USA: WC-Frage an einer Schule (Bußgeld angedroht)
USA: WC-Frage an einer Schule (Bußgeld angedroht)

Informationen, Termine und Artikel zu Transsexualität und Transidentität
Forum-Diskussionen transsexueller Menschen; Peerberatung
Antworten
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27532
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 205 Mal
Danksagung erhalten: 2423 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

USA: WC„Frage an einer Schule (Bußgeld angedroht)

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

wieder mal etwas aus der Rubrik: "Neues(?) aus aller Welt":

Senator zwingt Schüler aufs -«richtige-» WC

http://www.20min.ch/panorama/news/story ... C-17843529

Gruß
Anne-Mette
Ulrike-Marisa
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4814
Registriert: Mo 21. Mai 2012, 13:58
Geschlecht: transsexuell
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Region Schleswig
Hat sich bedankt: 706 Mal
Danksagung erhalten: 490 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: USA: WC„Frage an einer Schule (Bußgeld angedroht)

Post 2 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

...es gibt immer wieder Probleme, die erst gemacht werden und die vorher nicht da waren - ab in die Tonne damit.

Gruß, Ulrike-Marisa
Natascha

Re: USA: WC„Frage an einer Schule (Bußgeld angedroht)

Post 3 im Thema

Beitrag von Natascha »

Also ich richte mich da nch den Gegebenheiten im Moment. In der LGBTI-Szene ist es ganz selbstverständlich dass ich aufs Mädelsklo gehe. Wir TS sind da ja auch zumeist fast die einzigen Mädels und auch Bios die da ab und zu auftauchen haben auch keine Probleme wenn sie uns auf dem Klo antreffen. Wir sind ja Schwestern vom selben "Team". Im Alltag richte ich mich danach wie ich glaube das es gewünscht wird. Je nach Location und Publikum, da ich im Moment ja trotz weiblichem auftreten irgendwo noch als biologischer "Mann" zu erkennen bin. Wenn die Hormone dann anschlagen, werde ich komplett auf das Damen-WC umschwenken.
Wenn ich aber im Moment doch noch mal auf ein Herren-WC gehen muß, habe ich meine festen Grundsätze. Ich gehe IMMER in eine Kabine. Will ja ned dass die Kerle denken ich will ihnen was weggucken oder so. Außerdem will ich mich a) nicht vor denen entblößen b) piescher ich aus Prinzip im sitzen / in der Hocke.


LG,

Tasha
conny
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3721
Registriert: Mo 9. Nov 2009, 18:54
Geschlecht: vorhanden
Pronomen:
Wohnort (Name): Lüneburg
Hat sich bedankt: 88 Mal
Danksagung erhalten: 92 Mal
Kontaktdaten:

Re: USA: WC„Frage an einer Schule (Bußgeld angedroht)

Post 4 im Thema

Beitrag von conny »

immerhin interessant, wie die schulbehörde des konservativen staates kentucky handelt.
bleibt zu hoffen, dass das im letzten absatz des artikels gesagte bestand hat.
nicole.f
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 788
Registriert: Fr 3. Dez 2010, 11:04
Geschlecht: trans* Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Siegen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: USA: WC„Frage an einer Schule (Bußgeld angedroht)

Post 5 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Also davon mal ganz abgesehen, dass es im Grundsatz einfach falsch ist, eine Person unter Strafandrohung in die "falsche" Toilette zu zwingen, so sehe ich da auch rein praktisch einfach gute Gründe dagegen. Wenn ich eindeutig weiblich im Rock etc. auf eine öffentliche Toilette muss, werde ich einen Teufel tun und auf die Herren Toilette gehen!? *Das* sorgt dann endgültig für Verwirrung und womöglich Spott und provoziert, je nach Lokalität, Übergriffe.

Doch auch wenn ich keine eindeutigen optischen Signale sende, halte ich es für eine Zumutung. Solange an einem nichts ausgesprochen männliches ist, wie ein Vollbart oder soetwas, würde ich nicht dazu raten, sich auf diese Art und Weise selbst zu verleugnen. Umgekehrt natürlich auch, also ein TransMann, solange er nicht mit vollbusigem Decolletée, Röckchen oder High-Heels unterwegs ist, was kaum ein TransMann tun würde.

Zumindest was uns TransFrauen betrifft, sollte man sich auch keine all zu großen Hoffnungen machen, dass Hormone einem dann auf jeden Fall zu einem unstrittigen Passing verhelfen würden. Die Veränderungen durch Hormone sind, post-pubertär, eher gering. Je älter, desto geringer. Es sind, meiner Erfahrung nach, hauptsächlich zwei Details, die großen Anteil an einem guten Passing haben: Frisur/Haupthaar und Bartschatten. Beides hat post-pubertär bei TransFrauen mit Hormonen relativ wenig zu tun. Das was Hormone dann noch ändern, ist eher Feinschliff, aber nicht ausschlaggebend. Einzig bei TransMännern ist der Unterschied selbst dann noch gewaltig, denn mit Stimmbruch und einsetzendem Bartwuchs verändern sie sich dramatisch! Das ist völlig krass, wenn man das mal mit erlebt hat :) Da werden TransFrauen ganz schön neidisch. Dafür haben es TransMänner bei vielem anderen schwerer - ausgleichende Gerechtigkeit.

Wenn man sich also vor oder am Anfang der Hormone schon nicht traut die andere Toilette zu benutzen oder gar mit Repressalien rechnen muss, wie soll das dann später mal werden? Also zumindest ich mache da keine Zugeständnisse. Für die Situation, dass man doch in Frage gestellt wird, sollte man eine gute Antwort parat haben. Doch meine Identität verleugnen und mich selbst zurücknehmen, nur weil mir die Biologie ein Schnippchen geschlagen hat? Nein. Ich bemühe mich natürlich, so gut es mir möglich ist, meiner Umwelt etwas darüber hinweg zu helfen indem ich, soweit ich es vor mir selbst vertreten kann, auch schonmal etwas bewusster die richtigen Signal sende. Mehr aber auch nicht.

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27532
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 205 Mal
Danksagung erhalten: 2423 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: USA: WC„Frage an einer Schule (Bußgeld angedroht)

Post 6 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
schon nicht traut die andere Toilette zu benutzen oder gar mit Repressalien rechnen muss,
Das/ein Problem ist sicherlich, dass manfrau nicht in die Menschen hineinschauen kann - und Frauen haben schon viel Negatives von Männern "erlebt".
So sind viele auf der Hut; und da in der Regel nicht ausführlich geredet wird, wenn eine Person das WC oder einen Umkleidebereich betritt, die "uneindeutig" ist, mag Unsicherheit, vielleicht sogar Angst herrschen.
Aber es gibt Abhilfe. Deshalb war es meiner Frau auch wichtig, vor dem Schwimmengehen zu fragen: "... hast Du Deinen (Ergänzungs)Ausweis auch mit?

"Das hat alles nichts mit der Schule zu tun", wird manche(r) nun sagen. "Zum Teil schon", würde ich darauf antworten. Schultoiletten haben schon oft dazu beigetragen, dass Kindern der Schulbesuch verleidet wurde; denn dort haben sich in der Regel in den Pausen diejenigen aufgehalten, die andere SchülerInnen drangsaliert haben. ... und während des Unterrichtes war es meistens nicht erlaubt...
Es ist sicherlich ein Thema, mit dem vorsichtig umgegangen werden muss.
Ich habe früher (in der Grund- und Realschule) tunlichst vermieden, so viel zu trinken, dass ich die WCs benutzten musste.
Später auf dem Gymnasium war das anders; erst dort hätte ich den Mut gehabt, die "richtige" Toilette zu wählen.

Gruß
Anne-Mette (geh nun erstmal kurz aufs... :mrgreen: )
Lipstick-Lady
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 115
Registriert: Do 29. Mai 2014, 21:46
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: USA: WC„Frage an einer Schule (Bußgeld angedroht)

Post 7 im Thema

Beitrag von Lipstick-Lady »

Ich hatte das Problem auch schon.

Seit etwa einem halben Jahr gehe ich komplett "en femme" gestylt (also mit Rock, Bluse, Pumps und akzentuiertem Makeup aber keine Perücke). Auch zur Arbeit, was, da ich im öffentlichen Dienst beschäftigt bin, gottlob kein Problem ist. Seitdem gehe ich grundsätzlich auch aufs Frauenklo. Aus zwei Gründen: Zum einen fühle ich mich nicht wohl in Anwesenheit von Männern, die sichtlich angeekelt darauf reagieren, wenn ich mir dort die Lippen nachmale o.ä. Zum anderen denke ich, daß Biomänner es in dieser von Frauen dominierten Welt ohnehin nicht leicht haben, noch eine "Männlichkeit" auszuleben, die nicht sofort von der Political Correctness verdammt wird. Man tut als Trans*frau - denke ich - nicht schlecht daran, deren Nerven nicht noch mutwillig zu strapazieren. Probleme auf dem Frauenklo hatte ich bisher nie (bis auf eine Ausnahme, s.u.). Im Gegenteil: von einem verständnisvollen Lächeln bishin zu wirklich guten Gesprächen einschl. Schminktipps meinerseits gab es viel Positives.

Im letzten Herbst allerdings hatten wir eine Dienstbesprechung in größerem Rahmen. Während der Pause ging ich mit einige Kolleginnen - noch ins Gespräch vertieft - aufs Frauenklo. Eine Kollegin, die bereits dort war, reagierte darauf unflätig und outete sich bei dieser Gelegenheit als Toleranzheuchlerin. Die anderen Kolleginnen, die auf zum Glück auf meiner Seite standen, haben versucht zu vermitteln. Vergeblich, es gab eine formelle Beschwerde, und unser Oberboss mußte sich der Sache annehmen. Ironischerweise hat dessen Frau beruflich mit Transsexuellen zu tun. Die darauffolgende Aussprache verlief daher sehr fair. Aber ich wurde darauf vergattert, im Betrieb aufs Männerklo zu gehen - der Einfachheit halber. Da meine männlichen Kollegen mit meiner Besonderheit klarkommen, nicht weiter schlimm.

LG, Lipstick-Lady
Antworten

Zurück zu „Transsexuelle Menschen: Transsexualität - Transidentität, trans“