15-Jährige findet keinen Ausbildungsplatz als Maurerin
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Anne-Mette
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15-Jährige findet keinen Ausbildungsplatz als Maurerin

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ja, so sieht es leider aus:

http://www.shz.de/lokales/husumer-nachr ... 17476.html

Auffällig:

"Neulich habe ich auf eine Zeitungsanzeige reagiert, in der ,Maurerinnen und Maurer"˜ gesucht wurden", berichtet sie. Doch als sie einige Zeit später telefonisch nachfragte, teilte man ihr mit: "Wir stellen keine Mädchen an." Und auf Nachfrage, warum in der Anzeige dann überhaupt von Maurerinnen und Maurern die Rede gewesen sei, hieß es: "Weil wir das so machen müssen. Sonst verstoßen wir gegen das Gesetz." (Hervorhebung stammt von mir)

ja, "theoretisch" sind wir ganz schön weit und stehen für Gleichberechtigung... (smili)

Gruß
Anne-Mette
ab08
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Re: 15-Jährige findet keinen Ausbildungsplatz als Maurerin

Post 2 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo,

Rechte müssen erkämpft werden, vieles steht nur auf dem Papier (also "Lippenbekenntnisse"). --> Gleichberechtigung ist ein Ziel, mehr nicht.
Allerdings bleiben Zeitungartikel wie dieser auf Dauer nur selten ganz ohne Wirkung. Bisweilen ändert sich was...

Danke, liebe Anne-Mette,
liebe Grüße
Andrea
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Valerie Bellegarde
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Re: 15-Jährige findet keinen Ausbildungsplatz als Maurerin

Post 3 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Ich habe den Zeitungsartikel gelesen. Das ist ja eine total nette junge Frau, sehr sympathisch. Und sie kommt aus der Branche, der Vater hat selbst eine Baufirma. Ich bin deswegen fast sicher, dass der Artikel dazu beiträgt, dass die junge Frau demnächst ihren Ausbildungsplatz als Maurerin in ihrer Gegend finden wird...
Auf der anderen Seite muss man aber auch klar sehen, dass Grundsatzdebatten, Empörungswellen oder shitstorms in diesem Fall völlig unangebracht sind, so sie denn bald mal wieder losgehen sollten. Das Thema eignet sich nicht dafür. Es gibt kein Recht für jedermann oder jedefrau auf jeden Beruf. Das müssen immer noch diejenigen entscheiden dürfen, die die wirtschaftliche Verantwortung für eine Firma tragen, ich meine die Unternehmer, Geschäftsführer oder Inhaber. Und ich würde denken, ein Bauunternehmer, der keine Mädchen ausbilden will, wird dafür durchaus ehrbare Gründe haben, die im einzelnen auch nachvollziehbar sind, wie ich dem Zeitungsartikel entnehme. Sollte es auch hier in mittelständischen Betrieben bald Quoten geben wie im AR-Bereich von Großunternehmen, hielte ich das für einen Rückschritt zur Planwirtschaft.

Liebe Grüße von Valerie (Firmengründer, Inhaber)
ab08
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Re: 15-Jährige findet keinen Ausbildungsplatz als Maurerin

Post 4 im Thema

Beitrag von ab08 »

"ein Bauunternehmer, der keine Mädchen ausbilden will"

Hallo Valerie,

tut mir leid , dass ich da widerspreche. Natürlich kann niemand gezwungen werden, jemand einzustellen. Ich bin auch für freies Unternehmertum.
ABER, wenn die fachliche Qualifikation(!) der sich bewerbenden Person stimmt, akzeptiere ich diese Haltung nicht.
Beispiele zu Erläuterung: Ein anderer Unternehmer möchte keine Italiener, oder keine Asiaten oder keine Christen ... beschäftigen.
Haltungen wie diese sind zwar verbreitet, bzw. greifen immer wieder um sich,.. ABER: Klar gesagt, hier handelt es sich um Diskriminierung bzw. Rassismus.

Liebe Grüße
Andrea,

die hier leider nicht schweigen kann und hofft, dass Unternehmer erkennen, dass eine offene, tolerante Haltung im Endeffekt die profitablere Einstellung ist :wink:
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julia21
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Re: 15-Jährige findet keinen Ausbildungsplatz als Maurerin

Post 5 im Thema

Beitrag von julia21 »

Hallo zusammen,

also ich bin weit entfernt davon in (N)Ostalgie zu schwärmen, aber die DDR war in der Hinsicht weitaus fortschrittlicher...
Olivia
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Re: 15-Jährige findet keinen Ausbildungsplatz als Maurerin

Post 6 im Thema

Beitrag von Olivia »

Tja - Gleichberechtigung steht erst mal nur auf dem Papier - andererseits sind Quoten und Zwang hier sicher nicht das beste Mittel und bis sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass Frauen/Mädchen genau so gut oder besser sind, als Männer/Jungs, das kann dauern...

Liebe Grüße von Olivia
Franka
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Re: 15-Jährige findet keinen Ausbildungsplatz als Maurerin

Post 7 im Thema

Beitrag von Franka »

Wenn sich eine junge Frau auf eine Stelle als Maurer oder Maler oder KFZ-Mechaniker bewirbt, hat sie das bestimmt nicht mal eben spontan aus dem Bauch heraus so entschieden.
Sie wird bestimmt deutlich motivierter sein, als so manch männliches Gegenüber. Und so gute Noten wird es unter den männlichen Bewerbern in dieser Branche auch eher selten geben.
Ich finde es daher ganz schön engstirnig von den Firmen pauschal zu sagen, wir stellen keine Frauen ein. Ein Versuch wäre es mit Sicherheit Wert.
Denn wenn die Damen nicht wirklich viel Interesse an dem Job hätten, hätten sie sich bestimmt in einem eher klassischem Frauenberuf beworben, wie Erzieherin z. B.
Ich wünsche der jungen Dame jedenfalls viel Erfolg und das auch bei der Jobvergabe möglichst bald ein Umdenken stattfindet.
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.
Anke
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Re: 15-Jährige findet keinen Ausbildungsplatz als Maurerin

Post 8 im Thema

Beitrag von Anke »

[quote="Valerie Bellegarde"]Und ich würde denken, ein Bauunternehmer, der keine Mädchen ausbilden will, wird dafür durchaus ehrbare Gründe haben, die im einzelnen auch nachvollziehbar sind

Hallo Valerie,

Da möchte ich mich Andrea anschließen und dir klar widersprechen. Grundsätzlich keine Mädchen auszubilden ist schlicht diskriminierend.

In anderen Bereichen/Branchen ist das Thema in genau der selben Art und Weise durchgekaut worden, am Ende ist von den sogenannten Gründen nichts übrig geblieben.

Als Unternehmer bist Du Teil der Gesellschaft und trägst dementsprechend auch Verantwortung. Dazu gehört auch die Verantwortung für die Entwicklung und Umsetzung von gesellschaftlichen Werten wie Gleichberechtigung. Das ist oft unbequem und nicht immer einfach. Manch einer entzieht sich dem deshalb gerne, genau wie der, der die Stelle ausgeschrieben hat.

Unangemesssen und inhaltlich falsch ist auch immer der Satz mit der Planwirtschaft. Zum einen muss es wenn "zentrale Planwirtschaft" heißen, denn auch in der Marktwirtschaft wird geplant, allerdings dezentral.

Und ein gesetzlicher Eingriff des Staates um Werte und damit die Gesellschaft als Ganzes voran zu bringen, hat mit zentraler Planwirtschaft nicht mal im Ansatz etwas zu tun.

Mit diesem Scheinargument wird einfach nur versucht sich der gesellschaftlichen Verantwortung, die jeder hat, zu entziehen.

Liebe Grüße

Anke
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Re: 15-Jährige findet keinen Ausbildungsplatz als Maurerin

Post 9 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

ich habe gerade den Artikel gelesen. Und ich bin erstaunt über die direkte Dummheit des Unternehmers. Denn so wird es selten geäußert, die Ablehnung. Meist folgen so Standartsätze, wie, wir haben uns leider für einen anderen Bewerber entschieden. Oder Sie entsprachen nicht den Anforderungen, welche es auch immer sein sollen. Nur damit keine Diskriminierung nachgewiesen werden kann. Mache Unternehmer scheuen auch das Risiko, dass die Auszubildenden die Ausbildung nicht durchstehen, der körperlichen Belastung nicht gewachsen sind. Dann möchte der Unternehmer, der ausbildet, dass die Arbeitskräfte anschließend in seinem Unternehmen tätig werden. Wenn Ambitionen vorhanden sind anschließend zu studieren, deckt es sich vieleicht nicht mit seinen unternehmerischen Interessen.

Es liegt so noch viel Arbeit auf dem Weg der Gleichberechtigung.


Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Re: 15-Jährige findet keinen Ausbildungsplatz als Maurerin

Post 10 im Thema

Beitrag von Martin-a »

Hat die junge Dame eigentlich eine Lehrstelle gekriegt?

Hier in der Schweiz gibt es etliche Firmen, die Mädchen für ihre Lehrstellen einstellen. Daher gibt es auch etliche Klempnerinnen, Spenglerinnen, Malerinnen, KFZ-Mechanikerinnen und sogar als Kaminfegerinnen. Die Mädchen sollen nicht aufgeben, wenn es nicht klappt.
Eigentlich schwimme ich nicht gegen den Strom. Ich stehe am Rand des Stromes und schaue den anderen Normalos zu, wie sie der Masse hinterherschwimmen und der erste in einem Wettbewerb sein wollen, den sie nicht gewinnen können.
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Re: 15-Jährige findet keinen Ausbildungsplatz als Maurerin

Post 11 im Thema

Beitrag von Marie-Elle »

Hat scheinbar geklappt:

https://www.shz.de/lokales/husumer-nach ... 55706.html

Gratulation!
Martin-a
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Re: 15-Jährige findet keinen Ausbildungsplatz als Maurerin

Post 12 im Thema

Beitrag von Martin-a »

Ist ja super. :) Herzliche Gratulatuion.
Nie aufgeben. Aber die Publicity hatte scheinbar auch geholfen. :)
Eigentlich schwimme ich nicht gegen den Strom. Ich stehe am Rand des Stromes und schaue den anderen Normalos zu, wie sie der Masse hinterherschwimmen und der erste in einem Wettbewerb sein wollen, den sie nicht gewinnen können.
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Re: 15-Jährige findet keinen Ausbildungsplatz als Maurerin

Post 13 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

...ja der Fall der Husumerin ging durch die SHZ-Presse und zeigt doch bei allem Erfolg in dieser einzelnen Sache, dass allen Bekenntnissen zum Trotz, die Gleichberechtigung in Deutschland in der Gesellschaft für Mann und Frau noch nicht in allen Aspekten umgesetzt wurde. Sicher mag es unternehmerische, vielleicht auch kostenverursachende betriebliche Gründe (Damentoilette) geben, eine Frau nicht als Maurerin auszubilden, unternehmerische Freiheit genannt, angemessen ist das auf jeden Fall nicht - eher schon als diskriminierend zu empfinden. 5 Punkte Abzug in der B-Note kann ich da nur sagen. Wo leben wir denn?
Also der Weg ist noch weit und sogar verfassungsmäßig garantierte Grundrechte müssen scheinbar immer wieder neu erstritten werden.

Gruß, Ulrike-Marisa

ich bin immer wieder verärgert, wenn ich so etwas lese oder höre; watt`n Quatsch, den Ausbildungsbetriebe da verzapfen. (ag)
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Re: 15-Jährige findet keinen Ausbildungsplatz als Maurerin

Post 14 im Thema

Beitrag von Martin-a »

Bei den Toiletten sehe ich absolut kein Problem, wenn das Mädel die vorhandene Toilette benutzt. In der Schweiz kommen jetzt auch die ersten Restaurants mit Unisextoiletten. Sollen doch aufhören, so ein Theater um die Toiletten zu machen. Meine Mutter hatte auch schon Herrentoiletten benutzt und das ohne Probleme.
Zuletzt geändert von Martin-a am Mo 12. Jun 2017, 15:36, insgesamt 1-mal geändert.
Eigentlich schwimme ich nicht gegen den Strom. Ich stehe am Rand des Stromes und schaue den anderen Normalos zu, wie sie der Masse hinterherschwimmen und der erste in einem Wettbewerb sein wollen, den sie nicht gewinnen können.
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Re: 15-Jährige findet keinen Ausbildungsplatz als Maurerin

Post 15 im Thema

Beitrag von sbsr »

Ulrike-Marisa hat geschrieben: Mo 12. Jun 2017, 12:14 unternehmerische, vielleicht auch kostenverursachende betriebliche Gründe (Damentoilette) geben
Da sprichst Du einen guten Punkt an. Meiner Meinung nach stehen so manche Gesetze der Gleichberechtigung nämlich im Weg. Ich kenne mich selbst damit nicht wirklich gut aus, aber ein Bekannter (ebenfalls Bauunternehmer, und ehrenamtlicher Sanitäter) hat mir vor einigen Jahren etwas ähnliches erzählt, dass es eben solche Regelungen gibt, die Frauen irgendwelche "Rechte" zusprechen, die in der Praxis eine Unwirtschaftlichekeit gegenüber einer rein männlichen Belegschaft bewirken. Dazu gehört zum Beispiel die Damentoilette ab einer bestimmten Mitarbeiteranzahl, getrennte Umkleideräume, usw.

Im Rettungsdienst ist (war?) es ähnlich, zwei Frauen dürfen nicht gemeinsam Schicht haben, weil das Tragen eines Patienten für Frauen zu schwer und damit nicht zumutbar ist. Zwei Männer dürfen, Mann und Frau auch, zwei Frauen nicht, Konsequenz es werden bevorzugt Männer eingestellt weil universell einsetzbar.

Das Problem ist gar nicht, dass Frauen diese "Rechte" für sich einfordern, sondern dass der Arbeitgeber dafür zu sorgen hat. Die Ausrede "meine weiblichen Mitarbeiter wollen keine getrennte Toilette" lässt die Gewerbeaufsicht nicht gelten.

Über die Art und Weise der Ablehnung brauchen wir uns glaube ich nicht zu unterhalten, so etwas geht gar nicht. Nichts destro trotz kann ich die Motive des Unternehmers in gewisser Weise nachvollziehen.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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