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leider werden immer noch und immer wieder solche Klisches verbreitet: "Aber seit ich denken kann, habe ich lieber mit Puppen als mit Autos gespielt. Und Fußball hat mich auch nicht interessiert."
Wenn so etwas immer noch als Begründung für Transsexualität herhalten muss, dann sind wir nicht weit gekommen
Anne-Mette hat geschrieben: So 3. Jun 2018, 17:23
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Wenn so etwas immer noch als Begründung für Transsexualität herhalten muss, dann sind wir nicht weit gekommen
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Und nicht zu vergessen das Ober-Klischee "Im falschen Körper geboren..."
Interessant ist diese Schätzung im Artikel:
Wissenschaftler schätzen, dass sich jeder 250. Mann und jede 500. Frau gefangen im falschen Geschlecht fühlen.
Wo sie das herhaben bei dem hochwissenschaftlich geschriebenen Artikel... Aber was erwarte ich auch vom "Focus"? Die Parole "Fakten, Fakten, Fakten" des Herrn Markwort hat schon ganz am Anfang nicht gestimmt.
Jenina
Disclaimer: Dies ist eine persönliche Meinung, sie ist möglicherweise inkompatibel mit Deinem Glauben/Lifestyle/Parteiprogramm!
Solange es um Wörter Grabenkämpfe um die Deutungshoheit gibt, wird es kein 'wir' geben.
Mal angenommen, Julia benutzt tatsächlich diese von euch angemerkten Formulierungen. - Dann ist das so! Wenn jemand sagt 'im falschen Körper geboren' dann akzeptiert und respektiert das bitte. Es ist die Aussage der Person, nicht meine, deine oder gar eure.
es sind sicherlich keine Grabenkämpfe, wenn darüber nachgedacht wird, dass Formulierungen "unglücklich" sein können.
Natürlich kann jede(r) über sich selbst sagen: "... ich bin im falschen Körper geboren...".
Aber hier geht es darum, dass es nicht Julia über sich selbst sagt, sondern Fokus (Basis Kölner Express) verwendet es beschreibend.
Also wird in einem stark frequentierten (davon gehe ich bei FOKUS aus) Verbreitungsorgan wieder einmal vereinfacht: Transsexuelle Menschen - sind im falschen Körper geboren - und spielen (MzF) lieber mit Puppen anstatt Fußball zu spielen.
Es wird den Menschen sozusagen des wieder einmal "eingeimpft".
Es soll ja auch schon vorgekommen sein, dass beim Psychologen "genau das Richtige" gesagt werden musste, um eben die Zuordnungskriterien (oder Klischees) zu erfüllen.
Was ist nun mit den Frauen, die gerne Fußball spielen und mit dem Motorrad zu "ihrem" Psychologen fahren und den überzeugen müssen (Zwangsgutachterei), dass sie "richtig transsexuell" sind.
natürlich strotzt der Artikel vor Klischees. Das beginnt bei der reißerischen Headline und zieht sich weiter über die Bilder des puppenspielenden Jungen und die spätere Rolle als "beruflich erfolgreicher Mann". Die empirische Validität der Aussage am Schluss wird wohl auch zu hinterfragen sein.
Aber um auch mal einen positiven Aspekt zu sehen: Es ist auch die Geschichte einer Transgenderperson, die (zumindest ihr berufliches) Coming Out gut überstanden zu haben scheint.
Das könnte ja dem/der einen oder anderen Leser(in) etwas Mut machen und zeigt auch, dass immer mehr Firmen langsam ein Bewusstsein für die Belange von Transpersonen entwickeln.