Evangelikale „ mit Gott an die Macht
Verfasst: Di 1. Jul 2025, 20:39
Arte hat gerade den Dreiteiler "Evangelikale - Mit Gott an die Macht" von 2023 wieder auf der Liste und in der Mediathek. Beschrieben wird die Historie der Bewegung Anfang der 1900er in den USA und ihre Entwicklung weltweit bis 2023.
Dabei geht es vor allem um die Führungsfiguren seit Billy Graham, ihre weltweiten Netzwerke, ihre Sponsoren, ihre Allierten in politischen Systemen, die zusammen einen religiös-politischen Alleinherrschafts-Anspruch verfolgen: Eine autokratische, rein christlich-fundamentalistisch und christlich-nationalistische Regierung, die bibel-basierte Politik verbindlich für alle machen will. Nicht nur in den USA, sondern weltweit. Die "Strategie der sieben Berge". Das lässt sich unter diesem Stichwort massenhaft nachlesen. D.h. Durchdringung und gegenseitige Beförderung von Evangelikalen und schliesslich die Dominanz über sieben gesellschaftliche Bereiche: Religion, Familie, Bildung, Regierung, Medien, Kunst/Unterhaltung und Wirtschaft. Ziel ist der ausschliesslich christliche Gotteststaat, der abgesehen vom anderen Quelltext im Effekt nicht unterscheidbar ist von den Taliban, dem saudischen Regime oder der iranischen Theokratie. Jedenfalls für Menschen, die mit dem christlichen Glaube (jener Ausprägung) nichts anfangen können und_oder wegen persönlicher Dinge inkompatibel mit dem vorgeschriebenen Lebensmodell sind.
Mir persönlich wird dabei Angst und Bange, wenn ich sehe, wie weit sich das aktuell ausbreitet - wobei die Verquickung der russisch-orthodoxen Kirche mit dem Putin-Regime oder eben die islamischen Theokratien nicht weniger schlimm sind. Übrigens dient "christlich" bei allen Unterschieden im Detail auch als generelles Scharnier zwischen verschiedenen Strömungen autokratischer bzw christlich-nationalistischer bis hin zu christlich-faschistischer Ausrichtung. Das sind auch katholische Ultras und andere bei. Annika Brockschmidt und Andres Kemper recherchieren seit Jahren, fast Jahrzehnten dazu. Unter ihrem Namen finden sich massig gute Darstellungen.
Natürlich sind nicht alle Gemeinden und Gläubigen, die sich evangelikal nennen, auf diesem Gottesstaat-Trip. Ich nehme auch vielen ab, sich einfach wohl und geborgen zu fühlen in ihren Gemeinden, unter denen auch liberale sein werden. Gleichzeitig lohnt es sich immer genau hinzuschauen, welche Verbindungen und vor allem welche Geldflüsse es zwischen Gemeinden und christlich-extremistischen Kräften gibt. Ausserdem empfinde ich das Label evangelikal als "verbrannt". Für mich ist das eine red flag, weil das Wort zumindest ausserhalb Deutschlands fast ausschliesslich für anti-liberalen religiösen Fundamentalismus steht, der alle anderen Menschen unterwerfen will. Es kann einfach nicht naiv genutzt werden oder ignorant oder gar entschuldigend gegenüber den Extremisten unter gleichem Label, ohne Assoziationen zu genau denen hervorzurufen. Schliesslich haben die extremen all das erfunden und selbst Billy Graham mit seinen teilweise liberalen Ansichten hätte jederzeit eine "christlich" dominierte Regierung gegenüber einer liberalen bevorzugt.
So wird vielleicht eher klar, warum "evangelikal" nicht-religiöse oder auch nicht-christliche Menschen alarmiert.
Dabei geht es vor allem um die Führungsfiguren seit Billy Graham, ihre weltweiten Netzwerke, ihre Sponsoren, ihre Allierten in politischen Systemen, die zusammen einen religiös-politischen Alleinherrschafts-Anspruch verfolgen: Eine autokratische, rein christlich-fundamentalistisch und christlich-nationalistische Regierung, die bibel-basierte Politik verbindlich für alle machen will. Nicht nur in den USA, sondern weltweit. Die "Strategie der sieben Berge". Das lässt sich unter diesem Stichwort massenhaft nachlesen. D.h. Durchdringung und gegenseitige Beförderung von Evangelikalen und schliesslich die Dominanz über sieben gesellschaftliche Bereiche: Religion, Familie, Bildung, Regierung, Medien, Kunst/Unterhaltung und Wirtschaft. Ziel ist der ausschliesslich christliche Gotteststaat, der abgesehen vom anderen Quelltext im Effekt nicht unterscheidbar ist von den Taliban, dem saudischen Regime oder der iranischen Theokratie. Jedenfalls für Menschen, die mit dem christlichen Glaube (jener Ausprägung) nichts anfangen können und_oder wegen persönlicher Dinge inkompatibel mit dem vorgeschriebenen Lebensmodell sind.
Mir persönlich wird dabei Angst und Bange, wenn ich sehe, wie weit sich das aktuell ausbreitet - wobei die Verquickung der russisch-orthodoxen Kirche mit dem Putin-Regime oder eben die islamischen Theokratien nicht weniger schlimm sind. Übrigens dient "christlich" bei allen Unterschieden im Detail auch als generelles Scharnier zwischen verschiedenen Strömungen autokratischer bzw christlich-nationalistischer bis hin zu christlich-faschistischer Ausrichtung. Das sind auch katholische Ultras und andere bei. Annika Brockschmidt und Andres Kemper recherchieren seit Jahren, fast Jahrzehnten dazu. Unter ihrem Namen finden sich massig gute Darstellungen.
Natürlich sind nicht alle Gemeinden und Gläubigen, die sich evangelikal nennen, auf diesem Gottesstaat-Trip. Ich nehme auch vielen ab, sich einfach wohl und geborgen zu fühlen in ihren Gemeinden, unter denen auch liberale sein werden. Gleichzeitig lohnt es sich immer genau hinzuschauen, welche Verbindungen und vor allem welche Geldflüsse es zwischen Gemeinden und christlich-extremistischen Kräften gibt. Ausserdem empfinde ich das Label evangelikal als "verbrannt". Für mich ist das eine red flag, weil das Wort zumindest ausserhalb Deutschlands fast ausschliesslich für anti-liberalen religiösen Fundamentalismus steht, der alle anderen Menschen unterwerfen will. Es kann einfach nicht naiv genutzt werden oder ignorant oder gar entschuldigend gegenüber den Extremisten unter gleichem Label, ohne Assoziationen zu genau denen hervorzurufen. Schliesslich haben die extremen all das erfunden und selbst Billy Graham mit seinen teilweise liberalen Ansichten hätte jederzeit eine "christlich" dominierte Regierung gegenüber einer liberalen bevorzugt.
So wird vielleicht eher klar, warum "evangelikal" nicht-religiöse oder auch nicht-christliche Menschen alarmiert.