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Österreich: Ehe„Aufhebung wg. verschwiegener Trans*

Verfasst: Mo 4. Aug 2014, 06:56
von Anne-Mette
Moin,

bitte nicht schlagen wegen der Formulieren (smili)

"Mann muss vor Ehe sagen, wenn er Frau sein will" heißt es in der Einleitung: http://diepresse.com/home/recht/rechtal ... -sein-will

Gruß
Anne-Mette

Re: Österreich: Ehe„Aufhebung wg. verschwiegener Trans*

Verfasst: Mo 4. Aug 2014, 11:21
von ab08
Unabhängig von der Rechtslage, deckt sich mein eigenes Rechtsempfinden damit.
Zu Beginn unserer Beziehung informierte ich die Partnerin. Über viele Jahre war sie, außer mir, die einzige, die Bescheid wußte.
Dass sie es zunächst nicht wahrhaben wollte + Als sie merkte, dass es stimmt, es deswegen zur Trennung kam, steht auf einem anderen Blatt.

Re: Österreich: Ehe„Aufhebung wg. verschwiegener Trans*

Verfasst: Mo 4. Aug 2014, 12:04
von steffiSH
ich denke mal die Frau trifft keine Schuld was kann sie dafür das ihr Mann plötzlich eine Frau sein will? Aber auch "arglistige Täuschung" kann man dem Mann nicht vorwerfen. Ein Mensch ist ja kein Roboter der einmal hergestellt wird und dann immer so bleibt. Also absichtlich wollte keiner dem Anderen Schaden zufügen und deswegen gibt es auch keinen Schuldigen - ist halt einfach nur dumm gelaufen.

Re: Österreich: Ehe„Aufhebung wg. verschwiegener Trans*

Verfasst: Mo 4. Aug 2014, 12:13
von Anne-Mette
Moin,

ich würde sagen: "... es kommt darauf an...".

Mir sind relativ viele Menschen bekannt, die sich erst recht spät Ihrer Transsexualität bewusst wurden.
Wenn man sie am Anfang einer langfristigen Beziehung gefragt hätte, wäre die Antwort u.U. gewesen: "Ich doch nicht!"
oder "weiß ich nicht"...

Gruß
Anne-Mette

Re: Österreich: Ehe„Aufhebung wg. verschwiegener Trans*

Verfasst: Mo 4. Aug 2014, 12:33
von Vivian Cologne
Hm, den Zusammenhang zwischen einer Liebesbeziehung und dem juristischen "Tatbestand" Ehe fand ich schon immer schwierig - auch deshalb war ich wohl nie verheiratet. Das ist für mich überkommener Schmonzes aus vergangenen Zeiten gewesen. Ich betone: Das ist meine persönliche Meinung, und ich möchte damit niemanden hier im Forum herabwürdigen oder beleidigen!

Insofern finde ich, dass es meist keinen Schuldigen beim Auseinanderbrechen einer Beziehung gibt, sondern da passte etwas nicht zusammen. Manchmal hält man den Partner plötzlich für ein Schwein und war anscheinend voher blind vor Liebe ...

Arglistige Täuschung wegen verschwiegener Geschlechtsidentität finde ich schon arg weit hergeholt. Ich selber war auch viele Male in meinem Leben nicht sicher, was das Richtige für mich ist - oder ob ich der Richtige für meine Partnerin bin.

Zu den Formulierungen in der Meldung schreibe ich nix, liebe Anne-Mette - ich habe nur ein paarmal gelacht.

Vivian, die zurzeit mit Xing um ihren Namen kämpft (OT)

Re: Österreich: Ehe„Aufhebung wg. verschwiegener Trans*

Verfasst: Di 5. Aug 2014, 08:19
von Magdalena
Hallo!

Es ist schon für einen Betroffenen nicht immer leicht. Man ist sich selbst am Anfang nicht sicher. Dabei nun im Nachgang von arglistiger Täuschung zu sprechen finde ich hart. Das es aber auch für den Partner nicht leicht ist, klar. Und wenn beide damit nicht zurecht kommen, wäre eine Trennung wie bei anderen Paaren auch verständlich, ohne gleich nach Schuld zu suchen.

LG Magdalena

Re: Österreich: Ehe„Aufhebung wg. verschwiegener Trans*

Verfasst: Mi 20. Aug 2014, 12:56
von Ulrike-Marisa
Moin,

...ich kenne die Problematik als Betroffener Mensch aus eigener Anschauung. Meine Frau hat mir beim Outing genau das nach 33 Jahren Beziehung vorgeworfen. Das trifft aber nicht den Kern und so habe ich das zurückgewiesen, denn damals war das für mich ein Thema ganz hinten versteckt im Unterbewusstsein - der schon kindliche Traum und Wunsch ein Mädchen zu sein war immer da - und unerreichbar, undiskutierbar. Ich habe eine männliche Sozialisation durchlebt und immer versucht, ein ganz normaler Mensch zu sein, was ja auch in gewisser Weise geklappt hat; ich habe auch Familie und Kinder. Erst durch das Forum und das Internet mit seinen Informationsmöglichkeiten habe ich meinen heutigen Bewusstseinsstand errreicht, der es mir erst ermöglichte, mich konkret zu meinen weiblichen Gefühlen und Wünschen zu bekennen und diese in mein tägliches Leben zu lassen. Dadurch ist das Leben für meine Frau, die genau diese meine heutigen Gefühle negiert und nicht akzeptieren kann und will, und für mich wahrlich nicht einfacher geworden. So versuchen wir dennoch, Wege zu finden, die ein dauerhaftes Zusammenleben in Freundschaft auch in Zukunft ermöglichen, ohne den Partner zu weit zu belasten - auch weiterhin schwierig; geht aber für mich aushaltbar, indem ich meine Freiräume nutze und in der näheren Umgebung nicht öffentlich als Frau auftrete, als ein Lösungsansatz für das Problem.

LG, Ulrike-Marisa (flo)

Re: Österreich: Ehe„Aufhebung wg. verschwiegener Trans*

Verfasst: Mi 20. Aug 2014, 22:27
von Marielle
Guten Abend zusammen,
und dem juristischen "Tatbestand" Ehe
sehr schöne Formulierung Vivian; die möchte ich mir für passende Gelegenheiten gern borgen.

Eine Eheschliessung ist sicherlich etwas anderes als eine Einladung zum Kaffee. Was da aber oft an Erwartungen, Hoffnungen und Wünschen aufgesattelt wird, kann ich auch nicht wirklich verstehen. Und gleich gar nicht, dass daraus besondere Rechte bzw. gar eine 'arglistige Täuschung' hergeleitet werden. Vielleicht hat das damit zu tun, dass die 'Ehe' doch noch oft als Versorgungsmodell auf Gegenseitigkeit angesehen wird (ohne das dies jemand so sagen würde), anstatt es als Institutionalisierung eines gleichberechtigtigten 'Teams' zu sehen.

liebe Grüsse

Marielle