu der ich schon einmal etwas gepostet hatte: viewtopic.php?p=270828#p270828

Gruß
Anne-Mette
Danke, liebe Anne-Mette,
habe ich übersehen. Aber genau diesen Vortrag mit Herrn Saalfeld haben wir gehört. Dafür möchte ich heftig die Werbetrommel rühren... (cow) (cow) (cow) , insbesonder für (nurse)
Marlene

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Re: Probleme Inter„ und Transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Gesundheitliche Grundversorgung

Post 7 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Das macht doch nichts, je mehr über das Thema gesprochen und geschrieben wird, desto besser.

Selbst in meinem Redebeitrag zum Frauentag hatte ich das Thema untergebracht

Intersexuelle Menschen und transsexuelle Menschen sehen sich einer mangelhaften medizinischen Versorgung ausgesetzt; denn viele Behandlungen und Untersuchungen harmonieren nicht mit dem eigenen Geschlecht, weil z.B. ein Mann mit Periode bei FrauenärztInnen auf Ablehnung und Unverständnis treffen kann, ebenso wie eine Frau, die in einer urologischen Praxis eine Prostata-Untersuchung vornehmen lassen muss.
Hier sind Nachbesserungen in medizinischen Behandlungsplänen ebenso erforderlich wie Information und Fortbildungen für medizinisches Personal.


und in den Forderungen:

Deshalb unterstützt bitte die Forderung: Weg mit der Zwangsgutachterei und her mit der Gewährleistung einer menschenorientierten, ja menschlichen Behandlung und Begleitung ohne Zwänge!

Ich konnte es nur anreißen, aber immerhin...

Gruß
Anne-Mette
Doreen
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Re: Probleme Inter„ und Transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Gesundheitliche Grundversorgung

Post 8 im Thema

Beitrag von Doreen »

Moin,

ja, ich kann auch was dazu sagen.

letztes Jahr waren meine Frau und ich unterwegs um Besorgungen zu tätigen.
Als Insulipflichtiger Diabetiker hatte ich zu Hause noch meine Einheiten gespritzt, danach müsste ich eigentlich etwas essen.
Da wir irgendwo was zu uns nehmen wollten, zog sich das etwa anderthalb Stunden hinaus.
Während unserer Einkäufe wurde mir schummrig vor Augen und schwindelig.
Danach fehlt mir jegliche Erinnerung, ich bin ohnmächtig geworden und fiel aus dem Stand in den Zuckerschock.
Meine Frau und ein paar Passanten versuchten alles um zu helfen sie konnen mich vor einen Sturz so gerade noch aufhalten.

Naja, ich wurde in einem Krankenhaus nach drei Stunden langsam wach und wusste nicht wieso und warum ich hier lag.
Meine Frau war nicht im Zimmer, sie war inzwischen zu Hause und packte Sachen für einen Krankenhausaufenthalt zusammen.
Da ich dringend zum WC musste bin ich leicht taumelnd und benommen zum Badezimmer gegangen und stellte fest das ich halb entkleidet war
und so ein Krankenhaushemd trug. Darunter wie meisst immer einen BH, ein Damenhöschen und Strapsgürtel mit Seidenstrümpfen. (Also die gesamte weibliche Palette)

Ab jetzt verstand ich langsam was geschehen war und mir wurde heiß und kalt zusammen, im Spiegel sah ich mein knallrot angelaufenes Gesicht.
Ich zog ganz eilig die Frauenunterwäsche aus, packte sie in den Nachttisch und harte der Dinge die da kommen.
Kurz darauf kam eine Krankenschwester ins Zimmer freundlich und lächelnd und meinte nur "Na wieder da?" (also zurück im Leben)

Ich wusste vor Scham nicht wo ich hinschauen sollte, ich konnte der Frau nicht ins Gesicht schauen, so sehr war mir das peinlich.
Nun ja, man hatte mich ja entkleidet in Männersachen und darunter war war ich weiblich.

Nach einer Woche Behandlung verließ ich wieder die Klinik, niemals hatte ich während des Aufenthaltes das Gefühl irgendwie anders behandelt worden zu sein,
im Gegenteil, alle waren freundlich und nett, das Thema wurde nie kommuniziert, Ärzte und Pfleger ließen sich nichts anmerken, nur ich hatte das Problem
das ich als Damenwäscheträger den Supergau erlebte und ohne Besinnung schon im Rettungswagen freigemacht wurde um medizinische Geräte anschließen zu können.

LG Doreen :oops: :oops: :oops:
Marlene K.
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Re: Probleme Inter„ und Transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Gesundheitliche Grundversorgung

Post 9 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Doreen hat geschrieben: Mi 11. Mär 2020, 11:55 Moin,

ja, ich kann auch was dazu sagen.
Danke, dass du als erstes einen ermutigenden Bericht einstellst. (dr)

...und die "Crossdresser" mit einführst.
Marlene

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Kathi87
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Re: Probleme Inter„ und Transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Gesundheitliche Grundversorgung

Post 10 im Thema

Beitrag von Kathi87 »

Liebe Doreen,

ich freue mich das du ein so gutes Gefühl hattest und so sollte es auch sein. Mann nennt es Professionalität und wir im Rettungsdienst und in der Notaufnahme können von definitiv schlimmeren Berichten. Da ist so eine "Überaschungsverpackung" gar nichts großes.

Zum Thema.:
Ich bin bisher nur ein wenig auf Misstrauen beim Gynäkologen gestoßen als ich ganz am Anfang jemanden für die HRT gesucht habe. Ich wusste von meiner Frau das die Praxis auch eine andere Frau begleitet, als ich angerufen haben wurde erstmal kritisch gefragt warum ich als Mann zum Gynäkologen möchte, traurig das sie erstmal die Chefin fragen musste und dann war es doch ganz einfach.

Als ich letztens im Krankenhaus war, hatte ich ein Einzelzimmer bekommen, ich habe dann gefragt ob das wegen mir extra so geplant wurde, will keine extra Wurst, Antwort Herrenzimmer fällt grundsätzlich aus und auf die anderen Damen waren in einem etwas höheren alter(Demenz) oder pflege Pflichtig, das sie mir das mit meinen jungen Jahren nicht an tun wollten. Sonst nie Probleme, bei der Truppengynäkologien ohne Probleme einen Termin bekommen ohne Nachfragen usw.

Liebe Grüße
Kathi
Es ist besser, für das was man ist, gehasst,
Als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden.
Doreen
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Re: Probleme Inter„ und Transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Gesundheitliche Grundversorgung

Post 11 im Thema

Beitrag von Doreen »

Danke liebe Marlene und liebe Kathi,

ok, es war für mich eine peinliche Situation letztes Jahr, ich bin heilfroh dass meine Frau dabei war
und mich eventuell hätte vor eventuellen Fragen verteidigen können, sie fuhr mit im RTW und hat mitbekommen
wie die Erstbehandlung verlief, niemand hatte irgendwie irritiert und fragend zu ihr geschaut als man mich im Brustbereich freimachte.

Auf meine spätere Frage hin, wie denn die Rettungssanitäter reagierten als der BH zum Vorschein kam, antwortete meine Frau nur, "Nichts".
Sie sagte auch dass sie das Gefühl hatte die haben versucht ihr den Anblick zu ersparen den eigene Mann im BH zu sehen, die können ja nicht wissen
das ich vor meiner Frau schon 25 Jahre lang goutet bin.

Übrigens lag ich alleine am Einlieferungstag im Krankenzimmer, es war ein Zweibettzimmer, erst am späten Nachmittag kam ein Mann hinzu.
Vielleicht wollte man mich auch da nicht der Peinlichkeit aussetzen und mich vor den Blicken der Zimmernachbarn
schützen als ich noch nicht erwacht war, ich kann`s nicht sagen.

Ich habe gute Erfahrungen gemacht als eingelieferter Crossdresser im Krankenhaus. (Natürlich habe ich während des Aufenthaltes nichts weibliches
angehabt und war mehr oder weniger auf Entzug, nicht einmal eines meiner geliebten Nachthemden konnte ich tragen)

Habe ich auch überlebt!

LG Doreen
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Re: Probleme Inter„ und Transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Gesundheitliche Grundversorgung

Post 12 im Thema

Beitrag von JuLa67 »

Hallo ihr lieben Menschen,
bei meinen ÄrztInnen bin ich soweit geoutet.
Aktuell bei der Aufnahme zur Korrektur OP habe ich im Fragebogen, ob männlich oder weiblich ganz klar w angekreuzt. Dann wurde mir bewusst, dass ich ja noch eine Prostata habe und ich ja auch am Harnausgang operiert werde. Da habe ich zusätzlich das Kreuz bei, ich bin mir nicht sicher gemacht, um das eventuell aufklären zu können. Der Narkosearzt hatte aber diesbezüglich keine Fragen. Da ich auf seinem Bogen auch was von GAOP gelesen hatte, war ich beruhigt, dass er nicht nachfragte. Der Hintergrund war ihm und der Klinik ja klar.

Müsste ich mal in eine "normale" Klinik, würde ich wohl darauf hinweisen, falls es mal zu einem Notfall kommt.
Da stellt sich mir die Frage, wie wichtig diese Information überhaupt ist? Müsste die in einem Notfallausweis stehen?
Mal mit den Ärzten darüber reden...

Liebe Grüße
Larissa

P.S.: Corona ist insoweit hier in der Klinik angekommen, dass keine dringenden OPs mehr durchgeführt werden bis auf weiteres.
Mit meiner Augenlidstraffung war ich mittags die letzte im OP. Der Rest wurde vertröstet.
Nach den Wolken kommt die Sonne - Alain de Lille
Glück ist, nicht mehr zu wollen als man kann, und nicht zu müssen, was man nicht will - Judy Parker
Wenn du schnell gehen willst, gehe alleine. Wenn du weit gehen willst, gehe mit anderen. -aus Afrika
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Re: Probleme Inter„ und Transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Gesundheitliche Grundversorgung

Post 13 im Thema

Beitrag von NikolaAusR »

Hallo ihr Lieben,

ich hab mich dunkel erinnert, vor ein paar Jahren etwas hinsichtlich der EBM für Urologen gelesen zu haben.

Meine Recherchen haben den 1.7.2017 für die Neuregelung bei Inter- und Trans* Menschen ergeben.
Die damalige Mitteilung (ausgerechnet in der Ärtzezeitung, einem Springer-Medium) ist leider geschützt / med.- Menschen vorbehalten.
https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft ... 98432.html

In der EBM, veröffentlicht von der KBV liest sich die aktuelle Regelung so:
https://www.kbv.de/media/sp/EBM_Urologe_20200101_V1.pdf
4.2.1 Abrechnung geschlechtsspezifischer Gebührenordnungspositionen
Geschlechtsspezifische Gebührenordnungspositionen mit geschlechtsorganbezogenem Inhalt sind bei Intersexualität oder Transsexualität entsprechend dem geschlechtsorganbezogenen Befund (z. B. bei Vorliegen von Testes, Ovarien, Prostata) unabhängig von der personenstandsrechtlichen Geschlechtszuordnung berechnungsfähig. Entspricht der geschlechtsorganbezogene Befund bei Intersexualität oder Transsexualität Gebührenordnungsposition(en) nicht der personenstandsrechtlichen Geschlechtszuordnung, sind geschlechtsspezifische mit geschlechtsorganbezogenem Inhalt mit einer bundeseinheitlich kodierten Zusatzkennzeichnung zu versehen. Als Begründung ist der ICD-10Kode für Intersexualität oder Transsexualität anzugeben. Bei Vorliegen der Kennzeichnung "X" für das unbestimmte Geschlecht oder der Kennzeichnung "D" für das diverse Geschlecht auf der elektronischen Gesundheitskarte ist keine kodierte Zusatzkennzeichnung anzugeben. Für Patienten gemäß Satz 1. und 2. dieser Bestimmung ist bei Urethro(zysto)skopien die Gebührenordnungsposition 08311 oder 26311 bei überwiegend interner Lage der Urethra und einer Urethralänge bis zu 8 cm zu berechnen. Bei einer Urethralänge von mehr als 8 cm und/oder nicht überwiegend interner Lage der Urethra ist die Gebührenordnungsposition 26310 zu berechnen.
Geschlechtsspezifische Gebührenordnungspositionen ohne geschlechtsorganbezogenen Inhalt (z. B. Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen nach den Gebührenordnungspositionen 01747 und 01748) sind bei
Intersexualität oder Transsexualität auch dann berechnungsfähig, wenn die personenstandsrechtliche Geschlechtszuordnung nicht der Geschlechtszuordnung der Anspruchsberechtigten entspricht, sofern eine medizinische Begründung einschließlich des ICD-10-Kodes für Intersexualität oder Transsexualität angegeben wird. Die geschlechtsspezifische(n) Gebührenordnungsposition(en) ohne geschlechtsorganbezogenen Inhalt sind mit einer bundeseinheitlich kodierten Zusatzkennzeichnung zu versehen.
Wer trans* sagt muss auch cis sagen

Klar definier ich mich binär :-)
01000110 % weiblich
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Re: Probleme Inter„ und Transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Gesundheitliche Grundversorgung

Post 14 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Ging mir ähnlich, wie bei den schon beschriebenen posts. Vor einigen Wochen wurde bei mir ein Basaliom (mehrere im Gesicht und Nacken) festgestellt. Die Hautärztin überwies mich in die städt. Klinik in Landshut mit dem Hinweis, dass ich eine Transsexuelle Frau sei. In der Klinik bekam ich ohne weiteres ein Einzelzimmer und die Op mit den ganzen Nachuntersuchungen wurden von den Ärzten dort super verrichtet. Ich wurde behandelt wie jede andere Frau auch; ebenso als Frau angesprochen. Also keinerlei Probleme für mich als TS Frau.
Nach zwei Tagen dann Entlassung mit den besten Wünschen für meinen Lebensweg.
LG Christina
Marlene K.
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Re: Probleme Inter„ und Transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Gesundheitliche Grundversorgung

Post 15 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Passend zu diesem Thema und zur Covid-19 Pandemie unterstützt die DGTI eine Studie

https://transcarecovid-19.com/
Wir bitten um Teilnahme an dieser Studie (Deutsch / English) , an deren Konzept wir uns beteiligen konnten-
Please participate in this study, which has been designed with our contribution.
Das Zitat ist von Petra Weitzel von der DGTI
Marlene

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