Und plötzlich brach meine Welt auseinander...
Und plötzlich brach meine Welt auseinander... - # 3

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Und plötzlich brach meine Welt auseinander...

Post 31 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Die Angriffe auf Betty finde ich total übergriffig. Bitte bleibt beim Thema, es geht nicht um Betty.

Hallo Newbie,

der Irrtum meinerseits war ja schon geklärt. Man darf nicht vergessen, dass wir hier als Betroffene natürlich parteiisch sind. Aber vielleicht ist es ja das, was Du hier suchst. Wo bekommst Du sonst eine Auseinanderetzung, die Du mit Deinem Partner aus emotionalen Gründen derzeit nicht haben kannst. Ich versuche das etwas zu strukturieren. Es war von Angst die Rede.
Angst...
... dass in der Vergangenheit vielleicht nicht alles so war, wie es gesagt und dargestellt wurde
... vor der Zukunft, was noch kommen mag
... wohin sein Weg ihn führen wird und ob ich damit zurecht komme
... dass er jemanden auf seinem Weg findet, der ihn vielleicht besser verstehen kann und ich dann doch nicht mehr in sein Leben passe
... vor dem Alleine sein
... vor weiteren Veränderungen
... ob ich das alles so schaffen kann und ihm eine Stütze und keine Last sein kann
... dass er vielleicht noch mehr Dinge für sich behält
Vielleicht ist es sinnvoll, genauer hin zu schauen, was die Hintergründe der Angst sind ? Der feste Boden auf dem Du zu stehen glaubtest, kam gewaltig ins Schwanken. Aber ist nicht genau das das Leben ? Wenn Du vom Pferd fällst, kannst Du Dir den Hals brechen. Aber deshalb hört man nicht auf zu reiten. Man lernt, mit der Angst zu leben und sie zu nutzen, in dem man lernt, vorsichtig und sorgfältig zu sein. Man lernt neue Fertigkeiten, die einen sicherer im Sattel sitzen lassen.

Ich glaube, jede Krise im Leben ist dazu da, neue Schritte zu gehen. Man besiegt nicht die Angst, in dem man ihr ausweicht. Man muss sich der Angst stellen. Was sagt einem die Angst ? Worauf weist sie hin ? Wo genau liegen denn die Probleme, die einen Angst erleben lassen ? Ich denke, die Paardynamik weist darauf hin, dass Du für Dich selber etwas finden kannst. Nicht Dein Partner ist das Thema, sondern Du selber.

Soweit mein laienhaftes Verständnis, das nur eine Anregung sein soll.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Jasmine
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Re: Und plötzlich brach meine Welt auseinander...

Post 32 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 13:23 Die Angriffe auf Betty finde ich total übergriffig. ...........
Ich möchte Betty auf gar keinen Fall angreifen. Das wäre nicht zielführend. Ich habe nur unsere Situation dargestellt.
Liebe Grüße Jasmine
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Re: Und plötzlich brach meine Welt auseinander...

Post 33 im Thema

Beitrag von Newbie »

Und weiter geht's, Antworten Teil 3 (smili)

Hallo Frieda,
Frieda hat geschrieben: Do 31. Okt 2019, 11:51 Und mir kam auf einmal die Frage in den Sinn.. "Lieben wir ein Geschlecht oder das Wesen?"
Natürlich liebe ich den Menschen als Charakter/ Wesen. Jedoch war die Offenbarung einfach SO groß, sodass ich mich einfach fragte und es auch nach wie vor tue, was sich alles NOCH verändern wird. Hätte ich ihn so kennen gelernt, dann wäre es okay gewesen. Aber ich möchte jetzt gerne einfach verstehen und nachvollziehen können, was noch alles auf mich/ uns zukommen wird/ könnte. Ich muss ehrlich sagen, dass ich Angst vor der Veränderung habe und mich natürlich sorge, was ist, wenn ich damit nicht zurechtkomme. Puh, das Thema ist einfach so komplex!
Frieda hat geschrieben: Do 31. Okt 2019, 11:51Und ich weiß ganz genau, dass es mir mein Herz zerreißen würde, würde ich Michi (egal in welchem Outfit) verliebt in den Armen einer anderen Frau erleben.
Den Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen! Ich bin da auch eher eifersüchtig veranlagt. Ich hab ihn angelutscht, das ist meiner :mrgreen: Griffel weg!
Frieda hat geschrieben: Do 31. Okt 2019, 11:51Ich verstehe deinen Schock liebe Newbie, aber vielleicht schaffst du es weiterhin deine Emotionen zu beruhigen, denn nur in der innerlichen Ruhe können wir klar denken.
Ich wünsche dir für die nächste Zeit vor allem Geduld und sehr sehr viel Einfühlungsvermögen, damit du die neue Situation nicht nur aus der Ich-Perspektive betrachten möchtest.
Ich merke, dass sich meine Emotionen langsam beruhigen. Hey, ich hab heute schon den 2. Tag, ohne, dass ich irgendwie weinend zusammengebrochen bin (naja ok, der 2. Tag hat erst gerade angefangen...) . Es geht bergauf :()b Es ist faszinierend und erschreckend zugleich, wie sehr unsere Emotionen uns beeinflussen können. Ein rationales Denken war mir wirklich einfach nicht möglich, mein limbisches System hatte einige Tage Dauer- Party.


Hallo Josii,

zuerst möchte ich mich bedanken, dass du deinen ursprünglichen Beitrag noch etwas verändert hast. Der ursprüngliche Satz "es wird Zeit, endlich erwachsen zu werden", hat mich doch etwas verstimmt. Klar, ich bin mit meinen knapp 33 Jahren noch nicht so lebenserfahren wie manch anderer hier, aber ich stehe voll im Leben, habe jobmäßig eine Führungsposition mit über 25 Mitarbeitern, die ich koordinieren und betreuen muss. Zudem bin ich Ansprechpartnerin für unzählige Patienten und deren Angehörige, bin u. a. Palliativfachkraft und habe mich schon so viel mit dem Thema Sterben und Tod und deren Begleitung auseinander gesetzt, wie vielleicht noch nicht mal ältere Menschen als ich. Daher kann ich schon von mir behaupten, dass ich erwachsen bin, was ich an diesem Punkt gerne mit einer gewissen emotionalen Reife und Empathiefähigkeit gleichsetzen möchte.
Jedoch waren die Emotionen, die ich letzte Woche erfahren habe, so anders als alles andere, was ich bisher erlebt habe. Plötzlich war ich nicht mehr diejenige, die um Rat gefragt wurde (so wie ich es sonst gewohnt bin), sondern auf einmal bin ich selbst betroffen, meine Rolle hat sich also völlig verändert. Das hat mich einfach von den Socken gehauen. Ich denke, es ist in so einer massiven Belastungssituation (was es einfach nun mal für mich war) nachvollziehbar, dass da ein paar Sicherungen flöten gehen. Natürlich kann ich dann auch nicht so empathisch sein und Mitgefühl für mein Gegenüber erbringen, denn meine eigene Welt stand auf einmal auch Kopf und ich war nicht in der Lage auch nur einen klaren Gedanken zu fassen.
Mittlerweile sieht das alles etwas anders aus, aber es liegt nun auch gut eine Woche zwischen den Ereignissen. Ich möchte hier also eigentlich auch nur daran erinnern, dass so ein Geständnis auf beiden Seiten nicht einfach ist. Sicherlich kann man da nicht alle über einen Kamm scheren, mit Sicherheit gibt es auch die Ausnahmen, die das mit einem Schulterzucken aufnehmen, aber dazu zähle ich einfach nicht. Bitte urteilt dann einfach nicht zu schnell, für uns Partnerinnen ist das auch Neuland und wir brauchen, genau wie der Betroffene selbst, Zeit und Zuneigung und ein offenes Ohr für unsere Sorgen, denn unser aller Leben wird nicht mehr so sein, wie es mal wahr.
Josii hat geschrieben: Do 31. Okt 2019, 12:41 Nach so vielen Jahren zerbrechen Welten nur wenn man sie zerstört oder man nimmt einen Anlaß um das schon lange Zerstörte endlich anzuschauen. Manchmal muß man sich den Erhalt der eigenen Welt auch etwas kosten lassen - die Veränderungen (dazu gehört nicht nur das Outing Deines Mannes sondern eine Vielzahl von Möglichkeiten inkl. Traumata, die jederzeit passieren könnnen.) anzuerkennen, sie zu akzeptieren und irgenwann lernen sie zu verstehen.
Josii hat geschrieben: Do 31. Okt 2019, 12:41Ich würde Dir wünschen, daß Dir die Umkehr möglich ist und wenn der Schock sich legt die Angst und die Scham in den Griff zu bekommen ist.
Ich denke, dass wir beide gerade auf einem guten Weg sind. Der erste Schock ist etwas verflogen und ich kann langsam wieder denken. Wir haben sehr viel gesprochen und ich kann mich auch den Fokus von meinem "Drama" auf ihn lenken und ich versuche wirklich zu verstehen und nachzuvollziehen, was nun Sache ist. Es liegt noch ein langer Weg vor uns, aber ich möchte dem wirklich eine Chance geben, denn bisher kam aufgeben für uns noch nie in Frage und ich hoffe, dass das auch so bleiben wird. Wir sind fast 16 Jahre zusammen, das wirft man nicht einfach mal so eben weg, wenn noch Gefühle da sind.


Liebe Anne- Mette,

ich kann dir gar nicht sagen, WIE dankbar und beruhigt ich über deinen Kommentar war. Er brachte eine große innere Ruhe in mir hervor und ich fühlte mich dir sehr verbunden, dafür danke ich dir wirklich von Herzen (ki) Zwischendurch "wehte" hier ein merkwürdiger latenter Wind... Menschen, die aufgrund ihrer eigenen Geschichte um Verständnis bitten und dann für die andere Seite in so einer emotional belasteten Situation selbst die Akzeptanz nicht aufbringen können, das erschien mir im Anflug doch etwas paradox. Ich habe jedoch einige Nachrichten von lieben Usern bekommen und kann den Unmut/ Sorge zum Thema "Betty Threads" nun auch nachvollziehen. Ich möchte hier einfach nur meine Geschichte erzählen und berichten, wie ich es empfunden habe und mich mit anderen Betroffenen beider Seiten austauschen, denn ich merke, dass es mir verdammt gut tut. Das Thema ist Neuland für mich, aber ich möchte dem eine Chance geben und mich damit auseinandersetzen.
Anne-Mette hat geschrieben: Do 31. Okt 2019, 13:15 hier ist zwar auch "eine Welt auseinandergebrochen";
aber ich entdecke dabei gleichzeitig einen Willen, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen ohne sich über die betroffene Person oder auch UserInnen dieses Forums lustig zu machen, diese lächerlich zu machen oder sich zu erheben.
Das hast du schön und treffend formuliert (flo) Ich möchte niemanden verärgern oder bloß stellen, das liegt mir alles wirklich fern. Ich möchte einen Einblick in eine neue Welt erhalten und suche gerade einen Reiseführer, der mich führen und leiten kann. Es ist unfassbar, wie viele liebe Nachrichten ich privat erhalten habe und wie viele Menschen Anteil an meiner Geschichte nehmen.
Anne-Mette hat geschrieben: Do 31. Okt 2019, 13:15"Es ist eine Welt auseinandergebrochen" - das höre und lese ich häufiger, wenn es um die Themen intersexueller und transsexueller Menschen geht.
Dabei bricht die Welt in der Regel für viele Menschen auseinander - für die Betroffenen sowie für die Angehörigen.
Manchmal fügt sich "die Welt" wieder neu zusammen - und manchmal entsteht "eine neue Welt" - oder sogar "mehrere neue Welten".
Das hast du schön formuliert ))):s


Hallo Nicole,
Nicole Doll hat geschrieben: Do 31. Okt 2019, 13:56 Aus meiner Sicht ist Euer gemeinsamer Weg schon lange nicht mehr ein solcher gewesen.
Da gebe ich dir Recht. Es hat sich mit der Zeit einfach etwas verändert, immer langsam und schrittweise, sodass man den Verlauf erst in Anbetracht der ganzen Zeit bemerkt hat. Wir waren zu zweit, und doch alleine. Er konnte sich nicht öffnen und ich wusste nie, was los war und fühlte mich dadurch alleine.
Nicole Doll hat geschrieben: Do 31. Okt 2019, 13:56 Dein Mann hatte einfach nur Angst, dass alles am Ende zusammen bricht. Also versuchte er irgendwie wie gewohnt weiter zu machen. Aber da ist diese Gewissheit, dass es nicht mehr lange so weiter gehen kann. Es wird immer unerträglicher. Die Kräfte schwinden. Aber alles einfach aufgeben? Nein! - Was ist, wenn ich verlassen werde und dann ganz alleine da stehe? Halte ich das dann irgendwie aus? Oder springe ich vor den Zug?
Seine Gefühle kann ich jetzt auch alle verstehen und nachempfinden. Es muss für alle Menschen, die in so einer Situation stecken, ganz schrecklich sein, wenn man nicht weiß, was Sache ist. Der Druck musst unfassbar massiv sein und wie soll man dann den Menschen erklären, was los ist, wenn man es selbst nicht einschätzen kann? Jetzt bin ich soweit, dass ich wieder klare Gedanken fassen kann, aber das ging letzte Woche einfach noch nicht.


Hallo Luna,
Luna hat geschrieben: Do 31. Okt 2019, 17:12 Wenngleich ich selbst betroffen und nicht Partnerin bin, kann ich sowohl Deine Wut als auch jede einzelne Deiner Ängste sehr gut nachvollziehen. Auch ich war nicht ehrlich zu meiner Frau und nach meinem Zwangsouting bekam ich (völlig zu Recht) von meiner Frau nahezu 1 : 1 das zu Hören, was Du beschrieben hast.
Es erleichtert mich, dass andere Betroffene genau die gleichen Empfindungen haben, dann bin ich nicht die einzige mit einem Sprung in der Schüssel *lach*
Du schreibst jedoch "Zwangsouting", das ist dann ja auch nochmal eine ganz andere Schublade. Puh, das war auch sicher sehr schwer für dich und deine Partnerin.
Luna hat geschrieben: Do 31. Okt 2019, 17:12Wie es bei Euch weitergeht, kann jetzt wohl niemand sagen, das könnt nur ihr selbst in vielen und langen Gesprächen herausfinden bzw wird die Zeit das zeigen. Denkanstöße dazu hast Du ja schon von den Vorposterinnen genug bekommen. Ich lese jedenfalls, insbesondere aus Deinem zweiten Beitrag auch eine große Empathiefähigkeit, Verständnis und tiefe Zuneigung heraus, was jedenfalls schon mal eine gute Basis für eine weitere gemeinsame Zukunft ist.
Vielen Dank! (ki) Wir haben mittlerweile ganz viele Gespräche geführt und ich konnte mich langsam etwas beruhigen. Die Gefühle sind nach wie vor da, natürlich.
Luna hat geschrieben: Do 31. Okt 2019, 17:12Was ich damit sagen will: Natürlich fühlst Du Dich jetzt als Leidtragende. Aber auch für Deine(n) Partner(in) gab es sicher viel Leid. Es ist höllisch schwer seine Persönlichkeit oder zumindest einen großen Teil davon jahrelang zu unterdrücken und es ist nicht weniger leicht, zu einem geliebten Menschen nicht ehrlich zu sein, aus Angst ihn zu verlieren. Und welchen Grund hätte es sonst geben sollen, nicht offen zu Dir zu sein?
Nachdem ich meine Emotionen sortieren konnte, kann ich diesen Gedankenansatz total nachvollziehen! Für ihn ist es ja genauso schlimm gewesen. Aber dafür musste ich erstmal aus meiner HB- Hütte heraus und die Situation nüchtern von aussen, soweit es eben ging, betrachten.


Hallo Emmi Marie,
!EmmiMarie! hat geschrieben: Do 31. Okt 2019, 19:28 Aber es hat sich schnell gezeigt, das unser Fundament fest verankert ist und sie mein Leben,
nicht nur akzeptiert sondern auch völlig unterstützt-sie weiss ich wäre sonst im Inneren komplett
zerbrochen, es war auch nicht mehr weit hin. Und umgekehrt bringe ich ihr die gleiche
Einstellung entgegen..sie hat auch hmm spezielle Seiten.
In all den Jahren stand mir mein Mann auch immer zur Seite, wenn ich gefallen bin, half er mir aufzustehen und er hat mir IMMER die Zeit gegeben, die ich wirklich für mich brauchte. Er hat mich nie gedrängt oder zu irgendwas gezwungen und ich möchte ihm das natürlich auch erwidern. Ich hoffe wirklich inständig, dass ich das mit der Zeit hinbekomme.
!EmmiMarie! hat geschrieben: Do 31. Okt 2019, 19:28 Es ist vielleicht nötig, alte Konzepte loszulassen, neue zu erarbeiten und sich auch teilweise neu
kennen zu lernen..
Prinzipiell habe ich da ja auch nichts gegen, ich versuche die Veränderung wirklich gerade als Chance zu sehen und zu nutzen. Nur bisher musste ich mich mit dem Thema nie wirklich auseinander setzen, zumindest nicht so massiv. Es war einfach "normal", dass wir "hetero" (ich weiß jetzt gerade nicht, ob das der richtige Begriff ist, verzeih bitte, wenn ich in den Begrifflichkeiten noch nicht fit bin) waren und lebten so unseren Alltag.
!EmmiMarie! hat geschrieben: Do 31. Okt 2019, 19:28 deshalb wünsch ich dir zu jeder Zeit ein offenes Herz, das sich berühren lassen kann..und euch
zusammen ganz viel Glück, Kraft und Sehnsucht auf die Zukunft..
Ich danke dir (ki)


Hallo Betty,
betty hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 00:46 Ich bin eine Ehefrau, die lange gekämpft hat, aber meine Welt zerbrach an diesem Thema. Wir konnten dieser Sache nicht stand halten. Auch mir wurde nach 20 Jahren Ehe plötzlich das outing um die Ohren geknallt. Wir haben 5 Jahre gekämpft und haben verloren.
Ich sage mal vorsichtig: dein Name eilt dir schon voraus. Es tut mir wirklich Leid, dass du und dein geliebter Mensch keine gemeinsame Ebene finden konntet und die Beziehung zerbrochen ist. Deine Emotionen kann ich durchaus nachempfinden, wenn letzte Woche noch stand ich selbst am Rande des Wahnsinns.
betty hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 00:46Was ich ganz klar klarstellen möchte, nein diese Menschen sind nach dem outing nicht mehr die gleichen. Es verändert sich sehr viel, mit dem ich nicht leben wollte.
Fühle in dich hinein, ob du mit dieser Veränderung leben kannst und möchtest.
Natürlich verändern sich die Betroffenen, denn endlich können sie sich öffnen und so leben, wie sie es möchten und brauchen. Ich denke, dass die Grundzüge gleich bleiben, und auch die Gefühle sich nicht verändern (mein Mann ist ja nun per se durch das Outing kein schlechterer Mensch geworden, was sein Wesen betrifft). Sie fühlen sich freier und im Ernst: sie haben auch nur dieses eine Leben, genauso wie du und ich. Wenn ich morgen sterben würde, würde ich gern zufrieden auf mein Leben zurück blicken und sagen können: JA, ich habe GELEBT. Ich habe mein Leben so gelebt, wie es mir möglich war und das ist okay so. Genau das wünsche ich meinem Mann auch, jetzt, wo er sich gefunden hat und weiß, was er möchte.

Ich würde dich aber noch gerne fragen, warum du nach wie vor hier im Forum bist, wenn euer Leben nun getrennte Wege geht und du dich damit allem Anschein nach nicht abfinden konntest. Das ist wirklich wertfrei gemeint, es interessiert mich einfach nur, weil euer "Kampf" ja vorbei ist, wie du es geschrieben hast. Deine Intentionen interessieren mich einfach sehr.
Wer mich nicht leiden mag, muss halt noch ein bisschen an sich arbeiten...
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Re: Und plötzlich brach meine Welt auseinander...

Post 34 im Thema

Beitrag von Newbie »

Antworten Marathon Teil 4 *bald geschafft* (smili)

Hallo Anna Jo,
AnnaJo hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 07:45 Deine Nachrichten klingen stark nach mir und deine Aufzählung über die Ängste finde ich gelungen/nachvollziehbar. Unsere Ängste sind alles andere als einfach so daher gebrabbelt. Ich nehme jetzt mal stark an, es geht dir ebenso und du ärgerst dich manchmal über dich selber, dass du gerade so empfindest - auch das erlebte ich. Rausgelesen habe ich, dass du trotz unglücklichem Outing, dich doch mit der Thematik beschäftigen möchtest. Du willst verstehen was mit deinem Mann los ist, das ist dir wahnsinnig hoch anzurechnen.
Dankeschön!
Da ich mich noch nie in diesem Ausmaß mit der Thematik auseinandersetzen musste, muss ich erstmal in das Thema rein kommen und mich neu orientieren. Natürlich möchte ich versuchen dem allem eine Chance zu geben.
AnnaJo hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 07:45Aus einer "Konversation" kann man meiner Meinung viel mehr mitnehmen, als nur vom Lesen der Erlebnisse anderer.
Ich glaube, die Mischung macht's, zumindest bei mir. Anfangs war ich so gelähmt, dass ich nur lesen konnte. Dann kam ich an den Punkt, an dem es mir jedoch nicht mehr reichte und so verfasste ich den ersten Beitrag. Das Allergröbste konnte ich bis dahin schon etwas sortieren und ich war nicht mehr komplett kopflos. Der Austausch tut mir aber wahnsinnig gut!
AnnaJo hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 07:45 Was wir Bio-Frauen wirklich brauchen um eben sich in die Materie einzufühlen/-denken/-leben ist eben reden, reden, reden. Das nervt so manch einen (auch meinen Mann und ja, auch das kann ich gut nachvollziehen), wenn man aber zusammenbleiben möchte, dann ist es eben sehr wichtig sich immer wieder auszutauschen, über die Gefühle, Ängste, Wünsche, etc. offen und ehrlich reden zu können, auch wenn es den Anderen unter umständen dabei nicht so toll geht (gilt für beide Seiten).
Nach meiner Rückkehr haben wir fast nur geredet. Immer in kleinen Portionen, dann Pausen. Ich brauchte das alles "häppchenweise". Ich glaube, manchmal fragte ich ihn mehrfach die gleichen Fragen. Ich habe ihn zwar immer "gehört", aber nicht verstanden bzw verinnerlicht. Jedes Mal konnte ich nur das aus seinen Antworten mitnehmen, was eben für mich zu dem Zeitpunkt Thema war. Jedes Mal hörte ich neue Aspekte und so langsam ergab sich ein vollständiges Bild. Es tut mir auch Leid, wenn er seinen Schmerz immer und immer wieder aufrufen und durchleben muss, aber anders kommt es nicht zu mir durch.
AnnaJo hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 07:45 Da ich mitbekommen habe, dass dein Mann hier auch schreibt (hoffe ich irre mich hier jetzt nicht). Kann ich auch ihm anbieten, sich zu melden, wenn er eine ehrliche, emotional trockenere Antwort benötigt (mit Abstand und ohne Emotionen, kann man manchmal die besseren Worte finden). By the way ... finde toll, dass ihr beide hier seid. Mein Mann hat sich noch nicht durchgerungen. Er liest hier zwar mit, aber selber schreiben, tut er hier dann doch nicht.
Genau, er ist auch hier registriert und schreibt HIER! Kind im Nebel seine Berichte.
AnnaJo hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 07:45 Höre in dich hinein. Wie nah seid ihr euch? Ist eure Liebe es Wert darum zu kämpfen? Willst du weiter um diesen einen Menschen kämpfen und ihn verstehen mit allen seinen Facetten? Willst du deine Ängste (und ja, das sind echt viele und werden selten anfangs weniger) verstehen und auch überwinden?
Ebenfalls sollte dein Mann sich diese Fragen stellen und wichtig ist eine echt gute Gesprächsbasis. Habt ein offenes Ohr füreinander und sensible Antennen dafür, wenn einer von euch Beiden gerade die Worte nicht finden mag, auch wenn es schon zum xten Mal das selbe Thema ist.
Ich denke, dass wir die Herausforderung bereits angenommen haben. Wir tauschen und stetig aus und oft merkt er schon noch vor mir, dass mich doch etwas mehr beschäftigt, als ich es selbst merke. Mal schießt mir nur ein Gedanke durch den Kopf, der aber "Potential" hat und mein Gehirnmakkaroni ist wieder perfekt... Er kann mich da eigentlich immer gut rausholen.
Vielen Dank für dein liebes Angebot! Ich werde hier erstmal alles "abarbeiten" und dann die Situation neu bewerten. Bei Fragen komme ich aber super gerne auf dich zurück (ki)


Hallo Frieda,
Frieda hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 10:14 diesen Song hier hat dein Mann in seinem Thread angesprochen (vermutlich weißt du auch davon).
Mein Mann schreibt HIER! Kind im Nebel seine Berichte, genau.
Frieda hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 10:14Ich denke, dass Er/Sie damit Recht hat, weil dieser Songtext es wirklich wunderbar beschreibt, womit Er sich schon lange beschäftigt und dass Er Dich sehr sehr vermisst.. für mich ist das eine wunderschöne Liebeserklärung an Dich, aber auch an sich selbst❣️
Er konnte seine Gefühle schon immer besser durch Lieder statt durch Gespräche zum Ausdruck bringen, das hat sich scheinbar nicht verändert :D
Frieda hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 10:14 ❣️Achte bitte gut auf Euch, auf Dich & deine Gedanken ❣️
Ich werde mir Mühe geben, dankeschön! (ki)


Hallo Tatjana 59 und Betty,

ich bitte euch, eure Differenzen nicht hier "auszuleben". Ich kenne eure Vorgeschichten nicht und möchte mir dazu daher keine Meinung bilden. Ich möchte von meinen negativen Gefühlen wegkommen und daher ist das Letzte, was ich brauche, neue Negativität. Dankeschön!
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Re: Und plötzlich brach meine Welt auseinander...

Post 35 im Thema

Beitrag von Newbie »

Antworten- Endspurt... Teil 5 *schakka*

Hallo Jasmine,
Jasmine hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 13:18 Meine Menalee hat mich so angenommen, wie ich in Wirklichkeit bin. Gekämpft haben wir nur gegen die Brandung die uns entgegen schlug. Meine Menalee wird auch in Zukunft stets an meiner Seite sein. Wir sind am 16. November - 26 Jahre zusammen.
Liebe Grüße Jasmine
Wow, 26 Jahre... das ist eine wirklich lange Zeit. Es macht mir Mut zu sehen, dass so eine fremde Situation nicht das Ende bedeuten muss, sondern ein Weg zu einer neuen Zukunft sein kann.
Ich glaube, der Kommentar von Vicky Rose bzgl Betty war nicht an dich gerichtet :) Zumindest habe ich das so verstanden, da haben sich sicherlich Beiträge überschnitten.


Hallo Vicky Rose,
Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 13:23 Man darf nicht vergessen, dass wir hier als Betroffene natürlich parteiisch sind. Aber vielleicht ist es ja das, was Du hier suchst. Wo bekommst Du sonst eine Auseinanderetzung, die Du mit Deinem Partner aus emotionalen Gründen derzeit nicht haben kannst.
Das verstehe ich natürlich, dass das hier eine Plattform ist, auf der Menschen wie ich in der Unterzahl sind (und das ist ja auch gut so, denn es soll ja auch in erster Linie eine Möglichkeit für direkt Betroffene sein, sich auszutauschen). Nach meiner Rückkehr am Wochenende konnten mein Mann und ich jedoch gut zueinander finden. Es war nicht leicht und kostete Überwindung und unzählige Tränen, aber wir sprechen derzeit so offen und viel wie ich glaube noch nie.
Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 13:23 Vielleicht ist es sinnvoll, genauer hin zu schauen, was die Hintergründe der Angst sind ? Der feste Boden auf dem Du zu stehen glaubtest, kam gewaltig ins Schwanken. Aber ist nicht genau das das Leben ?
Ich glaube, jede Krise im Leben ist dazu da, neue Schritte zu gehen. Man besiegt nicht die Angst, in dem man ihr ausweicht. Man muss sich der Angst stellen. Was sagt einem die Angst ? Worauf weist sie hin ? Wo genau liegen denn die Probleme, die einen Angst erleben lassen ? Ich denke, die Paardynamik weist darauf hin, dass Du für Dich selber etwas finden kannst. Nicht Dein Partner ist das Thema, sondern Du selber.
Deine Anregungen sind sehr philosophisch und tiefgründig, sie inspirieren mich und ich glaube, ich muss das mal "sacken" lassen. Ich sehe definitiv, dass die Veränderungen als Paar eine neue Herausforderung sind, aber auch meine eigene Persönlichkeitsentwicklung spielt da mit rein, da gebe ich dir völlig recht. Puh, es liegt ein Haufen Arbeit vor mir/ uns. Ich danke dir für den tollen Beitrag! (he)
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Re: Und plötzlich brach meine Welt auseinander...

Post 36 im Thema

Beitrag von Josii »

Hallo Newbie,

schön daß mein erster Text bei Dir angekommen ist und es freut ich daß ich zu Deiner Verstimmung beitragen konnte (flow)

Diese Verstimmung ist eine gute Energie um eine 33 jährige Verantwortliche für einen Haufen Leute auf der Flucht vor einem Problem zur Umkehr zu bewegen und sich zu stellen.

Es macht mich froh, Deine Texte zu lesen und daß Dein "Problem" in Angriff genommen wird. Dafür gibt es hier im Forum jede Menge Unterstützung.

Ich möchte mich auch den Ausführungen von Jasmine anschließen. Ich bin seit 24 Jahren mit meiner 2. Frau verheiratet. In diesen Jahren haben wir Persönliche, Berufliche, Gesundheitliche Probleme gemeistert. Unser Leben hat sich dadurch immer wieder verändert und war und ist bis auf den heutigen Tag spannend geblieben. Auch mein Outing hat uns verändert und einen riesen Spaß und Freude in unseren Alltag gebracht. Dafür bin ich meiner Frau unendlich Dankbar!! Auch sie hat manchmal kleine Angst um mich und meine Außenwirkung. Daß diese so gut wie möglich ausfällt, da arbeitet sie ordentlich mit.

Wünschenswert wäre wirklich, nach Deinem Schock, zur Realität zurückzukommen. Die ist nur so schlimm wie ihr sie macht!

Transphobie löst das Problem nicht - beinhaltet nur Schuldzuweisung. Lösung kann auch Trennung sein, die Frage ist nur: Warum mit Krieg????

Die ersten Schritte hast Du gemacht -Gott sei Dank! Und außerhalb des Forums gibt es auch Hilfe. Selbsthilfegruppen, Stammtische bieten Kommunikation mit anderen "Betroffenen". Trans*personen, Bio-Frauen helfen in Gesprächen mit dieser Thematik sich auseinanderzusetzen.

Ich bin froh nicht allein zu sein - und das muß kein Betroffener oder Betroffene sein.

Wünsche Dir von Herzen alles Gute und eine positive Auseinandersetzung. Und wie gesagt: Schlimm wird es nur wenn ihr es schlimm macht (siehe Betty).

Drück Euch beiden alle Daumen (ki)

Josii
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für diesen einen Augenblick
....um zu spüren wie wertvoll Leben ist! - Unheilig
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Re: Und plötzlich brach meine Welt auseinander...

Post 37 im Thema

Beitrag von Newbie »

Huhu Josii,
Josii hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 16:47 schön daß mein erster Text bei Dir angekommen ist und es freut ich daß ich zu Deiner Verstimmung beitragen konnte (flow)
Das gefällt mir! Ich hatte eben ein riesiges Grinsen im Gesicht, danke für den Schmunzler! (ki)
Josii hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 16:47Diese Verstimmung ist eine gute Energie um eine 33 jährige Verantwortliche für einen Haufen Leute auf der Flucht vor einem Problem zur Umkehr zu bewegen und sich zu stellen.
Ja ok, ich geb's zu... Dein ursprünglicher Text hat mich natürlich dazu bewegt, dass ich mich mehr damit auseinandersetze... Du hast ja Recht... (moin)
Josii hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 16:47 Wünschenswert wäre wirklich, nach Deinem Schock, zur Realität zurückzukommen. Die ist nur so schlimm wie ihr sie macht!
Langsam erwache ich aus dem Schockzustand und wir stehen viel im Gespräch. Ich habe natürlich unzählige Fragen, muss hier und da nachhaken (manchmal auf öfters) und versuche dem Neuen gegenüber offen zu sein. Manchmal erwischt mich noch eine Flut der Emotionen, aber die ist bei weitem nicht mehr so heftig, wie vergangene Woche nach dem Outing.
Josii hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 16:47Und außerhalb des Forums gibt es auch Hilfe. Selbsthilfegruppen, Stammtische bieten Kommunikation mit anderen "Betroffenen". Trans*personen, Bio-Frauen helfen in Gesprächen mit dieser Thematik sich auseinanderzusetzen.
Ich habe schon mitbekommen, dass es hier bei uns im Norden scheinbar gute Anlaufstellen gibt und mein Mann auch schon vor Ort war.
Josii hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 16:47Ich bin froh nicht allein zu sein - und das muß kein Betroffener oder Betroffene sein.
Wünsche Dir von Herzen alles Gute und eine positive Auseinandersetzung. Und wie gesagt: Schlimm wird es nur wenn ihr es schlimm macht (siehe Betty).
Drück Euch beiden alle Daumen (ki)
Ich danke dir! ---))) Ich werde auf jeden Fall weiter berichten!
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Re: Und plötzlich brach meine Welt auseinander...

Post 38 im Thema

Beitrag von Newbie »

Teil 2: Meine Rückkehr

Nach meiner Flucht war es also wieder Zeit nach Hause zu kommen. Ich muss gestehen, dass ich sehr nervös war, immerhin war es das erste Mal, dass wir nach seinem Outing am 24.10. wieder aufeinander treffen würden. Mittlerweile war es der 26.10. und ich hatte also schon etwas Zeit gehabt mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Aber statt Klarheit hatte ich immer mehr und mehr Fragen, es war also dringend Zeit für ein Gespräch, was wir auch abends nach meiner Rückkehr führten. Puh, das war alles sehr viel Input und so ganz genau weiß ich gar nicht mehr, was noch so passierte. Ich war emotional so durcheinander, dass ich tatsächlich hier und da Erinnerungslücken habe.
Mein Mann war wirklich einfühlsam und stand mir Rede und Antwort, musste mir in den kommenden Tagen einige Fragen auch mehrfach beantworten, weil ich sie zwar aufgenommen, aber nicht verstanden habe. Er wirkte gelöst, trotz der ganzen Anspannung, und zufrieden. Auf Nachfrage hin berichtete er mir von seinen Verstecken seiner Kleidung und Zubehör und ich war erstaunt über so viele Agenten- Kompetenzen... Wie konnte das alles bloß an mir vorbei ziehen?
Es war auch hier wieder ein emotionales Auf und Ab- irgendwie war ich so verletzt und voller Sorge, auf der anderen Seite packte mich auch immer wieder die Neugier und abends saßen wir dann tatsächlich im Wohnzimmer und mein Mann zog mir seine Schuhe an- geile Teile! Nachfolgendes schreibe ich nicht als sexuelle Anspielung, sondern als Kollision meiner Gefühle... Die Schuhe (oh Gott, ich weiß gar nicht, wie man die Dinger richtig bezeichnet!...) hatten sicher 9cm Absatz und waren bis zum Oberschenkel hoch geschnürt- whooo... Nur so viel vorweg: ich konnte natürlich Null drauf laufen, denn mein höchster Absatz beträgt vielleicht 3 cm, wenn es denn mal hoch kommt... Er stützte mich aber ganz liebevoll und Arm in Arm watschelte ich durch unser Wohnzimmer. Gut, dass er so eine riesige Schuhgröße hat, sonst wären das jetzt meine Latschen... :mrgreen:
Doch auch hier erlebte ich ein Wechselbad der Gefühle: mein Mann war weiblicher als ich und schon wieder startete das Kopfkino: was passiert gerade mit meiner Weiblichkeit? Stört es ihn, dass ich optisch meine Weiblichkeit nicht so auslebe, wie er es für sich selbst gerne möchte?

Im weiteren Verlauf der nächsten Tage gab es immer wieder solche paradoxen Situationen... Auf der einen Seite die Neugier, auf der anderen jedoch dann wieder die Unsicherheit, Sorgen und Ängste. Wenn ich meinen Mann dann aber in den Gesprächen beobachtete, erkannte ich, wie locker und losgelöst er wirkte, obwohl er sonst immer eher verschlossen war. Über Sexualität konnten wir früher gar nicht sprechen, weil er da sehr verschlossen war. Seine Lockerheit war ansteckend und so verbrachten wir wirklich sehr intensive Tage, an denen wir uns unheimlich nahe waren, wie die ganzen Jahre davor nicht. Er drängte mich zu nichts und versprach mir alle Zeit zu geben, die ich benötigen würde, was mir sehr viel Druck nahm. Ich danke ihm da wirklich sehr für seine Rücksichtnahme, dass er sich nach dem Outing nicht gleich voll in Schale wirft und seine weibliche Seite auslebt, sondern dass ich die Möglichkeit habe mich Schritt für Schritt heranzutasten.

Es wirkt teilweise so, dass ich eine Freundin gewonnen habe (mir deren Nagellack ich mir gleich wieder die Nägel lackieren werde... *räusper'* :D ). Meine anderen Gefühle sind dennoch noch da, aber sie brechen nicht mehr so massiv durch und ich kann es langsam in geregelte Bahnen lenken. Wir reden nach wie vor viel und manchmal brauche ich auch einfach nur mal eine Umarmung oder einen sanften Kuss auf die Wange um zu wissen, dass trotz neuen Gegebenheiten auch das Gewohnte und Vertraute noch da ist und mir eine Brücke bietet.
Wer mich nicht leiden mag, muss halt noch ein bisschen an sich arbeiten...
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Re: Und plötzlich brach meine Welt auseinander...

Post 39 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Newbie hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 18:23 was passiert gerade mit meiner Weiblichkeit? Stört es ihn, dass ich optisch meine Weiblichkeit nicht so auslebe, wie er es für sich selbst gerne möchte?
Hi Newbie,

diese Reaktion habe ich schon öfter wahrgenommen. Aber sie ist nach meiner Erfahrung nicht gerechtfertigt. Frag' Deinen Partner. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du für ihn genau richtig bist. Und wenn Du willst, kannst Du es ja auch als Anlass nehmen, ein wenig zu experimentieren.

Aber schlechte Gefühle musst Du nach meiner Meinung nicht haben.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Und plötzlich brach meine Welt auseinander...

Post 40 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Vicky_Rose hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 09:39
Newbie hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 18:23 was passiert gerade mit meiner Weiblichkeit? Stört es ihn, dass ich optisch meine Weiblichkeit nicht so auslebe, wie er es für sich selbst gerne möchte?
diese Reaktion habe ich schon öfter wahrgenommen. Aber sie ist nach meiner Erfahrung nicht gerechtfertigt. Frag' Deinen Partner. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du für ihn genau richtig bist. Und wenn Du willst, kannst Du es ja auch als Anlass nehmen, ein wenig zu experimentieren.
Das sind doch zwei Perspektiven auf die gleiche Frage: "Was und 'wie viel' Frau bin ich selbst?". Eine Frage, die sich cis Personen nur selten stellen. Vielleicht weil trans Menschen immer noch so unsichtbar oder irgendwo anders sind, als im persönlichen Umfeld. Es gibt kaum Grund, sich über die eigene Zuordnung Gedanken zu machen.

Meiner Liebsten ging es bei uns auch ein bisschen so. Sie hatte nie viel Interesse an Äusserlichkeiten, ist in "Männerberufen" unterwegs, und so weiter. Sie hatte aber Erfahrungen mit TV-Fetischisten und mit Frauen, so dass die Beziehung nie in Frage stand. Sie sagte auch, dass sie wenn nicht mit mir vielleicht eher mit einer Frau zusammen wäre, weil zu viel männliches Gehabe sie mehr stören würde - die Kompliziertheiten mancher Frauen allerdings auch ;) Ich habe ihr nie was aus der Hand genommen oder in der Art "lass das mal nen Mann machen" agiert. Geholfen ja, wenn sie wollte.

Meine überweibliche Phase hat sie gelassen genommen. Das gibt sich meist, wenn die Möglichkeit besteht, einfach eins selbst zu sein. Und sie hat meinen Stil zum Anlass genommen, selbst zu experimentieren, sich also Teile von mir abgeschaut. Andererseits fühlte sie sich auch befreit, den weiblichen Part übernehmen zu müssen. Also mal ganz abgesehen davon, dass es überhaupt nicht unbedingt weibliche Parts in Beziehungen geben muss :) Ich habe quasi die Teile ausgelebt, die ihr selber zu viel waren. Der zentrale Punkt ist meiner Meinung nach, dass unsere gegenseitigen Gendererwartungen sehr gering sind. Wer was macht ist keine Frage des Geschlechts - höchstens der Armlänge ;)

Wie auch immer. Meine Liebste bezeichnet sich selbst als genderqueer, nicht den traditionellen Rollen verpflichtet, aber sie sieht sich nach wie vor als Frau, ist mit ihrem Körper (inzwischen) zufrieden, nimmt sich genau die Teile an männlichen und weiblichen Stereotypen, die für sie passen. Die Partnerschaft mit nicht cis-gender-konformen Menschen kann also auch durchaus entspannend wirken.
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Re: Und plötzlich brach meine Welt auseinander...

Post 41 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Jaddy hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 11:27 Sie sagte auch, dass sie wenn nicht mit mir vielleicht eher mit einer Frau zusammen wäre, weil zu viel männliches Gehabe sie mehr stören würde - die Kompliziertheiten mancher Frauen allerdings auch Ich habe ihr nie was aus der Hand genommen oder in der Art "lass das mal nen Mann machen" agiert. Geholfen ja, wenn sie wollte.

Meine überweibliche Phase hat sie gelassen genommen. Das gibt sich meist, wenn die Möglichkeit besteht, einfach eins selbst zu sein. Und sie hat meinen Stil zum Anlass genommen, selbst zu experimentieren, sich also Teile von mir abgeschaut. Andererseits fühlte sie sich auch befreit, den weiblichen Part übernehmen zu müssen. Also mal ganz abgesehen davon, dass es überhaupt nicht unbedingt weibliche Parts in Beziehungen geben muss Ich habe quasi die Teile ausgelebt, die ihr selber zu viel waren. Der zentrale Punkt ist meiner Meinung nach, dass unsere gegenseitigen Gendererwartungen sehr gering sind. Wer was macht ist keine Frage des Geschlechts - höchstens der Armlänge

Wie auch immer. Meine Liebste bezeichnet sich selbst als genderqueer, nicht den traditionellen Rollen verpflichtet, aber sie sieht sich nach wie vor als Frau, ist mit ihrem Körper (inzwischen) zufrieden, nimmt sich genau die Teile an männlichen und weiblichen Stereotypen, die für sie passen. Die Partnerschaft mit nicht cis-gender-konformen Menschen kann also auch durchaus entspannend wirken.
Wenn du grade mein breites Grinsen hättest sehen können..

nicht nur das unsere Liebsten gleich heissen, die Ursprungsregionen getauscht haben-du schreibst es
sogar so, wie wären sie 1:1 die selbe Person.

Ach, was haben wir da für einen Jackpot gezogen (ap)

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Re: Und plötzlich brach meine Welt auseinander...

Post 42 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Newbie hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 18:23 .. was passiert gerade mit meiner Weiblichkeit? Stört es ihn, dass ich optisch meine Weiblichkeit nicht so auslebe, wie er es für sich selbst gerne möchte? ..
Ich erkenne da auf Deinem Profilbild: 100% weiblich - und mit Männerklamotten wäre das auch so! - Nur wenn ich Männerklamotten anziehe, zeigt sich da ein Mann - trotz der langen Haare. Wenn ich - zumindest wenigstens auf Entfernung - eine Frau darstellen will, muss ich optisch einiges machen. Und am Anfang schießt man da gerne weit über das Ziel hinaus - wie mit diesen Overknee-Stiefeln, die üblicherweise nur Frauen tragen, die einem bestimmten Gewerbe nachgehen. Da wirkt der "Fetisch" nach, den man lange im Geheimen gepflegt hat. Aber meistens gibt sich das mit der Zeit. Ich habe da Schuhe mit richtig hohen Absätzen (gerade gemessen: 12 cm). Die trage ich aber draußen nur, wenn ich Lust darauf habe damit auf den Asphalt-Wegen um mein Haus herum einen kurzen Spaziergang zu machen. Auf die schmerzenden Füße nach einem ganzen Tag auf diesen Absätzen kann ich gerne verzichten.

Liebe Grüße
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Re: Und plötzlich brach meine Welt auseinander...

Post 43 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo Newbie,

ich bin erst heute in der Lage auf Deinen Eingangsthread zu antworten. Bisher fehlte mir die Zeit. So möchte ich dich erst einmal hier in diesem Forum begrüßen. Ich kann mir vorstellen was diese Art des Outings in Dir hervorgerufen hat.
Da Fällt Deine persönliche Lebensplanung mit einmal aus den Fugen. Und dann so unpersönlich über das Handy. Ich kenne Euch beide ja nun nicht. So kann ich auch keine Ratschläge im eigentlichen Sinne geben. Warum kam dieses Outing nun ausgerechnet auf diese Weise zu Stande. Da ich es nicht beurteilen kann, möchte ich etwas anderes schreiben. Vielleicht hilft es Dir zu verstehe, warum Dein Mann eventuell so gehandelt hat.

Zunächst ist man als Betroffene oft selbst im Zweifel, was ist mit mir nur los. Ist es nur ein Fetisch oder steckt etwas Ernstes dahinter. Man sieht die Kumpels mit den Mädchen rumhängen, und möchte doch eigentlich sein wie die anderen Männer auch. Wäre da nicht auch die in uns steckende weibliche Seite. Diese weibliche Seite ist bei jeder/m anders stark ausgeprägt. Irgendwann trifft man doch eine Frau, mit der es eine gemeinsame Zukunft geben kann. Sie merkt vielleicht wie Du, er ist schon anders als andere Männer. Und vielleicht hast Du dich gerade für diesen Mann entschieden. Du wusstest bisher nicht was die Ursache dafür ist , warum er so anders ist.

Ja und dann! Er, Dein Mann steht unter Druck. Er hat vielleicht Angst die Frau, die er noch immer liebt zu verlieren. Nur schafft er es nicht im direkten Gespräch zu sagen, wo ihn der Schuh drückt. Es kann sein, dass er schon einmal Anlauf genommen hat. Kam schon mit dem festen Vorsatz heute sage ich es meiner Frau. Doch dann kommt es wie immer anders. Hat sich urplötzlich Besuch angesagt oder ist die Waschmaschine defekt. Sein ganzer Plan ist dahin. Auf Eis gelegt. Ihm fällt es schwer spontan zu sein. Darum hat er sich eventuell schon seinen Text aufs Handy geschrieben. Wieder kommt er nicht dazu es Dir zu sagen. Wenn du so vor ihm stehst bringt er es nicht fertig. Noch immer ist die Nachricht auf seinem Handy. Da er es in Deiner Gegenwart doch nie fertig bringen wird, drückt er eines Tages auf senden.

Klar jetzt fällst du aus allen Wolken. Kannst dir jetzt auch einiges aus seinem bisherigen Verhalten erklären. Und Du bist doch so etwas von enttäuscht. Und lässt einfach mal Dampf ab. Das Recht steht Dir zu. Aber, dass Dein Mann eine weibliche Seite hat, hat nichts mit Dir zu tun. Die weibliche Seite besaß er schon, bevor er Dich kennen lernte. Nur hat er wie so viele es nicht ausgelebt , oder ausleben dürfen. Da staut sich in den Jahren einige an. Es ist so wie in einem Druckkessel, bei dem man vergessen hat ein Ablaufventil einzubauen. Da kommt es eben zu einer Reaktion, wie bei Euch, dass die Nachricht an Dich nicht persönlich bei einem Gespräch sondern einfach per Handy erreichte.

Da Du dich aber hier im Forum angemeldet hast, sehe ich, dass Du dich mit dem Thema beschäftigen möchtest. Hier gibt es einen Bereich für Partnerinnen. Wo sich Partnerinne austauschen können. Vielleicht hilft es Dir, hilft es Euch.

Viele liebe Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Re: Und plötzlich brach meine Welt auseinander...

Post 44 im Thema

Beitrag von Newbie »

Moin moin ihr Lieben!

Hallo Vicky Rose,
Vicky_Rose hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 09:39 Frag' Deinen Partner. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du für ihn genau richtig bist. Und wenn Du willst, kannst Du es ja auch als Anlass nehmen, ein wenig zu experimentieren.
Aber schlechte Gefühle musst Du nach meiner Meinung nicht haben.
Ich habe natürlich auch mit meinem Mann darüber gesprochen und er hat es genau so formuliert wie du (he) Mir fiel natürlich ein Stein vom Herzen, dass es scheinbar kein Defizit meinerseits ist, was ihm fehlt. Dennoch war es ein merkwürdiges Gefühl, es hatte einen Touch vom Penisneid... Freud lässt grüßen... (moin)
Ich bin definitiv neugierig geworden und habe tatsächlich Lust bekommen zu experimentieren und mich mehr mit meiner eigenen Weiblichkeit auseinanderzusetzen. Vielleicht tut es mir ganz gut, wenn da auch bei mir wieder etwas "Schwung in die Kiste" kommt. So lernen mein Mann und ich uns quasi neu kennen, das ist auch schön und macht wirklich Spaß!


Hey Jaddy,
Jaddy hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 11:27 "Was und 'wie viel' Frau bin ich selbst?". Eine Frage, die sich cis Personen nur selten stellen.
Da muss ich dir wirklich zustimmen! Wenn ich mal so überlege, habe ich mich glaube ich noch nie so mit meiner eigenen Weiblichkeit beschäftigt und auseinandergesetzt. Klar, jeder Mensch hat zwei Seiten in sich, aber ich fühle mich schon definitiv weiblich. Wie ich das nun jedoch genau definiere, das ist hier nun ein völlig neuer Aspekt, der plötzlich auftaucht.

Jaddy hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 11:27Meiner Liebsten ging es bei uns auch ein bisschen so. Sie hatte nie viel Interesse an Äusserlichkeiten, ist in "Männerberufen" unterwegs, und so weiter.
Deine Erzählungen von deiner Freundin klingen nach einer selbstbestimmten Frau, die eher entspannt "drauf" ist. Da kann ich mich auch wiederfinden, denn das ganze "Tussi Gehabe" ist auch gar nicht meine Welt. Ich habe gerne Männer um mich herum, weil sie (meist) schön unkompliziert sind.
Jaddy hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 11:27Und sie hat meinen Stil zum Anlass genommen, selbst zu experimentieren, sich also Teile von mir abgeschaut.
Das entdecke ich auch gerade an mir. Ich bin wirklich neugierig und schaue mal hier und da, Witzigerweise habe ich schon vor unserem ganzen Trubel festgestellt, dass ich dringend meinen Kleiderschrank aufräumen, entrümpeln und neu sortieren müsste. Dieser Aufräum- Wahn ist bei mir meist ein Zeichen für ein Aufräumen im Leben, quasi des Unterbewusstseins als Bedürfnis nach neuer Ordnung und Struktur. Schon komisch, wie das Leben manchmal so spielt...


Hey Emmi Marie,
!EmmiMarie! hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 11:40 nicht nur das unsere Liebsten gleich heissen, die Ursprungsregionen getauscht haben-du schreibst es
sogar so, wie wären sie 1:1 die selbe Person.

Ach, was haben wir da für einen Jackpot gezogen (ap)
Haha, wer weiß das schon?! :mrgreen: Vielleicht haben sie ja irgendwie eine Raumkapsel erfunden, mit der sie durch das Zeit- Raum- Kontinuum reisen und somit ein und die gleiche Frau sind? :lol: Ohje, ich habe definitiv zu viel Big Bang Theory geguckt!


Hallo Nicole,
Nicole Doll hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 12:55 Ich erkenne da auf Deinem Profilbild: 100% weiblich - und mit Männerklamotten wäre das auch so!
Da stimme ich dir zu, ich fühle mich auch definitiv als Frau, äußerlich ja sowieso. Aber es kam halt in mir die Frage auf, wie weiblich? Wenn ich das nun auf einer numerischen Skala schätzen müsste (10 eben voll weiblich und 0 gar nicht), dann hätte ich mich nie im oberen Bereich eingeschätzt, da ich die Weiblichkeit definitiv nicht so stark auslebe wie andere Frauen. Das fängt alleine schon bei der Kleidung an. Natürlich muss man sich hier auch tiefgründiger fragen, wie man Weiblichkeit definiert, das ist ja auch völlig Auslegungssache! Auf jeden Fall ein spannendes Thema, das mich dazu gebracht hat, auch in meinem eigenen Kästchen mal zu kramen und zu sehen, was es mit mir macht.
Nicole Doll hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 12:55Und am Anfang schießt man da gerne weit über das Ziel hinaus - wie mit diesen Overknee-Stiefeln, die üblicherweise nur Frauen tragen, die einem bestimmten Gewerbe nachgehen. Da wirkt der "Fetisch" nach, den man lange im Geheimen gepflegt hat.
Aber kann man es den Personen verübeln, dass sie "über das Ziel hinaus schießen"? Ich denke, dass es völlig normal ist. Endlich kann man sich öffnen und möchte dies dann auch leben und ausnutzen. Ich muss sagen, dass ich noch bis vor kurzem solche Schuhe nicht mit dem Hintern angeguckt, weil es für mich irgendwie "too much" war. Das gewisse Gewerbe schießt mir dann auch gleich in den Kopf und "SO" will man dann ja auch nicht sein. Aber nun, wo ich weiß, dass es meinem Mann gefällt und er die Dinger selbst trägt (und damit besser laufen kann als ich...), ist das ein gewisser Reiz mich auch neu auszuprobieren.
Nicole Doll hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 12:55Auf die schmerzenden Füße nach einem ganzen Tag auf diesen Absätzen kann ich gerne verzichten.
:lol: Haha! Weiblichkeit gibt es nicht zum Nulltarif (leider), es gibt immer zwei Seiten auf einer Münze. Hohe Schuhe sind das Eine, was mich aber MEGA nervt, sind kaputte BH Bügel... :evil:


Hallo Magdalena,

willkommen in meiner kleinen Rollercoaster- Welt, schnall dich an und genieße die Fahrt mit Höhen und Tiefen, ein Wechselbad der Gefühle! (moin)
Magdalena hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 15:16 Zunächst ist man als Betroffene oft selbst im Zweifel, was ist mit mir nur los. Ist es nur ein Fetisch oder steckt etwas Ernstes dahinter. Man sieht die Kumpels mit den Mädchen rumhängen, und möchte doch eigentlich sein wie die anderen Männer auch. Wäre da nicht auch die in uns steckende weibliche Seite. Diese weibliche Seite ist bei jeder/m anders stark ausgeprägt. Irgendwann trifft man doch eine Frau, mit der es eine gemeinsame Zukunft geben kann. Sie merkt vielleicht wie Du, er ist schon anders als andere Männer. Und vielleicht hast Du dich gerade für diesen Mann entschieden. Du wusstest bisher nicht was die Ursache dafür ist , warum er so anders ist.

Ja und dann! Er, Dein Mann steht unter Druck. Er hat vielleicht Angst die Frau, die er noch immer liebt zu verlieren. Nur schafft er es nicht im direkten Gespräch zu sagen, wo ihn der Schuh drückt. Es kann sein, dass er schon einmal Anlauf genommen hat. Kam schon mit dem festen Vorsatz heute sage ich es meiner Frau. Doch dann kommt es wie immer anders. Hat sich urplötzlich Besuch angesagt oder ist die Waschmaschine defekt. Sein ganzer Plan ist dahin. Auf Eis gelegt. Ihm fällt es schwer spontan zu sein. Darum hat er sich eventuell schon seinen Text aufs Handy geschrieben. Wieder kommt er nicht dazu es Dir zu sagen. Wenn du so vor ihm stehst bringt er es nicht fertig. Noch immer ist die Nachricht auf seinem Handy. Da er es in Deiner Gegenwart doch nie fertig bringen wird, drückt er eines Tages auf senden.
Das hast du wirklich gut beschrieben und es zeigte mir wieder mal ganz deutlich auf, was für eine Angst und Unsicherheit in meinem Partner (und allen anderen Betroffenen) gewesen sein müssen. Heute kann ich es verstehen, sowohl rational, als auch emotional. Ich bin wirklich stolz, dass er doch den Mut aufbrachte sich zu öffnen (der Weg per Handy sei jetzt einfach mal dahin gestellt). Ich versuche es als Kompliment zu sehen, dass ich und unsere Beziehung ihm wichtig sind.
Magdalena hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 15:16Da Du dich aber hier im Forum angemeldet hast, sehe ich, dass Du dich mit dem Thema beschäftigen möchtest. Hier gibt es einen Bereich für Partnerinnen. Wo sich Partnerinne austauschen können. Vielleicht hilft es Dir, hilft es Euch.
Ich habe schon davon gehört und würde dort tatsächlich gerne mal reinschnuppern und mich umsehen. Weißt du vielleicht, wie man da hinein kommt? Wie ich es gesehen habe, ist der Bereich passwortgeschützt.
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Re: Und plötzlich brach meine Welt auseinander...

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Beitrag von Newbie »

Heute ist mir durch Zufall ein Spruch im Netz begegnet, den ich sehr passend und inspirierend fand...
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