Moin!
Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52
Puuuh. Wenn es um Transsexualität geht, sehe ich das sehr kritisch.
Eines mal vorweg, bevor ich auf Einzelheiten eingehe. Dein gesamter Beitrag hier wirkt so, als wäre es bei allen kritisch nur bei Dir nicht. Das hat dann schon den Anschein einer Zwei-Klassen-Diskussion zwischen echten Trans
Identen und nur scheinbaren. Schon Deine falsche Bezeichnung spricht für sich.
Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52
Von Transsexuellen wird gerne verdrängt, das es einige andere Störungen gibt, die ebenfalls den Wunsch aufkommen lassen, dem anderen Geschlecht anzugehören.
Diese Bezeichnung "Störung" stößt mir da sauer auf. Trans* ist keine Störung, sondern ein massiver innerer Konflikt zwischen dem biologisch gegebenen und der deutlich gefühlten Identität. Das hat absolut nichts mit einer Störung zu tun.
Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52
Die meisten dieser Fälle sortieren sich in der verpflichtenden Psychotherapie aus, die Transition wird nicht durchgezogen, fatale Fehler werden vermieden.
Diese verpflichtende Psychotherapie gibt es so ja nur noch beschränkt und das aus gutem Grund. Denn es hat sich im Laufe der Jahre die Erkenntnis ergeben, dass sich trans* nicht testen lässt. Wie soll das auch passieren? Jeder Mensch kann nur für sich selbst entscheiden, wer oder was er ist. Gespräche können da unterstützen, selbst zu einer Entscheidung zu kommen wenn man selbst noch im Zweifel ist, aber die Entscheidung liegt ganz allein in der Person selbst. Und niemand hat das Recht, diese Selbstfindung anzuzweifeln. Ich habe Jahrzehnte gebraucht, um für mich zu dieser Entscheidung zu kommen, aber nachdem ich sie getroffen hatte, gab es in mir keine Fragen mehr und niemand anders, auch meine Therapeutin nicht, hätte etwas daran ändern können.
Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52 Ich bin meinem ersten Psychologen jedenfalls sehr dankbar, dass er sehr genau auf solche Störungen getestet hat, ...
Daraus lese ich aber, dass Du dir selbst da nicht so sicher warst. Da waren diese Gespräche für Dich sicher hilfreich, nur ... wieso sprichst Du anderen das Recht ab, das für sich selbst zu entscheiden? Soll das jetzt eine Zwei-Klassen-Transition werden? Eine Spaltung in die trans*-Personen, die psychologisch überprüft wurden und die, die
das ja nur so fühlen? Nein, so läuft das nicht. Wenn Du Dir selbst nicht sicher warst, dann ist es gut, dass Dir bei Deiner Entscheidung geholfen wurde. Aber es gibt eben viele - gerade hier in unserem Kreis - die das einfach wissen und sich absolut sicher sind. Da sind Zweifel von anderen, von Dir, nicht zulässig. Und wenn man es mal genau betrachtet, verletzt Du diese Menschen nur.
Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52
Transsexualität als Lifestyle?
Diese Bezeichnung in diesem Zusammenhang reinzubringen empfinde ich als unverschämt. Damit nimmst Du den Fragen und den Entscheidungen die Ernsthaftigkeit. Denn es geht um massive Veränderungen der Lebensführung, nicht um spielerisches Ausprobieren eines Lebensstiles. Trans ist kein Spiel, sondern manchmal bitterer Ernst. Das solltest Du den Äußerungen anderer hier Beteiligter schon entnommen haben.
Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52
ich mache das doch nicht, um mich besonders woke oder fortschrittlich zu zeigen, sondern weil es anders nicht geht, weil sonst dauerhafte Depressionen die Alternative sind.
Und hier baust Du wieder diese Zwei-Klassen-Sicht auf. Bei Dir ist es ja ernsthaft, weil Du sonst Depressionen hättest, aber bei anderen nur lifestyle. Woher nimmst Du Dir dieses Recht entscheiden zu können, wer wirklich trans ist und wer nicht? Ist es Verärgerung darüber, dass Du wie ich auch ein wenig um diese offizielle, rechtliche Akzeptanz durch psychologische Prüfung kämpfen musstest und die Jüngeren das nicht mehr durchmachen müssen und das dadurch viel leichter haben. Nein, das haben sie nicht, denn sie müssen für sich selbst entscheiden, wie sie ihr Leben führen wollen und führen müssen. Sie haben es genau genommen viel schwerer als wir, sie müssen das allein für sich selbst verantworten. Wir könnten uns bei einem Scheitern immer damit herausreden falsch beraten worden zu sein. Kannst Du dir auch nur vorstellen, welche Verantwortung bei ihnen liegt?
Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52
Dabei kann man nur in dem Geschlecht glücklich werden, dem man vom Herzen und Gefühl wirklich angehört.
Genau das ist es! Und niemand hat das Recht, dieses Glück jemandem abzusprechen.
Vesta hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 21:52
Da bin ich erhlich gesagt ganz froh, dass es deutliche Hürden gibt,
Nein, es ist gut, dass diese Hürden endlich abgebaut wurden. Das Leben selbst hat Hürden genug.
"My Body my Choice" Jeder kennst sich tief im Inneren am besten und kann das nur für sich selbst entscheiden, niemand sonst.
Falls Du Dich wunderst, dass ich als 'Neue' hier so scharf argumentiere, nein, ich bin nicht neu wie mein Name Dir sagen sollte. Wir haben schon häufiger gestritten. That's all.
LG
Claudia