Begegnungen - Flashback?
Begegnungen - Flashback?

Antworten
nicole.f
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 788
Registriert: Fr 3. Dez 2010, 11:04
Geschlecht: trans* Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Siegen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Begegnungen „ Flashback?

Post 1 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Heute hatte ich zwei irgendwie doch interessante Begegnungen. Eigentlich waren es weniger Begegnungen, sondern eher Gespräche, denn es waren zwei Telefonate. Telefongespräche sind nach wie vor für mich etwas kritisch, denn wenn ich es nicht ausdrücklich dazu sage, werde ich meistens falsch erkannt, also als vermeintlicher Mann, und entsprechend auch angesprochen. Das nervt, doch wirklich verübeln kann ich es den Personen auf der anderen Seite nicht, denn durch das Telefon haben sie wenig andere Ansatzpunkte als die Stimme und die ist, leider leider, nach wie vor doch offenbar erkennbar männlich. Ja, kann man etwas dran tun und ja, ich habe es aus Zeitmangel und auch eigener Faulheit bisher ziemlich damit schleifen lassen.

Nun, also, heute hatte ich mal wieder zwei Telefonate, doch beide hatten einen gewissen Twist, eine Verdrehung gegenüber dem normalen Alltag. Es fing damit an, dass ich beim Service unseres privaten DSL Anschlusses anrufen wollte, um etwas Bestimmtes zu unserem Anschluss zu erfahren. Was spielt keine Rolle, wohl aber, dass der Anschluss noch "auf meinen Mann" läuft. Ich habe noch nicht alles auf den neuen Vornamen umgestellt, teils auch schlicht aus Faulheit. Gerade bei dem DSL Anschluss ist mir das völlig egal, Hauptsache ist, er funktioniert und das tut er nun auch schon fast sieben Jahre lang. Doch nun wollte ich etwas wissen, Service per eMail gibt es nicht mehr, also musste ich anrufen. Genauer gesagt, "mein Mann" musste anrufen, denn der ist ja Inhaber des Anschlusses.

Das war schon ein ganz schön sonderbares Gefühl. Es fing damit an, dass ich bewusst das unbewusste Achten auf meine Stimme abstellen wollte, denn ich wollte ja wieder glaubwürdig männlich klingen und nicht versuchen, nicht so zu klingen. Schon seltsam, da beschwere ich mich, dass ich am Telefon meist falsch erkannt werde und nun mache ich mir Gedanken? Na egal. Dann rief ich dort also an und, er konnte ja nichts dafür, der Mitarbeiter sprach mich immer wieder mit Herr Faerber an. Nun klar, so steht es da bei ihm! Doch jedesmal durchzuckte es mich, fast wie kleine elektrische Stromstöße - Zing! - irgendwie komisch, das Gefühl sagt falsch, der Verstand sagt richtig, zumindest in dieser Situation. Als ich auflegte fühlte ich mich in der Tat etwas seltsam. Da wurde ich nun seit fast zwei Jahren zum ersten mal wieder als Herr angesprochen, werte mich nicht dagegen und spielte das Spiel mit. Wie ging es mir damit?

Nur hatte ich nicht viel Zeit, um darüber nachzudenken, denn da klingelte das Telefon, Firmenanschluss, es meldete sich eine Arbeitsvermittlungsagentur, die immer mal wieder nachfragen, ob wir Arbeitskräfte für bestimmte Projekte "verleihen" würden. Nein, machen wir nicht. Die rufen allerdings so selten an, dass auch die von Nicole noch nichts wussten. Die Dame ging also davon aus, dass sie Herrn Faerber am Apparat hätte und ich hatte gerade keine Lust, ihr das nun irgendwie zu erklären und korrigierte sie nicht. Normalerweise ist das Gespräch nach ein paar Minuten vorbei, wenn ich dann sage, dass wir keine Leute verleihen. Doch irgendwie waren wir uns sympathisch und sie blieb noch kurz dran und ließ sich von mir drei vier technische Fragen zu dem angefragten Projekt erklären. Das war in der Tat ganz nett und als Kerl hätte ich vermutlich nicht so reagiert, sie hätte es wahrscheinlich gar nicht erst gefragt. Ich merke, dass ich gerade mit fremden Menschen anders umgehe als zuvor.

Nachdem wir also nun schon so nett geplaudert hatten, sagte ich es ihr am Ende doch, dass ich nun eigentlich Frau Nicole Faerber sei und ob sie dies denn mal in den Unterlagen korrigieren könne. Ich konnte sie nicht sehen, aber in meiner Vorstellung zuckte sie nichteinmal mit auch nur einer einzigen Wimper. Ja, natürlich könne sie das ändern, werde sie gleich notieren, also Anrede Frau und Vorname? Ach ja, Nicole, kein Problem. Und dann verabschiedete sie sich freundlich "Bis bald, Frau Faerber.". Sie hat sofort umgeschaltet, ohne auch nur einen Anflug von Verwirrung, einer Rückfrage oder dem leisesten Zeichen von Skepsis. Ich hätte sie eigentlich mal fragen sollen, wie sie das so toll macht? Ob sie schon andere trans* Klient_innen hatte? Auch so einfach kann es sein.

Diese beiden Ereignisse hinterlassen mich nachdenklich. Ich möchte Ergründen, wie es mir damit ging. Wie war das, als ich am Telefon wieder Mann sein sollte? Was empfand ich dabei, bis auf das die Anrede ungewohnt war und sich aus eben jener Gewohnheit heraus falsch anfühlte. War da noch mehr? Fühlte sich das schlecht an? Oder gar gut? Was verbinde ich damit? Oder dem Fehlen davon?

Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass es sich vor gut zwei, drei Jahren auch komisch anfühlte, zum ersten mal als Frau angesprochen zu werden, mit dem anderen Vornamen und so weiter. Klar ist das komisch, denn 42 Jahre lang waren das nicht mein Pronomen und mein Vorname und nun sollte ich auf einmal darauf reagieren. Aber es fühlte sich, trotz des anfänglichen Widerstands wegen der fehlenden Gewohnheit, gut an. Es hatte etwas von externer Bestätigung und diese fühlte sich nicht nur gut, sondern auch richtig an. Jetzt wieder als Mann angesprochen zu werden ist natürlich auch zuerst wieder komisch, denn das ist jetzt nicht mehr Gewohnheit, es ist ein Ausnahmefall geworden und fühlt sich als solcher bereits komisch an. Als Ablehnung konnte ich es in diesen beiden Fällen auch nicht deuten, die Anrufer_innen wussten es ja nicht besser, ganz im Gegenteil war ja die Arbeitsvermittlerin am Ende super lieb damit.

Doch da war mehr als nur Ungewohntes. Letztes Jahr im April waren wir zum Urlaub all inclusive auf den Canaren. Wir wollten faul sein, was uns auch gelang. Das war auch gleichzeitig mein erster Strandurlaub seit meiner Transition und als solcher etwas spannend. Ich schrieb damals (April 2015) nach ein paar Tagen von der Insel nach Hause:
Meine Mutter fragte etwas besorgt, wie denn die Akzeptanz hier so sei.
Ich schrieb ihr Folgendes:

Sicherlich gibt es hier und da schonmal einen Blick. Doch alleine daran kann man noch lange nicht sagen, was die da gucken. Wir gucken ja schließlich auch andere Leute an? Hat das dann etwas damit zu tun, dass wir deren Geschlecht in Frage stellen wollen? Nö. Sicherlich sind wir hier ein eher ungewöhnliches Paar, aber hier gibt es genug andere schräge Typen. Wir haben zumindest noch keinen einzigen Gesprächsfetzen hinter unserem Rücken gehört oder mitbekommen, der irgendetwas damit zu tun haben könnte. Ich glaube auch nicht, dass soetwas in größerem Maß irgendwo stattfindet.

Einzig etwas blöd wird es immer, wenn ich meine Papiere vorlegen muss - einchecken für das Flugzeug oder im Hotel. Gesagt hat da auch keiner etwas, doch mir ist es schlicht etwas unangenehm. Was würde ich denn wohl sagen, wenn die dann mal nachfragen würden? Das wäre dann schon eine recht dämliche Situation - die nur zum Glück noch nicht auftauchte. Also kein wirkliches Problem. Eigentlich gar kein Problem

Und das genau ist auch wieder ganz spannend, denn ich werde mir dadurch, und zusätzlich dadurch, dass wir hier mal aus unserem normalen Umfeld längere Zeit heraus kommen, zunehmend bewusst, wie ich mich von "denen", also "den Kerlen" entferne. Ich gucke sie mir an, die Silberrücken, die Breitbeinigen, mit Wampe und Imponiergehabe, die meist Unglücklichen, die Grummeligen, und werde mir immer stärker bewusst, dass ich keiner von ihnen bin. Und ich genieße das sehr.

Indem ich das und die Unterschiede zwischen "denen" und mir feststelle, stelle ich aber auch fest, dass ich eigentlich nie wirklich einer von ihnen war. Dort dazu zu gehören war für mich immer mit einer Kraftanstrengung verbunden. Es war anstrengend und ermüdend, die gefühlten Erwartungen zu erfüllen. Das habe ich natürlich zuvor nicht so bemerkt, merke dafür aber nun den Unterschied. Denn nun hat alles eine wunderbare Leichtigkeit, es fließt einfach dahin, ganz natürlich, so wie es scheinbar sein sollte. Sehr viel Stress und Unbehagen, die zuvor für Verunsicherung und eben diese ständige kraftraubende Anspannung sorgten, sind vorbei.

So sitzen wir nun also hier in der Bar, ich betrachte die Menschen um mich herum und freue mich einfach, dass ich da bin. Ich schaue sie mir an, die Kinder, Mädchen, Jungen, Männer und Frauen und stelle langsam fest, wie sich mein Zugehörigkeitsempfinden neu orientiert - ich bin keiner mehr von ihnen, ich bin jetzt eine von ihnen. Wieder ein Stückchen weiter also.
Was ich dort in diesem Urlaub feststellte war, das ich langsam und zum ersten mal in meinem Leben ein echtes Zugehörigkeitsempfinden zu meiner geschlechtlichen Gruppe entwickelte - oder nein, nicht entwickelte, ich entdeckte es eher. Zuvor hatte ich gar keines, denn ich passte in keine der beiden Gruppen, also war das eine falsch und das andere nicht erreichbar. Jetzt ist das eine immernoch falsch, aber das andere ist erreichbar und ich kann mich endlich immer weiter dort verwurzeln. Und das ist es glaube ich, was sich heute so komisch anfühlte. Es war nicht nur die ungewohnte Ansprache, sondern ein Ziehen und Zerren an meinen Wurzeln. Nein, aus dieser Erde möchte ich nicht mehr gezogen werden, hier gehöre ich hin, hier soll ich sein.

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
JaquelineL
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 860
Registriert: So 24. Nov 2013, 20:45
Geschlecht: Bio-TS
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Begegnungen „ Flashback?

Post 2 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Liebe Nicole,

vielen Dank für diesen Einblick - ich habe schon lange keine so persönlichen Texte mehr von Dir gelesen und weiß es um so mehr zu schätzen.
nicole.f hat geschrieben:Nein, aus dieser Erde möchte ich nicht mehr gezogen werden, hier gehöre ich hin, hier soll ich sein.
*Das* ist ein schönes Gefühl, drum sei gewässert und gedüngt, lass' Dir die Sonne ins Gemüt scheinen, wachse und gedeihe (flo) ---))) (na) ))):s

Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.
nicole.f
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 788
Registriert: Fr 3. Dez 2010, 11:04
Geschlecht: trans* Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Siegen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Begegnungen „ Flashback?

Post 3 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Saari hat geschrieben:Nicole,
was bedeutet "Flashback". Ist da vielleicht damit "Bodensatz in/an Flaschen" gemeint?
Eine Verwendung von Fremdwörtern durfte zwar sein, aber man mußte immer auch die deutsche Entsprechung, z. B. in Klammern, dazu schreiben.
Oh, entschuldige bitte, hole ich gerne nach.

Das Wort kommt aus dem Englischen und ist zusammengesetzt aus "flash", engl. Blitz, und "back", engl. zurück. Es wird meist verwendet, um blitzartige Erinnerungsfetzen aus der Vergangenheit zu beschreiben. Situationen oder Emotionen, die wie ein Blitz für einen Augenblick auftauchen und dann auch gleich wieder verschwinden.

Flashbacks werden auch in der Drogenszene vor allem im Zusammenhang mit halluzinogenen Drigen beschrieben, wenn, nachdem die eigentliche Wirkung schon längst abgeklungen ist, später doch immer mal wieder kurze Halluzinationen auftreten. Als in den 70er und 80er Jahren LSD (Lysergsäurediethylamid) bei den Hippies als Selbsterfahrungsdroge recht verbreitet war, sprachen einige immer wieder von Flashbacks, die sie teils zu sehr unpassenden Gelegenheiten erwischten - es ist nicht so super, wenn man Nachts auf der Straße statt entgegenkommender Autos auf einmal entgegenkommende Elefanten sieht :) Diese Flashbacks, gerade bei LSD, sind es auch, die das Zeug so gefährlich machen. Man kann es nicht kontrollieren, wann die Wirkung endgültig völlig aufhört und mit etwas Pech hört sie nie mehr auf... daher liebe Kinder, Finger weg von LSD :)

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27530
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 205 Mal
Danksagung erhalten: 2422 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Begegnungen „ Flashback?

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
denn ich passte in keine der beiden Gruppen, also war das eine falsch und das andere nicht erreichbar.
Wenn es mir schlecht geht, dann sieht es für mich ähnlich aus.

Wenn es mir gut geht, dann sage ich mir: ich brauche keine der beiden Gruppen, um mich zu definieren.
Ich gehöre aus irgendwelchen Gründen immer mal in die eine oder andere Gruppe (jetzt nicht nur W und M, T und I).

Ntürlich würde es mich sehr freuen, ich könnte beim Schwimmen und beim Sport in die Kabine gehen oder mit den Leuten duschen, denen ich mich mehr zurechne (ohne dass ich Geschrei oder Unmutsäußerungen hervorrufe), aber das ist ein weiter Weg.
Es stellt sich allerdings für mich die Frage, wie weit ich mich körperlich anpassen sollte (oder nicht), um den Zielen näher zu kommen - oder ob es andere Wege gibt, die ich noch nicht alle schon ausprobiert habe.

Gruß
Anne-Mette
nicole.f
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 788
Registriert: Fr 3. Dez 2010, 11:04
Geschlecht: trans* Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Siegen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Begegnungen „ Flashback?

Post 5 im Thema

Beitrag von nicole.f »

JaquelineL hat geschrieben:Liebe Nicole,

vielen Dank für diesen Einblick - ich habe schon lange keine so persönlichen Texte mehr von Dir gelesen und weiß es um so mehr zu schätzen.
nicole.f hat geschrieben:Nein, aus dieser Erde möchte ich nicht mehr gezogen werden, hier gehöre ich hin, hier soll ich sein.
*Das* ist ein schönes Gefühl, drum sei gewässert und gedüngt, lass' Dir die Sonne ins Gemüt scheinen, wachse und gedeihe (flo) ---))) (na) ))):s

Liebe Grüße
Jackie
Vielen Dank ;)

Ja, ich habe nicht so viel Persönliches geschrieben, weil es da auch wenig gab und gibt - ich erlebe wegen meines Trans*Seins keine Verwerfungen oder persönliche Konflikte, die gröbsten Dinge mit Krankenkasse und Behörden sind durch und das tägliche Leben ist völlige banaler Alltag. Auch an bzgl. Trans* besonders positiven Dingen erlebe ich persönlich auch nichts wirklich Besonderes, denn Trans* spielt in meinem Alltag praktisch keine Rolle mehr.

Nun gut, vor Kurzem war ich nach dem Büro noch kurz mit Business Kostüm in der Stadt etwas besorgen und da ereilte mich dann doch nocheinmal so ein kleiner Flashback. Ich musste daran denken, wie das vor etwa zwei Jahren war, so öffentlich, mitten in der Stadt, unter so vielen Menschen. Ich war etwas aufgeregt, überaufmerksam und etwas angespannt. Heute ist es allergrößte Selbstverständlichkeit, die mir dann erst so richtig bewusst wurde und über die ich mich dann mal etwas freuen musste :) Wenn ich das vergegenwärtige, meine Güte, das ist nur zwei Jahre her!? Mir kommt es vor wie eine Ewigkeit, Erinnerungen aus einem anderen Leben, wie aus einem Film. Das ist schon ganz schön irre.

Was gäbe es sonst noch zu berichten? Ich kämpfe nach wie vor gegen die Begutachtung nach TSG und versuche derweil ohne TSG Verfahren auszukommen. Doch ja, auch hier merke ich langsam, wie ich immer weniger bereit dazu bin, gegenüber fremden Dritten zu meinem Trans*Sein zu stehen. Nicht weil es mir unangenehm oder gar peinlich wäre, nein, ich habe nur schlicht und einfach keine Lust. Wenn es Sinn macht, stehe ich gerne dazu, doch in Situationen, die eigentlich nichts damit zu tun haben, kann ich wirklich darauf verzichten. Der Kampf gegen die Begutachtung geht auch langsam in die heiße Phase, der Antrag ist fast fertig geschrieben und geht dann im Mai endlich zum Gericht.

Hä? Gericht? Antrag? Das wollte sie doch nicht, mögt Ihr denken? Richtig, klingt auch komisch, ist aber richtig. Was ich erreichen möchte ist, dass die Begutachtung aus dem TSG Verfahren ersatzlos gestrichen wird. Über den politischen Weg, also als Gesetzesreform, haben sich schon viele andere die Zähne am Innen- und Justizministerium ausgebissen. Das klappt einfach nicht, weil dort erzkonservative Betonköpfe sitzen. Ich habe auch keine Hoffnung, dass außer einer wirklich guten Empfehlung etwas von der IMAG zu erwarten ist. Also muss es wohl wieder so erfolgen, wie alle bisherigen "Änderungen" am TSG auch, nämlich durch eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht (BVfergG). Um an das BVerfG zu kommen, muss man allerdings zuvor den Weg durch die Vorinstanzen gegangen sein. Daher ist der Plan, ich stelle einen Antrag nach TSG, in dem ich die Begutachtung wohl begründet ablehne.

Das Gericht wird diesen Antrag aller Wahrscheinlichkeit ablehnen und dann steht der nächstinstanzliche Klageweg frei, bis man schlussendlich vor dem BVerfG landen kann. Das ist der Plan. Unterstützung habe ich dabei von einer wirklich großen Anwaltskanzlei, die das dankenswerterweise pro-bono, also kostenlos, vertritt. Außerdem habe ich noch weitere in dem Bereich sehr versierte Jurist_innen als Unterstützer_innen dabei. Das wird spannend! Aber auch langwierig, das wird sicherlich ein, zwei, drei oder mehr Jahre dauern, bis das endgültig entschieden ist. Es lohnt also nicht, darauf zu warten. Ich bin aber recht guter Hoffnung, dass wir damit Erfolg haben werden. Die Begründung des Gerichts müsste schon außerordentlich gut sein. Der Antrag, den die Kanzlei geschrieben hat, hat jetzt gut 33 Seiten und nimmt genüsslich die Begutachtung als unverhältnismäßigen Eingriff in die Persönlichkeits- und Menschenrechte auseinander. Da werden Richter einiges an Hirnschmalz in eine Ablehnung stecken müssen. Weitere Details möchte ich noch nicht nennen, da ich dies auch mit den Anwälten absprechen muss und möchte. Ich verspreche aber mich dafür einzusetzen, den Antrag weitergeben zu dürfen, also dann auch irgendwann einmal hier posten zu dürfen. Doch da weiß ich einfach noch nicht, was daran alles hängt, also wer die Rechte an dem Text hat, wie es bzgl. des dann laufenden Verfahrens ist etc. Ich möchte in diesem wirklich kritischen Fall keinen Fehler machen und schon gar nicht die Anwält_innen der Kanzlei verärgern, die nun schon etliche Tage und Wochen Arbeit dort hinein gesteckt haben - alleine die Rechercheliste ist beeindruckend.

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
ExUserIn-2026-04-08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3886
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Pronomen:
Hat sich bedankt: 140 Mal
Danksagung erhalten: 1027 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Begegnungen „ Flashback?

Post 6 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

ch wird öffentliches Interesse bekundet. Chapeau Nicole,

für Dein Engagement. Ich kann gut verstehen, dass Du Dein Trans*Sein nicht immer wieder "begründen" willst. Aus meiner Sicht ist das verbrauchte Energie, die weder Dich noch sonst jemand wirklich weiter bringt. Auch der Weg über die Gerichte ist nachvollziehbar. Der politische Weg ist äußerst langsam, wenn die Initiative nicht aus dem Ministerium kommt. Ob die wirklich "Betonköpfe" sind, kann ich nicht beurteilen, meine Erfahrung mit Ministerien auf gänzlich anderem Sektor zeigt mir, dass sie sich dort nicht engagieren, wenn es sich für sie nicht lohnt. Sobald es für sie interessant ist, z.B: in Form von Aufmerksamkeit in politisch genehmer Form für Wiederwahl oder Beförderung, sind sie in den Ministerien auf einmal aktiv. Mal sehen wie es weiter geht.
dass außer einer wirklich guten Empfehlung etwas von der IMAG zu erwarten ist.
Außer einer Situationsanalyse bzw. Empfehlung kannst Du nicht mehr von einer IMAG erwarten, denn genau das ist ihre Aufgabe. Sie können keine Gesetze ändern oder Recht sprechen. Aber allein die Einberufung einer IMAG ist bereits ein guter Schritt, denn dadurch zeigen die beteiligten Ministerien, dass es ressortübergreifende Aktivitäten gibt. Und die gibt es nur, wenn auch ein politischer Wille vorhanden ist. An dieser Stelle glaube ich nicht, dass die IMAG als Feigenblatt dient. Aber es ist von großer Bedeutung, wenn Interessengruppen sich immer wieder im Ministerium, auf Veranstaltungen etc. bemerkbar machen. Dadurch wird öffentliches Interesse bekundet. Irgendwann gehen auch die Türen auf...
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
nicole.f
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 788
Registriert: Fr 3. Dez 2010, 11:04
Geschlecht: trans* Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Siegen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Begegnungen „ Flashback?

Post 7 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Anne-Mette hat geschrieben:Moin,
denn ich passte in keine der beiden Gruppen, also war das eine falsch und das andere nicht erreichbar.
Wenn es mir schlecht geht, dann sieht es für mich ähnlich aus.

Wenn es mir gut geht, dann sage ich mir: ich brauche keine der beiden Gruppen, um mich zu definieren.
Ich gehöre aus irgendwelchen Gründen immer mal in die eine oder andere Gruppe (jetzt nicht nur W und M, T und I).

Ntürlich würde es mich sehr freuen, ich könnte beim Schwimmen und beim Sport in die Kabine gehen oder mit den Leuten duschen, denen ich mich mehr zurechne (ohne dass ich Geschrei oder Unmutsäußerungen hervorrufe), aber das ist ein weiter Weg.
Es stellt sich allerdings für mich die Frage, wie weit ich mich körperlich anpassen sollte (oder nicht), um den Zielen näher zu kommen - oder ob es andere Wege gibt, die ich noch nicht alle schon ausprobiert habe.

Gruß
Anne-Mette
Ach verflixt, jetzt kommen doch lauter persönliche Dinge hoch :)

Ja, da sprichst Du etwas verflixt Kniffliges an. Ja, die Gruppe brauche ich auch nicht, um mich selbst zu definieren. Dennoch merke ich eben, wie ich mich zu einigen Gruppen mehr und zu anderen deutlich weniger zugehörig empfinde. Das definiert mich nicht, es ist eher ein Resultat meiner Selbstdefinition? Dieses Schwanken zwischen den Gruppen kenne ich auch ein wenig und jetzt wird es etwas kompliziert und vielleicht etwas kontrovers, aber ich versuche es mal.

Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr rücken für mich T und I zusammen, die Trennung wird für mich immer unschärfer. Es beginnt mit der Uneindeutigkeit von Geschlecht in der Biologie, eben bishin zu ganz offensichtlichen intersexuellen Syndromen. Doch was ist mit den nicht offensichtlichen? Und wo genau verläuft die Grenze zwischen inter* und trans*? Milton Diamond sagt, trans* könnte man auch als eine Art von inter* im Gehirn auffassen. Kann man so sehen und wenn man es so sieht, dann verschwimmt in einigen Problemfeldern trans* und inter*. Gerade wenn man mit nicht binären trans* Personen zu tun hat, ist die Grenzziehung zwischen inter* und trans*, zumindest für mich, kaum noch möglich.

Inter* Menschen entwickeln zunehmend eine inter* Identität, die sie aus dem Binär befreit, was eine Lebensaufgabe ist. Bei trans* Menschen bin ich mir nicht sicher, was in nächster Zeit passieren wird. Ich glaube, dass es für einen Menschen, der in dem Binär sozialisiert wurde einfacher ist, innerhalb des Binärs einen Wechsel zu machen, als zu einer Uneindeutigkeit zu stehen. Für inter* Menschen ist das "irgendwie Dazwischen" eine biologisch messbare Gewissheit, trans* Menschen bleibt nur ein Erforschen ihrer Empfindungen. Sollte irgendwann einmal der biologische Nachweis für trans* gefunden werden, z.B. in Form eines "weiblichen Gehirns gefangen in einem Männerkörper" (oder umgekehrt), dann wäre dies doch von der Ausgangslage her eine biologische Intersexualität? Und dann?

Genau wie es eine Reihe von inter* Menschen gibt, die sich freiwillig für eines der beiden Geschlechter entschieden haben bzw. entscheiden, sie aber immernoch inter* sind und nicht trans*, so müsste dann konsequenterweise eigentlich auch bei trans* von inter* Personen gesprochen werden. Na das wird noch spannend :)

Nur jetzt bitte nicht falsch verstehen, ich möchte da nichts vereinnahmen, doch ich sehe hier große Parallelen. Denn für beide, trans* und inter*, bedeutet die Frage nach Zweigeschlechtlichkeit früher oder später und für einen kurzen oder langen Zeitraum immer einen Konflikt - mit sich selbst und der Umwelt. Muss ich mich, obwohl ich es (ggf. zeitweise) nicht kann, dennoch dem binären Diktat unterwerfen? Wo begegnet mir dieses Diktat? Und ist es an dieser Stelle wirklich nötig? Ich werde genötigt eine Entscheidung zu treffen, die ich vielleicht eigentlich gerade gar nicht treffen kann - oder will.

Für mich steht eigentlich nur eines fest, das mir bei Geburt zugewiesene Geschlecht passt nicht zu mir, ich bin also kein Mann. Das "andere" Geschlecht, also weiblich, passt viel mehr zu mir, ich empfinde mich diesen viel mehr zugehörig. Was nun daraus erwächst und entstehen kann, ist die große Kunst des Lebens. Cis Frau bin ich nicht und werde ich nie sein können. Viele Erfahrungen einer cis Frau werde ich nie machen können, alleine schon biologische. Und durch mein fortgeschrittenes Alter fehlen mir auch viele soziale Erfahrungen einer cis Frau. Also nicht Mann und nicht cis Frau. Unsere Gesellschaft, und das soll wirklich nicht wertend gemeint sein, ist auf Zweigeschlechtlichkeit gebaut. Da können wir dran rütteln und schütteln, das werden wir in unserer Generation nicht mehr ändern können. Wir können für Toleranz und Akzeptanz werben, doch bis geschlechtliche Uneindeutigkeit gegenüber der Zweigeschlechtlichkeit zur Normalität wird, wird es noch Generationen brauchen. Oder besser noch, bis geschlechtliche Unterschiede zwischen Individuen keine Rolle mehr spielen, die Zweigeschlechtlichkeit also nicht mehr eine Norm ist.

Doch in der Zwischenzeit?
Du sprachst körperliche Angleichungen an. Ja, dazu habe ich mir viele Gedanken gemacht und mache sie mir noch. Was davon sind wirklich tiefe persönliche Bedürfnisse und welche empfinde ich vielleicht nur so, weil die gesellschaftliche Erwartung so stark ist, sodass ich ein Entsprechen so tief verinnerlicht habe, dass es sich nun nach tiefen persönlichen Bedürfnissen anfühlt? Kann ich das überhaupt differenzieren?

Ich habe mit Antiandrogenen begonnen, weil ich wissen wollte, wie es ohne ist. Es war gut, es fühlte sich gut an und eigentlich fast ausreichend.
Dann überlegte ich an gegengeschlechtlichen Hormonen. Wollte ich das wirklich? Und warum? Waren es körperliche Veränderungen, die ich damit hervorrufen wollte? Und wenn ja, warum wollte ich das? Schlussendlich fiel die Entscheidung, weil nach der Orchiektomie der völlige Wegfall des Testosterons blöde Nebenwirkungen hatte und also ein Geschlechtshormon wieder ersetzt werden musste. Testosteron fiel für mich aus, da ich mich ohne besser fühlte, also wurden es Östrogene. Die Nebenwirkungen ließen nach, viel mehr zunächst nicht. Ich fühlte mich nicht anders. Doch dann begannen langsam die subtilen körperlichen Veränderungen und erst mit ihrem Einsetzen erkannte ich langsam, wie positiv ich sie empfand.

Ich hatte zuvor nie ein positives Gefühl zu meinem Körper. Er war da, funktionierte, nichts tat weh (meistens), also was sollte ich mich beklagen? Mit dem Einsetzen dieser Veränderung stelle ich nun fest, dass ich ein positives Gefühl zu meinem Körper entwickele. Es ist ein langsamer Prozess, doch es findet statt. Ich kann sogar nichteinmal klar sagen, welche Veränderung es im Besonderen ist, die diese positive Einstellung verursacht. Aber es passiert, soviel steht fest.

Die Unfähigkeit die positiven Veränderungen herausdeuten zu können, verunsichert mich jedoch sehr. Bisher hatte ich sozusagen Glück, denn was ich tat hatte offenbar positive Auswirkungen. Nur hatte ich zuvor keine wirkliche Ahnung, ob es diese Auswirkungen haben würde. Die Risiken waren gering, also probierte ich es und es wurde gut.

Doch jetzt stehe ich vor der nächsten Entscheidung und die verunsichert mich sehr. Wie Anne-Mette es auch beschrieb, ich würde auch gerne wieder in Schwimmbad oder Sauna gehen können, ohne Aufschreie befürchten zu müssen. Doch das alleine kann ja nicht der Grund sein. Worum es geht, ist klar, oder? Geschlechtsangleichende Operation, ja oder nein. Das ist nun etwas, das probiert man nicht mal so eben aus, um zu schauen, ob es das Richtige ist, das sollte man schon vorher sehr genau wissen. Ich bin da leider ein sehr verkopfter Mensch. Ja, ich verspüre stetig mehr das Bedürfnis danach, frage mich aber gleichzeitig, ob es wirklich notwendig und wirklich der einzige Weg ist? Und warum will ich das? Nur um zu entsprechen? Andererseits habe ich die tollen Erfahrungen mit den anderen Veränderungen gemacht, würde es hier auch so sein? Und dann ist da auch die "jetzt oder nie" Sache, wenn ich es jetzt nicht mache, wann sonst? Formal ist das alles geklärt, Kostenübernahme ist erteilt und Zusage eine_s Operateur_in habe ich auch. Und nun?

Wovor ich wirklich Angst habe ist, dass ich dies vielleicht nur meine tun zu müssen, weil mein sozialisiertes Körperbild so ist. Das wäre für mich der falsche Grund, das könnte ich mir (vielleicht) abgewöhnen oder aktivistisch etwas dagegen tun. Doch wenn es tatsächlich meinem inneren eigene Körperbild entspricht, dann wäre es geradezu töricht es nicht zu versuchen. Nach den Erfahrungen durch die Veränderungen von Hormonen und anderem tendiere ich zur Zeit dazu, meinem Empfinden nachzugeben. Doch bei einer so großen und irreversiblen Sache, flößt mir das gewaltigen Respekt ein. Zum Glück habe ich noch ein paar Monate Bedenkzeit...

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
ExUserIn-2026-04-08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3886
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Pronomen:
Hat sich bedankt: 140 Mal
Danksagung erhalten: 1027 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Begegnungen „ Flashback?

Post 8 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Nicole,

ich gehe davon aus, dass es unvermeidlich ist, dass in T-Menschen biologische Entsprechungen im Gehirn gibt, denn das was wir empfinden, hat ja dort seinen Ursprung. Die Frage, was T und I unterscheiden könnte, liegt eher darin, wie es zu dieser Zwischengeschlechtlichkeit kam, also ob hormonelle, genetische oder Sozialisationsgründe die Ursache sind. Oder anders gefragt: Genetik prägt Hirnstruktur prägt Geschlecht oder Genetik prägt Geschlecht prägt Hirnstruktur ? Oder läuft das teilweise parallel ? Aber ist das zunächst nicht nebensächlich ?
Inter* Menschen entwickeln zunehmend eine inter* Identität, die sie aus dem Binär befreit, was eine Lebensaufgabe ist. Bei trans* Menschen bin ich mir nicht sicher, was in nächster Zeit passieren wird.
Was meinst Du mit nächster Zeit ? Transmenschen die sich nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen können oder wollen, stehen jederzeit in dem Konflikt. Diesen zu bewältigen ist ebenfalls eine Lebensaufgabe.
Ich glaube, dass es für einen Menschen, der in dem Binär sozialisiert wurde einfacher ist, innerhalb des Binärs einen Wechsel zu machen, als zu einer Uneindeutigkeit zu stehen. Für inter* Menschen ist das "irgendwie Dazwischen" eine biologisch messbare Gewissheit, trans* Menschen bleibt nur ein Erforschen ihrer Empfindungen.
Das sehe ich ähnlich. Ein Wechsel innerhalb des "Binärs" stellt das Binär nicht in Zweifel. Die dazwischen Stehenden oder die gar ein "drittes Geschlecht" reklamieren schon. Aber letztlich bleiben sie damit unter sich, da die Umwelt das nicht nachvollziehen kann. Jedenfalls nicht kurzfristig. Ich glaube aber, dass in Teilen das Bewusstsein wächst, dass es noch Phänomene außerhalb des Binärs gibt.

Für mich selber kann ich sagen, dass ich in Phasen, die in der Regel mehrere Wochen dauern, emotional zwischen den Geschlechtern pendle, was ich als erhebliche Belastung empfinde. Vor allem, da ich sehe, dass es für mich kaum einen Ausweg daraus gibt. In den "männlichen Phasen" frage ich mich, was ich mit dem Thema Weiblichkeit zu tun habe und in den "weiblichen Phasen" muss ich mit männlicher Rolle leben, obwohl sich alles in mir nach Weiblichkeit sehnt. Ich fühle mich dann so ähnlich, wie Du, Nicole, es beschrieben hast. Es erscheint mir völlig unmöglich, das meinem Umfeld zu vermitteln.

Dieses Pendeln ist aber der Grund dafür, dass es für mich keine eindeutige Lösung gibt. D.h. keine Hormone und schon gar keine GaOP. Das Du vor einer GaOP zurückschreckst, ist verständlich. Die Frage, die mir als erstes in den Sinn kam, geht in Richtung Deiner emotionalen Schwankungen. Gibt es sie ? Sie sie intensiv und wie machen sie sich bemerkbar ? Für eine GaOP denke ich, sollte man eine eher stabile Emotionslage bez. der geschlechtlichen Selbstdefinition wie Du sie beschreibst, haben.
Doch wenn es tatsächlich meinem inneren eigene Körperbild entspricht, dann wäre es geradezu töricht es nicht zu versuchen. Nach den Erfahrungen durch die Veränderungen von Hormonen und anderem tendiere ich zur Zeit dazu, meinem Empfinden nachzugeben.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
nicole.f
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 788
Registriert: Fr 3. Dez 2010, 11:04
Geschlecht: trans* Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Siegen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Begegnungen „ Flashback?

Post 9 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Liebe Vicky,
emotional habe ich bzgl. meines trans* Seins eigentlich keine Problem - ganz im Gegenteil, was vielleicht auch ein Teil der Verunsicherung ist, es ist alles "zu einfach"? Es ist nicht so, dass mich der Gedanke an eine OP in irgendwelche Wechselbäder der Gefühle stürzen würde. Nein, eigentlich nicht. Ich habe mir ja auch den "Spaß" gegönnt und mir so wirklich alle Bilder und Filme von GaOps angesehen, um zu erspüren, ob mich das irgendwie abschrecken würde. Nein, tut es nicht, ganz und gar nicht, eher im Gegenteil - und nein, ich habe keine SM Neigung :) Ich bin mir also recht sicher, dass ich im Grundsatz damit zurecht kommen würde und vielmehr noch, dass ich es im Allgemeinen für erstrebenswert halte. Was mich nur abschreckt ist zum einen die Frage, warum will ich das? Und zum anderen die Frage nach den Risiken und Folgen. Diese sind ohne Zweifel da und da frage ich mich schon, ist es das wert? Ist mein Gefühl nach "richtig" so groß und das eventuelle Resultat so richtig, dass es das Risiko und die damit verbundenen Unbilgen aufwiegt? Und noch viel drängender, ginge es vielleicht doch ohne?

Ich denke also nicht, dass ich wirklich emotional ein Problem damit habe. Da bin ich schon recht klar. Es ist der Kopf, das Denken und die Ratio, die mir mal wieder Kopfzerbrechen bereiten. Und natürlich, dass will ich auch nicht verschweigen, in den Berichten von Anke kommt dies ja auch ganz gut rüber, so eine GaOp ist kein Zuckerschlecken. Da hat man die folgenden Monate kräftig mit zu tun. Es wird lange dauern, bis "da unten" wieder alles verheilt ist und mit etwas Pech wird irgendetwas dabei auch schief gehen, mögliche Problemstellen gibt es viele - und mal ehrlich, Hand auf's Herz, ich glaube keine GaOp ist wirklich perfekt, auch nicht die der Götter in Weiß, wie Supporn oder Schaff. Jetzt habe ich "nur" das Problem, dass da unten etwas ist, was da nicht hingehört, was mich stört, was aber ansonsten funktional und nicht schmerzhaft ist. Das könnte sich dann ändern, in dahin gehörend, aber schmerzhaft und nicht mehr funktional. Und dann? Habe ich damit dann wirklich etwas gewonnen?

Naja... ich kenne mich mittlerweile auch ein wenig. Mit größter Wahrscheinlichkeit wird es passieren und ich werde gut damit leben. Vor nun fast einem Jahr fragte ich aus reiner Neugierde bei meiner Kasse nach den Möglichkeiten und Voraussetzungen der Kostenübernahme, nach knapp drei Wochen hatte ich die Zusage. Seitdem laboriere ich an dem Gedanken. Es ist wie den Schlüssel zur Büchse der Pandora auf einmal in der Hand zu halten - benutze ich ihn oder lasse ich es lieber?

Lustigerweise waren es fast die gleichen Fragen und Gedanken, die sich ab Oktober 2013 immer mehr manifestierten und bohrend wurden, nur damals ging es um mein Coming-Out oder nicht. Doch es waren die gleichen Gedanken - offenbare ich mich, dann ist das endgültig, ein ausgesprochenes Wort ist nicht rückgängig zu machen. Wage ich es oder lasse ich es und lebe weiter im Schatten? Es waren die gleichen Vergleiche, mit Pandoras Büchse und dergleichen, die mir damals in den Sinn kamen. Heute ist es nicht mehr die Entscheidung für oder gegen ein offenes Leben, die ich glücklicherweise vor über zwei Jahren mit Ja beantwortete und mich damit befreite. Heute ist es die Frage nach eben jenem auch wieder irreversiblen und kaum absehbaren Eingriff. Doch schlussendlich ist das sehr ähnlich.

Und so werde ich hadern, zögern und jammern, bis dereinst das Schreiben mit dem endgültigen Termin im Briefkasten liegt. Dann werde ich mich in freudiger Erwartung pünktlich auf den Weg machen und auf alles vorbereitet aufmerksam erleben, was passiert. Es kommt dann eben wie es kommt und es wird hoffentlich gut. Wenn nicht so gut, nun denn, dann ist es eben so, es gibt schlimmere Schicksale. Das einzige wovor ich wirklich Angst habe, wären chronische Schmerzen. Das kann einem wirklich jede Lebensfreude und jede Hoffnung nehmen. Das das passiert, ist heute zum Glück nur noch extrem selten. Mit allem anderen muss ich eben rechnen - Inkontinenz, Taubheit, lange Verheilzeit, viel Nachsorge.

Und ich hoffe das ich dann irgendwann auch darauf werde zurückblicken können und sagen, ja, das hast Du gut gemacht, das war sooo richtig und wichtig, wie gut das es nun geschafft ist. So war es bisher mit allen Veränderungen in dieser Richtung und das macht mir doch etwas Mut und gibt mir ein gewisses Vertrauen, doch auf meine Gefühle zu hören und mich von ihnen und weniger vom Verstand leiten zu lassen. Bis hierhin klappte das erstaunlich gut ;)

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
Frida
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 346
Registriert: Mi 13. Nov 2013, 12:47
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Wohnort (Name): Neuss
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Begegnungen „ Flashback?

Post 10 im Thema

Beitrag von Frida »

Hallo liebe Nicole,

es ist wieder schön, dass du uns an deinen Gedanken teilhaben lässt. Ja, sie sind sehr ähnlich denen , die ich habe und auch die Gefühle kann ich gut nachvollziehen, stehe ich doch auch noch vor der Entscheidung, soll ich es wagen oder nicht. Du beschreibst das alles sehr schön und darüber bin ich froh und dankbar, weil mir das nicht so gut gelingen würde und es hilft mir bei meiner Selbstreflexion, der Selbstprüfung"¦. ist es das, was mir wirklich fehlt.

Ich bin da noch nicht ganz so weit wie du, habe noch keine Zusage für eine solche Op. Ich werde im Mai zu einem ersten Beratungsgespräch gehen und dann schaue ich weiter. Aber natürlich geistern mir die Gedanken um diesen Schritt auch ständig durch den Kopf, besonders seit dem ich vor mehr als einem halben Jahr mit der Einnahme von Hormonen begonnen hatte.
Bei allen Schritten, die ich vorher gemacht hatte, war es auch so. So wie bei dir auch, war es immer ein Ringen um den richtigen Schritt, auch um das Überwinden von Ängsten, die sich jedesmal in den Weg gestellt haben. So muss es auch sein.

Für mich kommt noch dazu, dass sich mir in meinem Alter die Frage stellt, wenn nicht jetzt, wann dann. Es gab in meinem Leben oft Situationen, Weggabelungen, wo ich mich entscheiden musste. Ganz oft hat dann das Sicherheitsdenken meines Kopfes gewonnen, obwohl mein Herz etwas anderes wollte. Ich weiß nicht, ob es mir sehr geschadet hat, diese Kopfwege gegangen zu sein, aber ich bin mir heute sehr sicher, es hätte mein Leben mehr bereichert,
hätte ich mich manchmal eher für den Herzensweg entschieden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wirkliches Wachstum, Entwicklung meist nur vollzogen wird, wenn man gewillt ist,auch Risiken einzugehen.
Ich habe in meinem Leben zu oft auf meinen Kopf gehört und es nicht gewagt diese Ängste zu überwinden, mich den risikovollen Herausforderungen zu stellen. Ich hatte dann noch nicht die Kraft für solche Schritte. Doch muss ich auch sagen, das ich mich immer gut fühlte, wenn ich dann mal Ängste überwunden und neue Wege gewagt hatte, auch wenn es manchmal in die Hose gegangen war und wenn es im Nachhinein nicht mehr umkehrbar war, hatte ich es nie bereut, weil es meine ehrliche Überzeugung gewesen war"¦.mein Leben, mein Schicksal, dass ja auch durch meine Entscheidungen mit beeinflusst wird.

Mir ist eigentlich schon klar, dass zu meinem eigenen Körperbild und den dazugehörigen Gefühlen eigentlich ein Frauenkörper gehört, weil ich mich als Frau, als weiblich empfinde und sehe. Mein größtes Problem ist eben, dass ich diesen Körper nicht habe. Ich weiß, dass es nur ein Angleichen sein kann. Ich bin die Risiken, die die Transition hat bisher eingegangen, habe die Hürden überwunden und werde wahrscheinlich auch diese überwinden. Ich kann die Frauen, die vor Jahrzehnten unter viel schwereren Bedingungen diesen Weg gegangen sind, gut verstehen - dieses Sehnen danach"¦ gleich zu sein"¦stimmig, wenn auch "nur" annähernd. Und wer würde schon medizinische Errungenschaften ausschlagen, wenn es ihm nicht gut ginge, wenn"™s Leiden wäre, trotz der Nebenwirkungen und Risiken.

Ich werde mich jetzt noch darum bemühen, dass Kopf und Herz Übereinstimmung finden. Das wäre ideal. Dafür sollte frau sich die Zeit nehmen, auch in meinem Alter, aber es soll kein Vor-mir- her- schieben sein. Das würde mich quälen. Nein, es muss weitergehen"¦Schritt für Schritt. Denn Stillstand kann ja manchmal auch Genuss bringen, aber Bewegung macht glücklicher.
Wahrscheinlich ist das ja auch der Sinn des Lebens, sich zu dem zu entfalten, was manfrau ist. Das muss nicht in perfekt sein. Ist es wohl auch meist nicht, sonst wär"™s göttlich.

Liebe Grüße und einen wunderschönen Frühlingstag zum Genießen ))):s
Frida (flo)
Andrea aus Sachsen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2503
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 21 Mal
Kontaktdaten:

Re: Begegnungen „ Flashback?

Post 11 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Hallo Nicole,
danke für deine aufschlussreiche Schilderung und die dabei gezeigte Offenheit!
Zahlreiche der darin aufgeworfenen Fragen schwirren mir derzeit auch im Kopf herum. Klarheit herrscht offenbar darüber, dass es zu einem Leben als Frau keine Alternative gibt, trotz gelegentlicher "Flashbacks"
Die Frage nach der GaOP wird von mir dagegen aus Gründen, die ich an anderer Stelle schon nannte, mehr oder weniger deutlich mit "Nein" beantwortet.
Bliebe die VÄ/PÄ: Auf jeden Fall möchte ich irgendwann einmal den "richtigen" Namen im Ausweis stehen haben. Aber die Gutachten? Soll ich mich tatsächlich darauf einlassen, dass jemand, der mich bisher noch nicht kennt, im ungünstigsten Fall entscheidet, dass ich gar nicht so leben dürfte, wie ich es seit gut einem Jahr tue? So warte ich zurzeit auch noch auf eine Vereinfachung des Verfahrens. Ich weiß nur noch nicht, wie lange noch.
Deshalb begrüße ich außerordentlich dein Engagement für eine unbürokratische und sozial verträgliche Lösung. In dem Zusammenhang würde mich einmal interessieren, ob deine Anwält(innen) nur für dich arbeiten oder ob frau sich dort an einer Art Sammelklage anschließen kann?
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
nicole.f
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 788
Registriert: Fr 3. Dez 2010, 11:04
Geschlecht: trans* Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Siegen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Begegnungen „ Flashback?

Post 12 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Liebe Andrea,

das mit OP oder nicht muss jede_r für sich selbst ausmachen, gar keine Frage - und um das auch einmal völlig klipp und klar zu sagen, das geht auch niemanden anders etwas an, als jede_n einzelne_n selbst. Auch ist die Frage danach völlig unbedeutend bezüglich des persönlichen Geschlechtsempfindens oder Zugehörigkeit. Es gibt vom Antigewaltprojekt NRW, aber ich meine auch von anderen Organisationen, schöne Postkarten mit provokanten aber sehr guten Sprüchen. Eine davon ist "Es gibt Frauen mit Penis und Männer mit Vagina - Komm' damit klar!" oder so ähnlich.

Die Gutachten zur VÄ/PÄ sind heutzutage völlig harmlos, also aus Bedenken bzgl. einer Ablehnung würde ich das nicht ausschließen. Hier in NRW, und in Deiner Gegend wird das nicht anders sein, kenne ich eine Hand voll Gutachter, die das sehr freundlich und nett machen. Das ist dann ein Stündchen Kaffeeplausch und fertig ist die Sache. Das liegt vor allem daran, dass das aufgeklärte Psychologen sind, denen völlig klar ist, dass sie den eigentlich Begutachtungsgegenstand überhaupt nicht begutachten können. Niemand kann von außen sagen, welche innere Geschlechtsidentität jemand im Inneren hat. Jede_r der_die das behauptet, ist wissenschaftlich anerkannt ein Scharlatan. Das einzige was sie machen können, ist zu schauen, ob denn das alles halbwegs stimmig und realistisch erscheint und vielleicht noch ob die sich vorstellende Person urteilsfähig ist. Der Rest ist Bla Bla und setzt sich hauptsächlich aus der biografischen Anamnese und dem "transsexuellen Lebenslauf" zusammen, den man dann meist abgeben soll. Also wenn das Deine Bedenken sind, liebe Andrea, kann ich nur sagen, habe keine, sie sind nicht nötig. Erkundige Dich nach anständigen Gutachtern und alles wird gut.

Mir geht es bei der Klage vielmehr um das Prinzip. Ich möchte, dass sich der Staat aus diesem äußerst intimen Bereich der persönlich Lebensgestaltung heraus zu halten hat. Begründbar ist die in vielerlei Hinsicht. Zudem ist die Art und Weise dieses Verfahren, durch die psychologischen Gutachten, hochgradig psychopathologisierend. Das muss einfach aufhören, wir sind nicht "gestört". Alle wissen das, schon lange, auch die psycho* Fraktion, nur unser Staat will es nicht einsehen. Wir stehen an dieser Stelle noch auf ähnlicher Stufe, wie zur Zeit der Pathologisierung der Homosexuellen - geduldet, aber krankhaft. Das passt beim besten Willen nicht mehr ins 21. Jahrhundert.

Anschließen kann man sich diesem Verfahren nicht, denn soetwas wie Sammelklagen [1] gibt es in Deutschland in dieser Form nicht. Man könnte in anderen Verfahren als Nebenkläger auftreten oder die gleiche Klage ebenfalls einreichen und dann kann das ggf. in einem Prozess zusammengefasst werden, aber sich einem Verfahren anschließen geht, meines Wissens nach nicht. Diese spezielle Klage wird ohnehin nicht dazu taugen, da hier, dies liegt in der Sache begründet, auch individuelle, also auf mich speziell bezogene, Details zur Begründung verwendet werden müssen. Das würde also eher nicht klappen, tut mir leid. Wenn wir jedoch mit dieser Normenkontrollklage Erfolg haben, und dabei spielt es keine Rolle ob nur eine Person oder Hunderte klagen, dann wird es allen nützen. Die Antragsbegründung leitet recht schlüssig her, dass die Begutachtung per-se Grundrechte verletzt. Sollte dem stattgegeben werden, kann als Konsequenz nur die Begutachtung völlig entfallen.

Liebe Grüße
nicole

[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Sammelklage
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
Andrea aus Sachsen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2503
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 21 Mal
Kontaktdaten:

Re: Begegnungen „ Flashback?

Post 13 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Danke Nicole für die schnelle Antwort!
Das mit den Gutachten hatte ich nur etwas überspitzt formuliert. Wirklich Angst habe ich davor nicht. Im Moment steht für mich aber erst einmal die Arbeitssuche im Vordergrund. Das muss auch mit "falschen Papieren" gehen. Wenn das erfolgreich war und ich mich eingearbeitet habe, werde ich weitersehen.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
nicole.f
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 788
Registriert: Fr 3. Dez 2010, 11:04
Geschlecht: trans* Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Siegen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Begegnungen „ Flashback?

Post 14 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Liebe Andrea,
ich wünsche Dir dabei viel Erfolg! Mich würde, wenn Du bereit dazu bist, sehr interessieren, wie das bei Arbeitgeber_innen ankommt. Ich habe da schon gruselige Dinge gehört, aber auch ein paar ganz wunderbare.

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
Antworten

Zurück zu „Erfahrungen und eigene Erlebnisse“