Glaube und Homosexualität
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Anne-Mette
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Glaube und Homosexualität

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

der TAGESSPIEGEL fragt: Wie haltet ihr es mit der Religion?

http://www.tagesspiegel.de/berlin/queer ... 51206.html

Gruß
Anne-Mette
ab08
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Re: Glaube und Homosexualität

Post 2 im Thema

Beitrag von ab08 »

Bin selber zwar sicher nicht homosexuell, habe aber andererseits trotzdem für religiöse Vorbehalte keinerlei Verständnis.
(Ich halte diese Vorbehalte sogar für unchristlich usw.)

Ganz herzlichen Dank, liebe Anne-Mette, dass dieses wichtige, kontroverse Thema hier angesprochen wird! (yes)

Liebe Grüße
Andrea
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exuserin-2017-01-24

Re: Glaube und Homosexualität

Post 3 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-24 »

Ach ja, Papst Franziskus und die katholische Kirche. Der Sündenpfuhl, der Gottes Gesetze predigt. :mrgreen:
In der Bibel steht auch, der Mann soll nicht des Weibes Kleider tragen. Aber nicht wann ein Mann ein Mann ist. Reicht das primäre Geschlechtsorgan, oder spielt das seelische Empfinden auch eine Rolle? Da muss unbedingt nachgebessert werden. Ich hab zwar einen Piepmatz, bin aber kein Mann, von daher...
stiefelchen60
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Re: Glaube und Homosexualität

Post 4 im Thema

Beitrag von stiefelchen60 »

Wenn aus religiösen Kreisen eine verurteilende Haltung gegenüber den Schwulen und Lesben oder Transsexuellen laut wird, wird dies schnell als eine verbindliche Aussage angesehen, die für die ganze Kirche gilt. Natürlich gibt es in jedem Lebensbereicht unterschiedliche Interpretationen. Entscheidend ist immer die Situation, aus der heraus etwas formuliert wird (=Zeitgeschichte).
Wen es interessiert, empfehle ich den Vortrag von Dr. Siegfried Zimmer (selbst homosexuell) zu dem Thema "Die schwule Frage-die Bibel, die Christen und das Homosexuelle" gehalten im Februar 2015 in Tübingen.
Der (unterhaltsame) Vortrag ist in der Mediathek abrufbar.
Ich, als transsexuelle Theologin, danke meinem Gott, dass ich so bin, wie ich bin!
Liebe Grüße
Alwina
exuserin-2017-01-24

Re: Glaube und Homosexualität

Post 5 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-24 »

Hallo stiefelchen,

mein Gott hat mich auch lieb =)

Danke für den schönen Vortrag, der gibt ein paar interessante Einblicke. Die Stelle mit den beiden "Engeln" in Sodom fand ich gut, so hatte ich das noch gar nicht gesehen, dass man keine Töchter an Schwule rausgibt. Allerdings wo er dann ausführt, dass ein Mann nicht neben einem anderen Mann liegen soll, wie bei einer Frau und das als Analverkehr deutet, da habe ich so meine Schwierigkeiten. Für mich bedeutet das sämtliche Praktiken, die man auch mit einer Frau haben kann, also auch Oralverkehr, oder allgemein Sex.
Dabei geht es mir nur um das Verständnis an sich, nicht das hier jemand denkt ich würde diesen Sachverhalt als Argument gegen Homosexualität benutzen wollen. Ich bin ja nicht mal Christin.

Ich finde es aber sowieso sehr schwierig, wenn deutsche, oder anderssprachige Übersetzungen der Tora hergezogen werden, um Sachverhalte zu deuten. Im hebräischen Originaltext sind viel mehr Dinge enthalten, die wichtig für die Deutung sind und die aber alle in den Übersetzungen wegfallen. Beispielsweise umgedrehte, oder fehlende Buchstaben, Zeichen über den Buchstaben und vor allem, die Zahlenwerte des hebräischen Alphabets (da kommt ja übrigens das Wort, Alphabet her, AlephBeth, die ersten beiden Buchstaben des hebräischen Alphabets), um Wortstämme vergleichen zu können. Darüber hinaus gibt es im Judentum ja die vier Säulen der Interpretation, ist also um einiges komplexer, als "normale" Bibelleser sich das vorstellen können. Der Ursprungstext der Bibel ist auch in einer "Traumsprache" geschrieben, die man nicht immer wörtlich nehmen kann und übergeordnete Bedeutungen haben. Mit übergeordnet meine ich nur eine andere Ebene. Der Brudermord Von Kain und Abel stellt zum Beispiel dar, wie sich die Gier, das Materielle über die Seele erhebt und diese unterjocht.
Aber ich will hier gar nicht abschweifen, sondern nur klar machen das ich mit solchen Dingen meine Problemchen habe. aber vielleicht kannst Du mir da ja noch einen Denkanstoß geben, stiefelchen. (smili)

Liebe Grüße

Gia
Lina
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Re: Glaube und Homosexualität

Post 6 im Thema

Beitrag von Lina »

"Der" Ursprungstext?
exuserin-2017-01-24

Re: Glaube und Homosexualität

Post 7 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-24 »

Lina hat geschrieben: Mi 18. Jan 2017, 10:36 "Der" Ursprungstext?
Nein, "der Ursprungstext".
exuserin-2017-01-24

Re: Glaube und Homosexualität

Post 8 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-24 »

Daenerys Targaryen hat geschrieben: Mi 18. Jan 2017, 11:31 Hallo!

Es stimmt, das Judentum hat einen anderen Ansatz, mit den biblischen Texten umzugehen. Aber jüdisches Leben in Deutschland hat es nicht leicht, und es wird nicht einfacher.

Die traditionellen Formen der abrahamitischen Religionen sind frauenfeindlich, von LGBT ganz zu schweigen. Wer damit klar kommt"¦ okay. Ich könnte das nicht. Dabei fordert G'tt Respekt vor dem Leben, dass ist eine Kernaussage der Torah.

LG Daenerys
Hi,

ich behaupte mal das jüdisches Leben in Israel nicht einfacher ist.

Und ist/oder war nicht jede Religion mehr oder weniger Frauenfeindlich? Trotzdem interessieren mich die biblischen Archetypen als Möglichkeit zur Selbsterkenntnis. Vieles passt nicht mehr in unsere heutige Zeit, aber einiges ist nach wie vor brauchbar, wenn man sich denn darauf einlassen will und dieses Mittel wählt. Ansonsten ist mein Glaubensbild ein namenloses Selbstkonstrukt aus allem, was für mich Sinn macht.

Gruß

Gia
conny
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Re: Glaube und Homosexualität

Post 9 im Thema

Beitrag von conny »

Daenerys Targaryen hat geschrieben: Mi 18. Jan 2017, 11:31
Die traditionellen Formen der abrahamitischen Religionen sind frauenfeindlich, von LGBT ganz zu schweigen. Wer damit klar kommt"¦ okay. Ich könnte das nicht.
Wir leben aber in der Zeit nach der sog. Aufklärung und deren Weiterentwicklung. Ich kann z.B. im Protestantismus keine Frauenfeindlichkeit erkennen.
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Re: Glaube und Homosexualität

Post 10 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Zwei interessante Beiträge hierzu.
....Denn nüchtern betrachtet ist die Ablehnung von schwulen oder lesbischen Partnerschaften aus biblischer Perspektive nicht haltbar. Oder zugespitzt gesagt: Menschen aufgrund eines Persönlichkeitsmerkmals im Namen der Bibel und des Mannes aus Nazareth zu diskriminieren ist nicht nur unredlich, sondern auch ein schwerer Missbrauch.

sowie die Erwiederung
http://www.mariowahnschaffe.de/blog/ein ... wule-frage
........Zusammenfassung:

Prof. Dr. Siegfried Zimmers Versuch, zu beweisen, moderne homosexuelle Beziehungskonzepte wären in der Antike und somit der Bibel nicht bekannt gewesen und damit wären alle 5 Schriftstellen der Bibel nichtig, die normaler Weise von Christen gegen die Praxis von Homosexualität zitiert werden, da sie nicht gegen die heutige Praxis von beiderseitig gewollter Homosexualität gerichtet wären, ist nicht überzeugend.
Er kann der Überzeugung sein, so wie viele Kirchenleute der heutigen Zeit, dass Schwule und Lesben ein vitaler Bestandteil der Gemeinde Jesu sein sollen und auch Amtsträger der Kirche sein sollen, es aber durch die Bibel begründen oder gar legitimieren zu wollen ist meines Erachtens nicht gelungen.

Mario Wahnschaffe
LG Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Re: Glaube und Homosexualität

Post 11 im Thema

Beitrag von AndroSern »

Homosexualitäten und Religion in Deutschland...
Wir sollten mal all die Regelwerke der Bibel aufschreiben, die irgendwie den Alltag regeln HELFEN möchten.
Heraus kommt ein bunter Salat der Überforderung; da auch mit Widersprüchen bestückt, garniert mit einigen Pralinés namens Ratlosigkeit.
Wenn ich meine Bibel richtig in der Hand halte, dann werden mir Glaubensaussagen der Menschen vor meiner Zeit überliefert und damit Erfahrungen, die mich anstecken möchten, mich auf eine Vertrauensgrundlage zu trauen, die damals schon geholfen hat... aber ich kann nicht erkennen, dass damals jemand auch nur über das Datum der damals ersten Erzählung ein unbewegbares Gesetz geschrieben hat.
Wir sind Menschen, jede nach seiner Art und seiner ist geschlechtsneutral zu verstehen... alles andere kann selbst nach über 50 Jahre Umgang mit der Bibel nicht entdecken.
Mein Sein ist mein Leben und warum sollte ich an meinem Leben etwas ändern, damit ich das bin, was anderen von mir erwarten - Das Ergebnis könnte nur sein, dass ich eine schlechte Rolle spiele! - ICH BIN ICH!
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Re: Glaube und Homosexualität

Post 12 im Thema

Beitrag von stiefelchen60 »

Der "bunte Salat der Überforderung" entsteht nur, wenn Texte als Gesetz angesehen werden. Für mich sind es Impulse. Worauf gründet sich unser Grundgesetz? auf biblische Aussagen. Aber doch nicht nur, weil wir im christlichen Abendland leben. Ich betrachte viele Aussagen der sogenannten Bergpredigt (Matthäus Kap. 5 - 7) auch als Weisheitslehre, als Impuls, als eine Möglichkeit zu handeln. In unserer Gesellschaft finden wir überall Krisenherde, Gewalt beherrscht die Situation. In der Bibel steht der Impuls: "Du kannst Gott nur lieben, wenn du auch deinen Bruder liebst (= so anzunehem, wie mans elbst behandelt werden möchte). Für mich ist das ein guter Impuls, wie man zwischenmenschliche Konflikte anpacken kann, auch wenn es nicht immer gelingt.

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Re: Glaube und Homosexualität

Post 13 im Thema

Beitrag von Lina »

Gia hat geschrieben: Mi 18. Jan 2017, 10:39
Lina hat geschrieben: Mi 18. Jan 2017, 10:36 "Der" Ursprungstext?
Nein, "der Ursprungstext".

Du meinst im Ernst, dass es nur einen gibt, der in Frage kommt doer, dass die Ursprünge überhaupt eindeutig identifiziert sind?
exuserin-2017-01-24

Re: Glaube und Homosexualität

Post 14 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-24 »

Nein, das meine ich nicht. Aber es gibt ja einen, von dem die Übersetzungen abstammen und der auch die ganzen anderen Deutungsmerkmale enthält. Nimm einfach jeden X-beliebigen, eine solche Spitzfindigkeit ist für die Fragestellung unerheblich.
AndroSern
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Re: Glaube und Homosexualität

Post 15 im Thema

Beitrag von AndroSern »

stiefelchen60 hat geschrieben: Do 19. Jan 2017, 00:05 Der "bunte Salat der Überforderung" entsteht nur, wenn Texte als Gesetz angesehen werden. Für mich sind es Impulse. Worauf gründet sich unser Grundgesetz? auf biblische Aussagen. Aber doch nicht nur, weil wir im christlichen Abendland leben. Ich betrachte viele Aussagen der sogenannten Bergpredigt (Matthäus Kap. 5 - 7) auch als Weisheitslehre, als Impuls, als eine Möglichkeit zu handeln. In unserer Gesellschaft finden wir überall Krisenherde, Gewalt beherrscht die Situation. In der Bibel steht der Impuls: "Du kannst Gott nur lieben, wenn du auch deinen Bruder liebst (= so anzunehem, wie mans elbst behandelt werden möchte). Für mich ist das ein guter Impuls, wie man zwischenmenschliche Konflikte anpacken kann, auch wenn es nicht immer gelingt.

Nichts für ungut! Alwina
Alwina, - für sehr gut,... nichts anderes sage ich ja auch - nur umständlicher!
Aus meinem Blickwinkel lässt sich die Bibel für jeden selbst gemachten Blödsinn benutzen - notfalls kann man die Menchen damit auch trefflich erschlagen - wollen! doch meistehs triff der Um-sich-schlagende am heftigsten sich selbst.
Christel grüßt
Mein Sein ist mein Leben und warum sollte ich an meinem Leben etwas ändern, damit ich das bin, was anderen von mir erwarten - Das Ergebnis könnte nur sein, dass ich eine schlechte Rolle spiele! - ICH BIN ICH!
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