Der Frust danach
Der Frust danach - # 3

allgemeiner Austausch
Jenina
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Re: Der Frust danach

Post 31 im Thema

Beitrag von Jenina »

Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 13:11 ..... Es heißt natürlich auch nicht, das Du zwangsläufig TS bist, aber ein unglückliches Leben mit unterdrückten Gefühlen führt früher oder später zum großen Knall.....wie auch immer der dann aussehen mag. Ein Leben "für andere" kann schön sein, aber nur wenn man dabei nicht selbst auf der Strecke bleibt.
....
In diesem Fall einer "Beratung" kann ich jetzt glücklicherweise auf den hervorragenden Beitrag von Jaddy verweisen: https://www.crossdresser-forum.de/phpBB ... 38#p228338 )Ich hätte es nicht besser ausdrücken können, noch mal hier meinen heißen Dank an Jaddy!

Wie heißt es dort so schön:
. wird eine nicht-binäre ID von anderen häufig gar nicht ernst genommen, sowohl von Cis-, wie von Transpersonen. "Du pickst dir nur die Rosinen raus", "hast dich nur noch nicht entschieden", "das ist jetzt aber echt männlich/weiblich" (je nach Zuschreibungsgeschlecht). Manche lehnen die Existenz von nicht-binärem Geschlechtsempfinden generell ab. "Es gibt nur männlich und weiblich". Transpersonen vermuten, dass Enbys sich "um das Leiden durch den Transprozess" drücken. Auch das eine Variante von "du machst es dir ja einfach" und "echt ist nur, wer genauso gelitten hat". Dabei verkennen sie, dass Enbys hierzulande gar keine offiziellen Möglichkeiten für irgendeine Form von Transition haben - wenn sie das denn wollen.
Ich kann leider nicht anders, aber diese oben angesprochene Art eines angeblichen Auswegs, nur weil sie eine gesellschaftlich mittlerweile halbwegs tolerierte Form des trans* Seins ist, ist nach meiner ganz persönlichen Meinung (!!!) eben für die allermeisten trans* Menschen trotzdem nicht der richtige Weg. Die "Leiden" abwägen zu wollen würde ich mir nicht zutrauen, zumal diese "Leiden" ganz bestimmte Ursachen haben die zum allergrößten Teil von Außen bestimmt sind.

Es geht ja in diesem Thread vor allem um die Tolerierung des trans* Seins durch die Partnerin. Da ist es völlig egal ob TS, TV/CD oder NB. DIe Herausforderung für die Partnerschaft ist dabei völlig gleich, im schlimmsten Fall kommt es eben zur Trennung. Aber ob die nun von einem TV/CD erfolgt oder von einer TS ist dabei irrelevant. Das Problem ist das Unverständnis dafür, was Transidentität für einen Menschen bedeudet. Und das liegt an den Schranken, die von Erziehung, Kultur, Religion und was auch immer in einen Menschen eingepflanzt wurden. Da hilft selbst ein rationales Verständnis nichts, derjenige kann nur bis zu bestimmten Grenzen gehen. Wie weit man diese verschieben kann und dann Kompromisse langsam und vorsichtig aufbaut, lässt sich nur mit viel Zeit und Mühe sagen - wenn es einem das wert ist. Im anderen Fall ist Trennung das Beste, wobei man bedenken sollte, dass man dann ein anderes Leben hat. Garantiert, dass das ein besseres ist, wird das von niemandem.

Jenina
Disclaimer: Dies ist eine persönliche Meinung, sie ist möglicherweise inkompatibel mit Deinem Glauben/Lifestyle/Parteiprogramm!
evacampelli
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Re: Der Frust danach

Post 32 im Thema

Beitrag von evacampelli »

Hallo zusammen,
aus meiner ganz persönlichen, nicht übertragbaren, unverbesserlich optimistischen Sicht:

Ich freue mich auf meine Zeiten als Eva! Die sind begrenzt und werden (soweit ich das aktuell sehe) immer begrenzt sein.
In der Zeit habe ich ein gutes Körpergefühl, fühl mich wohl und erlebe schöne Dinge.
Ich genieße es chic angezogen und geschminkt zu sein - genieße das Gefühl als Frau gesehen und als solche behandelt zu werden.

Wenn ich mich dann wieder umziehe und abschminke, bin ich im ersten Moment schon auch frustiert: die attraktive Frau, die ich so gerne bin, ist optisch weg. Ich fühl mich nackt und mit irgendwelchen Resten von Mascara um die Augen auch ziemlich derangiert...
Meine (weibliche?) Gefühlswelt bleibt mir aber ja erhalten. Das fühlt sich gut an und wird schon auch immer stärker.

Aber - Ich erlebe auch als Mann schöne Dinge, die ich als Frau nicht erlebe oder bei denen es egal ist in welchem Geschlecht ich sie mache.

Ich werde gerne als erfahrener Kollege gesehen und geschätzt. Erfolg im Beruf ist mir wichtig und befriedigt mich, als Mann fühl ich mich da sicher.

Ich arbeite gerne körperlich im Garten und am Haus. Das geht als Kerl für mich besser.

Meine Bergtouren sind reine Erholung und die kann ich als Mann auch gut machen. Ich denke bei einer Kletterpassage im II oder III Schwierigkeitsgrad nicht über irgendwas nach. Auch nicht darüber wie schön es ist als Frau auszugehen.

Beim Kochen versinken meine Hände im Knödelteig oder drehen das Goulaschfleisch im heißen Butterschmalz - Pure Lust!

Ich mag es sehr wenn ich meine Liebste im .... (hier unterbrechen wir kurz unsere Sendung für einen schwarzen Balken)

Unzufriedenheit und Frust kenn ich natürlich auch. Siehe oben.

Es hat lange gedauert, aber seit ich mir immer wieder klarmache, dass Glück in beiden "Rollen" entsteht und Teil meines Lebens sein kann, ist es einfacher geworden.

Ich weiß zwar nicht wie lange ich das schöne Gefühl des Gleichgewichts erhalten kann, aber viel lässt sich über die bewusste Wahrnehmung von positiven Dingen in der "Männerwelt" ausbalancieren. Generell kann man ja immer das Glas als halb voll oder halb leer ansehen. Ich versuche mich darin zuerst mal das positive zu suchen. Gelingt nicht immer, aber immer öfter...

Liebe Grüße
Eure Eva
YaCD
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Re: Der Frust danach

Post 33 im Thema

Beitrag von YaCD »

bianca hat geschrieben: Do 3. Jan 2019, 18:54 ... wenn da nicht DIESES EINE Thema wäre: Crossdressen. Ich trage das eigentlich schon das ganze Leben mit mir rum. Eine Zeit lang dachte ich, das 'Problem' sei ausgestanden. Aber schleichend kam es wieder. Vor vielen Jahren (irgendwann in den 1990ern) hatte ich zum Fasching (zuhause in der Wohnung) dann mal einen Rock, Bluse und Strumpfhose angezogen. Perücke brauchte ich nicht, weil ich damals eine ziemliche Mähne dran hatte, ähnlich wie Wolle Petry. Die Reaktion war nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte (hoffentlich ist das nur heute mal so; ist schon bisschen abartig...).
Nach einiger Zeit (das Verlangen nach Weiblichkeit in mir wurde immer stärker) versuchte ich das Gespräch vorsichtig auf das Thema zu bringen. Beispielsweise als eine Show mit Georg Preusse alias Mary im Fernsehen lief. Auch hier wieder totale Ablehnung. Mit der Zeit habe ich das dann gelassen und mich mit meinem Schicksal abgefunden.
...
Hallo Bianca,

das kommt mir sehr vertraut vor. Ich bin in einer ähnlichen Situation, wenn auch noch nicht so lange verheiratet und mit noch kleineren Kindern. Aber meine Frau merkt bei jeder kleinen Gelegenheit an, dass sie meine weibliche Seite nach dem erzwungenen Outing nicht akzeptiert. Wie auch schon im Thread zu lesen, ist mir momentan das Risiko, meine Kinder zu verlieren, viel zu groß, als es jetzt auf ein umfassendes, weiteres Outing mit möglicher Trennung ankommen zu lassen. Da auch ich nur ab und zu gerne Frau bin, versuche ich es auf meinen Dienstreisen auszuleben. Bevor jetzt wieder der "erhobene Zeigefinger" kommt: Ich bin mir durchaus bewusst, dass diese Heimlichkeit bei Entdecken erst recht zur Trennung führen kann/wird.

Ich kann also Deine Gedanken aus dem Ursprungspost komplett nachvollziehen, aber eine einfache Lösung gibt es (wohl) nicht.

Liebe Grüße
Michaela
———
Michaela Zeigtgern - Yet another Crossdresser
Viggy
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Re: Der Frust danach

Post 34 im Thema

Beitrag von Viggy »

Im Prinzip ziehe ich meine Lieblingskleidung abends wenn meine Tochter nach Hause kommt auch nur sehr ungern aus.
Ich habe mir die Sache dadurch etwas erleichtert, dass ich mittlerweile auch im Männermodus Oberbekleidung (Jeans, Shirts, Pullis) nur noch aus der Damenabteilung trage, aber eben solche, die erst auf den zweiten Blick als solche erkennbar ist.
Sophia69
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Re: Der Frust danach

Post 35 im Thema

Beitrag von Sophia69 »

Hallo Zusammen,
na klar kenne ich auch den Frust danach!
Falls ich nichts überlesen habe, möchte ich doch mal an dieser Stelle ein wenig provokant werden:
All die Ausführungen bis hin zu den erteilten Ratschlägen, für das eigene Seelenwohl und die Gesundheit doch immer und offen und ehrlich mit sich und seiner Partnerin oder Frau umzugehen und zu sich, seinem Crossdressing zu stehen, mag ich nur sagen:" Wer ganz offen ist, ist nicht ganz dicht!"
Denn seien wir doch mal ehrlich oder zunächst einmal ich zu mir selbst. Ich liebe und begehre meine Frau AUCH weil sie sich äußerst weiblich und sexy gibt, kleidet und es liebt ihre Weiblichkeit in vollen Zügen auszuleben. Würde sie mir morgen plötzlich als Mann gestylt gegenüber treten wäre dies sicherlich nicht nur ein Schock für mich, sondern das Verlangen sie zu begehren wäre weg, da ich nicht auf Männer stehe. Dass ich die Person weiter liebe steht nicht in Frage. Aber was wird denn dann plötzlich aus der Beziehung? Mein Verlangen nach Sex mit meiner Frau, als Frau könnte nicht mehr gestillt werden bzw. befriedigt. Da für mich auch absolut gelebte Sexualität zu einer Beziehung gehört, würde nun die gesamte Beziehung vor dem Aus stehen.
Seien wir doch auch mal emphatisch, indem wir beachten womit wir unsere Frauen konfrontieren und brechen eine Lanze für sie, statt immer nur zu hoffen, das sie Verständnis für uns aufbringen und wohl nach einem Outing uns noch mehr lieben. Wieso sollen unsere Frauen nicht auch die Lust und das Verlangen danach haben mit einem Kerl zusammen zu sein?
Das ganze soll heißen, warum nicht aus der Not eine Tugend machen? Das halb volle Glas sehen und es heimlich genießen seine weibliche Seite auszuleben. Wenn ich mich weiblich fühle kann ich auch in Männerkleidung meine für mich weiblichen Gefühle fühlen und genießen. Und da ich CD bin kann ich auch mein Mannsein und die Männerwelt ebenfalls genießen. Ich bin weder Opfer einer Gesellschaft, die größtenteils nur zwei Geschlechter akzeptiert, noch leide ich unter einer Frau, die mich nur als Kerl will!
Ja, und es gibt diesen Frust danach. Aber vielleicht ist er ja nur die etwas bittere Eintrittskarte für ein wunderbares Leben sowohl in einer weiblichen, als auch einer männlichen Welt.

P.S.: Für mich gibt es auch das Podon zu diesem Frust, nämlich, dass ich mich als Mann so wohl fühle, dass ich Angst habe Liz zu verlieren und dann wohlüberlegt und nicht aus Lust Dessous anlege, um zu sehen ob es mir noch gefällt Aber da hat mich diese Forum schon ganz beruhigt, wer einmal CD ist, der ist es immer (he)

Liebe Grüße Liz
Bea Magdalena
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Re: Der Frust danach

Post 36 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena »

Hallo Liz,

ich bin da wohl zu oldschool.
Gemäß dem Spruch: Ehrlich währt am längsten.
Selber mag ich auch nicht belogen werden, es würde mich sehr verletzen.

Jede, so wie sie es mag.

Lieben Gruß
Bea
ich bin keine Frau, leider
und werde bedauerlicherweise auch nie eine Frau (100%) werden können.
Aber: ich fühle mich als Simulation einer Frau und dabei bin ich mega glücklich!
Frieda
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Re: Der Frust danach

Post 37 im Thema

Beitrag von Frieda »

Ich grüße dich Liz und danke dir für deine ehrlichen Worte.
Beim lesen dieser wuchs meine Dankbarkeit zu meiner Michi mit jedem Wort mehr.
Deine (für mich engstirnige) Wahrnehmung zeigt mir klar und deutlich, dass Michi&mein Denken und Handeln, ein langfristiges Ziel im Fokus hat.

Sein Leben nur nach der Befriedigung (egal welcher Art diese Befriedigung auch ist) auszurichten, ist, auch wenn manch Andere(r) es nicht mal ansatzweise einsehen können/wollen, immer nur mittelfristig gedacht. Die Befriedigung von Äußerlichkeiten, oder sexueller Lust, oder Rauschmitteln oder oder oder, befriedigt in uns immer nur eine Lustschwelle egal in welcher Form auch immer. Die Gefahr besteht, dass die Schwelle immer höher liegen wird, wenn man nur oberflächlich bleibt.
So zu leben ist niemals wahrhaftig tiefsinnig! So befriedigen wir in uns nur Verlangen, Begierde nach Etwas. Wir verkümmern dadurch unseren Geist und unsere Seele.
Wäre ich die Partnerin eines so oberflächlichen Wesens hätte ich große Sorge, bei Krankheit oder anderen Schicksalsschlägen oder nach natürlichen Alterungsprozessen ausgewechselt zu werden.

Mir bleiben Herz und Hirn und Ehrlichkeit weiterhin das Wichtigste zwischen zwei Menschen die wahrhaftig tiefe Liebe (und nicht nur körperliche Begierde) empfinden können.
Und genau dazu gehört für mich auch, meinen Partner glücklich zu wissen.

Für mich ist es fraglich ob du in deiner Zukunft mit zB über 60 Jahren auch noch so denken wirst, wie gerade in deinem Post beschrieben.

Namaste🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
Sophia69
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Re: Der Frust danach

Post 38 im Thema

Beitrag von Sophia69 »

Ehrlich währt am längsten!
Ethisch, moralisch hört sich dies erst mal gut an. Aber wie ist es, wenn wir immer ehrlich sind und nicht mal charmant oder einfach galant sind?
Müssen und dürfen wir mit der Ehrlichkeit auch immer Verletzungen in Kauf nehmen ??? Und somit auch Komplimente moralisch verwerflich ansehen, denn sie spiegeln ja nicht 100 prozentig die Realität und Wahrheit ab!
Dies für all diejenigen, die die Wahrheit und die Moral für sich gepachtet haben!
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Re: Der Frust danach

Post 39 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Liz hat geschrieben: Sa 19. Jan 2019, 18:39 Ehrlich währt am längsten!
Ethisch, moralisch hört sich dies erst mal gut an. Aber wie ist es, wenn wir immer ehrlich sind und nicht mal charmant oder einfach galant sind?
Müssen und dürfen wir mit der Ehrlichkeit auch immer Verletzungen in Kauf nehmen ??? Und somit auch Komplimente moralisch verwerflich ansehen, denn sie spiegeln ja nicht 100 prozentig die Realität und Wahrheit ab!
Dies für all diejenigen, die die Wahrheit und die Moral für sich gepachtet haben!
Hi Liz,

ich glaube du vermischt da jetzt ein bisschen was..
Ehrlich zu sein hört sich nicht nur gut an, sondern ist es
eben auch..
was nutzt es galant oder charmant zu sein, wenn das
gelogen ist? Es gibt durchaus Menschen mit einem feinen Gespür, die solche sorry "Schmierlappen" ganz
schnell aussortieren..beziehe das jetzt aber bitte nicht
auf dich.
Die Wahrheit kann verletzend sein, gar keine Frage, muss
sie aber nicht-sie kann nämlich helfen sich zu verbessern, zu lernen und Fortschritte zu machen.
Dauerheuchelei führt zu Stillstand und in meinen Augen
zu einer Gesellschaft in der Unwahrheiten die Tore
geöffnet sind!
Ein Beispiel-viele Lebensmittel aus China werden in
Deutschland umgelabelt um den Anschein zu erwecken,
sie wären hier produziert worden. Tatsächlich muss bei
vielen hochverarbeiteten Lebensmitteln in China gar
nichts deklariert werden-sprich hier ist gar nichts
der Wahrheit entsorechend-nur die Veroackung wurde
meinetwegen in Hessen gemacht! Mogelpackung..
Mir ist eine mal unfreundliche Verkäuferin auf dem
Markt lieber, als mich vergageiern zu lassen..weil das
Produkt ehrlich ist..

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Der Frust danach

Post 40 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena »

Liz hat geschrieben: Sa 19. Jan 2019, 18:39 Ehrlich währt am längsten!
Ethisch, moralisch hört sich dies erst mal gut an. Aber wie ist es, wenn wir immer ehrlich sind und nicht mal charmant oder einfach galant sind?
Müssen und dürfen wir mit der Ehrlichkeit auch immer Verletzungen in Kauf nehmen ??? Und somit auch Komplimente moralisch verwerflich ansehen, denn sie spiegeln ja nicht 100 prozentig die Realität und Wahrheit ab!
Dies für all diejenigen, die die Wahrheit und die Moral für sich gepachtet haben!
Hallo Liz,

nein, die Wahrheit und die Moral hab ich nicht für mich gepachtet.
Moralapostel (gibts da eigentlich auch eine weibliche Form?) will ich genausowenig sein.

Ich fühll mich einfach ehrlich besser als z.B. mit Lügen und Betrügen.

Mit Ehrlichkeit jemanden verletzen kann möglich sein. Aber immer noch besser als mit Lüge verletzen, meine Meinung.
In meiner Partnerschaft will ich lieber nichts unternehmen (auch anstellen), das ich nicht vorher oder danach erzählen kann.

Lieben Gruß
Bea
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Re: Der Frust danach

Post 41 im Thema

Beitrag von Michi »

Liz hat geschrieben: Sa 19. Jan 2019, 18:39 Ehrlich währt am längsten!
Ethisch, moralisch hört sich dies erst mal gut an. Aber wie ist es, wenn wir immer ehrlich sind und nicht mal charmant oder einfach galant sind?
Hallo Liz,

ehrlich zu sein bedeutet nicht, dass man andere verletzen muss. Es kommt immer auf die Wortwahl und den Ton an, in dem man etwas sagt. Und außerdem: Was nützt dir das netteste und charmanteste Kompliment, wenn dir klar ist, dass es nicht ehrlich gemeint war? Dann fühlst du dich doch total verarscht.

Liebe Grüße
Michi
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Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Der Frust danach

Post 42 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Bevor ich heuchlerische Komplimente verteile, sag ich lieber gar nix. Das gilt sowohl hier als auch anderswo. Heuchler kann ich nicht ausstehen. Wer nach meiner Meinung fragt, bekommt sie natürlich auch....allerdings ungeschönt (smili)

Liebe Grüße
Michelle
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Re: Der Frust danach

Post 43 im Thema

Beitrag von Frieda »

Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Mo 21. Jan 2019, 07:44 Wer nach meiner Meinung fragt, bekommt sie natürlich auch....allerdings ungeschönt (smili)
Es ist nur eine Frage des darüber Nachdenkens, des Wollens und des Übens, wie man auch negative Dinge ehrlich mit Achtung/Respekt anspricht.
Und bevor man verletzt, ist schweigen der richtigere Weg ..das sehe ich auch so, liebe Michelle.

Namaste🙏
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Re: Der Frust danach

Post 44 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Ich sage ja nicht, das die ungeschönte Meinung ohne Achtung und Respekt kundgetan wird, liebe Frieda
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Re: Der Frust danach

Post 45 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hmmm, gerade bei Komplimenten ist es so eine Sache. Wenn man einem Supermodel Komplimente macht herrscht ein anderes Maas als wenn man z.B. einen jemanden Komplimente macht, der längere Jahre nichts mit sich anfangen konnte (wir).

Ich denke:
a. Man muss nicht immer die selbe Skala verwenden
b. Auch wenn alles nicht perfekt ist kann man die positiven Aspekte schön finden
c. Man kann den Delta (also die Entwicklung) gut finden und dafür einen Kompliment machen
d. Komplimente zum Mut machen sind auch keine Heuchlerei

Aber ich hatte schon immer einen sehr pragmatischen Ansatz zum Leben.

Geben wir mal einen praktischen Beispiel: Unsere likes bei "Was trägst du heute"

Hat jemand eine Idee was da die Kriterien sind? Manchmal denke ich es geht nur um die Güte/Kombination der Kleidung. Manchmal denke ich, es geht um den Inhalt der Kleidung. Manchmal denke ich ist es wie im Eurovision Song Contest und es geht um Cliquen-/Sympathie-Verhalten. Ich Persönlich achte auf die Personen und deren Entwicklung und dann die Kleidung. Also sind die Kriterien nicht genormt ;)

Genau so verhält es sich auch bei Lügen. Ich bin strick gegen "aus Prinzip oder Boshaftigkeit lügen". Aber immer die Wahrheit sagen ist ein unbedachtes sogar böses Konzept. Es gibt da ein altes mongolisches (denke ich) Sprichwort: "Wer immer die Wahrheit sagt, braucht ein sehr schnelles Pferd"

Nun da heute die information mit Lichtgeschwindigkeit wandert und von unfehlbaren Algorithmen verwaltet wird, bräuchte man ein FTL-Antrieb. Habe ich nicht. Lügen, für einen guten Zweck. Ja das gibt es. Man kann damit Freundschaften rette, Ehen, Geschäfte, alles.

Für mich kommt es immer wieder auf das eine zurück (wie auch bei der Humor Diskussion): Die Intention

Wenn die Absicht böse oder unrein -> dann Lügen schlecht
Umgekehrt durchaus legitim (meine Meinung) - wobei es nicht zur Regel werden sollte.

VlG
The trick is to keep breathing

I have big dreams and a small world in between
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