Man kann mir gerne unterstellen, dass ich mir die Teile aus dem Artikel picken würde, die in mein Weltbild passen, oder gar, dass ich nur die Überschrift gelesen hätte. - Jede(r) wie es ihm/ihr beliebt. An solche Unterstellungen bin ich gewöhnt. Wir sind ja ein freies Land.
Tatsächlich habe ich wieder mal gar nicht so zufällig den Artikel im Ganzen gelesen, durfte das Gelesene so aber hier nicht einstellen, weil das ein unzulässiges Vollzitat gewesen wäre.
Beim aufmerksamen Lesen, ohne Auslassung der problematischen Stellen und die Aussagen im Zusammenhang betrachtend, kann man durchaus die Erkenntnis gewinnen, dass die Kernaussage wohl mit salbungsvollen Worten garniert sein mag, diese Garnitur aber nicht ein Jota an der Kernaussage ändert.
Wenn ein Kind "besorgniserregende" Wesenszüge an den Tag lege, ...
Homosexuelle Neigungen sind doch genau die Wesenszüge, die nicht nur brave Katholiken-Eltern so "besorgniserregend" empfinden. Schaut euch die "besorgten Eltern" an, die Front dagegen machen, dass ihre Kinder frühzeitig erfahren könnten, wie das heißt, was sie empfinden und noch nicht so klar beschreiben können.
Man kann ja trotzdem versuchen, es ihnen auszutreiben. - Die Hoffnung stirbt zuletzt. (Aber sie stirbt!)
Ich habe das bei meiner Schwester erlebt. Als die Kinder in den Windeln lagen ... "Ohh ... jaa ... ich bin ja so tolerant, und das wäre überhaupt kein Problem, wenn ..." und gut zehn Jahre später hatte sie Panik das er "schwul wird", weil der Bengel partout noch keine Freundin haben wollte. - Ja nee is klar.
Gegen die "besorgten Eltern", die LGBTIQ zum Feindbild erklärt haben, wurde hier klar Stellung bezogen. Warum nicht in diesem Falle? Weil es "nur" gegen Homosexuelle geht?
Aber weiter zu den Aussagen im Artikel ...
... könne es nötig sein, psychiatrische Hilfe zu suchen, Gerade in der Kindheit könne die Psychiatrie viel erreichen, fügte das 81-jährige Kirchenoberhaupt hinzu.
Da wäre also noch der überaus un-dezente Hinweis, dass man mit Psychatrie in der Kindheit noch "viel erreichen" könne. Bitte wie offensichtlich soll denn der Hinweis noch formuliert werden, damit man dessen Gefährlichkeit anerkennt? Gereicht es erst, wenn man alternativ den Gang zum Exorzisten empfiehlt?
Die Kirche unterscheidet zwischen Personen mit homosexueller Veranlagung und homosexuellen Akten. .... homosexuell veranlagten Menschen "mit Achtung, Mitleid und Takt" zu begegnen sei, bezeichnet er sexuelle Akte zwischen gleichgeschlechtlichen Personen als "schlimme Abirrung"
Der Homosexuelle darf also "existieren" (dahinvegetieren), so lange er nicht er selbst ist?
Das ist grad so, als wolle man dem Eis das Schmelzen ausreden/verbieten.
Homosexuelle Menschen sind nicht krank. Sie brauchen kein Mitleid sondern Akzeptanz.
Mein fortgesetzter Eindruck: Die katholischen Kirchenoberen sind ziemliche Klemmschwestern*), die verzweifelt versuchen, jeden Verdacht von sich zu weisen.
Man stelle sich nur mal vor, dort stünde transident statt homosexuell, und das Tragen der Kleidung des Wunschgeschlechts ist die schlimme Abirrung. Das wäre dann immer noch okay? - Ist ja nur das für 1,3 Milliarden Menschen gepflegte "Weltbild". (Dazu kommen dann noch mal 1,8 Milliarden Moslems, die mehr oder weniger genau so über Homosexualität "denken lassen", und von dem Rest weiß man es nicht so genau.)
Was soll da schon groß passieren? - Nee lass ma' den paar Leuten ihren Schwulenhass.
*) Wir hatten das Wort ja heute erst in einem anderen Tread.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.