Schön, dass Du so klare und ehrliche Fragen hier aufwirfst!
Du hast da viele interessante Punkte angesprochen, auf die ich versuchen werde aus meiner persönlichen Erfahrung zu antworten. Als einer der älteren CDs hier, hätte ich schon einige Beziehungen hinter mir, bevor ich bei meiner heutigen Frau "gelandet" bin. Glücklicherweise waren ALLE Mädels jedoch offen, aufgeschlossen und nicht ablehnende gegenüber dem Gedanken, dass ein Mann noch ein zweites, anderes Ich in sich tragen könnte, das eher die weiblichen Elemnte seiner Persönlichkeit beinhaltet.Luka.Rina hat geschrieben: Fr 16. Feb 2018, 22:51 [...]
Aber ich fand feminine Männer schon immer interessant. Schon als ich 5 Jahre alt war gab es jemanden den ich toll fand (Er war ein Sänger) und der sehr feminin war. Also generell seine Erscheinung - Zum Beispiel war er geschminkt. Ich fand es also schon immer toll wenn Männer sich geschminkt haben. Dann habe ich mich mehr mit Drag Queens und Travestiekünstlern beschäftigt und dann eben auch mit
Da die meisten Männern die ich attraktiv finde sind schwul. Oft wenn ich mit jemanden darüber geredet habe, haben mich leute gefragt "Wie wäre es mit einem Crossdresser?"
Das habe ich selbst auch schon oft gedacht und deshalb befasse ich mich nun seit einiger Zeit mehr mit dem Thema.
Ich stehe nicht auf Frauen aber auf Männer in Frauenkleidung wiederum schon.
Keiner der Männer mit denen ich bis jetzt Beziehungen hatte waren Crossdresser oder ähnliches. Ich hatte jeden von ihnen mal dazu überredet sich von mir schminken zu lassen und fand es dann ein bisschen schade, dass es bei einem mal blieb.
Klingt das komisch?
So ist es auf jeden fall seit ich denken kann.
Zwar waren die Ängste und Outingprobleme dennoch stets sehr groß, denn vor 30/40 Jahren, waren wir CDs ja völlig isoliert, es gab noch keine Foren, kein Internet und das Stigma des "Perversen" hing wie ein Damoklesschwert noch über uns. Selbst die Medizin listete uns CDs als eine ernste "Persönlichkeitserkrankung", therapiebedürftig wie andere Störungen.
Seltsamerweise hatte zumindest ich den Eindruck, dass einige Frauen weitaus BESSER und selbstverständlicher bis hin zu offen neugierig wie Du mit CDs umgingen, als es gemeinhin in der Gesellschaft war. Vielleicht liegt es daran, dass IHR BioMädels schon seit mehreren Jahrzehnten durch die Emanzipationsbewegung und andere positive Sozialisationseinflüsse zu weitaus offeneren, nonkonformistischen Wesen heranreiften, als es dem durchschnittlichen Jungen/Mann bis zum heutigen Tag vergönnt ist.
Meine Erwartungen und Wünsche an eine Partnerin waren daher vor allem immer die Akzeptanz und das Interesse an der "Andersartigkeit" unserer "Gattung". Also Toleranz und Offenheit, wenn dazu noch die Bereitschaft kommt, wie bei meiner jetzigen Frau, sich auf das Experiment der Selbstfindung und Umsetzung von Wünschen in die Realität zu beteiligen, dann bin ich eigentlich wunschlos glücklich und "angekommen". Ich bin davon überzeugt, dass es im Grunde weit mehr als ZWEI Geschlechter gibt, also eine ganze Reihe von Abstufungen dazwischen, was künftige Gesellschaften vielleicht auch erkennen und leben könnten. Ob das noch in unserer Lebensspanne passiert, bezweifle ich allerdings.
Insofern bist Du weder "komisch", noch "verpeilt", sondern eher eine VISIONÄRIN, liebe Luka-Rina.
GLG, die Ronda.