Die Entscheidung ist getroffen
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Vanessa93
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Die Entscheidung ist getroffen

Post 1 im Thema

Beitrag von Vanessa93 »

Hallo alle,
Ich habe in den letzten Wochen sehr viel nachgedacht und bin so maches mal kurz vorm verzweifeln gewesen. Aber ich hatte eine Idee :idea: . Und heute morgen habe ich sie in die Tat umgesetzt. Ich bin gestern in meiner Lieblingswäsche, eine mintfarbene Kombination aus Slip und Top, schlafen gegangen und nach dem Aufwachen habe ich nicht gleich meine plumpen Männersachen angezogen, sondern ich habe mir mein momentanes Lieblingsoutfit angezogen (eine Skinnyjeans und ein süßes Magenta Top) und dann habe ich meine Haare gemacht und so erstmal eine Stunde auf meinem Bett gesessen. Dabei viel mir auf so einen schönen Morgen hatte ich noch nie (he) , umso schwerer fiel mir das Fassaden aufrechterhaltene Umiehen :cry: . Aber genau dieses (verzeiht mir) sch... Gefühl war der Anstoß den ich brauchte. Jetzt bin ich mir sicher das ich vom Kopf her kein Junge bin, aber gleichzeitig habe ich große Angst. Angst dass ich nach meinem Outing einen meiner Brüder verliere, das würde mich emotional zerstören. Meine Brüder sind die wichtigsten Menschen in meinem Leben ich brauche ihre Unterstützung einfach. Meine Mama hätte damit garkein Problem, bei ihrem Lebensgefährten wird es schon schwieriger er hat schon oft wie einer meiner Brüder so blöde abfällige Sachen wie "solche Leute sind krank" oder ähnliches gesagt hat. Sowas tut mir zwar weh, ich habe aber bisher immer geschwiegen. Und meine Kommilitonin, die mittlerweile sowas wie meine einzige Freundin ist, ist sehr Tolerant, aber ob sie es auch akzeptieren kann weiß ich nicht. Sie ist mein einziger gleichaltriger Kontakt es wäre schlimm für mich den zu verlieren. Ich habe auch angst, dass ich in der Uni Probleme bekomme auch wenn das wahrscheinlich unbegründet ist. Ich weiß nicht ob ich zuerst meine Familie oder meine Kommilitonin aufklären soll? Einerseits mir die Familie wichtiger, aber andererseits ist etwas Unterstützung bei einer so wichtigen Sache auch nicht schlecht, außerdem kann ich schonmal etwas üben.
Jetzt muss ich mir Gedanken machen wie, wann und wem ich mich erkläre, weil ich weiß, dass ich bei der Suche nach Psychologen und Ärzten Unterstützung brauche einfach jemanden der mir dabei zur Seite steht.

Ich wäre Dankbar für nette Kommentare
Alles liebe Vanessa (ki)
JuliaS (†)
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Re: Die Entscheidung ist getroffen

Post 2 im Thema

Beitrag von JuliaS (†) »

Hallo Vanessa,

deinen Wunsch nach einem Kommentar möchte ich gerne erfüllen, ob du ihn als nett empfindest kann ich nicht versprechen.

Lasse dir Zeit. Sowohl mit deinem Outing als auch mit den weiteren Schritten. Auch wenn du auf keinen Widerstand stößt, so wirst du sicherlich die einen oder anderen Anflüge von Unsicherheit und Zweifel erleben. Suche dir auf jeden Fall eine_n guten Therapeutin/-en. Zumindest als Auffangnetz für die Selle ist das sehr hilfreich. Ansonsten wünsche ich dir viel Glück und Erfolg bei dem kommenden

Gruß

Julia
"Tage wie diese, im hellen Sonnenschein"
Beatrix
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Re: Die Entscheidung ist getroffen

Post 3 im Thema

Beitrag von Beatrix »

Vanessa93 hat geschrieben:Ich weiß nicht ob ich zuerst meine Familie oder meine Kommilitonin aufklären soll? Einerseits mir die Familie wichtiger, aber andererseits ist etwas Unterstützung bei einer so wichtigen Sache auch nicht schlecht, außerdem kann ich schonmal etwas üben.
Die Frage läßt sich von hier schlecht beantworten, ohne eine Gegenfrage zu stellen:

1. Du studierst, wohnst Du noch zu Hause?
-> wenn ja, dann würde ich es zuerst bei deiner Mutter versuchen
-> wenn nein, dann zuerst die Kommilitonin, da Du der erstmal öfter begegnest

2. Lass dir Zeit, überhaste nichts. Deine Umwelt soll sich langsam an deine geänderte/gefestigte Weltanschauung gewöhnen. Mir geht es seit einiger Zeit ähnlich. Der Switch vom Wochenende zurück zur Arbeit ist echt beschi....n. Klar gibt es ab und dämliche Kommentare von dem ein oder anderen zur Frisur oder zur Klamottenwahl, aber die ignoriere ich einfach. Wenn Du dich geoutet hast und danach möglicherweise direkt mit dem Alltagstest anfängst, wird das wohl noch eine Zeit so weiter gehen, bis auch die letzten geschnallt haben, das es einem ernst damit ist.

3. Hauptsache Du machst keinen Scheiß, leider ist die Selbstmordquote bei jungen Transgendern höher als bei gleichaltrigen Menschen. Such dir eine Selbsthilfegruppe in deinem Umwelt. Mir hat es auch geholfen, mich mit gleich denkenden Menschen zu treffen.

4. Du hast eine PN

GlG
Beatrix
Nachdem Gott mich geschaffen hatte, sagte er: "Ups, da ist mir doch
ein Fehler passiert. Na egal, den müssen andere wieder ausbügeln. :-)"
Yasmine
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Re: Die Entscheidung ist getroffen

Post 4 im Thema

Beitrag von Yasmine »

Huhu Vanessa,
ich kann mich den Worten von Beatrix nur anschließen, übereine nichts.
Klar, du hast nun eine neue Tür aufgetan hinter der faszinierende Dinge stecken.
Aber gehe bedacht damit um.
Nicht jeder kann damit umgehen.
Manchmal sind 100 kleine Schritte besser als 1 Satz.
Lass dir also Zeit, teste dein Umfeld aus, was akzeptiert wird und was nicht. Daher der Tipp mit den kleinen Schritten.
LG
Yasmine
Vanessa93
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Re: Die Entscheidung ist getroffen

Post 5 im Thema

Beitrag von Vanessa93 »

Dankeschön für die Kommentare (ki)
Es langsam angehen zu lassen klingt gut, aber ich habe schon sooooviel Zeit verloren da fällt das schwer :lol:

Also ich studiere Biologie und wohne noch Zuhause.

Über Selbstmord braucht man sich bei mir keine Sorgen machen, ich kann mich nicht einmal doll kneifen :wink:

Alles liebe
Vanessa93
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Re: Die Entscheidung ist getroffen

Post 6 im Thema

Beitrag von Vanessa93 »

Dankeschön ich werde es nicht überstürzen, obwohl das nicht leicht ist. Ich habe noch so viel nachzuholen.
Um Selbstmord braucht man sich bei mir keine Sorgen machen, ich kann mich nicht einmal doll kneifen oder mit einer Nadel pieksen.
Ich studiere Biologie und wohne noch Zuhause.
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schau
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Re: Die Entscheidung ist getroffen

Post 7 im Thema

Beitrag von Katrin70 »

Hallo Vanessa,
ja, auch ich kann mich nur meinen Vorschreiberinnen anschließen. Lass Dir Zeit, suche Dir eine gute Psychologin und lerne Dich in all Deinen Facetten kennen. Auch ich habe mich mehr als 40 Jahre "unterdrückt". Seit zwei Jahren lasse ich mich beraten und das war wirklich eine sehr wichtige Unterstützung. Nicht, dass davon mein Gefühl weggegangen wäre, aber ich konnte so den ein oder anderen "Fehler" in der Vorgehensweise vermeiden - gerade dann, wenn noch andere Menschen Betroffen sind, die einem sehr lieb sind. Und trotzdem habe ich sehr viel erreicht in dieser Zeit, habe viele Menschen kennen gelernt und fühle mich sehr viel selbstbewusster.
"Du wirst Deinen Weg finden" - das habe ich hier am Anfang sooooo häufig gelesen. Und dieser Satz ist so wahr ! Aber überstürze nichts. Du hast eine Entscheidung getroffen, aber es ist nur die erste von unglaublich vielen Entscheidungen. Du hast Dich auf den Weg gemacht, herzlichen Glückwunsch !

Viele Grüße

Katrin
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