Michaela_mit_a hat geschrieben: Mo 11. Nov 2019, 11:03
Auch wenn ich selbst keine suizidalen Gedanken hatte, kann ich nun ein bisschen nachvollziehen, warum es manche in diesen emotionalen Morast zieht.
Hallo Michaela,
genau so habe ich das vor Jahren nach einer Trennung empfunden und hier irgendwo auch gepostet. Allerdings waren meine Kinder nicht involviert, da sie zu dieser Zeit bei meiner Ex-Frau, von der ich schon ein paar Jahre geschieden war, lebten. Das wichtigste für mich war es, wieder auf die Beine zu kommen. Im Rückblick haben mir zwei Strategien geholfen.
Die eine war, die dunklen Gedanken, ich habe sie dunkle Wolken genannt, mit sportlichen Aktivitäten zu vertreiben. Damit kann man sehr gut die Stresshormone abbauen, die diese dauerhafte Stresssituation hervor rufen. Ich bin einfach
sofort bei dem ersten Annähern der dunklen Wolken eine halbe Stunde joggen gegangen. Egal, welche Tageszeit oder Wetter draußen war. Das hat bei mir Wunder gewirkt, leider nur für ein paar Stunden, aber für einen Schlaf hat es gereicht.
Die andere Strategie war eher längerfristig wirksam. Ich habe gelernt, mich von Situationen fern zu halten, wenn sie mir nicht gut tun. Das lässt sich in einer Trennung nicht immer vermeiden, richtet die Gedanken aber für die Zukunft aus. Dazu musste ich erst einmal lernen, was für mich gut ist. Das ist nicht selbstverständlich, denn man ist in Routinen und Denkgewohnheiten verhaftet. Was ich aber gebraucht habe, war eine Neuausrichtung meines Lebens, um genau die Denkgewohnheiten hinter mir zu lassen. Dazu habe ich mir morgens nach dem Aufwachen Situationen vorgestellt, die mir definitiv gut tun. Die Gefühle, die dabei entstehen sind der Kompass für meine Aktivitäten.
Ich habe das konsequent umgesetzt und nach ca. 3 bis 4 Monaten war ich wie ausgewechselt. Mein Leben wurde wieder strahlend, die Schwäche, die ich meiner depressiven Phase hatte war wie weg geblasen. Mein Arzt, zu dem ich wegen einer Vorsorgeuntersuchung ging, hat mir physisch gute Werte bescheinigt. Ich war offen für Neues. Nach meiner Ehe ein paar Jahre vorher mit meinen Kindern ist mir das nicht gelungen und ich bin in meinem Sumpf stecken geblieben.
Aus meiner Sicht ist es ganz wichtig, seinen Teil der Verantwortung für das Scheitern zu übernehmen. Das ist keine Schuldeingeständnis und mit Trans hat das nichts zu tun. Meiner Erfahrung nach liegen hinter dem Scheitern einer Beziehung noch ganz andere Mechanismen zu Grunde. Trans ist dabei nur ein Auslöser.
Ich drücke Dir die Daumen.