Jane und Paul Bowles. Leben ohne anzuhalten
Verfasst: Fr 15. Jan 2010, 06:23
Winterzeit - Lesezeit?
Jens Rosteck
Jane und Paul Bowles. Leben ohne anzuhalten
Goldmann, München 2005. 670 S., 24,90 €
Zur Legende wurden sie nur gemeinsam
Wie eine Paarbiografie an einem sehr gemischten Doppel beides zeigt — einen Mann, der sich selbst überlebt, und eine Frau, die vor die Hunde geht
Kaum etwas in der fünfunddreißigjährigen Ehe von Jane und Paul Bowles verlief so unspektakulär wie ihre Hochzeit am 21. Febru-ar 1938 in Manhattan. Nur drei Gäste hätten die Trauung verfolgt, schreibt der Musik- und Literaturwissenschaftler Jens Rosteck in seiner Biograï¬e dieses sehr gemischten Doppels: Pauls Eltern Rena und Claude Bowles und Janes verwitwete Mutter Claire Auer. Und das war wohl auch gut so, denn weitere Gäste hät-ten die Feier als bürgerliche Farce entlarvt. Da heiratete nicht nur der 1910 geborene Sohn eines neuenglischen Zahnarztes eine körperbehinderte jüdische Halbwaise, da gaben sich auch ein diskreter Homosexueller und eine kapriziöse Lesbe das Jawort.
Was das nun wieder sollte, werden sich viele Freunde und Freundinnen des Paars gefragt haben — sowohl in Kreisen der -«gay composers-», in denen Paul seine Kar-rie--re als Tonsetzer machte, als auch in den New Yorker Lesben-Bars, die schon die minderjährige Jane heftigst frequentiert hatte. Doch die von Virgil Thomson doppelsinnig als -«queer marriage-» — als merkwürdige Schwu-len-Ehe — bezeichnete Beziehung sollte ganz traditionell erst durch Janes Tod im Jahre 1973 geschieden werden. Höhen und Tiefen dieser Beziehung werden durch die sparsamen, aber gut ausgewählten Illustrationen von Rostecks faszinierender Doppelbiograï¬e schlaglichtartig beleuchtet.
Jens Rosteck
Jane und Paul Bowles. Leben ohne anzuhalten
Goldmann, München 2005. 670 S., 24,90 €
Zur Legende wurden sie nur gemeinsam
Wie eine Paarbiografie an einem sehr gemischten Doppel beides zeigt — einen Mann, der sich selbst überlebt, und eine Frau, die vor die Hunde geht
Kaum etwas in der fünfunddreißigjährigen Ehe von Jane und Paul Bowles verlief so unspektakulär wie ihre Hochzeit am 21. Febru-ar 1938 in Manhattan. Nur drei Gäste hätten die Trauung verfolgt, schreibt der Musik- und Literaturwissenschaftler Jens Rosteck in seiner Biograï¬e dieses sehr gemischten Doppels: Pauls Eltern Rena und Claude Bowles und Janes verwitwete Mutter Claire Auer. Und das war wohl auch gut so, denn weitere Gäste hät-ten die Feier als bürgerliche Farce entlarvt. Da heiratete nicht nur der 1910 geborene Sohn eines neuenglischen Zahnarztes eine körperbehinderte jüdische Halbwaise, da gaben sich auch ein diskreter Homosexueller und eine kapriziöse Lesbe das Jawort.
Was das nun wieder sollte, werden sich viele Freunde und Freundinnen des Paars gefragt haben — sowohl in Kreisen der -«gay composers-», in denen Paul seine Kar-rie--re als Tonsetzer machte, als auch in den New Yorker Lesben-Bars, die schon die minderjährige Jane heftigst frequentiert hatte. Doch die von Virgil Thomson doppelsinnig als -«queer marriage-» — als merkwürdige Schwu-len-Ehe — bezeichnete Beziehung sollte ganz traditionell erst durch Janes Tod im Jahre 1973 geschieden werden. Höhen und Tiefen dieser Beziehung werden durch die sparsamen, aber gut ausgewählten Illustrationen von Rostecks faszinierender Doppelbiograï¬e schlaglichtartig beleuchtet.