Was würde ich mir selber raten, wenn ich mich mit 20j treffen würde
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allgemeiner Austausch
SylviaM
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Was würde ich mir selber raten, wenn ich mich mit 20j treffen würde

Post 1 im Thema

Beitrag von SylviaM »

Ich habe mich oft gefragt was ich mir selbst raten würde, wenn ich mich mit dem Wissen von heute im Alter von 20 treffen würde.
Meine Gedankengänge sind ernüchternd.
Als erstes würde ich sagen, akzeptiere dich wie du bist. Kämpfe nicht dagegen an und warte nicht auf irgendein Heilmittel, das es nicht geben wird. Wir sind vielleicht nicht mit unseren Bedürfnissen geboren, keiner weiß es genau, wir werden jedoch damit sterben, als DWT, TV, TS oder was auch immer.
Partnerschaften werden sehr schwer. Stelle dich darauf ein, allein zu bleiben. Denn du musst es deinem Partner früh sagen, ehe die Bindungen und Zukunftspläne zu stark werden. Du kannst dich nicht dein Leben lang verstecken und deinem Partner ins Leere laufen lassen. Je früher es du sagst, desto eher wird sich dein Partner trennen. Desto wahrscheinlicher wird auch ein ungewolltes Outing, denn dein potentieller Partner wird noch keine Verpflichtungen gegenüber dir haben. Familie wird noch schwieriger, da Kinder gar keine Wahl haben und auch betroffen sein werden.
Versuche nicht allein zu bleiben. Suche Hilfe bei SHG und anderen Schwestern, denn hier wirst du Verständnis und Rat bekommen, auch wenn es emotional eng wird.
Oute dich gegenüber deiner Familie. Es ist schwer, doch sind es die Menschen, die dir in der Regel am nächsten stehen und dich unterstützen können. Sie können dennoch ablehnend reagieren. Dann sind sie es nicht wert, dann kannst du dich leider eh nicht auf sie verlassen.
Du steckst im Körper eines Mannes, und das wird man am Ende des Tages immer erkennen (Ausnahmen bestätigen die Regel). Bereite dich darauf vor und mache das Zielbild nicht als Massstab. Finde deinen Punkt, wo du dich zufrieden fühlst und richte dich daran aus, unabhängig von den Aussagen anderer.
Wahrscheinlich gibt es noch viel mehr
Michi
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Re: Was würde ich mir selber raten, wenn ich mich mit 20j treffen würde

Post 2 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Sylvia,

bis auf den Punkt, sich frühzeitig so anzunehmen wie man nun mal ist, finde ich den Rat doch ziemlich düster und pessimistisch .. nichts, was man einem jungen Menschen auf den Weg mitgeben sollte.

Ich hätte mir eher Mut gemacht, denn als ich mit Mitte 20 eine Freundin hatte, die wohl durchschaut hatte, was mit mir ist, offenbar auch kein Problem damit hatte, und mir ganz lieb eine Brücke bauen wollte, habe ich alles vehement von mir gewiesen. Ich hatte riesige Angst, sie zu verlieren, und ich habe sie wohl gerade deshalb verloren, weil ich nicht zu mir stand.


Liebe Grüße
Michi
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Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Was würde ich mir selber raten, wenn ich mich mit 20j treffen würde

Post 3 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

MichiWell hat geschrieben: Di 30. Jul 2019, 17:10 bis auf den Punkt, sich frühzeitig so anzunehmen wie man nun mal ist, finde ich den Rat doch ziemlich düster und pessimistisch .. nichts, was man einem jungen Menschen auf den Weg mitgeben sollte.
Hi...

da muss ich Michi beipflichten..

was würde ich mir raten...
verliere nicht wieder die Zeit die ich verloren habe, sei du selbst und lebe ein erfülltes Leben früher als ich es tat..

öffne dein Herz, versteck dich nicht und steh voll zu dir..

wenn du mal wieder deine Weiblichkeit lebst, brich es bitte nicht ab, es wird dir später sehr sehr leid tun..

deine Freunde stehen zu dir, sie wissen wer du bist und du wirst nie allein sein. Denn sie kennen dich fast besser als du dich selbst
und du bist eine Liebe..

lüg dich nicht selbst und vor allem niemand anderen an-du fühlst doch das du eine Frau bist..

und scheiss auf die paar Idioten die es nicht verstehen (sorry)!

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Was würde ich mir selber raten, wenn ich mich mit 20j treffen würde

Post 4 im Thema

Beitrag von Diva »

SylviaM hat geschrieben: Di 30. Jul 2019, 07:58 Ich habe mich oft gefragt was ich mir selbst raten würde, wenn ich mich mit dem Wissen von heute im Alter von 20 treffen würde.
Meine Gedankengänge sind ernüchternd.
Meine ebenso. Der Rat hieße: "Spring!"

Die paar Glücksmomente im Leben einer TS müssen dermaßen teuer bezahlt werden, dass der kurze Schmerz beim Aufprall das weitaus geringere Übel darstellt, als sich jahrzehntelang herumzuquälen. Ich war in diesen jungen Jahren bereits seelisch zerschmettert und wusste weder warum noch dass dieser Zustand nur den Anfang darstellte.
Zwar darf ich momentan meine erste Liebe erleben (was für eine traurige Spätzünderin), aber mir ist vollkommen klar, dass mit jedem neuen Tag jeweils alles zur Disposition steht. Ich spüre es am eigenen Beispiel: Wer einmal die Schwelle übertreten hat, bleibt zum gewissen Teil tot. Der Rest folgt nach, wenn alles in Scherben fliegt und die letzten Kräfte versiegen. Die Angst davor hätte ich mir ebenso wie die verschwendeten 25 Jahre in Finsternis gerne erspart.

-Diva
Zuletzt geändert von Diva am Di 30. Jul 2019, 18:21, insgesamt 1-mal geändert.
Dolores59
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Re: Was würde ich mir selber raten, wenn ich mich mit 20j treffen würde

Post 5 im Thema

Beitrag von Dolores59 »

Lebe dein Leben und nicht das Leben, was andere von dir erwarten.
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)
Marlene K.
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Re: Was würde ich mir selber raten, wenn ich mich mit 20j treffen würde

Post 6 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Ich würde auch sagen, höre nicht auf andere sondern auf Dein Herz und lerne, Dich selber zu hören und Dir zu vertrauen. Aber ich würde auch sagen, lass Dir Zeit und überstürze nichts. Wenn es ein lägeres Gespräch wäre, würde ich auch auf Gefahren hinweisen. Trotz aller Schwierigkeiten bereue ich nichts, außer der Tatsache, dass ich keine Kinder haben durfte, ohne einen Menschen zu hintergehen. Aber die Entscheidung, dann lieber keine Kinder zu haben, bereue ich nicht.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Nicole Fritz
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Re: Was würde ich mir selber raten, wenn ich mich mit 20j treffen würde

Post 7 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Sylvia,

was würde ich mir raten, wenn ich mich mit 20 treffen würde? - Ich weiß es wirklich nicht.

Das ist jetzt 40 Jahre her. Damals war eine ganz andere Zeit. Ich hatte nur mal ganz entfernt etwas von schwulen Transvestiten und von Transsexuellen gehört. Ich wurde aber nur gelegentlich zur sexuellen Erregung vor dem Spiegel zur Frau - also nur ein Fetisch!? Ich bin nicht schwul und im falschen Körper fühlte ich mich auch nicht. Also war ich zweifelsfrei ein Mann. Nur mit der Rolle in der Gesellschaft passte es einfach nicht. Männliche Kleidung war für mich langweilig und völlig uninteressant. Also zog ich widerwillig das an, was ich meinte, dass man es von mir erwartete. Eine Alternative sah ich nicht.

Und so zog es sich überall durch. Die von der herrschenden Männlichkeit geprägte Hierarchie lehnte ich angewidert ab, man erwartete aber von mir in Schule, Uni und später als Ingenieur, dass ich dieses Prinzip anwendete. Also machte ich es. So hasste ich diese Rolle immer mehr, die ich nur spielte, und mein wahres Ich wurde immer kleiner und unbedeutender. Die Frauen, die ich kennen lernte, verliebten sich in meine Rolle. Und wenn sie merkten, dass ich diese nichts mit meinem wahren Ich gemeinsam hatte, ging es immer wieder auseinander.

Was hätte ich also tun sollen? SHG für TS aufsuchen? - da gehörte ich nicht recht hin. Mich mit Schwulen treffen? - das passte auch nicht. Und irgend etwas anderes kannte ich nicht. Sollte ich mich vielleicht mit meinem "Fetisch" outen? - Bei wem? Und was sollte das bringen? - Für meine Mutter machte ich sowieso immer alles falsch, und meinen Vater schien es nicht zu interessieren, was ich tat.

Also wartete oder hoffte ich auf die "richtige" Partnerin, die es unter den oben genannten Umständen nicht geben konnte. Im Beruf brachte ich die nötige Durchsetzungskraft immer weniger auf. - Bis am Ende alles sinnlos wurde.

Ich kann nur sagen, dass mein Leben völlig anders verlaufen wäre, wenn ich überhaupt nur irgendwie die Gelegenheit gehabt hätte, mein wahres Ich zu erkennen. Doch wo hätte es mich hin geführt? - absolut keine Ahnung! - Und jetzt würde es mir auch nichts helfen, wenn ich es wüsste.

Also schaue nicht zurück und lebe jetzt Dein Leben.

LG Nicole
Michi
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Re: Was würde ich mir selber raten, wenn ich mich mit 20j treffen würde

Post 8 im Thema

Beitrag von Michi »

Dolores59 hat geschrieben: Di 30. Jul 2019, 18:19 Lebe dein Leben und nicht das Leben, was andere von dir erwarten.
Kurz und knapp auf den Punkt gebracht.

Nur .. ob man mit um die 20 diese Aussage bereits in ihrer Tiefe erfassen kann, dass ist die große Frage. Was weiß man schon in dem Alter, was dieses "mein Leben" ist?! Wir haben doch damals eher die Augen verdreht, wenn uns wer mit solchen .. wir sagten damals altklugen Sprüchen gekommen ist.


Liebe Grüße
Michi
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Helga
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Re: Was würde ich mir selber raten, wenn ich mich mit 20j treffen würde

Post 9 im Thema

Beitrag von Helga »

Hallo Allerseits,
schöner Gedanke!
Zunächst einmal würde ich versuchen mir zu erklären wer und was ich eigentlich bin. Einfach ein Mann mit einer kritischen Einstellung zum Geburtsgeschlecht. Einer unter vielen mit einer völlig harmlosen Neigung. Aus männlicher Sicht heterosexuell, fähig ein ganz "normales" (was auch immer das ist) Leben zu führen. Diese Info fehlte mir mit 20 völlig.
Ich würde mir raten die Neigung nicht zu verleugnen oder zu unterdrücken, da sie sonst umso stärker hervorbricht. Ich würde mich ermutigen dies öfter mal auszuleben, gerne mal rauszugehen aber mir gleichzeitig auch Spielregeln aufzuerlegen um mir nicht die Chance zu nehmen mich wie ein normaler junger Mann zu entwickeln, denn die Neigung darf nicht das Leben bestimmen.
Ich würde mir raten mich vorsichtig nach Verbündeten umzusehen, möglicherweise könnte die jüngere Schwester durchaus hilfreich sein. Mit dem Überblick den ich dank Internet heute habe würde mir Adressen nennen bei denen ich Gleichgesinnte treffen könnte.
Ich würde mir aber auch ein paar gezogene Lottozahlen von 1987 mitbringen um die billige Karnevalsperuecke und die Flohmarkt- Klamotten entsorgen zu können.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
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Re: Was würde ich mir selber raten, wenn ich mich mit 20j treffen würde

Post 10 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, miteinander,

ob ich es wüsste, was ich mit 20 jetzt mir raten würde? Mir gehtes wie Nicole. 20 war ich vor rund 40 Jahren. Von Trans* hatte ich noch nie etwas gehört und wagte kaum zu denken, dass es so etwas geben könnte. Damals war ja schon Schwul etwas, worüber man nicht sprach. - Damals gab es aber noch kein Internet. Damals gab es keine Beratungen irgendwo in Deutschland. Kein Verständnis sichtbar für jemanden, der aus der Rolle fällt, irgendwo oder so. Dann lieber seiner Neigung im Geheimen in Gedanken nachhängen, sich nichtas anmerken lassen, nicht auffallen und darüber schweigend die erwartete Rolle mitspielen.

Was würde ich heute raten? - So nicht mehr.

Mit 20 würde ich heute im Internnet recherchieren, Selbsthilfegruppen ausfindig machen und besuchen. Mit anderen darüber reden. Leute suchen, die Verständnis haben. Auf mich und mein Herz lauschen. Ich würde mir ordentliche Klamotten und Schuhe, die mir gefallen, auch zulegen und Gelegenheiten finden mich darin zu zeigen und im Alltag zu leben. Mich gegenüber Bekannten und Verwandten outen. Und ich würde zum CSD gehen, mitmachen, mitfeiern und mich noch mehr informieren.

Ich glaube nicht, dass ich allein und einsam leben müsste. Ich würde ehrlich zu mir sein, dass ich zu wenig über mich wisse. Ich würde meine Neuigierde darauf, mich selber mehr zu entdecken und zu finden, voll ausleben.

Ach ja, und ich würde mir bei einer lieben Friseusin eine tolle Frisur machen lassen.
Mit den Haaren, die ich mit 20 hatte.


Liebe Grüße
Inga
Jaddy
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Re: Was würde ich mir selber raten, wenn ich mich mit 20j treffen würde

Post 11 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Erinnert ihr euch an den Song "Everybody's free (to wear Sunscreen)"?

Der Text stammt von Mary Schmich, geschrieben als fiktive Rede für eine Abschlussklasse 1997.

Vom Inhalt, Tonfall, Empathie und Ehrlichkeit gehört das für mich zum Besten, was als Essenz im Rückblick wert ist weitergegeben zu werden. Heck, manchmal fühle ich mich genau in der Position, wenn ich in den trans Gruppen hier mit Menschen um die 20 rede. Aber "advice, like youth, probably just wasted on the young" :)

Hier ein Erklärtext über die Entstehung und ein Transkript des Artikels, der im Original aktuell nicht von Europa aus erreichbar ist. Say Leistungsschutzrecht...

Whoopy Highfly
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Re: Was würde ich mir selber raten, wenn ich mich mit 20j treffen würde

Post 12 im Thema

Beitrag von Whoopy Highfly »

Ich frage mich, wieso ausgerechnet mit 20Jahren?
Das wirkliche Bewustsein fängt mit 3-5Jahren an. Alles, was vorher passiert, wird im Unterbewusstsein gespeichert.
Dann stellt sich mir die nächste Frage, seit wann wurde uns bewusst, "anders" zu sein. Und was heißt "anders".
Bin auf dem Weg. Bitte sucht mich nicht.
Melde mich demnächst wieder.

Bye
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Re: Was würde ich mir selber raten, wenn ich mich mit 20j treffen würde

Post 13 im Thema

Beitrag von Gaby Bergmann »

Jaddy hat geschrieben: Di 30. Jul 2019, 23:56 Erinnert ihr euch an den Song "Everybody's free (to wear Sunscreen)"?
Ja, hier, Abi '97 )))(:
Das Lied lief damals auf SWF3 (oder war's schon SWR? ne glaub nicht...) rauf und runter. Wir fanden es alle "cool", weil es "in" war. Ab und an hörte man auch genauer zu und dachte, ja, klingt eigentlich ganz sinnvoll, was der sagt.

Und heute? In der gut zwanzigjährigen Rückschau... ja, zustimmendes Nicken... da ist schon viel Wahres dran...

Danke für's Erinnern an diesen tollen Song.

LG Gaby. (moin)
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Re: Was würde ich mir selber raten, wenn ich mich mit 20j treffen würde

Post 14 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Ich hab das glaube ich schon geschrieben irgendwo:
Wenn ich heute nochmal 20 wäre - mit den heutigen Möglichkeiten und dem heutigen Wissen über Transistion - es wäre keine Frage mehr.
Ohne zu zögern würde ich meinen Weg als Frau durchziehen und glücklich Leben.
Ich hab schon 60 Jahe ünglücklich hinter mir - das genügt.

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Re: Was würde ich mir selber raten, wenn ich mich mit 20j treffen würde

Post 15 im Thema

Beitrag von Vincent »

Hallo,
diese Frage habe ich mir auch schon gelegentlich gestellt, leider ist sie sehr hypothetisch.
Nicht nur wegen der zeitlichen Unmöglichkeit, sondern auch weil ich damals ein anderer Mensch war.

Ich hätte mit 20 wohl meine heutigen Worte vernommen, hätte mich aber nicht danach verhalten können, ich war in meiner damaligen Situation verwurzelt, und hatte nicht mal die Idee, dass man das leben könnte, was ich heute lebe.

Heute bin ich mir sicher, dass auch noch mehr geht, als das was mir meine Selbstbeschränkung auferlegt, und vermutlich werde ich auch diese Fesseln noch abstreifen - alles geht.

Vor 30 Jahren gab es nur Mann oder Frau für mich, und ich wundere mich immer noch über mich, dass ich sogar kurz als Frau gelebt habe, den Mut dazu hatte und keine Probleme damit.

Dass nur Frau für mich nichts ist, der ständige Wechsel als Crossdresser auch nicht, diese Erfahrung habe ich gemacht, aber kein Rat hätte mir genutzt zuzulassen, dass man unabhängig von Geschlechternormen man selbst sein kann.

Manches ist diesbezüglich auch leichter geworden in den vergangenen 30 Jahren.

Und, ganz wesentlich, ich würde mir raten, zu Partnerinnen von Anfang an offen zu sein, wohl wissend, dass man es nicht kann, solange man sich selbst nicht akzeptiert hat.
LG

Vincent
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