TS - berufliche Outing Strategie?
TS - berufliche Outing Strategie? - # 4

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Tina_G
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Re: TS „ berufliche Outing Strategie?

Post 46 im Thema

Beitrag von Tina_G »

Hallo Vivian,

es tut mir so leid, dass du diese Erfahrung machen musstest. Die Toleranz ist bei manchem doch nur eine schöne Maske.
In meinem Berufsleben habe ich auch schon unfreiwillige Veränderungen mitgemacht. Im Nachhinein stellten sich diese Änderungen als sehr vorteilhaft heraus. Ich wünsche dir, dass es dir ähnlich ergeht. Lass dich nicht unterkriegen, selbst wenn das positive etwas auf sich warten lässt. Und bitte halte uns weiter auf dem Laufenden.

Ganz liebe Grüße und eine feste Umarmung von Tina
Vivian Cologne
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Re: TS „ berufliche Outing Strategie?

Post 47 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne »

Oh je, da war ich heute bei meiner Mutter zum Mittagessen und zum Reden - sie würde mir jederzeit auch finanziell weiterhelfen, wenn es nötig wird. Dann war ich bei einer supernetten Kosmetikerin, die mir noch einmal zwei Stunden geschenkt hat, um da ein oder andere beim Schminken besser zu machen. Sie hat auch sehr Kluges zu meiner jetzigen Situation gesagt, obwohl (oder weil) ich der erste Transmensch bin, mit dem sie zu tun hat.

Und dann komme ich nach Hause und lese eure Reaktionen. Und hätte ich noch eines Beweises bedurft, warum dieses Forum mir lieb und teuer ist, so habe ich ihn heute wieder bekommen. Das ist tröstend, aufbauend, ermunternd, empathisch, was ihr schreibt. Und das muss ich erst mal sackenlassen, um nicht zu sehr in Rührung zu zerfließen. Dazu schreibe ich in Ruhe morgen etwas.

Aber erst mal: Danke!

Vivian
Exuserin-2015-08-11

Re: TS „ berufliche Outing Strategie?

Post 48 im Thema

Beitrag von Exuserin-2015-08-11 »

Liebe Vivian,das hast Du nicht verdient.Doch das wahre Leben ist grausam,denn vieles wird nicht verstanden.Auch den netten Menschen kann niemand trauen ,oft ist alles scheinheilig.Trotzdem Kopf hoch Vivian das Leben geht weiter.Es grüßt Dich die mitleidende Ilektra.
Saskia.shewulf
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Re: TS „ berufliche Outing Strategie?

Post 49 im Thema

Beitrag von Saskia.shewulf »

Hallo Vivian ich hab es jetzt erst gelesen......



Das finde ich hundsgemein erst lief es doch ganz gut an ich hoffe aber das deine anderen Kunden auf dein Können
und die Berufserfahrung setzten!
Vielleicht haben sie dich auch Blockiert und du legst jetzt alleine erst richtig los,dann kannst du auch den Rahm für Dich
alleine abschöpfen im Geschäft.

Ähnliche Erfahrungen die mit Trans nix zu tun haben machten wir auch schon.


Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen in der jetzt sicher doppelt schwierigen Phase der Transition.
Fühl Dich virtuell schon mal fest in den Arm genommen und schreib bitte weiter hier.

Ganz liebe Grüße Saskia (flo)
Wer keinen Mut zum träumen hat
-hat keine Kraft zum Kämpfen
Andrea aus Sachsen
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Re: TS „ berufliche Outing Strategie?

Post 50 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Hallo Vivian,
auch mein "Beileid" zu der unschönen Situation!
Die Akzeptanz für unsereins ist wohl doch (noch) nicht so groß, wie es nach zahlreichen Berichten hier scheinen mag. Es macht offenbar einen großen Unterschied, ob jemand uns nur zufällig begegnet oder ständig mit uns zu tun haben muss.
Doch wie ich dich kenne, lässt du dich durch diesen Rückschlag nicht entmutigen. Ich hoffe deshalb mit dir, dass es bald wieder aufwärts geht.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Anke
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Re: TS „ berufliche Outing Strategie?

Post 51 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo Vivian,

das Verhalten mit dem Du konfrontiert wirst empfinde ich einfach als unfassbar. Ich werbe oft für Verständnis und Nachsicht dafür, das unsere Mitmenschen sich mit uns schwertun. Für solch ein Verhalten habe ich weder Verständnis, noch bin ich bereit Nachsicht walten zu lassen.

Vor allem die Aussage, dass sie deine Anwesenheit nicht ertragen können, bringt mich wirklich auf die Palme. Für mich sind Menschen unerträglich, die so etwas denken und sagen, die sich in dieser Weise verhalten. Nach meiner Überzeugung haben die dich nicht verdient.

Auf jeden Fall drücke ich dir ganz fest die Daumen, dass Du möglichst bald einen neuen Anfang findest. Es würde mich sehr wundern, wenn Dir das nicht gelänge. Ganz im Gegenteil, ich bin fest davon überzeugt, dass Du es schaffst.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

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Ellen1975
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Re: TS „ berufliche Outing Strategie?

Post 52 im Thema

Beitrag von Ellen1975 »

Hallo Vivian,

erstmal fühl Dich ganz arg gedrückt. Es ist furchtbar so tief und vor allem menschlich von Anderen enttäuscht zu werden mit denen man jahrelang zu tun gehabt hat.
Mit denen eine gewisse Vertrauensbasis geschaffen wurde, welche nun mit Füßen getreten wird. Umso ärgerlicher ist es, wenn Deine berufliche Zukunft davon
abhängt und Dir ein Stück weit die Lebensgrundlage entzogen wird.

Lass Dich bitte nur nicht unterkriegen. Es wird bestimmt auch wieder bessere Zeiten geben! Ich denke immer nichts in unserem Leben passiert umsonst. Es eröffnen
sich neue Wege, neue Möglichkeiten und wer weiß wozu diese schmerzhafte Erfahrung noch gut sein wird. Du bist auf jeden Fall zu weit gekommen um alles hinzuwerfen
und Deine Fähigkeiten sollten für sich sprechen.

Ich weiß ich habe leicht reden. Schließlich habe ich das Outing bei meinen Kunden erst noch vor mir und hoffe/vertraue darauf, dass diese mich auch weiterhin akzeptieren
können. Selbstständigkeit ist halt Fluch und Segen zu gleich. Ich bin dennoch überzeugt, dass Du den weiteren Weg auch schaffen wirst und bin in Gedanken bei Dir.

Liebe Grüße
Ellen
Willst Du in Frieden mit dir selbst leben, versuche nicht mehr zu sein, als du bist, aber sei das, was du bist, ganz. - Richard Wagner
Magdalena
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Re: TS „ berufliche Outing Strategie?

Post 53 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo Vivian,

ich bin erst heute auf Deinen für Dich Existent schlimme Naricht gestossen. Was hat Deine Kunden bewegt. Ist es Deine Veränderung, mir der sie nicht klar kommen? Oder gebne sie sich nur den Anschein tollerant zu sein, so lange es mich nicht im täglichen Umgang betrifft? Da glaubt Mann/Frau sein gegenüber zu kennen und dann die Entäuschung. Das ist sicher bitter für dich.

Ich kann Dir nur Kraft für einen neuen Anfang wünschen. Vieleicht ergibt sich aber in Deiner neuen gewachsenen Persönlichkeit, die du hier im Forum ausstrahlst, Gelegenheit neue verlässlicher Partner zu finden. Partner, die nur Vivian kennen und ihre Arbeit schätzen. Denke daran viele kleiner Schritte ergeben einen Weg. Auch das vielbeschriebene Licht am Ende des Tunnels wird wieder heller, solange Du weitergehst.

Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, das sich die vertrackte Situation für Dich verbessert.

Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
triona
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Re: TS „ berufliche Outing Strategie?

Post 54 im Thema

Beitrag von triona »

Saskia.shewulf hat geschrieben:... Ähnliche Erfahrungen die mit Trans nix zu tun haben machten wir auch schon. ...
Ebend.
Und da sind wir sicher nicht allein.
Möglicherweise war es ja auch nur ein Vorwand, wie sie eine nicht mehr gewollte Mitarbeiterin aus dem Boot drängen wollten. Ich habe solche Schweinereien jedenfalls im Geschäftsleben schon öfter erlebt. Und in allen Fällen hatte es mit Trans* überhaupt nichts zu tun - einfach weil damals noch gar nicht bekannt, sondern lediglich damit, daß sich irgendwer wegen eines vermeintlichen oder tatsächlichen wirtschaftlichen Vorteils irgend jemand vom Hals schaffen wollte, mit dem sonst mindestens hätte geteilt werden müssen. Und manchen "Kollegen" (hier besser: "Kollegenschweinen") oder "Geschäftspartnern" (hier besser: Trittbrettfahrer oder Ausnutzer) ist da jede Gemeinheit recht. Wenn es denn nur zum Ziel führt. Ich hoffe, die gelingt es, daß sie am Ende nur einen Pyrrhus-Sieg davontragen.

Saskia.shewulf hat geschrieben:Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen in der jetzt sicher doppelt schwierigen Phase der Transition.
Fühl Dich virtuell schon mal fest in den Arm genommen und schreib bitte weiter hier.

Das selbe wünsche ich dir auch.
Gerade in einer Lebensphase wie eines TS-Übergangs kann einen sowas ja noch zusätzlich und in besonderem Maß belasten und niederschmettern. Aber laß dich nicht entmutigen, und versuche, das Beste daraus zu machen. Vlt gelingt es dir ja doch noch, deine Innenseiter-Kenntnisse zu deinem Vorteil zu nutzen - oder aber du findest etwas anderes, was noch viel besser ist.

Alles was dich nicht kaputt macht, macht dich stark.

VENCEREMOS !


Da aus einem anderen Zusammenhang herausgenommen, hier eine textfreie Version, die deswegen aber nicht minder Kraft und Zuversicht verleihen kann - auch unabhängig von Anlaß aus der Geschichte:



Mögest du beim Zuhören wieder ein bisserl Kraft schöpfen für das, was noch kommen mag.
Laß dich auf jeden Fall nicht entmutigen.
Du wirst es noch brauchen.
Du bist auf dem richtigen Weg - auf deinem Weg.


liebe grüße
triona
Anni
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Re: TS „ berufliche Outing Strategie?

Post 55 im Thema

Beitrag von Anni »

Hallo Vivian )))(:

Zuerst einmal möchte ich DAS unterstreichen , was Anne - Mette gesagt / geschrieben hat - genau dafür ist dieses Forum da .

Ich bin mit Sicherheit nicht die richtige Freundin für die emotional tröstenden Worte - das haben die Mädels vor mir auch ausführlich getan . :wink:
Trost und Umärmelungen sind in so einer Situation wichtig - aber nicht Alles .
Aber in Ansätzen haben die Mädels Recht - die Medaille hat immer zwei Seiten und ein Ende heißt eben auch ein neuer Anfang .
Und den neuen Anfang solltest Du ganz schnell finden !
Du hast bisher soviel Mut und Kraft bewiesen und auf gebracht - dann mach da jetzt so auch weiter . Verfalle nicht in Selbstmitleid und steck auf keinen Fall den Kopf in den Sand .
Nutze Deine Stärken , versuche Deine Erfahrung und Dein Wissen , das Du bisher den " Geschäftspartnern " entgeltlich zur Verfügung gestellt hast , auf eigene Faust für Dich zu vermarkten . Habe keine Skrupel , Dich an Deine bisherigen Klienten eventuell direkt zu wenden und suche Dir neue , die Dich gleich als Vivian kennen lernen .
Glaub mir , ich weiß , wovon ich rede . Viele meiner Geschäftspartner / Kunden sehen mich auch mit gemischten Gefühlen und hätten sicherlich auch lieber einen Monteur , statt einer Monteurin :lol: nur um der Leute willen und sich nicht Anderen erklären zu müssen .
Aber es ist mir im Laufe der Jahre ( bisher ) gelungen , ihnen zu zeigen , das ich die Beste in meinem Fach bin , die für das Geld zu haben ist
und letztendlich zählt für die Kunden die Leistung / das Ergebnis - unabhängig davon , wer es erbracht hat .

Wie gesagt , Trost kann ich Dir nicht spenden , aber Rat geben - wenn Du ihn brauchst - ruf mich an - Du bist nicht allein (ki)

GLG von kämpferischer Anni
Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedesmal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie paßten auch heute noch. George Bernard Shaw
nicole.f
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Re: TS „ berufliche Outing Strategie?

Post 56 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Auch wenn gerade wir es immer wieder gerne anders sehen würden, zeigt Vivians Beispiel, wie engstirnig viele Menschen leider sind. Es gibt sicherlich einige Menschen, die sich im Rahmen ihrer Transition doch recht arg verändern und nicht unbedingt in allen Bereichen zum Positiven. Doch wenn eine Person und Persönlichkeit ganz sicher nicht zu diesen gehört, dann ist es Vivian!

Nun kenne ich Vivian schon immer nur als Vivian. Ich habe also keine Ahnung, wie sie wohl vorher als Kerl so war. Doch die Reportage über sie gibt einen kleinen Blick zurück auf die alte Person. Diese kenne ich nicht, sie ist mir fremd, wie ein völlig anderer Mensch. Ich kenne keine eigenbrötlerische, zurückgezogene, ungesellige, schüchterne Person mit praktisch keinen persönlichen Zügen.

Die Persönlichkeit, die ich innerhalb dieses knappen Jahres kennen und schätzen lernen durfte, ist eine wahre Dame! Umsichtig, interessiert, engagiert, offen, mit respektvoll vornehmer Zurückhaltung, authentisch, gebildet, sprachgewandt und witzig. Eine Persönlichkeit, wie man sie sich für ein Unternehmen in der Außendarstellung eigentlich nur wünschen kann.

Liebste Vivian, die aktuelle Entwicklung macht mich sehr traurig. Doch nicht nur traurig, sondern auch zornig, ja sogar ein bisschen wütend. Denn es ist vor allem eines, nämlich ungerecht. Ich habe mich unglaublich gefreut als Du mir Ende letzten Jahres erzähltest, dass es wohl doch eine Zukunft für Dich in der Bürogemeinschaft geben wird. Ein wunderbares Weihnachtsgeschenk, dachte ich. Das nun dies, nur knapp einen Monat später, wieder revidiert werden soll, ist eigentlich nur Beweis dafür, dass Deine Partner in dem Laden kopflos agieren - aus dem Bauch heraus, ohne konkreten Grund und Begründung. Es ist einfach frech, vor allem vor dem Hintergrund, der so langen angeblichen Freundschaft. Wie tief kann die wohl gewesen sein, wenn man einen Freund mit solch fadenscheinigen Argumenten sehenden Auges in solch existentielle Krisen stürzt? Was ist das für eine Freundschaft?

Ja doch, ich bin sauer und Du kannst es ganz zu Recht auch sein.
Es ist nicht gerecht und nicht gerechtfertigt.
Du kannst nichts dafür! Nicht Du bist falsch! Sondern diese Freundschaft war es ganz offenbar.
Zeit für neue, wahre Freunde.

Wenn ich aus konkretem Anlass sauer bin, dann neige ich zu Aktionismus - dann will ich es erst recht allen zeigen!

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du bald aus diesem berechtigten Tief neu bestärkt hervorgehst.
Zeig es ihnen! Zeige ihnen, dass sie falsch lagen! Damit sie es als bald bereuen werden, Dich haben ziehen zu lassen, statt Dich noch fester zu halten und zu binden. Ihr Pech! Päh! Sollen sie doch sehen, wo sie bleiben.

Neue Wege zu gehen ist schwer, neue Anfänge zu finden noch schwerer. Du bist damit aber ganz sicher nicht allein. Ein paar Deiner alten Freunde haben Dich nun hängen gelassen. Dafür hast Du aber hier und anderswo viele neue gefunden. Ich bin mir sicher, hier wirst Du immer Zuspruch und auch tatkräftige Unterstützung finden. Du weißt wo mein Haus wohnt :)

Also, Kopf hoch, das war eine echt miese Schlappe, aber das wird auch wieder - bei Deinen Talenten, gar keine Frage.

Ganz liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
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Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
ReaGirl

Re: TS „ berufliche Outing Strategie?

Post 57 im Thema

Beitrag von ReaGirl »

fairy_girl hat geschrieben:Hallo Vivian,
bitte schreibe weiter, es hilft vielen von uns, welchen in eine ähnliche Lage kommen könnten. Was du erlebst ist wirklich schrecklich, ich fasse es nicht, dabei klang es anfangs so positiv. Lass den Kopf nicht hängen, und denke daran dass du hier nicht alleine bist. Bitte schreibe weiter bei uns.

Habe nun natürlich auch Ängste dass so was auch mir passieren kann. Wünsche dir viel Kraft, diese schwere Zeit gut zu überstehen, ich bin gewiss dass es der richtige Weg für dich war.

Zudem schließe ich mich meinen Vorrednerinnen an, lass dich in den Arm nehmen, es wird alles wieder, bestimmt......
So seh ich das auch. Es kann hier nicht immer nur um die freudigen positiven Seiten gehen, und jeder einzelne sollte nicht dur h unzählige positive berichte den eindruck bekommen, das alles so einfach ist/wird. Auch die negativen möglichkeiten müssen aufgezeigt werden. Immerhin muss jeder der sein outing vor sich hat, sich eine pro/contra liste machen um sein outing zu planen (oder aufzuschieben) und sich wirklich ALLES durch den kopf gehen lassen inkl wahrscheindlichkeiten.

Vivian, Ich wünsch dir das du nun trotz aller Enttäuschungen einen guten Weg für dich findest, lass den Kopf nicht hängen, auch wenn das einfach gesagt ist. *drück*
ReaGirl

Re: TS „ berufliche Outing Strategie?

Post 58 im Thema

Beitrag von ReaGirl »

fairy_girl hat geschrieben:Hallo Vivian,
bitte schreibe weiter, es hilft vielen von uns, welchen in eine ähnliche Lage kommen könnten. Was du erlebst ist wirklich schrecklich, ich fasse es nicht, dabei klang es anfangs so positiv. Lass den Kopf nicht hängen, und denke daran dass du hier nicht alleine bist. Bitte schreibe weiter bei uns.

Habe nun natürlich auch Ängste dass so was auch mir passieren kann. Wünsche dir viel Kraft, diese schwere Zeit gut zu überstehen, ich bin gewiss dass es der richtige Weg für dich war.

Zudem schließe ich mich meinen Vorrednerinnen an, lass dich in den Arm nehmen, es wird alles wieder, bestimmt......
So seh ich das auch. Es kann hier nicht immer nur um die freudigen positiven Seiten gehen, und jeder einzelne sollte nicht dur h unzählige positive berichte den eindruck bekommen, das alles so einfach ist/wird. Auch die negativen möglichkeiten müssen aufgezeigt werden. Immerhin muss jeder der sein outing vor sich hat, sich eine pro/contra liste machen um sein outing zu planen (oder aufzuschieben) und sich wirklich ALLES durch den kopf gehen lassen inkl wahrscheindlichkeiten.

Vivian, Ich wünsch dir das du nun trotz aller Enttäuschungen einen guten Weg für dich findest, lass den Kopf nicht hängen, auch wenn das einfach gesagt ist. *drück*
nicole.f
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Re: TS „ berufliche Outing Strategie?

Post 59 im Thema

Beitrag von nicole.f »

fairy_girl hat geschrieben: ...
Habe nun natürlich auch Ängste dass so was auch mir passieren kann. Wünsche dir viel Kraft, diese schwere Zeit gut zu überstehen, ich bin gewiss dass es der richtige Weg für dich war.
...
Tja, leider leider ist es wohl so. Ich wollte das anfangs auch nicht glauben, dachte auch noch, naja, da haben sich vielleicht auch die Leute selbst blöd benommen und waren vielleicht mit selbst daran schuld oder es waren die langen Ausfallzeiten, wegen dem ganzen Mist, den man dann erledigen muss (Therapeuten, Ärger mit KK/MDK, Arztbesuche, ggf. GaOp etc.). Doch je mehr ich mit anderen TS Personen in Kontakt komme, desto mehr beschleicht mich das Gefühl, dass es doch eher an den anderen, als an uns selbst oder den Begleitumständen liegt. Das ist eine ganz schön bittere Erkenntnis, denn schlussendlich mündet sie in der Einsicht, dass es mit der angeblichen Offenheit unserer pluralistischen multi-kulti alles ist bunt Gesellschaft doch nicht so weit her ist. Das eigene Hemd ist allen eben doch am nächsten. Ist es die TransFrau in München, die ihren Job verliert und ausgegrenzt wird, so sieht das von Hamburg aus betrachtet ganz schrecklich aus - "Die arme! Würde hier nie passieren!". Ist es aber der Kollege oder die Kollegin am Schreibtisch gegenüber, verändert sich die Sichtweise dramatisch. Dann ist es nicht mehr nur das theoretische philosophieren auf einer sehr abstrakten Metaebene, sondern dann betrifft es mich direkt, mein Gegenüber, mein Umfeld, meine Kollegen und meine Kunden. Erst dann wird es vielen erst richtig bewusst.

Ähnliches erleben auch viele im engeren Bekannten- oder Familienkreis. Beim ersten Outing sind eigentlich fast alle, bis auf wenige Ausnahmen, hellauf begeistert, der Mut, voller Respekt, natürlich ist alles in Ordnung, Unterstützungsangebote und so vieles mehr. Doch nach einigen Wochen oder sogar erst nach Monaten lässt die Energie nach, der Alltag tritt ein und erst jetzt realisieren viele, welche Kraftanstrengung diese Transition einer nahe stehenden Person auch für sie bedeutet. Das neue Aussehen, der veränderte Name, das veränderte Personalpronomen, eine latente Angst, etwas Falsches sagen zu können, die Person kränken zu können. Es ist auch für unser Umfeld kraftraubend. Viele verlässt die Kraft und sie geben irgendwann doch auf, die erste Akzeptanz bröckelt und geht über in Ablehnung - einfach nur, um diese Kraft nicht ständig aufbringen zu müssen.

Solange es noch einer bewussten Kraftanstrengung durch Personen in unserem Umfeld bedarf, damit wir in unserer Umwelt bestehen können, solange werden wir weiter mit tragischen Problemen im Job, dem Freundeskreis, der Familie, einfach überall rechnen müssen. Sobald es einmal etwas völlig Normales wird, dass sich ein Mensch unabhängig von seiner Biologie (anders-)geschlechtlich verhalten und geben kann, erst dann werden wir solche Probleme nicht mehr haben, denn dann braucht es keine extra Kraftanstrengungen mehr.

Darüber müssen wir, und mit wir meine ich jetzt eigentlich die gesamte Gruppe derer, die sich (teil-)öffentlich trans-geschlechtlich Dritten gegenüber offenbaren, rechnen.
Darüber müssen wir uns bewusst sein. Ob wir es nun aktiv einfordern oder nicht, wir fordern von unserer Umwelt eine Investition ab, eine Investition in unsere Person. Das können wir nicht als selbstverständlich voraussetzen.

Diejenigen, die nur zeitlich begrenzt trans-geschlechtlich auftreten möchten (oder müssen), sind in der vergleichsweise glücklichen Lage, sich noch am ehesten Zeit und Ort dafür aussuchen zu können. So können doch einige Probleme umschifft werden.

Menschen, die aber einen völligen Wechsel der Rolle in Erwägung ziehen, kann ich nur dringend raten, überlegt Euch das sehr gut!
Der Schritt vom zeitweisen Ausleben zum völligen Wechsel ist gewaltig!

Ihr stellt damit Euer gesamtes bisheriges Leben in Frage. Ihr müsst ernsthaft damit rechnen, ohne schwarz zu malen, dass Ihr fast alles, was Ihr Euch bisher aufgebaut habt, verlieren werdet. Das muss so nicht passieren, aber leider leider ergeht es doch der überwiegenden Zahl der Transsexuellen so.

Ist es das wirklich wert? Hat es einen so hohen Stellenwert? Wäre dieser Verlust verkraftbarer, als die Transition doch lieber nicht zu machen?

Wenn Ihr diese Fragen mit voller Sicherheit mit Ja! beantworten könnt, dann bereitet Euch vor,. Schafft Euch Sicherungsnetze und Rücklagen, die Euch im Zweifelsfall auffangen können und dann legt los! Mit etwas Glück passiert nichts von alledem. Gratulation! Doch die Wahrscheinlichkeit, dass etwas Übles passiert, liegt nach allem was ich gelesen und in der Beratung von anderen erfahren habe, leider doch deutlich über 50%, da darf man sich nichts vormachen. Die Arbeitslosenrate gerade bei Typ-2 Transsexuellen (also die, die die Transition erst im späteren Erwachsenenalter machen) ist dramatisch.

Transsexualität ist nicht die Krönung des Cross-Dressens, kein Sahnehäubchen und keine Adelung. Eine Transition sollte man wirklich und ausschließlich überhaupt nur dann in Erwägung ziehen, wenn alles andere wirklich absolut keine Alternative mehr ist. Dann und nur dann wird man überhaupt erst die dazu nötige Kraft aufbringen können, diesen Prozess unbeschadet zu überstehen. Denn auch darüber muss man sich im Klaren sein, das ist nichts, was man heute entscheidet und Ende der Woche ist alles erledigt. Eine Transition wird einen mindesten zwei Jahre lang intensiv beschäftigen - eher noch deutlich länger. Diese zwei oder mehr Jahre kosten Unmengen an Kraft, Nerven, persönlicher Zeit und auch viel Geld.

Ich möchte damit wirklich niemandem Angst machen. Hatte man wenige Probleme und ist aus diesem Schlamassel halbwegs unbeschadet hervorgegangen, ist es einfach großartig. Doch man darf einfach auch nicht die Risiken verschweigen oder achtlos zur Seite schieben.

In diesem Sinne fairy_girl, Du hast sicherlich Recht damit, eine Portion Angst zu haben. Angst ist kein völlig falsches Gefühl, denn sie schärft die Sinne und versetzt uns in erhöhte Leistungsbereitschaft. Sie darf nur nicht so groß werden, dass sie uns lähmt. Eine gehörige Portion Respekt vor diesem Schritt ist aber durchaus angebracht. Ich weiß nicht wie weit Du mit Deiner Entscheidung bereits gekommen bist, aber vielleicht wäre es eine gute Idee, Dich mit anderen einmal von Person zu Person auszutauschen? Auch wenn Selbsthilfegruppen nicht unbedingt für alles tolle Orte sind, aber gerade von unserer Sorte trifft man sonst nicht sehr viele in freier Wildbahn :) Ein direkter Erfahrungsaustausch ist aber enorm wichtig um zu erfahren, was denn anderen so auf ihrem Weg widerfahren ist und wie sie damit umgegangen sind, um damit abschätzen zu können, ob auf einen selbst vielleicht ähnliche Gefahren lauern und wie man selbst damit umgehen würde.

Liebe Grüße - und teu teu teu :)
nicole
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Anne-Mette
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Re: TS „ berufliche Outing Strategie?

Post 60 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Abend,
Beim ersten Outing sind eigentlich fast alle, bis auf wenige Ausnahmen, hellauf begeistert, der Mut, voller Respekt, natürlich ist alles in Ordnung, Unterstützungsangebote und so vieles mehr.
Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen am liebsten "unverbindlich" sein, aber trotzdem als tolerant und helfend gelten möchten.
Schwierig wird es, wenn Freundschaft oder ein Arbeitsverhältnis etwas "kostet". Dabei ist es egal, ob es Zeit oder Geld kostet, Unbequemlichkeit hervorruft oder auch nur verlangt, dass manfrau Stellung bezieht.

Gruß
Anne-Mette
Antworten

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