Jasmine hat geschrieben: Do 27. Feb 2020, 10:53
Inga hat geschrieben: Do 27. Feb 2020, 10:23
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Hallo, Jasmin,
Die Zustände in den Krankenhäusern bekämpft man doch nicht dadurch, dass den Patienten das Sterben leicht verfügbar gemacht wird, sondern dass endlich mehr ausgebildet wird, aus den Jobs der Stress heraus genommen wird, mehr Stellen geschaffen und besetzt werden, bessere Löhne etc. bezahlt werden und der erzeugte Renditedruck heraus genommen wird. Da waren die letzten zwanzig Jahre durchaus von Fehlentwicklungen geprägt (und manche wollen es so weiter treiben). Da sehe ich Gesellschaft und Politik jetzt auch moralisch gefordert.
Liebe Grüße
Inga
Hallo Inga,

Jasmine bitte mit e. Danke
Ich stimme dir grundsätzlich zu. Wie wäre es wenn es nur noch eine gesetzliche Krankenversicherung gäbe in die alle einzahlen? Also auch Beamte, Politiker usw. Damit hätten wir meiner Meinung nach keine 2 Klassenmedizin. Der Turbokapitalismus zeigt schon sonderbare Blüten. Bei uns im Landkreis gibt es Krankenhäuser die machen nur noch Knie- und Hüftoperationen. Warum wohl? Schafft nicht unsere Gesellschaft, Lobbyisten und Politik die Zustände wie sie jetzt sind? [...]
Liebe Grüße Jasmine
Hi Jasmine,
auch hier kann man sich mittels dem Internet weiterbilden, z.B. wenn man nach "Fallpauschale" sucht bekommt man die Antwort auf die 'sonderbaren Blüten';
Zitat von z.B. Wikipedia: "[..]erfolgt bei Fallpauschalen die Vergütung von medizinischen Leistungen pro Behandlungsfall."
Wenn man dann noch weiss dass die Behandlungsverläufe von Knie- und Hüft OPs in der Regel ohne Komplikationen verlaufen, daher die Patienten eher früher als später entlassen werden können, dann kommt man hinter das Geschäftsmodell der Kliniken und weiss, warum im Jahr 2004 diese Gesetzesänderung beschlossen wurde. Hier geht es um große Summen die man verdienen kann. Einen weiteren Hinweis darauf bekommt man wenn man nach "Zeit pro Patient" googelt, schließlich ist bei den Fallpauschalen der Gewinn umso höher, je mehr Patienten pro Tag versorgt werden können.
Gut, das war jetzt mal die gesetzliche Situation, die die (unsere) Politik beschlossen hat.
Die Gesellschaft (also wir alle) können das natürlich ändern wenn uns das nicht gefällt. Ein Teil dieser Änderung wurde gestern auch von den Verfassungsrichtern in Gesetz gegossen, wofür zu danken ist. Damit das so bleibt, muss nun jede*r seine*n Teil dazu beitragen, und z.B. auf die innigen Verflechtungen z.B. zwischen Kirche (Seelsorge) und Diakonie (Pflege) aufmerksam machen, denn z.B. der Diakonie (der Kirche) würde das Geld ja am Ende fehlen falls der zu Pflegende selbstbestimmt 'nein' sagt und geht.
Sorry, bin ziemlich nüchtern und betriebswirtschaftlich geworden bei so einem emotionalen Thema, aber trotzdem liebe Grüße,
Ute