Diskriminierung bei Bewerbungsgespräch
Diskriminierung bei Bewerbungsgespräch

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Anne-Mette
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Diskriminierung bei Bewerbungsgespräch

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

mit dem Titel "Transsexuelle Frau darf verwechselt werden" überschreibt SPON einen Artikel zu einem Arbeitsgerichtsurteil:

http://www.spiegel.de/karriere/berufsle ... 88226.html

Gruß
Anne-Mette
Vivian Cologne
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Re: Diskriminierung bei Bewerbungsgespräch

Post 2 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne »

Das lohnt sich wohl, mal etwas genauer zu recherchieren. Wie so oft bei SPON bleiben alle Fragen offen ...

Wie war denn nun der rechtliche Status der Bewerberin? Frau? Dann braucht sie ihre transsexuelle "Vergangenheit" ja auch nicht zu offenbaren, denn dann ist sie ja eine Frau.

Oder eine Transfrau in der Transition mit noch männlichen Papieren, so wie ich zurzeit? Entsprechend ratlos sind auch die ehrenwerten Kommentaristen unter dem Artikel, die mal wieder alles durcheinanderwerfen. Sind wahrscheinlich alles Männer? Die tun mir fast schon leid...

Das Thema finde ich jedenfalls spannend. Ich bewerbe mich zurzeit auch, eben als transidente Frau. Personaler, die sich Gedanken über Bewerber machen, sollen ja ein richtiges Bild von mir haben, damit sie mich auch einladen. Ob diese Offenheit dazu führt, dass mich niemand einlädt, kann ich euch in ein paar Monaten berichten.

Vivian
Inga
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Re: Diskriminierung bei Bewerbungsgespräch

Post 3 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo,

hm, irgendwie verstehe ich es nicht so recht, warum der Arbeitgeber überhaupt Vorbehalte hat.

Für die Tätigkeit dürfte doch das Geschlecht der Person eh recht egal sein und müsste doch eh geschlechtsneutral ausgeschrieben und besetzt werden.

Liebe Grüße
Inga
Zuletzt geändert von Inga am Di 26. Aug 2014, 22:10, insgesamt 1-mal geändert.
exuserIn-2014-09-26

Re: Diskriminierung bei Bewerbungsgespräch

Post 4 im Thema

Beitrag von exuserIn-2014-09-26 »

Hallo ihr Lieben,

nach Artikelinformation finde ich doch das Sie diskriminiert wurde und hoffe das Sie im Revisionsverfahren Erfolg hat. Eine liebe Freundin von mir hat übrigens endlich den von ihr so erhofften Job bekommen und ist dabei aber auch ganz offensiv mit ihrer Transsexualität bei der Bewerbung umgegangen. In der gleichen Situation würde ich das auch so machen!

LG
Franziska
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Re: Diskriminierung bei Bewerbungsgespräch

Post 5 im Thema

Beitrag von Becky »

Klar wurde sie diskriminiert, oder Volksmundig " Verarscht".

Mir steht die frage im Weg: Hatte sie die VÄ/PÄ schon durch, oder nicht:
... wenn nicht, hätte sie sich ja mit falschem Namen Beworben und hätte sich so Zwangsouten müssen und somit ja "falsche" Daten angegeben. Aber das hätte dann bestimmt im Bericht so gestanden.
... wenn ja, kann sie kein Gesetz der Welt dazu zwingen, zu sagen das sie eine TI ist, das muss jedem selbst überlassen bleiben.
Allerdings spielt für einige in der Welt das Passing eine grosse Rolle, leider größer als das was im Ausweis steht, dieses Demütigende vor die Tür gehen und nachsehen ob denn da eine Frau ist, zeigt lücken im Stealth, was leider nicht jede von uns hinbekommen kann. Das kann leider immer wieder passieren.
Was dann alllerdings der Aussage widerspricht:
Transsexuell? Wussten wir ja nicht

Sowohl die Leiharbeitsfirma als auch der Schmuckvertrieb waren sich keiner Benachteiligung bewusst: Man könne nur dann jemanden wegen seiner Transsexualität diskriminieren, wenn diese auch bekannt sei.
Und somit bin ich dann wieder bei: Klar wurde sie diskriminiert.

LG Rebecca
In der Rocky Horror Show gibt es ein Lied "Don't dream it, be it"
In diesem Motto steckt so viel Weisheit und womöglich auch der Schlüssel zum Glück?
ab08
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Re: Diskriminierung bei Bewerbungsgespräch

Post 6 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo,

natürlich wurde die Frau diskriminiert!! Der Fall ist übrigens recht typisch.
Erstens gibt es Statistiken, die ich jetzt aber für die ewigen Zweifler, die keine Ahnung haben, nicht raussuche ==> Schaut nach bei ATME !
und zweitens kam ich in den letzten Jahren rum. Zahlreiche Transfrauen geraten in berufliche Schwierigkeiten. (Bei Transmännern ist es in der Regel besser.)
Zumindest zeitweise kommt es häufig zu Arbeitslosigkeit und HartzIV. Natürlich hängt alles sehr von der Branche ab.
Betroffene sollten Geduld haben, meist bessert es sich nach einiger Zeit.
Trotzdem bis heute begegnete mir keine, deren finanzielle Lage sich wie bei mir (einige Jahre nach der Transition befördert!) besserte.

Bis 'transsexuell' als zusätzliche Qualifikation im Berufsleben berücksichtigt wird, was objektiv sinnvoll wäre, dauert :wink:
Liebe Grüße
ab
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Anne-Mette
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Re: Diskriminierung bei Bewerbungsgespräch

Post 7 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

bei allem Respekt, aber
die keine Ahnung haben, nicht raussuche ==> Schaut nach bei ATME !
Wenn bei fast jedem Posting ATME genannt wird, dann nervt mich das langsam - und verkehrt die sicherlich gut gemeinte "Reklame" (jedenfalls bei mir)
ins Gegenteil.
"... und die keine Ahnung haben...", dazu fällt mir das ein:
Es wäre auch nett, wenn die vielleicht aus einem anderen Thema entstandene mögliche Verletzung nicht als "schlechte Laune - die Anderen sind doof" auf andere Themen übertragen wird (smili)
"die keine Ahnung haben" das verstehe ich inzwischen fast so: "die eine andere Meinung haben".
Jetzt sage ich auch mal "ATME" (smili)
Sicherlich ist hier viel Ahnung vorhanden und etliche Verdienste der Organisation sind unbestritten, aber ich denke immer noch selbst (smili)
... und eine gewisse Ahnung habe ich wohl auch.

Edit meldet sich noch einmal; ich hoffe, ab, Du liest das noch.
Bis 'transsexuell' als zusätzliche Qualifikation im Berufsleben berücksichtigt wird, was objektiv sinnvoll wäre, dauert
Na, damit wird auch wiederum etlichen Menschen auf die Füße getreten (sicherlich ungewollt).
Für viele Menschen ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem sie nicht mehr transsexuell sind, sondern sie fühlen sich "im angestrebten Geschlecht angekommen".
Sie verabschieden sich in vielen Fällen aus SHGs, Foren usw. und wollen "nur noch ganz Frau/Mann sein". Sie wollen sich auch nicht mehr offenbaren.
Zeugnisse werden umgeschrieben, sie treten ganz als "angekommene Person" auf - und wehe, da gibt es mal eine (kritische) Frage...

Wenn wir viel offener mit unserem Geschlecht umgehen könnten, was wir ja an anderer Stelle diskutieren (smili) - dann wäre es sicherlich gut, wenn man frei und offen dazu stehen könnte, wer man ist.
Ich habe mit meiner besseren Qualifikation als Inter*-Mensch leider Schiffbruch erlitten, als ich mich als Gleichstellungsbeauftragte beworben habe...

Gruß
Anne-Mette
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Re: Diskriminierung bei Bewerbungsgespräch

Post 8 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

sicher wird es einer/m gerade im Berufsleben erschwert, wenn TS vorliegt. Nicht immer kann ich Ablehnungsgründe bei einer Bewerbung nachvollziehen, da immer so schöne Standartantworten wohlwollend verschickt werden. Eine andere Frage stellt sich mir aber. Wieviel Zeit ist vom Eingang der Berwebung und dem Vorstellungsgespräch vergangen. Bei meinem eigene Bewerbungsmaraton hatte ich Zeiten, in denen ein halbes Jahr und mehr vergangen war, bis ich eine Antwort oder Einladung erhielt. In dieser Zeit passiert natürlich einiges. Die VÄ/PÄwar beantragt, und ist in der Zeit erfolgreich abgeschlossen. Die Bewerbungunterlagen sind nicht mehr aktuell. Auch habe ich festgestellt, diese Unterlagen werden manchmal nur flüchtig betrachtet. Der Arbeitgeber hat feste Vorstellung, wer in seinem Betrieb passt. Probleme, wie sie TS mit sich bringt. Sei es im Kollegenkreis, die Frage von Umkleidemöglichkeiten und Toiletten(männlein oder weiblein), will er sich ersparen. Da TS auch keine Behinderung im Sinn des Behindertengesetzes ist, in größeren Betrieben sind eine bestimmte Anzahl an Arbeitsplätzen, die genauen Zahl kenne ich nicht, für Behinderte einzurichten oder eine Abgabe zu zahlen, besteht kein Rechtsanspruch. So finde ich ist es schwer bei einem Gerichtsverfahren den Nachweiß zu erbringen, auf Grund seine TS die Arbeit nich bekommen zu haben. Selten lehnen sich Arbeitgeber so weit aus den Fenster, dass sie angreifbar sind. Meist wird ein Nichteignung, fehlende Qualifikation oder große Anzahl an Bewerbern genannt.

LG Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Re: Diskriminierung bei Bewerbungsgespräch

Post 9 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Magdalena hat geschrieben:Hallo,

sicher wird es einer/m gerade im Berufsleben erschwert, wenn TS vorliegt.
Hm, bin etwas am zweifeln ob das auch für alle Arbeitsgebiete gültig ist. Zumindest im Bereich des Öffentlichen Dienstes bzw. im Beamtentum gibts bei Transsexualität kaum noch Probleme mit Einstellung und oder Beförderung. Ich kenne zwei Kolleginnen die heuer als Beamtin befördert wurden und ebenso transsexuell leben wie ich (also ohne OP). Eine arbeitet in einem Finanzamt und die zweite bei der Kripo.
lg
Chrissie
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Re: Diskriminierung bei Bewerbungsgespräch

Post 10 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo Dornröschen,

sicher ist es von Region und Arbeitgebern unterschiedlich. Wenn es keinen Einfluss auf die Qualität der Arbeit und die Tolleranz im Team vorhanden ist, so es schön für die Kolleginnen. Leider aber kenne ich es aber anders. Da wird schon gemoppt, wenn man einen andern Lebensweg wählt als die Mehrheit(Ehepartner und mindesten 2Kinder). Keiner sagt es direkt, was ich besonders schlimm finde. Es soll aber keine Verallgemeinerung sein. Es sind wie du schreibst auch positive Arbeitgeber in Sachen TS schon weiter. Bei andern aber ist man oft dann der//dieSchwächte im Team und geht als erste/r. Bei einer neuen Einladung im Zuge einer Bewerbung immer das sich erklären und rechtfertigen müssen, kann frusttriernd sein.

LG Magdalena
Lebe jeden Tag.
ReaGirl

Re: Diskriminierung bei Bewerbungsgespräch

Post 11 im Thema

Beitrag von ReaGirl »

Dornröschen hat geschrieben:
Magdalena hat geschrieben:Hallo,

sicher wird es einer/m gerade im Berufsleben erschwert, wenn TS vorliegt.
Hm, bin etwas am zweifeln ob das auch für alle Arbeitsgebiete gültig ist. Zumindest im Bereich des Öffentlichen Dienstes bzw. im Beamtentum gibts bei Transsexualität kaum noch Probleme mit Einstellung und oder Beförderung. Ich kenne zwei Kolleginnen die heuer als Beamtin befördert wurden und ebenso transsexuell leben wie ich (also ohne OP). Eine arbeitet in einem Finanzamt und die zweite bei der Kripo.
lg
Chrissie
Das mit dem öffentlichen Dienst kann ich hierzulande auch bestätigen. Da gibts keine Probs und ne TS/CD odg. (noch net mit ihr/ihm "darüber" gesprochen weil sie/er sich sehr männlich benimmt) sitzt max 20m luftlinie von mir weg ^^ Mit Blicken gemustert wurde ich aber letztens ganz genau von Kopf bis Fuss, weil ich daneben ne technische Störung zu erledigen hatte, die hat sicher sone Vorahnung *grins*

Ich denk aber das hat auch viel damit zu tun, das öffentliche Unternehmen, behörden staats/gesetzesnäher sind, und damit der Umgang mit Menschen ein anderer ist. Persönlicher Groll eines einzelnen Kollegen vielleicht ausgenommen. Aber in der Regel sind zwar manche bissl grantig wasi gut nachvollziehen kann, aber dennoch von der Grundeinstellung normal und net so schubladenhaft wie in einer autowerkstatt odg.
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