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ich unterstelle jetzt einfach mal, dass wir trotz der Zickereien in letzter Zeit immer noch eine Gemeinschaft sind.
Und daher auch mal ein Thema, was hoffentlich nicht in einer Diskussion endet.
Ich bin auf der Suche nach einer Stilberatung und nicht nach einem Stylingservice!
Das Motto ist: "Weniger häufig misgendert werden!"
Denn ich lebe zwar geoutet, aber modisch bin ich eine graue Maus. Und an CIS Frauen mag das okay sein, aber in meinem Fall bräuchte es halt an vielen Stellen ein bisschen mehr, was meine Weiblichkeit hervorhebt.
Inhalt sollte sein:
Frisur
Make-up
Mode
Accessoires
Das alles halt unter Berücksichtigung meines trans* Hintergrundes. Und das es halt alltagstauglich sein sollte.
dann werde ich hier mal fleißig mit lesen (nicht diskutieren und nicht herum zicken). Interessiert mich natürlich auch, dieses Thema.
Keks-Marie hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 00:46
"Weniger häufig misgendert werden!"
... das ist bei mir als Enby ein Problem. Ich werde immer misgendert. Ein Mann oder eine Frau bin ich nicht, und einen Enby kennt man nicht. Aber es ist mir lieber, wenn man mich als Frau ansieht. Deshalb passt es hier, denke ich.
bei mir ist es Aktuell das Thema â— Frisur. Ich möchte irgenwie die langen Haare vernünftig in den Griff bekommen. Und dazu möchte ich wissen, welche Wünsche ich dazu bei meiner Frisörin äußern soll - sonst schneidet die ja, wie es ihr gefällt. Aber einfach nur weiter wachsen lassen, gefällt mir jetzt nicht. Dauerwelle ist keine Option, da ich selbst färbe.
Hallo Marie,
Meine Frisörin hatte mir eine Adresse gegeben, wo ich vor einem Jahr hingegangen bin.
Frage deinen Hairstylisten nach oder schaue im Branchenbuch nach.
Bin auf dem Weg. Bitte sucht mich nicht.
Melde mich demnächst wieder.
Ich habe nicht den Weg über persönliche Stilberatung gesucht, sondern habe selber nach Lösungen gesucht. Stilberatung habe ich anfangs für ziemlichen Unfug gehalten, aber es gibt durchaus Möglichkeiten, die eigene Wirkung zu steuern. Motto: Von der Vogelscheuche über den schrägen Vogel zum Schwan ...
Nach meiner Erfahrung gibt es einige grundlegenden Dinge:
in der Kleidung:
- Farbwahl: Es gibt die jahreszeitlich benannten Farbzusammenstellung auf Basis von Haut-, Augen- und Haarfarbe. Ich habe auch bei der Perückenwahl gute Erfahrungen gemacht, wenn ich mich an meiner natürlichen Haarfarbe und -struktur orientiert habe. Mit der Farbwahl greife ich automatisch zu den Kleidungsstücken, die prinzipielle zu mir passen. Hier gibt es entsprechende Farbtafel zum Ausdrucken. Mit der kleinen Farbverschiebung beim Ausdrucken kann man i.d.R. gut leben.
- Körperform: Hier gibt es X-, A-, V- und andere Formen. Im wesentlichen geht es hier um die Schnitte von Kleidungsstücken. Auch wird hier empfohlen, wann man mehr Muster in der oberen oder unteren Hälfte tragen sollte. Sehr hilfreich für uns, da es nicht unbedingt selbstverständlich ist, was welches Kleidungsstück kaschiert oder betont.
Grundsätzlich glaube ich, dass es wichtig ist, von seinen Gewohnheiten abzuweichen. Ich finde andere Farben und Schnitte toll als es für mich geboten ist. Unbedingt auch keine Scheu, ein Kleidungsstück eine Nummer größer zu wählen, die dann besser passt. Was nützt ein hübches Shirt, wenn an jeder Stelle sich die Körperform abzeichnet. Das sieht im Bereich der Taille manchmal richtig blöd aus. Machen manche Frauen leider auch so. Der Vergleich mit einer Pellwurst ist gelegentlich angebracht.
Accessoires: Auch hier kann man die Aufmerksamkeit steuern. Was will man betonen, von was ablenken ? Auch ist die Farbe gold/silber/Farben von Bedeutung.
Frisur: spannendes Thema. Von der Perücke bin ich weitgehend weg. Ich habe einen normalen Herrenkurzhaarschnitt. Die Haare sind eher fein. Die Kotletten werden so weit wie möglich gestutzt, das Deckhaar darüber darf wachsen. Wenn meine Haar etwas länger werden, mache ich ins Haar starken Festiger, föne die Frisur trocken bei gleichzeitigem Bürsten mit einer Rundhaarbürste von unten nach oben, um mehr Fülle zu bekommen. Hilfreich ist auch mit dem Kopf nach unten zu fönen. Die Haar müssen noch nicht gut aussehen. Dann sprühe ich Haarspray auf die Bürste (!) und bürste die Haare von unten mit etwas Drehungnach oben. Das gibt ein tolles Volumen. Mit etwas Gel an Fingern strähne ich die Haar etwas, so dass sie wieder etwas unordentlicher aussehen. Vorne werden sie nach oben gezogen. Vorne links und rechts zeihe ich sie nach links bzw. rechts, um die Shläfen etwas zu überdecken. Frauen haben in der Regel einen graderen Haaransatz als Männer. Ich staune jedes Mal, was ich mit meinen Haaren anstellen kann. Etwas Übung ist allerdings nötig. Dafür hält die Frisur den ganzen Tag. Evtl. notwendige Korrekturen sind immer möglich. Andere Haare haben sicherlich andere Möglichkeiten
Makeup: Es gibt jede Menge Tips im Netz. Nicht alle sind hilfreich, viele sind total unterschiedlich. Aber es gibt ein paar Grundregeln.Helles betont, dunkles lässt zurück treten etc. Einfach ausprobieren. Es muss auch nicht immer perfekt sein. Es muss auch nicht immer volles Programm sein. Meine Haut ist ja nun etwas älter, da sind Puder tabu. Durch die Fältchen schieben sich die Puder einfach aus den Falten und es sieht schlimmer aus als vorher. Profiunterstützung ist sicher sehr hilfreich, aber man kann viel selber erreichen. Für mich gilt: lieber helle Farben als dunkle, besonders an den Augen. Da habe ich mir verschiedene Sets im low cost Bereich gekauft, um damit zu probieren. Mutig auch mal Outfits probieren, die man normalerweise sonst nicht machen würde, um zu lernen, wie die verschiedenen Techniken wirken.
Ganz grundsätzlich: Niemals nicht vom eigenen Wunschdenken leiten lassen. realistisch zu erkennen,was möglich ist, ist das A+O. Dazu gehört Übung. Ruhig einmal einen Nachmittag schminken, fotografieren, abschminken und von neuem beginnen oder beide Gesichtshälften unterschiedlich schminken, um zu lernen, was positiv wirkt und was eher gegenteilig wirkt. Selbstkritisch bleiben, leider wird in der eigenen Euphorie, das einem eine tolle Frau aus dem Spiegel entgegen blickt, oft übersehen, dass das Ganze alles andere als schön für andere ist. Gefühle machen hier gerne einen Strich durch die Rechnung. Fotos machen und deutlich später analysieren, hilft mMn ungemein. Perfekt ist es, wenn man eine/n Freund/in hat, die einem eine ehrliche Antwort gibt.
Das ist meine Art, damit umzugehen. Da muss man seinen Stil selber finden. Die Regeln dazu sind verfügbar. Evtl. gibt es auch Stilberatungs- und Schminkkurse in Volkshochschulen. Könnte funktionieren, auch wenn diese für Frauen sind. Einfach einmal fragen.
Ich hoffe, das waren ein paar Anregungen für Dich. Mir hat es immer viel gebracht, selber zu probieren, da dadurch auch meine Fingerfertigkeit und mein Urteilsvermögen gewachsen ist. Kleidung habe ich oft in Kaufhäusern ausprobiert. Das gab mir viel Sicherheit was Größen und Stil betrifft. Ich greife nur noch selten völlig daneben. Manchmal probiere ich auch bewußt etwas anderes, z.B. Lederkleidung oder Abendgarderobe, aus. DAs erweitert meinen Horizont. So komme ich mit viel Spaß an der Sache zu Fortschritten. Die Ergebnisse sind nicht immer perfekt, aber gerade das macht manchmal die natürliche Wirkung aus. Aber Jede hat hier eigene Vorstellungen. Es hilft, manchmal davon abzuweichen. Vielleicht ist auch das ein grund, weshalb viele Frauen mehr Freude an Kleidung haben als Männer. Man kann so viel damit ausdrücken.
Wäre ein Stil, die man von einer Stilberatung kriegst immer noch ein Stil von einem selbst? Würde man sich damit wohl und authentisch und damit auch selbstsicher fühlen?
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 13:02
Frage:
Wäre ein Stil, die man von einer Stilberatung kriegst immer noch ein Stil von einem selbst? Würde man sich damit wohl und authentisch und damit auch selbstsicher fühlen?
Ich will es nur wissen.
VlG
Eine Stilberatung ist ein Dialog. Man findet gemeinsam was gefällt und passt. Und womit man sich komfortabel fühlt. Daher schrieb ich ja extra, ich suche kein Stylingservice, die mich nach ihren Vorstellungen stylen und dann wars das.
Keks-Marie hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 13:04
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 13:02
Frage:
Wäre ein Stil, die man von einer Stilberatung kriegst immer noch ein Stil von einem selbst? Würde man sich damit wohl und authentisch und damit auch selbstsicher fühlen?
Ich will es nur wissen.
VlG
Eine Stilberatung ist ein Dialog. Man findet gemeinsam was gefällt und passt. Und womit man sich komfortabel fühlt. Daher schrieb ich ja extra, ich suche kein Stylingservice, die mich nach ihren Vorstellungen stylen und dann wars das.
So in etwas wie eine Kaufberatung? Dan weiß ich warum ich Vorbehalte habe. Letztens im Möbelhaus hat die Verkäuferin meine bessere Hälfte für ein bestimmtes Esstisch überzeugt. Dan haben sie mich 2 zu 1 überstimmt. Jetzt haben wir ein Esstisch was ich hasse. Ein persönliches Trauma wohlgemerkt.
Keks-Marie hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 13:23
Ich bin nur nicht dein Esstisch, sondern ein Mensch. Ich suche eine Beratung für mich und nicht für dich.
Ach so ... jetzt habe ich den Dreh raus ... denke ich
Sorry, wenn ich mich nochmals einmische.
Meine Stilberaterin hatte mir gezeigt, wie mit wenigen Stilmitteln das Aussehen verändert wird. Stil bedeutet nicht nur Kleidung, sondern auch Haare, Schmuck und Accessoires.
Falls ihr möchtet, können Kleidungsstücke, Perücken oder alles was ihr möchtet dahin mitnehmen. Eine seriöse Beratung bietet sogar ein Vorgespräch an
Ferner wird of ein Service angeboten, den heimischen Kleiderschrank zu durchforsten.
Ich hatte zuerst eine Farbberatung gebucht und haben den Stil kurz angesprochen.
Die Stilberatung ist objektiv. Das ist meine Erfahrung.
Bin auf dem Weg. Bitte sucht mich nicht.
Melde mich demnächst wieder.