Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt - # 3
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Inga
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Hi,
in einem der verlinkten Beiträge wird aucf ein internationales Netzwerk "Trans Evidence Working Group" verwiesen.
Darüber mehr zu finden unter
trans-evidence.com/wilkommen/trans-evidence-workingroup/
Liebe Grüße
Inga
in einem der verlinkten Beiträge wird aucf ein internationales Netzwerk "Trans Evidence Working Group" verwiesen.
Darüber mehr zu finden unter
trans-evidence.com/wilkommen/trans-evidence-workingroup/
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Inga
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Anne-Mette
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Moin,
der DEUTSCHLANDFUNK meldet sich auch mit einem Artikel: "Entmoralisierung der Geschlechterfrage - Transsexualität in Theologie und Kirche"
http://www.deutschlandfunk.de/entmorali ... _id=345180
Gruß
Anne-Mette
der DEUTSCHLANDFUNK meldet sich auch mit einem Artikel: "Entmoralisierung der Geschlechterfrage - Transsexualität in Theologie und Kirche"
http://www.deutschlandfunk.de/entmorali ... _id=345180
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Anne-Mette
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Ulrike-Marisa
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Moin,
das Beispiel der Pastorenfamilie Zwölfer zeigt, dass es gut gehen kann und in diesem Falle die Partnerin die Transsexualität ihres Partners angenommen und dahingehend verarbeiten konnte, dass die Grundfesten ihrer Ehe auf eine neue Grundlage gestellt werden konnten. In ganz vielen anderen Fällen auch hier im Forum sind die Partnerinnen denen gegenüber sich Betroffene outen noch nicht so weit oder bereit, die Sache so wie Claudia Zwölfer das zu sehen und anzunehmen. Ein guter Beitrag ist das auf jeden Fall und eigentlich lesenswert auch für die Partner/innen vieler Betroffener. aber ob die das das dann auch lesen wollen, steht nun schon wieder auf einem anderen Stern...
Gruß, Ulrike-Marisa
das Beispiel der Pastorenfamilie Zwölfer zeigt, dass es gut gehen kann und in diesem Falle die Partnerin die Transsexualität ihres Partners angenommen und dahingehend verarbeiten konnte, dass die Grundfesten ihrer Ehe auf eine neue Grundlage gestellt werden konnten. In ganz vielen anderen Fällen auch hier im Forum sind die Partnerinnen denen gegenüber sich Betroffene outen noch nicht so weit oder bereit, die Sache so wie Claudia Zwölfer das zu sehen und anzunehmen. Ein guter Beitrag ist das auf jeden Fall und eigentlich lesenswert auch für die Partner/innen vieler Betroffener. aber ob die das das dann auch lesen wollen, steht nun schon wieder auf einem anderen Stern...
Gruß, Ulrike-Marisa
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nicole.f
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Hallo,
mich stört nur etwas, dass dort, so wie auch von Dr. Jung, immer wieder geschlechtliche und sexuelle Vielfalt miteinander gleichgesetzt oder sogar verwechselt wird. Sexualität und Geschlecht sind zwei Paar Schuhe und zunächst streng zu differenzieren. In jüngerer Zeit wird auch von manchen im öffentlichen Diskurs die, wie ich finde unglückliche, Begriffs-Chimäre "sexuelle Identität" verwendet, die als Mischung von beidem dann auch beides abbilden solle. Das halte ich aber gerade für uns, denen es uns im Diskurs nur um die geschlechtliche Identität geht, für eine gefährliche Verkürzung, die zu sehr ungeschickten Verallgemeinerungen führen kann. Ganz schwer wird es dann, wenn in diesem Zusammenhang noch von "homosexueller Identität" gesprochen wird, weil dies etwas anderes meint. Damit wird, so verstehe ich es, das Identitätsstiftende Moment beschrieben, sich also als homosexuellen Menschen zu verstehen und zu begreifen, etwas, was seinen Ursprung unter anderem auch in der Gay Pride Bewegung nach den Zwischenfällen 1969 im Stone Wall Inn hatte. Hier geht es um eine Gruppenidentität bzw. eine identitäre Frage in und zu dieser Gruppe. Dies hat also vor allem einen sozialen Charakter. Bei uns trans* Menschen geht es aber um die die tief empfundene persönliche Identität, die primär losgelöst von einer Gruppe besteht und die uns zu dem treibt, was wir dann ggf. mehr oder weniger stark nach außen ausdrücken und ausdrücken müssen. Ich hoffe sehr, dass wir auch irgendwann einmal eine Gruppenidentität als Trans* Gruppe entwickeln, ein Trans* Pride, doch das hat gerade bei Tagungen wie der in Frankfurt noch keinen Belang.
Liebe Grüße
nicole
mich stört nur etwas, dass dort, so wie auch von Dr. Jung, immer wieder geschlechtliche und sexuelle Vielfalt miteinander gleichgesetzt oder sogar verwechselt wird. Sexualität und Geschlecht sind zwei Paar Schuhe und zunächst streng zu differenzieren. In jüngerer Zeit wird auch von manchen im öffentlichen Diskurs die, wie ich finde unglückliche, Begriffs-Chimäre "sexuelle Identität" verwendet, die als Mischung von beidem dann auch beides abbilden solle. Das halte ich aber gerade für uns, denen es uns im Diskurs nur um die geschlechtliche Identität geht, für eine gefährliche Verkürzung, die zu sehr ungeschickten Verallgemeinerungen führen kann. Ganz schwer wird es dann, wenn in diesem Zusammenhang noch von "homosexueller Identität" gesprochen wird, weil dies etwas anderes meint. Damit wird, so verstehe ich es, das Identitätsstiftende Moment beschrieben, sich also als homosexuellen Menschen zu verstehen und zu begreifen, etwas, was seinen Ursprung unter anderem auch in der Gay Pride Bewegung nach den Zwischenfällen 1969 im Stone Wall Inn hatte. Hier geht es um eine Gruppenidentität bzw. eine identitäre Frage in und zu dieser Gruppe. Dies hat also vor allem einen sozialen Charakter. Bei uns trans* Menschen geht es aber um die die tief empfundene persönliche Identität, die primär losgelöst von einer Gruppe besteht und die uns zu dem treibt, was wir dann ggf. mehr oder weniger stark nach außen ausdrücken und ausdrücken müssen. Ich hoffe sehr, dass wir auch irgendwann einmal eine Gruppenidentität als Trans* Gruppe entwickeln, ein Trans* Pride, doch das hat gerade bei Tagungen wie der in Frankfurt noch keinen Belang.
Liebe Grüße
nicole
Zuletzt geändert von nicole.f am Do 11. Feb 2016, 13:18, insgesamt 1-mal geändert.
Ich bin trans* - und das ist gut so!
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Anke
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Hallo,
ja, Jung vermischt das. Wenn ich aber den Rest lese, dann kann ich darüber hinwegsehen. Ich hoffe eben auch, dass sich im Laufe der weiteren Diskussionen und Prozesse auch entsprechendes Bewusstsein bildet.
@ Nicole: Du hast weiter oben geschrieben, dass es nur Vorträge von Cismenschen gegeben hat. Cornelia Kunert hat dort doch auch gesprochen und meines Wissens ist sie transsexuell. Ansonsten stimmte ich dir zu, vor allem glaube ich, dass Transsexuelle das Heft mehr selbst in die Hand nehmen sollten.
Für Trans Pride war das vielleicht die falsche Veranstaltung. Ich weiß aber, das beispielsweise Haupt dazu ähnlich denkt, wie Du. Ich halte das auch für sehr wichtig, das so ein Bewusstsein entsteht. Dazu sollten wir nicht auf einen Vorfall ähnlich dem in der Christopher Street warten. So etwas sollte sich nicht wiederholen. Aber es braucht eine Initialzündung, damit das passiert.
Liebe Grüße
Anke
ja, Jung vermischt das. Wenn ich aber den Rest lese, dann kann ich darüber hinwegsehen. Ich hoffe eben auch, dass sich im Laufe der weiteren Diskussionen und Prozesse auch entsprechendes Bewusstsein bildet.
@ Nicole: Du hast weiter oben geschrieben, dass es nur Vorträge von Cismenschen gegeben hat. Cornelia Kunert hat dort doch auch gesprochen und meines Wissens ist sie transsexuell. Ansonsten stimmte ich dir zu, vor allem glaube ich, dass Transsexuelle das Heft mehr selbst in die Hand nehmen sollten.
Für Trans Pride war das vielleicht die falsche Veranstaltung. Ich weiß aber, das beispielsweise Haupt dazu ähnlich denkt, wie Du. Ich halte das auch für sehr wichtig, das so ein Bewusstsein entsteht. Dazu sollten wir nicht auf einen Vorfall ähnlich dem in der Christopher Street warten. So etwas sollte sich nicht wiederholen. Aber es braucht eine Initialzündung, damit das passiert.
Liebe Grüße
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Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
https://www.transcuisine.com
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
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Frida
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Hallo,
ich frage mich auch, wieso es zu solchen Vermischungen kommt. Das nervt! Ist es wirklich Nichtwissen, teilweise auch bei sogenannten Fachleuten, oder steckt ein Ziel, ein Programm, eine politische Absicht dahinter?
Bestimmt wäre es gut noch lauter aufzuklären, immer wieder...besonders von uns. Und wir sollten uns auch besser Abgrenzen, denn Grenzen heben deutlicher hervor, was wir sind. Deswegen finde ich es auch problematisch alle unter einen Hut zu bringen....aber das hatten wir ja schon. Es sollen ja keine Mauern und kein Stacheldraht sein. Schnittstellen treten dann auch hervor, an denen man zusammen für etwas streiten kann.
Ansonsten finde ich die Entwicklung und solche Konferenzen sehr positiv. Bin gespannt wie es sich weiterentwickelt. Da sollte man am Ball bleiben.
Liebe Grüße, Frida
ich frage mich auch, wieso es zu solchen Vermischungen kommt. Das nervt! Ist es wirklich Nichtwissen, teilweise auch bei sogenannten Fachleuten, oder steckt ein Ziel, ein Programm, eine politische Absicht dahinter?
Bestimmt wäre es gut noch lauter aufzuklären, immer wieder...besonders von uns. Und wir sollten uns auch besser Abgrenzen, denn Grenzen heben deutlicher hervor, was wir sind. Deswegen finde ich es auch problematisch alle unter einen Hut zu bringen....aber das hatten wir ja schon. Es sollen ja keine Mauern und kein Stacheldraht sein. Schnittstellen treten dann auch hervor, an denen man zusammen für etwas streiten kann.
Ansonsten finde ich die Entwicklung und solche Konferenzen sehr positiv. Bin gespannt wie es sich weiterentwickelt. Da sollte man am Ball bleiben.
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nicole.f
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Hmm... bist Du Dir mit Cornelia Kunert sicher? Ich finde dazu nirgends etwas. Gut, ein solches Outing macht man in den Fachkreisen nicht gerade ständig öffentlich, aber irgendeinen hätte ich schon erwartet zu finden. Also wenn das stimmen würde, dann wäre das gut!Anke hat geschrieben:@ Nicole: Du hast weiter oben geschrieben, dass es nur Vorträge von Cismenschen gegeben hat. Cornelia Kunert hat dort doch auch gesprochen und meines Wissens ist sie transsexuell. Ansonsten stimmte ich dir zu, vor allem glaube ich, dass Transsexuelle das Heft mehr selbst in die Hand nehmen sollten.
Wenngleich mir dann trotzdem noch die, sozusagen, Innenperspektive fehlt. Henry hatte es in seinem Grußwort ein wenig angerissen, aber das hätte viel tiefer beleuchtet werden müssen. Worum es mir ginge wäre auch bei solchen Fachtagungen und Konferenzen trans* Menschen von ihrem Erleben der aktuellen Situation bezogen auf die tagungsspezifische Fachlichkeit berichten zu lassen. Alle reden von Entpathologisierung, aber was passiert wirklich in der Welt außerhalb der Aula, in den Praxen, mit den Kassen etc.? Die Kirche redet von großer Akzeptanz, was passiert wirklich in den Kirchen? Die Juristen sprechen von der aktuellen Lage und dem Reformbedarf, doch wie sieht es wirklich aus, bei den Behörden und anderen Institutionen? Wenn diese Einsicht(en) fehlen, dann bleibt der Diskurs höchst akademisch. Auch gut, aber dadurch wird nicht genug Bewusstsein für den großen Handlungsbedarf geschaffen. Das ist gerade die Perspektive, die wir, denke ich, einbringen können und müssen.
Genauso müssen wir uns auch in alle anderen Bereiche beginnen aktiv einzumischen, in denen über uns aber nicht mit uns gesprochen wird. Dabei möchte ich diesen Kreisen nicht ihre fachliche Kompetenz absprechen, doch ihnen fehlt ohne die Frage die Feldkompetenz, die aber für das vollständige Bild der Lage zwingend notwendig ist. "Aktiv einmischen" ist aber auch hier das Zauberwort. Wir können und dürfen nicht erwarten, dass das Glück vom Himmel fällt oder andere auf einmal geläutert alles für uns richten. Wir müssen uns selbst vertreten und selbst dafür einsetzen. Wir müssen die Partizipation an diesen Diskursen und Teilhabe an Fachgesprächen aktiv einfordern. Wir sind darin unbequem, weil wir Forderungen stellen müssen, weil wir zum Umdenken auffordern und weil wir aktive Unterstützung einfordern.
Daher werden wir nur in den seltensten Fällen pro-aktiv eingeladen werden. Wir müssen aktiv auf alle zugehen und auch den Dialog suchen. Dialog bedeutet dann aber auch, dass auch wir zuhören und verstehen müssen. Auch mit dem größten Wohlwollen kann nicht alles umgesetzt werden, wie es richtig und notwendig wäre. Dies müssen auch wir verstehen und zunächst annehmen, um dann gemeinsam mit den entsprechenden Stellen Wege zur Abhilfe zu schaffen. Jede Veränderung ist ein Weg, nur selten wird man mit einem Schritt das Ziel erreichen und so sind auch kleine Veränderung in die richtige Richtung, wichtige erste Schritte. Zähigkeit und Nachhaltigkeit sind die Devisen, schätze ich.
Wenn man sich die Geschichte der homosexuellen Bewegung betrachtet, so hat es Jahrzehnte gebraucht, um dahin zu kommen, wo wir heute sind und selbst das ist noch alles andere als perfekt. Wir können etwas schneller fahren, da wir zu einem guten Stück in ihrem Kielwasser gleiten können, d.h. wir werden nicht weitere 50-60 Jahre brauchen. Aber ein paar Jahre werden es schon noch sein, leider. Der ICD-11 wird nun wohl doch leider erst 2018 verabschiedet, was eine Deutsche Version ICD11-GM auf 2019 oder noch später verschiebt. Die neue AWMF S3 Leitlinie wird mit etwas Glück dieses Jahr, aber voraussichtlich auch erst nächstes Jahr 2017 zur Diskussion gestellt, verabschiedet also voraussichtlich auch erst 2018. Die IMAG wird ihren Abschlussbericht zu Trans* auch erst Ende 2017 abgeben. Suma sumarum, mit größeren Veränderungen ist frühestens 2018 zu rechnen, wenn alles gut geht. Ich bin an dieser Stelle leider eher pessimistisch und rechne mit deutlich längeren Zeiträumen. Und selbst wenn dann etwas passiert, sind es ganz sicher nur erste Scrhritte, nach bis zu 35 Jahren Stillstand - TSG 1980/1981, "Standards" von Becker et al. von 1997 etc.
In der Zwischenzeit müssen wir uns Gehör verschaffen und dafür Sorge tragen, dass der dann erfolgende erst Schritt auch geradewegs in die richtige Richtung und so weit wie möglich geht. Und danach? Nach dem Spiel ist vor dem Spiel
Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
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Anne-Mette
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Moin,
Nicole, ich möchte mich noch einmal ausdrücklich bei Dir bedanken
Deine Beiträge sind wohl überlegt, menschlich, nicht reißerisch, durchdacht, fachlich fundiert... (ich weiß nicht, wo ich aufhören soll)
Ich bin froh, dass Du hier mitschreibst.
Liebe Grüße
Anne-Mette
Nicole, ich möchte mich noch einmal ausdrücklich bei Dir bedanken
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Ich bin froh, dass Du hier mitschreibst.
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nicole.f
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Hallo,
ich muss meine Kritik an der Versanstaltung weiter nach unten korrigieren, wie gut das man darüber spricht! Ich hatte eine kleine Rückmeldung mit ein paar Anmerkungen an den Organisator Dr. Schreiber gegeben, unter anderem auch, dass so wenige trans* Personen Fachvorträge hielten. Er wies mich dann darauf hin, dass dies doch mehr waren, als ich wusste! Bei den Grußworten habe ich völlig Dorothea Zwölfer unterschlagen, das war ein wirklicher Fehler, denn von ihr weiß man es hinreichend. Anke hatte in der Tat Recht, Cornelia Kunert ist selbst trans*, erwähnte dies aber verständlicherweise nicht ausdrücklich. Ihr Vortrag war:
Mag. Cornelia Kunert (Wien): ""šWho am I? Nobody knows but me."˜ (John Lennon). Wovon wir reden, wenn wir über Geschlechtsidentität reden und was das für die Behandlung bedeutet"
Ein weiterer Fachvortrag kam von Prof. Dr. Joan E. Roughgarden (Stanford University / University of Hawaii): "The gender binary in nature, cross human cultures, and in the Bible: a brief critical appraisal". Auch sie ist trans*! Leider war der Vortrag am Samstag Nachmittag und ich konnte ihn nicht mehr selbst erleben.
Dies sagt mir drei Dinge:
Erstens, die Welt ist doch oft anders, als man sie spontan wahrnimmt. Miteinander reden ist SO wichtig! Um solcherlei Missverständnisse oder Wissenslücken zu schließen.
Zweitens, wir trans* Menschen müssen sichtbarer werden! Es darf kein Stigma oder Makel mehr sein, trans* zu sein. Dann können wir offen dazu stehen und dann wissen wir auch, mit wem wir da sprechen! Das wir eben auch manchmal mit Peers sprechen oder Peers über uns sprechen, ohne das wir es merken! Aber natürlich auch, damit Ansprechpersonen sichtbar werden. Wenn ich nicht weiß, wer trans* ist, dann kann ich mit ihnen auch nicht in einen Dialog treten.
Drittens, die trans* Community als Ganzes braucht ein Fachmedium, vielleicht eine eigene Fachzeitschrift, die von trans* für trans* & cis gemacht wird, in dem aber dann natürlich auch cis publizieren kann. Es gibt eine ganze Reihe guter und intelligenter Aufsätze, die einfach kaum jemand kennt. Das Nichtwissen trägt dann zu Missverständnissen und Frontenbildung bei. Eine große Lücke, die damit vielleicht geschlossen werden könnte?
Liebe Grüße
nicole
ich muss meine Kritik an der Versanstaltung weiter nach unten korrigieren, wie gut das man darüber spricht! Ich hatte eine kleine Rückmeldung mit ein paar Anmerkungen an den Organisator Dr. Schreiber gegeben, unter anderem auch, dass so wenige trans* Personen Fachvorträge hielten. Er wies mich dann darauf hin, dass dies doch mehr waren, als ich wusste! Bei den Grußworten habe ich völlig Dorothea Zwölfer unterschlagen, das war ein wirklicher Fehler, denn von ihr weiß man es hinreichend. Anke hatte in der Tat Recht, Cornelia Kunert ist selbst trans*, erwähnte dies aber verständlicherweise nicht ausdrücklich. Ihr Vortrag war:
Mag. Cornelia Kunert (Wien): ""šWho am I? Nobody knows but me."˜ (John Lennon). Wovon wir reden, wenn wir über Geschlechtsidentität reden und was das für die Behandlung bedeutet"
Ein weiterer Fachvortrag kam von Prof. Dr. Joan E. Roughgarden (Stanford University / University of Hawaii): "The gender binary in nature, cross human cultures, and in the Bible: a brief critical appraisal". Auch sie ist trans*! Leider war der Vortrag am Samstag Nachmittag und ich konnte ihn nicht mehr selbst erleben.
Dies sagt mir drei Dinge:
Erstens, die Welt ist doch oft anders, als man sie spontan wahrnimmt. Miteinander reden ist SO wichtig! Um solcherlei Missverständnisse oder Wissenslücken zu schließen.
Zweitens, wir trans* Menschen müssen sichtbarer werden! Es darf kein Stigma oder Makel mehr sein, trans* zu sein. Dann können wir offen dazu stehen und dann wissen wir auch, mit wem wir da sprechen! Das wir eben auch manchmal mit Peers sprechen oder Peers über uns sprechen, ohne das wir es merken! Aber natürlich auch, damit Ansprechpersonen sichtbar werden. Wenn ich nicht weiß, wer trans* ist, dann kann ich mit ihnen auch nicht in einen Dialog treten.
Drittens, die trans* Community als Ganzes braucht ein Fachmedium, vielleicht eine eigene Fachzeitschrift, die von trans* für trans* & cis gemacht wird, in dem aber dann natürlich auch cis publizieren kann. Es gibt eine ganze Reihe guter und intelligenter Aufsätze, die einfach kaum jemand kennt. Das Nichtwissen trägt dann zu Missverständnissen und Frontenbildung bei. Eine große Lücke, die damit vielleicht geschlossen werden könnte?
Liebe Grüße
nicole
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Anke
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Hallo,
@ Nicole:
Miteinander reden hilft, da bin ich ganz bei dir. Und Irren ist eben menschlich!
Dein Punkt, dass nicht nur Cismenschen sondern auch immer mehr Transsexuelle über Transexuelle schreiben und sprechen sollten ist trotzdem richtig.
Deinen zweiten Punkt sehe ich mit gemischten Gefühlen. Dazu zu stehen trans zu sein finde ich auch richtig und wichtig. Aber ich möchte es auch nicht dauernd sagen. Es ist zwar ein wichtiger Teil in meinem Leben, aber eben nur ein Teil. Daneben bin ich Musikerin, Volkswirtin, Frau, Elternteil, Partnerin und vieles andere mehr.
Ein Fachmedium? Das ist eine interessante Idee. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob damit Cis in nennenswertem Umfang erreicht werden können. Vermutlich wird sich die Zielgruppe auf die beschränken, die mittelbar oder unmittelbar betroffen sind, als Transsexuelle und Menschen, die mit ihnen in Beziehung stehen.
Liebe Grüße
Anke
@ Nicole:
Miteinander reden hilft, da bin ich ganz bei dir. Und Irren ist eben menschlich!
Dein Punkt, dass nicht nur Cismenschen sondern auch immer mehr Transsexuelle über Transexuelle schreiben und sprechen sollten ist trotzdem richtig.
Deinen zweiten Punkt sehe ich mit gemischten Gefühlen. Dazu zu stehen trans zu sein finde ich auch richtig und wichtig. Aber ich möchte es auch nicht dauernd sagen. Es ist zwar ein wichtiger Teil in meinem Leben, aber eben nur ein Teil. Daneben bin ich Musikerin, Volkswirtin, Frau, Elternteil, Partnerin und vieles andere mehr.
Ein Fachmedium? Das ist eine interessante Idee. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob damit Cis in nennenswertem Umfang erreicht werden können. Vermutlich wird sich die Zielgruppe auf die beschränken, die mittelbar oder unmittelbar betroffen sind, als Transsexuelle und Menschen, die mit ihnen in Beziehung stehen.
Liebe Grüße
Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
https://www.transcuisine.com
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
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nicole.f
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Huhu 
Liebe Grüße
nicole
Sehe ich selbst auch durchaus ambivalent, ja. Man möchte das nicht ständig wie eine Monstranz vor sich her tragen, völlig klar. Eine gute Mischung wäre irgendwie gut, doch wie die aussehen könnte, weiß ich auch noch nicht. Ich denke aber schon, dass viele trans* Personen noch sehr gehemmt sind, dies in vielen Kontexten, in denen es vermutlich unschädlich wäre, offen zu kommunizieren. Das führt dann nicht nur dazu, dass wir gesamtgesellschaftlich zu wenig wahrgenommen werden, sondern auch zu persönlichen Problemen. Ich kenne mittlerweile einige trans* Personen, die eben gerade durch ihre Verschmelzen mit cis Menschen in seelische-psychische Schieflage geraten sind. Ich finde dies auch sehr plausibel, denn man unterdrückt ja dann schon wieder einen wesentlichen Teil seiner Geschichte, wenn nicht sogar einen Teil seiner Persönlichkeit, nämlich eben jenen Teil vor einem offenen Leben bzw. einer ggf. Transition. In dem Moment, in dem trans* kein Stigma mehr ist, könnte wir alle sehr viel freier damit umgehen und uns an noch mehr, nicht allen, aber mehr Stellen als trans* zu erkennen geben. In den USA gibt es gerade eine große Welle der trans* Freundlichkeit, was aktuell dafür sorgt, dass in der Tat immer mehr trans* Menschen sichtbar und öffentlich werden, weil sie gerade keine Angst mehr haben müssen, dadurch Nachteile zu erleiden und weil sie etwas für ihre Peer Community damit bewirken wollen. Gut, die USA sind medial nicht gerade für Nachhaltigkeit bekannt und man muss abwarten wie sich dies weiter entwickelt, aber ich denke, dass man dadurch eine Idee bekommen kann, wie es auch sein könnte.Anke hat geschrieben:Hallo,
@ Nicole:
Miteinander reden hilft, da bin ich ganz bei dir. Und Irren ist eben menschlich!
Dein Punkt, dass nicht nur Cismenschen sondern auch immer mehr Transsexuelle über Transexuelle schreiben und sprechen sollten ist trotzdem richtig.
Deinen zweiten Punkt sehe ich mit gemischten Gefühlen. Dazu zu stehen trans zu sein finde ich auch richtig und wichtig. Aber ich möchte es auch nicht dauernd sagen. Es ist zwar ein wichtiger Teil in meinem Leben, aber eben nur ein Teil. Daneben bin ich Musikerin, Volkswirtin, Frau, Elternteil, Partnerin und vieles andere mehr.
Bei diesem Fachmedium ginge es mir auch nur in zweiter Linie um ein sehr breites allgemeines Publikum, sondern eher darum, erstens uns selbst aus unterschiedlichen Quellen zu informieren - auch mit Fachbeiträgen aus den entsprechenden Fachkreisen wie Medizin, Recht etc.. Es gibt eine Menge Artikel in anderen Fachpublikationen, die viele von uns einfach nicht kennen und damit dann gar nicht mitreden können - hier schließe ich mich völlig mit ein, denn ich kann es mir nicht leisten, aus diesen Fachzeitschriften alle Artikel zu kaufen. Doch es gibt auch einige freie Artikel und bekannte Autor_innen, die man ansprechen könnte, ob sie ihre Artikel auch parallel bei "uns" veröffentlichen würden. Auch in unserer Community gibt es große Fachlichkeit! Diese könnten wir nutzen, damit auch diese publiziert und zitierbar wird. Und sicherlich noch ganz viele weitere Dinge, die wir damit bewirken könnten - vielleicht auch noch mehr cis Menschen erreichen. Ich denke schon, wenn das gut aufbereitet und gemacht ist, dass ein solches Magazin oder wie auch immer es heißen könnte, auch von den Fachkreisen aufmerksam betrachtet würde.Anke hat geschrieben: Ein Fachmedium? Das ist eine interessante Idee. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob damit Cis in nennenswertem Umfang erreicht werden können. Vermutlich wird sich die Zielgruppe auf die beschränken, die mittelbar oder unmittelbar betroffen sind, als Transsexuelle und Menschen, die mit ihnen in Beziehung stehen.
Liebe Grüße
Anke
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Anne-Mette
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Moin,
(inzwischen hat Nicole geschrieben; ich lasse das trotzdem mal stehen)
ich bin mir immer noch nicht sicher, "wie lange" jemand transsexuell ist - und daraus ergeben sich Fragen für die Beurteilung eines weiteren Engagements in der Community.
Mit "wie lange" meine ich nicht, dass es um Monate oder Jahre geht.
Ich habe etliche Menschen, die ich getroffen habe, so verstanden, dass sie irgendwann ihre Transsexualität für sich erkannt haben. Dann sind sie "ihren Weg" gegangen - und sind für sich angekommen.
Sie sind ganz Frau - ganz Mann.
Wenn sie das wollen, dann ist ihre Vergangenheit zu "löschen" - und es geht niemanden mehr etwas an, ob sie mal transsexuell gewesen sind oder "dem anderen Geschlecht" angehört haben.
Meine Gedankengänge spielen auch eine Rolle in Hinblick auf Interessenvertretungen. Wie lange sollen welche Interessen vertreten werden? - sicherlich nur, so lange jemand transsexuell ist (?). Danach "greifen" andere Interessenvertretungen wie "Frauen gegen Gewalt", "Männergruppen".
Anders ist es natürlich, wenn jemand für sich sagt und bestimmt: "ich bin transsexuell, auch wenn ich meinen Weg zuende gegangen bin oder es keinen transsexuellen Weg, sondern einen Lebensweg gibt".
Gruß
Anne-Mette
(inzwischen hat Nicole geschrieben; ich lasse das trotzdem mal stehen)
ich bin mir immer noch nicht sicher, "wie lange" jemand transsexuell ist - und daraus ergeben sich Fragen für die Beurteilung eines weiteren Engagements in der Community.
Mit "wie lange" meine ich nicht, dass es um Monate oder Jahre geht.
Ich habe etliche Menschen, die ich getroffen habe, so verstanden, dass sie irgendwann ihre Transsexualität für sich erkannt haben. Dann sind sie "ihren Weg" gegangen - und sind für sich angekommen.
Sie sind ganz Frau - ganz Mann.
Wenn sie das wollen, dann ist ihre Vergangenheit zu "löschen" - und es geht niemanden mehr etwas an, ob sie mal transsexuell gewesen sind oder "dem anderen Geschlecht" angehört haben.
Meine Gedankengänge spielen auch eine Rolle in Hinblick auf Interessenvertretungen. Wie lange sollen welche Interessen vertreten werden? - sicherlich nur, so lange jemand transsexuell ist (?). Danach "greifen" andere Interessenvertretungen wie "Frauen gegen Gewalt", "Männergruppen".
Anders ist es natürlich, wenn jemand für sich sagt und bestimmt: "ich bin transsexuell, auch wenn ich meinen Weg zuende gegangen bin oder es keinen transsexuellen Weg, sondern einen Lebensweg gibt".
Gruß
Anne-Mette
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Liebe Anne-Mette,
ich verstehe völlig, was Du ausdrücken möchtest, wie es im Prinzip auch Anke bereits anriss, eine persönliche Öffnung darf selbstverständlich nie zu einem Zwang werden, das muss jede_r für sich selbst frei entscheiden. Damit einher geht natürlich auch die eigene freie Entscheidung, wielange oder bis zu welchem Punkt man sich selbst als trans* identifizieren möchte - ich verwende lieber die Schreibweise trans*, da mir die Definition oder Abgrenzung von "transsexuell" schwer fällt und ich zudem auch denke, dass dieses spezielle Thema nicht nur Transsexuelle, wie auch immer man sie definieren mag, sondern auch noch eine ganze Reihe mehr Menschen auf dem trans* Spektrum betrifft.
Doch zurück zu der Frage der Zugehörigkeit zur großen "trans* Gruppe" und ob das irgendwann aufhört. Ich denke, unabhängig und die Selbstbeschreibung nicht einschränkend, es hört nie auf. Der Kontext, in dem dies potentiell eine Rolle spielen könnte, wird vielleicht mit den Jahren immer kleiner, doch ganz los werden wir es nie werden und davor kann man auch nicht die Augen verschließen. Egal was man anstellt und wie gut auch immer eine Angleichung klappt, es wird immer Situationen geben, in denen es auffallen wird, dass wir eben etwas anders als cis Menschen sind. Spätestens dann muss man eine Haltung dazu haben.
Viel wichtiger aber als die Frage, bis wann oder ob überhaupt, finde ich die Frage nach dem "warum eigentlich nicht"?
Was treibt uns dazu, mit dieser Vehemenz eine unbestreitbare Eigenschaft ablegen zu wollen? Die Antwort hierauf ist eigentlich, ganz allgemein formuliert, weil man sonst Ausgrenzung befürchtet. Ausgrenzung von seiner geschlechtlichen Peer Gruppe, also von Frauen bzw. Männern, weil sie trans* Menschen nicht als ihresgleichen ansehen könnten, Ausgrenzung durch Diskriminierung in allgemeinen Lebensbereichen, allgemeine xenophobe Diskriminierung etc. etc. Nur einmal als Gedankenexperiment angenommen, jegliche Unterschiede menschlichen Seins würden sozial betrachtet keinerlei Rolle mehr spielen, wäre es dann noch wirklich relevant zu unterscheiden, wann trans* beginnt und ob es irgendwann endet?
Das können wir vermutlich aktuell nur sehr schwer beurteilen, da wir eine solche Gesellschaft und einen solchen Raum bisher nicht erfahren können. Wir sind auch nicht die ersten, die solche und ähnliche Probleme diskutieren. Diese Problematik ist auch Diskussionsgegenstand der Feministinnen, seit ihren Anfängen. Was ist Frau? Wer ist Frau? Warum hat Frau eine andere Rolle als Mann? Ist das ein naturgebener oder sozialisierter Zustand? Ist die Gesellschaftsordnung entsprechend Natur gegeben oder gemacht? Warum gibt es die Unterscheidung zwischen Mann und Frau überhaupt? Und in welchen Bereichen? In welchen ist sie vielleicht gar nicht relevant? In welchen vielleicht doch? Alles Fragen, auf die auch über 100 Jahre Feminismus noch keine abschließende Antwort gefunden haben.
Was wir aber erleben und erfahren können ist, dass es trans* Menschen gibt, die selbst davon berichten, dass ihnen ihr Abtauchen in den "stealth mode", also die selbst gewählte Unsichtbarkeit, auf lange Sicht nicht gut getan hat. Kurz- und mittelfristig super! Große Entlastung, Angekommensein, Akzeptanz zu spüren und so vieles mehr. Doch das geht dann zwangsläufig mit einigen Verlusten einher, dem Negieren der Vergangenheit, dem achtsamen Navigieren um diese Vergangenheit herum, dem aktiven Auslöschen von Hinweisen darauf und einer aktiven Selbstzensur, von alledem im Alltag die meiste Zeit nichts mehr zu erwähnen, um nicht damit aufzufallen etc. Was wir auch sehen ist, dass eine Öffnung und mehr Sichtbarkeit eine positiv selbstverstärkende Wirkung haben kann, wie eben bspw. in einigen Communities in den USA. Wo vorher Devise und Ziel war, möglichst bald stealth zu werden, entwickelt sich nun eine sichtbare trans* Community, die durch ihre Sichtbarkeit für mehr Akzeptanz sorgt und dadurch wiederum noch mehr trans* Menschen sichtbar werden - weil es für sie keinen Unterschied mehr macht, sie müssen dadurch nichts mehr befürchten.
Das Ganze könnte aber auch mittelfristig ein weiteres Problem erst erzeugen, nämlich das eine trans* Community dann als eine getrennte Gruppe wahrgenommen werden könnte, dass man damit ein "wir und ihr" erzeugt. Fügen wir uns nahtlos (stealth) in die cis Gemeinschaft ein, sind wir auf jeden Fall Teil davon. Bleiben wir trans*, dann gäbe es cis und trans*. Könnte das schädlich werden? Hier wiederum, glaube ich, gibt es genügend positive Gegenbeispiele. Es gibt so viele Gruppen, die eindeutig als solche auftreten oder sogar erkennbar sind, und denen dies überhaupt nichts ausmacht. Warum sollte dies ausgerechnet für uns ein so großes Problem sein?
Ich möchte aber nocheinmal ganz ausdrücklich betonen, dass ich niemals eine Art Zwang in irgendetwas sehen möchte. Jede_r soll stets selbst frei darüber entscheiden, wie er_sie sein_ihr Leben führen und gestalten möchte, einschließlich natürlich der Selbstdefinition und persönlicher Sichtbarkeit. Mir geht es bei diesen Überlegungen mehr um das Große Ganze, die Gesellschaft im Ganzen und ihr Wechselspiel mit den Individuen darin.
Liebe Grüße
nicole
ich verstehe völlig, was Du ausdrücken möchtest, wie es im Prinzip auch Anke bereits anriss, eine persönliche Öffnung darf selbstverständlich nie zu einem Zwang werden, das muss jede_r für sich selbst frei entscheiden. Damit einher geht natürlich auch die eigene freie Entscheidung, wielange oder bis zu welchem Punkt man sich selbst als trans* identifizieren möchte - ich verwende lieber die Schreibweise trans*, da mir die Definition oder Abgrenzung von "transsexuell" schwer fällt und ich zudem auch denke, dass dieses spezielle Thema nicht nur Transsexuelle, wie auch immer man sie definieren mag, sondern auch noch eine ganze Reihe mehr Menschen auf dem trans* Spektrum betrifft.
Doch zurück zu der Frage der Zugehörigkeit zur großen "trans* Gruppe" und ob das irgendwann aufhört. Ich denke, unabhängig und die Selbstbeschreibung nicht einschränkend, es hört nie auf. Der Kontext, in dem dies potentiell eine Rolle spielen könnte, wird vielleicht mit den Jahren immer kleiner, doch ganz los werden wir es nie werden und davor kann man auch nicht die Augen verschließen. Egal was man anstellt und wie gut auch immer eine Angleichung klappt, es wird immer Situationen geben, in denen es auffallen wird, dass wir eben etwas anders als cis Menschen sind. Spätestens dann muss man eine Haltung dazu haben.
Viel wichtiger aber als die Frage, bis wann oder ob überhaupt, finde ich die Frage nach dem "warum eigentlich nicht"?
Was treibt uns dazu, mit dieser Vehemenz eine unbestreitbare Eigenschaft ablegen zu wollen? Die Antwort hierauf ist eigentlich, ganz allgemein formuliert, weil man sonst Ausgrenzung befürchtet. Ausgrenzung von seiner geschlechtlichen Peer Gruppe, also von Frauen bzw. Männern, weil sie trans* Menschen nicht als ihresgleichen ansehen könnten, Ausgrenzung durch Diskriminierung in allgemeinen Lebensbereichen, allgemeine xenophobe Diskriminierung etc. etc. Nur einmal als Gedankenexperiment angenommen, jegliche Unterschiede menschlichen Seins würden sozial betrachtet keinerlei Rolle mehr spielen, wäre es dann noch wirklich relevant zu unterscheiden, wann trans* beginnt und ob es irgendwann endet?
Das können wir vermutlich aktuell nur sehr schwer beurteilen, da wir eine solche Gesellschaft und einen solchen Raum bisher nicht erfahren können. Wir sind auch nicht die ersten, die solche und ähnliche Probleme diskutieren. Diese Problematik ist auch Diskussionsgegenstand der Feministinnen, seit ihren Anfängen. Was ist Frau? Wer ist Frau? Warum hat Frau eine andere Rolle als Mann? Ist das ein naturgebener oder sozialisierter Zustand? Ist die Gesellschaftsordnung entsprechend Natur gegeben oder gemacht? Warum gibt es die Unterscheidung zwischen Mann und Frau überhaupt? Und in welchen Bereichen? In welchen ist sie vielleicht gar nicht relevant? In welchen vielleicht doch? Alles Fragen, auf die auch über 100 Jahre Feminismus noch keine abschließende Antwort gefunden haben.
Was wir aber erleben und erfahren können ist, dass es trans* Menschen gibt, die selbst davon berichten, dass ihnen ihr Abtauchen in den "stealth mode", also die selbst gewählte Unsichtbarkeit, auf lange Sicht nicht gut getan hat. Kurz- und mittelfristig super! Große Entlastung, Angekommensein, Akzeptanz zu spüren und so vieles mehr. Doch das geht dann zwangsläufig mit einigen Verlusten einher, dem Negieren der Vergangenheit, dem achtsamen Navigieren um diese Vergangenheit herum, dem aktiven Auslöschen von Hinweisen darauf und einer aktiven Selbstzensur, von alledem im Alltag die meiste Zeit nichts mehr zu erwähnen, um nicht damit aufzufallen etc. Was wir auch sehen ist, dass eine Öffnung und mehr Sichtbarkeit eine positiv selbstverstärkende Wirkung haben kann, wie eben bspw. in einigen Communities in den USA. Wo vorher Devise und Ziel war, möglichst bald stealth zu werden, entwickelt sich nun eine sichtbare trans* Community, die durch ihre Sichtbarkeit für mehr Akzeptanz sorgt und dadurch wiederum noch mehr trans* Menschen sichtbar werden - weil es für sie keinen Unterschied mehr macht, sie müssen dadurch nichts mehr befürchten.
Das Ganze könnte aber auch mittelfristig ein weiteres Problem erst erzeugen, nämlich das eine trans* Community dann als eine getrennte Gruppe wahrgenommen werden könnte, dass man damit ein "wir und ihr" erzeugt. Fügen wir uns nahtlos (stealth) in die cis Gemeinschaft ein, sind wir auf jeden Fall Teil davon. Bleiben wir trans*, dann gäbe es cis und trans*. Könnte das schädlich werden? Hier wiederum, glaube ich, gibt es genügend positive Gegenbeispiele. Es gibt so viele Gruppen, die eindeutig als solche auftreten oder sogar erkennbar sind, und denen dies überhaupt nichts ausmacht. Warum sollte dies ausgerechnet für uns ein so großes Problem sein?
Ich möchte aber nocheinmal ganz ausdrücklich betonen, dass ich niemals eine Art Zwang in irgendetwas sehen möchte. Jede_r soll stets selbst frei darüber entscheiden, wie er_sie sein_ihr Leben führen und gestalten möchte, einschließlich natürlich der Selbstdefinition und persönlicher Sichtbarkeit. Mir geht es bei diesen Überlegungen mehr um das Große Ganze, die Gesellschaft im Ganzen und ihr Wechselspiel mit den Individuen darin.
Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
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Frida
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Hallo,
also ich sehe es so, dass ich schon immer weiblichen Geschlechts bin, aber eben transsexuell, weil ich in einem männlichen Körper geboren wurde. Ich habe durch die falsche Geschlechtszuschreibung aufgrund dieses Körpers viele Jahre in der männlichen Rolle gelebt, eben als Mann. Aus vielerlei Gründen habe ich erst vor einer Zeit meine Transition begonnen und lebe nun als transsexuelle Frau. Egal ob andere das erkennen oder nicht, ich bleibe immer eine transsexuelle Frau, auch egal, ob ich es mitteile oder nicht.....aber ich bin eine Frau genau wie jede Cis-Frau, die auch immer eine Cis-Frau bleiben wird und eben eine Frau, wie ich.
Meine Vergangenheit werde ich nie vergessen oder verdrängen wollen, ich will sie auch nicht verleugnen. Ich will nur jetzt als Frau anerkannt und geachtet werden.
Ich lebe das noch nicht lange so offen und offensiv. Ich stelle immer wieder fest, dass das bei vielen gut ankommt, ja sogar oft auf großes Interesse stößt. Ich fordere dann auch manchmal auf, dass auch Fragen gestellt weren können, da ich gerne bereit bin zu erklären. Viele sind sehr neugierig über diese Thema Näheres zu hören. Manche erzählen von ihren homosexuellen Freunden, ander von Travestie und Transvestiten, die sie kennengelernt haben. Die Meisten bewundern den Mut diesen Weg nach außen zu gehen und wünschen mir Glück.
Liebe Grüße, Frida
also ich sehe es so, dass ich schon immer weiblichen Geschlechts bin, aber eben transsexuell, weil ich in einem männlichen Körper geboren wurde. Ich habe durch die falsche Geschlechtszuschreibung aufgrund dieses Körpers viele Jahre in der männlichen Rolle gelebt, eben als Mann. Aus vielerlei Gründen habe ich erst vor einer Zeit meine Transition begonnen und lebe nun als transsexuelle Frau. Egal ob andere das erkennen oder nicht, ich bleibe immer eine transsexuelle Frau, auch egal, ob ich es mitteile oder nicht.....aber ich bin eine Frau genau wie jede Cis-Frau, die auch immer eine Cis-Frau bleiben wird und eben eine Frau, wie ich.
Meine Vergangenheit werde ich nie vergessen oder verdrängen wollen, ich will sie auch nicht verleugnen. Ich will nur jetzt als Frau anerkannt und geachtet werden.
Ich lebe das noch nicht lange so offen und offensiv. Ich stelle immer wieder fest, dass das bei vielen gut ankommt, ja sogar oft auf großes Interesse stößt. Ich fordere dann auch manchmal auf, dass auch Fragen gestellt weren können, da ich gerne bereit bin zu erklären. Viele sind sehr neugierig über diese Thema Näheres zu hören. Manche erzählen von ihren homosexuellen Freunden, ander von Travestie und Transvestiten, die sie kennengelernt haben. Die Meisten bewundern den Mut diesen Weg nach außen zu gehen und wünschen mir Glück.
Liebe Grüße, Frida
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Anne-Mette
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Guten Tag,
Gibt es die überhaupt als Einheit?
Nein - ich möchte keine Community-Diskussion vom Zaun brechen und auch keine Begriffe-Diskussion
Es kann immer Situationen geben, in denen ich auffalle, weil ich z.B. anders aussehe, anders spreche, eine andere Hautfarbe habe.
Warum muss/sollte ich dann eine "transsexuelle Haltung" haben? In den meisten Fällen reagiere ich als Individuum.
Allerdings finde ich schon wichtig, als Gruppe politisch zu arbeiten und Bewegungen mitzugestalten.
Gruß
Anne-Mette
Ich glaube kaum, dass es vielen transsexuellen Menschen wichtig ist, dass sie sich "richtig" verhalten, damit die "Trans-Community" nicht geschwächt wird.Das Ganze könnte aber auch mittelfristig ein weiteres Problem erst erzeugen, nämlich das eine trans* Community dann als eine getrennte Gruppe wahrgenommen werden könnte, dass man damit ein "wir und ihr" erzeugt.
Gibt es die überhaupt als Einheit?
Nein - ich möchte keine Community-Diskussion vom Zaun brechen und auch keine Begriffe-Diskussion
Und das ist eben für mich auch eine Frage: müssen wir "dazu" eine Haltung haben als trans- oder in meinem Fall als intersexueller Mensch?Egal was man anstellt und wie gut auch immer eine Angleichung klappt, es wird immer Situationen geben, in denen es auffallen wird, dass wir eben etwas anders als cis Menschen sind. Spätestens dann muss man eine Haltung dazu haben.
Es kann immer Situationen geben, in denen ich auffalle, weil ich z.B. anders aussehe, anders spreche, eine andere Hautfarbe habe.
Warum muss/sollte ich dann eine "transsexuelle Haltung" haben? In den meisten Fällen reagiere ich als Individuum.
Allerdings finde ich schon wichtig, als Gruppe politisch zu arbeiten und Bewegungen mitzugestalten.
Gruß
Anne-Mette