Aus dem Gefühlsleben einer Partnerin (MEL's Frau)
Verfasst: Sa 9. Nov 2013, 17:48
Vorwort: Die nachfolgenden Zeilen entstammen dem Gedankengut von MEL's Frau und
sind in ihrem Namen von mir hier niedergeschrieben, da sie selbst hier nicht ange-
meldet ist und bis dato nur passiv teilnahm bzw. durch mich, MEL, den ein oder anderen
Gedanken oder Kommentar abgab.
Moin und Hallo liebe Leserinnen und Leser,
heute möchte ich mal aus der Sicht einer biologischen Frau, langjährigen Ehepartnerin und seit nunmehr 2 Jahren - unvorhergesehenes Outing - auch Wegbegleiterin eines Crossdresser /Transvestiten schildern, mit welchen Eindrücken und Gefühlen eine solche Verbindung subjektiv gesehen einhergeht.
Auslöser dieser Zeilen war ein Gespräch zwischen mir und meinem Mann / MEL, dass wir vor kurzem während unseres Kurzurlaubs in Celle geführt haben.
Da ich meinen Mann in seiner Veranlagung voll unterstützte, bieten solche Urlaube dann auch Gelegenheit, die "Frau in ihm" auch auszuleben.
So auch dieses Mal. Von den insgesamt 5 Tagen war einer komplett für MEL geplant, einschl. Ausflüge ins Celler Umland, Spaziergang in der Heide nebst Besuch eines überregional und aus dem NDR-TV bekannten und demzufolge gut besuchten Scheunen-Cafe, dem folgte die Besichtigung eines der größten Orchideen-Zuchtanlagen Europas sowie am Abend ein Restaurantbesuch.
Nach dem Frühstück hatten sich mein Mann und ich im Hotel zurecht gemacht und gegen Mittag verließen dann 2 Damen das Zimmer - in direkter Sichtweite zur Rezeption - , in dem eigentlich ein ganz "normales" Ehepaar Quartier bezogen und es als solches auch betreten hatte! Wir haben dann allerdings durch den Nebenausgang das Hotel verlassen, anstatt direkt an der Rezeption vorbei.
Die Entscheidung hierüber wie auch sonstige Festlegung von Grenzen, wie weit MEL in Erscheinung und gegenüber ihren Mitmenschen auftreten bzw. wo und wie nahe sie diesen kommen will, überlasse ich ihm/ihr. Natürlich sprechen wir schon vorab die grobe Gestaltung des Tages ab und haben auch im Nachhinein darüber gesprochen, wie die ein oder andere Situation von den Mitmenschen aufgenommen wurde oder aber warum MEL sich so und nicht anders verhalten hat! Also hier im konkreten Fall beim Verlassen des Hotels nicht direkt an der Rezeption vorbei und dem Inhaber noch einen schönen Tag gewünscht?! Also ich sage MEL jedes Mal, das musst du entscheiden, denn du weißt doch, dass ich voll hinter dir stehe und kein Problem damit habe! Zumindest in dieser Situation nicht!! Aber ich will mich jetzt hier auch nicht in Details und Schilderung dieses wirklich schönen "Frauentags" verlieren.
Ein Highlight war der Besuch des Scheunencafe "Ole Müllern Schün" in Müden/Örtze mit riesigen Tortenstücken und ganz netten Bedienungen, die auf unseren Wunsch auch ein Foto von uns Beiden Hübschen machte.
Ein weiteres Schmankerl war der Besuch der Orchideenzucht am Freitagnachmittag, wo wir in einem Treibhaus phantastische Pflanzen bewundern konnten. Aber das Besondere daran war der Umstand, dass außer uns und 2-3 Bediensteten nur 2 weitere Ehepaare dort anwesend waren und - welch ein Zufall - diese Hotelgäste und Tischnachbarn am Morgen gewesen waren! So gesehen gab es für diese Vier noch ein ganz besonderes Pflänz'chen zu bestaunen und man/Frau lief sich dort im Treibhaus zwangsläufig mehrfach über den Weg, da es draußen gerade schüttete wie aus Eimern und nur ein Ausstellungsraum von knapp 100 m-² zur Verfügung stand.
Also da waren schon einige Fragezeichen bei den Vieren auszumachen und einer Dame musste es MEL besonders angetan haben, zumindest suchte diese mehrfach MEL's Nähe, so rein zufällig! Aber dies amüsierte uns eigentlich mehr, als dass es uns belastete! Zumindest dürften nicht nur die Orchideen den Vieren Gesprächsstoff beim Verlassen der Anlage geliefert haben.
Kurzum, es war ein rundum gelungener Tag der mit einem leckeren Essen in einem mexikanischen Steakhaus endete, das an diesem Freitagabend mehr als gut besucht war!
Mir persönlich tut es gut, wenn ich merke, dass es für MEL ein schöner Tag war, er/sie sich wohl gefühlt hat und wir somit einen harmonischen Frauentag verbringen konnten. Wenn ich sehe, dass seine Augen leuchten und er glücklich ist, dann erfüllt es auch mich mit Freude. Dies führte dann auch dazu, dass ich ihm an jenem Abend vorschlug, noch einen weiteren MEL-Tag am Samstag einzulegen, wenn er dies denn möchte. Er freute sich ob dieses Angebots, wollte dies aber lageabhängig erst am kommenden Morgen entscheiden.
Und wir nahmen dann bei unserer Rückkehr auch den Haupteingang des Hotels und trafen dabei erneut auf die Vier vom Nachmittag, die es sich noch in dem Frühstücksraum gemütlich gemacht hatten und dort bei einem Schlummertrunk zusammen saßen!
Am nächsten Morgen gingen wir ganz normal als Männlein/Weiblein zum Frühstück und trafen auch dort wieder auf die besagten Vier, die allerdings schon bei den Abreisevorbereitungen waren. Kurz danach waren wir mit dem Hotelinhaber allein, der sich auch um das Frühstück seiner Gäste kümmerte. Da dieser meinen Mann äh MEL gestern Abend bei der Rückkehr ins Hotel kurz erblickt hatte, sprach mein Mann ihn nun am Morgen danach auch darauf an, "ob wir ihn ob des Anblicks zweier Frauen" auf dem Weg zum Zimmer aus der Fassung gebracht hätten?! Seine Antwort: Nöh, er habe nur kurz gestutzt und nach einem ach so sich anschließend keine weiteren Gedanken darum gemacht. Mein Mann bot ihm an, gerne Fragen zu beantworten und wies darauf hin, dass da nun mal 2 Seelen in seiner Brust schlummern! Aber der Hotelier sagte nur, kein Problem und er sah offenkundig auch keinen weiteren Gesprächsbedarf in dieser Richtung.
Da mein Mann für die Verwandlung in MEL immer noch eine geraume Zeit benötigt (bis zu 2 Std.) und dem Hotelservice Gelegenheit für die Zimmerreinigung gegeben werden sollte, entschieden wir, dass wir nur den Samstagnachmittag als Frauen losziehen wollten. Als Vorhaben stand ein Besuch der Ernst-August-Galerie in Hannover, einer shopping-mall auf dem Programm. Wir verbrachten den Vormittag in Celle und kehrten dann ins Hotel zurück, damit mein Mann sich umstylen konnte.
Nachdem ich ihm zu Beginn - sprich kurz nach seinem outing - beim Schminken sehr behilflich war und ihm auch vielerlei Ratschläge bezüglich Kleidungswahl/Schmuck etc. gegeben habe, überlasse ich es nun weitestgehend ihm selbst und beschränke mich auf beratende Funktion. Denn er/sie soll es ja auch lernen und dabei ihren eigenen Stil finden. Dass es dies auch kann, hat er schon bewiesen und es wird auch von mal zu mal besser und nur so wird sich auch eine gewisse Routine und damit auch Schnelligkeit einstellen. Aus Gesprächen bei Treffen mit anderen Partnerinnen weiß ich, dass diese den gleichen Standpunkt vertreten und ihre Männer/Frauen gut damit zu Recht kommen. Bei einem dieser Treffen haben wir ja auch schon an einem Schminkkurs teilgenommen. Selbstverständlich biete ich ihm jedes Mal und auch während seines Zurechtmachens meine Unterstützung an und wenn es dann beim Schminken mal nicht so klappt, kann er auf meine (begrenzte, da selten geschminkt) Erfahrung zurückgreifen. Aber oftmals klappt es nicht so, wie er sich das vorstellt und dann wird er ungehalten. Und jedes Mal biete ich ihm dann an, "soll ich dir helfen?" Aber nein, er will es dann allein versuchen und strebt dabei das perfekte Ergebnis an!
Und hier kommen wir zu einem Punkt, der mich an der Sache mitunter fürchterlich nervt! Man muss wissen, dass mein Partner schon als Mann außerordentlich gewissenhaft, Ordnungsliebend und sehr auf sein Äußeres bedacht ist. Er verlangt von sich selbst eigentlich immer 100Prozent und versucht das auch auf andere zu übertragen, und das gilt in diesem Fall auch für das Erscheinungsbild von MEL.
Und wenn er dann fertig ist, dann frage ich ihn / SIE immer beim Blick in den Spiegel: "Na, wer schaut dich da an? R... oder MEL?" und wenn dann ein überzeugendes MEL kommt, dann weiß ich, dass wir beruhigt losziehen können.
Aber mit dieser Verwandlung in MEL geht auch eine innerliche Wandlung meines Partners von statten, er wirkt dann auf mich wie ausgewechselt.
Er ist sonst als männlicher Partner überaus besorgt um mich und mein Wohlbefinden, achtet auf mein Aussehen, ja ist eben fürsorgender Ehemann. Sobald er MEL ist, hat sie - nach meinem Empfinden - nur noch Augen für sich selbst, zupft hier und zupft da, fragt mich sitzt dieses oder jenes richtig usw., aber wie ich dann aussehe oder wie es mir geht, das scheint dann nicht mehr von Belang. Da dreht sich dann alles nur noch um MEL und das tut mir weh und macht mir zu schaffen. Da fühlte ich mich dann zurück gesetzt.
Dabei unterstützte ich ihn eigentlich in jeder Beziehung, bin mit ihm schon wenige Wochen nach seinem outing Bekleidung und Schminkutensilien für MEL kaufen gegangen, nach 5 Monaten sind wir das erste Mal als Frauen in der Öffentlichkeit unterwegs gewesen und bereits nach 8 Monaten waren wir gemeinsam auf unserem ersten Treffen mit seines Gleichen und teils deren Partnerinnen. Da bin ich teilweise über mich selbst erstaunt, mit welcher Schnelligkeit aber auch Leichtigkeit ich diese Hürden genommen habe, die rückblickend eigentlich keine waren.
Natürlich war ich im Moment der Offenbarung durch meinen Mann im Dezember 2011 erst mal wie vor den Kopf geschlagen und hätte mir in den ersten Tagen danach nicht träumen lassen, dass sich das Ganze mal so entwickelt. Aber mit den vielen Gesprächen und auch Dank der Foren, die mir mein Mann dann zeigte, konnte ich mich intensiver mit der mir bis dato doch ziemlich fremden Materie auseinander setzen und lernen, damit umzugehen. Ich denke, dass mir da meine grundsätzlich offene Haltung zu Lebewesen und all ihren Verhaltensmustern entgegen gekommen ist, frei nach dem Motto: "Jedem Tierchen sein Pläsierchen"! Aber wenn man/Frau dann doch direkt betroffen ist, dann ist das schon etwas anderes.
Mein Mann/MEL liest mir öfter Beiträge hier aus dem Forum vor und es ist ja nun mal so, dass Beiträge von biologischen Frauen/Partnerinnen hier weitaus seltener vertreten sind, zumal auch nur wenige dieser Frauen hier einen eigenen account/Nicknamen haben. Dies hat mich dann dazu bewogen, zumal MEL mir hier zugeredet hat, hier diesen Beitrag zu verfassen.
So wird von CD/TV/Transs., die in einer partnerschaftlichen Beziehung mit einer biolog. Frau leben und sich ihr gegenüber erfolgreich geoutet haben, mitunter geschildert, dass ihrer Partnerinnen wider Erwarten gut damit zu Recht kämen und eigentlich alles Friede Freude Eierkuchen sei!
Also ich für mein Teil muss sagen, ich habe vor mehr als 30 Jahren eine Ehe mit einem gut aussehenden jungen Mann geschlossen, mit dem ich 2 Kinder groß gezogen und eine glückliche und harmonische Beziehung pflegte und pflege, wenn auch der Familienalltag nicht immer einfach war und so manche Herausforderung für uns bereit hielt und auch noch hält! So, und dann erfährst du mehr oder weniger zufällig, dass dein Mann eine zweite, eben feminine Seite hat, die er teilweise heimlich auslebt.
Auf die Schilderung dieses Outings will ich hier verzichten, da dies MEL in einem ausführlichen Beitrag seinerzeit schon getan hat. Klar, ich wusste schon seit Jahren, dass er ein Faible für das feine Garn hat und auch selbst Feinstrumpfhosen trug. Und ja, er geht stundenlang und mit wachsender Begeisterung shoppen, hatte vor Jahren schon mal eine Freundin von uns von Kopf bis Fuß eingekleidet, da ihr Mann da absolut nix für übrig hatte! Auch wenn er mit mir loszog, brauchte ich mich mehr oder weniger nur in eine Umkleidekabine stellen und er schleppte dann die Sachen zum Anprobieren für mich an.
Körperpflege war schon immer ein großes Thema für ihn und er brauchte auch als Mann doppelt so lange im Bad wie ich.
Auch im Haushalt ist er eine große Stütze und es gibt eigentlich nichts, was er nicht macht, vom Bügeln mal abgesehen.
Und Gefühle zeigen ist auch kein Fremdwort für ihn. So gesehen, kam ihm seinerzeit die Begrifflichkeit Metrosexuell schon sehr entgegen.
Aber cross-dressing, das ist da schon ein anderes Kaliber!
Nun, ich habe es mittlerweile nicht nur als eine Seite meines Mannes akzeptiert, nein ich unterstütze ihn und bin entschlossen, den Weg weiter mit ihm/ihr zu gehen, wie auch immer sich das Ganze noch entwickeln wird. Wir/er hat entschieden, dass es im näheren Familien- und Bekannten-kreis (vorerst?) kein Outing geben wird und demzufolge die Möglichkeiten, MEL außerhalb der eigenen 4 Wände auszuleben, sehr begrenzt sind.
Aber ich will auch nicht verhehlen, dass es bei mir Phasen des Grübelns gibt, wo ich mich frage, warum musste Dir DAS passieren?! Nicht, dass man/Frau nicht weltoffen wäre, siehe mein obiges Motto, aber es muss doch nicht gleich der eigene Mann sein!
Und dann muss man sich den Kerl fertig gestylt mal ansehen, im Besonderen wenn er/sie mal in den eigenen 4 Wänden nur in Feinstrümpfen, Mini und Heels bekleidet rum hüpft, da muss Frau doch neidisch werden ob dieser Beine. Gerade wenn man selbst nicht mit den Attributen einer klassischen Schönheit beglückt wurde, schmerzt dieses mitunter umso mehr.
Und dann gibt es ja auch Tage, da ist man selbst manchmal auch nicht gut drauf, mag nicht schon wieder mit diesem Thema konfrontiert werden, wünscht sich einfach nur mal vom Partner in den Arm genommen zu werden, anstatt mit ihm in irgendwelchen Katalogen schöne Sachen für dessen weibliche Seite rauszusuchen oder das Neueste aus den spezifischen Foren zu erfahren.
Also, zusammenfassend ist aus meiner Sicht nun zu sagen:
Ja, Frau kann auch mit einem crossdresser an der Seite glücklich sein. Es bedarf dazu aber einer großen beiderseitigen Rücksichtnahme, mehr als in jeder anderen Beziehung. Und gerade dann, wenn der Partner seine feminine Seite auch außerhalb der 4 Wände ausleben will, stellt dies aufgrund der derzeit noch vorhandenen gesellschaftlichen Ressentiments eine besondere Herausforderung dar.
Denn man(n)/Frau sollte sich nichts vor machen, die wenigsten CD/TV verfügen von ihrer biologischen Veranlagung her bereits über so viel feminine Attribute und weiblich/weiche Gesichtszüge, dass es nur ein wenig Farbe und ein paar Pinselstrichen bedürfte, dass Sie zweifelsfrei als Frau durchgehen. Dies im Besonderen, wenn man(n)/Frau sich in der zweiten Lebenshälfte befindet, wo wir - MEL und ich - uns mit Mitte Fünfzig schon lange und deutlich drin bewegen.
Aber wenn man(n)/Frau bei all den geschilderten Blickwinkeln eins im Auge behält, es ist noch immer der gleiche Mensch, mit all seinen Charakterzügen und Wesensmerkmalen - unabhängig von Äußerlichkeiten wie Kleidung und Schminke - eben der gute Freund, Partner, Ehemann und Familienvater, den Frau seinerzeit aus Liebe erwählte.
Und wo die Liebe stark genug ist, da hält sie auch noch die neue Freundin an ihrer Seite aus!
Ganz wichtig zum Schluss:
REDEN, REDEN, REDEN, eben ständig im Dialog bleiben und den Partner mitnehmen, das gilt in
guten wie auch in schlechteren Zeiten!
Schönes Wochenende wünscht Euch
Tut-Mel-gut (= MEL 's Ehefrau)
hier ein Foto von uns Beiden im Scheunen-Cafe
Klappt leider nicht ??! Werden Fotos in die Galerie stellen!
sind in ihrem Namen von mir hier niedergeschrieben, da sie selbst hier nicht ange-
meldet ist und bis dato nur passiv teilnahm bzw. durch mich, MEL, den ein oder anderen
Gedanken oder Kommentar abgab.
Moin und Hallo liebe Leserinnen und Leser,
heute möchte ich mal aus der Sicht einer biologischen Frau, langjährigen Ehepartnerin und seit nunmehr 2 Jahren - unvorhergesehenes Outing - auch Wegbegleiterin eines Crossdresser /Transvestiten schildern, mit welchen Eindrücken und Gefühlen eine solche Verbindung subjektiv gesehen einhergeht.
Auslöser dieser Zeilen war ein Gespräch zwischen mir und meinem Mann / MEL, dass wir vor kurzem während unseres Kurzurlaubs in Celle geführt haben.
Da ich meinen Mann in seiner Veranlagung voll unterstützte, bieten solche Urlaube dann auch Gelegenheit, die "Frau in ihm" auch auszuleben.
So auch dieses Mal. Von den insgesamt 5 Tagen war einer komplett für MEL geplant, einschl. Ausflüge ins Celler Umland, Spaziergang in der Heide nebst Besuch eines überregional und aus dem NDR-TV bekannten und demzufolge gut besuchten Scheunen-Cafe, dem folgte die Besichtigung eines der größten Orchideen-Zuchtanlagen Europas sowie am Abend ein Restaurantbesuch.
Nach dem Frühstück hatten sich mein Mann und ich im Hotel zurecht gemacht und gegen Mittag verließen dann 2 Damen das Zimmer - in direkter Sichtweite zur Rezeption - , in dem eigentlich ein ganz "normales" Ehepaar Quartier bezogen und es als solches auch betreten hatte! Wir haben dann allerdings durch den Nebenausgang das Hotel verlassen, anstatt direkt an der Rezeption vorbei.
Die Entscheidung hierüber wie auch sonstige Festlegung von Grenzen, wie weit MEL in Erscheinung und gegenüber ihren Mitmenschen auftreten bzw. wo und wie nahe sie diesen kommen will, überlasse ich ihm/ihr. Natürlich sprechen wir schon vorab die grobe Gestaltung des Tages ab und haben auch im Nachhinein darüber gesprochen, wie die ein oder andere Situation von den Mitmenschen aufgenommen wurde oder aber warum MEL sich so und nicht anders verhalten hat! Also hier im konkreten Fall beim Verlassen des Hotels nicht direkt an der Rezeption vorbei und dem Inhaber noch einen schönen Tag gewünscht?! Also ich sage MEL jedes Mal, das musst du entscheiden, denn du weißt doch, dass ich voll hinter dir stehe und kein Problem damit habe! Zumindest in dieser Situation nicht!! Aber ich will mich jetzt hier auch nicht in Details und Schilderung dieses wirklich schönen "Frauentags" verlieren.
Ein Highlight war der Besuch des Scheunencafe "Ole Müllern Schün" in Müden/Örtze mit riesigen Tortenstücken und ganz netten Bedienungen, die auf unseren Wunsch auch ein Foto von uns Beiden Hübschen machte.
Ein weiteres Schmankerl war der Besuch der Orchideenzucht am Freitagnachmittag, wo wir in einem Treibhaus phantastische Pflanzen bewundern konnten. Aber das Besondere daran war der Umstand, dass außer uns und 2-3 Bediensteten nur 2 weitere Ehepaare dort anwesend waren und - welch ein Zufall - diese Hotelgäste und Tischnachbarn am Morgen gewesen waren! So gesehen gab es für diese Vier noch ein ganz besonderes Pflänz'chen zu bestaunen und man/Frau lief sich dort im Treibhaus zwangsläufig mehrfach über den Weg, da es draußen gerade schüttete wie aus Eimern und nur ein Ausstellungsraum von knapp 100 m-² zur Verfügung stand.
Also da waren schon einige Fragezeichen bei den Vieren auszumachen und einer Dame musste es MEL besonders angetan haben, zumindest suchte diese mehrfach MEL's Nähe, so rein zufällig! Aber dies amüsierte uns eigentlich mehr, als dass es uns belastete! Zumindest dürften nicht nur die Orchideen den Vieren Gesprächsstoff beim Verlassen der Anlage geliefert haben.
Kurzum, es war ein rundum gelungener Tag der mit einem leckeren Essen in einem mexikanischen Steakhaus endete, das an diesem Freitagabend mehr als gut besucht war!
Mir persönlich tut es gut, wenn ich merke, dass es für MEL ein schöner Tag war, er/sie sich wohl gefühlt hat und wir somit einen harmonischen Frauentag verbringen konnten. Wenn ich sehe, dass seine Augen leuchten und er glücklich ist, dann erfüllt es auch mich mit Freude. Dies führte dann auch dazu, dass ich ihm an jenem Abend vorschlug, noch einen weiteren MEL-Tag am Samstag einzulegen, wenn er dies denn möchte. Er freute sich ob dieses Angebots, wollte dies aber lageabhängig erst am kommenden Morgen entscheiden.
Und wir nahmen dann bei unserer Rückkehr auch den Haupteingang des Hotels und trafen dabei erneut auf die Vier vom Nachmittag, die es sich noch in dem Frühstücksraum gemütlich gemacht hatten und dort bei einem Schlummertrunk zusammen saßen!
Am nächsten Morgen gingen wir ganz normal als Männlein/Weiblein zum Frühstück und trafen auch dort wieder auf die besagten Vier, die allerdings schon bei den Abreisevorbereitungen waren. Kurz danach waren wir mit dem Hotelinhaber allein, der sich auch um das Frühstück seiner Gäste kümmerte. Da dieser meinen Mann äh MEL gestern Abend bei der Rückkehr ins Hotel kurz erblickt hatte, sprach mein Mann ihn nun am Morgen danach auch darauf an, "ob wir ihn ob des Anblicks zweier Frauen" auf dem Weg zum Zimmer aus der Fassung gebracht hätten?! Seine Antwort: Nöh, er habe nur kurz gestutzt und nach einem ach so sich anschließend keine weiteren Gedanken darum gemacht. Mein Mann bot ihm an, gerne Fragen zu beantworten und wies darauf hin, dass da nun mal 2 Seelen in seiner Brust schlummern! Aber der Hotelier sagte nur, kein Problem und er sah offenkundig auch keinen weiteren Gesprächsbedarf in dieser Richtung.
Da mein Mann für die Verwandlung in MEL immer noch eine geraume Zeit benötigt (bis zu 2 Std.) und dem Hotelservice Gelegenheit für die Zimmerreinigung gegeben werden sollte, entschieden wir, dass wir nur den Samstagnachmittag als Frauen losziehen wollten. Als Vorhaben stand ein Besuch der Ernst-August-Galerie in Hannover, einer shopping-mall auf dem Programm. Wir verbrachten den Vormittag in Celle und kehrten dann ins Hotel zurück, damit mein Mann sich umstylen konnte.
Nachdem ich ihm zu Beginn - sprich kurz nach seinem outing - beim Schminken sehr behilflich war und ihm auch vielerlei Ratschläge bezüglich Kleidungswahl/Schmuck etc. gegeben habe, überlasse ich es nun weitestgehend ihm selbst und beschränke mich auf beratende Funktion. Denn er/sie soll es ja auch lernen und dabei ihren eigenen Stil finden. Dass es dies auch kann, hat er schon bewiesen und es wird auch von mal zu mal besser und nur so wird sich auch eine gewisse Routine und damit auch Schnelligkeit einstellen. Aus Gesprächen bei Treffen mit anderen Partnerinnen weiß ich, dass diese den gleichen Standpunkt vertreten und ihre Männer/Frauen gut damit zu Recht kommen. Bei einem dieser Treffen haben wir ja auch schon an einem Schminkkurs teilgenommen. Selbstverständlich biete ich ihm jedes Mal und auch während seines Zurechtmachens meine Unterstützung an und wenn es dann beim Schminken mal nicht so klappt, kann er auf meine (begrenzte, da selten geschminkt) Erfahrung zurückgreifen. Aber oftmals klappt es nicht so, wie er sich das vorstellt und dann wird er ungehalten. Und jedes Mal biete ich ihm dann an, "soll ich dir helfen?" Aber nein, er will es dann allein versuchen und strebt dabei das perfekte Ergebnis an!
Und hier kommen wir zu einem Punkt, der mich an der Sache mitunter fürchterlich nervt! Man muss wissen, dass mein Partner schon als Mann außerordentlich gewissenhaft, Ordnungsliebend und sehr auf sein Äußeres bedacht ist. Er verlangt von sich selbst eigentlich immer 100Prozent und versucht das auch auf andere zu übertragen, und das gilt in diesem Fall auch für das Erscheinungsbild von MEL.
Und wenn er dann fertig ist, dann frage ich ihn / SIE immer beim Blick in den Spiegel: "Na, wer schaut dich da an? R... oder MEL?" und wenn dann ein überzeugendes MEL kommt, dann weiß ich, dass wir beruhigt losziehen können.
Aber mit dieser Verwandlung in MEL geht auch eine innerliche Wandlung meines Partners von statten, er wirkt dann auf mich wie ausgewechselt.
Er ist sonst als männlicher Partner überaus besorgt um mich und mein Wohlbefinden, achtet auf mein Aussehen, ja ist eben fürsorgender Ehemann. Sobald er MEL ist, hat sie - nach meinem Empfinden - nur noch Augen für sich selbst, zupft hier und zupft da, fragt mich sitzt dieses oder jenes richtig usw., aber wie ich dann aussehe oder wie es mir geht, das scheint dann nicht mehr von Belang. Da dreht sich dann alles nur noch um MEL und das tut mir weh und macht mir zu schaffen. Da fühlte ich mich dann zurück gesetzt.
Dabei unterstützte ich ihn eigentlich in jeder Beziehung, bin mit ihm schon wenige Wochen nach seinem outing Bekleidung und Schminkutensilien für MEL kaufen gegangen, nach 5 Monaten sind wir das erste Mal als Frauen in der Öffentlichkeit unterwegs gewesen und bereits nach 8 Monaten waren wir gemeinsam auf unserem ersten Treffen mit seines Gleichen und teils deren Partnerinnen. Da bin ich teilweise über mich selbst erstaunt, mit welcher Schnelligkeit aber auch Leichtigkeit ich diese Hürden genommen habe, die rückblickend eigentlich keine waren.
Natürlich war ich im Moment der Offenbarung durch meinen Mann im Dezember 2011 erst mal wie vor den Kopf geschlagen und hätte mir in den ersten Tagen danach nicht träumen lassen, dass sich das Ganze mal so entwickelt. Aber mit den vielen Gesprächen und auch Dank der Foren, die mir mein Mann dann zeigte, konnte ich mich intensiver mit der mir bis dato doch ziemlich fremden Materie auseinander setzen und lernen, damit umzugehen. Ich denke, dass mir da meine grundsätzlich offene Haltung zu Lebewesen und all ihren Verhaltensmustern entgegen gekommen ist, frei nach dem Motto: "Jedem Tierchen sein Pläsierchen"! Aber wenn man/Frau dann doch direkt betroffen ist, dann ist das schon etwas anderes.
Mein Mann/MEL liest mir öfter Beiträge hier aus dem Forum vor und es ist ja nun mal so, dass Beiträge von biologischen Frauen/Partnerinnen hier weitaus seltener vertreten sind, zumal auch nur wenige dieser Frauen hier einen eigenen account/Nicknamen haben. Dies hat mich dann dazu bewogen, zumal MEL mir hier zugeredet hat, hier diesen Beitrag zu verfassen.
So wird von CD/TV/Transs., die in einer partnerschaftlichen Beziehung mit einer biolog. Frau leben und sich ihr gegenüber erfolgreich geoutet haben, mitunter geschildert, dass ihrer Partnerinnen wider Erwarten gut damit zu Recht kämen und eigentlich alles Friede Freude Eierkuchen sei!
Also ich für mein Teil muss sagen, ich habe vor mehr als 30 Jahren eine Ehe mit einem gut aussehenden jungen Mann geschlossen, mit dem ich 2 Kinder groß gezogen und eine glückliche und harmonische Beziehung pflegte und pflege, wenn auch der Familienalltag nicht immer einfach war und so manche Herausforderung für uns bereit hielt und auch noch hält! So, und dann erfährst du mehr oder weniger zufällig, dass dein Mann eine zweite, eben feminine Seite hat, die er teilweise heimlich auslebt.
Auf die Schilderung dieses Outings will ich hier verzichten, da dies MEL in einem ausführlichen Beitrag seinerzeit schon getan hat. Klar, ich wusste schon seit Jahren, dass er ein Faible für das feine Garn hat und auch selbst Feinstrumpfhosen trug. Und ja, er geht stundenlang und mit wachsender Begeisterung shoppen, hatte vor Jahren schon mal eine Freundin von uns von Kopf bis Fuß eingekleidet, da ihr Mann da absolut nix für übrig hatte! Auch wenn er mit mir loszog, brauchte ich mich mehr oder weniger nur in eine Umkleidekabine stellen und er schleppte dann die Sachen zum Anprobieren für mich an.
Körperpflege war schon immer ein großes Thema für ihn und er brauchte auch als Mann doppelt so lange im Bad wie ich.
Auch im Haushalt ist er eine große Stütze und es gibt eigentlich nichts, was er nicht macht, vom Bügeln mal abgesehen.
Und Gefühle zeigen ist auch kein Fremdwort für ihn. So gesehen, kam ihm seinerzeit die Begrifflichkeit Metrosexuell schon sehr entgegen.
Aber cross-dressing, das ist da schon ein anderes Kaliber!
Nun, ich habe es mittlerweile nicht nur als eine Seite meines Mannes akzeptiert, nein ich unterstütze ihn und bin entschlossen, den Weg weiter mit ihm/ihr zu gehen, wie auch immer sich das Ganze noch entwickeln wird. Wir/er hat entschieden, dass es im näheren Familien- und Bekannten-kreis (vorerst?) kein Outing geben wird und demzufolge die Möglichkeiten, MEL außerhalb der eigenen 4 Wände auszuleben, sehr begrenzt sind.
Aber ich will auch nicht verhehlen, dass es bei mir Phasen des Grübelns gibt, wo ich mich frage, warum musste Dir DAS passieren?! Nicht, dass man/Frau nicht weltoffen wäre, siehe mein obiges Motto, aber es muss doch nicht gleich der eigene Mann sein!
Und dann muss man sich den Kerl fertig gestylt mal ansehen, im Besonderen wenn er/sie mal in den eigenen 4 Wänden nur in Feinstrümpfen, Mini und Heels bekleidet rum hüpft, da muss Frau doch neidisch werden ob dieser Beine. Gerade wenn man selbst nicht mit den Attributen einer klassischen Schönheit beglückt wurde, schmerzt dieses mitunter umso mehr.
Und dann gibt es ja auch Tage, da ist man selbst manchmal auch nicht gut drauf, mag nicht schon wieder mit diesem Thema konfrontiert werden, wünscht sich einfach nur mal vom Partner in den Arm genommen zu werden, anstatt mit ihm in irgendwelchen Katalogen schöne Sachen für dessen weibliche Seite rauszusuchen oder das Neueste aus den spezifischen Foren zu erfahren.
Also, zusammenfassend ist aus meiner Sicht nun zu sagen:
Ja, Frau kann auch mit einem crossdresser an der Seite glücklich sein. Es bedarf dazu aber einer großen beiderseitigen Rücksichtnahme, mehr als in jeder anderen Beziehung. Und gerade dann, wenn der Partner seine feminine Seite auch außerhalb der 4 Wände ausleben will, stellt dies aufgrund der derzeit noch vorhandenen gesellschaftlichen Ressentiments eine besondere Herausforderung dar.
Denn man(n)/Frau sollte sich nichts vor machen, die wenigsten CD/TV verfügen von ihrer biologischen Veranlagung her bereits über so viel feminine Attribute und weiblich/weiche Gesichtszüge, dass es nur ein wenig Farbe und ein paar Pinselstrichen bedürfte, dass Sie zweifelsfrei als Frau durchgehen. Dies im Besonderen, wenn man(n)/Frau sich in der zweiten Lebenshälfte befindet, wo wir - MEL und ich - uns mit Mitte Fünfzig schon lange und deutlich drin bewegen.
Aber wenn man(n)/Frau bei all den geschilderten Blickwinkeln eins im Auge behält, es ist noch immer der gleiche Mensch, mit all seinen Charakterzügen und Wesensmerkmalen - unabhängig von Äußerlichkeiten wie Kleidung und Schminke - eben der gute Freund, Partner, Ehemann und Familienvater, den Frau seinerzeit aus Liebe erwählte.
Und wo die Liebe stark genug ist, da hält sie auch noch die neue Freundin an ihrer Seite aus!
Ganz wichtig zum Schluss:
REDEN, REDEN, REDEN, eben ständig im Dialog bleiben und den Partner mitnehmen, das gilt in
guten wie auch in schlechteren Zeiten!
Schönes Wochenende wünscht Euch
Tut-Mel-gut (= MEL 's Ehefrau)
hier ein Foto von uns Beiden im Scheunen-Cafe
Klappt leider nicht ??! Werden Fotos in die Galerie stellen!