ich hab hier bisher noch nix geschrieben, aber einiges gelesen. Und hierzu fällt mir auch mal was ein.
Also mir wurde erst letzten Dezember klar dass ich CD bin. Davor das übliche mit jahrelangem Verdängen etc. Jedenfalls als ich es endlich verstanden hatte und angefangen hab mich selbst zu akzeptieren, hab ich mich auch entschlossen es schnellst möglich meiner damaligen Freundin zu erzählen. Wir waren da knapp 2 Jahre zusammen und wollten endlich zusammenziehen. Und ich kannte sie gut genug um zu wissen dass das für sie nicht leicht wird. Irgendwie war sie schon immer nicht so wirklich tolerant/aufgeschlossen Dingen gegenüber die sich nicht verstehen konnte oder wollte. Was ich auf jeden Fall vermeiden wollte ist zusammenzuziehen und danach das Thema anbringen. Oder es würde unabsichtlich rauskommen. Ich hätte dann das Gefühl gehabt sie zu "betrügen". Ich finde es ist ein sehr entscheidender Teil meiner Persönlichkeit und nachdem ich mich schon endlich selbst akzeptierte wollte ich das auch nicht weiter verstecken. Vor allem nicht vor dem Menschen der mir am nächsten steht. (Das war und ist jedenfalls meine persönliche Einstellung dazu.)
Um die Frage zu beantworten wie's gelaufen ist: Also 1-2 Wochen vor dem entscheidenden Tag mussten wir wegen nem Nierenstein von ihr in die Frauenklinik. UND während wir da gewartet hatten sind zwei TS vor uns auf und abgegangen. Einmal MTF und einmal FTM. Ich fand das sehr interessant, vor allem weil ich beobachten konnte wie meine Freundin darauf reagiert. Sagen wir mal so, ich hätte mir ne bessere Reaktion vorstellen können. Jedenfalls hat es meinen Mut zu erzählen nicht wirklich gefördert, eher das Gegenteil. Die Entscheidung war aber gefallen und ich hab ihr dann einen Brief geschrieben. Ich war beim Schreiben ganz nervös und hab ewig drumrumgeschrieben. Gegeben hab ich ihn ihr dann bei einem schönen Abendessen zu unserem 2. Jahrestag. Einerseits schrecklich, andererseits hab ich ihr das größte Geschenk gemacht das ich konnte. Das größte Geheimnis über mich selbst und mein vollstes Vertrauen in sie. Als ich ihr den Brief gab und sie ihn gelesen hat bin ich tausend Tode gestorben und die ganze Aufregung ergoß sich in Tränen. Sie ist nicht sofort weggelaufen (meine erste Sorge) und hat versucht mich zu akzeptieren. Ich hab die nächste Zeit versucht alle ihre Fragen so gut wie möglich zu beantworten. Unter anderem auch das es definitiv nicht heilbar ist. Auf ihre Bitte hin bin ich für neutrale Unterstützung zu einer Psychiaterin die auf das Thema spezialisiert ist gegangen. Die war/ist super aber mitgehen wollte meine Süße leider nie. Letztlich haben wir es wirklich versucht aber nach ein paar Monaten war uns dann beiden klar dass das leider nix mit uns wird...
Irgendwie traurig aber andererseits war es ok. Und jetzt genieße ich mein Singleleben wo ich zu Hause machen kann was ich will *hehe* Vermutlich würde ich es bei meiner nächsten Freundin sehr früh anbringen - also so bald genug Vertrauen aufgebaut ist. Da ich noch nie der Machomäßigste Mann der Welt war und meine feminine Seite immer mehr durchscheinen lasse, hoffe ich auch dass es wenn es wieder so weit ist, es auch nicht die allerallergrößte Überraschung ist. Mal sehen ob das klappt
LG Amelie
PS: hmm.. jetz wo ich mein Geschreibe noch mal les, passt der Post wohl auch als Vorstellung von mir