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Daniela Nicola hat geschrieben: Di 2. Apr 2019, 17:08
Ich habe ja den Kollegen bloßgestellt
Na bitte, dann dürfte er ja nun einen Eindruck davon haben, wie sich sowas anfühlt...
Vielleicht reichte das ja auch schon, um ein paar Gedanken bei ihm anzustoßen.
Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
Daniela Nicola hat geschrieben: Di 2. Apr 2019, 17:08
Kommt aber letztendlich nicht in Frage, weil ich mich auf keinen Fall auf die selbe primitive Ebene begeben möchte.
Es kommt immer darauf an, wie man es anwendet. Mit einer Frage verbunden, hat das wenig mit Primitivität zu tun. Z.B. "Möchtest Du, dass man Dich mit weiblichen Pronomen anspricht ? Wir können das ja einmal probieren, wenn Du magst." Oder so ähnlich. Es geht ja nur um Problembewußtsein.
ich möchte mich nur noch mal kurz melden. - Offensichtlich besteht ja doch Hoffnung bei dem Musiker-Kollegen.
Bei meinen Nachbarn halte ich dagegen jeden Versuch für zwecklos. Er ist beispielsweise fest davon überzeugt, dass der Betriebsrat dafür verantwortlich war, als die MAN ihr Werk bei Mainz schlossen. Da lässt doch irgendwie das Weltbild von Ekel Alfred aus der Fernsehserie grüßen. Entsprechend wurde die Gender-Forschung von den Kommunisten erfunden und eingeführt um zur Durchsetzung der Weltrevolution unser System zu unterhöhlen. Gegen solche "soliden" Argumente kommt keiner an.
Ich singe und spiele Gitarre in einer Rockband, die auch von mir geleitet wird. Unserer früherer Schlagzeuger (er hat vor einem Jahr aus gesundheitlichen Gründen aufgehört), der auch in meiner unmittelbaren Nachbarschaft wohnt, hat sich ganz ähnlich verhalten. Wenn ich ihn darauf angesprochen habe, dann hat er es abgetan mit Sätzen, "Es ist ja keine Absicht" und "Du weißt ja, wie ich es meine", "ich denke nicht immer dran", etc.
Ich weiß, dass es keine Boshaftigkeit oder etwas ähnliches ist. Er ist eben auch schon etwas älter und tut sich generell mit Veränderungen sehr schwer.
Irgendwann ist es mir dann zu bunt geworden und ich habe ihn dann mal unter 4 Augen zur Rede gestellt und Klartext gesprochen. Dabei habe ich ihm auch klar gemacht, wie das aus meiner Perspektive aussieht. Und ihm klar gemacht, dass ich durchaus Verständnis habe, wenn jemand sich mit der (sprachlichen) Umstellung schwer tut, dass das aber nach mehr als drei Jahren kein Thema mehr sein darf.
Glücklicherweise hat das dann gefruchtet und ist mittlerweile auch kein Thema mehr. Es hat dann zwar ein paar Proben gebraucht, bis er es abgestellt hatte. Aber es war zu erkennen, dass er sich aufrichtig bemüht hat.
Wäre das nicht der Fall gewesen, dann wäre ich auch einen Schritt weiter gegangen und klar gestellt, dass ich nur mit ihm weitermache, wenn er das in angemessener Zeit abstellt. Glücklicherweise ist es dazu nicht gekommen.
Ich finde es absolut richtig, wie Du damit umgehst. Wenn er sich tatsächlich bloßgestellt fühlt, dann hat er das aus meiner Sicht nur sich selbst zuzuschreiben. Und dazulernen tut eben auch manchmal weh. Wie Du schon geschrieben hast, er hat sich vermutlich keine Gedanken gemacht. Gedankenlosigkeit ist nur kein guter Grund, andere respektlos zu behandeln.
Auch ein falsches Pronomen zu benutzen, ist aus meiner Sicht der falsche Weg. Das führt nur zur Verhärtung und Eskalation. Das gleich gilt für eine Klage. Auch wenn Du vor Gericht gewinnst, am Ende werden alle und auch euer Ensemble verlieren. Das wäre doch schade.
Ich drücke dir die Daumen, dass ihr das gelöst bekommt.
Liebe Grüße
Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)