Moin,
in dem Artikel heißt es u.a. "Am Montag, den 9. November 2015 sind wieder Tausende "besorgte Bürger" auf die Straße gegangen, um ihre Montagsdemonstrationen abzuhalten. Nicht einmal am Jahrestag der Reichspogromnacht vom 9.11.1938 haben sie aus Respekt vor den Opfern des Holocaust ihre rassistische Hetze ausgesetzt".
http://www.evangelisch.de/blogs/kreuz-q ... 11-11-2015
Gruß
Anne-Mette
evangelisch.de: Rückblick auf den 9. November 2015
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Anne-Mette
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rika
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Re: evangelisch.de: Rückblick auf den 9. November 2015
Hallo Anne-Mette,
alleine schon der Anspruch ein "besorgter Bürger" zu sein ist maßlos. Begriffe wie "völkisch" klingen doch so angenehm und meinen etwas ganz Anderes. Ich bin auch ein besorgter Bürger, weil ich mir Sorgen mache, wenn wenige Menschen der großen Masse Angst einflößen.
Gerade in der letzten Woche hatte ich ein herrliches Erlebnis: eingeladen bei der Nachbarin zum Geburtstag findet zunächst eine nette Unterhaltung statt bis ein Mann = Ende 60, Rentner am Tisch beginnt gegen "Asyslanten" zu wettern. Just an diesem Tisch saß mein Freund und Nachbar mit seiner Frau, ein Türke, hochangesehener pensionierter Arzt, und eben auch ich. Grundsätzlich ist es als Gast unhöflich, eine Einladung als Forum für Politik zu missbrauchen, aber leider schwappte das Ganze etwas über. Ich fragte diesen Menschen, ob er denn persönlich schon einmal irgendein negatives Ereignis mit Flüchtlingen hatte und ob in seinem Dorf denn überhaupt welche leben. Er wich aus "die sind doch....." Ich fragte ihn wieder: haben Sie negative oder überhaupt Erfahrungen mit fremden Menschen und sagte ihm, dass ich selbst 2 1/2 Jahre Ausländer war. Er wich wieder aus und ich wurde etwas schärfer in der Betonung bis er sagte: Ja, ich war in Gießen und da haben sie Betten auf die Straße geschoben. Er musste aber nicht anhalten.
Dann kam das Thema Geld: die kosten doch nur ein Vermögen. Das war für mich eine Steilvorlage: sind € 5 pro Monat dazu imstande, ihn an den sozialen Abgrund zu bringen? Aus € 5 werden im Jahr in Deutschland 5 Milliarden und die Discounter, Dixiklo-Vermieter und Zeltverleiher feiern ein wahrliches Konjunkturprogramm!
Ich habe dann aufgehört und bin mit meinen Nachbarn gegangen.
Angst macht mir die Tatsache, dass ich immer häufiger meine Ansicht verteidigen muss, selbst in der eigenen Familie und dass sachliche Argumente nicht mehr durchdringen.
rika
P.S. ich bin seit 42 Jahren Mitglied der SPD, bleibe drin auch wenn mir die alte Dame mit ihren Köpfen nicht immer gefällt, aber die Prinzipien des humanitären, toleranten und sozialen Umgangs miteinander steht für mich ganz oben.
alleine schon der Anspruch ein "besorgter Bürger" zu sein ist maßlos. Begriffe wie "völkisch" klingen doch so angenehm und meinen etwas ganz Anderes. Ich bin auch ein besorgter Bürger, weil ich mir Sorgen mache, wenn wenige Menschen der großen Masse Angst einflößen.
Gerade in der letzten Woche hatte ich ein herrliches Erlebnis: eingeladen bei der Nachbarin zum Geburtstag findet zunächst eine nette Unterhaltung statt bis ein Mann = Ende 60, Rentner am Tisch beginnt gegen "Asyslanten" zu wettern. Just an diesem Tisch saß mein Freund und Nachbar mit seiner Frau, ein Türke, hochangesehener pensionierter Arzt, und eben auch ich. Grundsätzlich ist es als Gast unhöflich, eine Einladung als Forum für Politik zu missbrauchen, aber leider schwappte das Ganze etwas über. Ich fragte diesen Menschen, ob er denn persönlich schon einmal irgendein negatives Ereignis mit Flüchtlingen hatte und ob in seinem Dorf denn überhaupt welche leben. Er wich aus "die sind doch....." Ich fragte ihn wieder: haben Sie negative oder überhaupt Erfahrungen mit fremden Menschen und sagte ihm, dass ich selbst 2 1/2 Jahre Ausländer war. Er wich wieder aus und ich wurde etwas schärfer in der Betonung bis er sagte: Ja, ich war in Gießen und da haben sie Betten auf die Straße geschoben. Er musste aber nicht anhalten.
Dann kam das Thema Geld: die kosten doch nur ein Vermögen. Das war für mich eine Steilvorlage: sind € 5 pro Monat dazu imstande, ihn an den sozialen Abgrund zu bringen? Aus € 5 werden im Jahr in Deutschland 5 Milliarden und die Discounter, Dixiklo-Vermieter und Zeltverleiher feiern ein wahrliches Konjunkturprogramm!
Ich habe dann aufgehört und bin mit meinen Nachbarn gegangen.
Angst macht mir die Tatsache, dass ich immer häufiger meine Ansicht verteidigen muss, selbst in der eigenen Familie und dass sachliche Argumente nicht mehr durchdringen.
rika
P.S. ich bin seit 42 Jahren Mitglied der SPD, bleibe drin auch wenn mir die alte Dame mit ihren Köpfen nicht immer gefällt, aber die Prinzipien des humanitären, toleranten und sozialen Umgangs miteinander steht für mich ganz oben.