Hallo Nadine,
Vielleicht ist der Weg über eine "Selbsthilfegruppe" ein guter. Denn dort gibts meistens Adressen von Psychiatern, Psychologen und Endokrinologen. In Kiel gibt es eine soche Gruppe.
Eine Überweisung zum Psychiater/Psychologen und auch zum Endokrinologen kann dir dein Hausarzt auch austellen. Aber das bedeutet dann noch lange nicht, dass der Endokrinologe dich auch mit Hormonen versorgen wird.
Mein Endokrinologe hat eine Erstuntersuchung durchgeführt und Blutuntersuchung gemacht. Er fordertet allerdings für die Ausstellung eines Rezeptes auf Hormone einen Bericht eines Psychologen mit der Diagnose Transidentität, oder z.B. wenn du schon ein Gutachten hast, das könntest du dem auch vorlegen.
Für den Antrag auf Vornamens- bzw. Personenstandänderung musst du, wie schon gesagt wurde, einen Antrag stellen beim Amtsgericht. Das mag von Amtsgericht zu Amtsgericht etwas unterschiedlich sein.
Bei Selbsthilfegruppen (z.B. HAKI Kiel:
http://tg-stammtisch-kiel.npage.de/ ) kannst du u.U. ein Beispiel für so einen Antag bekommen. Du brauchst aber wohl auf jeden Fall deine Geburtsurkunde, Kopie des Personalausweises,
Lebenslauf (ich habe 2 mitgeschickt: normalen beruflichen Lebnslauf und einen über den Verlauf der Transidentität). Als Meldebescheinigung habe ich einfach die Einzugsbescheinung meines Vermieter beigefügt, das hatte gereicht.
Das ganze Verfahren kostet dann ca. 3000 Euro. Du kannst aber ggf. einen Antrag auf Verfahrenskostenhilfe stellen, Formblätter dazu (siehe auch Prozesskostenhilfe) solltest du auf der WEbseite deines zuständigen Amtsgerichtes downloaden können.
Eine gute Idee ist es wohl auch, den Antrag nicht per Post an das Amtsgericht zu schicken, sondern persönlich (am besten en femme) dort abzuliefern.
Übrigens musst du auch nicht noch wer weiss wie lange warten, bis du so einen Antrag stellen kannst. Da sich das Verfahren insgesamt eh über 9 bis 12 Monate hinzieht, kannst du es schon recht früh auf den Weg bringen. Allerdings solltest du vielleicht schon in einer Psychotherapie sein oder angeben können, das du regelmässig zu einer Selbsthilfegruppe gehst.
Zum Ablauf: Bei mir lief es etwa so:
Ich gab den Antrag persönlich beim AG ab. Nur etwa 2 Wochen später wurde ich zu einer richterlichen Anhörung geladen. (Da geht man natülich auch en femme hin, ich hatte eh schon den "Alltagstest" gestartet und meine männliche Kleidung entsorgt). Dann werden 2 Gutachter beauftragt je ein unabhängiges Gutachten zu erstellen. WEnn dir Gutachter empfholen wurden, kannst du schon im Antrag schreiben, dass du diese Gutachter wünschst, bzw. mit beantragst, diese für die Gutachten zu beauftragen. Nachdem die Gutachten gemacht wurden und dem Gericht vorliegen und entsprechend die Fragestellung beantwortet haben, wird dann der Gerichtsbeschluss über die Namensänderung und Personenstandsänderung gefasst und dir zugestellt. Nach einer Widerspruchsfrist von einem Monat ist es dann rechtsgülitig und du kannst deine Papiere, Ausweise etc. ändern.
Hoffe, geholfen zu haben.
LG
Julia