Interview: Wie lebt es sich als transsexuelle Frau in Deutschland?
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Anne-Mette
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Interview: Wie lebt es sich als transsexuelle Frau in Deutschland?
Moin,
ein Interview bei ZEITJUNG:
http://zeitjung.de/transgender-transsex ... chicklang/
Gruß
Anne-Mette
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http://zeitjung.de/transgender-transsex ... chicklang/
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Anne-Mette
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ab08
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Re: Interview: Wie lebt es sich als transsexuelle Frau in Deutschland?
Hallo,
die Aussage "Transsexuell ist KEIN Geschlecht." ist sicher richtig.
Natürlich ist Kim Schicklang eine Frau, das wäre sie übrigens auch ohne Op.
Aber es ist eine Tatsache, dass es für Menschen kaum möglich / unmöglich ist, hierzulande korrekte Papiere zu bekommen, wenn sie sich nicht dem Diktat des TSG, also dem Gutachterverfahren unterwerfen.*) Egal ob HET, GAOP, FFS (operative Feminisierung des Gesichtes /Facial Feminization Surgery) oder andere Massnahmen, vor dem Gesetz bleibt es ein Mann.
Der Gesetzgeber weigert sich hier, Realitäten anzuerkennen. Genau auf den Missstand macht Frau Schicklang wieder einmal aufmerksam.
Ich persönlich bin ihr dafür sehr dankbar,
denn es sollte immer wieder mal gesagt werden... (vgl. Ceterum censeo...)
Liebe Grüße
Andrea
*)
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das Theater mitmachte, um korrekte Papiere zu bekommen, obwohl ich es für völligen Blödsinn hielt & weiterhin halte
Ich wurde schwach und hatte nicht die Kraft, hier konsequent zu handeln.
die Aussage "Transsexuell ist KEIN Geschlecht." ist sicher richtig.
Natürlich ist Kim Schicklang eine Frau, das wäre sie übrigens auch ohne Op.
Aber es ist eine Tatsache, dass es für Menschen kaum möglich / unmöglich ist, hierzulande korrekte Papiere zu bekommen, wenn sie sich nicht dem Diktat des TSG, also dem Gutachterverfahren unterwerfen.*) Egal ob HET, GAOP, FFS (operative Feminisierung des Gesichtes /Facial Feminization Surgery) oder andere Massnahmen, vor dem Gesetz bleibt es ein Mann.
Der Gesetzgeber weigert sich hier, Realitäten anzuerkennen. Genau auf den Missstand macht Frau Schicklang wieder einmal aufmerksam.
Ich persönlich bin ihr dafür sehr dankbar,
Liebe Grüße
Andrea
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Ich wurde schwach und hatte nicht die Kraft, hier konsequent zu handeln.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Anke
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Re: Interview: Wie lebt es sich als transsexuelle Frau in Deutschland?
Hallo,
wie immer bringt Frau Schicklang einiges durcheinander. Das Problem am TSG ist nicht, dass der Staat (wen auch immer sie damit meint) denkt, dass eine transsexuelle Frau eigentlich ein Mann ist, der eine Frau sein will. Wenn jemand denkt, dann sind das die Individuen, die in der Gesellschaft leben und aus denen sich der Staat bildet. Und da ist das Bild ziemlich heterogen. Viele haben eine falsche Vorstellung im Kopf, was aber schlicht und einfach daran liegt, dass die Wenigsten Kontakt zu einem transsexuellen Menschen gehabt haben und dass die Aufklärung gerade erst beginnt. Viele Menschen, mit denen ich Kontakt hatte, hatten dieses falsche Bild und sehen es jetzt ganz anders. Für sie war es vorher auch überhaupt nicht wichtig, weil es ihr Leben überhaupt nicht berührt hat. Daraus aber eine Art "staatliches Denken" abzuleiten finde ich recht abstrus.
Das Problem am TSG kommt aus dem gewählten Verfahren per Gericht und den damit verbundenen Gutachten. Es wird höchste Zeit, dass sich das ändert. Und auch wenn es ein Gesetz ist, an das wir uns im Grundsatz halten sollen, es ist trotzdem diskriminierend und falsch. Und von alleine wird es nicht geändert, sondern nur dann, wenn etwas dafür getan wird. Und um auf die merkwürdige Argumentation von Frau Schicklang zurück zu kommen, wenn das Gesetz geändert ist, dann hat sich noch lange nicht das Denken verändert. Darum müssen wir uns zusätzlich kümmern.
Zum Thema medizinische Versorgung möchte ich sagen, dass die gesetzlichen Krankenkassen sehr wohl zum Staat im weitesten Sinne gezählt werden und in vielen Fällen auch so agieren. Und "weil es einfach so ist" ist kein Argument für die ganze Schickaniererei. Abgesehen davon ist es rechtlich zumindest sehr umstritten, ob die Krankenkasse die Gutachten aus der VÄPÄ überhaupt erhalten dürfen. Die meisten Transsexuellen geben hier einfach nur bei, um ihre Maßnahmen nicht zu gefährden und sich nicht auf endlose Auseinandersetzungen einlassen zu müssen. Für einen Sachbearbeiter bei der Kasse ist das eben nur ein Fall und eine Akte, für den betroffenen Menschen hat das dagegen eine ganz andere Bedeutung. Und da liegt auch der Grund für das Verhalten der Kassen. Der jeweilige Sachbearbeiter möchte sich auf der einen Seite die größtmögliche Absicherung verschaffen und auf der anderen Seite Ausgaben entweder ganz verhindern oder zumindest auf die lange Bank schieben. So sehr diese Motivation auch nachvollziehbar ist, für den betroffenen Menschen ist eine zusätzliche Quälerei.
Die geforderten Standards gibt es übrigens (leider) schon, es sind die MDK-Richtlinien. Die sind zwar nicht zwingend, die meisten Kassen halten sicher aber daran fest. Was wir brauchen sind andere Standards, an denen betroffene Menschen mitgearbeitet haben und die tatsächlich deren Wohl und nicht die kommerziellen Interessen der Sexologen im Fokus haben.
Liebe Grüße
Anke
wie immer bringt Frau Schicklang einiges durcheinander. Das Problem am TSG ist nicht, dass der Staat (wen auch immer sie damit meint) denkt, dass eine transsexuelle Frau eigentlich ein Mann ist, der eine Frau sein will. Wenn jemand denkt, dann sind das die Individuen, die in der Gesellschaft leben und aus denen sich der Staat bildet. Und da ist das Bild ziemlich heterogen. Viele haben eine falsche Vorstellung im Kopf, was aber schlicht und einfach daran liegt, dass die Wenigsten Kontakt zu einem transsexuellen Menschen gehabt haben und dass die Aufklärung gerade erst beginnt. Viele Menschen, mit denen ich Kontakt hatte, hatten dieses falsche Bild und sehen es jetzt ganz anders. Für sie war es vorher auch überhaupt nicht wichtig, weil es ihr Leben überhaupt nicht berührt hat. Daraus aber eine Art "staatliches Denken" abzuleiten finde ich recht abstrus.
Das Problem am TSG kommt aus dem gewählten Verfahren per Gericht und den damit verbundenen Gutachten. Es wird höchste Zeit, dass sich das ändert. Und auch wenn es ein Gesetz ist, an das wir uns im Grundsatz halten sollen, es ist trotzdem diskriminierend und falsch. Und von alleine wird es nicht geändert, sondern nur dann, wenn etwas dafür getan wird. Und um auf die merkwürdige Argumentation von Frau Schicklang zurück zu kommen, wenn das Gesetz geändert ist, dann hat sich noch lange nicht das Denken verändert. Darum müssen wir uns zusätzlich kümmern.
Zum Thema medizinische Versorgung möchte ich sagen, dass die gesetzlichen Krankenkassen sehr wohl zum Staat im weitesten Sinne gezählt werden und in vielen Fällen auch so agieren. Und "weil es einfach so ist" ist kein Argument für die ganze Schickaniererei. Abgesehen davon ist es rechtlich zumindest sehr umstritten, ob die Krankenkasse die Gutachten aus der VÄPÄ überhaupt erhalten dürfen. Die meisten Transsexuellen geben hier einfach nur bei, um ihre Maßnahmen nicht zu gefährden und sich nicht auf endlose Auseinandersetzungen einlassen zu müssen. Für einen Sachbearbeiter bei der Kasse ist das eben nur ein Fall und eine Akte, für den betroffenen Menschen hat das dagegen eine ganz andere Bedeutung. Und da liegt auch der Grund für das Verhalten der Kassen. Der jeweilige Sachbearbeiter möchte sich auf der einen Seite die größtmögliche Absicherung verschaffen und auf der anderen Seite Ausgaben entweder ganz verhindern oder zumindest auf die lange Bank schieben. So sehr diese Motivation auch nachvollziehbar ist, für den betroffenen Menschen ist eine zusätzliche Quälerei.
Die geforderten Standards gibt es übrigens (leider) schon, es sind die MDK-Richtlinien. Die sind zwar nicht zwingend, die meisten Kassen halten sicher aber daran fest. Was wir brauchen sind andere Standards, an denen betroffene Menschen mitgearbeitet haben und die tatsächlich deren Wohl und nicht die kommerziellen Interessen der Sexologen im Fokus haben.
Liebe Grüße
Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
https://www.transcuisine.com
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
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