Anrede in der Öffentlichkeit
Anrede in der Öffentlichkeit - # 2

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Victoria
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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 16 im Thema

Beitrag von Victoria »

Schönen guten Tag zusammen
Bei diesem aussehen sollte ich doch als Frau angesprochen werden:
IMG_2248.jpg
Vielleicht lag es aber noch an meiner tiefen Stimme, so das der Verkäufer etwas irritiert war!?
Nehme's im deshalb nicht ganz so übel.
Mal sehen, wie sich das Möbelhaus auf meine eMail hin äußert.

euch noch einen schönen Sonntag

LG
Victoria (flo)
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ChristinaF
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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 17 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Hallo Victoria,

gut, dass du dein Empfinden per mail an das Kaufhaus geschildert hast. Danke, denn dies hilft ja uns allen weiter.
Und bei der dumm-falschen Ansprache hätte ich auf alle Fälle freundlich darauf bestanden mit Frau angesprochen zu werden.
LG
Chrissie
Victoria
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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 18 im Thema

Beitrag von Victoria »

Guten Abend zusammen,
Hallo Dornröschen,

es war gut eine Mail ans Möbelhaus zu schicken!
Heute kam dann doch ziemlich schnell eine Antwort, hier der Wortlaut:

Sehr geehrte Frau .........,

vielen dank für ihre eMail.
Ich darf mich für die Unannehmlichkeit bei Ihnen entschuldigen.
Tatsächlich hat mich mein Mitarbeiter noch am selben Tag angesprochen, da er selbst gemerkt hat, das er die falsche Anrede gewählt hat und ihm dies sehr unangenehm war.
Ich kann Ihnen versichern, das dies kein böser Wille, sondern einfach eine situative Überforderung war.
Gern begrüßen wir Sie wieder in unserem Hause und stehen Ihnen als Partner in allen Fragen rund ums Einrichten zur Verfügung.




Mit freundlichen Grüßen

..............
Hausleitung
__________________________

Ich finde der Einsatz hat sich gelohnt und das eine Transsexuelle/Transgender in diesem Möbelhaus falsch angesprochen wird bestimmt nicht mehr vorkommen, hoffe ich zumindest.

LG
Victoria (flo)
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Joe95
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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 19 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Na, angesichts des Fotos und der Antwort vom Möbelhaus kann ich mir vorstellen das es wirklich nur ein Versehen von dem Mitarbeiter war.
Kann ja sein das er wirklich überlegte ob er einen Mann oder eine Frau vor sich hat, schließlich kennen die meisten Menschen nur entweder/oder.
Das er aber dann tatsächlich die männliche Anrede benutzte halte ich für einen recht peinlichen Versprecher.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

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Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Astrid
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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 20 im Thema

Beitrag von Astrid »

Mal ganz ehrlich: Peinlich finde ich hier nur das Antwortschreiben der Hausleitung.
Denn ich stelle jetzt einfach mal die Behauptung in den Raum, daß ein ordentlich im Umgang mit Kunden geschulter Mitarbeiter von der geschilderten Situation nicht überfordert wäre.
Daß einem Mitmenschen, der möglicherweise zum ersten Mal im Leben einer/m Trans* gegenübersteht, ein solcher Fauxpas passiert, ist aus meiner Sicht zu tolerieren. Der Fehler ist bei der Geschäftsführung zu suchen.

In meinen Augen versucht der/die Autor/rin des Antwortschreibens die Versäumnisse der Geschäftsleitung zu vertuschen. Der einfache Mitarbeiter muß hier wieder als Bauernopfer fungieren. Alles sehr durchschaubar.

Soweit meine Meinung dazu.

Es tut sich aber davon abgesehen die Frage in mir auf: Wann ist Mann denn eigentlich für andere Menschen eine Frau und sollte auch dementsprechend so angeredet werden? Oder ist es ok, im Zweifel nachzufragen? Das könnte bei der betr. Person aber auch unerwünscht sein.
Reicht es, wenn ich "weibliche" Kleidung trage? Ist das Verhalten ausschlaggebend?
Da dürften die Empfindungen der Mitmenschen wohl sehr individuell ausfallen.

Daher zum Abschluss noch mal konkret:
Wann rede ich eine Person mit Frau an?

Liebe Grüße - Astrid
Joe95
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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 21 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Ich kann mir nicht vorstellen das es eine sachliche, festgelegte Grenze geben kann.
Was könnte das sein?
Nein... Da schreib ich besser nix weiter...
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

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Astrid
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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 22 im Thema

Beitrag von Astrid »

Joe95 hat geschrieben:Ich kann mir nicht vorstellen das es eine sachliche, festgelegte Grenze geben kann.
Eben, ich auch nicht.
Daher möchte ich den Mitarbeiter des Möbelhauses auch nicht kritisieren. Er hat zwar nicht professionell gehandelt, aber menschlich.
Jeder beurteilt einen anderen Menschen individuell anders und dieser Mitarbeiter hat in Victoria nun mal einen Mann gesehen. Er hat sie nach seinen persönlichen Maßstäben und den Fakten, die er zur Verfügung hatte, beurteilt.

Daß es auch professionellere Möglichkeiten gibt, solch eine Situation zu beherrschen, steht außer Frage. Aber da liegt es in der Verantwortung der Geschäftsführung eben nur gut ausgebildetes Personal auf die Kunden loszulassen. Aber gute Ausbildung kostet und diese Kosten scheut man gern. Ich würde dort nicht mehr einkaufen gehen.

Mein Vorschlag zur nächsten Rechtschreibreform oder was auch immer:
Auf die Anrede Mann/Frau verzichten und Personen grundsätzlich mit Vor- und Nachnamen anreden.

Liebe Grüße - Astrid
martina

Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 23 im Thema

Beitrag von martina »

ich stand mit nylonstrumpfhose, rock und strickjacke bekleidet an der kasse eines bekleidungsgeschäfts, wollte eine damenhose mit ec-karte bezahlen und bin mit herr xxx angesprochen worden. aber: ich will auch als mann erkennbar bleiben, als einer, der eben etwas extravagant ist. insofern war alles bestens.
liebe grüsse
martina
Lina
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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 24 im Thema

Beitrag von Lina »

Oft werde ich von Leuten die mich kennen auch mit weiblichen Vornamen angesprochen - auch wenn ich nicht en femme bin.

Sogar einmal bei einem Briefing in der Agentur, wo mein homophober Chef dabei war, kam die Frage von der Grafikerin eines Kunden an mich: "Was meinst du als FACHFRAU dazu?"
Ich habe mich innerlich kaputtgelacht, weil mein tyrannischer und homophober Chef nichts davon kapiert hat ... wahrscheinlich dachte er, dass er sich verhört hatte. Sonst wäre es mir völlig recht gewesen, wenn er sich gewundert hätte. Die Grafikerin und er Kunde sind übrigens nahe Freunde geworden.
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