Aria hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 19:32
Die haben so lange damit kein Problem, bis es sie selber tangiert.
Dann stellt sich nämlich wirklich heraus, wer dem gegenüber tolerant und wer nur scheinbar tolerant ist.
Ähnliches kann man auch beim Thema Ausländerfeindlichkeit beobachten. Da heisst es ja auch immer so schön: "So lange die mich in Ruhe lassen, lass ich die auch in Ruhe!"
Aber wehe, es geht um was, da stellt sich ganz schnell heraus, wie es mit der Nächstenliebe bestellt ist.
Zum Thema Scheintoleranz kann ich aber noch folgendes einwerfen. Meine Ex hält sich für die toleranteste Person überhaupt. Jedoch nur bis vor ihre eigene Haustür. Das unterstelle ich ihr nicht, das hat sie selbst mal gesagt. Und wie sie, denken ziemlich viele Leute, habe ich festgestellt. Deswegen kann ich auch guten Gewissen sagen, dass es das Gros der Gesellschaft betrifft.
Hallo Aria,
da möchte und muss ich Dir absolut Recht geben, genauso sehe / empfinde ich das auch.
Da ist es vollkommen egal, um welchen Lebensbereich es geht, tolerant reden ist die eine Sache, tolerant SEIN eine ganz andere Nummer - da geht es dann nämlich, genau, wie Du sagst, ans Eingemachte, an die eigene Komfortzone und ganz individuelle und persönliche Grenzen. Da nehme ich mich überhaupt nicht aus und würde mich da genauso einschätzen, wie Deine Ex. Ich halte (hielt) mich auch für einen total toleranten und aufgeschlossenen Menschen, bis ich dann feststellen musste, dass meine Toleranz auch schnell ein Ende haben kann, wenn es mich wirklich direkt betrifft.
Aber - und da will ich mich ja auch mal selber loben

- das ist ja nichts, woran man nicht arbeiten kann und was man nicht lernen kann.
Und so viel, wie in den letzten Monaten (seit dem Outing meines Partners) habe ich in vielen vielen Jahren davor nicht gelernt!
Auf einmal stellt man fest, dass es um die eigene Toleranz dann doch nicht so ganz rosig bestellt ist....dann ist halt die Frage, bekommt man und lässt man sich selbst aber auch die Zeit, vielleicht seine "Einstellungen" zu hinterfragen und ggf auch zu ändern.
Da hat auch jeder ein eigenes Tempo und eine ganz individuelle Bereitschaft, die es ebenso zu tolerieren gilt.
Der Vergleich mit Ausländerfeindlichkeit ist gar kein schlechter ....da ist es ja auch oft so, dass man erstmal gewisse "Vorurteile" hat, die einem vielleicht als solches gar nicht unbedingt bewusst sind, aber wenn man dann konfrontiert wird und dadurch vielleicht einen "Ausländer" auch persönlich kennenlernt und etwas über seine Kultur, seine Hintergründe und Beweggründe lernt, kann das den Horizont erheblich erweitern und man "lernt" Stück für Stück, was Toleranz eigentlich wirklich bedeutet.
Also ich stimme Dir da zu, dass das den Gros der Gesellschaft betrifft -empfinde ich auch so...so sind die Menschen, auch wenn sie über das Universum Reden schwingen können, tatsächlich leben sie eben doch nur in ihrer eigenen kleinen Welt...
In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Tag
Carry
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"