Interessenvertretung - # 11
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Vivian Cologne
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Re: Interessenvertretung
Ich bin heute mal ganz diplomatisch und schreibe mit Samthandschuhen, was ich gar nicht gewöhnt bin.
Der Bundesverband hat sich am Sonntag gegründet und die Strukturen befinden sich im hoffentlich schnellen Aufbau. Zum Namen, Zielsetzung, Aufgaben möchte ich deshalb keine "offizielle" Verlautbarung abgeben, das möchte ich anderen überlassen oder nachholen.
Ich sehe auch an ersten Reaktionen hier, wie heterogen "wir" sind, wie kontrovers wir diskutieren. Auch am Wochenende waren nicht alle immer einer Meinung, es wurde hart um Formulierungen gerungen, so hart und gleichzeitig komsensorientiert, wie ich es noch nie erlebt habe. Aber sich auch mitten in der Nacht noch geduldig zuzuhören und abzuwägen war eine Leistung, die mich beeindruckt hat.
Nun, auch ich gehöre ja zu den AktivistInnen, die "mitten in der Transition" sich in Dinge einmischen. Ich verstehe deine Mutmaßung, dass sich das auch bei mir das Engagement schnell legen wird, liebe Kornelia. Manche halten auch "Frischlinge" wie mich für viel zu unerfahren und mit eigenen Dingen beschäftigt, um sich auch noch für andere (und mich selbst) zu engagieren. Der Gedanke ist mir selbst auch nicht fremd, aber ich bin guten Mutes, auch dafür Energie und Lust aufzubringen. Zu ermutigend war das Zusammentreffen mit den anderen Teilnehmern, zu beeindruckend die Vielfalt und Buntheit, die sich mir dort wieder eröffnete und der ich mich mittlerweile als zugehörig empfinde. Das ist auch für mich persönlich ein wichtiger Schritt auf meinem Weg.
Vivian
Der Bundesverband hat sich am Sonntag gegründet und die Strukturen befinden sich im hoffentlich schnellen Aufbau. Zum Namen, Zielsetzung, Aufgaben möchte ich deshalb keine "offizielle" Verlautbarung abgeben, das möchte ich anderen überlassen oder nachholen.
Ich sehe auch an ersten Reaktionen hier, wie heterogen "wir" sind, wie kontrovers wir diskutieren. Auch am Wochenende waren nicht alle immer einer Meinung, es wurde hart um Formulierungen gerungen, so hart und gleichzeitig komsensorientiert, wie ich es noch nie erlebt habe. Aber sich auch mitten in der Nacht noch geduldig zuzuhören und abzuwägen war eine Leistung, die mich beeindruckt hat.
Nun, auch ich gehöre ja zu den AktivistInnen, die "mitten in der Transition" sich in Dinge einmischen. Ich verstehe deine Mutmaßung, dass sich das auch bei mir das Engagement schnell legen wird, liebe Kornelia. Manche halten auch "Frischlinge" wie mich für viel zu unerfahren und mit eigenen Dingen beschäftigt, um sich auch noch für andere (und mich selbst) zu engagieren. Der Gedanke ist mir selbst auch nicht fremd, aber ich bin guten Mutes, auch dafür Energie und Lust aufzubringen. Zu ermutigend war das Zusammentreffen mit den anderen Teilnehmern, zu beeindruckend die Vielfalt und Buntheit, die sich mir dort wieder eröffnete und der ich mich mittlerweile als zugehörig empfinde. Das ist auch für mich persönlich ein wichtiger Schritt auf meinem Weg.
Vivian
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Anne-Mette
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Re: Interessenvertretung
Moin,
ich bin gespannt auf eine "offizielle Verlautbarung". So notwendig, wünschenswert und überfällig die Gründung eines Bundesverbandes auch ist, machen erst die Inhalte, Organisationsstrukturen und Arbeitsgrundlagen einen Bundesverband zu einer legitimen Vertretung für (alle(?)) transsexuellen Menschen.
Ich bin gespannt auf OFFIZIELLES
Gruß
Anne-Mette
ich bin gespannt auf eine "offizielle Verlautbarung". So notwendig, wünschenswert und überfällig die Gründung eines Bundesverbandes auch ist, machen erst die Inhalte, Organisationsstrukturen und Arbeitsgrundlagen einen Bundesverband zu einer legitimen Vertretung für (alle(?)) transsexuellen Menschen.
Ich bin gespannt auf OFFIZIELLES
Gruß
Anne-Mette
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Beatrix
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Re: Interessenvertretung
Genau Anne-Mette, schon Goethe sagte:
Der Worte sind genug gewechselt,
Laßt mich auch endlich Taten sehn!
Indes ihr Komplimente drechselt,
Kann etwas Nützliches geschehn.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832),
deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler
Nachdem Gott mich geschaffen hatte, sagte er: "Ups, da ist mir doch
ein Fehler passiert. Na egal, den müssen andere wieder ausbügeln. :-)"
ein Fehler passiert. Na egal, den müssen andere wieder ausbügeln. :-)"
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ReaGirl
Re: Interessenvertretung
Hab nach längerem mal wieder in den Thread geschaut um zu sehen wies steht, und muß lesen das ganz schön was weitergebracht wurde. Sehr schön, tolle Arbeit! 
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nicole.f
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Re: Interessenvertretung
Hallo Rosi,
ich möchte jetzt gar nicht auf alles eingehen, denn mit vielem hast Du sicherlich Recht oder liegst nicht ganz daneben. Gegen eine Darstellung muss ich mich aber ganz deutlich aussprechen:
Das Plenum hat sich mit großer Mehrheit _gegen_ einen Alleinvertretungsanspruch ausgesprochen! Der Verband hat einzig den Anspruch, _alle_ seine _Mitglieder_ zu vertreten.
Euer Antrag wurde hauptsächlich aus eher formalen Gründen vom Plenum abgelehnt, denn Ihr wolltet diesen Passus in die *Satzung* schreiben lassen. Das Plenum war überwiegend der Meinung, dass dies nicht in eine Satzung gehört - das sehe ich im Übrigen genauso. Soetwas ist kein Thema der Satzung. Es wurde angeboten, eine solche Aussage in der Präambel aufzunehmen, die inhaltliche Ausrichtungen darstellt - im Gegensatz zur Satzung, die formelle Regeln zur Arbeit festschreibt.
Ich möchte also festhalten, das Plenum und damit auch die Gründungsmitglieder, lehnen mit großer Mehrheit einen Alleinvertretungsvertretungsanspruch ab. Man empfand lediglich die Satzung als falschen Ort, dies zum Ausdruck zu bringen. Die Satzung wurde auch bereits an allen Stellen, die einen solchen Anspruch auch nur andeuten könnten, am Samstag überarbeitet.
Die Reaktion des Ministeriums bedauere ich sehr, in diesem Punkt Stimme ich mit Dir überein. Ich werde mich in den nächsten zwei Jahren immer dafür einsetzen, dass in keiner Veröffentlichung oder Äußerung des Verbandes ein solcher Anspruch zum Ausdruck gebracht wird - darauf gebe ich Dir und allen anderen mein Wort, bei dem Ihr mich gerne nehmen könnt. Auch werde ich mich darum bemühen, bei der nun anstehenden Kommunikation mit dem Ministerium den von Dir Rosi zitierten Fall, den ich für äußerst ungeschickt und bedauerlich halte, anzusprechen und dem Ministerium zu erläutern, zu welchen berechtigt kritischen Reaktion dies geführt hat.
Viele Grüße
nicole
ich möchte jetzt gar nicht auf alles eingehen, denn mit vielem hast Du sicherlich Recht oder liegst nicht ganz daneben. Gegen eine Darstellung muss ich mich aber ganz deutlich aussprechen:
Der Umkehrschluss, den Du hier zu konstruieren versuchst, ist falsch.Rosi_ hat geschrieben: ...
Der Antrag hatte folgenden Wortlaut:
Dieser Antrag wurde dann mit 4J, 36N, 11E abgelehnt. Den Umkehr-Schluss, der sich aus der Ablehnung dieser Formulierung ergibt, ist sicher für jeden ersichtlich.Der Verein "XYZ" erhebt keinen Anspruch darauf, die Interessen aller Transgender, queeren, trans- und intersexuellen Menschen in Alleinstellung zu vertreten.
Genau so wenig sieht sich der Verein "XYZ" als alleiniger Ansprech-, Gesprächs- und Verhandlungspartner in gesellschaftlichen und politischen Kontexten um
der demokratischen Vielfalt Rechnung zu tragen.
Es ist nach Meinung vieler Menschen und Gruppen sehr schade, dass hier eine ganz große Möglichkeit für Menschen mit einer geschlechtlichen Thematik
verspielt wurde, indem man sich durch Gründung dieses Vereins, mit Alleinvertretungsanspruch einer elitären Gruppe von Menschen, die allesamt in anderen
Organisationen führende Positionen inne halten, die Vielfalt eliminiert und Menschen ausgrenzt.
Das Plenum hat sich mit großer Mehrheit _gegen_ einen Alleinvertretungsanspruch ausgesprochen! Der Verband hat einzig den Anspruch, _alle_ seine _Mitglieder_ zu vertreten.
Euer Antrag wurde hauptsächlich aus eher formalen Gründen vom Plenum abgelehnt, denn Ihr wolltet diesen Passus in die *Satzung* schreiben lassen. Das Plenum war überwiegend der Meinung, dass dies nicht in eine Satzung gehört - das sehe ich im Übrigen genauso. Soetwas ist kein Thema der Satzung. Es wurde angeboten, eine solche Aussage in der Präambel aufzunehmen, die inhaltliche Ausrichtungen darstellt - im Gegensatz zur Satzung, die formelle Regeln zur Arbeit festschreibt.
Ich möchte also festhalten, das Plenum und damit auch die Gründungsmitglieder, lehnen mit großer Mehrheit einen Alleinvertretungsvertretungsanspruch ab. Man empfand lediglich die Satzung als falschen Ort, dies zum Ausdruck zu bringen. Die Satzung wurde auch bereits an allen Stellen, die einen solchen Anspruch auch nur andeuten könnten, am Samstag überarbeitet.
Die Reaktion des Ministeriums bedauere ich sehr, in diesem Punkt Stimme ich mit Dir überein. Ich werde mich in den nächsten zwei Jahren immer dafür einsetzen, dass in keiner Veröffentlichung oder Äußerung des Verbandes ein solcher Anspruch zum Ausdruck gebracht wird - darauf gebe ich Dir und allen anderen mein Wort, bei dem Ihr mich gerne nehmen könnt. Auch werde ich mich darum bemühen, bei der nun anstehenden Kommunikation mit dem Ministerium den von Dir Rosi zitierten Fall, den ich für äußerst ungeschickt und bedauerlich halte, anzusprechen und dem Ministerium zu erläutern, zu welchen berechtigt kritischen Reaktion dies geführt hat.
Viele Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
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Anne-Mette
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Re: Interessenvertretung
Moin,
ich würde sehr begrüßen, wenn wir hier eine sachliche Diskussion führen können und dass eine Kritik ernst genommen wird, ohne dass diejenigen, die an der Veranstaltung teilgenommen haben und eine andere Meinung verteten, sich "auf den Schlips getreten fühlen".
Es wäre schön, wenn es zu einer sachlichen und fachlichen Auseinandersetzung kommt
Da wir keine Partei und kein Verein sind, sollte das leicht fallen
Dieses ist ein "allgemeiner Hinweis" und bezieht sich nicht GEGEN die Vorposterinnen
Gruß
Anne-Mette
ich würde sehr begrüßen, wenn wir hier eine sachliche Diskussion führen können und dass eine Kritik ernst genommen wird, ohne dass diejenigen, die an der Veranstaltung teilgenommen haben und eine andere Meinung verteten, sich "auf den Schlips getreten fühlen".
Es wäre schön, wenn es zu einer sachlichen und fachlichen Auseinandersetzung kommt
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Anne-Mette
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Anke
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Re: Interessenvertretung
Hallo,
der Verband und sein Vorstand sollten doch erstmal die Arbeit aufnehmen und die Möglichkeit haben zu zeigen, dass wir ihn zu Recht gegründet haben und dass er unsere Sache weiterbringt. Dabei sollten wir ihn kritisch begleiten und wenn es Anlass zur Kritik gibt, dann sollte die auch geäußert werden. So wie ich die Versammlung und auch vor allem die Mitglieder des Vorstands erlebt habe, wird diese Kritik mit Sicherheit ernst genommen. Ich habe noch nie eine Versammlung erlebt, bei der bei einem so breiten Spektrum an unterschiedlichen Meinungen, Persönlichkeiten und Ansichten, so konstruktiv und wertschätzend miteinander umgegangen wurde.
Und wenn dann Kritik geäußert wird, dann sollte sie auch konstruktiv und wertschätzend sein. Nicht zuletzt deshalb, weil diejenigen, die im neu gewählten Vorstand arbeiten und aktiv sind, dies ehrenamtlich tun und ihre Energie sowie ihre freie Zeit investieren.
Ich hoffe sehr, dass der neue Verband erfolgreich ist, denn dann haben alle gewonnen.
Liebe Grüße
Anke
der Verband und sein Vorstand sollten doch erstmal die Arbeit aufnehmen und die Möglichkeit haben zu zeigen, dass wir ihn zu Recht gegründet haben und dass er unsere Sache weiterbringt. Dabei sollten wir ihn kritisch begleiten und wenn es Anlass zur Kritik gibt, dann sollte die auch geäußert werden. So wie ich die Versammlung und auch vor allem die Mitglieder des Vorstands erlebt habe, wird diese Kritik mit Sicherheit ernst genommen. Ich habe noch nie eine Versammlung erlebt, bei der bei einem so breiten Spektrum an unterschiedlichen Meinungen, Persönlichkeiten und Ansichten, so konstruktiv und wertschätzend miteinander umgegangen wurde.
Und wenn dann Kritik geäußert wird, dann sollte sie auch konstruktiv und wertschätzend sein. Nicht zuletzt deshalb, weil diejenigen, die im neu gewählten Vorstand arbeiten und aktiv sind, dies ehrenamtlich tun und ihre Energie sowie ihre freie Zeit investieren.
Ich hoffe sehr, dass der neue Verband erfolgreich ist, denn dann haben alle gewonnen.
Liebe Grüße
Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
https://www.transcuisine.com
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nicole.f
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Re: Interessenvertretung
Liebe Rosi,
wie gesagt, ich sehe Euren Punkt völlig, vor allem mit dem Hintergrund der Geschehnisse mit dem Ministerium. Die Ereignisse des Wochenendes waren auch etwas Komplex und es würde jetzt hier vermutlich etwas arg weit führen nocheinmal alle Details aufdröseln zu wollen. Ich möchte nicht zu weit vorgreifen, doch für die Präambel wurde ein Vorschlag erarbeitet und er beinhaltet folgenden Satz:
Die Entscheidungsfindungsprozesse waren an diesem Wochenende recht komplex und alle Gruppen haben sich auf bestimmte Verfahren geeinigt - auch und vor allem um Zeit zu sparen. Die Satzungsgruppe wollte nicht aus Unwillen oder Ablehnung der Gruppe "Präambel" keinen Vorschlag machen, sondern schlicht die Gruppe autonom arbeiten lassen - so habe ich es zumindest in Erinnerung. Es wurde etwas auf's Tempo gedrückt, weil dies nun schon das dritte Treffen war. Die sehr reale Befürchtung war, dass es ein viertes Treffen nicht geben würde. Zum einen war bei vielen Teilnehmer_innen einfach die Energie endgültig aufgebraucht. Es haben sich einige Menschen seit fast drei Jahren für dieses Projekt aufgerieben, so gut und so viel sie es nur irgendwie vertreten konnten. Auch wenn man viel zu wenig nach außen mitbekommen hat, doch es waren große Mengen an Arbeit zu bewältigen! Alleine wenn man an die nötigen Mittel für so ein Treffen denkt - mit den 30€ Teilnehmer_innen Beitrag ist das nur zu einem winzigen Bruchteil zu finanzieren. Versucht man Mittel dafür aufzutreiben stellt man leider schnell fest, wie wenig Interesse an der Unterstützung unserer Interessen bei den üblichen Stiftungen und anderen Stellen vorhanden ist - sehr ernüchternd. Da wird dann schnell ausgewichen und abgewunken. Doch nicht nur bei den Teilnehmer_innen der Koordinationsgruppe war die Luft raus, auch bei einigen weiteren Teilnehmer_innen, die schon seit 2013 dabei waren. Wir haben von einer signifikanten Zahl im Vorfeld erfahren, dass sie nicht nocheinmal kommen würden. Ein viertes Treffen war also aus mehreren Gründen stark gefährdet.
Vieles konnte am letzten Wochenende leider nicht bis zum Ende besprochen werden. Das bedauere ich auch. Doch in der Abwägung zwischen dem, was nicht angesprochen wurde, dem was angesprochen und umgesetzt wurde und was wir damit erreicht haben, bin ich dennoch der Überzeugung, das wir ein sehr gutes Ergebnis erzielt haben. Darüber hinaus sind jetzt keine Türen verschlossen! Wir können nach wie vor (fast) alles verändern. Wir werden ganz sicher bei der nächsten Mitgliederversammlung auch Satzungsänderungen beschließen - die Satzung ist ganz sicher nicht _perfekt_, vieles ist noch zu justieren. Aber wir sind jetzt handlungsfähig, das ist wichtig. Wie gesagt werde ich mich immer dafür einsetzen, dass sich alle Mitglieder (andere sollen wir ja auch nicht vertreten
stets einbringen können und gehört werden.
Viele Grüße
nicole
wie gesagt, ich sehe Euren Punkt völlig, vor allem mit dem Hintergrund der Geschehnisse mit dem Ministerium. Die Ereignisse des Wochenendes waren auch etwas Komplex und es würde jetzt hier vermutlich etwas arg weit führen nocheinmal alle Details aufdröseln zu wollen. Ich möchte nicht zu weit vorgreifen, doch für die Präambel wurde ein Vorschlag erarbeitet und er beinhaltet folgenden Satz:
Die Präambel ist noch nicht verabschiedet. Wenn Du, Rosi, es als Deinem Anliegen angemessen erachtest, dass der Sinn Eures Vorschlags in der Präambel über zuvor genannten Satz hinaus stärker zum Ausdruck gebracht werden soll, dann sollten wir gemeinsam daran arbeiten, wozu ich Dich gerne zusammen mit der "AG Präambel" einladen möchte. Persönlich sehe ich darin jetzt kein Problem, da die Präambel noch nicht durch das Plenum beschlossen wurde, d.h. wir können daran noch gemeinsam "schrauben". Ich muss jedoch dazu sagen, dass dies meine Sicht und mein Vorschlag ist, ich müsste dies noch mit dem restlichen Vorstand abstimme, würde mich aber dafür einsetzen....
Als Bundesverband vertreten wir die hier zusammen geschlossenen Gruppen und Einzelpersonen.
...
Die Entscheidungsfindungsprozesse waren an diesem Wochenende recht komplex und alle Gruppen haben sich auf bestimmte Verfahren geeinigt - auch und vor allem um Zeit zu sparen. Die Satzungsgruppe wollte nicht aus Unwillen oder Ablehnung der Gruppe "Präambel" keinen Vorschlag machen, sondern schlicht die Gruppe autonom arbeiten lassen - so habe ich es zumindest in Erinnerung. Es wurde etwas auf's Tempo gedrückt, weil dies nun schon das dritte Treffen war. Die sehr reale Befürchtung war, dass es ein viertes Treffen nicht geben würde. Zum einen war bei vielen Teilnehmer_innen einfach die Energie endgültig aufgebraucht. Es haben sich einige Menschen seit fast drei Jahren für dieses Projekt aufgerieben, so gut und so viel sie es nur irgendwie vertreten konnten. Auch wenn man viel zu wenig nach außen mitbekommen hat, doch es waren große Mengen an Arbeit zu bewältigen! Alleine wenn man an die nötigen Mittel für so ein Treffen denkt - mit den 30€ Teilnehmer_innen Beitrag ist das nur zu einem winzigen Bruchteil zu finanzieren. Versucht man Mittel dafür aufzutreiben stellt man leider schnell fest, wie wenig Interesse an der Unterstützung unserer Interessen bei den üblichen Stiftungen und anderen Stellen vorhanden ist - sehr ernüchternd. Da wird dann schnell ausgewichen und abgewunken. Doch nicht nur bei den Teilnehmer_innen der Koordinationsgruppe war die Luft raus, auch bei einigen weiteren Teilnehmer_innen, die schon seit 2013 dabei waren. Wir haben von einer signifikanten Zahl im Vorfeld erfahren, dass sie nicht nocheinmal kommen würden. Ein viertes Treffen war also aus mehreren Gründen stark gefährdet.
Vieles konnte am letzten Wochenende leider nicht bis zum Ende besprochen werden. Das bedauere ich auch. Doch in der Abwägung zwischen dem, was nicht angesprochen wurde, dem was angesprochen und umgesetzt wurde und was wir damit erreicht haben, bin ich dennoch der Überzeugung, das wir ein sehr gutes Ergebnis erzielt haben. Darüber hinaus sind jetzt keine Türen verschlossen! Wir können nach wie vor (fast) alles verändern. Wir werden ganz sicher bei der nächsten Mitgliederversammlung auch Satzungsänderungen beschließen - die Satzung ist ganz sicher nicht _perfekt_, vieles ist noch zu justieren. Aber wir sind jetzt handlungsfähig, das ist wichtig. Wie gesagt werde ich mich immer dafür einsetzen, dass sich alle Mitglieder (andere sollen wir ja auch nicht vertreten
Viele Grüße
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eilinfox
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Re: Interessenvertretung
Ich bin mal echt gespannt, ob die vielen transidenten Frauen, die sich bisher alleine (oder mit Hilfe ihres Psychologen) durch Leben plagen, in dem neuen Dachverband auch ihre Daseinsberechtigung finden.
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Anke
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Re: Interessenvertretung
Hallo Eilinfox,
ich möchte mal nachfragen, wie Du das meinst und was Du da genau vom Verband erwartest.
Und wenn Du da ein konkretes Anliegen hast, dann wäre es doch sicher gut, wenn Du dich im Verband engagieren und es dort einbringen würdest.
Liebe Grüße
Anke
ich möchte mal nachfragen, wie Du das meinst und was Du da genau vom Verband erwartest.
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eilinfox
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Re: Interessenvertretung
Hallo Anke,
das ist es ja genau.
Ich glaube nicht, dass ich irgendwelche Erwartungen an einen Verband habe. Eher nicht.
Und da ich ja nicht unbedingt eine Aktivistin bin ist für mich schwer vorstellbar, wie ich mich einbringen könnte.
Und das ist genau das Problem mit den Organisationen.
Ich glaube, es gibt einige wie mich, die es irgendwie geschafft haben, sich in Ihr Umfeld zu integrieren, ohne großartig Aufsehen zu erregen.
Und ich glaube, dass es bestimmt nicht wenige gibt, die das genau so gerne hätten.
Und genau die werden durch Verbände und SHG so irgendwie gar nicht angesprochen.
Und auch glaube ich weiter, dass deren Erfahrungen in der Umsetzung der Transition und das Einfügen in das Umfeld einen Platz in so einem Verband haben sollten.
Wie gesagt, Aktivistinnen werden diese Menschen sicherlich nicht.
das ist es ja genau.
Ich glaube nicht, dass ich irgendwelche Erwartungen an einen Verband habe. Eher nicht.
Und da ich ja nicht unbedingt eine Aktivistin bin ist für mich schwer vorstellbar, wie ich mich einbringen könnte.
Und das ist genau das Problem mit den Organisationen.
Ich glaube, es gibt einige wie mich, die es irgendwie geschafft haben, sich in Ihr Umfeld zu integrieren, ohne großartig Aufsehen zu erregen.
Und ich glaube, dass es bestimmt nicht wenige gibt, die das genau so gerne hätten.
Und genau die werden durch Verbände und SHG so irgendwie gar nicht angesprochen.
Und auch glaube ich weiter, dass deren Erfahrungen in der Umsetzung der Transition und das Einfügen in das Umfeld einen Platz in so einem Verband haben sollten.
Wie gesagt, Aktivistinnen werden diese Menschen sicherlich nicht.
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Lieschen
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Re: Interessenvertretung
Eilinfox schrieb: "Und da ich ja nicht unbedingt eine Aktivistin bin ist für mich schwer vorstellbar, wie ich mich einbringen könnte.
Und das ist genau das Problem mit den Organisationen.
Ich glaube, es gibt einige wie mich, die es irgendwie geschafft haben, sich in Ihr Umfeld zu integrieren, ohne großartig Aufsehen zu erregen.
Und ich glaube, dass es bestimmt nicht wenige gibt, die das genau so gerne hätten.
Und genau die werden durch Verbände und SHG so irgendwie gar nicht angesprochen.
Und auch glaube ich weiter, dass deren Erfahrungen in der Umsetzung der Transition und das Einfügen in das Umfeld einen Platz in so einem Verband haben sollten."
Hallo,
das ist ein bekanntes Problem und kaum zu lösen. Politik und Verwaltung benötigen Organisationen als Ansprechpartner, da sie nicht zu jeder Entscheidungsfindung eine Volksbefragung starten können.
Ich bin Mitglied der SPD, bin politisch interessiert, gehe zu den Mitgliederversammlungen, mag mich aber nicht engagieren und womöglich zu festen Sitzungen kommen. Auch wenn meine politische und Lebenserfahrung vielleicht manchmal nützlich wären. Da darf ich dann eben auch nicht meckern, wenn mein "Verein" manchmal etwas nicht so macht, wie ich es gerne hätte.
Oder, wie es die "Titanic" mal in einer ihrer Werbeanzeigen schrieb: "Werden Sie jetzt Abonnent der "Titanic". Denn nur wer ein Abo hat, kann mit Kündigung drohen!"
Tschüs,
Fritz-Lieschen
Und das ist genau das Problem mit den Organisationen.
Ich glaube, es gibt einige wie mich, die es irgendwie geschafft haben, sich in Ihr Umfeld zu integrieren, ohne großartig Aufsehen zu erregen.
Und ich glaube, dass es bestimmt nicht wenige gibt, die das genau so gerne hätten.
Und genau die werden durch Verbände und SHG so irgendwie gar nicht angesprochen.
Und auch glaube ich weiter, dass deren Erfahrungen in der Umsetzung der Transition und das Einfügen in das Umfeld einen Platz in so einem Verband haben sollten."
Hallo,
das ist ein bekanntes Problem und kaum zu lösen. Politik und Verwaltung benötigen Organisationen als Ansprechpartner, da sie nicht zu jeder Entscheidungsfindung eine Volksbefragung starten können.
Ich bin Mitglied der SPD, bin politisch interessiert, gehe zu den Mitgliederversammlungen, mag mich aber nicht engagieren und womöglich zu festen Sitzungen kommen. Auch wenn meine politische und Lebenserfahrung vielleicht manchmal nützlich wären. Da darf ich dann eben auch nicht meckern, wenn mein "Verein" manchmal etwas nicht so macht, wie ich es gerne hätte.
Oder, wie es die "Titanic" mal in einer ihrer Werbeanzeigen schrieb: "Werden Sie jetzt Abonnent der "Titanic". Denn nur wer ein Abo hat, kann mit Kündigung drohen!"
Tschüs,
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An die Rausgemobbten und/oder Ausgeschlossenen, die hier evtl. (nur) noch still mitlesen (Hugo, Darialena, Breakfast@Tiffany, ingedie2te u. A.): bitte schreibt mir doch kurz, in welchen Foren ihr euch jetzt aufhaltet.
lieschen-77ätgmx.de
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Anke
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Re: Interessenvertretung
Hallo,
wie Lieschen schon geschrieben hat, das lässt sich kaum lösen. Demokratische Prozesse leben von Partizipation und wenn sich jemand auch aus gut verstehbaren Gründen nicht einbringt, dann ist es für die Handelnden nur sehr schwer, die jeweiligen Anliegen und Interessen angemessen zu berücksichtigen. Denn die handelnden Personen sind eben auch Menschen, die nur berücksichtigen können, was an sie herangetragen wird und was sie wahrnehmen.
Wobei teilnehmen und sich einbringen nicht unbedingt heißt, selbst in die Aktivität zu gehen. Es hilft ja schon, zum Beispiel an Versammlungen teilzunehmen und dort die eigene Meinung und die eigene Erfahrungen einzubringen. Der Verband bietet sicherlich dafür Platz und Raum, es braucht dabei auch diejenigen, die diesen Raum nutzen und den Platz einnehmen.
Liebe Grüße
Anke
wie Lieschen schon geschrieben hat, das lässt sich kaum lösen. Demokratische Prozesse leben von Partizipation und wenn sich jemand auch aus gut verstehbaren Gründen nicht einbringt, dann ist es für die Handelnden nur sehr schwer, die jeweiligen Anliegen und Interessen angemessen zu berücksichtigen. Denn die handelnden Personen sind eben auch Menschen, die nur berücksichtigen können, was an sie herangetragen wird und was sie wahrnehmen.
Wobei teilnehmen und sich einbringen nicht unbedingt heißt, selbst in die Aktivität zu gehen. Es hilft ja schon, zum Beispiel an Versammlungen teilzunehmen und dort die eigene Meinung und die eigene Erfahrungen einzubringen. Der Verband bietet sicherlich dafür Platz und Raum, es braucht dabei auch diejenigen, die diesen Raum nutzen und den Platz einnehmen.
Liebe Grüße
Anke
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Marielle
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Re: Interessenvertretung
Guten Morgen zusammen,
der in einem vorstehenden Beitrag beschriebene Wunsch nach Unauffälligkeit, vielleicht auch Normalität, ist m.E. verständlich und nachvollziehbar. Es macht ein individuelles Leben einfach leichter, wenn man sein Tun und Sein nicht erklären muss, weil es nicht in Frage gestellt, sondern als, individuell und gesellschaftlich, richtig anerkannt wird.
Diese Anerkennung erfolgt von aussen (von Seiten der Gesellschaft) durch die Setzung von Normen, innerhalb derer sich Individualität zu bewegen hat, um ohne Erklärungen und Infragestellungen anerkannt zu werden. Im Grunde funktioniert das Ganze nach den üblichen Mechanismen von Gruppen- und Zugehörigkeitsbildungen.
Auf die Einhaltung der Normen gibt es aber mindestens zwei Blickwinkel: Den eigenen und den der Gruppe, also der Gesellschaft Es kann daher durchaus sein, dass eine Person meint, sie befände sich mit ihrem Sein und Tun innerhalb des gesetzen Rahmens, während es von aussen so gesehen wird, als ob sich die Person ausserhalb des Norm-Rahmens befindet. Dies passiert insbesondere dann, wenn individuelle Ansprüche an die Gesellschaft bestehen, die vielleicht sogar der Einpassung in die Norm-Erwartung dienen sollen, die selbst aber nicht Teil des Norm-Rahmens sind oder dann, wenn von aussen (von der Gesellschaft) wahrgenommene Unterschiede zur Norm marginalisiert oder gar abgestritten werden. Beides steht einer beidseitigen Anerkennung (Integration) entgegen.
Aus den zwei unterschiedlichen Blickwinkeln ergeben sich auch zwei Möglichkeiten, wie man als Individuum mit diesem Komplex umgeht. Man kann versuchen, sich so weit an den gesetzten Normrahmen anzupassen, bis die Gesellschaft ihn als erfüllt betrachtet oder man versucht, den Normrahmen so zu verändern, dass die eigene Individualität innerhalb des Rahmens liegt.
Ersteres kann, zum Beispiel, der jahrzehntelange Versuch sein, eine (Geschlechter-)Rollenerwartung so zu erfüllen, dass das eigene Sein als normgerecht anerkannt wird. Welche negativen Auswirkungen dieser Versuch auf einen Menschen haben kann, ist im Kontext dieses Forums wohl selbsterklärend. Es kann auch der Versuch sein, die im Rahmen der Norm definierte, entgegengesetzte Rollenerwartung (ich spreche nicht von Selbstwahrnehmung oder -identifikation) zu erfüllen. Dieser Versuch führt aber (siehe oben) zu Differenzwahrnehmungen von Aussen, da Sozialisation, Lebensgeschichte und individuelle Eigenschaften auch per gesetzlichem Offenbarungsverbot nicht ausgelöscht werden, sondern, mindestens in der Wahrnehmung anderer Personen, fortwirken. Er führt auch zu Ansprüchen an die Gesellschaft (Beispiel: OP-Kostenübernahme), die, in der Aussensicht, aus sich selbst heraus ein Unterscheidungsmerkmal, mithin eine Normabweichung, sind.
Im Sinne individueller Selbstbestimmung und -behauptung bleibt daher nur der Weg der Veränderung des Normrahmens, der nicht starr und unabänderlich ist, sondern sich kontinuierlich (aber nie von allein) durch die Wirkung erlebter und erklärter 'Abweichungen' an die Realität anpasst. Dieser Weg erfordert zwangsläufig Sicht- und Hörbarkeit, die die Menschen, die sich in Gruppen und Verbänden engagieren, herstellen wollen und mit der sie etwas erreichen werden. Der Wunsch nach ungehörter und ungesehener Änderung des Rahmens dagegen ist eine Fiktion, die das eigentliche Problem nicht lösen kann.
Aus meiner Sicht sind daher alle Initiativen wünschens- und unterstützenswert, die die Verbesserung des Normenrahmens anstreben und dazu das Angebot an die Gesellschaft machen, unter Anerkennung der jeweiligen Blickwinkel, gemeinsam für Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit zu arbeiten. Forderungen allein werden zu keiner nachhaltigen Verbesserung führen, stillschweigende Forderungen erst recht nicht, und die Forderung nach Stillschweigen auch nicht.
In diesem Sinne hoffe ich und wünsche ich uns, dass die Bezeichnung 'historisch' wirklich stimmt, das es dem neuen Verband wirklich gelingt, sich über Partikularinteressen zu erheben ohne sie zur Seite zu drängen und das damit etwas Neues entsteht, an dem viele Menschen mitwirken, anstatt darauf nur ihre Wünsche abzuladen.
Habt es gut,
Marielle
der in einem vorstehenden Beitrag beschriebene Wunsch nach Unauffälligkeit, vielleicht auch Normalität, ist m.E. verständlich und nachvollziehbar. Es macht ein individuelles Leben einfach leichter, wenn man sein Tun und Sein nicht erklären muss, weil es nicht in Frage gestellt, sondern als, individuell und gesellschaftlich, richtig anerkannt wird.
Diese Anerkennung erfolgt von aussen (von Seiten der Gesellschaft) durch die Setzung von Normen, innerhalb derer sich Individualität zu bewegen hat, um ohne Erklärungen und Infragestellungen anerkannt zu werden. Im Grunde funktioniert das Ganze nach den üblichen Mechanismen von Gruppen- und Zugehörigkeitsbildungen.
Auf die Einhaltung der Normen gibt es aber mindestens zwei Blickwinkel: Den eigenen und den der Gruppe, also der Gesellschaft Es kann daher durchaus sein, dass eine Person meint, sie befände sich mit ihrem Sein und Tun innerhalb des gesetzen Rahmens, während es von aussen so gesehen wird, als ob sich die Person ausserhalb des Norm-Rahmens befindet. Dies passiert insbesondere dann, wenn individuelle Ansprüche an die Gesellschaft bestehen, die vielleicht sogar der Einpassung in die Norm-Erwartung dienen sollen, die selbst aber nicht Teil des Norm-Rahmens sind oder dann, wenn von aussen (von der Gesellschaft) wahrgenommene Unterschiede zur Norm marginalisiert oder gar abgestritten werden. Beides steht einer beidseitigen Anerkennung (Integration) entgegen.
Aus den zwei unterschiedlichen Blickwinkeln ergeben sich auch zwei Möglichkeiten, wie man als Individuum mit diesem Komplex umgeht. Man kann versuchen, sich so weit an den gesetzten Normrahmen anzupassen, bis die Gesellschaft ihn als erfüllt betrachtet oder man versucht, den Normrahmen so zu verändern, dass die eigene Individualität innerhalb des Rahmens liegt.
Ersteres kann, zum Beispiel, der jahrzehntelange Versuch sein, eine (Geschlechter-)Rollenerwartung so zu erfüllen, dass das eigene Sein als normgerecht anerkannt wird. Welche negativen Auswirkungen dieser Versuch auf einen Menschen haben kann, ist im Kontext dieses Forums wohl selbsterklärend. Es kann auch der Versuch sein, die im Rahmen der Norm definierte, entgegengesetzte Rollenerwartung (ich spreche nicht von Selbstwahrnehmung oder -identifikation) zu erfüllen. Dieser Versuch führt aber (siehe oben) zu Differenzwahrnehmungen von Aussen, da Sozialisation, Lebensgeschichte und individuelle Eigenschaften auch per gesetzlichem Offenbarungsverbot nicht ausgelöscht werden, sondern, mindestens in der Wahrnehmung anderer Personen, fortwirken. Er führt auch zu Ansprüchen an die Gesellschaft (Beispiel: OP-Kostenübernahme), die, in der Aussensicht, aus sich selbst heraus ein Unterscheidungsmerkmal, mithin eine Normabweichung, sind.
Im Sinne individueller Selbstbestimmung und -behauptung bleibt daher nur der Weg der Veränderung des Normrahmens, der nicht starr und unabänderlich ist, sondern sich kontinuierlich (aber nie von allein) durch die Wirkung erlebter und erklärter 'Abweichungen' an die Realität anpasst. Dieser Weg erfordert zwangsläufig Sicht- und Hörbarkeit, die die Menschen, die sich in Gruppen und Verbänden engagieren, herstellen wollen und mit der sie etwas erreichen werden. Der Wunsch nach ungehörter und ungesehener Änderung des Rahmens dagegen ist eine Fiktion, die das eigentliche Problem nicht lösen kann.
Aus meiner Sicht sind daher alle Initiativen wünschens- und unterstützenswert, die die Verbesserung des Normenrahmens anstreben und dazu das Angebot an die Gesellschaft machen, unter Anerkennung der jeweiligen Blickwinkel, gemeinsam für Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit zu arbeiten. Forderungen allein werden zu keiner nachhaltigen Verbesserung führen, stillschweigende Forderungen erst recht nicht, und die Forderung nach Stillschweigen auch nicht.
In diesem Sinne hoffe ich und wünsche ich uns, dass die Bezeichnung 'historisch' wirklich stimmt, das es dem neuen Verband wirklich gelingt, sich über Partikularinteressen zu erheben ohne sie zur Seite zu drängen und das damit etwas Neues entsteht, an dem viele Menschen mitwirken, anstatt darauf nur ihre Wünsche abzuladen.
Habt es gut,
Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Re: Interessenvertretung
Hallo Marielle,
Ich lese heute nicht zum ersten mal, das du es für unmöglich erachtetst, dass eine Transition so stattfinden kann, dass sich die transidente Frau tatsächlich in ihrem neuen Leben voll und ganz ohne irgendwelche Zweifel bewegen kann.
Auch wenn du es super erklärt hast und dies auch logisch klingt, so gibt's sicherlich auch Ausnahmen.
Ja, ich bewege mich in den Normen, die die Gesellschaft nun mal vorgibt. Und ich mache das gerne und es fällt mir leicht, weil es meinem Geschlechtsempfinden so entspricht.
Und eine Differenz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung kann ich nicht feststellen. Ich hab da schon eine Antenne dafür entwickelt, die bei mir super schnell sämtliche Alarmlampen auf rot springen lassen. Blauäugig geht keine transidente Frau durchs Leben.
Ich hab mit dem Verlust der kompletten Familie einen hohen Preis dafür bezahlt, so leben zu können, wie es meinem Empfinden entspricht.
Dass dies für die allermeisten im Forum keine Alternative ist, weiss ich nur zu gut.
Doch habe ich so meine Zweifel, dass sich die Normen so einfach verändern lassen, wie es sich manche wünschen.
Ich lese heute nicht zum ersten mal, das du es für unmöglich erachtetst, dass eine Transition so stattfinden kann, dass sich die transidente Frau tatsächlich in ihrem neuen Leben voll und ganz ohne irgendwelche Zweifel bewegen kann.
Auch wenn du es super erklärt hast und dies auch logisch klingt, so gibt's sicherlich auch Ausnahmen.
Ja, ich bewege mich in den Normen, die die Gesellschaft nun mal vorgibt. Und ich mache das gerne und es fällt mir leicht, weil es meinem Geschlechtsempfinden so entspricht.
Und eine Differenz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung kann ich nicht feststellen. Ich hab da schon eine Antenne dafür entwickelt, die bei mir super schnell sämtliche Alarmlampen auf rot springen lassen. Blauäugig geht keine transidente Frau durchs Leben.
Ich hab mit dem Verlust der kompletten Familie einen hohen Preis dafür bezahlt, so leben zu können, wie es meinem Empfinden entspricht.
Dass dies für die allermeisten im Forum keine Alternative ist, weiss ich nur zu gut.
Doch habe ich so meine Zweifel, dass sich die Normen so einfach verändern lassen, wie es sich manche wünschen.